"Die Kunst spiegelt den, der sie ansieht, nicht das Leben." (Oscar Wilde)




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 Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :) 
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Beitrag  Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Ich las grade wieder verschiedentlich (nicht nur hier) auf Fanart bezogene Sätze wie "Lass doch die Fanart; mach doch was Eigenes!"

Ich versuche grade, meine Gedanken dazu geradezukriegen, und würde mich über eure Meinung dazu freuen.

Meine Überlegungen sind völlig losgelöst von der Diskussion übers Urheberrecht, übrigens. ;)

Ich finde, ein Satz wie "Mach doch was Eigenes!" ignoriert einfach die Motivation hinter der Fanart. Wer Fanart malt, tut das ja nicht, weil er unfähig ist, sich was Eigenes auszudenken, sondern weil ihn eine Geschichte inspiriert. Den einen inspirieren Blumen oder Sonnenuntergänge, den anderen berühren Geschichten. John William Waterhouse, Klimt, Michelangelo würde niemand vorwerfen, sie sollten doch lieber eigene Geschichten erfinden, als sie klassische Mythen, letzte Abendmahle oder romantische Lyrik bebilderten. ;)

Verstehen kann ich das vielleicht noch beim Abzeichnen von Schauspielern, aber auch da ist das für mich keine fehlende Kreativität, sondern für die Zeichner schlicht die einzige Möglichkeit, sich so intensiv mit einem Motiv, einem Thema, einer Welt auseinanderzusetzen, wie es das bloße Anschauen eines Films oder Lesen eines Buches nicht erlaubt. Ich kenne das von mir seit frühester Kindheit, sowohl die freie Interpretation von Buchszenen ohne bildliche Vorlagen, als auch das monatelange liebevolle Abzeichnen von Luke Skywalker von sämtlichen Screenshots, die vor den Zeiten des Internets zu bekommen waren. Es ist für mich immer die einzige Möglichkeit gewesen, ohne Rechtfertigungszwang und mit ganz geringem Aufwand in das Thema abzutauchen, das mich zu einer bestimmten Zeit fasziniert.

Komischerweise wird liebevollen Abzeichnern von Luke Skywalker immer viel eher mangelnde Kreativität vorgeworfen als liebevollen Abzeichnern von Tieren oder Blumen... vielleicht, weil letztere eher als "Studien" anerkannt sind und ersteres als altersungemäße Schwärmerei oder schlimmstenfalls als Drücken vor der hohen Kunst der Aktstudien?

Nur so als Gedanke...

Nach oben 17.12.2013, 22:53 Nach unten

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Vielen Dank für das Aufgreifen der provokativ-formulierten "rhetorischen Fragen" zu einem interessanten und spannenden Diskussionsthema.

Bleibt bitte sachlich, respektvoll und themenbezogen, wir freuen uns auf einen anregenden Meinungs- und Ansichts-Austausch :winken:


Signatur


Nach oben 17.12.2013, 23:03 Nach unten

Bleistift, Pastell, Buntstift

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Mhm. Ich mache ja nichts anderes als das. Ich kann nichts anderes, aber ich mag es. Ich denke, dass ist das Wichtigste. Durfte ja vor kurzem meine HP von Kommentaren von genau solchen Lästermäulern säubern. "Abzeichnen sei ja gar nichts und das kann ja jeder."

Ich zeichne, was mir gefällt und mir ist ehrlich egal, ob es sich dabei um eine fiktive Figur, ein ansehnlicher Schauspieler oder um das Foto meiner Katze handelt. Es geht mittlerweile sogar soweit, dass ich auch entsprechend böse reagiere... früher habe ich noch sachlich dagegen argumentiert. Heute fordere ich die Leute nur noch auf mir doch zu zeigen, wie gut sie abzeichnen können. Und meist sind die Leute dann still.

Fanart ist grundsätzlich so eine Sache. Wenn man mit dem Thema schon mal nicht den Geschmack der Leute trifft, kriegt man auch keine Rückmeldung. Ich sehe das selbst bei meinem Freundeskreis. Die sind nur interessiert, wenn ich ein Fanart aus z.B. dem Transformersbereich mache, was mich aber überhaupt nicht reizt zu zeichnen. Genauso bei Schauspielern, Sängern etc... da steh ich grundsätzlich mit meinem Portrait da und da heißt es dann bestenfalls noch "Wer issn das". :roll: Oder du musst so geniale Sachen malen, dass andere Tränen in den Augen kriegen... z.B. auf Deviant Art *seufz*, dann klappts auch mit den Views und den Kommentaren.

Meinen Zwergenfimmel kann aktuell auch keiner mehr ertragen... aber ich hab Spaß dran... sogesehen.... Frage beantwortet. :lol: Lasse reden. Wenn jemand möchte, dass ich was anderes zeichnen soll, kann er ja ein Bild bestellen. Sonst... Pech gehabt. :dops:

Nach oben 17.12.2013, 23:36 Nach unten

aquarell

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Was Eigenes, was Kreatives? Wer glaubt die alten Meister hätten ihr Werke aus dem Kopf gemalt ist auf dem Holzweg. Die hatten ihre Leute, die für sie Pose gestanden haben. Selbst malen mit Raster war üblich. Dazu gab es Holzrahmen in denen Fäden gespannt waren. Was Anderes ist es mit der Bildidee, die muß man schon selbst haben. Auch die Interpretation eines abgemalten Fotos oder Gegenstandes ist eine eigene Leistung.

