"Phantasie ist etwas, was sich manche Leute gar nicht vorstellen können." (Gabriel Laub)




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 Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke) 
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Beitrag  Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Vielleicht stellt sich noch jemand da draussen die Frage, ob Kunst "schön" sein muss? Schön? Was ist das überhaupt für Euch? Ist es einfach, dass ein Werk "gefällig" ist, harmonisch, dass das Auge nirgends anstösst und jeder es nett findet und es an die Wand hängen würde?
Ich persönlich suche in jedem meiner Versuche eine Harmonie, aber oft kommt mir vor, dass das nicht im Sinne der gefälligen Schönheit herzustellen ist, je nach Thema und Impuls, der verarbeitet wird.

Es geht mir hier in erster Linie um abstrakte oder stark abstrahierende Kunst und würde mich sehr über Eure Ansichten und Erfahrungen freuen!

Grüsse in die Kritzelwelt, Carmelita :eis:

Nach oben 26.07.2013, 20:42 Nach unten

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Das ist eine sehr schöne Frage und kann aber wohl nur subjektiv beantwortet werden.

Für mich ist ein Bild, welches provoziert- ob mit Disharmonie oder mit Aggression oder ein bestimmtes, aufwühlendes Thema aufgreift- schön.
Ich sah einmal eines, wo "Blut" die Leinwand herunter tropfte - in Anlehnung an Stuttgart 21 und den armen Mann, dem die Augen mit Wasserwerfern fast ausgeschossen wurden. Oder ein schwimmener Körper im Meer, der bereits ertrunken war.
Das war alles abstrakt... aber man wußte sofort, welche Aussage dahinter stand.
Und gerade dann würde ich es gerne an die Wand hängen.. egal, ob es zur Einrichtung passt.
Ich habe z.B. zu Olympia in China einen Tibet-Mönch grob dargestellt - hinter Gittern.

Also so rein abstrakt, d.h. mit Farbflasche spritzen und nach Effekten suchen... ist eben nicht so mein Ding.. aber wie gesagt: das sieht jeder anders.. und das ist auch gut so.

"Gefällig" gefällt mir nicht - eher im Gegenteil :rofl:

LG
Monika :winken:

Nach oben 27.07.2013, 10:48 Nach unten

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
schönheit liegt ja immer im auge des betrachters, wie es so schön heißt :wink:

ich finde nicht, dass schön ein MUSS ist, denn das sieht ja jeder eben anders.
denke auch, dass mancher künstler eher auf die botschaft setzt, die er vermitteln möchte.
ich denke mir manchmal: ok, muss ich jetzt nicht verstehen, gefällt mir auch nicht, aber ok, jedem das seine. bei manchem finde ich auch, dass es (für meinen geschmack) zu weit geht.

aber ok, ich bin offen, MIR muss ja nicht alles gefallen. :wink:

ich selber würde auch nur das machen, was mir gefällt und ich persönlich schön finde. so macht das wohl fast jeder. bei anderen steht dann vielleicht eher eine provokation im vordergrund, oder eine andere bestimmte aussage...

ach, ich finde, jeder soll machen, wie er will. gibt für alles liebhaber und ich interpretiere kunst auch so, dass eben jeder sich ausleben kann und das tun, was er mag!

Nach oben 27.07.2013, 13:43 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Bei mir gibt es nur wenn ich Ausstellungen die Betrachtungsweise "gefällt mir" und "gefällt mir nicht" das können Blumen sein oder auch Brutale Bilder, was ich überhaupt nicht haben kann wenn jemand absichtlich für Kunst leiden muss wie ein unsinniges Video zweiter Hähne die bis zum Tod kämpften in einem Käfig im KZM in Karlsruhe vor über 10 Jahren, sowas will ich nicht sehen.
Ich male auch gerne Abstrakt habe auch ein Bild mal über eine Behinderung von mir gemalt mit nicht so schönen Darstellungen in Dunklen Farben und Blutrot, diese Bilder bleiben bei mir aber unter Verschluß nur für mich und wird die Kundschaft nie sehen, da sie das Bild verschrecken würde, aber sonst setze ich mich gerne mit den Themen auseinander die uns Künstler bewegen wie Genmaiß oder Wasserverschmutzung da mal ich gerne mal aber wie gesagt die Bilder bekommt dann nur ein enger Kreis zu sehen, nicht die breite Masse.
Extra gefällig malen tu ich aber nicht, wenn ich einen Auftrag habe male ich wie es der Kunde wünscht, er zahlt ja schliesslich dafür, da mach ich eine Trennung im Kopf.
Das eine Mach ich fürs Geld das andere für mich.

