"Kunst ist das, was übrigbleibt, nachdem alles an ihr bis ins letzte analysiert worden ist." (Martin Kessel)




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 Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...? 
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Beitrag  Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Vorab ein kleines Quiz: Was haben diese drei positiven Ratschläge gemeinsam?
- "Lies unbedingt viele Bücher, wenn Du ein guter Maler werden willst."
- "Schau Dir Videos an, dort lernst Du wie es geht."
- "Kurse, Kurse, Kurse - das kann ich nur jedem empfehlen".

Und was haben diese drei negativ-formulierten Ratschläge gemeinsam?
- "Aus Büchern lernt man nichts, nur die Praxis zählt."
- "Über Videos gucken lernt man nicht zu malen."
- "Kurse sind Zeit und Geldverschwendung, es reicht wenn man selbst übt".


Man liest obiges oder vergleichbares sehr häufig, auch hier bei Kritzelmeister. Den wenigsten Ratgebern ist dabei klar, dass ihre persönliche Art zu lernen nicht auf alle anderen Menschen übertragbar ist. Noch schlimmer: Viele Lernwillige wissen gar nicht, auf welche Art sie am effektivsten lernen.

Das Stichwort hierzu lautet "Lerntypus"

Je nach persönlicher Veranlagung eignen sich die jeweiligen Lernmethoden und Medien mal sehr gut, und mal überhaupt nicht. Man kann daher entsprechende Tipps wie z.B. ein gutes Buch nur an solche Maler weitergeben, die generell mit Büchern gut lernen.

FINDE DEINEN LERNTYP:
(welche Aussagen treffen zu?)

Lerntyp 1:
- Ich kann Vorträge / Präsentationen gut wiedergeben.
- Ich höre gerne Hörbücher etc.
- Ich erinnere Melodien gut.
- Ich lerne z.B. Zitate am Besten laut.

Lerntyp 2:
- Ich bewege mich oder laufe beim Lernen.
- Ich experimentiere gerne.
- Ich kaue Kaugummi oder esse beim Lernen.
- Ich kann Anleitungen gut lesen und umsetzen.

Lerntyp 3:
- Ich rede gerne und viel.
- Ich behalte Infos in Gesprächen gut.
- Ich stelle oft Fragen zu Material oder Technik.
- Ich übe und lerne gerne mit anderen, z.B. in einem Gruppenkurs.

Lerntyp 4:
- Ich kann mir Bilder, Skizzen, Tabellen leicht einprägen.
- Ich träume farbig und detailreich.
- Ich lese gerne und kann Gelesenes gut wiedergeben.
- Ich mache mir viele Notizen beim Lernen und Experimentieren.

Alle mit JA beantworteten Fragen zeigen die stärksten Lerntypen an:

Lerntyp 1: Auditiver Lerntyp
Lerntyp 2: Haptisch-Motorischer Lerntyp
Lerntyp 3: Kommunikativer Lerntyp
Lerntyp 4: Visueller Lerntyp


Das bedeutet:

Auditiver Lerntyp:
Gehörtes wird leicht aufgenommen, behalten und wiedergegeben. Videos mit guterklärendem Audio-Teil, eloquente Mallehrer, Notizen mittels Diktiergerät etc. sind angeraten.

Haptisch-Motorischer Lerntyp:
Diese Lerner brauchen die Aktion, Bewegung, Handlung im Lernprozess. In Form von Experimenten prägen sich diesem Lerntyp Informationen am besten ein. Spezielle Techniken üben üben üben, Skizzenbuch führen, Farbmusterkarten anlegen, Farbstudien, Motivstudien erstellen, etc.! "Learning by doing" sowie "Try and Error" ist hier die zielführendste Methode, sowie konkrete Anleitungen zur Umsetzung.

Kommunikativer Lerntyp:
Für diesen Lerntyp steht der Austausch mit anderen im Vordergrund. Diskussion und Interaktion beleben den Lernvorgang. Nutze das Forum für alle Deine Fragen und Probleme ausgiebig und ohne Scheu. Ziehe reale Treffen in Betracht, z.B. in Künstlertreffs, Kunstvereinen und kommunikativen Kursen.

