"Kunst ist, wenn man's nicht kann, denn wenn man's kann, ist's keine Kunst." (Johann Nestroy)




 [ 35 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste
 Qualität Keilrahmen 
Autor Nachricht

Beitrag  Qualität Keilrahmen
Hallo Ihr,

ganz sicher wurde dieses Thema hier bereits häufig angesprochen, wenn ich den Begriff "Keilrahmen" als Suchbegriff eingebe kommen jedoch soooooo viele Beiträge (alleine zigmal bei den Bildvorstellungen), dass ich nicht wirklich eine Antwort auf meine Frage bekomme.

Auf was muss ich achten, wenn ich eine schöne Keilrahmen-Qualität haben möchte? Obwohl ich ja noch nicht lange male habe ich bereits jetzt schon festgestellt, dass es da große Unterschiede gibt.

Was könnt Ihr als Untergrund für meine Acrylbilder empfehlen? Bei den von mir bemalten hatte ich bisher das Gefühl mit Reeves ganz gut zu liegen (vor allem, was das Preis-Leistungs-Verhältnis betrifft). Sicher gibt es auch Unterschiede bei den unterschiedlichen Formaten. Ich denke mal je größer das Bild ist, desto wichtiger die Qualität - oder irre ich mich da?

Bin schon gespannt auf eure Antworten ...

LG Stanu

Nach oben 29.05.2010, 19:24 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Hallo stanu,

es gibt verschiedene Dicken von Keilrahmen. Ich bin noch bescheiden und verwende nur die günstigen 1.8 cm dicken (gäbe auch 4 cm dicke)

Wenn du den Keilrahmen in den Fingern hast, beachte, dass der Spalten in den Ecken nicht mit Klammern zusammen gehalten sind. Denn dort solltest du mit dem Keil den Rahmen auseinander drücken können, wenn er sich verzogen hat.

Beachte die Feinheit des Gewebes. Grobes Gewebe kann man gut bei Spachteleien benutzen, bei Lasuren und fotorealistischen Motiven 'rutscht' dir der Pinsel beim Zwirn hinunter.

Momentan benutze ich oft die günstigen Basis Keilrahmen von gerstaecker.

Nach oben 29.05.2010, 23:01 Nach unten

Acrylmalerei

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Hallo stanu

Mit den Gerstaecker «Basic» habe ich nun einige schlechte Erfahrungen gemacht: das Holz verzieht und verbiegt sich öfters.

Ich habe mit der Firma telefoniert und bekam die Empfehlung: Die Linie «Studio 2» sei schon deutlich besser.
Die sind halt schon etwa doppelt so teuer ... es scheint sich aber doch zu lohnen. Das Holz ist dicker, daher weniger Verzug zu befürchten.
Habe aber noch nicht viel Erfahrung damit.

armando

Nach oben 29.05.2010, 23:14 Nach unten

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Hallo Susanne, hallo Armando,

vielen Dank für die raschen Antworten!

Also mit den Basics von Gerstaecker habe ich schon geliebäugelt. Ich fahre in der kommenden Woche ohnehin zum "Großeinkauf" dort vorbei, habe aber bereits online gesehen, dass eine Vielzahl Keilrahmen aufgrund der momentanen Aktion bereits vergriffen ist.

Nach Boesner werde ich gleich mal googlen. Sagt mir noch nichts aber das will nichts heißen - ich fange ja gerade erst an :D

Bei den Farben habe ich meine Favoriten schon gefunden :P

LG Stanu

Nach oben 30.05.2010, 08:28 Nach unten

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Das ist gar nicht so schwer.Leinwände haben wie Papier ein Gewicht pro m² angegeben.Alles unter 300 Gramm ist schlecht,finde ich jedenfalls.Dann ist noch wichtig das der Stoff hinten ordentlich umgeschlagen und dann getackert oder genagelt wurde.Und am besten ist auch wenn sie 3x grundiert worden ist.Grundsätzlich sind das meistens die Leinwände die als "Handbespannt" deklariert sind.Und gute Leinwände müssen gar nicht teurer sein als schlechte,kommt auf die Firma und den Shop an.

