"Kunst kann nicht gelehrt werden - aber der Weg zur Kunst kann gelehrt werden." (Max Beckmann)




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 Abmalen von Bildern 
Autor Nachricht

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Stop, Astrilla, ich hab dich verstanden..

Nach oben 17.10.2010, 12:11 Nach unten

Aquarell und Öl und .......

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Einspruch, lieber Wolfgang!
Wenn alle unendlich begabten Pädagogen in der Lage wären ihren Schülern den Stoff ohne Lesenswertes als Beilage beizubringen nähme ich meinen Hut! Sofort!!
Und, ach passend,- was AutoCAD o.Ä. - bin selber seit über zwanzig Jahren in der Branche tätig und habe das technische Zeichnen wie auch CAD von sehr früh an gelernt! Aber immer mit Büchern bei der Hand. Gott sei Dank!
Weil der punkt nun mal der ist, dass manoderfrau gerne zu Hause oder im Job mal Kurz was nachschlagen möchte bzw, Erlerntes nachzulesen um es zu vertiefen! Einfacher geht´s dann nicht!
Und warum sollte ich dann so arrogant sein, zu sagen: Was andere mir da vorkaun´ brauche ich nicht!

Auch bin ich in der glücklichen Lage, was Malerei angeht, mir genau das anzueignen was ICH möchte! Sprich, ich lese die Kapitel die MICH interessieren und nicht die die HerrFrau Pädagoge mir quasi vorschreibt!
So entwickle ich mich an der Stelle weiter die mir beliebt.

Das ist meine Sicht der Dinge und die ist absolut richtig! Sage ich!!

Frohes Schaffen auch von meiner Seite!

lg udo :winken:

Nach oben 17.10.2010, 12:16 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 17.10.2010, 12:05 Adrian hat geschrieben:
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 17.10.2010, 11:47 Morgenwind hat geschrieben:
Was ich sagen möchte: laßt doch bitte jeden so malen und malen lernen, wies für ihn richtig ist.

Soll doch einfach Freude machen. Wenns Freude macht, ist es genau das Richtige. Alles andere ist freudloser Zwang und führ zu nichts


Das sehe ich genauso, an diesem Punkt der Diskussion sind wir meines Erachtens allerdings schon durch. Was derzeit noch bleibt ist die Frage:

Welche konkreten Aspekte bzw. Vorteile ergeben sich durch eigene Vorlagen, Konzepte und Ideen, die man durch das reine Abmalen nicht oder nur schwer erreichen kann (nochmals unterschieden nach der Vorlagenart wie Fotos, Mal-Anleitungen oder Live vom Objekt)?

Ich glaube dass das hilfreich wäre herauszuarbeiten, damit man hierzu ein besseres Verständnis und Bewusstsein fördern kann.


achso, da waren wir schon durch..... tutleid.

ich denke, der Vorteil , eigene Konzepte und Ideen zu malen ist ganz einfach, daß man so etwas wie seine eigene Schöpfung malt. etwas aus sich herausbringt, das zuvor unsichtbar war. Und das bringt eine wirklich große innere Freude (wenns so einigermaßen wird, wie man es sich dachte, es kann manchmal auch ganz schön unzufrieden machen).
So ein Prozeß, wo man von Innen nach Außen geht, ist irgendwie wie mit Kinderkriegen zu vergleichen - Schwangerschaft/Geburt.

:winken:

weil ich grad den Beitrag von hillymaus gelesen habe: genau. und zum Zweck, was eigenes zu erschaffen, können Bücher sehr hilfreich sein. Und für manchen hilfreicher als ein Lehrer, der einen in eine bestimmte Richtung drängen möchte.

Nach oben 17.10.2010, 12:18 Nach unten

Aquarell und Öl und .......

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
...das Abmalen sollte dem Erlernen der Techniken dienen, nicht dem Entwickeln der eigenen Kreativität.
Das kommt danach.
Erst die Basis, - dann die Kunst! Wenn Kunst denn vonn KÖNNEN käme, sollte man doch sein Handwerk schon gelernt haben.
Und dazu dient meines Erachtens das Abmalen sowie Buchlesen! Alles völlig legitim!