Visueller Lerntyp:
Betrachten und Beobachten bringen diesem Lerntyp Erfolg. Videos, Malvorführungen und bebilderte Einzelschritt-Anleitungen helfen diesem Lerner am meisten. Als Medium eignen sich sowohl Videos, Kurse mit aktiv-malenden Lehrern, als auch gut bebilderte Bücher sowie gute Texterklärungen.


Professionelle Präsentationen sowie gute Kursleiter und Mallehrer werden dabei immer versuchen, möglichst ALLE unterschiedlichen Typen zu berücksichtigen: Durch direktes Vormalen (visuell), das Einzelgespräch (auditiv), das Gruppengespräch (kommunikativ), das direkte Demonstrieren (visuell-haptisch), per Frage und Antwort (kommunikativ-auditiv), mit leicht einzuprägenden Sprüchen und Eselsbrücken (auditiv), mit konkreten Malaufgaben und freiheitlicher Umsetzung (haptisch), sowie Begleitbroschüren und schriftliche Zusammenfassungen (visuell-haptisch).

Wie sind Deine Erfahrungen? Ist das für Dich neu, oder bereits bekannt? Wie gehst Du jeweils damit um, wenn Dich jemand um einem Ratschlag bittet? :winken:


Signatur


Nach oben 23.12.2012, 00:03 Nach unten

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
hier zähle ich mich zu dem visuellen Lerntyp. :kugelsanta:

Nach oben 23.12.2012, 00:39 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Mischtyp :-). Visuell und haptisch-motorisch: Lesen und üben :grins: . Und bloß nicht kommunikativ, jedenfalls nicht beim Lernen - noch nie gewesen.

Ratschläge? Muss wohl jeder für sich selbst rausfinden.

Nach oben 23.12.2012, 00:53 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Hallo Heidi,
visuelle Lerner werden die meisten Mitglieder hier bei Kritzelmeister auf irgendeine Weise sein, allein schon weil die hiesigen Inhalte diese Typen am meisten ansprechen (insbesondere Maler!).

Zumeist überscheiden sich aber auch mehrere Bereiche in unterschiedlichen Ausprägungen. Bei mir ist das z.B. die Reihenfolge 4-2-3-1 in absteigender Effizienz. Das heißt ich lerne visuell und haptisch am schnellsten, kommunikativ gut, und rein auditiv zwar auch aber vergleichsweise am ineffizientesten.

Auf diese Art kann man sich darauf sensibilisieren, welche Methoden einen am schnellsten Vorwärts bringen, und gleichzeitig auch bewusst machen, dass die eigenen Lernmethoden für andere Mitglieder nicht unbedingt gleichermaßen geeignet sind.


Huhu Christiane,

ja das mit den Ratschlägen ist immer so eine Sache :D. Gute Ratschläge an sich sind wunderbar, wenn man diese nicht rein aus der eigenen Perspektive formuliert. Mit dem Wissen, dass für andere Menschen Lernmethoden sinnvoll sein können, die einem selbst komplett widerstreben, lassen sich Ratschläge und auch Inhaltsdiskussionen etwas differenzierter angehen. Man kennt das ja von Bücher-Rezensionen und Leserkommentaren: Der eine findet die Texte im Buch total hilfreich, dem anderen fehlen hingegen bebilderte Inhalte für seine konkrete Lernausrichtung. Das macht das Buch nicht "besser" oder "schlechter", allerdings für die einen Leser "tauglicher" als für andere.

:winken:

Nach oben 23.12.2012, 01:03 Nach unten

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Hallo Adrian , natürlich Lerntyp 2 gehört ja auch dazu sonst hätte ich ja noch nie ein Bild gemalt :logisch:
Ich dachte man müsste sich hier auf eine Richtung festlegen. :4advent:

Nach oben 23.12.2012, 02:03 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Hallo Adrian,

Du hast vollkommen recht - und doch nicht!

