"Zu empfinden, was er sieht, zu geben, was er empfindet, macht das Leben des Künstlers aus." (Max Klinger)




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 Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat??? 
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Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
lieber andreas, :D

schön, dass du zu diesem, hier grad aktuellen thema, diesen artikel rausgeschickt hast!! :dops:

ich lese deine zeilen immer wieder sehr gern und weißt du, was mich daran so besonders sehr erfreut:

du schaffst es immer wieder zu informieren, ohne zu urteilen, das ist eine gabe, die ich sehr schätze!! :danke1:

ich denke, dass alles legitim ist, was mich zu einem bild bringt, mit dem ich am ende zufrieden bin!! :freu:

das ist für mich leben und leben lassen!! :bluemchen:

wenn du doch mal ein buch schriebst, dann hätt ich es gerne auf meinem kindle!! :grins: :rofl: :fans:

bis bald tina :winken:

Nach oben 26.05.2012, 16:00 Nach unten

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Beitrag: Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat??? - 26.05.2012, 15:15 Morgenwind hat geschrieben:
beethoven wars glaub ich, der mal gesagt hat, die musik fließt ihm zu, er komponiert sie nicht selbst, sondern *es* komponiert - so ähnlich eben.

Man nimmt auch einfach viele Eindrücke von außen auf. Künstler sind in der Regel recht empfindsame Menschen. So gibt es z.B. zwischen manchen Musikstücken von Rossini und Beethoven deutliche Parallelen. Sie waren halt alle doch irgendwie Kinder ihrer Zeit... und das ist heute sicher nicht anders.

Beitrag: Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat??? - 26.05.2012, 12:52 Morgenwind hat geschrieben:
davon zeugen so viele bilder, die handwerklich absolut perfekt ausgeführt sind und doch keine ausstrahlung haben...

Diese Empfindung ist sehr subjektiv, und hängt oft auch mit der Zeit zusammen. Es gibt da so unendlich viele Faktoren, dass sich nicht entscheiden lässt welches Bild "Ausstrahlung" hat und welches nicht.

Und was den "Geniebegriff" angeht, nun ja: Wir wohnen nicht mehr in Höhlen, und das Rad gibt es auch schon! :mrgreen: Wohl kaum einer von uns mischt seine Farben noch selber an, warum also nicht auch andere Erleichterungen benutzen? Die Entwicklung und Einsetzung solcher Hilfsmittel erfordert ja auch einen gewissen Grips, daher finde ich das schon ok. Jeder so wie er will. :)

Nach oben 26.05.2012, 16:11 Nach unten

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Lieber Andreas,

vielen Dank für Deine Ausführungen und die Mühe, die Du Dir damit gemacht hast. Auch ich finde es schön, wie offen Du formulierst. Schön, dass Du uns so an Deinem Wissen und Deiner Auffassung teilhaben lässt.

Ganz liebe Grüße, :knuddelbunt:

Michaela

Nach oben 26.05.2012, 16:30 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Danke, Andreas :D Und schön, mal wieder was von Dir zu lesen :grins:

Ich habe - glaube ich - auch schon ziemlich viele Hilfsmittel (Vorzeichnung, Raster, Flächen nach H M D einzeichnen usw.) angewendet bzw. mehr oder weniger anwenden müssen (manche Kursleitung besteht darauf). Ist auch nicht verkehrt und ganz hilfreich. Letztendlich kam aber immer etwas anderes heraus als die Vorlage :mrgreen:

Daher heißt es aber dennoch eben Hilfsmittel. Hilfe beim Malen/Umsetzen. Wenn man nicht so ein notorisch unfähiger Umsetzer - wie ich es bin - ist, sind diese Techniken eben einfach praktisch und eine große Hilfe. Insbesondere dann, wenn man "sein" Motiv irgendwie zu mindestens 80:100 auf die Leinwand oder das Papier bringen will.

Wenn nicht, und die Vorlage dient nur als Inspiration für das Motiv, kann man wohl darauf verzichten. Sofern man zumindest die Basics der Malerei und des Zeichnens einigermaßen beherrscht :mhh:

Was bei mir noch nicht so der Fall ist. Aber ich bemühe mich da immer wieder mal, wenn es gefordert wird. Möchte aber beim Malen - trotz Vorlage - irgendwie "frei" bei der Umsetzung sein. Heißt, jeder sollte - auch wenn er Hilfsmittel benutzt - sich vorher fragen, welchen Anspruch er an seine Arbeit stellt. Inspiration oder detailgetreue Wiedergabe :?: .