Nach oben 17.12.2013, 23:56 Nach unten

Bleistift, Buntstift, Aquarell

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Tja ich (als Ersteller des verlinkten Themas) hatte ja mir auch überlegt Fanart zu machen bevor ich überhaupt wusste wie es da rechtlich aussieht. Wenn ich etwas zeichne etc möchte ich im allgemeinen auch dass es jemand sieht; wenn ich etwas zeichne was ich nicht zeigen/verkaufen darf macht es daher wenig sinn (es sei denn als pure übung). Zu den "rhetorischen" Fragen...warum sollte man solche Motive malen? Weil sie einem gefallen; weil es eine gute Übung ist, so zu zeichnen, dass es nachher annähernd wie ein Foto aussieht (schult das Auge etc); weil man die Figuren mag; weil sie (auch wenn man sie nicht zeigen darf) mehr Anklang finden...wenn ich irgendeine tolle selbst ausgedachte Figur zu Papier bringe kommt (wie oben gesagt) die Frage "Und wer ist das? Kenn ich nicht"; hat man ein bekanntes Motiv so kann der Betrachter damit meist mehr anfangen. Tja da schließt man ein Thema schon gehts woanders weiter.. für die Motive von Fanart etc die ich vorhatte abzumalen habe ich mir jetzt diverse Veränderungen überlegt, die ich vornehmen werde, um diese Motive zu "personalisieren". ;)

Nach oben 18.12.2013, 00:05 Nach unten

Pastell, buntstifte, bleistift

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Meine freundin hat auch genau das selbe gesagt, abzeichnen ist ja nicht schwierig. Die richtigen künstler haben selbst gesichter und alles erfunden. Und das ich das mal lieber üben sollte....fand ich irgendwie gemein, weil sie hat ja keine ahnung vom malen/zeichnen. Weil sie in ihrem ganzen leben wohl nie sich damit wirklich beschäftigt hat. Sie hat ja keine ahnung wie schwer abzeichnen ist. Daher tut sie meine werke auch oft irgendwie nieder machen, also nicht direkt nieder, aber sie meint ja das das bestimmt nicht so schwer ist und das ich das hätte verändern können. Und warum ich es nicht besser gezeichnet habe?? Sowas nervt mich nur und ich zeichne gerade ein bild für sie. Wenn sie das auch nieder macht dann soll sie es erst mal selbst versuchen und wenn sie es besser macht als ich dann reden wir nochmal drüber ;)

Nach oben 18.12.2013, 00:24 Nach unten

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Ich sehe darin kein Problem irgendwas abzuzeichnen. Als ich anfing zu zeichnen, habe ich vieles abgezeichnet, weil es für mich die beste Übung war.
Ich wollte immer mal lernen wie man Animes/Manga Figuren zeichnet, und um das zu lernen, habe ich abgezeichnet und das hat mir geholfen, und so konnte ich es lernen. Auch jetzt noch, wenn ich selber keine wirklichen Ideen hab, aber unbedingt was zeichnen möchte, und mir ein Bild in die Quere kommt, dann zeichne ich es ab.
Ich sehe es als wunderbare Übung an.

Manchmal ist ja abzeichnen noch schwerer wie selber ausdenken :D

Nach oben 18.12.2013, 06:46 Nach unten

Öl, Acryl

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Jenny hat geschrieben:
...ohne Rechtfertigungszwang...
Natürlich sind jetzt fast alle Beiträge hier genau das: Rechtfertigungen.

Tatsache ist nun mal einfach dass man mit Reproduktionen, und seien sie noch so gut, weniger Lob und Annerkennung kriegt.
Und genau das scheint mir bei allen Statements hier das Problem zu sein.
Keine Annerkennung oder gar negatives Feedback zu kriegen, geht an die Nieren und verdirbt den Spass, auch wenn der Anfangs noch so gross war.

Um sich eine handwerkliches Können anzueignen, gibt es jedoch wohl nichts besseres, als bei grossen Meistern abzuschauen.
Leider ist es heute auch so, dass Originalität in der Kunst weit höher gewichtet wird, als das handwerkliche Können.

Also betrachtet doch die Phase des Abzeichnens und -malens einfach als Ausbildungsphase und lasst euch den Spass nicht verderben.

Nach oben 18.12.2013, 07:41 Nach unten

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Beitrag: Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :) - 18.12.2013, 00:24 vamp28 hat geschrieben:
Meine freundin hat auch genau das selbe gesagt, abzeichnen ist ja nicht schwierig. Die richtigen künstler haben selbst gesichter und alles erfunden. Und das ich das mal lieber üben sollte....fand ich irgendwie gemein, weil sie hat ja keine ahnung vom malen/zeichnen. Weil sie in ihrem ganzen leben wohl nie sich damit wirklich beschäftigt hat. Sie hat ja keine ahnung wie schwer abzeichnen ist. Daher tut sie meine werke auch oft irgendwie nieder machen, also nicht direkt nieder, aber sie meint ja das das bestimmt nicht so schwer ist und das ich das hätte verändern können. Und warum ich es nicht besser gezeichnet habe?? Sowas nervt mich nur und ich zeichne gerade ein bild für sie. Wenn sie das auch nieder macht dann soll sie es erst mal selbst versuchen und wenn sie es besser macht als ich dann reden wir nochmal drüber ;)


Solche Leute haben doch Komplexe. ;)

