"Der Unterschied zwischen Landschaft und Landschaft ist klein - doch groß ist der Unterschied zwischen den Betrachtern." (Ralph Waldo Emerson)




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 Toll, sieht aus wie ein Foto 
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Acryl + Öl

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
ich habe noch einen anderen Gedankengang;

bei realistischen Bildern kann ich nachmessen, ob es mit der Vorlage übereinstimmt - bei den abstrakten Bildern fühle ich mich so unsicher.... es gibt kein Richtig oder Falsch.

Diese Unsicherheit überträgt sich auf die Farbenwahl und die Pinselführung.

Nach oben 24.10.2010, 21:59 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Beitrag: Re: Toll, sieht aus wie ein Foto - 24.10.2010, 21:59 Susanne hat geschrieben:
ich habe noch einen anderen Gedankengang;

bei realistischen Bildern kann ich nachmessen, ob es mit der Vorlage übereinstimmt - bei den abstrakten Bildern fühle ich mich so unsicher.... es gibt kein Richtig oder Falsch.

Diese Unsicherheit überträgt sich auf die Farbenwahl und die Pinselführung.


das Richtig oder Falsch entscheidest doch du selbst, Susanne.
Ich denke, daß man dem Urteil der anderen wirklich zu viel Wert beimißt. Wenns für dich paßt, dann ist es richtig. Also es gibt dabei Richtig oder Falsch, aber eben nur für dich und dein Gefühl dazu.

:winken:

Nach oben 24.10.2010, 22:05 Nach unten

aquarell

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Ich meine, grundsätzlich ist es eine Sache der ganz persönlichen Einstellung, ob man realitätsnah oder abstrahiert, schön findet.
Davon abgesehen ist es sicher auch eine Frage des Zeitgeistes.
Desweiteren ist, nicht realitätsnahes Malen nicht zwangsläufig gleichzusetzen mit abstrakt.Z.B. haben grosse Künstler wie Dali mit sehr realen Objekten absolut surreale Bilder geschaffen.
Für mich selbst, ist es wesentlicher, ob ich den Eindruck habe, dass der Künstler malen kann oder nicht.
Ich empfinde es als Zumutung,wenn Maler, die offensichtlich, nicht malen können, ihre Unfähigkeit als abstrakte Kunst "verkaufen" wollen.
Ich stelle mal das gleiche Motiv von mir in unterschiedlicher Art gemalen ein.
Ich wäre sehr überrascht, wenn allen nur eines davon gefallen würde und das andere allen nicht.

LG
Snoopy

Nach oben 24.10.2010, 22:08 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Mir haben alle drei gefallen, aber mein Favorit von Deinen Amelies fehlt... :mrgreen: .

Nach oben 24.10.2010, 22:30 Nach unten

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Beitrag: Re: Toll, sieht aus wie ein Foto - 24.10.2010, 22:08 Snoopy hat geschrieben:
Für mich selbst, ist es wesentlicher, ob ich den Eindruck habe, dass der Künstler malen kann oder nicht.
Ich empfinde es als Zumutung,wenn Maler, die offensichtlich, nicht malen können, ihre Unfähigkeit als abstrakte Kunst "verkaufen" wollen.



:jaso: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus:

Nach oben 24.10.2010, 22:35 Nach unten

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Das Monster-Antworts-Ding: 8)


Liebe Susanne
Zitat:
meinst du beim Portrait malen - dass vor lauter Genauigkeit die Seele verloren geht?

Nicht zwangsläufig, aber die Gefahr besteht. Solche Resultate habe ich mehr als einmal gesehen. Wer sich nur auf das verlässt, was sein Auge wahrnimmt, vergisst schon mal dabei, dass wir nicht nur diesen Sinneskanal haben. Man sieht nur mit dem Herzen gut, sagte der kleine Prinz. Das ist poetisch, aber hier wäre es die Übertreibung in die andere Richtung.
Ich meine, um gut wirklich malen zu können, braucht es Auge und Gefühl. Beides idealerweis auch im Bild vertreten.

