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 Warum Leinen statt Baumwolle 
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Eitempera

Beitrag  Warum Leinen statt Baumwolle
"Leinwand" gehört zu den Begriffen, die gerne verwechselt werden. In folgenden Zusammenhängen wird es gerne verwendet:

- Leinwand-Bindung ist eine Webtechnik (Bindung), so wie Köper, Panama usw. Die Leinwand-Bindung ist die einfachste Bindung: eins rauf, eins runter. Sie wird neben der Köper-Bindung gerne für Stoffe zur Bespannung von Keilrahmen verwendet.
- Leinwand nennt man die Projektionsfläche im Kino, auch wenn diese mit Webtechnik nicht mehr viel zu tun haben muss.
- Mit Leinwand werden manchmal Stoffe aus dem Material Flachs = Leinen bezeichnet.
- Schließlich wird der Begriff "Leinwand" gerne für die Bezeichnung bespannter Keilrahmen verwendet, was strenggenommen nicht richtig ist, wenn der Rahmen zum Beispiel mit Baumwollstoff in Köperbindung bespannt sind.

Da häufig angenommen wird, dass Leinen zum Bemalen besser ist, als Baumwolle, sind Billigstkeilrahmen auf der Rückseite gerne so eingefärbt, dass sie wie Leinen wirken und vorne weiß grundiert. Laien lassen sich dadurch täuschen. Vielmehr ist es aber so, dass vor 500 Jahren, als der Keilrahmen erfunden wurde, Leinenstoff in Leinwandbindung dass billigste war, was verfügbar war. Baumwolle in aufwändigeren Bindungen war wohl wesentlich teurer. Heute ist es so, dass Leinen mehr kostet als Baumwolle, weil Baumwolle in Billiglohnländern im großen Stil hergestellt wird - wir kennen das von Kleidung.

In den meisten Fällen ist Baumwolle in Köperbindung der optimale Malgrund. Zum Beispiel, wenn ohnehin viel Spachtelmasse aufgetragen wird, oder wenn eine besonders feine Oberfläche durch Grundieren und Schleifen erzeugt werden soll und immer dann, wenn der Untergrund sowieso ein untergeordnete Rolle spielt. Stoffe aus Leinen sind oft wesentlich grober als Baumwollstoffe. Wenn die Struktur des Untergrundes deutlich hervortreten soll und zum Bildelement werden soll, sind solche Stoffe angebracht.

Im letzten Malkurs der Kunstwerkstatt Olma bei der Malerin Veronika Olma hat eine Teilnehmerin mit den Farben des Stoffes gespielt. Sie hat bei mir Keilrahmen mit einer ungrundierten Leinenbespannung (320 bzw 360 Gramm/qm) bestellt. Diese wurde mit einer transparenten Grundierung (Transparent-Gesso) grundiert. Die Motive sind nicht bildfüllen und auch an anderer Stelle wurde die Farbe des Stoffes manchmal einfach übernommen. Marlise ist eigentlich Aquarellmalerin, dadurch ist sie es natürlich gewohnt, die Farbe des Untergrundes ins Motiv einzubauen.

Nach oben 25.02.2014, 09:03 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Warum Leinen statt Baumwolle
Beitrag: Warum Leinen statt Baumwolle - 25.02.2014, 09:03 pigmenttankstelle hat geschrieben:
Leinwand-Bindung ist eine Webtechnik (Bindung), so wie Köper, Panama usw.

Panama ist auch eine Leinwandbindung, es sind dort mehr Fäden, die nebeneinander verlaufen. Die Grundbindungen sind Leinwand, Köper und Atlas. :D

Irgendwann will ich mich auch mal auf so einer Leinen-Leinwand versuchen. Das sieht so toll aus.

Nach oben 25.02.2014, 12:45 Nach unten

Mal dies, mal das...

Beitrag  Re: Warum Leinen statt Baumwolle
Beitrag: Re: Warum Leinen statt Baumwolle - 25.02.2014, 12:45 Sabbel hat geschrieben:

Irgendwann will ich mich auch mal auf so einer Leinen-Leinwand versuchen. Das sieht so toll aus.


Dem kann ich mich nur anschließen. Ich glaube vor einigen Wochen beim Boesner mal sowas gesehen zu haben. Nur sind meine Vorräte an bespannten Keilrahmen (Kurve gekriegt! :rofl: ) noch zu groß, um da was draufzustapeln...

Nach oben 25.02.2014, 14:18 Nach unten
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