"Nicht die Abbildung der Wirklichkeit ist das Ziel der Kunst, sondern die Erschaffung einer eigenen Welt." (Fernando Botero)




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 Keilrahmen selbsgemacht 
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Beitrag  Keilrahmen selbsgemacht
Hallo Ihr Künstler,

nun wird es aber mal Zeit, dass ich mich bei Euch melde und einen Tipp abgebe, wie man Geld beim Keilrahmen sparen kann. Den mach ich nämlich selbst!
Im Bauhaus lasse ich mir Hartfaserplatten, 3 mm dick, unbeschichtet auf das gewünschte Maß zusägen, oder ich bekomme Restplatten das ist ja noch preiswerter.
Dazu kaufe ich mir Vierkantholz, 2,4 m lang und 14 mm Seitenlänge das Stück zu Euro 2,50.
Eine Tube Ponal Holzleim und ein Eimerchen Latexfarbe in weiß.
Die Vierkantleisten säge ich auf Gehrung auf das Außenmaß der Hartfaserplatte und klebe sie mit Ponal außen kantenbündig auf die Platte. Anschließend werden mit Schleifpapier die Außenkanten noch glatt geschliffen und die Oberkante bekommt einen kleinen Radius. Nun wird der Rahmen mit der Latexfarbe auf beiden Seiten mit der Rolle bearbeitet.
Dieser selbstgebastelte Rahmen in der Größe 60 x 60 kostet ca. Euro 3,50 und eine halbe Stunde Arbeitszeit.
Vielleicht ist das eine kleine Anregung und Ihr habt Lust das mal nachzumachen. Viel Spaß dann.

Nach oben 17.12.2011, 16:46 Nach unten

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
    Hallo LoupGarou,
    für Hobbybastler ist das bestimmt ein guter Tipp. :klasse:


Nach oben 18.12.2011, 06:50 Nach unten

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
Beitrag: Keilrahmen selbsgemacht - 17.12.2011, 16:46 LoupGarou hat geschrieben:
Hallo Ihr Künstler,

nun wird es aber mal Zeit, dass ich mich bei Euch melde und einen Tipp abgebe, wie man Geld beim Keilrahmen sparen kann. Den mach ich nämlich selbst!
Im Bauhaus lasse ich mir Hartfaserplatten, 3 mm dick, unbeschichtet auf das gewünschte Maß zusägen, oder ich bekomme Restplatten das ist ja noch preiswerter.
Dazu kaufe ich mir Vierkantholz, 2,4 m lang und 14 mm Seitenlänge das Stück zu Euro 2,50.
Eine Tube Ponal Holzleim und ein Eimerchen Latexfarbe in weiß.
Die Vierkantleisten säge ich auf Gehrung auf das Außenmaß der Hartfaserplatte und klebe sie mit Ponal außen kantenbündig auf die Platte. Anschließend werden mit Schleifpapier die Außenkanten noch glatt geschliffen und die Oberkante bekommt einen kleinen Radius. Nun wird der Rahmen mit der Latexfarbe auf beiden Seiten mit der Rolle bearbeitet.
Dieser selbstgebastelte Rahmen in der Größe 60 x 60 kostet ca. Euro 3,50 und eine halbe Stunde Arbeitszeit.
Vielleicht ist das eine kleine Anregung und Ihr habt Lust das mal nachzumachen. Viel Spaß dann.

so mache ich das auch, bis auf die latexfarbe und stärkere leistenstärke (aber nur ca 2 euro à 3 m x 3cm x 1,5cm). besonders bei großformaten macht sich die mehrarbeit bezahlt.
aber mit einer halben stunde arbeitszeit komme ich nicht aus. solange brauche ich schon um die leisten zurechtzusägen.

edit. bei der größe von 60x60 könnte man bei dickeren restplatten bleiben (HDF zum Beispiel). weniger arbeit und günstiger aber schwerer.

Nach oben 18.12.2011, 15:03 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
Hallo LoupGarou,

in der Vorweihnachtszeit bastelt man halt gerne...!