Auf der anderen Seite denk ich mir, wenn nur jeder so malt wie es dem anderen gefällt haben wir bald nur noch ein Blütenmeer in den Ausstellungen, ich will das nicht, ich will denken, überlegen, grübeln mich auseinandersetzen mit Kunst, diskutieren, reden, streiten, was schön finden, loben... Kunst soll bewegen

Nach oben 27.07.2013, 15:14 Nach unten

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Eure Antworten haben mich sehr zum Nachdenken gebracht. Natürlich ist "schön" subjektiv, das glaube ich auch, und dennoch erlebe ich es immer wieder wie jemand sagt: Das ist keine Kunst, das ist nicht schön, das hat keine Harmonie.

Ich selber frage mich beim Betrachten auch manchmal: ist das wirklich Kunst? Zum Beispiel wenn kleine Kinder oder sogar Tiere als hochtalentierte Künstler vermarktet und ihre Werke für zehntausende Dollar oder Euro verkauft werden, weil sie mit Farbe an den Füssen über eine Leinwand gewatschelt sind...
Da komme ich nicht mehr mit.

Mir scheint auch, dass es um eine Botschaft geht und dass die eben manchmal einfach nicht "schön" und harmonisch ist, und darum nicht so dargestellt werden kann.

In wie weit ist Malen ein "Handwerk", dass man lernen kann und muss (durch Kurse, abzeichnen, kopieren) und wie weit ist es ein innerer Prozess, in dem jeder Künstler zu "seinem" kommen muss? Mich würde als kompletter Laie auch interessieren, was "studierte" und "diplomierte" Künstler dazu sagen, bzw. Künstler, die ausstellen als Künstler "anerkannt" sind (ob mit oder ohne Ausbildung).

Nach oben 28.07.2013, 14:23 Nach unten

Stifte/Tusche/Aquarell

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Ich bin weder eine studierte, deplomierte oder "anerkannte" Künstlerin und doch bezeichne ich mich selbst als Künstlerin. Warum?
Weil ich den Dingen die ich zeichne meine Sicht der Dinge aufdrücke, mein Empfinden bei eben diesem Motiv.
Nimm z.B. den Begriff Liebe und bitte Künstler ihn auf ihre Weise darzustellen. Du wirst sehen jeder wird ihn anders interpretieren.
Künstlersein ist auch ein inneres Müssen sich auszudrücken, es steht vor und über allem.
Ich merke gerade wie schwer es ist auszudrücken was ich meine.
Meine Meinung ist auch das Kunst nicht geht ohne Handwerk. Wenn ich das Handwerk beherrsche kann ich die Bilder die ich im Kopf habe darstellen.
Ist alles ein bischen wirr was ich hier schreibe aber ich kann es nicht besser ausdrücken.
Wenn jemand Paula Becker-Modersohn kennt, sie hat das ganz gut erklären können.
LG Tanja

Nach oben 28.07.2013, 15:03 Nach unten

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Die Frage ist, was will die Kunst? Will die Kunst überhaupt etwas Bestimmtes? Und will ich das auch?

Zu ersten Frage habe ich neulich einen fantastischen Aufsatz von Stephen Hicks gelesen, der eruiert, "Warum Kunst hässlich wurde". Für mich der ultimative Artikel zur Entwicklung der Kunst ab der Jahrhundertwende.

Die zweite Frage beantwortet der Artikel so nicht - die wenigsten hier malen nach den Regeln der postmodernen Kunst. Es gibt sie also noch, die alte Kunst, die noch nicht hässlich ist. Sie erzielt weniger hohe Preise bei Sotheby's als ein Pissoir oder eine verdreckte Badewanne, aber sie wird von erheblich mehr Leuten gemacht, gemocht, und gekauft. Ist sie dadurch besser? Nein. Schlechter? Auch nicht. Nur anders. Die Welt der Postmoderne hat sich vom "normalen" Markt dessen, was Leute sich ins Wohnzimmer hängen, komplett entfernt.

Will ich das auch? Das muss jeder für sich entscheiden. Will ich postmodern die Kunst entblättern, entfremden? Oder will ich etwas machen, was mir gefällt?