Nach oben 17.10.2010, 12:22 Nach unten

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 17.10.2010, 12:05 Adrian hat geschrieben:

Welche konkreten Aspekte bzw. Vorteile ergeben sich durch eigene Vorlagen, Konzepte und Ideen, die man durch das reine Abmalen nicht oder nur schwer erreichen kann (nochmals unterschieden nach der Vorlagenart wie Fotos, Mal-Anleitungen oder Live vom Objekt)?

Ich glaube dass das hilfreich wäre herauszuarbeiten, damit man hierzu ein besseres Verständnis und Bewusstsein fördern kann.


Lieber Adrian!

Man muss da glaube ich vorher überhaupt differenzieren, was mit dem Bild erreicht werden soll. Portraitmalerei braucht reine Vorlagen (soferne man nicht einen Auftraggeber findet, der bereit ist, zig Stunden ruhig zu sitzen).

Ich kann jetzt natürlich nur von mir sprechen: Es gibt Fotos, die mir einfach so sehr gefallen, weil sie etwas in mir berühren, dass ich sie malen möchte.

Es gibt Bilder von alten Meistern, die Maler begeistern können und die aus diesem Grund nachgemalt werden, auch um sie zu studieren.

Was bei diesen drei Beispielen eingeschränkt ist, soferne man gerne realistisch malen möchte, ist die Freiheit. Man hat eine Vorlage, an die man sich halten muss, wenn das fertige Bild ähnlich sein soll.

Und auch das ist nur bedingt so, denn als Maler habe ich natürlich jederzeit die Freiheit, von einer Vorlage abzuweichen. Es kommt eben darauf an, welches Ziel ich mir vorher gesetzt habe. Man kann ja ein Vorlagenfoto auch abstrahieren oder impressionistisch wiedergeben oder, oder...da gibt es viele Möglichkeiten.

Der Vorteil von selbst komponierten Bildern, die z.B. aus mehreren Vorlagenfotos zusammengestellt werden (oder auch nur einem Foto, der Rest Kopfkino-Landschaft z.B.) ist, dass man wesentlich freier agieren kann.

Nachteil von mehreren Vorlagenfotos: Die Licht/Schattenverhältnisse auf den Fotos können unterschiedlich sein, das kann zu Problemen führen in der Einheitlichkeit eines Bildes, in der Harmonie (wenn man es möchte).

Den Hauptvorteil, den ich sehe ist das Transportieren einer Idee. Wenn ich ein Vorlagenfoto sehe und es drückt das aus, was ich fühle und gerne malen würde, so ist das ein Glückstreffer. In den meisten Fällen ist es (bei mir) ein "fast". Wenn ich ein eigenes Bild zusammenstelle, dann habe ich mehr Möglichkeiten, genau das auszudrücken, was ich fühle.

Liebe Grüße
Astrid

Nach oben 17.10.2010, 12:25 Nach unten

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 17.10.2010, 12:11 indiana64 hat geschrieben:
Stop, Astrilla, ich hab dich verstanden..


Danke, liebe Indiana! :knuddelbunt:

Liebe Grüße
Astrid

Nach oben 17.10.2010, 12:26 Nach unten

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 17.10.2010, 12:18 Morgenwind hat geschrieben:
weil ich grad den Beitrag von hillymaus gelesen habe: genau. und zum Zweck, was eigenes zu erschaffen, können Bücher sehr hilfreich sein. Und für manchen hilfreicher als ein Lehrer, der einen in eine bestimmte Richtung drängen möchte.


Bingo, liebe Morgenwind - dieser Vorteil ist bei Büchern auch nicht zu verachten.

Man kann als Maler selbst selektieren, was einen anspricht, was und in welchem Tempo man denn gerne lernen möchte und das nenne ich auch Freiheit.