Du hast einen sicherlich geeigneten Malgrund geschaffen, aber ein Keilrahmen ist es genau NICHT! Ein Keilrahmen zeichnet sich nämlich dadurch aus, dass ein textiler Stoff über einen Rahmen aus Holz gespannt wird. Der Rahmen ist so beschaffen, dass man ihn mit Hilfen der so genannten KEILE (weil keilförmig) nachspannen kann, sollte der Stoff schlapperig werden.

Da Deine Arbeit weder die typischen Rahmenschenkel aufweist, noch die Möglichkeit (oder Notwendigkeit) ihn nachzuspannen, würde ich ihn als Malgrund oder auch Malkörper bezeichnen.

Würde man einen Keilrahmen 60 x 60 cm bauen wollen, würde man insgesamt 2,4 laufende Meter Rahmenschenkel benötigen. Diese Rahmenschenkel gibt es bereits mit fertig vorbereiteten Eckverbindungen und einer Wulst, die den Stoff vom Holz weghält. Sie haben den Vorteil, dass sie aus Stücken zusammengesetzt sind und dadurch stabiler und absolut astrein. (Astrein ist wichtig, damit sie sich nicht verziehen. Kosten bei 1,80 EUR/Meter: 4,30 EUR. Dann benötigt man den Stoff. Sollte man nich irgendwie was aus Baumwolle oder Leinen (alte Tischdecke) übrig haben, kosten die erforderlichen 0,5m² etwa 2,30. Insgesamt also 6,60 EUR.

Zugegeben, das ist etwas teurer als die Platten/Leisten-Version, das Bauen dauert aber kaum länger als 10 Minuten, und während die einen noch die Späne vom Zusägen wegkehren, malen die anderen schon...

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 20.12.2011, 08:33 Nach unten

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
ich säg dann noch ein bisschen :grins:
gut für die muckis :rofl:

Nach oben 20.12.2011, 19:47 Nach unten

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
Jetzt hätte ich mal eine Frage dazu!
Ich hab zwei große Keilrahmen zuhause,
die ich total oft übermalt habe.
Die Leinwand selber ist also futsch.
Ich will die Rahmen aber nicht wegwerfen, weil sie sehr stabil sind!
Welchen Stoff könntet ihr da empfehlen?
Was ist der beste, um diese Rahmen neu zu bespannen?
Was nehmt ihr?
Habt ihr da Rat für mich?
Wo bekomm ich eventuell günstig an solchen Stoff, oder Leinen?

Nach oben 20.12.2011, 19:58 Nach unten

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
vielleicht gibts bei B oder G auch gewebe zum abschneiden? denke nicht dass du gleich 10 meter brauchst...

oder mach es so wie LG und ich. lass dir im baumarkt dünne mdf platten passend zuschneiden und klebe diese auf die rahmen. is denke ich das einfachste. je nachdem wie weit es du zu einem fachgeschäft hast (sprit ist ja auch nicht gerade billig :? ) oder versandkosten falls du es schicken lässt.

oooooder - wie von wolfgang vorgeschlagen - du opferst deine tischdecken :lol:

Nach oben 20.12.2011, 20:42 Nach unten

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
Paßt schon Luceo,
hab gerade was entdeckt! :grins:

Nach oben 20.12.2011, 20:47 Nach unten

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
ab und an, hat Ikea, einen leinen änlichen stoff, der ist nicht teuer, kannst selber abschneiden wieviel du brauchst, und ich fin ihn gut.. hab damit auch schon einen keilrahmen bespannt..

Nach oben 20.12.2011, 20:49 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
Mel,