Es gibt ne Firma aus München die machen sehr gute Leinwände,werden in nem Schreibwarenladen verkauft.Ich schau mal nach wie die Firma heisst wenn ich das nächste mal da bin,fällt mir leider nicht ein.Deren Keilrahmen sind 360 Gramm,Handbespannt und 3 fach Grundiert.Ausserdem ist die Leinwand straff gespannt,und nicht so wabelig wie bei schlechten keilrahmen.

Je nachdem für welche Technik gehen Malplatten auch sehr gut,ich mag sie da mann schön mit dem Spachtel arbeiten kann,ohne das die Leinwand sich durchdrückt bzw nachgiebt.

Ich grundiere Leinwände auch grundsätzlich nochmal selber mit einem weissen "Gesso".

Nach oben 30.05.2010, 12:19 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Hallo zusammen!

Ich muss es jetzt zugeben. Meine Leidenschaft gehört nicht der Malerei, sondern eigentlich dem Bau von Keilrahmen. Ich bin einer von denen, die auf Ausstellungen zuerst nach den Rahmen schauen und dann nach den Bildern. In den letzten Jahren habe ich während unserer Malkurse, zu denen auch der Rahmenbau gehört, mehr als 1000 Keilrahmen gebaut. Da ich nebenbei Handwerksmeister bin, bilde ich mir ein, bissl was von Keilrahmen zu verstehen.

Im Prinzip kann man auf alles malen, auch auf alte Fenterläden, aber bei Keilrahmen gibt es ein paar Kriterien, die man beachten sollte:
- Qualität/Stabilität,
- Preis,
- Ökologie

Seit einigen Jahren bekommt man in Baumärkten usw. Keilrahmen für relativ wenig Geld mehr oder weniger nachgeschmissen. Die meisten von ihnen haben gemeinsam, dass Qualität und Ökologie zu wünschen übrig lassen. Zu diesen Produkten gehören auch "ECO" von http://www.boesner.com und möglicherweise "BASIC" von Gerstaecker. Auffallend ist das geringe Gewicht, das daher kommt, dass für die Rahmen ein Holz verwendet wird, das dem Balsaholz ähnlich ist. Dieses Holz wächst in den Tropen. Ich kann meine frühere Behauptung, dass für diese Keilrahmen einem Orang Utan der Baum unter dem A.... weggefällt wurde nicht aufrecht erhalten, aber sicher ist, dass diese Rahmen irgendwo in Südostasien zusammengetackert wurden, zu welchen Arbeitsbedingungen sei dahingestellt. Dann wurden sie viele tausend Kilometer weit transportiert unter trotzdem sind es die billigsten. Sollen durch Euere Malerei wirklich die Umwelt und Arbeiter leiden? Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass die mitgelieferten Keile meist nicht zu verwenden sind - jedenfalls nicht zum Auskeilen. Ich habe schon sogenannte "Keile" aus Plastik gesehen. Die anderen kann man wenigstens zum Ofenanzünden nehmen.
Das leichte Holz hat natürlich auch nicht die Stabilität, die für größere Rahmen erforderlich ist. Ich würde sagen, solche Rahmen kann man mal nehmen, wenn man sie irgendwo günstig findet (Philipp´s Sonderposten) und bis zu einer Größe von 30 x 40 cm.

Gute Keilrahmen sehen anders aus! Das ideale Holz für die Rahmen ist nordische Kiefer oder Fichte. Diese Nadelhölzer sind ideal geeignet. Noch besser, wenn sie ein Umweltzertifikat, wie "FSC" haben. Das trifft zum Beispiel auf die Rahmen "Henry" und "Faustus" von boesner zu. Die Rahmenschenkel, die mein bei Boesner unter der Bezeichnung "Classic" auch lose kaufen kann, bestehen aus kurzen Teilen, die miteinander verleimt sind. Daher sind sie nahezu verwindungsfrei. Schlechte Stellen und Äste sind herausgeschnitten.

Bei "Massenkeilrahmen" wird der Stoff meist durch Automaten und nicht durch Menschen aufgespannt. Das lässt manchmal zu wünschen übrig. Aber immerhin kann man nachkeilen, wenn geeignete Keile aus Hartholz mitgeliefert sind. Worauf man durchaus auch achten sollte, ist die Rechtwinkeligkeit (Die Diagonalen nachmessen). Ich habe schon Keilrahmen gesehen, die 3 cm und mehr aus dem rechten Winkel waren.