Ich habe für mich immer wieder festgestellt, dass eine gesunde Mischung aus beidem - abzeichnen und frei zeichnen - mich mit dem, was ich persönlich wollte, am weitesten gebracht hat. Wenn ich lange nur aus dem Kopf gezeichnet habe, haben meine Sachen eine Tendenz, sich der totalen Simplifizierung anzunähern - dann brauche ich dringend wieder eine life-drawing session (oder wenigstens Fotos). Umgekehrt war einer der schwersten Punkte in meinem Zeichnerleben die Zeit, als ich nach Jahren des Fotos Abzeichnens auf einmal wieder meine eigenen Sachen machen wollte. Daran wäre ich damals fast gescheitert, weil ich vom Abzeichnen einen ganz anderen Standard gewohnt war, als ich ohne Vorlagen erreichen konnte.

jobr hat geschrieben:
Natürlich sind jetzt fast alle Beiträge hier genau das: Rechtfertigungen.


Naja, wenn ich als Titel schon "Verteidigung" gewählt habe, liegt das ja auch nahe. :)

jobr hat geschrieben:
Tatsache ist nun mal einfach dass man mit Reproduktionen, und seien sie noch so gut, weniger Lob und Annerkennung kriegt.
Und genau das scheint mir bei allen Statements hier das Problem zu sein.
Keine Annerkennung oder gar negatives Feedback zu kriegen, geht an die Nieren und verdirbt den Spass, auch wenn der Anfangs noch so gross war.


Komischerweise sehen das die überzeugten Nicht-Abzeichner genau anders herum. Jessica hat eben schon deviantArt angesprochen - das, was da richtig gut geht, sind sehr realistische, gezeichnete Portraits von Fotos. Bei tumblr ist es ähnlich. Da regen sich die Nicht-Abzeichner immer furchtbar auf, wenn Fanart einfach zehnmal mehr Beachtung kriegt als Nicht-Fanart - eben weil die Figuren bekannt sind und gute Sachen sich in den Communities schnell rumsprechen; es ist sofort ein gemeinsamer Nenner da. Wer etwas Eigenes macht, muss sich seine Fanbase sehr mühsam aufbauen; das dauert erheblich länger, als sich in ein gemachtes Nest zu setzen. Wobei ich mir wirklich relativ sicher bin, dass das gemachte Nest nur ein netter Nebeneffekt für Fanart-Zeichner ist, und nicht ihre Hauptmotivation.

Das ist die Motivationssache, die du ansprichst - was motiviert mich eigentlich? Zeichne ich für mich oder für andere? In wieweit unterwerfe ich mich dem, was "die Community" sehen will, und in wiefern ist das kreative Schaffen für mich der alleinige Selbstzweck? Wieviel Desinteresse kann ich verknusen, bevor ich einfach wieder das zeichne, was meine Umgebung sehen will?

Es ist sicher kein Zufall, dass man als Fanart-Zeichner sehr schnell seinen Weg in die einschlägigen Fan-Communities findet, wo man sich zumindest diese letzte Frage nicht allzu früh stellen muss. Womit wir wieder bei dem Thema des Eskapismus im weitesten Sinne sind - Fanart zeichnen, um einfach tiefer in eine Welt einzutauchen, die mich fasziniert.

Nach oben 18.12.2013, 07:59 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Also ich finde, jedem das seine.
Wenn dir das Spaß macht, es für dich ein Weg ist um dich mit dieser Welt noch mehr verbunden zu fühlen ist es o.k!!!

Mit einem abgezeichneten Blumenmotiv können die meisten Menschen vielleicht eher etwas anfangen, als mit spezielleren Sachen, wie einer Szene aus "Herr der Ringe".
Meine Bilder stoßen öfters auf Unverständnis, weil sie nicht der Realität entsprechen, damit können viele nichts anfangen.
Extrem war das bei den zerlegten Tieren...es darf nicht sein, was es nicht gibt, das macht für viele keinen Sinn.
Da habe ich das Gefühl eine tolle Zeichnung wird da viel eher mit einem "ahh und ohhh" betrachtet.
Die lustigen Sachen werden schon mehr akzeptiert.
Letztens sagte mir jemand, ich müsse mehr kommerzielle Sachen malen, die würden die Leute eher mögen.
Will ich aber nicht!
Ich male in der Regel nicht für die Leute (Ausnahmen gibts natürlich hin und wieder auch :grins: )und wie sollte ich zu meiner eigenen Art finden, wenn ich das täte?
Das ist oft meine Motivation, heißt aber für mich nicht, daß meine Motivation die einzig richtige ist, sie ist eben nur meine.
Allerdings würde es mich persönlich nicht reizen stundenlang an einem Portrait eines bekannten Schauspielers zu feilen, anderen macht das dagegen Spaß.
Dennoch sehe ich sehr wohl die Arbeit und das Können, was hinter einer guten Zeichnung steckt und bewundere das auch.

Ich weiß nicht ob das so ist, aber jede Gruppe, die ein gemeinsames Ziel verfolgt, ein gemeinsames Thema verbindet, schafft sich auf Dauer in der Regel eigene Normen.
Vielleicht ist es dann in so einer Gemeinschaft auch schwieriger Anerkennung für etwas zu erhalten, was nicht diesen Normen entspricht.
So kann ich mir vorstellen, daß es vielleicht schwieriger ist, dort zu seinem eigenen Stil zu finden....wenn man das denn möchte.

