"Wem die Kunst das Leben ist, dessen Leben ist eine große Kunst." (Johann Sebastian Bach)




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 Kunst und Regeln 
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PC

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
@Morgenwind, @zugast: Bleibt bitte sachlich und beim Thema :offtopic:

@zugast: Möglicherweise fehlen mir und anderen die Einblicke bzw. die Grundlagen für Dinge, die für Dich selbstverständlich sind, die einen weiteren fruchtbaren Verlauf der Diskussion möglicherweise erhellen könnten. Ich möchte Dich daher motivieren, das von Grund auf zu definieren bzw. mit Beispielen zu erörtern.

Nach oben 27.08.2010, 23:30 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Nun wundere ich mich aber doch:

Um Künstler zu sein, braucht man Talent und Fleiß. Wer für ein Kunststudium (oder ein artverwandtes) angenommen wird, hat in der Regel ersteres (ich sehe jetzt mal davon ab, dass nicht jeder, der Talent hat, genommen wird und vielleicht mal ein "talentarmer" mit durchrutscht). Wer das Studium erfolgreich abschließt, hat damit sehr viel Fleiß bewiesen. Die "Ausbeute" an Kunst ist bei studierten Künstlern daher einfach um ein Vielfaches höher als bei "nichtstudierten". Weil sie die Regeln studiert haben, mögen sie sie anschließend befolgen oder brechen.

Ich sage damit nicht, dass jemand, der nicht ein normales akademisches Studium durchlaufen hat, kein Künstler sein kann. Meist hat sich derjenige dann aber neben außerordentlichem Talent mühsam autodidaktisch das Wissen angeeignet und/oder war in Künstlerkreisen zu Hause (z.B. Frida Kahlo). Aber es sind Ausnahmen!

Ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich als Laie in den meisten Fällen an den Werken erkenne, ob jemand Kunst studiert hat oder nicht. Vielleicht nicht an einem Einzelbild (ein "blindes Huhn" findet auch mal ein Korn), aber mit Sicherheit am Gesamtwerk.

Nach oben 28.08.2010, 00:02 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
@Lucie: Die Krux an jedem Studium egal welcher Richtung ist die Gefahr dabei, Fachidioten zu gebären, die extrem fit sind indem was sie tun, aber keine Ahnung haben was das eigentlich genau ist, was sie da tun. Dazu bedarf es mehrerer Blicke über den Tellerrand des Fachgebiets hinaus. In den Kunststudien ist das sicherlich nicht anders. Daher kann ich den Einwand verstehen, auch wenn das keine individuelle oder gar pauschale Aussage zulässt.

@zugast: Vielleicht könnten wir hier nochmals ansetzen:

zugast hat geschrieben:
Ein Beispiel, das mich selbst umgehauen hat: Ich habe mir einmal Fotografien einer vor einigen Jahren entdeckten Höhle in Frankreich angesehen. Dort hat vor 30 000 Jahren ein Künstler prozesshaft eine sich vor einem Löwen trollende Löwin gemalt, in mehreren Bewegungsschritten! Das ist ohne Fotokamera extrem schwer zu machen. Dieser Mensch war interessiert an einer "Verhaltensstudie" von Löwinnen. Das hat mich sprachlos gemacht.
Mir ist es übrigens völlig egal, ob das ein Geistlicher einer Naturreligion war oder ein Künstler.Ein Initiationsritus? Das ist für seine Äußerung unwichtig. Dieser Mensch muss sehr begabt und intelligent gewesen sein, mir selbst weit überlegen.
Ich möchte mal für ihn sprechen. Wie er Kunst aufgefasst hat, kann ich individuell natürlich nicht sagen. Sein Werk "spricht dagegen klare Worte". Die da wären: Genaue Naturbeobachtung ist wichtig! Ungenaue schlecht! Wer ungenau arbeitet, arbeitet schlecht. Darum hat dieser Mensch es sich selbst extrem schwer gemacht und eine prozesshafte Studie aus dem Gedächtnis gemalt.
Der Sinn seiner Darstellung: Der Betrachter soll klar erkennen, dass sich eine Löwin vor einem Löwen trollt und das prozesshaft( übrigens das was Professoren regelmäßig ihren Studenten ans Herz legen, nur die schaffen sowas natürlich nicht).
Wozu es diente, darüber lassen sich keine Aussagen mehr treffen, aber die Anstrengungen riechen nach Schweiß. Etwa weil er dachte, alles ist subjektiv und wenn ich Kringel male, ist es auch egal?