Übrigens finde ich deine praktische Art immer wieder erfrischend:
Zitat:
Unterschied einer Foto und einem fotorealistischem Bild ist auch noch, dass nach wenigen Jahren eine Foto am Tageslicht verblasst. Öl- und Acrylfarben haben eine grosse Farbstabilität.

Also DAS Argument wäre mir von selbst NIE eingefallen. Schon toll, was hier zusammenkommt.
_________

Liebe Coco
Wenn ich dich richtig verstanden habe, sind realistische Motive positiv ausgedrückt konsumfreundlicher. Jaa-haaa, könnte gut sein.
Frage:
Wertet sie das generell ab, oder nur dann, wenn es dahinter nichts anderes gibt?
Zitat:
Ein gutes Abstraktes Bild ist nicht unbedingt einfach zu verstehen, und hat mit gefallen oder nicht gefallen meiner Meinung nichts zu tun.

Zugänge zur abstrakten Kunst gibts mehrere. Ich finde es schade, etwas auf kompliziert und intellektuell zu reduzieren, dass genauso gut "nur" das Gefühl ansprechen kann. Für Leute, denen das Abstrakte eher fremd ist, wird so die Hürde (vielleicht sogar ein Widerwillen) nur grösser. Ich mag keine Gräben ziehen. Kunst ist sinnlich und Sinne haben wir viele ...
Und gefallen ... doch, ich finde gefallen ist relevant (jedoch vielschichtig) ;-)
_________

Liebe Traveller
Das "Wesentliche hinter der Oberfläche" ... JA! das ist es, was mich wohl am meisten anzieht. Man sieht es auch manchmal beim Realismus aufblitzen, aber für meinen Geschmack viel zu selten.
Vielleicht habe ich aber auch kein Auge dafür und lasse mich selbst verführen vom den Details und der Illusion des Realen.
Zitat:
ich glaube auch nicht, dass man von "realitätsnaher" Malerei kommen muss, um vereinfachen, minimieren zu können ... klar, Handwerk ist eine wichtige Grundlage

Dem stimme ich zu. Um einen GEGENSTAND wirklich abstrahieren zu können, braucht es solide Kenntnisse über den Gegenstand. Durch gegenständliches Zeichnen lernt man, etwas realistisch zu sehen, schon mal eine Grundbedingung.
Etwas anders sehe ich es bei der rein nicht-gegenständlichen Malerei. Deren Qualität zeigt sich für mich eher in Rhythmus, Farben und/oder Themenbearbeitung.
_________

Liebe Lucy
Von Offenheit für andere Stile und Malweisen und von der eigenen Vielseitigkeit kann man NUR profitieren.
Viel Feude beim Einsammmeln deiner "Gewinne"!
_________

Lieber Rommel,
schön, deinen differenzierten Beitrag zu den verschiedenen Stilen im Realismus zu lesen!
In meine Sammlung kommt:
Zitat:
ein doppeltes optimum: die perfektion des maschinengemachten und die individualität des einzelstücks

_________

Lieber Hillymaus
Eigentlich steht ja schon alles in deiner Signatur: "We create as good an illusion as we can!"
Und du sagt es: Realität erreichen wird man nie (kein noch so gutes Bild ist wirklich real. Das habe ich beim Tread "Abmalen" schon mal versucht auszuloten)
Mir stellt sich da die Frage:
Wenn ich ohnehin eine Illusion darstelle, weshalb dann strebe ich nach der offenkundigsten Realitätsnähe und nicht nach meiner eigenen Art von Illusion.
(Das muss nicht unbedingt beantwortet werden. Menschen haben nun mal unterschiedliche Ziele und jeder liebt etwas anderes – und das ist gut so.)

Das hier will ich aber nicht unkommentiert lassen:
Zitat:
Was eine Abbildung an sich angeht macht es die Technik einem heute sehr leicht. Gibt ja Software für alles.