tatsächlich hat IKEA geeignete Stoffe. Wenn es sich um große Rahmen handelt, würde ich einen mit mindestens 280 Gramm/m² nehmen. Ein Baumwollstoff mit Köperbindung wäre optimal. Sollte er bedruckt sein, verschwindet das beim Grundieren. Wir hatten mal einen IKEA-Stoff mit Muster, der hat einige Monate als Tischdecke auf unserem Malkurstisch (etwa 7 Meter lang) gedient. Gekostet hatte er einen EUR pro Quadratmeter. Das war ein Extraschnäppchen, normalerweise bekommt man was ab 2 - 3 EUR/m². Als genug Sekt- und Kaffeflecken drauf waren, habe ich den Stoff auf Keilrahmen gespannt. Besser ist es, ungewaschene Stoffe zu verwenden. Sind Stoffe häufig gewaschen, wie bei alten Tischdecken, dann kann es Probleme mit der Spannung geben.
Da Du offenbar die Neigung hast, Bilder oft zu übermalen, wäre ein Leinenstoff hinausgeschmissenes Geld. IKEA und andere Stoffhändler haben den Vorteil, dass Du auch kürzere Abschnitte bekommst. Den optimalen "Provence" bekommst Du bei Boesner nur in 10 Meter-Ballen. Ich kaufen ihn auf 100-Meter-Rollen und kann Dir bei Bedarf Zuschnitte senden: (4,60 EUR/m² plus Versand).

@Luceo non uro: Malst Du schon, oder sägst Du noch?

Frohes Schaffen/Sägen!

Wolfgang

Nach oben 21.12.2011, 10:40 Nach unten

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
Danke Wolfgang für deine Erkläung!
Ich wäre eher der Meinung gewesen,
daß man solche Stoffe eher waschen soll,
wegen der Imprägnierung, die dann meistens keine Grundierung zulassen,
oder eher nur wenig!
Das mit deinen Zuschnitten wäre eine gute Idee, ich werd mal nachschauen, wie groß die Rahmen sind und mich dann per
PN bei dir melden!


"Da Du offenbar die Neigung hast, Bilder oft zu übermalen, wäre ein Leinenstoff hinausgeschmissenes Geld. "

:rofl: Ich neige eigentlich nicht dazu,
nur wenn ein Bild so ganz und gar nicht das wird, was ich will,
dann kann ich auch nicht gleich den Keilrahmen wegschmeissen,
das würde mir leid tun,
also kommt schon mal noch ne Schicht drauf!
Denke mal, macht doch jeder!

Nach oben 21.12.2011, 11:02 Nach unten

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
Da hat Wolfgang wirklich Recht! Ein Keilrahmen ist zum auskeilen da und alles andere ist eher ein Malkörper. Mir stellt sich auch die Frage, warum man bei einer solchen Konstruktion nicht direkt die Grundplatte bemalt und die Leisten + Stoff gleich weglässt! Einer der riesen Vorteile von echten Keilrahmen ist, das er trotz seiner Größe wenig wiegt! Wer einmal größere Formate gemalt hat, weiß das zu schätzen. Außerdem besteht bei einem richtigen Keilrahmen immer noch die Möglichkeit das Bild abzunehmen, den Rahmen auseinanderzunehmen, das ganze viel leichter zu transportieren und vor Ort, z.B. in einer Ausstellung wieder zusammen zu setzen.

Über Jahre hinweg habe ich statt echter Leinwand, die mit unter recht teuer ist, denn Nesselstoff verwendet. Den gibt’s in jedem Stoffladen mit unterschiedlichen Bindungen und auch Übergrößen bis 5 Meter und mehr. Er besteht aus Baumwolle in unterschiedlichen Stärken, hat eine gleichmäßige Oberflächenstruktur, wenig Schrumpffaktor und es gibt ihn von der Rolle oft sogar zum Sonderpreis.

LG :santawink:
Andreas

Nach oben 21.12.2011, 11:06 Nach unten

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
Hola Wolfgang,

hab noch was vergessen! Welche Verbindung benutzt du bei deinen Keilrahmen? Hast du vielleicht ein Foto?

Danke und frohes weihnachtliches Keilrahmenbauen… :santanickt:

Nach oben 21.12.2011, 11:14 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
@Mel:
Da muss man mal schauen, wie das ist mit der Imprägnierung. Wir hatten noch keine Probleme. Seltsamerweise spannt sich der ungewaschene und unimprägnierte "Provence" beim Grundieren und wird beim Trocknen wieder etwas weicher. Gewaschene Stoffe werden weich, wenn Sie durch die Grundierung feucht werden und spannen sich beim Trocknen. Wir hatten mal eine Malschülerin, die wollte auf einen sehr alten Leinenstoff von der Oma malen, den mussten wir auf einen Baumwollstoff aufkaschieren, weil er sonst nicht stabil genug war.