Das kann ich z.B. überhaupt nicht nachvollziehen. So eindrucksvoll diese Leistung eines solchen Höhlenmenschen sicherlich ist, so abwesend ist in meinen Augen der Kunstaspekt dabei. Die meisten Höhlenmalereien haben einen rein kommunikativen bzw. narrativen Aspekt - ähnlich unserer heutigen Schrift. Bei einer solchen detaillierten Löwen-Studie gehe ich von einem rein zweckgebundenen Anlass aus, dieses Naturereignis für die Nachwelt und Mitmenschen möglichst detailreich festzuhalten - ähnlich unseren heutigen Lehrbüchern und Lexika. Das meine ich mit "Leistung" und "Können" - zweifelsohne eine Glanzleistung - unter Kunstaspekten erscheint mir das (ohne es natürlich selbst gesehen zu haben und ausführungstechnisch erspüren zukönnen) absolut uninteressant.

Daher wäre meine Antwort darauf
zugast hat geschrieben:
Du willst mir sinngemäß erzählen , lieber Adrian, dass dieser Mann( vielleicht wars auch'ne Frau) heute meine ganz zufällig in eine ganz bestimmte Richtung zugespitzte künstlerische Aufmerksamkeit erregte?

aus dieser Sichtweise heraus ganz klar "ja". Man nimmt das wahr, worauf man fokussiert ist. Wenn man auf malerische Leistung und Können fokussiert ist, nimmt man malerische Leistung und Können wahr.

Nach oben 28.08.2010, 00:16 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Nö nö Adrian. Du magst recht haben, dass auch die studierten Künstler ihren Anteil an Fachidioten haben. Aber die, die über den Tellerrand hinausblicken, die werden dann eben (mit Glück) berühmt :grins: .

Aber mich regen auch die auf, die sagen: Ich male, also bin ich ein (verkannter) Picasso. Und davon gibt es leider (zu)viele.

Mir gefällt es unter anderem in diesem Forum, weil ich kein Künstler bin (und auch nicht werde) und trotzdem in meinem Bemühen, Fortschritte zu erzielen, ernst genommen werde.

Nach oben 28.08.2010, 00:29 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
@Lucie: das heißt nun was genau auf das Thema bezogen? Wie wichtig sind Deiner Meinung nach Regeln beim Malen für die Kunst?

Nach oben 28.08.2010, 00:38 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Mir sind Regeln in der Kunst sehr wichtig (ich versuche ja seit zwei Jahren mit mäßigem Erfolg, ein paar davon zu lernen :grins: ). Genau so wichtig ist es dann, diese zu brechen, sonst gibt es keine Weiterentwicklung. Dialektik, gelle :wink: ? Aber Kunst kommt meistens dabei nur raus, wenn es Menschen tun, die die alten Regeln beherrschen.

Nach oben 28.08.2010, 14:29 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Ehrlich gesagt, konnte diese Diskussion meiner Meinung nach nur eskalieren, da es verständlicherweise unterschiedliche Standpunkte gibt.

Derjenige, der Kunst studiert, bekommt das Rüstzeug (Handwerk/Theorie) innerhalb eines festgelegten Studienplans vermittelt. Also auch bestimmte Regeln. Wie bei allen anderen Studiengängen und Ausbildungen auch.

Manche Regeln aus diesen Ausbildungsphasen MÜSSEN weiterhin - auch nach dem Studium - befolgt werden. Manche eben nicht. Nicht umsonst gibt es den Begriff "Künstlerische Freiheit", die letztendlich wichtig ist und das Individuelle prägt.
Das macht ja auch das Spannende an diesem Metier aus. Sonst gäbe es auf dem Kunstmarkt nicht diese Vielfalt.

Andere befassen sich mit der Kunst - aus welchen Gründen auch immer - außerhalb eines Studiums. Die "Regeln" kommen dann nicht "geballt" wie innerhalb eines Studiums, sondern peu á peu - je nach Itensität der "privaten" Auseinandersetzung (=Hobby) damit.

Dennoch will - davon gehe ich mal naiv aus- jeder erst einmal die "Regeln" kennenlernen und beherrschen. Um dann anschließend mit ihnen - den Regeln - oder auch mal ohne sie weiterzuarbeiten. So von wegen "künstlerische Freiheit". Diese gefällt in den Arbeitsergebnissen dann oder eben nicht.