Grüße
Eva :winken:

Nach oben 18.12.2013, 08:49 Nach unten

Bleistift, Pastell, Buntstift

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Beitrag: Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :) - 18.12.2013, 07:59 GoldSeven hat geschrieben:

Komischerweise sehen das die überzeugten Nicht-Abzeichner genau anders herum. Jessica hat eben schon deviantArt angesprochen - das, was da richtig gut geht, sind sehr realistische, gezeichnete Portraits von Fotos. Bei tumblr ist es ähnlich. Da regen sich die Nicht-Abzeichner immer furchtbar auf, wenn Fanart einfach zehnmal mehr Beachtung kriegt als Nicht-Fanart - eben weil die Figuren bekannt sind und gute Sachen sich in den Communities schnell rumsprechen; es ist sofort ein gemeinsamer Nenner da. Wer etwas Eigenes macht, muss sich seine Fanbase sehr mühsam aufbauen; das dauert erheblich länger, als sich in ein gemachtes Nest zu setzen. Wobei ich mir wirklich relativ sicher bin, dass das gemachte Nest nur ein netter Nebeneffekt für Fanart-Zeichner ist, und nicht ihre Hauptmotivation.

Das ist die Motivationssache, die du ansprichst - was motiviert mich eigentlich? Zeichne ich für mich oder für andere? In wieweit unterwerfe ich mich dem, was "die Community" sehen will, und in wiefern ist das kreative Schaffen für mich der alleinige Selbstzweck? Wieviel Desinteresse kann ich verknusen, bevor ich einfach wieder das zeichne, was meine Umgebung sehen will?

Es ist sicher kein Zufall, dass man als Fanart-Zeichner sehr schnell seinen Weg in die einschlägigen Fan-Communities findet, wo man sich zumindest diese letzte Frage nicht allzu früh stellen muss. Womit wir wieder bei dem Thema des Eskapismus im weitesten Sinne sind - Fanart zeichnen, um einfach tiefer in eine Welt einzutauchen, die mich fasziniert.


Nicht mal das. Glaube nicht, dass meine FanArts viel Beachtung bekommen. Selbst da musst du echt schon bekannt sein, damit die Leute dich wahrnehmen. Sogar in einschlägigen Gruppen oder Foren... da freue ich mich schon mal über den ein oder anderen Klick oder Kommentar, die sich aber auch in Grenzen halten. Zu groß ist schlicht die Konkurrenz.

Nach oben 18.12.2013, 09:51 Nach unten

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Hallo,

Ich habe jetzt schon öfters gelesen, dass die alten Meister Modelle hatten, die für sie posiert haben, und Raster benutzt haben. Das stimmt aber nur halb.

In Wahrheit wäre es garnicht möglich gewesen, die ganzen Historiengemälde zu schaffen ohne etwas "zu erfinden", wäre schon alleine schwierig gewesen die ganzen anatomisch inkorrekten, idealisierten, Modelle zu finden.

Ist ja auch bekannt, dass Albrecht Dürer ein Raster eingesetzt hat. Da frage ich mich warum es von ihm nur stilisierte Zeichnungen und Gemälde gibt? Van Gogh hat glaube ich ein Glas oder sowas benutzt , da stellt sich mir die gleiche Frage. Wo sind seine Kopien der Wirklichkeit?

Diese Dinge wurden zu Studienzwecken und zur Arbeitserleichterung benutzt denke ich, aber nicht um ein Modell zu kopieren und als fertiges Werk darzustellen. Vielleicht siehts anders aus wenn mal eine Reiche Baronesse sich "Fotomäßig" verewigen lassen wollte, aber da wäre wohl der Zweck hervorzuheben?

Zum einen frage ich mich warum man eine exakte Kopie braucht, bei der alles gleich ist. Ästhetisch ist ja alles gleich geblieben. Wenn natürlich zum Beispiel aus einem Foto eine minimalistische Tuschezeichnung o.Ä. gemacht wird, kann der Ästhetische Reiz wieder ein ganz anderer sein.

Zum anderen finde ich es glaube ich interessanter wenn idealisiert und stilisiert wird.

Da spielt es für mich keine Rolle ob Luke Skywalker oder ein Blumenstrauß kopiert wird.

Ich wüsste nicht warum Fanart der Historienmalerei, die mal das oberste Genre der Malerei war, in irgendwas nachstehen sollte. Ob jetzt Geschichtsbuch oder der kleine Hobbit, das ist doch sowas von egal, solange die Kunst inspirierend ist. Vielleicht fällt es manchen einfacher ein Historiengemälde als "wahr" zu empfinden, da es einen vermeintlich authentischen Hintergrund hat?


Bin mir nicht ganz sicher wegen dieser Meinung, aber ich schicks trotzdem mal ab.