Liebe Grüße
Astrid

Nach oben 17.10.2010, 12:28 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
So ein Beispiel wie das berühmte Schiff-Zitat verliert an Kraft, wenn man es eins-zu-eins in die heutige Zeit transferiert. Wer will heutzutage schon ein Schiff bauen, oder das Meer bereisen? :wink: Zu der Zeit, an dem es entstand, galt der Schiffsbau und das Bereisen der Weltmeere als Inbegriff der Freiheit (ironischerweise, immerhin war man monatelang zusammengepfercht auf ein paar Quadratmetern Schiff mit immensen Risiken). Auch das muss man berücksichtigen, damit die ursprüngliche Intention des Zitats begreifbar wird - man braucht es nicht zu zerpflücken und in Frage zu stellen.

@Astrila: Ich denke schon dass das verständlich rüberkommt (zumindest auf mich). Jeder einzelne hat unterschiedliche Wertvorstellungen und Herangehensweisen, sowie Fähigkeiten sich in andere Lagen zu versetzen. Daher gibt es solche sachlichen Diskussionen wie diese, um dieses Verständnis für andere Sichtweisen zu fördern.

@Udo: Bei mir ist das übrigens genau umgekehrt: Ich nähere mich dem Kunstverständnis exakt von der "anderen Seite" aus - das geht auch. Wenn man freiheitliche Kunst praktisch schaffen will, hast Du sicherlich recht, bei den meisten Menschen vollzieht sich dieser Prozess exakt in dieser Reihenfolge von der Praxis her. Das heißt aber noch lange nicht, dass es so sein muss. Man kann auch zuerst theoretisch verstehen, worauf es ankommt, und dann nach diesem Ideal sein Können hinarbeiten (ist zwar eher selten, aber machbar und daher so keine feste Regel).

@Indiana: Danke für das Beispiel. Kann diese Art des positiven oder negativen Erlebens nicht auch beim Abmalen stattfinden? Denken wir mal positiv und nehmen wir mal an, sowohl das Abmalen als auch die vollkommen eigene Kreation gelingen ausgezeichnet, der Maler selbst und der Betrachter ist zufrieden - gibt es definierbare Unterschiede in einer möglichen Bewertung des Resultats, z.B. nach "Qualität" oder allgemeiner "Wertschätzung"?

Bitte lasst uns daher zum Kern des Themas zurückkommen und das zielgerichtet fortsetzen, ich bin sicher dass man dazu noch weitere Essenzen herausarbeiten kann (vor allem die sachlichen Unterschiede betreffend).

PS: @Astrila: Danke für die Ausführung (ihr seid heute zu schnell für mich :D)

Nach oben 17.10.2010, 12:29 Nach unten

Aquarell und Öl und .......

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 17.10.2010, 12:28 Astrila hat geschrieben:
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 17.10.2010, 12:18 Morgenwind hat geschrieben:
weil ich grad den Beitrag von hillymaus gelesen habe: genau. und zum Zweck, was eigenes zu erschaffen, können Bücher sehr hilfreich sein. Und für manchen hilfreicher als ein Lehrer, der einen in eine bestimmte Richtung drängen möchte.


Bingo, liebe Morgenwind - dieser Vorteil ist bei Büchern auch nicht zu verachten.

Man kann als Maler selbst selektieren, was einen anspricht, was und in welchem Tempo man denn gerne lernen möchte und das nenne ich auch Freiheit.[/quote]

Bingo!!
Für mich gesprochen, - Acrylmalerei interessiert mich nicht die Bohne, Farben selber anmischen, - kein Bock drauf! Würde ich an einer Akademie lernen müsste ich mich damit befassen, - so konnte ich immer genau DAS herauspicken was mir a) Spaß macht und b) interessiert.
Wenn mir Bilder schwierig erschienen, bzw der Weg dorthin hab ichs abgemalt. Oder in ähnlicher Weise selber probiert. Was oftmals sehr gut geklappt hat.