Hola Andreas,

zunächst mal volle Zustimmung zu dem, was Du schreibst. Es gibt, was das Malen betrifft, einige tiefsitzende Vorurteile: Maler haben einen weissen Kittel und eine Baskenmütze, sie stehen immer mit einer Palette herum, und gemalt wird auf Leinen. Letzteres führt dazu, dass billigste Keilrahmen aus Fernost mit einem Baumwollstoff bespannt sind, der hinten leinenfarben bedruckt ist, damit Menschen, die sich nicht auskennen, denken, es handle sich um Qualität.

Richtiger ist vielmehr, dass Keilrahmen klassisch mit dem Billigsten bespannt werden, das zur Verfügung steht. Als die Keilrahmen vor 500 Jahren erfunden wurden, gab es in Europa noch keine Baumwolle und das Billigste war Leinen. Heute ist Baumwolle billiger, und es liegt nahe, Baumwolle zu benutzen. Für mich ist dann auch noch wichtig, wie gut ein Material sich verarbeiten lässt, vor allem auch von Anfängern und wie stabil es ist. Da ist eben "Provence" o.ä. optimal, und zwar ungrundiert.

Selbstverständlich gibt es davon Ausnahmen, wenn man nämlich eine bestimmte Struktur des Stoffes erhalten möchte, oder auf bedruckte oder bestickte Stoffe malen möchte.

Ich kaufe an die zehn Kilometer Keilrahmenschenkel im Jahr. Nach dem ich zwei mal direkt beim Hersteller im Westerwald abgeholt habe, kauf ich wieder bei Boesner, der sie ebenfalls dort kauft. In aller Regel ist es Classic45 oder Standard45: http://www.boesner.com/boesner/servlet/ ... 55e7f:5a32
Im Sommer hab´ ich mal vier Rahmen 40 x 40 cm aus museo65 gebaut - das war toll! Aus Classic65 habe ich die acht Stück 240 x 120 cm gebaut.....

Es ist die klassische Eckverbindung "auf Gehrung mit verdeckter Überplattung" oder so.
Beantwortet das Deine Frage?

Ein paar Fotos gibt es auch hier:Leinwand selber spannen ? und hier: Qualität Keilrahmen

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 21.12.2011, 12:42 Nach unten

Aquarell, Acryl

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
arte60 hat geschrieben:
Mir stellt sich auch die Frage, warum man bei einer solchen Konstruktion nicht direkt die Grundplatte bemalt und die Leisten + Stoff gleich weglässt!

das frage ich mich auch :gruebel:
ich habe (zugegeben nur kleine Formate bis 30x40cm) die HDF/MDF Platten direkt beidseitg mit Acrylfarbe grundiert und dann ohne jegliche "Rahmenkonstruktion" mit Acryl- oder Ölfarben bemalt :upps:

Nach oben 21.12.2011, 12:49 Nach unten

kritzelkram

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
:winken:

Ich bastele hin und wieder auch diese maltafeln/malkisten/malbretter, wie weiter oben beschrieben.

Unabhängig von der technischen funktion geniesse ich es, ein bild, mit dem ich schon länger "schwanger" gegangen bin, grundsätzlich vorzubereiten, das hat etwas meditatives, fast rituelles, einen solchen malgrund in guter qualität zusammenzuschreinern, mit stoff zu beziehen und zu grundieren. Hab auch zuweilen länger am malgrund gearbeitet als am bild. [ :rofl: ]

Vom gefühlswert her kann da ein keilrahmen nicht mithalten...

Wichtig ist natürlich, wie wolfgang weiter oben beschrieben hat, nur hochwertige, verzugsarme materialien zu verwenden, weil einfach wieder geradedengeln wie einen keilrahmen kann man eine solide verarbeitete maltafel natürlich nicht...

:winken:

Nach oben 21.12.2011, 13:08 Nach unten

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
Hola Hermann,

eigentlich gibt es für mich nur zwei verschiedene Bewegründe nach denen ich den Malträger auswähle.