Ich als Künstler mache das, was ich mag, und habe das Glück, dass andere es auch mögen. Vor über hundert Jahren schrieb Edward Burne Jones: "I mean by a picture a beautiful, romantic dream of something that never was, never will be - in a light better than any light that ever shone - in a land no one can define or remember, only desire - and the forms divinely beautiful - and then I wake up, with the waking of Brynhild." Das ist das Selbstverständnis der Künstler vor der Moderne, das mir sehr nahe steht und dem ich mich auch verbunden fühle. Dass Bilder dieser Art - wegen ihrer Popularität und wegen der großen Entfernung zur postmodernen Stilrichtung - von der ernstzunehmenden, großen Kunstwelt gerne in die Kitschecke abgeschoben werden, damit lebe ich. Leicht.

Nach oben 28.07.2013, 16:09 Nach unten

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
...vielleicht muss man sich auch fragen: was ist überhaupt kunst?
und dazu wird es bestimmt auch 100 meinungen geben.

ich finde es nicht aufregend und schon gar nicht handwerklich bewundernswert, wenn jemand ne offene dose tomaten an die wand wirft. toll. bravo. kann ich auch. dazu gehört für mich keine kreativität oder sonstiges dazu. das kann jeder. für manche mag das aber gaaanz toll und künstlerisch wertvoll sein... :hmm:

ich denke, man kann das gar nicht so genau beantworten...

Nach oben 28.07.2013, 17:28 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
kunst muss nicht schön sein im sinne von lieblich oder gefällig. wenn kunst irgendeinen anspruch erhebt, etwas mit dem leben zu tun zu haben - das leben ist auch nicht immer schön und lieblich.
auf der handwerklichen ebene gibt es selbstverständlich kriterien für gute abstrakte bilder, wobei gut jetzt nicht zwingend schön sein muss, und die sind denen realistischer bilder gar nicht so unähnlich.

andere dinge als malerei kann man mal verstehen, mal auch nicht, und bei vielem kann man sich tatsächlich fragen, soll man das kunst oder nur eine mehr oder weniger provokante/originelle provokation nennen.

carmelita hat geschrieben:
In wie weit ist Malen ein "Handwerk", dass man lernen kann und muss (durch Kurse, abzeichnen, kopieren) und wie weit ist es ein innerer Prozess, in dem jeder Künstler zu "seinem" kommen muss?


für mich unbedingt beides! je mehr handwerk man beherrscht, desto besser ist man in der lage, auch genau das zu schaffen, was man schaffen und ausdrücken will.

Nach oben 28.07.2013, 17:50 Nach unten

Bleistift, Pastell, Buntstift

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Ich verstehe abstrakte Werke nicht, von daher würde ich mir jetzt da auch kein Urteil anmaßen. Mir fehlt dazu irgendwie der Zugang. Mag sein, dass mir manchmal die Farbzusammenstellung gefällt, aber mir fällt es schwer Dinge darin zu sehen, wie es viele andere hier können. Für mich sind das dann einfach nur schöne Farben. :hmm:
Aber warum soll abstrakte Kunst nicht schön sein? Wie kann etwas nicht schön sein, was aus dem Innersten kommt? Kunst ist doch nur das was unsere Seele widerspiegelt.

Auch die Frage "was ist Kunst" kann man, glaube ich, nicht wirklich beantworten. Ich selber bezeichne mich auch nicht als Künstler :hmm: Meine Zeichnungen sind Ausdrücke von Stimmungen die mich gerade beindrucken. In einer Gesellschaft in der Gefühle offen quasi verboten sind, scheint mir das die einzige Möglichkeit zu sein diese herauszulassen. Aber ob das Kunst ist, das Urteil lasse ich dann doch lieber andere fällen. Ich freue mich einfach wenn mein Bild jemandem gefällt. :D

Nach oben 28.07.2013, 18:13 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Ich glaube, daß muß jeder für sich selbst entscheiden, was gefällt, was wichtig ist- schön, harmonisch oder aufwühlend, beängstigend etc oder beides.
Nur wenn man Bilder malt, sollte man versuchen bei sich bleiben und da ist es auch egal was entsteht.
Es ist eben das, was es ist.
Und ob es anderen gefällt oder nicht...siehe oben.
Grüße
Eva :winken:

Nach oben 28.07.2013, 18:24 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Kunst ist für mich, wenn jemand neues Schafft nicht andere Kopiert, sich unterumständen zwar anlehnt aber nicht kopiert und nachmacht, diese Leute sind für mich einfach nur moderne Scannkopiergeräte....