Nach oben 17.10.2010, 12:36 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Ein Uni-Professor hat uns mal gesagt: Geht nie in eine Vorlesung, wenn ihr selbst nachlesen könnt, was ihr dort hört. Daraufhin habe ich mir 80% der Vorlesungen gespart, weil sie uneffektiv waren. Udo, ganz Deiner Meinung, was Bücher und Lehrer angeht.

Nach oben 17.10.2010, 12:43 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 12.10.2010, 15:04 Adrian hat geschrieben:
Zumindest das Miracoli-Kochen hat einen Lern-Effekt: Man lernt dabei schonmal, welche Töpfe man braucht, was man wie in welcher Reihenfolge hinzufügt, wie heiß der Topf sein muss und wie lange Nudeln zum kochen benötigen damit sie auf dem Teller al-dente sind.


Hallo Adrian,

es geht ja ganz schön rund hier! Auch auf Deine Erwiederung möchte ich noch antworten:

Macht satt und geht schnell, ist genau meine Bezeichnung für Abmal-Bilder. McDonald macht satt und verdirbt den Geschmack. Freude an gutem Kochen geht auch ohne Michelin-Sterne. Und Kochen bei McDonald ist sicher ein Kreativitätskiller. - Was soll´s

Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 12.10.2010, 15:04 Adrian hat geschrieben:
Jetzt soll es Menschen geben, die von sich aus nicht von Hamburgern loskommen und täglich ausschließlich solche Produkte verzehren, weil sie es nicht besser wissen oder nicht besser können. Denen kann man das nicht verbal ausprügeln, aber man kann sie an der Hand nehmen und sagen: "Hamburger sind ne leckere Sache, schau mal, ich zeig Dir was. Wenn Du die und die Zutaten nimmst und nur ein paar Minuten mehr Zeit investierst, dann kannst Du daraus einen Gourmet-Burger machen, der dazu noch gesünder und Deine ganz eigene Kreation ist! Und wenn Du Dir besonders Mühe gibst wirst Du vielleicht auch berühmt und dafür ausgezeichnet. Wenn Dich das interessiert, ich helfe Dir!" Na, wie klingt das?


Klingt super - ich dachte, ich versuche es. Antwort: "Hamburger sind gesund genug. Es ist mein Recht, Hamburger,... - Wer gibt Dir das Recht, mir zu sagen, dass es nicht gut ist, immer nur Hamburger zu essen, ...?"

Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 12.10.2010, 15:04 Adrian hat geschrieben:
Ich fasse zusammen:

Abmalen nach Übungen ist ein guter Einstieg und eine gute Grundlage - und man lernt dabei sehr wohl etwas, aber die damit verbundenen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung sind nunmal beschränkt. Freies Malen nach technischen Vorgaben a la Bob Ross oder Herdin ermöglicht hingegen auch eigene Umsetzungen, die allerdings stilistisch stark eingeschränkt sind, wenn man diese Techniken nicht erweitert. Wenn einem das nichts ausmacht, ist es OK: Man kann das vorstellen und darüber reden, Fehler ausbessern, Anregungen holen, usw. Wer hingegen sich selbst in seinen Bildern verwirklichen möchte, neue Wege beschreiten will, ein Kunstwerk erschaffen möchte das die Welt erbeben lässt, ein Aufschrei der Gesellschaft bewirken und die Betrachter in seinen Bann ziehen möchte, der muss lernen frei zu sein: Frei zu denken, frei zu handeln, frei zu entscheiden. Und wer das nicht will, brauch das nicht zu tun. Leben und leben lassen, malen und malen lassen. Wenn jemand einen Hilfewunsch signalisiert, helft ihm. Wenn auf Euch jemand den Eindruck macht, er wolle vom Abmalen wegkommen, helft ihm. Und wenn jemand den Eindruck macht, er fühle sich innerhalb dessen was er tut sehr wohl, dann ist das auch OK, solange es erlaubt ist.