Liebe Pfingstgrüße
Gisela

Nach oben 26.05.2012, 17:02 Nach unten

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Ich dachte, ich hätte mich für diesen tollen Beitrag schon bedankt. Aber wahrscheinlich war ich wieder mal zu schnell mit dem Weiterschalten. Also sei's hiermit geschehen: Herzlichen Dank für diesen wirklich interessanten Beitrag!

Nach oben 26.05.2012, 17:44 Nach unten

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Ich moechte mich auch einfach den anderen anschliessen :D Es ist immer wieder schoen und sehr lehrreich Deine Beitraege zu lesen !
Vielen Dank dafuer !!!

:winken:

Nach oben 26.05.2012, 19:35 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Hallo Andreas,

Dein Beitrag ist sehr informativ und interessant! Du machst Dir echt eine Menge Arbeit. Alles, was sich so einfach und verständlich herunterliest, bedeutet in der Regel viel an Vorarbeit. Alles, was einem Spass macht, macht man gut. Dein Beitrag hat Dir bestimmt eine Menge Spass gemacht :D
Gibst Du auch Herbstvorlesungen oder Kurz-Seminare?

Liebe Grüße,
Ellen :winken:

Nach oben 26.05.2012, 20:08 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Hallo Andreas,
ich freu mich jedesmal, wenn du was neues geschrieben hast. Es ist immer sehr lehrreich,verständlich und hat mir auch schon oft geholfen.
Danke dir für die viele Mühe die du dir immer wieder machst.
:winken:
PS: Auch ich möchte schon jetzt ein Exemplar deines ersten Buches reservieren.

Nach oben 26.05.2012, 20:24 Nach unten

Öl, Acryl , Bunt/Bleistift

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Huhu Andreas,

:girlieforumlesen: :girliepcwink: :doppeldaumen: :fans: :bluemchen:

schriftlich siehe oben. :winken2:

Nach oben 26.05.2012, 21:27 Nach unten

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
:danke2: :dafuer:

Nach oben 26.05.2012, 22:14 Nach unten

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Na dat is aber echt nett von euch!!! Hat mir echt gefreut!!! :hurra: Ich lass dann mal ne Vorbestellungsliste rumgehen, wenn es soweit ist mit dem andreaschen Werk „Malerei. Watn dat???“ in 10 Bänden, Stückpreis schlappe 129,99 Euros und in der Vorzugsausgabe mit eingearbeiteten Sturmsack oder Sachertortä im Schuber, handsigniert vom Autor.

Vera, wie schon gesagt, du musst diese Hilfsmittel ja auch gar nicht anwenden, wenn du nicht willst, aber du kannst sie anwenden wenn du sie brauchst!

Bezirksalien, ich glaube und das ist für jeden nachvollziehbar der sich über Jahre hinweg und tagtäglich mit dem Thema Kreativität im praktischen Sinn auseinandersetzt, das man einen Zustand erreicht in dem man nicht mehr darüber bewusst nachdenkt „wie mache ich Dies oder Jenes“, d.h. in diesem Zustand gibt es ein Zusammenfließen von Erfahrung, handwerklicher Grundlagen usw. und erst ab diesem Zeitpunkt arbeitet man mit der Gesamtheit seines Ichs. Ob dabei automatisch Meisterwerke entstehen, halte ich aber für fragwürdig, denn nach eigener Erfahrung kann dieser Zustand eines fragilen Gleichgewichts zwischen dem Bewusstsein und dem Anderen auch das genaue Gegenteil erzeugen, nämlich einen absoluten Reinfall!

Darüberhinaus ist für mich aber Beethoven ein schlecht gewähltes Beispiel, denn gerade er zeichnete sich in seinen Kompositionen dadurch aus, das er sehr bewusst mit Variationen von kleinsten musikalischen Versatzstücken so lange herumexperimentierte, bis er die beste Form für eine organische Gesamtkomposition fand. Also ein hervorragender Organisator mit analytischem musikalischem Verstand, der aber vielleicht und gerade auch in seinem Spätwerk zu einem Gleichgewicht fand, zwischen Emotionalität und musikalischer Analyse.