So einfach sehe ich das nicht (Ist mein Job, da weiss ich, wovon ich spreche).
Software allein kann rein gar nichts. Der simple Einsatz von Verschönerungs-Plug-ins ist meist nicht viel mehr als Effekthascherei mit schlechten Ergebnissen. Um wirklich gute Fotobearbeitungen zu machen, ist Handwerk (sprich Kenntnisse, Erfahrung, geschulter Blick etc.) genauso wichtig wie in der Malerei. Mit dem Unterschied, das die "Pixler" durch die Bank wissen: das, was sie machen hat mit abgebildeter Realität nichts zu tun, alles ist Illusion. Der Einsatz von Software ist dabei jedenfalls der LETZTE Schritt, nicht der Weg.

Nachgefragt:
Zitat:
Aber das auch in der Malerei zu erreichen, - dazu gehört schon ein fundiertes Handwerkszeug. Und das ist dann die Kunst!

Siehst du das (perfekte) Handwerk als Synomym / Hauptmerkmal für Kunst?
_________

Liebe Gabi
Nein, ich denke nicht, dass das Motiv eine bestimmte Technik vorschreibt. Wäre das so, hätte sich die Malerei seit Jahrhunderten nicht weiterentwickelt.
Im 21. Jahrhundert sehe ich uns freier von maltechnischen Vorschriften als jemals zuvor.
Allein die persönlichen Vorlieben entscheiden.
_________

Lieber armando,
mit dir schreib ich nicht, mit dir rede ich ;-)
(Künstlerischer) MUT wäre ja schon fast ein neues Thema ...
_________

Liebe Morgenwind
Schon klar, Freude. Ist glaub ich bei jedem Schaffenden so (so er freiwillig schafft).

Aber nenne mir einen realen Menschen, dem es völlig schnurz ist, was alle Welt von seinen Werken denkt. Hier jedenfalls ist KEINER. Wozu sonst gibt hier Galerien, Alben, Bildbesprechungen etc. Was hilft einem Künstler auf seinem Weg? Andere Menschen, andere Meinungen, ein Gegenüber.
Anerkennung ist ein so elementares menschliches Grundbedürfniss, und wenn sie ausbleibt, lässt sich das sicher nicht tralala wegfreudeln.
_________

Liebe ALLE
Danke fürs mit-diskutieren und fürs mitteilen euerer Gedanken und Werte.
Alanis

Nach oben 24.10.2010, 22:38 Nach unten

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
....

Nach oben 24.10.2010, 22:53 Nach unten

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Liebe Snoopy

Meine Grundfrage war nicht, was jemand schön findet, sondern eher warum jemand etwas schön findet.
Ich will die (mir vielleicht verborgene) Schönheit der Dinge ergründen, die ich nicht verstehe.
Zitat:
Für mich selbst, ist es wesentlicher, ob ich den Eindruck habe, dass der Künstler malen kann oder nicht.
Ich empfinde es als Zumutung,wenn Maler, die offensichtlich, nicht malen können, ihre Unfähigkeit als abstrakte Kunst "verkaufen" wollen.

Das finde ich spannend. Bestimmt kannst du ja erklären, was für dich die Kriterien sind, die über malen können und nicht malen können entscheiden.

Liebe Grüsse
Alanis

Nach oben 24.10.2010, 22:57 Nach unten

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Liebe Angela
Zitat:
die Seele des Menschen einfangen

Ohja, das IST verständlch! Und schön. Danke für die Beschreibung, wie du dich ins Motiv einfühlst.

Übrigens: der Thread zum Thema "Abmalen von Fotos" ist nebenan. :winken:

Liebe Grüsse
Alanis

Nach oben 24.10.2010, 23:10 Nach unten

Mixed

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Beitrag: Re: Toll, sieht aus wie ein Foto - 24.10.2010, 15:18 Adrian hat geschrieben:
Beitrag: Toll, sieht aus wie ein Foto - 24.10.2010, 13:15 Alanis hat geschrieben:
Mich interessiert es, warum eine maximal realistische Darstellung für manche so grossartig ist, dass das zu einem Qualitätsmerkmal wird, welches weit vor Bildaufbau, Originalität oder Selbstausdruck gewertet wird.