1. Abmalen nach Übungen ist KEIN guter Einstieg, es gibt wesentlich bessere Einstiege! (Ich möchte aber nicht alle Übungen in einen Topf werfen - hab´ ich bei Miracoli gelernt: Man braucht immer zwei Töpfe.)
2. à la Bob Ross oder Herdin und FREIES Malen widersprechen sich von selbst.
3. Man kann viel Freude am Malen habem, OHNE, dass man sich selbst verwirklicht, neue Wege beschreitet, Kunstwerke erschafft, die die Welt erbeben lässt etc. , einfach, weil man was eigenes macht.

Aber natürlich wird keiner zu seinem Glück gezwungen, auch wenn es sich bei Dir manchmal so anhört, als sollte man demnächst die AA (Anonyme Abmaler) gründen - für Leute, die loskommen möchten...

In diesem Sinne: Malen und malen lassen...
... und frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 17.10.2010, 14:34 Nach unten

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 17.10.2010, 14:34 pigmenttankstelle hat geschrieben:

Aber natürlich wird keiner zu seinem Glück gezwungen, auch wenn es sich bei Dir manchmal so anhört, als sollte man demnächst die AA (Anonyme Abmaler) gründen - für Leute, die loskommen möchten...



Lieber Pigmenttankstelle!

Hier in diesem Thread haben etliche User versucht Dir nahezubringen, dass sie das Abmalen als etwas Postives empfinden. Das negierst Du beharrlich und meinst, sie würden "davon loskommen" wollen (müssen?).

Ich finde es - ehrlichgesagt - befremdlich, dass Du die User hier mit Aussagen wie "AA-Gruppe, die demnächst gegründet werden soll" verspottest.

Du schreibst, es soll ja keiner zu seinem Glück gezwungen werden und meinst damit nicht ihres, sondern Dein Glück....Du gehst Deinen Weg, das ist ok. Akzeptiere bitte, dass hier einige User einen anderen Weg gehen - der gleichberechtigt (!) neben Deinem steht.

Dein Weg ist Deiner. Und gilt nur für Dich. Kein Grund, auf andere herabzusehen.

Liebe Grüße
Astrila

Nach oben 17.10.2010, 15:33 Nach unten

kritzelkram

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
admin hat geschrieben:
@Udo: Bei mir ist das übrigens genau umgekehrt: Ich nähere mich dem Kunstverständnis exakt von der "anderen Seite" aus - das geht auch.


Mein spät-jugendhobby war, mich an kunstwettbewerben zu beteiligen. Also nicht der malwettbewerb des schuhladens von nebenan oder so, sondern überregional mit bbk usw. im hintergrund. Meine malerei war grottig, aber da ich zumindest zwei meter alte und neue kunsttheorie und nochmals mindestens einen meter allgemeine theorie draufhatte, stand aus meiner sicht einer beteiligung nichts im wege. Für einen der ersten preise hats leider nie gelangt (das wär mir auch peinlich gewesen), aber immerhin hin und wieder mal in die gruppe der letzten 50, und damit war dann meistens auch eine gruppenausstellung verbunden.

Will sagen: wir haben uns in dieser diskussion nur auf das abmalen beschränkt, der theoretische teil der malerei ist aber existent (auch wenn man ihn ignoriert) und mindestens gleichwertig dem praktischen. Dieser teil wird aber in den gängigen malanleitungen, wenn überhaupt, nur der form halber abgehandelt. Die kultivieren die frontalansicht und idee, dass die gerade die kürzeste verbindung zwischen zwei punkten ist (die malanleitung der kürzeste weg zum bild).