Nach oben 18.12.2013, 09:54 Nach unten

graphit,buntstifte,kohlestifte

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Also ich muß da zu erstmal sagen ,wenn einer sagt abmalen oder Zeichnen das ist ja leicht das kann ja jeder,den sollte man mal Stift und papier hinlegen und sagen mach mal!Auch in der Kunst und unter Künstler ist es doch gerade interessant unterschiedliche Kunst Richtungen zuhaben.Ich zum Beispiel habe mich vorher nie so für Abstrakte Bilder interessier und sie auch nie intensiv betrachtet um sie auch zubeurteilen(für mich)zu können,das hat sich erst nach und nach hier entwickelt .Mein Schwiegervater malt viel von Alten Meistern nach oder Religiöse Motive für Ausstellungen inder Kirche der Expressionismus hat es ihm besonders angetan da konnte ich erst garnichts mit anfangen erst seit ich selber Zeichne sehe ich sowas mit anderen Augen .Ich habe ein Buch geschenkt bekommen über Kunst aller Epochen Stile und soweit sowas hätte ich mir fürher nie angesehen aber jetzt schaue ich da öfter mal rein.Als ich mich mehr für Portraits interessiert habe ,habe ich auch Schauspieler oder Musiker gezeichnet wie will man sonst üben?man kann ja nicht wahl los Leute Fotografieren zum abmalen.
Außerdem finde ich es beeindruckend wenn jemand Egal was ob Zwerge oder Angela Merkel, so Realistisch wie hier gesehen,malen kann davor ziehe ich meinen Hut .Eigene Ideen und aus dem Gedächtnis was auf Papier bringen ist nicht leicht und auch die die das können haben meine Bewunderung.Aber ich glaube das eine schließt das andere nicht unbedingt aus .

Nach oben 18.12.2013, 13:11 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Abzeichnen vom Foto, von einem Hübschen Modell ist auch wahre Kunst, genau Licht und Schatten oder den Charakter einer Person genau hervor zu heben. Und bedarf vieler Übung und Disziplin. So etwas finde ich auch sehr schön, was mir nur Misfällt und ich immer wieder sehe sind Bilder von Leuten die Kunstwerke anderer identisch Abmalen Acryl oder sonst was nicht zeichnen und dann für ihr Werk ausgeben, Ihre Idee, ihre Eingebung.... Obwohl es irgendwo im Museum hängt und ich das Orginal kenne, das passiert mir sehr oft, auch sehe ich gerne Motive aus Lehrbüchern die auf Kunstmärkten verkauft werden obwohl in den Büchern hinten im Kleingedruckten steht, das die Motive zwar für den Hausgebrauch nachgemalt werden dürfen aber nicht verkauft.
Der Künstlerin Wachtmeister geht es so mit ihren Katzen, sie ist ständig am Klagen weil die Leute sehr gerne ihre Katzen nachmalen und dann bei Ebay verkaufen ohne zu fragen.. deswegen war sie schon einmal auch im TV.

Für meine letzte große Ausstellung habe ich auch selber Fotos gemacht von Blüten und diese dann nachgemalt, da man nicht immer genau die Passende Blüte zur Hand hat oder gerade Zeit hat. Ich benutze sehr gerne eigene Vorlagen. So gibt es das Bild nur einmal.

Ich selber lies mich als junges Mädchen schon einmal zeichnen von einem Kollegen, ein Herrliches Bild. Ich finde gerade bei Schwarz Weiß kommen die Charakter besser hervor als bei Farbe. Ich würdige jede Form der Kunst wenn jemand dazu steht das wenn er es abgemalt hat auch sagt das es abgemalt ist nach einem Foto oder sonst was finde ich das toll, denn es gehört auch viel Liebe und Herzblut in so eine Arbeit. Und ein Künstler z.B. Schauspieler fühlt sich auch bestimmt geehrt gemalt zu werden.

Hoffe ich habe mich Richtig ausgedrückt und nix für unguat, ich will niemanden was böses..

Nach oben 18.12.2013, 13:14 Nach unten

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Dieses Thema beschäftigt mich auch schon seit einer Weile und ich glaube es gibt 2 Arten von "Fanarts" und auch 2 Arten des "Abzeichnens".

Ich persönlich könnte mich jedes mal aufregen, wenn wir im Kunstunterricht ein Thema bekommen, jeder zeichnet ein Bild aus dem Internet ab, bekommt eine sehr gute Note, weil es nunmal ursprünglich von Profis gemacht wurde und eben keine eigene Idee war und man selbst gibt sich Mühe etwas von der Idee über die Skizzen bis hin zur fertigen Zeichnung selbst zu machen und bekommt am Ende eine schlechtere Note, weil es anatomisch oder perspektivisch nicht perfekt war. Man fühlt sich ungerecht behandelt, weil die anderen 0 Kreativität gezeigt haben (teilweise werden diese Bilder sogar abgePAUST, was für mich nichts mehr mit kreativität zu tun hat. Abpausen tut man nur Landkarten im Edrkundeunterricht).
Das ist die eine Art des Abmalens.

Die andere ist die, ein Bild zwar abzumalen, aber nicht, weil man sich eine gute Note erhofft, sondern als Zeichen der Anerkennung. Wenn man seinen Lieblingsschauspieler zeichnet oder seinen Lieblingscharakter aus einem Film, dann macht man das, weil man ihn toll findet und das auch zeigen möchte. Diese Zeichnungen sehen auch ganz anders aus. Sie sind nicht so lieblos, sie haben Fantasie und man merkt, dass derjenige viel Zeit und Mühe darin investiert hat. Das Problem ist, dass man oft hunderte Zeichnungen findet, die von dem selben Foto abgezeichnet wurden und sich dementsprechend ähneln. Manche Künstler versuchen das ein wenig zu "öffnen" indem sie das Foto in ihrem Bild entfremden. Sie malen mit anderen Farben und Strukturen und versuchen dem Bild eine ganz neue Bedeutung zu geben. Das ist die auch erste Art der Fanarts.