Aus meiner Sicht ist die Beantwortung dieser Frage ganz einfach: Wenn man mit Malen anfängt, will man malen können. "Malen zu können" bedeutet handwerklich, alles, was man sehen kann, auch malerisch umsetzen zu können. Je exakter man dies kann, desto ein besserer Maler ist man. Seit Erfindung des Fotoapparates gelten Fotos gemeinhin als Ideal einer "realitätsnahen" Abbildung (realitätsnah im Sinne von: "Ich bekomme exakt das raus, was ich vorher durch den Sucher der Kamera mit den entsprechenden Einstellungen gewählt habe, und zwar mit physikalischer Gewissheit"). Ergo gilt oftmals ein gemaltes Bild, das man kaum ......


Merkwuerdige Sichtweise.
Ich hatte das nie. Ich habe immer fotografiert, wenn ich Abbildung wollte. Und malen war immer nur Farbe und Spass. :eis:

Nach oben 25.10.2010, 02:46 Nach unten

Mixed

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Beitrag: Re: Toll, sieht aus wie ein Foto - 24.10.2010, 22:57 Alanis hat geschrieben:
Liebe Snoopy

Meine Grundfrage war nicht, was jemand schön findet, sondern eher warum jemand etwas schön findet.
Ich will die (mir vielleicht verborgene) Schönheit der Dinge ergründen, die ich nicht verstehe.
Zitat:
Für mich selbst, ist es wesentlicher, ob ich den Eindruck habe, dass der Künstler malen kann oder nicht.
Ich empfinde es als Zumutung,wenn Maler, die offensichtlich, nicht malen können, ihre Unfähigkeit als abstrakte Kunst "verkaufen" wollen.

Das finde ich spannend. Veilleicht kannst du ja erklären, was für dich die Kriterien sind, die über malen können und nicht malen können entscheiden.

Liebe Grüsse
Alanis


Hi Snoopy
Ist es nicht genial, wenn jemand gar nicht malen kann und fuer die moeglicherweise wilden Abstraktionen auch noch Geld bekommt?
Ich habe eine Freundin, die kaempft dagegen an, zeichnen zu lernen/zu muessen in ihrem Kunstkurs. Sie beschreibt das so: Sie will eine (ihre) ungesteuerte Natur beschuetzen. Sie faengt an zu malen und hoert SOFORT auf, wenn sie merkt, dass sie anfaengt nachzudenken, wo oder wie oder was entstehen soll..." Sie ist radikal in ihrem Anspruch.... und sie macht aufregende Bilder. Und sie entwickelt sich dabei. Ich beobachte sie seit 3 Jahren.

Nach oben 25.10.2010, 02:52 Nach unten

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Beitrag: Re: Toll, sieht aus wie ein Foto - 24.10.2010, 22:38 Alanis hat geschrieben:

Liebe Morgenwind
Schon klar, Freude. Ist glaub ich bei jedem Schaffenden so (so er freiwillig schafft).

Aber nenne mir einen realen Menschen, dem es völlig schnurz ist, was alle Welt von seinen Werken denkt. Hier jedenfalls ist KEINER. Wozu sonst gibt hier Galerien, Alben, Bildbesprechungen etc. Was hilft einem Künstler auf seinem Weg? Andere Menschen, andere Meinungen, ein Gegenüber.
Anerkennung ist ein so elementares menschliches Grundbedürfniss, und wenn sie ausbleibt, lässt sich das sicher nicht tralala wegfreudeln.



Liebe Alanis!

Du hast Dein Posting zwar an Morgenwind gerichtet, aber bitte gestatte mir, etwas dazu zu schreiben. Ich empfinde das ähnlich wie Morgenwind, möchte daher etwas beitragen.