Sein Handwerk sollte man in jedem Beruf beherrschen, zumindest ein wenig über die Zusammensetzung von Farben, was Papiergewichte bedeuten und was man an Chemikalien zusammen Mischen kann ohne das die Stafflei umfällt, das ist auch hilfreich wenn man das was man im Kopf hat dann auf Papier bringen möchte.

Ich denke man ist entweder zum Künstler geboren oder berufen, aber anlernen .... finde ich schwierig da man in der Schule und im Studium eher verdorben wird, denn dort darf man sein eigenes Ich nicht zum vorschein bringen lassen, drum bin ich immer in der Schulzeit mit Lehrkräften aneinander geraten. In der Schule ist der Baumstamm Braun in der Malerei aber nicht da ist er unterschiedlich je nach dem wie die Sonne drauf fällt usw.

Meiner einer ist Autodidakt bilde mich aber viel mit Fachliteratur weiter nicht mit einfachen Malbüchern die es zu hauf gibt sondern richtige Literatur, Farbzusammensetzung usw..., und als Kind war ich mehr in Ausstellungen als irgendwo beim Eislaufen oder im Kino, schon als kleiner Tropf im Kindergarten guckte ich mir lieber Bilder Stundenlang von Spitzweg an als irgendwo dem Lego hinterher zu rennen, und seit ich denken kann habe ich Stifte in der Hand allein schon der Geruch erhöht meinen Pulsschlag und ich muss Zeichnen bzw. malen. Im Netz zeige ich nur einen Bruchteil da ich ständig kopiert werde und das geht mir auf den, also nahm ich das meiste wieder aus dem Netz...

Auch will ich in meinen Arbeiten ausdrücken was sich in der Welt tut und ein Teil der Geschichte zu sein was mir auch schon ein wenig gelungen ist in 2 Archiven liegen unterlagen zu mir mittlerweile mein Name wird also nicht vergessen. Dabei ist mir das Geld vollkommen unwichtig. Was aber nicht heisst das ich Ausstellungsräume gegen Geld miete oder gerne wo draufzahlen will und auch nicht mach.

Will auch die Seher und Besucher meiner Arbeiten anregen zu reden oder sich mit meinen Arbeiten auseinader zusetzen ohne groß mit Fachsimpelein die Leute zu nerven, denn nicht jeder weis was Ponge bei Seide ist oder warum die Schwere eines Aquarellpapiers entscheident ist.

Ich achte aber jeden der etwas tut hauptsache die Welt dreht sich.

Ups jetzt hab ich ein wenig ausgeholt.

Nach oben 28.07.2013, 19:25 Nach unten

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Es kommt vielleicht einfach auch darauf an, wie man an ein Werk herangeht.

Manche Künstler wissen genau, was sie schaffen wollen, wenn sie anfangen. Sie haben etwas im Kopf und nutzen dann ihre Technik, an ihr Ziel zu gelangen. Ich denke vor allem an "realistische" oder gegenständliche Werke. :lehrer:

Man kann aber auch einfach anfangen, intuitiv, ohne Projekt und konkrete Vorstellung. Sogar ohne Thema. Man lässt sich führen von dieser inneren Intuition, bis man selber aus der Distanz erkennt, was das Bild sein und sagen will.

Dieser Weg scheint mir persönlich der spannendere. Ich es mir zum Beispiel sehr schwer vor, so etwas wie Auftragsbilder herzustellen.

Eben hat mir eine Bekannte gesagt, der ich mein erstes Bild gezeigt habe: Achte auf den Prozess und denke nicht an das Resultat. Das macht Sinn für mich. Aber es ist ein Sprung ins Leere, eine Mutprobe, jedes Mal. :sterne:

Nach oben 28.07.2013, 21:43 Nach unten

Acrylmalerei

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Hallo Carmelita, hallo die Runde

Malen nach Plan vs. Malen frei Schnauze ohne Plan – bei mir ist es ein Weg dazwischen (meistens).
Ich mache kleine Skizzen, bis ich sicher bin, dass mir eine Komposition gefällt. Diese übertrage ich nach Augenmass, manchmal auch mit einem Projektor auf die Leinwand .
Die Farben plane ich meist nur ungefähr, mit Buntstiften.
Aber bein Malen will ich nicht Sklave der Skizze sein – es muss ein Prozess sein, der auch einschliesst, dass sich das Bild woanders hin entwickelt, als ursprüglich gedacht war!
Das ist das Faszinierende an abstrakter Kunst, dass ein Teil der Gesetze, denen sie folgt, in ihr selber steckt.
(Schwer zu beschreiben – andere konnten das besser.)