Und sich eben persönlich weiterzuentwickeln. Und hier grenzt sich der professionelle Kunstbereich von allen oder zumindest von vielen Sparten der Ausbildung oder des Studiums in anderen Sparten (BWL, VWL, Jura etc.pp) ab. Künstlerische Freiheit und Kreativität ist GEWOLLT und doch eigentlich oder letztendlich Ziel des Kunststudiums. Sonst endet man als unbedeutender Künstler im Nirwana der allgemeinen Kunstwelt. Er muss sein Handwerk verstehen, um damit "frei" arbeiten zu können. Und schließlich davon leben zu können.

Etwas anderes passiert in der "Freizeitmalerei". Da möchte "man" auch gerne die Regeln lernen.
Mit welchem Ziel, ist eine arg unterschiedliche Sache. Und in welcher Zeit, eben auch :D
Und die Intention ist ebenfalls unterschiedlich.

Öh, eigentlich kann man sich bei diesem Thema "Kunst und Regeln" nur verlaufen :roll:

Nach oben 28.08.2010, 15:21 Nach unten

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Hallo Ihr Lieben.

ich möchte auch ein bißchen Senf dazu beitragen.
Für mich bringe ich es auf den Punkt indem ich sage: Wenn ich einen Kuchen backen will , schmeiße ich ja auch nicht alles, wovon ich weiß, daß es zu einem Kuchen gehört, in eine Schüssel, rühre alles um, stülpe es dann um, und schon habe ich einen Kuchen.

Ich meine damit, ich muß meine Zutaten und mein Handwerkszeug kennen und wissen, wie ich damit Kuchen backe.

So ist das für mich auch mit der Malerei: ich habe mir handwerkliche Grundlagen erarbeitet, kenne mein Material und kann dann anfangen, meine eigenen Kreativität umzusetzen.

Ich habe mir Grundlagen geschaffen, mit 3 Jahren Akademiekursen und bei ausgewählten Künstlern, die auch privat unterrichten.

Das ist für mich ein gutes "Gerüst" - aber auslernen werde ich nie, dafür bin ich viel zu neugierig .....ich bin nie satt, vielleicht spüre ich aus deswegen Farbe körperlich.
Ich möchte immer wieder neue Kuchen backen.

Ich sage, ich bin keine Künstlerin, ich bin Malerin, dann brauch ich mich schon nicht mit Künstlern über Kunst streiten.

Liebe Grüße Sonja

Nach oben 28.08.2010, 15:37 Nach unten

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Kunst ist doch eigentlich nichts anderes als die Fertigkeit etwas besonders gut zu können,nicht umsonst heißt es Kochkunst,bildende Kunst usw.Die Maßstäbe werden doch von Epoche zu Epoche anders gesetzt.Wenn irgendein Künstler ein "Kunstwerk" aus alten Blechdosen herstellt,muß es durchaus nicht meinem Sinn für Kunst entsprechen und kann ja trotzdem für jemand anderes Kunst sein.Deshalb glaube ich,das das Diskutieren über dieses Thema recht schwierig ist.Außerdem besitze ich soviel Toleranz demjenigen gegenüber,der sich Künstler nennt,ihm das zu belassen,wenn ich auch anderrer Meinung bin.Meine einung ist ja nur subjektiv

Nach oben 28.08.2010, 15:44 Nach unten

Acrylmalerei

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Hallo Gine

Du resumierst: «Öh, eigentlich kann man sich bei diesem Thema "Kunst und Regeln" nur verlaufen.»

Finde ich eigentlich nicht!
Bloss denke ich, dass es vielleicht weiter führt, wenn wir vom Grundsätzlichen einmal herunterkommen und die Frage an einem praktischen Beispiel prüfen.
Dazu müsste ich aber entsprechende Unterlagen zusammensuchen, und das kann etwas dauern.
Wahrscheinlich reicht mir die Zeit nicht mehr bis zu meiner morgigen Abreise in eine Steinhauerwoche.

Man wird sehen – jedenfalls wünsche ich Euch allen, die Ihr an dieser Frage interessiert seid, einen erhellenden (und friedlichen) Austausch.
armando

Nach oben 28.08.2010, 15:48 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
@Fleckfieber: Man muss hier mit dem Begriff "Kunst" etwas aufpassen. "Kunst" im Sinne der Diskussion meint ein ideelles Konstrukt, ähnlich wie die Begriffe "Liebe", "Seele", "Gott", "Weisheit", "Erleuchtung", "Aura" etc. Man kann es nicht greifen, aber man erspürt dass es da ist. Es ist nicht nur im Bild, es ist nicht nur im Betrachter, es vermittelt zwischen beiden. Weil man das nicht greifen kann, macht es sich die Gesellschaft einfach, und schmeißt mit dem allgemeinen Wortgebrauch von "Kunst" alles in einen Topf. Die Künstlersozialkasse ebenso wie die Umgangssprache, bei der schon ein Joghurt zur Kunstform stilisiert ist, nur weil es "künstlich" schmeckt. Von billigem Plastik als "Kunststoff" ganz zu schweigen. Das alles hat mit "Kunst" als philosophischen Begriff nichts gemein.