Gine, ganz richtig! Der eigene Anspruch, sofern man sich dessen bewusst ist, zeigt einem den Weg und das ist völlig individuell. Dabei spielt es nur eine untergeordnete Rolle ob er für andere verständlich ist!

Ellen, na ja, wen ich ehrlich bin, soviel Arbeit ist das nun auch wieder nicht. Wenn ich wenigstens das zehn Finger- Schreibsystem beherrschen würde, dann könnte ich noch jede Menge Zeit einsparen! :kapituliere:

Vorlesungen oder Kompaktseminare gebe ich schon lange nicht mehr. Das war mir mit der Zeit einfach zu Aufwendig und die Hochschulbezahlung ist auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Man muss solche Seminare ja auch umfangreich vorbereiten und die Nachbereitung wie z.B. studentische Arbeiten zum Thema durchlesen und beurteilen ist auch nicht gerade sehr kurzweilig. Außerdem bin ich eher ein Mensch, der sich sehr schnell langweilt, wenn er immer wieder über ein Thema referiert, da fehlt mir einfach die nötige Geduld und Beständigkeit.

LG :spanien1:
Andreas

Nach oben 27.05.2012, 02:25 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Hola Andreas,

vielen Dank für den Beitrag! Man muss es ja nicht übertreiben, mit den Hilfsmitteln. Bei Landschaften ist zum Beispiel eine Rasterung nicht unbedingt angemessen. Sie könnte es aber sein, wenn man etwa Merian heisst.

Nahezu unumgänglich ist das Hilfmittel der Rasterung beim Malen von Portraits. Die Biometrischen Daten, wie Abstand der Augen zueinander, zur Nase, zum Mund etc. lassen sich so einhalten, auch wenn man sich nach dem Übertragen künstlerische Freiheit nimmt.

Wenn im Malkurs jemand ein Portrait malen möchte, dann scanne ich die Vorlage ein (oder nehme sie von einer Speicherkarte). Mit einer DTP-Software (CorelDraw) lege ich ein quadratisches Raster über die Vorlage. Meist verwende ich helle (weiß oder gelb) Linien. Mein Avatar ist im Original 160 x 140 cm. Auch dafür wurde damals das Hilfmittel der Rasterung verwendet. Ich habe als Beispiel mal ein Raster mit 8 x 7 Kästchen gemacht. Das wäre bei dem großen Bild eine Rasterung mit 20 cm, was vielleicht doch bissl grob wäre. Für die Ähnlichkeit reicht es aber.

Die Rastergröße sollte man so wählen, dass man beim Übertragen nicht so viel rechnen muss, also alle 5 cm oder alle 10 cm. Linien auf den Malgrund zieht man am besten mit Hilfe einer Reißschiene und nimmt lieber einen hellen Buntstift als einen Bleistift.

Scannen und Rastern mit der Software dauern inkl. Ausdrucken 2 bis 3 Minuten, und ich wette, Albrecht D. hätte es auch nicht anders gemacht, wenn er einen Computer gehabt hätte.

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 27.05.2012, 09:57 Nach unten

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Akasha hat in einem anderen Thread Zeichnen mit Raster: Nur Mogelei?
diesen Link hier zu einer mehrteiligen Dokumentation ueber Gottfried Hellnwein gepostet http://www.youtube.com/watch?v=fT9Z47hq ... re=related

Ich war so frei und hab den Link mal hier mit uebernommen weil es eben auch sehr gut zu diesem Thema hier passt.
Ich bin ein grosser Fan von Helnwein's Kunst und hab mir gestern alle Teile dieser You Tube Doku angeschaut ....sehr sehr sehenswert :!:

Ich denke auch das es bei solch grossen Formaten ...wie zb das Portrait von Pigmenttankstelle und auch Helnwein's Bildern gar nicht moeglich ist ohne Hilfmittel zu arbeiten,
Selbst die Landschaftsbilder von Gottfried Helnwein, die ja zum Teil 3 Meter und laenger sind KANN man eigendlich nur mit einem Beamer erstellen, sonst verliert man einfach den Ueberblick. das Bild in diesem Link hier ist 5 Meter x 1 Meter !! http://www.helnwein.com/werke/landscapes/bild_1609.html

Und nachdem man die Konturen uebertragen hat mus man es ja schliesslich auch noch erstmal so "ausmalen" !!!!