Die zweite Art der Fanarts sind Bilder, die vielleicht einen Charakter darstellen, aber der abgesehen davon in einem völlig anderen Kontext oder in anderen Handlungen/Interaktionen dargestellt wird. Es werden Szenen dargestellt, die es so in dem Film nie gab (oder die im Film anders dargestellt wurden:"was wäre wenn...?"), die aber witzig, traurig, oder einfach nur emotional sind. Diese Leute nutzen ihre "Lieblinge" um sie in ihre eigene Welt zu entführen. Diese Zeichnungen bekommen oft viel zu wenig Aufmerksamkeit, weil sie nicht immer perfekt sind. Das können sie aber auch nicht sein, da sie aus dem Kopf gezeichnet wurden. Andererseits gibt es auch viele Menschen, die diese Zeichnungen der 1. Art der Fanarts vorziehen, weil sie etwas darstellen, das noch keiner gesehen hat. Man kann sich mit dem Charakter besser identifizieren.


Letztendlich geht es beim Malen/Zeichnen/künstlerisch tätig sein doch darum, seine eigenen Gefühle, Fantasien, alles, das andere mit Musik oder in Wörtern ausdrücken darzustellen. Man will es auf Papier bringen, mit anderen teilen. Ob nun auf die eine oder andere Art.
Man verurteilt schließlich auch keine Musiker, die das Lied eines anderen singen, einfach weil sie es schön finden. Dadurch, dass SIE es singen und nicht der "Originalkünstler" bekommt es beim Zuhörer eine ganz andere Wirkung.
So ist das auch mit den Bildern. Jeder interpretiert (selbst wenn er etwas abzeichnet!!) bewusst oder unbewusst etwas in das Bild. Man verbindet damit ein Gefühl und dann bekommt es eine eigene Handschrift, das geht nicht anders. Wie perfekt abgezeichnet es auch sein mag, es sieht nie exakt so aus, wie auf dem Foto! Warum sonst sollte man ein Bild abzeichnen und nicht einfach in den Kopierer legen? Manche verarbeiten ein Thema, indem sie abzeichnen, manche indem sie völlig abstrakte Bilder malen, in die ein Fremder häufig nichts hineininterpretieren kann. So ist das nunmal. Manche streben nach Perfektionalität, andere nach der größtmöglichen Freiheit oder Provokation. :wink:

Ich selbst habe früher auch vieeeel abgezeichnet, denn nur so lernt man! Seit Kindesbeinen an lernen wir, indem wir etwas imitieren. Als Kind lernt man durch Zusehen das richtige Essen mit einem Löffel, durch Zuhören das Sprechen und durch nachmachen und oft hinfallen das Laufen!

Liebe Grüße,
Bessy :winken:

P.S.: Ich LIEBE Fanarts! Ich könnte mich Stunden lang auf Websides nur mit den Bildern beschäftigen, was manche Künstler schaffen ist echt unglaublich. Und das ist schön. So sieht man, dass der Film/ das Buch/ das Spiel nicht einfach so an jedem vorbei gegangen ist sondern einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat! :ja:

Nach oben 18.12.2013, 16:51 Nach unten

Bleistift, Pastell, Buntstift

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Ich sehe nicht mal im Abpausen ein Problem. Klar...das kann jeder... aber kann das auch jeder so ausfüllen, dass es auch echt aussieht?

Nach oben 18.12.2013, 20:00 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Erstmal vielen Dank für das bisherige Meinungsspektrum. Ich möchte dabei nochmals betonen, dass der Schwerpunkt hierbei gezielt um Fan-Art geht, über die emotionalen Beweggründe das zu tun, über die jeweilige Motivation, und um deren "Wertigkeit" im Bezug auf "eigenständige Kreationen". Die Art und Weise der Fan-Art, also ob abgepaust, abgemalt oder frei gestaltet, spielt in diesem Thema allenfalls eine sekundäre da allgemeine Rolle. Wenn's z.B. ums Thema Abpausen oder Abmalen geht, dann geht es hier konkret um den Unterschied zwischen Fan-Art abpausen bzw. abmalen gegenüber andere Motive abpausen oder abmalen, und nicht um das Abpausen oder Abmalen im Allgemeinen.

Beitrag: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :) - 17.12.2013, 22:53 GoldSeven hat geschrieben:
Wer Fanart malt, tut das ja nicht, weil er unfähig ist, sich was Eigenes auszudenken, sondern weil ihn eine Geschichte inspiriert.

Ich würde (betont aus analytischer Sichtweise eines Außenstehenden!) wiederum eher folgendes behaupten: Wer Fan-Art malt, reproduziert zumeist völlig uninspiriert Kreationen anderer Künstler oder Kulturschaffende, um damit das eigene Illusions-Erlebnis fortleben zu lassen. Keiner der Fan-Art Künstler hätte vor ein paar Jahren blaue, menschlich wirkende Außerirdische gemalt, auch dann nicht wenn man ihnen damals schon die Avatar-Szenen vor dem Film gezeigt hätte. Erst das intensive positive Erlebnis des Films, und damit die Akzeptanz der Illusion als Teil der eigenen Wirklichkeit, lässt das Bedürfnis entstehen, die Charaktere und Szenen auch nach Ende des Films selbst in Form eigener "Kreationen" weiterleben zu lassen.

Im Unterschied zu illustratorischen Inspirationen wie genannte Beispiele anhand von Mythen etc., oder auch das kreative Gestalten und Umsetzen von geschichtlichen Szenen a la Hannibal, zählen für mich nicht zur "Fan-Art", sondern zur Geschichts-Illustration. Dabei stimme ich Dir zu: Diese Künstler haben sich von der Geschichte inspirieren lassen - teilweise auch von anderen Illustrationen - und dennoch ist das für mich ein gravierender Unterschied zur Fan-Art.