@alle: Über Regeln beim Handwerk sind wir uns glaube ich alle einig. Das ist so sonnenklar, dass man darüber eigentlich nicht zu sprechen braucht. Die spannende Frage ist: Ab wann wird ein Handwerk zu einem Kunstwerk? Oder um mit Sonja's Worten zu sprechen: Ab wann wird ein Kuchen von einem Produkt zu einem Kunstobjekt? Am Rezept allein kann es nicht liegen. Und um damit die Kurve zum Kern des Themas zu bekommen: Entscheiden Regeln darüber ob etwas als Kunst als "Vermittlerin des Unaussprechlichen" wahrgenommen werden kann, oder ist der Kunst-Aspekt vollkommen losgelöst davon?

Nach oben 28.08.2010, 16:11 Nach unten

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Liebe Kritzelmeister!

Ich unterscheide zwischen Fertigkeit und Kreativität.

Die Fertigkeiten unterliegen gewissen Regeln, die das reine Handwerk erleichtern können (so wie z.B. die Perspektivenlehre es erleichtert, ein Bild perspektivisch korrekter zu malen).

Der Kreativitätspart hingegen ist für mich etwas sehr Persönliches, fast Intimes.

Und je nach Belieben neigt jemand mehr zu der einen und mehr zu der anderen Seite, jeder schafft sich sozuagen sein persönliches Mischungsverhältnis - und das ist auch gut so, finde ich. Denn das fällt für mich unter den Begriff: Persönliche Freiheit.

Schwierig und in meinen Augen auch etwas übergriffig wird es dann, wenn jemand versuchen möchte, einen anderen zu seiner "Mischung" zu bekehren. Denn Kunst ist in meinen Augen auch ein Ausdruck des SoSeins, der Persönlichkeit - und das soll sich auch in der Malweise ausdrücken dürfen.

Liebe Grüße
Astrila

Nach oben 28.08.2010, 16:14 Nach unten

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Adrian hat geschrieben:
@alle: Über Regeln beim Handwerk sind wir uns glaube ich alle einig. Das ist so sonnenklar, dass man darüber eigentlich nicht zu sprechen braucht. Die spannende Frage ist: Ab wann wird ein Handwerk zu einem Kunstwerk? Oder um mit Sonja's Worten zu sprechen: Ab wann wird ein Kuchen von einem Produkt zu einem Kunstobjekt? Am Rezept allein kann es nicht liegen. Und um damit die Kurve zum Kern des Themas zu bekommen: Entscheiden Regeln darüber ob etwas als Kunst als "Vermittlerin des Unaussprechlichen" wahrgenommen werden kann, oder ist der Kunst-Aspekt vollkommen losgelöst davon?


Hallo Adrian ich Denke sowohl als auch,ein Kunstwerk ist für mich ein Sichtbarer Prozess,der einen Kontext braucht.Wenn es ein Abstraktes oder meistens nicht schönes Werk ist verweilen wir selten darin.
Der Prozess der mit Denken und Ausführung zu belegen ist Künstlerische Meisterschaft,und dann was ist es für ein Stil .Beim Realismus ist es eher einfach die Meisterschaft zu erkennen als bei Abstrakten Bildern,da gebe ich dir mal wieder Recht ohne Kontext gehts nicht.zb 1905 stellt eine Gruppe junger Künstler in Paris ausLesFauves der berühmteste unter ihnen Henri Matisse Beardsley hatte eine Begabung für Dekorative Vereinfachung,GauguinsFarbensinn hatte ihn stark beeinflusst.Er studierte die leuchtenden Farben orientalischer Teppiche und Afrikanischer Landschaften und prägte einen Stil der das Kunstgewerbe stark beeinflusst hat.Was ich damit sagen will ist es gab unter Künstlern immer einen Austausch,so ist es heute nicht jeder will alleine sein Süppchen kochen,es gibt auch viel mehr als früher und eine Auseinandersetzung mit allen geht nicht so einfach,Kunst ist ein erarbeiten an neuem und immer wieder neu erfinden von sich selber,die liebe an der Arbeit sich weiterzuentwickeln,macht sichtbar ob es Kunst ist oder nicht,der ewige Prozess des suchens und schauens kann ein Schritt in richtung Kunst sein.co :winken: co