Ich versuche zwar auch moeglichst ohne Hilfsmittel auszukommen und gehe eher so vor wie Vera das macht....generell benutze ich aber fuer die meisten meiner Bilder Fotovorlagen der Proportionen wegen....mit Raster hab ich mal versucht zu malen und muss sagen das ist mir zu umstaendlich ....ich hab aber bisher auch nie wirklich grossformatige Bilder gemalt bei denen ich das gebraucht haette. Sollte ich jemals in meinem Leben dazu kommen ein wirklich grosses Bild zu malen, wuerde ich dafuer eher einen Beamer benutzen und die Vorarbeiten zum Bild aehnlich gestalten wie bei Helnwein gezeigt , was auch nicht gerade wenig Aufwand ist, wenn man sieht wie er die Models vorbereitet, das Fotoshooting etc pp ... :winken:

Nach oben 27.05.2012, 10:51 Nach unten

unterschiedlich

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Danke Petra, genau, passt auch in diesen Thread.:wink:

Dann auch hier noch einmal meinen Senf zum Thema gepostet, dann muss man nicht hin und her switchen--->

Obwohl ich selbst noch nicht gerastert und andere Hilfsmittel für meine Krikelein benutzt habe, sehe ich es dennoch so, dass viele Wege nach Rom führen und auch nichts gegen diese vielen Wege spricht.
Bei allen abpausen, rastern und so weiter ist der Maler doch auch nach wie vor selber dafür zuständig, die passenden Farben, Farbverläufe, Licht-Schatten usw auszuwählen, diese eigenständig zu übertragen und ganz wichtig für ne fesselnde Bildwirkung zu sorgen.
Denn keins der Hilfsmittel nimmt diese "Arbeit" ab.

Ich habe erst letztens in einem Video mit Künstler Gottfried Helnwein gesehen, dass er auf eines dieser Hilfsmittel zurück gegriffen hat.
Und ihm würde wohl keiner unterstellen wollen, dass er nicht malen kann, geschweige denn, nicht in der Lage wäre
mit seinen Werken bestimmte Bildwirkungen zu erzielen.

http://www.youtube.com/watch?v=fT9Z47hqNhQ&feature=related

ca sek 12:20

Mir persönlich wäre dieser Drumherum-Aufwand mit Rasterei und Co höchstwahrscheinlich einfach zuviel Vorbereitung und von daher würde ich
zum einen drauf verzichten wollen. Und außerdem wäre da auch ein ähnlicher Anspruch wie bei Morgendwind es "einfach" ohne Hilfsmittel
hinbekommen zu wollen. (Nur schaffe ich auch keine solch großen realistischen Werke wie zB ein Herr Helnwein und Co, denn dann würde wohl auch ich freiwillig die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel nutzen. Gemessen an den Ansprüchen von diesen Künstlern, ist mein Anspruch nur ein sehr kleiner und da reichts auch ohne Hilfsmittel.:grins: )

Liebe Grüße

Lili :winken:

Nach oben 27.05.2012, 11:09 Nach unten

unterschiedlich

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Und eben, wie Petra schon schreibt, bei so einer gewaltigen Formatgrößte könnte man schnell den Überblick verlieren und sich leicht verirren und von daher ist die Verwendung von Hilfsmitteln zudem auch sicherlich einfach sehr, sehr zeitsparend. So ein Künstler steht doch auch unter Zeitdruck, neue Werke zu einem bestimmten Zeitpunkt zu liefern.
Denn sich mit den richtigen Proportionen, Perspektiven, Details und dergleichen auseinanderzusetzen verbraucht auch beim versierten Profi bestimmt einiges an zeitlichen Mehraufwand.

Also tragen diese Hilfsmittel wie in anderen Berufen auch zu einer enormen Arbeitserleichterung bei.

