"Ein Bild muss klingen und von einem inneren Glühen durchtränkt sein." (Wassily Kandinsky)




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 "Das richtige und das falsche Bild" 
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Mischtechniken

Beitrag  "Das richtige und das falsche Bild"
"Das richtige und das falsche Bild"

Immer wieder lese ich von misslungenen Bildern, Bildern, die nicht so schön wurden, wie es sich der Künstler vorstellte. Bilder, die so werden sollten, wie sie bei andern zu sehen sind. Und wenn sie nicht so werden, liegst am fehlenden eigenen Talent, am Material oder man hat ne Krise oder ne Blockade.

Als ich vor vielen Jahren zu schreiben und zu malen begann, meinte ich, nun hast du etwas, was du unendlich und bis ins hohe Alter weiter machen kannst.
Wenn ich ein paar Wochen nichts zu Papier brachte, dachte ich, nun ist der schöne Traum aus
und war von mir selbst enttäuscht.

Inzwischen habe ich es aufgegeben, spezielle Erwartungen an mich zu stellen.

Wenn ich z.B. anfange zu malen, habe ich selten ein bestimmtes Bild in meinem Kopf, das es nun umzusetzen gilt.
Es kann aber vorkommen, dass ich mir durch irgendeine Anregung ein Bild mache, das ich jetzt malen möchte. Es existiert halbfertig in meinem Kopf. Aber mit dem Kopf male ich ja nicht.
Malen ist für mich Vergnügen, Intuition, Phantasie, Entspannung und hat nix mit Schönheit zu tun. Schon der Malvorgang ist für mich eine einzige Freude. Am Schluss kommt dann ganz was anderes heraus, als was ich mir im Kopf vorstellte.
Das hat nix mit Talent, Wissen oder Handwerk zu tun. Es war einfach der falsche Tag oder das "falsche Bild", das ich heute im Kopf hatte.
Was da auf der Leinwand oder dem Paiper zu sehen ist, ist für mich das "richtige Bild", da es in seiner Unvollkommenheit genau meiner heutigen Gemütslage entspricht. Es ist mein eigenes inneres Bild, das ich nicht mit dem Kopf abrufen kann, da es in meinem Unterbewusstsein entsteht.

Ich habe mir angewöhnt, hier nicht zu viele Bilder anzugucken und auch noch zu besprechen. Das ist für mich Reizüberflutung, die mich daran hindert, selbst kreativ zu werden.
Am besten finde ich es, mich auf die eigenen inneren Bilder zu verlassen und diese nie mit Bildern anderer Künstler zu vergleichen. So habe ich für mich die Gewissheit, immer das für mich "richtige Bild" gemalt zu habern.

Und das muss ich nicht jeden Tag haben. :mhh:

:winken: camkar


.

Nach oben 27.09.2010, 12:45 Nach unten

Beitrag  Re: "Das richtige und das falsche Bild"
Camcar Du bist wunderbar.Du ziehst mich gerade mit Deinen Worten aus einem großen Loch raus.Danke Dir dafür

Nach oben 27.09.2010, 13:02 Nach unten

Beitrag  Re: "Das richtige und das falsche Bild"
bis zu einem gewissen Grad stimme ich dir zu, Camkar

wenn man sich zu sehr mit anderen vergleicht, kann das hemmen, ausbremsen, mutlos machen
die Bilder, die andere malen, sind ihre Bilder, ihre Themen, haben ihren ganz eigenen Stil (wieder mal dieses Stichwort)
ich muss lernen, meine eigenen Bilder zu malen, muss lernen zu dem zu stehen, was ich mache und wie ich es mache

aber wenn ich eine Weiterentwickung möchte, wenn ich dazulernen will, dann muss ich mich auch ein Stück weit messen, muss sehen, wo bei mir z.B. technische Defizite sind und versuchen, daran zu arbeiten
aber mir ist auch klar, dass eine solche Entwicklung nicht von heute auf morgen geht, dass viel Mühe darin steckt und es viel Zeit braucht
auch die Zeit, eine Weile nichts zu tun oder das Gefühl zu haben, still zu stehen trotz täglichem Malen oder Zeichnen

Nach oben 27.09.2010, 13:46 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: "Das richtige und das falsche Bild"
Habe meistens ein Bild im Kopf, aber was dann auf der Leinwand entsteht ist
meistens ganz was anderes als ich eigentlich malen wollte, denke auch nicht
mehr nach. Male einfach drauf los

Nach oben 27.09.2010, 13:50 Nach unten

Mischtechniken

Beitrag  Re: "Das richtige und das falsche Bild"
Beitrag: Re: "Das richtige und das falsche Bild" - 27.09.2010, 13:46 Traveller hat geschrieben:


aber wenn ich eine Weiterentwickung möchte, wenn ich dazulernen will, dann muss ich mich auch ein Stück weit messen, muss sehen, wo bei mir z.B. technische Defizite sind und versuchen, daran zu arbeiten


Das verstehe ich sehr gut, Traveller. Du hast in diesem Falle eine andere Vorstellung von Weiterentwicklung als ich.
Du möchtest künstlerisch dazu lernen - das ist doch ok...
mein Ehrgeiz hält sich da in Grenzen... ich möchte mich selbst annehmen, wie ich bin... möchte meinen
angeborenen Perfektionismus ( der früher im Beruf mal angebracht war) über Bord werfen... ich brauch ihn jetzt nicht mehr...

Ich fühle mich so frei, wenn alle Farben fließen
und wenn sie mal nicht so fließen - ich habe noch viel andere Talente :logisch:

:winken: camkar

Nach oben 01.10.2010, 22:28 Nach unten
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