1. Die Größe. Wer jemals eine 150x150 cm Holzplatte durch die Gegend geschleppt hat, der weiß, dass er in Zukunft ab einem bestimmten Format lieber auf Keilrahmen zurückgreift.
2. Brauche ich einen absolut glatten Untergrund oder möchte ich sogar darauf etwas applizieren, dann kommt eigentlich nur ein fester, glatter und unbeweglicher Untergrund in Frage, wie z.B. Holz. Genauso wie bei ausgefallenen Formaten wie z.B. Halbkreise, Sterne usw.

Und dann gibt es noch die Alternative eine Holzplatte mit Leinwand/Baumwolle direkt zu bespannen, wenn man Wert auf die Stoffstruktur legt.

Bei der obengenannten Methode gibt es aber außerdem noch einige Nachteile, so ist ein nachträgliches Spannen der Leinwand nicht möglich und auch das Befeuchten der Leinwandrückseite falls man mal eine Delle ausgleichen will, ist nicht möglich.

Letztendlich ist aber die nachfolgende Behandlung bei allen Malträgern, also das Grundieren der entscheidende Punkt!

Vom Gefühlswert kann ich da eigentlich keinen Unterschied feststellen, denn bei der Verwendung eines Keilrahmens, muss man ja zuerst auch den selbigen zusammenbauen, in einen rechten Winkel bringen, die Leinwand aufspannen und mindestens dreimal grundieren. Also Arbeit und Konzentration ist das schon!

Hola Wolfgang,

hm ich dachte du stellst die Keilrahmen selber her. Das System von Boesner kenne ich natürlich. Das Problem in Spanien ist, das hier immer noch die Keilrahmen nach dem alten französischen System verkauft werden, also drei Grundformate in verschiedenen Größen und die Keilrahmengehrungen sind gegratete Doppelzapfsysteme. Derjenige der dieses System erfunden hat, sollte lebenslänglich zu Keilrahmenschnitzen ohne Hilfsmittel verurteilt werden! :mrgreen: Somit musste ich mir für meine Formate oft zwei Keilrahmen kaufen, um sie auseinander zu nehmen und aus ihnen ein Endformat zu basteln. Dazu kommt noch, dass die Doppelzapfen so schlecht verarbeitet sind, dass man bei einer Vertauschung der Keilrahmenleisten Probleme bekommt, sie wieder zusammen zu fügen. Natürlich bekommt man auch Sonderanfertigungen, aber das zum doppelten Preis. Deshalb hatte ich die vage Hoffnung, dass vielleicht jemand ein simples System von Keilrahmengehrungen kennt, welches man selber herstellen kann.

Ah, bei deiner Aufzählung zum Künstlerklischee hast du das Wichtigste vergessen: Rotwein trinkend in großen Mengen! :grins:

LG :spanien1:
Andreas

Nach oben 21.12.2011, 16:12 Nach unten

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
edit: achso, ich grundiere die platte nur und die leisten kommen hinter die platte, damit es so ähnlich aussieht wie ein keilrahmen und damit man es besser aufhängen kann. :wink:

Nach oben 21.12.2011, 18:41 Nach unten

kritzelkram

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
Ot an andreas (richtig ot isses glaubich nicht)

Andreas, du hast natürlich völlig recht in deinen ausführungen...

Ich hatte vergessen zu sagen, dass meine malbretter eigentlich starre bildträger sind, gutes (!!) buchensperrhholz auf buchenrahmen, in der tiefe dem format angepasst, aber schon deutlich tiefer als die im handel unter dem namen tintoretto (?) erhältlichen maltafeln...

Mein ausgangsproblem war ähnlich dem deinigen, ich male nunmal zumeist kleinere formate, und da kommts zuweilen auf jeden zentimeter bildgrösse an. Hab ich keilrahmenschenkel ausserhalb des gängigen 5-cm-rasters nachgekauft haben sie seltenst zu denen gepasst, die ich bereits hatte und ich musste nacharbeiten und teuerer sind solche sondermasse ohnehin

Vorteil dieser kästen (für mich, nur für mich) ist der, dass ich auch feinfädige gewebe, die eigentlich nicht spannbar sind, so grundieren kann, dass die textur noch erahnbar bleibt und dass diese immer etwas rundliche kante des keilrahmens wegfällt, bei mir kommt da ein rechter winkel, der m. e. gerade ungerahmten kleinen formaten eine gute räumliche präsenz gibt (objektcharakter). Vom gewicht her sind diese kästen leichter als vergleichbare mehrfach aufgedoppelte keilrahmen, die m. e. auch ziemlich hässlich sind, wenn man sie rumdreht...