:winken:

Nach oben 27.05.2012, 11:27 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Beitrag: Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat??? - 27.05.2012, 02:25 arte60 hat geschrieben:


Bezirksalien, ich glaube und das ist für jeden nachvollziehbar der sich über Jahre hinweg und tagtäglich mit dem Thema Kreativität im praktischen Sinn auseinandersetzt, das man einen Zustand erreicht in dem man nicht mehr darüber bewusst nachdenkt „wie mache ich Dies oder Jenes“, d.h. in diesem Zustand gibt es ein Zusammenfließen von Erfahrung, handwerklicher Grundlagen usw. und erst ab diesem Zeitpunkt arbeitet man mit der Gesamtheit seines Ichs. Ob dabei automatisch Meisterwerke entstehen, halte ich aber für fragwürdig, denn nach eigener Erfahrung kann dieser Zustand eines fragilen Gleichgewichts zwischen dem Bewusstsein und dem Anderen auch das genaue Gegenteil erzeugen, nämlich einen absoluten Reinfall!

Darüberhinaus ist für mich aber Beethoven ein schlecht gewähltes Beispiel, denn gerade er zeichnete sich in seinen Kompositionen dadurch aus, das er sehr bewusst mit Variationen von kleinsten musikalischen Versatzstücken so lange herumexperimentierte, bis er die beste Form für eine organische Gesamtkomposition fand. Also ein hervorragender Organisator mit analytischem musikalischem Verstand, der aber vielleicht und gerade auch in seinem Spätwerk zu einem Gleichgewicht fand, zwischen Emotionalität und musikalischer Analyse.



Also Beethoven hat das von sich behauptet, daß das nicht er ist, der die musik *erfindet*. ich denkemal, er hat die inspiration gemeint, den kick, die grundidee. daß er dann mathematisch penibel seine musik geschrieben hat, schließt das für mich nicht aus. mein absoluter lieblingskomponist ist j.s.bach, dessen musik liebe und mathematik in einem ist - und auch er hat sicher nicht behauptet, daß die inspiration und die wunderbaren melodien von ihm persönlich kommen, könnte ich mir zumindest vorstellen.

Hab ich gesagt, daß automatisch meisterwerke enstehen, wenn es ein fließen ist von kreativität und handwerk? klar muß kein meisterwerk entstehen, aber wenn eins entsteht, dann ist das meiner ansicht nach immer so.

natürlich ist das meine ganz persönliche subjektive meinung....

Beitrag: Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat??? - 27.05.2012, 09:57 pigmenttankstelle hat geschrieben:
Hola Andreas,

Nahezu unumgänglich ist das Hilfmittel der Rasterung beim Malen von Portraits. Die Biometrischen Daten, wie Abstand der Augen zueinander, zur Nase, zum Mund etc. lassen sich so einhalten, auch wenn man sich nach dem Übertragen künstlerische Freiheit nimmt.



nein, ist es nicht. ein portrait lebt nicht durch absolut maßgetreue proportionen....

:winken:

Nach oben 27.05.2012, 12:33 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Beitrag: Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat??? - 27.05.2012, 11:27 Akasha hat geschrieben:
Und eben, wie Petra schon schreibt, bei so einer gewaltigen Formatgrößte könnte man schnell den Überblick verlieren und sich leicht verirren und von daher ist die Verwendung von Hilfsmitteln zudem auch sicherlich einfach sehr, sehr zeitsparend. So ein Künstler steht doch auch unter Zeitdruck, neue Werke zu einem bestimmten Zeitpunkt zu liefern.
Denn sich mit den richtigen Proportionen, Perspektiven, Details und dergleichen auseinanderzusetzen verbraucht auch beim versierten Profi bestimmt einiges an zeitlichen Mehraufwand.

Also tragen diese Hilfsmittel wie in anderen Berufen auch zu einer enormen Arbeitserleichterung bei.

:winken:


manchmal muß es auch ohne gehen. ich hab mal gelesen, daß michelangelo in der sixtinischen kapelle für seine wandmalereien unter großem zeitdruck stand. er hat zuerst mal seine vorzeichnungen mit lochpausenkarton auf den putz aufgetragen,, später hat er anscheinend keine zeit mehr für sowas gehabt und hat ohne hilfsmittel und ohne vorzeichnung auf die wand gemalt.....

ich hab ja schon gesagt, ich bin nicht gegen hilfsmittel, aber dass sie sein müssen, das seh ich nicht ein...

:winken:

Nach oben 27.05.2012, 12:43 Nach unten

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Nun ja, Michelangelo hat ja auch jahrelang nichts anderes gemacht. Da bekommt man mit der Zeit Übung. ;) Auch sparen Vorzeichnungen eigentlich immer Zeit, nur wird Michelangelo diese wohl direkt auf die Wand aufgetragen haben, ohne vorher eine Studie anzufertigen.