Ich hab nix gegen abmalen, jeder so, wie er/sie will, volle freiheit, aber ich denke, ein teil des lernprozesses könnte auch sein, ab und zu mal die perspektive zu wechseln und sich der materie von der anderen seite anzunähern, wobei die andere seite ja eigentlich garkeine andere seite ist, sondern nur eine facette.

schönen restsonntag :winken:

Nach oben 17.10.2010, 16:11 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 17.10.2010, 15:33 Astrila hat geschrieben:
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 17.10.2010, 14:34 pigmenttankstelle hat geschrieben:

Aber natürlich wird keiner zu seinem Glück gezwungen, auch wenn es sich bei Dir manchmal so anhört, als sollte man demnächst die AA (Anonyme Abmaler) gründen - für Leute, die loskommen möchten...



Lieber Pigmenttankstelle!

Hier in diesem Thread haben etliche User versucht Dir nahezubringen, dass sie das Abmalen als etwas Postives empfinden. Das negierst Du beharrlich und meinst, sie würden "davon loskommen" wollen (müssen?).

Ich finde es - ehrlichgesagt - befremdlich, dass Du die User hier mit Aussagen wie "AA-Gruppe, die demnächst gegründet werden soll" verspottest.

Du schreibst, es soll ja keiner zu seinem Glück gezwungen werden und meinst damit nicht ihres, sondern Dein Glück....Du gehst Deinen Weg, das ist ok. Akzeptiere bitte, dass hier einige User einen anderen Weg gehen - der gleichberechtigt (!) neben Deinem steht.

Dein Weg ist Deiner. Und gilt nur für Dich. Kein Grund, auf andere herabzusehen.

Liebe Grüße
Astrila


Liebe Astrila,

da ist etwas bei Dir falsch angekommen. Dass ich auf Granit beisse ist ein Problem, mit dem ich selbst fertig werden muss - und werden kann.

Auf gar keinen Fall möchte ich jemanden, der abmalt, verspotten oder sonstwie beleidigen. Ich sehe auch nicht herab!
Der Spott galt alleine - wenn überhaupt - dem Admin, der mir eine Steilvorlage dazu geliefert hat, indem er etwas von "Hilferuf" und vom "Abmalen wegkommen" geschrieben hat. Es ist nämlich nicht so, dass ich denke, dass Abmaler um Hilfe rufen müssen oder versuchen sollten, davon wegzukommen. Ich denke, dass wir beide in dieser Meinung übereinstimmen. Es hat mich eher etwas irritiert, dass nicht schon vorher gegen diese Aussage von Adrian protestiert wurde.

Viele Grüße!

Wolfgang

Nach oben 17.10.2010, 16:51 Nach unten

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Lieber Wolfgang!

Ok, dann ist das geklärt, das habe ich falsch aufgefasst. Entschuldige bitte. :kapituliere:

Liebe Grüße
Astrila

Nach oben 17.10.2010, 16:55 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Hallo Wolfgang,

dann einigen wir uns an dieser Stelle doch darauf, dass wir uns bezüglich einem gegebenen Lerneffekt und einem angeblichen Verderben durch Abmalen eben nicht einig sind. Wir beide sehen das aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit unterschiedlichen Ziel-Definitionen.

Der Bezug auf das Helfen-Wollen kommt übrigens daher:
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 28.09.2010, 16:28 armando hat geschrieben:
Meine Gedanken gingen speziell zu denen, die daran leiden, im Abmalen die gesteckten Ziele nicht zu erreichen.
Oder die Zeichnen als eine Art «manuelles Fotografieren» auffassen und dann an Klippen wie «Perspektive» scheitern.

Was ich da im Forum, aber eben auch im Chat oder im PN-Austausch schon alles mitbekommen habe, ist Mitleid erregend, und irgendwie alarmierend. Wo solches «Heulen und Zähneklappen» herrscht – da ist doch wohl nicht unangebracht, einmal zu rufen: «Hey, es gibt auch ganz andere Wege!»


Des weiteren fehlt es mir noch immer an Argumentationen fernab von reinen Tatsachenbehauptungen:

Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 17.10.2010, 12:05 Adrian hat geschrieben:

Welche konkreten Aspekte bzw. Vorteile ergeben sich durch eigene Vorlagen, Konzepte und Ideen, die man durch das reine Abmalen nicht oder nur schwer erreichen kann (nochmals unterschieden nach der Vorlagenart wie Fotos, Mal-Anleitungen oder Live vom Objekt)?