Ich denke nicht, dass es so schwarz/weiss ist. Es wird immer Anhänger für ein bestimmtes Bild geben. Und wenn es ein Seelenbild ist, das eine bestimmte Stimmung durch Farben/Linien ausdrückt, so wird es - gerade hier - viele einfühlsame Menschen geben, bei denen etwas damit in Resonanz geht, die die Botschaft erkennen können.

Ob es nun der Oma (um bei Armandos Beispiel zu bleiben) gefällt, ist eine andere Frage. Auch damit wird man als Hobbymaler konfrontiert, es ist ein Lernprozess, sich den verschiedenen Meinungen über ein Bild zu stellen, auf Ausstellungen hat man das ja vielleicht später auch.

Authentizität bei einem Bild, ich denke das ist das, was Morgenwind auch gemeint hat. Und das Wissen, dass es möglicherweise eben nicht jedem gefallen kann - und damit leben können.

Gottfried Helnwein, um bei diesem Beispiel zu bleiben, malt sicher Bilder, die vielen Menschen nicht gefallen. Aber er macht es trotzdem - mit großem Erfolg, wie man sieht.

Klar freut man sich über positives Feedback, es motiviert. Umgekehrt kann ein Bild, das aus vollem Herzen und mit viel Gefühl gemalt wurde, auch sehr bedeutsam sein, wenngleich es nicht bei jedermann gut ankommt.

Ich habe - in einer schlaflosen Nacht voller Verzweiflung und Tränen - einmal ein Bild gemalt, das nicht unter den Begriff "schön" fällt. Ich habe es trotzdem gerahmt und aufgehängt, weil es MIR gefällt. Malerei hat für mich auch eine seelische Funktion - was auf dem Bild ist, ist aus dem Herzen.

Und da isses salopp gesprochen wurscht, was die anderen dazu sagen.

Liebe Grüße
Astrila

Nach oben 25.10.2010, 06:59 Nach unten

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Liebe Astrilla

Danke für deinen Beitrag zur Differenzierung!
Auch im meinem Archiv gibt es ein paar Sachen, die niemand ausser mir mag. Aber wenn das zur Regel würde, würde es mich zumindest nachdenklich machen.

Die Seelenbilder ... ich finde es ist ein Geschenk, dass ein schöpferischer Mensch diese Möglichkeit hat. Seelenbilder hat bestimmt jeder, der kreativ arbeitet irgendwann gemacht oder macht sie vielleicht sogar regelmässig. Dabei ist es in der Tat unwichtig, wem sie sonst noch etwas sagen. Aber das sind in erster Linie Bilder für "Innen". Kunst ist auch Kommunikation, also "Aussen".

Ich muss dauernd über die Oma nachdenken. Das kann zum Minenfeld für kreative Kinder werden. Oma (als Synonym für eine Erwachsenenwelt, die nur starre Massstäbe kennt) sagt: schau dir die die Sauerei an, alles voll Farbe und MAN (also nicht nur sie, sondern ALLE) erkennt ja gar nichts.
Wie oft wird so die pure kindliche Freude am Entdecken von Farbe, Form und Möglichkeit abgetötet, spurlos ausgelöscht! Und nicht nur die Freude leidet. Ein Kind wird vor allem an SICH zweifen, nicht vordergründig an seinen Fähigkeiten. Der Erwachsene glaubt später: ach, Malen würde ich sooo gerne, aber dazu hab ich LEIDER kein Talent, das konnte ich ja als Kind schon nicht.

Stimmt vielleicht, da muss man durch und dabei lernt man, sich zu behaupten. Die, die durchgekommen sind können (unbeschwerte?) Kreativität leben. Und die vielen anderen?
Dinge ohne starre Bewertung ausprobieren dürfen und vor allem ANERKENNUNG ist extrem wichtig. Ich meine, nicht nur für Kinder.