Nach oben 28.08.2010, 19:27 Nach unten

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Ich habe noch was vegessen,beim Kuchen kann eine selbstgemachte Zitronensosse Kunstvoll verziert mit eigener Kreation von Minzblättern gefüllt mit Creme de la coco für ein Kunstwerk sorgen.
Ich finde das jedes Bild das gemalt wird ein Kunstwerk ist ob ein gutes oder schlechtes liegt an der Technik und Rafinesse.co :winken: co

Nach oben 28.08.2010, 19:41 Nach unten

Acrylmalerei

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Beitrag: Re: Kunst und Regeln - 28.08.2010, 19:27 coco coconing hat geschrieben:
Wenn es ein Abstraktes oder meistens nicht schönes Werk ist verweilen wir selten darin.


Hallo coco

1. schliessest du da vielleicht von dir auf andere?
2. gibt es eine Berechtigung, Abstraktes und Nicht-schönes derart in eine Topf zu schmeissen?

Jedenfalls ist diese Behauptung in Bezug auf abstrakte Werke so völlig unhaltbar.
armando

Nach oben 28.08.2010, 20:22 Nach unten

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Nein so meine ich es nicht da sollte ein Komma hin.Ich meine damit Abstrakt wird meistens nicht verstanden ohne Kontext(natürlich meine ich auch mich aber da ich mit anderen darüber spreche
meine ich auch sie.Und nicht schöne Bilder sind für mich z.bvon Ernst Barlach Barmherzigkeit,es ist nicht schön aber stark in seiner Aussage.Es ist das Thema was man damals1919 nicht sehen wollte.
es ist aus Holz also kein Bild.Aber es erzeugt Bilder in einem.co :winken: co

Nach oben 28.08.2010, 20:56 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Beitrag: Re: Kunst und Regeln - 28.08.2010, 15:48 armando hat geschrieben:
Hallo Gine

Du resumierst: «Öh, eigentlich kann man sich bei diesem Thema "Kunst und Regeln" nur verlaufen.»

Finde ich eigentlich nicht!
Bloss denke ich, dass es vielleicht weiter führt, wenn wir vom Grundsätzlichen einmal herunterkommen und die Frage an einem praktischen Beispiel prüfen.


Hallo Armando :winken:
Aber die Frage (dieser Thread) stellt sich doch erst mal nach dem "Grundsätzlichen"; sonst führt es eben in endlose Diskussionen. Entweder ist beim Thema "Kunst und Regeln" nichts einvernehmlich an Grundsätzlichem zu sagen/diskutieren,oder irgendjemand hat die ultimative Antwort darauf.

Ich hätte da aber ggf. ein gutes Beispiel. Obwohl ich nicht mehr weiß, um was es hier konkret gehen soll. Weiß das überhaupt noch jemand hier?

1. Joseph Beuy(e)s (Schreibweise immer noch umstritten):
Er war studiert. Er war ein Könner! Sozusagen und unumstritten ein Künstler.
Seine Kunst bestand zunächst einmal in "klassischen" Zeichnungen und Gemälden. Eigener Stil, aber alles noch im Rahmen der Regeln (Kompo, Perspektive etc.)

Dann wagte er sich über den Tellerrand hinaus: Badewanne mit Butterfleck; einen Stuhl in den Raum stellend ohne irgendwas drauf oder drum rum (nur ein Stuhl); eine normale Streichholzschachtel mit aufrecht herausragendem Streichholz.

Alles fein säuberlich im Rahmen von Ausstellungen verglast oder durch Kordelständer vor Nähe oder Zugriff abgegrenzt. Ok, da mag die Reinemachefrau mit dran schuld sein :mrgreen:

Ich fühlte mich damals etwas ver....äbbelt.
Schließlich würde sich niemand dafür interessieren, wenn Gine eine Streichholzschachtel nimmt und ein Streichhölzchen daraus vertikal und mit der Innenschachtel verklemmt aufstellt.

Oder ihren Küchenstuhl auf die Straße oder irgendwo in einen großen Saal stellt.

Oder eben Bütterkes auf den Badewannenrand streicht und ruft: Leute, guckt mal :winken:

Es hätte keiner mit Kunst und deren "Regeln" verbunden. Eher wäre ich in der Zwangsjacke "eingeliefert" worden.