Leider kann man auch bei sehr hochwertigen Keilrahmen nur selten erfahren, ob der Stoff dem Öko-Tex Standard entspricht. Er sollte stabil sein und mindestens 250 gr/m² haben. Wenn man auf die Struktur des Gewebes keinen Wert legt, spielt es keine Rolle, ob der Stoff aus Leinen oder Baumwolle besteht. Baumwolle ist bei feinen Stoffen an sich besser geeignet. Seltsamerweise sind Billigstkeilrahmen mit Leinen bespannt, das wesentlich teurer als Baumwolle ist. Die umgangssprachliche Bezeichnung "Leinwand" für bespannte Keilrahmen ist wohl der Grund dafür. Der Gipfel sind billigste Rahmen, die mit Baumwolle bespannt sind, die auf der Rückseite braun eingefärbt ist. Hier soll eine Leinenoptik erzeugt werden, um Käufer zu täuschen. Das System der Keilrahmen wurde vor etwa 500 Jahren entwickelt. Damals gab es in Europa noch keine Baumwolle und Leinen war der gängigste und günstigste Stoff. Aus dieser Zeit hat sich die Bezeichnung "Leinwand" gehalten. Will man allerdings, dass die Struktur des Stoffes im Bild sichtbar ist, bieten sich Stoffe aus Leinen, Hanf, Jute usw. an. Diese bekommt man dann aber nur noch selten als Fertigrahmen, sondern nur als Sonderanfertigung.

Nichts ist meiner Meinung nach schlimmer als ein gelungenes Bild, für das es vielleicht sogar einen Käufer gibt, wenn der Rahmen "die Banane" macht und Beulen hat. Andererseits muss ich nach intensiver Beobachtung sagen: Je hochwertiger und teurer ein Bild, desto mieser der Keilrahmen. Da muss man selbst entscheiden.

Die allerbesten Keilrahmen baut man sowieso selbst, mit dem Vorteil, dass man in Format, Größe, Bespannung, Grundierung usw. vollkommen flexibel ist. Was man dazu braucht ist geeignetes Werkzeug (Tacker, Spannzange) und eine gute Anleitung, die es soweit ich es weiss nicht gibt. Irgendwann schaffe ich es auch noch eine Anleitung auf youtube zu veröffentlichen.

Jetzt ist es doch (wieder) ein ausführlicher Beitrag geworden. Aber was will man an einem letzten Maisonntag bei solchem Wetter machen? Ausserdem könnte ich noch Stunden weiterschreiben.....

Viel Freud beim Arbeiten mit hochwertigem Material!

Wolfgang

Nach oben 30.05.2010, 12:52 Nach unten

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Hallo Stanu,
ich klinke mich ganz "Frech" in Dein Thema ein. :sorry:
:bluemchen: :bluemchen:

Hallole Wolfgang,
Suuuper Beitrag :danke2: :danke2: :danke2:
Jetzt bin ich auf jeden Fall schlauer, weiss in Zukunft was ich kaufen kann und worauf ich achten muss.

Nach oben 30.05.2010, 13:31 Nach unten

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Viiiiiiielen Dank ...

ganz besonders an dich, Wolfgang!
Jetzt weiß ich wirklich, was wichtig bei der Auswahl der Keilrahmen ist. Aspekte, auf die wirklich kaum jemand achtet, die aber auch m. E. unendlich wichtig sind. Nun, zum Selberbauen bin ich leider nicht der Typ, finde es aber gerade bzgl. ungewöhnlicher Größen genial. Ich denke, ab einer bestimmten Größe ist es auch preislich eine sehr gute Alternative.

Dank Armando weiß ich nun auch wie ich an "Henry" und "Faustus" komme. Dienstag oder Mittwoch werde ich Gerstaecker und Boesner hier in der Gegend "abfahren" und shoppen gehen ;-)

@ Weedburner - Dass das Gewicht eine Rolle spielt habe ich auch schon festgestellt. Die schlechten Leinwänder, die ich hatte lagen so bei 180gr, die von Reeves, die ich gestern bemalt habe bei (ich glaube) 375gr und waren auch 3x grundiert. Warum grundierst du zusätzlich nochmal? Was "Gesso" genau ist muss ich noch in Erfahrung bringen. Bisher habe ich noch gar keine Hilfsmittel benutzt.