Das wäre aber bereits ein anderes Thema.

Liebe Grüsse
Alanis

Disclaimer: meine Grossbuchstaben schreien nicht, sie sollen verdeutlichen :wink: oupss... sehe eben du hast auch welche benutzt. Also: Unsere Grossbuchstaben usw..

Nach oben 25.10.2010, 13:44 Nach unten

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
An dieser Stelle klinke ich mich hier auch einmal rein...

Kommt denn niemand darauf, das Foto-Realismus nicht dringend etwas mit "unfrei" zu tun hat?

Ich kann doch hingehen, und eine komplette Fantasy-Szene erdenken und sie so malen, das es aussieht wie fotografiert. Obwohl es weder die Landschaft, noch die Figuren darauf, tatsächlich gibt.

Im Fantasy-Bereich, wo ich eigentlich auch selbst aktiv bin, gibt es nunmal Trolle und Elfen und Zwerge... Je realistischer ich sie zeichnen und malen kann, umso mehr kann ich den Betrachter in die Szene mitnehmen, weil er sich mit einem Mal vorstellen kann, wie es denn dort aussieht, im Land Fantasiehabien. Und auch, wo die Elfe Glitzerfee über die viel in meinen Gesichten steht, ihre Unreinheiten und Fehler hat. Warum kann er das dann? Weil er den Eindruck hat, ein Foto zu betrachten.

Ich hoffe es ist nicht zu wirr, was ich hier von mir gebe.

Nach oben 29.10.2010, 16:13 Nach unten

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Liebe Kristallträne

Was du schreibst, ist gar nicht wirr.
Fantasy klar! Ich hatte nur das Wort nicht benutzt, bzw. es ist ist mir leider nicht eingefallen.
Wenn Realismus dazu dient, Welten zu zeigen, die sonst nur der Künstler in sich selbst sieht, finde ich das ganz klar grossartig.

Es ist gar nicht die Technik, die ich hinterfragen wollte, sondern eine Spielart ihrer Anwendung. Mich irritiert es nach wie vor, wenn eine aufwändige Technik "nur" die Realität nachbildet.
Aber es hat hier schon etliche Beiträge gegeben, die mir das Ganze verständlicher gemacht haben.
Danke für deine Präzisierung des Themas.

Liebe Grüsse
Alanis

Nach oben 29.10.2010, 16:51 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Beitrag: Re: Toll, sieht aus wie ein Foto - 29.10.2010, 16:13 Kristalltraene hat geschrieben:

Ich kann doch hingehen, und eine komplette Fantasy-Szene erdenken und sie so malen, das es aussieht wie fotografiert. Obwohl es weder die Landschaft, noch die Figuren darauf, tatsächlich gibt.


Hallo Kristallträne,

es gibt 3 Stufen der realistischen Malerei;

Man kann diese Sparte der realistischen Malerei aufteilen;

foto-realistisch = da müssen beim Baum dann die Blätter auch stimmen
realistisch = da braucht nur der Gesamteindruck wider gegen werden
bei fanta-realistisch = darf auch die Baumart ersetzt werden oder der Baum ein wenig versetzt werden oder auch weggelassen werden.

Ich würde dein Beispiel fanta-realistisch bezeichnen; der Stil ist realistisch, aber die Zusammenstellung ist Fantasie.

Nach oben 29.10.2010, 19:01 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Interessante Diskussion bisher!

Beitrag: Re: Toll, sieht aus wie ein Foto - 25.10.2010, 02:46 eccola1 hat geschrieben:
Beitrag: Re: Toll, sieht aus wie ein Foto - 24.10.2010, 15:18 Adrian hat geschrieben:
Beitrag: Toll, sieht aus wie ein Foto - 24.10.2010, 13:15 Alanis hat geschrieben:
Mich interessiert es, warum eine maximal realistische Darstellung für manche so grossartig ist, dass das zu einem Qualitätsmerkmal wird, welches weit vor Bildaufbau, Originalität oder Selbstausdruck gewertet wird.