Die qualität der gängigen keilrahmenproduktion hattest du ja auch angesprochen, wenn man gelegenheit hat, sich ein altes bild von der rückseite her zu betrachten sollte man das unbedingt tun, man wird erstaunt sein, welch ungeheure vielfalt an keilrahmen es vormals gab, vom primitiven fichtenleistchen angefangen bis hin zu mehrschichtigen hartholzrahmen, die so ausgekeilt werden konnten, dass an den empfindlichen bildecken keine spannung entstand.
Es gab keilrahmen ohne keile, die mit excenterschrauben nachgespannt werden konnten (deutsches patent) oder sogar klappkeilrahmen, die man für die malerei draussen benutzte und die so zusammengeklappt werden konnten, dass man die feuchten bilder sicher heimbringen konnte und daheim in den rahmen hängen... Wär fast eine kleine kunstgeschichte des keilrahmens wert...

:winken:

Nach oben 21.12.2011, 19:26 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Keilrahmen selbsgemacht
@arte60
... ach ja, Rotwein....

@alle
... nun könnte man Purist sein und behaupten, alles was nicht auf bespannte Keilrahmen gemalt ist (und zusätzlich ohne Rotwein) geht gar nicht. Es ist aber so, dass das Malen auf Massivholz noch viel älter ist, als das Malen auf Keilrahmen. Die Erfindung wurde gemacht, weil die Holztafeln sehr schwer waren und weil sie vor allem das Problem hatten, dass das Holz eingerissen ist. Hätte es vor 500 Jahren schon die mitteldichte Faserplatte gegeben - wahrscheinlich wäre der Keilrahmen gar nicht so verbreitet.

@pitt
aus technischer Sicht ist es vollkommen richtig, beide Seiten zu grundieren. Damit wird die Gefahr des Verziehens bei größeren, dünneren Platten reduziert.

@rommel
rommel hat geschrieben:
Vom gefühlswert her kann da ein keilrahmen nicht mithalten...

...wenn Du Dich da mal nicht täuschst. Ich habe in diesem Jahr nachweislich über 1000 Keilrahmen gebaut. Ich mache das vor allem, um dabei zu meditieren ...

@arte60
Hola Andreas,
angesichts der hohen Qualität der Boesner-Leisten aus dem Westerwald inkl. FSC-Zertifikat, ist es nicht möglich sowas selbst zu machen. Ich baue lediglich die Keilrahmen aus den Leisten und dem Stoff (und trinke dabei Pilsbier statt Rotwein - das macht den Unterschied zur Kunst).
Da ich mit einer Künstlerin zusammen lebe, deren bevorzugtes Maß 160 x 140 cm ist, bin ich sehr froh, dass sie auf Keilrahmen malt und nicht auf Holz. Ich habe so schon viel zu schleppen.
arte60 hat geschrieben:
Deshalb hatte ich die vage Hoffnung, dass vielleicht jemand ein simples System von Keilrahmengehrungen kennt, welches man selber herstellen kann.

Da kann ich helfen. Es gibt diese Keilrahmen-Leisten, die man ganz einfach millimetergenau auf Gehrung schneiden kann. Ich benutze sie, wenn ich schnell mal ein Zwischenmaß bauen muss (das wäre auch was für Rommel) oder auch für nicht-rechteckige Rahmen. Wenn Ihr kleine Mengen braucht, kann ich helfen (bitte PN), ansonsten bei Mr. Pape bestellen. Hier sieht man, wie die Rahmen gebaut werden( und Mr. Pape). Die Rahmen sind besonders geeignet für Photoprint. Zum Bemalen würde ich nicht über eine Schenkellänge von 80 - 100 cm hinausgehen.

Frohes Bauen!

Wolfgang

Nach oben 21.12.2011, 19:42 Nach unten
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