Die Stichworte lautet nämlich auch noch: "Qualität", "Alles zu seiner Zeit" und "Es muss passen".

Was nutzt mir das Wissen über den Lerntyp, wenn ich nur Bücher, Videos, Kurse bekommen, die mich nicht ansprechen, oder die einfach nur schlecht sind. Andererseite kann bei einem visuellen Lerntyp der einzige Kurs des Lebens den Durchbruch bringen und allen bis dahin und zukünftig gelesenen Büchern einen Sinn geben - oder umgekehrt.

Mein Rat daher: Probieren und Kombinieren, wenn man lernen möchte - mal ein Kurs, mal ein Buch, mal eine Videoanleitung ... man merkt dann schon, worauf es ankommt und was einen anspricht. Und wenn man Glück hat, gerät man an ein besonders gutes Buch oder einen Kursleiter, mit dem die Chemie stimmt.

Als Didaktiker lernt man natürlich auch, dass die Methoden und die Medien möglichst wechseln sollten, für ein optimales Ergebnis.

Die visuellen Kritzelmeister könnten noch viel mehr ihre Erfahrungen mit Bücher, Videos und Kursen weitergeben. A la Amazon-Rezenssion.

Und weil wir gerade bei guten Malkursen sind (das kommt ja hier wie gerufen) unsere Kurstermine 2013 sind online: http://www.kunstwerkstatt-olma.de diesmal in der Pfalz, im Schwarzwald und im Erzgebirge.

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 23.12.2012, 07:52 Nach unten

Stifte/Tusche/Aquarell

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Bei mir ist die Reihenfolge 3,4,2. wobei 3 sehr stark ausgeprägt ist und 4 und 2 nur in jeweils einem Punkt zutreffen. Diese Reihenfolge besteht aber schon seit ich zur Schule gegangen bin. Ich bemühe mich daher mir Möglichkeiten zu verschaffen so zu lernen. Schwer finde ich es gute Kurse mit guten Lehrern zu finden. Das funktioniert oft nur unter dem Ausschlußverfahren und das ist leider eine teure Angelegenheit. Mein letzter VHS Kurs z.B. entpuppte sich als wahre Goldgrube. Ich versuche jetzt bei dem Künstler als Schüler angenommen zu werden und wäre so was von froh wenn das klappen würde.
Im Kunstverein bin ich sowieso schon allein wegen der Kontakte nur Künstlerstammtisch scheitert leider an meinen Arbeitszeiten.
Vielen Dank Adrian für die Idee mit diesem Thema und frohe Weihnachten wünscht dir Tanja :winken:

Nach oben 23.12.2012, 08:13 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Ich bin eher der kommunikative und visuelle Lernertyp.
Habe zwar eine Menge Bücher, auch Lernbücher zu den Maltechniken, aber daraus kann ich allenfalls bzw. selten Inspirationen gewinnen. Und meistens fehlt mir auch die Zeit dazu, mich intensiv damit auseinander zu setzen. Bzw. ich nehme sie mir nicht richtig dazu, weil wieder vieles andere im Alltäglichen wichtiger ist.

Daher nutze ich lieber "Auszeiten" wie Kurswochenenden oder Malurlaub. Auch, weil ich da mit Gleichgesinnten zusammen bin und kommunizieren kann. Ich bin dann - meistens zumindest - eher beim Thema Malen und kann alles andere "ausschalten". Es macht außerdem Spaß, mal anderen Teilnehmenden bei ihren Arbeiten zuzuschauen. Oder aber auch mal den Lehrern.