Die klassischste Form von Fan-Art ist für mich das Bemalen von Kinderzimmern mit Walt Disney Figuren oder Ähnlichem. Dabei geht es rein um den Effekt der lustigen Charaktere, nicht um den künstlerischen Ausdruck dabei. Man spart Geld für offiziell-lizenzierte Tapetendrucke oder Sticker, und hat dabei (zurecht) das Gefühl, etwas eigenes Geschaffen zu haben - aber eben etwas primär Handwerkliches, so wie auch das eigene Nachbauen eines Designerstuhls oder das Nachkochen eines Rezeptes, bei denen man die eigentliche kreative Schöpfungs-Leistung praktisch an fremde Dienste "outgesourced" hat bzw. sich als "unnötige Arbeit" erspart bzw. lieber den "leichteren Weg" geht ohne das "Rad neu zu erfinden". Dies trifft auch für andere "zweckgebundene" Fan-Art wie Dekorationen, Faschingskostüme, etc. zu. Kunst ist aber die ständige Neuerfindung des Rades, sonst ist es keine Kunst, nicht wahr?

Die "moderne Form" von Fan-Art geht darüber hinaus. Es geht dabei nicht um einen Nutz-Effekt, sondern um eine Maximierung eines illusorischen Nacherlebnis-Effekts. So nach dem Motto (Achtung Provokation): "Der Film war soooo toll, daher male ich die Figuren weil ich die deshalb auch toll finde, und freue mich wenn andere mit gleicher Erlebnis-Situation das ebenfalls so empfinden". Oder: "Der oder die Schauspieler/-in ist sooo ein toller Typ, aber so unerreichbar, daher male ich sie oder ihn". Derselbe grundsätzliche Effekt wie bei Fanpostern, Autogrammen und Star-Fotos, nur eben intensiver und persönlicher. Vielleicht vergleichbar wie die Steigerung von "gut Essen gehen" zu "selbst ein tolles Rezept kochen" - aber eben immernoch kein "ich habe dieses tolle Rezept selbst kreiert".

Beitrag: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :) - 17.12.2013, 22:53 GoldSeven hat geschrieben:
Komischerweise wird liebevollen Abzeichnern von Luke Skywalker immer viel eher mangelnde Kreativität vorgeworfen als liebevollen Abzeichnern von Tieren oder Blumen... vielleicht, weil letztere eher als "Studien" anerkannt sind und ersteres als altersungemäße Schwärmerei oder schlimmstenfalls als Drücken vor der hohen Kunst der Aktstudien?

Nehmen wir mal als Beispiel Tiere, geht aber auch mit Menschen und anderen Motiven: Es ist ein Unterschied, ob man Fury malt, weil man das Pferd damals in der Serie so toll fand, oder irgendein unbekanntes Pferd aus anderen Beweggründen. Es ist ein Unterschied, ob man Lassie malt, weil man den Hund in der Serie so liebenswert empfand, oder weil man eine künstlerische, "höhere" Eingebung hat, das zu tun. Es ist ein Unterschied, ob man Flipper als reiner Fan malt, oder um mittels dessen Bekanntheit z.B. durch eine kreative Eigenumsetzung die Folgen des Treibnetzfischfangs künstlerisch zu verwerten.

Der Kontext ist jeweils ein vollkommen anderer, was meines Erachtens der Hauptgrund dafür ist, warum "Fan-Art" von vielen als keine eigenständige Kunstrichtung angesehen ist.

Nach oben 18.12.2013, 21:08 Nach unten

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Aaaaah, da kommen wir zu einem Thema, das wir bisher ausgespart haben!

Die Fantasy-Seite Elfwood hatte seinerzeit ein so schlichtes wie geniales Unterscheidungskriterium - Fanart basiert auf etwas Visuellem, das vorgegeben ist (Cartoon, Comic, Live-action Film, live action-Serie etc - alles, wobei das Aussehen einer Figur durch ein visuelles Medium vorgegeben ist, ob das Avatar ist oder die Schlümpfe. ;)

Alles, was zwar auf fremden Konzepten basiert und sich mit fremden Stories beschäftigt, aber nicht auf irgendwie gearteten visuellen Vorgaben, fällt für Elfwood unter Illustration.

Zitat:
Wer Fan-Art malt, reproduziert zumeist völlig uninspiriert Kreationen anderer Künstler oder Kulturschaffende, um damit das eigene Illusions-Erlebnis fortleben zu lassen.


Nein.

Zitat:
Wer Fan-Art malt, reproduziert Kreationen anderer Künstler oder Kulturschaffende, um damit das eigene Illusions-Erlebnis fortleben zu lassen.


Ja.

;)

Was ist denn Inspiration? Inspiration kommt immer von irgendwoher. Mein Gehirn produziert sie durch etwas, was es stimuliert hat. Gibt es also gute Inspiration und schlechte, minderwertige Inspiration? Inspiration ist etwas, was meinen Geist zum Schaffen treibt. Ist es gut, wenn es aus einer unbebilderten Shakespeare-Ausgabe kommt? Ist es noch gut, wenn Bilder drin waren, die mich beeinflussen? Ist es schon schlechter, wenn es eine Aufführung war? Ist schon richtig uninspiriert, wenn es Laurence Olivier in einer BBC-Verfilmung von Hamlet war, oder erst, wenn es Disneys "König der Löwen" ist? ;)

Ich würde eine Unterteilung in hoch- und minderwertige Inspiration nicht vornehmen wollen. Ich kann mit "Mein Kleines Pony" ebensowenig anfangen wie mit Jane Austen oder Blumen, aber dafür mit Star Wars, den Historien des Polybios und Theodor Storm. Das eine inspiriert mich, das andere halt nicht. So ist es doch bei jedem.