Übrigens ist es wohl nicht bestreitbar, dass eine freie Bildkomposition nach einer bestimmten Technik (z.B. Bob Ross) erheblich freier in der Umsetzung ist, als ein konkretes Motiv wie ein möglichst realistisches Portrait einer bestimmten Person. Das Argument, der Maler enge sich damit zu sehr ein, greift ironischerweise bei einem Portrait erst recht, das kaum Abweichungen von einer konkreten Vorlage toleriert. Wie immer eine Frage des Blickwinkels und des individuellen Ziels :winken:

Nach oben 17.10.2010, 17:45 Nach unten

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Hallo Ernst,
das Abmalen, egal ob es sich dabei um Werke großer Künstler handelt oder vielleicht um Mangas, schult das Auge und den Blick.Das ist absolut legitim.Auch zu Dürers Zeiten haben die Malerlehrlinge schon Bilder ihrer Meister oder mitunter auch nur ein Detail kopiert.Man kann, wenn man seine eigene Leistung immer wieder kritisch hinterfragt eine ganze Menge lernen.Eigene Werke leben vom eigenem Gefühl, von Erfahrungen, von Empfindungen und ganz persönlichen Ein- und Ansichten. Oft sieht man Bilder,wo diese Dinge nicht richtig zum Tragen kommen, weil ganz einfach bestimmte handwerkliche Voraussetzungen fehlen.Diese kann man sich in Zirkeln, bei Lehrgängen u.a. aneignen.Das Abmalen ist auch hier eine super Methode,eine ganze Menge zu lernen.Oft ist es auch der erste Einstieg in ein wunderschönes Hobby.
Gruß Zotte

Nach oben 17.10.2010, 18:10 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
@Zotte: erstmal herzlich willkommen, Danke für die Meinung.

Rommel's Ansatz finde ich gut, hab ich aus Versehen übergangen! Dankeschön auch für diesen Aspekt der ergänzenden Theorie, die bei Malanleitungen (wenn überhaupt) allenfalls nur im Hintergrund auftritt - meist tut sie das gänzlich nicht. Das ist ein gutes Argument, Danke dafür!

Nach oben 17.10.2010, 18:26 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 14.10.2010, 07:11 Solarita hat geschrieben:
Ich bin meinem Lehrer sehr dankbar, dass ich in dieser Weise wachsen durfte denn hätte ich am Anfang gleich eigene Ideen haben sollen, hätte ich aufgegeben.

Liebe Solarita,

herzlichen Glückwunsch zu dieser "Laufbahn". Du hattest das Glück, dass Du immer an der richtigen Stelle geleitet wurdest. Die Verwirklichung eigener Ideen "gleich am Anfang" wird bei richtiger Anleitung auch nicht zum Aufgeben führen.

Schön ist das Beispiel mit den projezierten Modellen. Das gibt dem Lehrer die Möglichkeit mehr oder weniger ähnliche Ergebnisse der Teilnehmer zu bekommen, aber trotzdem beurteilen zu können, wie jeder einzelne die Aufgabe umsetzt, sein Bild aufbaut usw.... (und Modellgeld ist auch noch gespart).

Vielen Dank auch für das Wehlte-Zitat, dass genau meine Meinung wiedergibt!

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 19.10.2010, 10:02 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Abmalen von Bildern
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 19.10.2010, 10:02 pigmenttankstelle hat geschrieben:
Vielen Dank auch für das Wehlte-Zitat, dass genau meine Meinung wiedergibt!