@ Ria - kein Problem :winken:! Jederzeit gerne wieder ...

Nach oben 30.05.2010, 15:06 Nach unten

Acrylmalerei

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Hallo Wolfgang
Herzlichen Dank!!! Fantastisch,sich mit solchen Kennern austauschen zu können.


Hallo stanu
Ich habe mich bei meinem Beitrag oben "vertan" - die biegefreudigen "Basic" sind von Gerstaecker, nicht von Boesner. Habs inzwischen dort korrigiert.

armando

Nach oben 30.05.2010, 18:56 Nach unten

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Ich habe da aber auch mal ne ziemlich dämliche Frage.Hat es den gleichen Effekt wenn man auf Malplatten malt und die den rahmt.Ich meine Acrylbilder

Nach oben 30.05.2010, 20:13 Nach unten

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Vielen Dank Armando, habe es aufgenommen :daumen:

Nach oben 30.05.2010, 20:20 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Beitrag: Re: Qualität Keilrahmen - 30.05.2010, 20:13 Fleckfieber hat geschrieben:
Ich habe da aber auch mal ne ziemlich dämliche Frage.Hat es den gleichen Effekt wenn man auf Malplatten malt und die den rahmt.Ich meine Acrylbilder


Hallo Fleckfieber,

keine dämliche Frage, sondern gute Frage! Das muss ich mal bissl ausholen (wenn ich darf, und um den Faden von oben weiterzuspinnen):

Angefangen hat das mit der Malerei ja wahrscheinlich auf Höhlenwänden. Auch später haben die Menschen dann auch die Wände ihrer Behausungen und Gebäude bemalt oder bemalen lassen. Das hat mehrere Nachteile: Es kann nicht transportiert werden, und wenn´s einem nicht mehr gefällt, hat man oft wochenlang die Handwerker in der Wohnung. Also hat man angefangen, auf Holztafeln zu malen. Auch das hat Nachteile: Bei großen Formaten wird es richtig schwer, und mit den Mitteln, mit denen man vor ein paar hundert Jahren Holztafeln herstellen konnte haben diese Risse bekommen.

Also hat man vor etwa fünfhundert Jahren überlegt, auf Gewebe zu malen und kam auf die Leinwand, einem damals gängigen Gewebe, das aus Flachs gewebt wird. Die Flachspflanze liefert ja auch das Leinöl. Nun hat Gewebe den Nachteil, dass es hygroskopisch reagiert, also bei unterschiedlicher Feuchtigkeit, sich zusammenzieht oder ausdehnt. Also ersann man einen Holzrahmen der an den Ecken mit einer schreinermäßigen Verbindung zusammengehalten wird, und zwar ohne Leim, Nägel und Schrauben. Diese offene Schlitz-und-Zapfen-Verbindung hat den Vorteil, dass man Keile eintreiben kann. Beim Eintreiben wird der Rahmen größer und der Stoff spannt sich. Keilen muss man nur, wenn der Stoff - wie wir Hessen sagen - schlapperig wird.

Dieses System ist so gut, dass es seit fünfhundert Jahren unverändert benutzt wird. Inzwischen hat man aber auch andere Möglichkeiten. Zum Beispiel "Mitteldichtefaserplatten" = MDF, die ähnlich, wie Papier hergestellt werden. Die verziehen sich nicht und bekommen auch keine Risse. Man kann sie mit einem Stoff bekleben und dann bemalen. Diese Malplatten, die es auch in unterschiedlich Formen (z.B. rund) gibt, kann man nicht auskeilen - braucht man aber auch nicht, weil der Stoff nicht nachgeben kann. Bis zu einer bestimmten Größe machen die Platten durchaus Sinn. Größere Formate müsste man auf dickere MDF-Platten machen, und dann wird´s wieder zu schwer.