Uninspiriert, behaupte ich, kann kreatives Schaffen gar nicht sein. Nicht einmal eine Wanne voll kochender Popel.

Zitat:
Der Kontext ist jeweils ein vollkommen anderer, was meines Erachtens der Hauptgrund dafür ist, warum "Fan-Art" von vielen als keine eigenständige Kunstrichtung angesehen ist.


Eine Kunstrichtung ist die Fanart ebensowenig wie die Illustration, weil sie völlig andere Ziele und Ausdrucksformen hat. Von Kunstbegriff muss man sie sicher lösen. Wobei Andy Warhol da vielleicht anderer Ansicht wäre. Aber ob etwas Kunst ist oder nicht, hat meines Erachtens im Kern der Sache nichts damit zu tun, ob es inspiriert ist. Wobei man da sicherlich anderer Meinung sein kann. :)

Nach oben 18.12.2013, 21:43 Nach unten

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Beitrag: Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :) - 18.12.2013, 20:00 Cerberus hat geschrieben:
Ich sehe nicht mal im Abpausen ein Problem. Klar...das kann jeder... aber kann das auch jeder so ausfüllen, dass es auch echt aussieht?


Damit habe ich auch kein Problem. Wie bereits gesagt wurde, lernt man daraus. Zumindest vom Abzeichnen, ob man vom Abpausen auch was lernt ist eine andere Frage (...) Womit ich ein Problem habe ist, wenn jemand ein Bild, dass er "nur" abgezeichnet hat (wobei das "nur" absichtlich in Gänsefüßchen steht, ich hab ja nix gegen das Abzeichnen an sich :wink:) später als seine eigene Idee ausgibt und dafür die Lorbeeren erntet. Meiner Meinung nach sollte man (auch dem anderen Künstler gegenüber) fair bleiben und immer die Quelle, falls es eine gibt, angeben.

Beitrag: Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :) - 18.12.2013, 21:08 Adrian hat geschrieben:
Erst das intensive positive Erlebnis des Films, und damit die Akzeptanz der Illusion als Teil der eigenen Wirklichkeit, lässt das Bedürfnis entstehen, die Charaktere und Szenen auch nach Ende des Films selbst in Form eigener "Kreationen" weiterleben zu lassen.


Aber was ist daran falsch? Ist es nicht (auch aus Sicht des Produzenten) der Sinn eines Films, die Zuschauer zu berühren? Sie dazu aufzuforden sich, in welcher Weise auch immer, mit dem Thema zu beschäftigen? Ein Film verfehlt doch sein Ziel, wenn man ihn sich ansieht und hinterher nichteinmal darüber spricht, weil er einen nicht im Geringsten berührt hat. Normalerweise fragt man sich doch immer nach einem Film "Warum hat er das in der Situation gemacht?" "Was passiert nachdem der Bildschirm schwarz geworden ist? Bleibt alles so wie es ist?" Bei einem Buch ist es doch genau das Selbe. Es gibt auch von "Fans" fortgeführte Geschichten zu Büchern. Das ist ihre Art der Verarbeitung und unsere ist es, diese Worte in Bilder zu fassen. Oder?

Nach oben 18.12.2013, 22:07 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :)
Beitrag: Re: Eine kleine Verteidigung der "Fanart" :) - 18.12.2013, 09:54 nihilas hat geschrieben:
Hallo,

Ich habe jetzt schon öfters gelesen, dass die alten Meister Modelle hatten, die für sie posiert haben, und Raster benutzt haben. Das stimmt aber nur halb. Bist Du Dir da ganz sicher?

In Wahrheit wäre es garnicht möglich gewesen, die ganzen Historiengemälde zu schaffen ohne etwas "zu erfinden", wäre schon alleine schwierig gewesen die ganzen anatomisch inkorrekten, idealisierten, Modelle zu finden. Woher weißt Du das so genau?

Ist ja auch bekannt, dass Albrecht Dürer ein Raster eingesetzt hat. Da frage ich mich warum es von ihm nur stilisierte Zeichnungen und Gemälde gibt? Van Gogh hat glaube ich ein Glas oder sowas benutzt , da stellt sich mir die gleiche Frage. Wo sind seine Kopien der Wirklichkeit? Eine geschliffene Linse, aber das war nicht van Gogh...

Diese Dinge wurden zu Studienzwecken und zur Arbeitserleichterung benutzt denke ich, aber nicht um ein Modell zu kopieren und als fertiges Werk darzustellen...
Doch :D



Kleines Off-Topic sei mir an dieser Stelle gestattet, dann bin ich auch schon wieder weg...
Wenn Du mal das Werk GEHEIMES WISSEN von David Hockney gelesen hast, siehst Du Deine Aussagen in einem anderen Licht ... ich kann das Buch nur empfehlen. Du wirst erstaunt sein, mit welchen Hilfsmitteln früher gearbeitet wurde, um den Museumsschinken zu malen.

Nach oben 18.12.2013, 22:20 Nach unten
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