Aus meiner Sicht ist die Beantwortung dieser Frage ganz einfach: Wenn man mit Malen anfängt, will man malen können. "Malen zu können" bedeutet handwerklich, alles, was man sehen kann, auch malerisch umsetzen zu können. Je exakter man dies kann, desto ein besserer Maler ist man. Seit Erfindung des Fotoapparates gelten Fotos gemeinhin als Ideal einer "realitätsnahen" Abbildung (realitätsnah im Sinne von: "Ich bekomme exakt das raus, was ich vorher durch den Sucher der Kamera mit den entsprechenden Einstellungen gewählt habe, und zwar mit physikalischer Gewissheit"). Ergo gilt oftmals ein gemaltes Bild, das man kaum ......


Merkwuerdige Sichtweise.
Ich hatte das nie. Ich habe immer fotografiert, wenn ich Abbildung wollte. Und malen war immer nur Farbe und Spass. :eis:


Da möchte ich nochmals einhaken: Was ist an dieser Sichtweise "merkwürdig"? Falls Du den von mir benutzten Ausdruck "sehen kann" wörtlich nimmst, kann ich Dich verstehen - besser wäre "vorstellen kann".

Der Punkt ist doch ganz simpel: Man malt, um damit etwas darzustellen bzw. auszudrücken. Je besser man malen kann, desto eher gelingt einem das so, wie man es beabsichtigt. Einem fotorealistischen Gemälde sieht man es sofort an, ob der Maler es auch konnte, während man bei weniger-realistischen oder gar total-abstrakten Werken dieses Können dahinter nicht sofort erkennt. Also ist es doch verständlich, dass sich bei entsprechend kurzfristiger und oberflächlicher Betrachtungsweise bei einem fotorealistischen Bild dieser "Wow"-Effekt schneller einstellt, als bei einem vergleichsweise abstrakteren, "hässlicheren", "intellektuelleren" oder insgesamt vielleicht sogar "genialeren" Bild, mit dem man sich allerdings erst eingehend beschäftigen muss. Ist doch logisch, oder?

Nach oben 29.10.2010, 19:21 Nach unten

Beitrag  Re: Toll, sieht aus wie ein Foto
Fanta-Realismus... Der Begriff gefällt mir, und scheint mir geeignet, um das was ich am PC so verbreche zu beschreiben.

Was die alte Streitfrage angeht, ob es nun Kunst ist, oder nicht, dazu kann ich nur meinen Mann zitieren, der diese Weisheit widerum von seinem Prof. in NDL hatte...

"Kunst ist das, was dich für einen kurzen Moment aus dem Alltag herausreisst, selbst wenn es nur eine Sekunde ist."

Nach dieser Definition sind wohl die fotorealistischen Werke über die wir hier reden, ganz definitiv Kunst. Immerhin haben sie ja dazu geführt, das wir uns hier über diese Stilrichtung austauschen, unser eigenes Kunstverständnis reflektieren und uns fragen "warum macht man das eigentlich? Was ist an diesem Werk so brillant?" Über das warum kann vermutlich niemand von uns Auskunft geben, weil es eben nicht unsere Werke sind. Aber über das "Warum ist es für mich so toll" kann ich schon etwas sagen. Es narrt meine Augen, verleitet mich zum zweiten Blick auf das Bild, zur Frage, wie lange er gebraucht haben mag, um die Malerei so weit zu meistern, das er derartiges hinbringt.

Für mich ist der Fotorealismus eine weitere Stufe des Realismus, beeinflusst und initiiert durch die Möglichkeiten unserer modernen Fotografie. Die realste Abbildung die wir kennen ist das Foto, und wer realistisch malt, der misst sich wohl automatisch daran. So kam es dann eben zum Fotorealismus. Also durchaus eine daseinsberechtigung, wie ich finde.

Liebe Grüße

Suse

Nach oben 30.10.2010, 15:22 Nach unten
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