Außer kleinen "Abstechern", die ich immer wieder mal versucht habe, bin ich mittlerweile auch in der Auswahl der Kurse etwas begrenzter geworden, was die Vermittlung von Maltechniken angeht. Aquarell bei A.M., der mich immer wieder zwingt, lockerer zu malen, Experimentelle Malerei bei M.H., der unermüdlich versucht, mir die richtige Pinselführung beizubringen und schlussendlich bei Veronika (Link von Wolfgang). Sie ist die einzige Dozentin in meiner Kurserfahrung, die sich auf faszinierende Weise auf die Maltechniken und -richtungen ihrer SchülerInnen einlässt und deren individuellen Stil fördert.

Der Austausch während der Kurse und auch im Anschluss daran (z.B. gemeinsamer Abend mit Essen und Gesprächen) lässt mich "im Thema" und zwingt mich meistens dazu, mal was anderes von sonstigen Verpflichtungen wahrzunehmen. Und...es macht einfach Spaß, in einer Gruppe zu malen.

Dennoch macht es auch immer noch Spaß, in einem Forum wie diesem teilzunehmen. Ist ja auch eine Form des Teilens einer Leidenschaft. Und mit Lern- wie auch Inspirationseffekt.

Nach oben 23.12.2012, 09:16 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
ich bin eher gemischt, wobei ich hier finde, dass sich 1 und 3 ziemlich ähneln (gutes merken von gesprochenem).

auf jeden fall bin ich sehr praktisch veranlagt. ich merke mir zwar gesprochenes oder geschriebenes dermaßen gut, dass ich kaum je für eine prüfung ernsthaft gelernt habe, aber dafür, dass es mir so richtig in fleisch und blut übergeht, brauche ich die praktische anwendung.

ansonsten schließe ich mich wolfgang an. adrian, du hast recht und auch wieder nicht.

da mir bewusst ist, dass dieser thread auch ein wenig mit mir zu tun hat, weil ich zu denen gehöre, die gewisse videos und gewisse techniken gewisser maler, die zwar sehr bekannt sind, von denen ich aber aus diversen gründen dennoch nichts halte ... aber vorsicht, ich habe niemals gesagt, aus videos/büchern/... kann man nichts oder nicht viel lernen, sondern aus videos und büchern eines oder von zweien ganz gewissen kann man nicht viel lernen. :grins:

das nachahmen gewisser hübscher techniken per video oder büchern, die einem nichts oder kaum was erklären, der sogenannte lehrer will hier nur SEINE technik (und natürlich jede menge teures material) verkaufen - was der schüler eigentlich für ein typ ist, was für diesen zielführend wäre, was dessen stärken und schwächen sind, interessiert hier überhaupt nicht - halte ich nicht für besonders zielführend und dabei bleibe ich auch.

das hat mal tiefergehend überhaupt nichts mit dem lerntyp zu tun, sondern mit qualität, ich habe das schon ausführlich begründet und tu es hier nochmal.

unter anderem auch deshalb, weil viele ergebnisse solcher versuche sehr eindeutig sind, man sieht überdeutlich, dass dem maler so gut wie jegliches wissen zu vertiefenden themen fehlt und dementsprechend ist auch das ergebnis.

kein ernsthafter lehrer wird einem blutigen anfänger einen pinsel und farben in die hand drücken und sagen, na mach mal, nach einem vorgefertigten muster. ich finde kurse, in denen 10 leute sitzen, die alle das selbe bild in der selben technik malen, einfach nur ätzend. das hat nichts mit qualität, individualität, kreativität oder persönlichem ausdruck zu tun. das ist ein konzern, ein massenbetrieb, da gehts ums geldmachen, nicht um individuelles, qualitativ hochwertiges lernen.
ein guter lehrer drückt nicht einer masse von menschen SEINE technik und SEINE motive aufs aug - und genau das ist es doch, was hier passiert, x tausende menschen malen äpfelchen mit tröpfchen oder tannenbäumchen -, sondern geht ganz individuell auf die schüler ein.

es geht hier auch um mehr als geschmacksfragen. qualität ist in jedem sujet und jeder technik erkennbar, das kann man anerkennen und respektieren. ich bewundere und respektiere z.b. sehr, wie der doc seine landschaftsbilder malt, aber niemals würde ich mir das in die gute stube hängen.