Ob dann relativ «massentaugliche» Schönheit entsteht, oder ob sich Farben und Formen auch reiben, hängt sicher mehr vom Malenden ab, von seiner momentanen Verfassung, und auch vom künstlerischen Weg, den er bisher gegangen ist.
Ich versuche zum Beispiel immer wieder, die vertrauten Lieblingsfarben beiseite zu lassen und mit mir fremden, sich sperrenden Farben und Klängen zu malen.
DAS führt zu Bildern, die sogar mich selber überraschen und faszinieren, die mich auf dem Weg weitertreiben …
scalpello

Nach oben 28.07.2013, 23:09 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Wenn ich male dann entweder mit einer Idee einem Bild im Kopf oder frei, speziell wenn ich noch Garbreste habe die zum Aufheben zu wenig sind aber für ein kleines Bild noch reichen, bis hin zu ganz wilden Bildern o ich Hände zum malen benutze statt Spachtel oder Pinsel, und auch die Verrücktesten Materialien verarbeite aus Küche und Werkzeugkiste, was neues noch nie da gewesenes probier ich gerne aus, gut ab und zu ist auch mal was daneben, aber ich will nicht Perfekt sein

Nach oben 29.07.2013, 08:53 Nach unten

Mischtechniken

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Beitrag: Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke) - 28.07.2013, 18:24 julity hat geschrieben:
Ich glaube, daß muß jeder für sich selbst entscheiden, was gefällt, was wichtig ist- schön, harmonisch oder aufwühlend, beängstigend etc oder beides.
Nur wenn man Bilder malt, sollte man versuchen bei sich bleiben und da ist es auch egal was entsteht.
Es ist eben das, was es ist.
Und ob es anderen gefällt oder nicht...siehe oben.
Grüße
Eva :winken:

da kann ich mich nur anschließen... "Schönheit liegt im Auge des Betrachters,"
heißt es so passend... darum gibt es nach meiner Meinung keine befriedigende
Antwort auf diese Frage...

Nach oben 29.07.2013, 12:09 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Das Problem mit dem Begriff "schön" ist - wie oben durch einige schon beschrieben - eine Individualität der Wahrnehmung und auch eine gewisse Definitions-Oberflächlichkeit durch die Gesellschaft.

Wenn man "schön" durch "ästhetisch" ersetzt, wird die Frage schon interessanter.

Tiefgründiger betrachtet ist nämlich auch das Böse und Hässliche "schön", wenn man "Schönheit" wie in der mittelalterlichen Ästhetik mit "den Kategorien des Wahren und Guten gleichsetzt. Da Schönheit als Vollkommenheit definiert wird, besitzen Schönheit auch die geringsten Dinge, auch die Materie an sich, auch das Böse und Hässliche, denn sie haben ihren Platz in der hierarchisch geordneten Gesamtheit der Schöpfung."

So auch und insbesondere in der Kunst: Jedes Kunstwerk ist genau so, wie es sein muss, und zwar nicht, weil man das so will, weil man eine willkürliche Wahl hätte, sondern weil man als Künstler gar nicht anders kann als es jeweils unter der Prämisse aller äußeren und inneren Einflüsse so zuzulassen, wie es dann letztendlich ist. Alles andere halte ich für eine Illusion. :wink:

Vor allem in der Kunst ist dies sehr spannend und auch sehr tiefgründig, da es hier, und nur hier, zudem das Phänomen eines Paradox der Hässlichkeit gibt:
"Der Begriff Paradox der Hässlichkeit geht auf den Philosophen Nelson Goodman zurück. Es handelt sich um das Phänomen, dass Gegenstände und Kunstwerke, die nach üblichen ästhetischen Maßstäben als „unschön“ oder „hässlich“ empfunden werden müssten, durchaus einen ästhetischen Reiz ausüben können. Dieses Paradoxon zeigt sich in Ausdrücken wie „schaurig-schön“ sowie in ästhetischen Urteilen wie: „Mir gefällt das Schräge in dieser Musik“ oder „Gerade die Brüche und Asymmetrien in dem Design gefallen mir“. Das Paradox der Hässlichkeit beschreibt zugleich den umgekehrten Fall, dass bestimmte Dinge, die sich durch bestimmte „schöne“ Merkmale auszeichnen, als „kitschig“, „glatt“ oder „ästhetisch aufdringlich“ empfunden werden: „Sie sind zu schön, um (wirklich) schön zu sein“."