Na immerhin darin sind wir uns schonmal einig :D

Weil's so schön ist, hier nochmals für alle ohne lange suchen zu müssen:
Beitrag: Re: Abmalen von Bildern - 14.10.2010, 07:11 Solarita hat geschrieben:
Und hier noch die Meinung von Professor Kurt Wehlte, bekannt durch das Buch "Werkstoffe und Techniken der Malerei" Zitat aus seinem Buch Ölmalerei, 10. Auflage 1964 S. 126:

XV. Das Kopieren

Der Dilettant oder der junge Anfänger, der vielleicht sogar noch die Schulbank drückt, versucht sich gern im Abmalen einer Vorlage, einer Künstlerpostkate oder eines einfach gehaltenen Oiginals. So sehr das auch der Künstler verachtet, so leicht ist es doch psychologisch zu verstehen. Auch der große Schweizer Maler Ferdinand Hodler hat so angefangen. Die Arbeit des künstlerischen Übersetzens, der Komposition und der Farbgebung hat in der Vorlage ein Maler mehr oder weniger glücklich bereits geleistet. Das Ganze ist schon in die zweidimensionale Fläche übertragen und daher für den Ungeübten als Vorbild leichter erfassbar. Mancher bedeutende Künstler hat, wie gesagt, auf diese heute allgemein verrufene Weise begonnen. Derselbe Vorgang wiederholt sich beim ernsthaften Kopieren alter oder zeitgenössischer Meister. Dafür gibt es verschiedene Berechtigungen. Entweder ein Maler erkennt in ehrlicher Selbstkritik seinen Mangel an eigener Schöpfergabe bei einem immerhin nicht abzuerkennenden handwerklichen und zeichnerischen Talent und hat dabei die ausgeprägte Fähigkeit, nachschaffend etwas zu leisten, so legt er sich seiner Veranlagung entsprechend berufsmäßig aufs Kopieren. Er soll es dann aber fachgerecht tun und die Originale auch in ihrem technischen Aufbau studieren und materialgerecht wiedergeben! Oder ein Maler versucht, hinter künstlerische wie maltechnische Probleme zu gelangen, indem er nach Möglichkeit den Weg des für ihn vorbildlichen Meisters studienhalber kopierend nachgeht. In diesem Fall ist ein sklavische Abmalen nicht notwendig. Viele große Maler vergangener Jahrhunderte haben sogar ihre weniger großen Vorgänger in diesem Sinne kopiert. Es ist auch hier wieder ungeheuer lehrreich, zu sehen, wie ein und derselbe Alte Meister von späteren bedeutenden Nachfolgern kopiert worden ist. Van Gogh hat Millet kopiert, Cezanne Delacroix. Zu erwähnen wäre auch das Kopieren eigener Bilder. Es soll sehr zahlreiche Exemplare z. B. von Hodlers „Holzfäller“ geben und dazu bei anderen Malern nicht wenige Parallelbeispiele besonders dann, wenn sich der betreffende Künstler durch ein bestimmtes Werk erfolgreich in der breiten Öffentlichkeit einführte. Die Meinungen hierüber sind geteilt. Ich lehne die eigene Kopie wegen mangelnder Ursprünglichkeit ab. Etwas anderes ist es mit einer zweiten oder dritten Fassung, wo der Maler durch Abwandlungen an der Wiederholung des eigenen Werkes künstlerisch wächst. ...-


Für mich geht daraus hervor, dass
  1. das "Abmalen" schon immer umstritten war und (wie auch hier in diesem Thema) generell umstritten ist,
  2. "Abmalen" ansich allerdings durchaus allgemein seine Berechtigung hat,
  3. "Abmalen" als reine Reproduktion jedoch für ein künstlerisches Schaffen nicht ausreichend ist

Insbesondere zu 3. würde mich das wieso-weshalb-warum noch interessieren. Wie kann man die angeblichen Defizite, die durch das reine "Abmalen" entstehen, für jedermann möglichst nachvollziehbar und begreifbar formulieren? Die Aspekte der Theorie und der Originalität wurden bereits genannt, allerdings dabei noch nicht herausgearbeitet, was das für das entstehende Bild im Resultat bedeutet. Kurz: Wo liegt der Mehrwert?

Nach oben 19.10.2010, 10:51 Nach unten
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