Aber abgesehen davon hast du natürlich Recht, man muss keine Hilfsmittel benutzen. Oft kann man Fehler auch einfach übermalen. Manche Maltechniken geben dies jedoch nicht her, da muss man sich dann etwas anderes einfallen lassen.

Nach oben 27.05.2012, 13:25 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
michelangelo hat , wenn er fehler gemacht hat, den putz runtergehauen und neu verputzt und neu gemalt....

ja klar. bei bildern mit wasserfarben siehts schlecht aus mit übermalen. dann muß man halt nochmal neu anfangen, übung schadet ja auch nicht. ich habe bilder teilweise schon dreimal neu gemalt, auch wenns mich maßlos geärgert hat, weil ich nicht die geduldigste bin. aber was solls...

:winken:

Nach oben 27.05.2012, 16:02 Nach unten

Beitrag  Re: Hilfsmittel in der Malerei? Watn dat???
Also mal im Ernst und aus langjähriger Erfahrung gesprochen! Mir ist es völlig wurscht welche Hilfsmittel ich bei meinen Arbeiten benutze, wenn ich nur schnell und unverzüglich zu meinem gewünschten Endergebnis gelange.

Ich habe mich lange Zeit und aus persönlichem Interesse mit der klassischen Malerei und seinen Ursprüngen beschäftigt und man lernt eine Menge dabei. Dieses Wissen verleitet mich aber nicht dazu wie die klassischen Maler aus den letzten Jahrhunderten zu wirken und zu arbeiten. Ich bin kein Nostalgiker (vielleicht eher ein Romantiker? :grins: ) und ich lebe im Hier und Jetzt, also benutze ich die Mittel die mir Momentan zur Verfügung stehen. Auch wenn mir viele Verfahren zu aufwendig sind und dazu gehört auch das Arbeiten mit einem Beamer (man denke nur daran: abgedunkelter Raum, stundenlanges Umreißen von Formen usw.) erarbeite ich meine Ideen fast alle am Computer. Natürlich könnte ich diese Arbeiten auch manuell erledigen, denn ich verfüge über die erforderlichen handwerklichen Fähigkeiten! Ich kann jedoch mit aller Sicherheit behaupten, dass es für das fertige Endprodukt keinen Unterschied macht, ob ich die Vorarbeiten in traditioneller Weise erledige oder als Skizzenbuch den Computer benutze. Ganz im Gegenteil, erst seit meiner konsequenten Nutzung des Computers komme ich schneller zu der von mir gewünschten bildlichen Vorstellung. Auch das war ein jahrelanger Prozess, vergleichbar mit dem Erlernen von der effizienten Handhabung eines Pinsels. Meine Arbeitsweise hat sich in dieser Weise über Jahre hinweg entwickelt und hätte es den Computer von heute schon in den 80iger Jahren gegeben, so hätte ich mich auch nicht gescheut ihn früher als Handwerkszeug einzusetzen.

Ich bin ein Kind der Zeit und setze mich mit den Dingen auseinander die mich umgeben. Ich male keine Allegorien und auch keine Themen aus der griechischen oder biblischen Mythologie und doch beschäftigen mich Themen wie Kontraste, das Gute und das Böse usw. kurzum zeitlose Thematiken, die aber immer auch mich persönlich in irgendeiner Art und Weise betreffen. Damit will ich sagen, das ich nicht auf vergangene Zeiten und ihrer Ausdrucksmöglichkeiten schiele, sondern das ich nach Vorwärts schaue, denn dort ist das Leben und meine Möglichkeiten das Auszudrücken was mich gerade beschäftigt.

Ähnlich wie in der Musik, verstehe ich einiges von der klassischen wie auch zeitgenössischen Musik, wenn ich aber meine musikalischen Ideen ausdrücken will, ja dann schalte ich meinen Computer und meine Synthesizer an und begebe mich in die absolute Freiheit der Töne die mir zu Willen sind, während andere mit ihre Geige quietschend zum 666 Male eine Passage von Beethoven herunter quälen. :mrgreen:

LG :spanien1:
Andreas

Nach oben 27.05.2012, 18:33 Nach unten
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