und noch was: durch diesen massen-einheitsbrei gehen talente verloren!
weil menschen, die sich dann eher auf diese techniken konzentrieren, weil sie nicht viel ahnung haben und ihnen niemand was anderes beibringt, jenen gewissen aber für eine autorität halten, weil er ist ja so berühmt, kommt im fernsehen, ist ja sooo lieb und blabla, meistens nicht das aus sich rausholen, was möglich wäre.
ich kenne eine frau, die mit BR anfing und das später auch selber unterrichtete, aber die bilder waren, naja... :grins: dann ging sie zu jener lehrerin, bei der auch ich war, und es ist wie ein wunder, was da erst aus ihr rausgeholt wurde. diese lehrerin hat sie zu ihren wahren, individuellen künstlerischen stärken geführt. das ist in keiner weise mehr damit vergleichbar was sie zuvor machte.

gut, wenn jemand meint, sein wahres talent sei es, mehr oder wenige hübsche landschaftsbilder mit den ewigen tannenbäumchen zu malen, seis drum. aber viele wissen doch gar nicht, was ihr wahres talent ist. und sie werden es auch nie wissen, wenn sie sich nur auf diese eine sache und technik beschränken.

es ist mir auch bewusst, dass hier eine gewisse beliebigkeit herrscht in sachen qualitätsanspruch, und dass die meisten hier kein künstlerdasein anstreben, sondern hobbymaler sind, die es hauptsächlich zum vergnügen oder zur entspannung tun. diese beliebigkeit mag ihre berechtigung in der hobbymalerei haben, hat sie aber nicht mehr, wenn man sich ernsthaft mit dem kunstbetrieb auseinander setzen will, oder wenn man gar eine karriere als künstler anstrebt.

ich mag dieses forum hier so wie viele andere auch sehr, es ist eine schöne, kleine, freundliche, warme welt mit vielen netten menschen hier. dennoch sollte einem bewusst sein, dass das hier nicht der kunstbetrieb ist, sondern etwas, wie es da draußen real nicht zugeht.
gibst du da draußen am kunstmarkt zu verstehen, dass du diese gewissen techniken nachahmst, bist du unten durch und basta.
oder habt ihr schon jemanden gesehen, der mit BR-techniken ein anerkannter oder gar berühmter künstler wurde, außer ihm selber? na eben... :grins:

wenn einem aber nicht daran gelegen ist, als künstler ernst genommen zu werden, sondern man wirklich nur aus spaß und freude malt und damit zufrieden ist, wenn die bilder hier im forum ein paar nette kommentare kriegen und von den weitgehend ahnungslosen familien und freunden bewundert werden, was ja ohne wenn und aber auch seine berechtigung hat, kann man sich solcher nachahm-techniken ohne tiefschürftende theorien natürlich bedienen und dabei vielleicht auch ein paar leidlich gute bilder zustande bringen. kunst mit qualität und individualität sollte man das aber besser nicht nennen.

seit hunderten oder tausenden von jahren wird menschen kunst beigebracht, dabei haben sich gewisse methoden und herangehensweisen als zielführend erwiesen. das ist sozusagen der qualitätsanspruch. wie komme ich dazu, ein qualitativ gutes bild zu malen.
WIE man diese dinge am besten aufnimmt und verarbeitet, das ist dann die sache mit dem lerntyp, also sollte man diese beiden dinge eher nicht miteinander verwechseln.

massenbetrieb kann gerade in der kunst niemals gut sein und bringt auch keine qualität hervor.
ganz unabhängig davon, welcher lerntyp man ist. :D

Nach oben 23.12.2012, 15:50 Nach unten

Öl, Acryl

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
ich kann mich eigentlich keinem dieser Lerntypen wirklich anschliessen.

Aber voll und ganz kann ich mich dem umfassenden Statement von Vera anschliessen.