Beuys wollte damit die Regeln der "normalen" Kunst (das Handwerk eben) brechen und mit soziologischen Aspekten verbinden. Ob das nun wirklich "Kunst" war, wird heute -glaube ich- keiner 100pro bestätigen können. Die Krux war sein Metier verbunden mit Problemen und Animositäten der Gesellschaft. DAS darzustellen, wurde als Kunst anerkannt. Aber war da eine Regel erkennbar?

Und irgendwie - im Kontext - kann ich heute auch Beuys GESAMTE Werke als Kunst verstehen.
Aber "Regeln" hat er eben nur teilweise beachtet und war ansonsten "frei" in seinen persönlichen Assoziationen und in seinem Wirken. Das hat ihn dann auch berühmt gemacht und mit Anerkennung als einen wahren Künstler belohnt.


Seine persönliche Künstlergeschichte ruft aber nicht zum Nachahmen auf. Es wäre nur ein offensichtlicher Abklatsch-Versuch.

Insofern braucht es schon etwas Neues und Innovatives, um in der Kunstwelt anerkannt zu werden. Diese wird wohl zunächst einmal die "Regeln" prüfen. Dann das Individuelle, was über die Regeln hinaus geht. Ob in Richtung "innovativ" und "bahnbrechend".
"Könner" im Sinne der klassischen Kunstregeln gibt es inzwischen genug. Ob im professionellen oder im eher "freizeitmalerischen" Bereich.

Aber wer hat (von uns) dieses Ziel im Fokus, ein anerkannter Könner nach den gesetzten Regeln der Kunst zu sein? Hört es dann nicht irgendwann auf, Spaß zu machen?

Klar, irgendwann möchte jeder seine Werke anerkannt bekommen. Auch gerne hören, dass er sein Handwerk beherrscht. Das wird aber irgendwann nicht mehr genug sein....
Das Ego will dann mehr, wenn der besagte Status erreicht ist. Und dann bricht man die "Regeln" oder will neue Regeln setzen. Oder so.....

Nach oben 28.08.2010, 21:14 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Ja Danke Gine, wir kommen der Sache näher (zumindest mit dem Anfang und dem Mittelteil)

Was unterscheidet Beuys von Gine und mir? Was ist der Unterschied ob er das machte, oder ob wir das tun? Oder was ist der Unterschied zwischen Malewitsch's Schwarzen Quadrat und wenn wir ein schwarzes Quadrat malen? Was ist der Unterschied zwischen Kunst und Nichtkunst?

Es ist nicht das Ergebnis selbst, wie man an obigen Beispielen leicht feststellen kann. Es ist das, was zu dem Ergebnis führt. Es ist der "Kontext", der entscheidet. (ich weiß, ich wiederhole mich, für alle die es nachlesen wollen: Re: Auseinandersetzung mit der Kunst)

Wenn man das erstmal kapiert, akzeptiert und verdaut hat, dann werden viele Mysterien um die "Kunst" plötzlich klar. Übrigens auch jedes einzelne Zitat, was bei uns zufällig über jeder einzelnen Kritzelmeisterseite steht.

Also: wenn Kunst sich nicht durch das Ergebnis ansich definiert, kann dann Kunst selbst Regeln unterliegen? Der handwerkliche Prozess, der zu dem Ergebnis führt, unterliegt Regeln. Nicht aber die Kunst, die sich erst durch den Kontext des Ergebnisses offenbart.

Das ist mein Statement, und ich bitte inständig um Zerrisse und Widerlegungen.

Nach oben 28.08.2010, 21:46 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
:kapituliere: :kapituliere: :kapituliere:

Ätsch, ich spiele nicht mehr mit :rofl: :rofl: :rofl: .

Nach oben 28.08.2010, 21:54 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Kunst und Regeln
Beitrag: Re: Kunst und Regeln - 28.08.2010, 21:54 Lucie hat geschrieben:
:kapituliere: :kapituliere: :kapituliere:

Ätsch, ich spiele nicht mehr mit :rofl: :rofl: :rofl: .


Genau. Die eigene Meinung dazu ist gesagt. Basta. :kapituliere:
Bei Gelegenheit unterhalte ich mich noch einmal mit einem Kunstprof darüber. Ob das effektiver sein wird, entschließt sich meiner Kenntnis :rofl:

Nach oben 28.08.2010, 22:05 Nach unten
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