:winken:

Nach oben 29.07.2013, 12:47 Nach unten

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Beitrag: Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke) - 28.07.2013, 21:43 Carmelita hat geschrieben:
Eben hat mir eine Bekannte gesagt, der ich mein erstes Bild gezeigt habe: Achte auf den Prozess und denke nicht an das Resultat. Das macht Sinn für mich. Aber es ist ein Sprung ins Leere, eine Mutprobe, jedes Mal.

Nun, eigentlich ist es nur dann eine Mutprobe, wenn man an das Ergebnis gewisse Anforderungen stellt... und Angst hat, dass diese nicht erfüllt werden können. Und dies zeigt schon irgendwie dass du eine Vorstellung davon hast, was ein gelungenes Bild so alles haben muss... egal ob "schön" oder "unschön".

Und klar kann man den Prozess (z.B. aus eigentherapeuthischen Gründen) über das Resultat stellen. Aber ich glaube nicht dass dies jetzt der Aspekt ist, der Kunst von Nichtkunst unterscheidet.

Ich persönlich liebe das Spiel von Licht und Schatten. Ich brauche keine 100%ig realistische Komposition oder Farbgebung, da darf es auch ruhig mal etwas "schräg" zugehen. ;) Wenn das Motiv aus dem Malgrund hervorzutreten und das Bild farblich im Einklang zu schwingen scheint, dann bin ich zufrieden. Und so musst du auch deinen eigenen Weg finden... was andere sagen ist total egal.

Nach oben 29.07.2013, 15:40 Nach unten

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
was ist eigentlich kunst , und was ist schön?

beides begriffe die wohl jeder für sich definiert. und das ist gut so.

auf die frage : warum malst du? würde ich jedenfalls antworten: weil ich ein bild machen will !

dieser ganze schwachsinn, was man darf und was nicht. ob man jetzt bloss "moderner scanner/kopierer" ist oder doch etwa "vollblutkünstler" ist sowas von belanglos und dient nur dazu einzelne personen sich über andere erheben zu lassen aufgrund irgendeiner sichtweise o.ä. !

ich persönlich komme mit modernem gekleckse überhaupt nicht klar! große weiße leinwände die mit farbe voll geschüttet werden während der "künstler" dabei nackt ist und hinterher 4h lang irgendwelchen pseudophilosophischen mist dazu von sich gibt.....
Anschliessend werden dann diese Teile für 80000 dollar verkauft... *lach

da hat mir der "banky-film" sehr die augen geöffnet.....über den sog. "kunstmarkt" ;-)

soll doch jeder malen/zeichnen etc. wie er will und auf welche weise er will ! hinterher ist dann eben ein bild dabei rausgekommen - und dass ist dann das einzige was zählt! weder der weg dahin , noch die philosophie dazu noch irgendwelcher marketing-mist.

das bild kann dann jeder sehen, sich seine meinung dazu bilden....und gut ist.

das ganze sinnlose philosophische gequarke drumherum ist mühseelig, ermüdend, langweilig und nutzlos !

just my 50 cent

Nach oben 14.11.2014, 16:51 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Muss Kunst "schön" sein? (Kriterien für abstrakte Werke)
Hallo Matthias,

ich kann Deine Ansichten über abstrakte Kunst nicht teilen. Sicher hat abstrakte Malerei viel mit dem Prozess an sich zu tun, aber Dein Beispiel ist nicht exemplarisch. Harmonie, Spannung, Überraschung, solche Kriterien fließen sehr wohl in eine abstrakte Komposition ein. Gut, nicht jeder mag sich auf eine so ungewohnte Art des Sehens einlassen, das ist aber kein Grund, das Ganze runter zu machen.

LG Claudia

Nach oben 14.11.2014, 17:19 Nach unten
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