Ich habe zwar nicht diesen hohen Anspruch an mich wie Vera, schliesslich bin ich noch voll berufstätig.
Ich finde es auch OK mal n' BR als Uebung von Nin zu malen, aber aufhängen oder hier präsentieren werde ich die wohl kaum.

Ich habe etwa 12 Malbücher, die meisten davon gekauft, weil sie unheimlich schöne Bilder präsentieren.
Aber lernen tut man von denen fast nichts.
Und die, von denen man wirklich etwas lernen könnte (z.B. Wehlte) sind halt knochentrocken, nicht farbig und wohl auch nicht jedermanns Sache.

Nach oben 23.12.2012, 19:30 Nach unten

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Hier geht es darum, was für ein grundsätzlicher LERNTYP man ist, also welche Art und Form der Informationsvermittlung man am erfolgversprechendsten für sich in Anspruch nehmen sollte. Es geht nicht darum ob man eine gewisse Maltechnik oder Motivart für gut oder weniger geeignet hält als eine andere, oder ob ein bestimmter Kurs besser ist als ein anderer, oder ein Buch inhaltlich gehaltvoller als ein anderes. Auch geht es nicht darum, was als künstlerisch anspruchsvoll oder sinnvoll zu erachten ist oder eben nicht - das hat mit dem Thema hier nichts zu tun.

All denjenigen, die andauernd keinerlei Gelegenheit auslassen, ungefragt gegen bestimmte Stilrichtungen, Institutionen oder Personen zu wettern, sei es aus sachlicher Überzeugung oder pathologischer Manie, obwohl das weder mit dem jeweiligen Thema etwas zu tun hat noch sie konkret nach ihrer Meinung dazu gefragt wurden (hier z.B. wieder Bob Ross), sind hiermit unmissverständlich aufgefordert das zu unterlassen.

:offtopic:


Signatur


Nach oben 23.12.2012, 19:52 Nach unten

Mischtechniken

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Ich bin hauptsächlich Lerntyp 2 - der "Learning-by-doing" und "Try-and-Error"-Typ.
Auf diese Art habe ich mir das Schreiben, Malen und meine ganze Internet-Präsenz
erabeitet.
Ich brauche keine Videos, Lehrbücher und Vorführungen, um kreativ zu sein.

Ein bisschen Typ 3 ist auch dabei. Meine kleine Malgruppe, in der wir ein gemeinsames Thema haben. (Darum auch meine Vorliebe für gemeinsame Forum-Projekte.) Doch jeder macht daraus, was ihm grad einfällt. Diese Vielfältigkeit der Interpretation eines Themas macht das Malen mit anderen für mich interessant und lehrreich.
Wenn mir etwas unklar ist, so frage ich gern. Soviel zur Kommunikation.

Nach oben 23.12.2012, 22:27 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr komme ich zu dem Schluss, dass gerade beim Erlernen der Malerei das Wissen über den Lerntyp ziemlich nebensächlich ist.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum bis jetzt keiner eindeutig sagen konnte: Ich bin Typ X. Alle sehen sich als Mischung aus X, Y und vielleicht noch Z.

Anders als beim Lernen von trockenem Wissen (aber manchmal selbst da) kommt es beim Erlernen des Malens auf Interaktion und Feedback an. Eine Technik kann in einem Buch noch so gut beschrieben sein und trotzdem wird das Buch nicht sagen können: Das hast Du gut gemacht, oder: An dieser Stelle würde ich noch etwas ändern. Manchmal ist es auch ein einfaches: Trau Dich!

Man benötigt halt den "zweiten Blick" und den dritten und vierten... Aus diesem Grund würde ich sagen, dass doch die Qualität der autitiven, haptisch-motorischen, kommunikativen oder visuellen Vermittlung entscheidend ist. (Ein guter (kommunikativer) Dozent wird seinen Schülern sowieso auch autitive, haptisch-motorische UND visuelle Möglickeiten zum Lernen anbieten).

So wenig ich es mag, dass Topics zerredet werden (wenn z.B. von Keilrahmen die Rede ist und regelmäßig das Thema MDF-Platte kommt), so sehr muss ich doch davor warnen, hier ein Schubladendenken aufzubauen. Wenn in der Überschrift "vs." steht, wird sich auch nicht vermeiden lassen, dass ein qualitativer Abgleich stattfindet. Ich habe nicht richtig verstanden, was es bringen soll, wenn jeder ein "Typ X"-Schild auf der Stirn hat - es geht in der Malerei nicht ausschließlich nur mit einer Methode! Persönlich halte ich es für eine gute Mischung, mal einen Kurs - oder regelmäig Abendkurse - zu besuchen, das ein oder andere Buch/Video zu haben und ansonsten für das Feedback hauptsächlich das Kritzelmeisterforum zu nutzen.

Ganz allgemein halte ich es für eine typisch männliche Vorgehensweise, sich erst mal einen Stapel von Büchern zu kaufen, wenn man an etwas Neues herangehen will. Also, ich kenne das von mir.

Frohes Fest!

Wolfgang

Nach oben 24.12.2012, 10:39 Nach unten

Mischtechniken

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Beitrag: Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...? - 24.12.2012, 10:39 pigmenttankstelle hat geschrieben:

Ich habe nicht richtig verstanden, was es bringen soll, wenn jeder ein "Typ X"-Schild auf der Stirn hat -

Wo steht denn das geschrieben? Nach meiner Meinung geht es lediglich darum, sich spielerisch Gedanken zu machen,
zu welchem Typ man sich ungefähr selbst "bekennen" kann... dann wundert man sich nicht mehr, warum man selbst mit so mancher hochgepriesenen Methode nicht weiter kommt...
Frohe Feiertage - und egal welcher Typ, Malen ist einfach schön und macht unheimlich Spaß!
Auch im neuen Jahr. :ballons:

Nach oben 24.12.2012, 12:08 Nach unten

Mixed

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Es geht auch hier mal wieder darum, Ausgewogenheit zu finden oder zu suchen. (Meiner persoenlichen und professionellen Meinung nach.)

Wichtig ist es, sich selbst kennenzulernen - und da hilft so eine Typologie, und dann, seine/ihre (Lern-)Horizonte zu erweitern. Herausforderungen zu suchen und anzunehmen, wenn man weiss, dass man in einem bestimmten Bereich eher unsicher ist. (Ich bin einfach ein "Schlaglochsucher" und da tut mir ein solcher Weg gut.)

Ich finde spannend an dieser Lerntypen-Theorie, dass sie hilft, rauszufinden, wohin die (Lern-)Reise gehen soll.

Diese Theorie ist besonders (hier!) im Erwachsenen-lern/ausbildungs-bereich verbreitet und SEHR beliebt! (Bleibt aber meistens auf dem Niveau "so bin ich nun mal" stecken.)

Persoenlich:
Ich bin ein bisschen von jedem Typ - und das hat viele Jahre Arbeit gekostet. Meine Lern- und Arbeitssituationen aenderten sich haeufig und ich bin froh, dass ich zwar kommunikativ, aber eben auch isoliert-kommunikativ arbeiten kann (somit liebe ich den Kritzelmeister).
Haptisch war nie so meine Sache....und ich merke im Moment, wie sehr es mir guttut, Dinge anzufassen und auszuprobieren. Und ich suche mehr und mehr solcher Herausforderungen. Damit tut mir die Arbeit auf der Farm gut. Und meine Buecher verschwinden mehr und mehr im Hintergrund, werden aber sorgfaeltig verwahrt... :) :)

Nach oben 26.12.2012, 10:54 Nach unten

Bleistift

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
ich denke ich bin relatief gut in der Grafik Welt
habe aber noch nie ein Buch drüber gelesen
kann Musik komponieren
aber kann keine Note lese

http://www.youtube.com/watch?v=wNZG35jLKN0


ich muss Dingen sehen
wie jemanden was macht
was ich mir merken ist das was jemanden macht

alles andere kann ich mir nicht merken

also audio-visuell eingestellt
denke ich

und ich bin lese blind
das heist ich kan schreibe und lese
aber was jemanden schreibt verstehe ich oft nicht
deshalb telefoniere ich lieber !

Nach oben 27.12.2012, 17:59 Nach unten

Öl, Acryl

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Ich zähle mich auch eher zu Nummer 4
Visueller Lerntyp.
Aber die Gene spielen auch eine Rolle mit.
Ich habe 1 Malkurs besucht.
Den Rest habe ich mir selbst beigebracht.
Ich bin eher der Eremit unter den Malern, probiere
auch sehr viel aus und bin mutig, auch an schwierige Sachen heran zu gehen.
Entweder es klappt oder auch nicht.
Der größte Kritiker bin ich selbst und mag es nicht, wenn man Bilder kaputt redet.

Nach oben 28.12.2012, 14:03 Nach unten

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Da es zurzeit mal wieder vereinzelt vorkommt, dass manche Mitglieder in Bildbesprechungen anderen ihre persönliche Lernmethode als die "einzig wahre" präsentieren, holen wir dieses Thema mal wieder nach oben in der Hoffnung, dass es diejenigen etwas darauf sensibilisiert, dass es verschiedene individuelle (Lern-)Wege zu einem persönlichen Ziel gibt.

:winken:


Signatur


Nach oben 29.05.2013, 12:12 Nach unten

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Ich hab' mir nun alles durchgelesen und muss gestehen, ich bin gar keiner dieser vorgegebenen Typen.
Von jedem etwas und doch fast nichts davon.
Ich lerne (geschriebenes) leicht, lese viel, liebe Mathematik, liebe Farben, Musik kann mich zu Tränen rühren, ich liebe sie zwar sehr, aber wenn ich selber singe wird beim Nachbarn die Milch sauer.

So komme ich zu dem Schluss dass ich also gar kein Typ für irgend eine Lernmethode bin. :hmm:
Trotzdem stümpere ich so vor mich hin mit meiner "Malerei".

Nach oben 29.05.2013, 14:07 Nach unten

Beitrag  Re: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...?
Beitrag: Welcher Lerntyp bin ich? Kurse vs. Bücher vs. Video vs. Audio...? - 23.12.2012, 00:03 Kritzelmeister hat geschrieben:
Noch schlimmer: Viele Lernwillige wissen gar nicht, auf welche Art sie am effektivsten lernen.

Nun... was bedeutet "Lernen"? Ich möchte jetzt nicht ins Philosophische abgleiten, aber: Geht es hier wirklich darum, irgendwas auswendig zu lernen... sei es z.B. die Arbeitsweise eines Künstlers... oder die Wirkung spezieller Malmittel? Und sind Menschen, die mit visuellem Lernen so gar nix am Hut haben, wirklich für die Malerei begeisterungsfähig? Und sollte ein haptisch-motorischer Lerntyp nicht lieber Sport treiben, Tanzen oder sonst irgendwas mit Bewegung machen? Und ein auditiver Lerntyp irgendetwas mit Musik?

Ich übertreibe da jetzt bewusst etwas, aber ich denke schon allein die Entscheidung für die Malerei sagt sehr viel über einen Menschen aus. Daher denke ich, dass in jedem von uns doch zum großen Teil ein visueller Lerntyp steckt. Und was die restlichen Facetten angeht: Auch wenn etwas nicht so ganz unserer Gewohnheit entspricht, so kann das Ausprobieren doch vielleicht eine neue Tür öffnen, von der man vorher nicht wusste das sie da war. ;) Z.B. jemand, der sonst nie Musik beim Malen hört, könnte dies ja mal zur Abwechslung ausprobieren... wer weiß, vielleicht ergibt sich dadurch was ganz neues, ganz unabhängig vom Willen etwas zu Lernen.

Nach oben 29.05.2013, 15:13 Nach unten
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