Bemalen kann man ansonsten, was immer man will. Der Maler Uwe Lindau http://www.uwe-lindau.de/zum Beispiel, malt direkt auf Hartfaserplatten, oder hin und wieder schon mal auf alten Fenterläden, Fenster oder was immer er findet. Auf Wände wird ausserdem noch heute gemalt, Stichwort: Kunst am Bau.

Acrylfarbe ist recht vielseitig. Es gibt sie als Wandfarbe, Fassadenfarbe, Holzlack usw. Und auf all diesen Materialen kann sie verwendet werden. Auch auf Textilien aus Naturstoffen und vielen Kunstfasern. Polyacryl (Dralon) zum Beispiel ist ein Gewebe, das im Sonnenschutz (Markisen) gerne verwendet wird. Auch darauf halten Acrylfarben. Es gibt Unterschied in der Qualität, aber die Künstlerfarbe sind in der Regel so hochwertig und elastisch (anders als Wandfarbe), dass man sie überall einsetzen kann.

Auch Ölfarben lassen sich auf vielen Untergründen verwenden, sogar auf solchen, auf denen Acryl nicht geht. Der Renner ist allerdings die Eitempera. Die hält nachweislich tausende von Jahren auf Mumien. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass sie sich wunderbar auf Schieferplatten verwenden lässt. Ein Freund hat mal gefragt, ob er mit Eitempera den Kunstlederüberzug des Reserverades seines Geländewagens für eine Saharatour bemalen kann. Wir waren uns nicht sicher, aber er hat es probiert. Nach der Tour hat er erzählt, dass an dem Auto fast alles kaputt war, aber die Bemalung war wie neu.

Mit Untergründen zu experimentieren kann ganz neue Wege öffnen.

In unseren Malkursen legen wir Wert darauf, dass nicht nur gemalt wird, sondern wir versuchen auch Wissen über Untergründe, Bindemittel usw. zu vermitteln. Den Vortrag über Keilrahmen habe ich so ähnlich schon bald huntert mal gehalten.

Wie schrieb Goethe doch so schön: Bitte entschuldigen Sie den langen Brief, für einen kürzeren hatte ich keine Zeit!

In diesem Sinne!

Wolfgang


@armando: Vielen Dank - ganz meinerseits!

Nach oben 31.05.2010, 00:19 Nach unten

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Hallo Wolfgang,habe recht herzlichen Dank für Deine Mühe bei der Beantwortung meiner Frage.Ich muß sagen,Du bist eine echte Bereicherung fürs Forum.Habe schon sehr viel bei Dir gelernt

Nach oben 31.05.2010, 00:26 Nach unten

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Beitrag: Re: Qualität Keilrahmen - 30.05.2010, 15:06 stanu hat geschrieben:
Viiiiiiielen Dank ...



@ Weedburner - Dass das Gewicht eine Rolle spielt habe ich auch schon festgestellt. Die schlechten Leinwänder, die ich hatte lagen so bei 180gr, die von Reeves, die ich gestern bemalt habe bei (ich glaube) 375gr und waren auch 3x grundiert. Warum grundierst du zusätzlich nochmal? Was "Gesso" genau ist muss ich noch in Erfahrung bringen. Bisher habe ich noch gar keine Hilfsmittel benutzt.


Hallo.
Gesso ist die Klassische Grundierung für Leinwände.Bereits um 1400 Verwendet,jedoch heute meist mit Acryl gemacht.
Gesso ist das italienische Wort für Gips oder Kreide,heutzutage besteht Gesso meist aus Kreide und weisser Acrylfarbe.
Gibt halt einen echt tollen Untergrund um drauf zu malen.Objektiv kann ich das schlecht begründen,aber subjektiv fühlt es sich einfach besser an mit Gesso ;)

PS: Schonmal Malplatten probiert?? Das sind Platten,meist harter Karton,die mit Leinwandstoff bezogen sind.Mann hat keine "Wabeligen" Leinwände,keine Mittelbalken die sich auf dem Bild abzeichnen,keine schiefen Rahmen usw,und billiger sind sie meist auch noch.
Was mich sehr bei grossen Leinwänden stört ist das sie nicht nur einen 4-eckigen Rahmen haben,sondern meist noch einen Balken in der Mitte.Und dann kann es passieren,vor allem wenn mann einen Berg mit dem Malmesser "aufstreicht" das mann den Balken deutlich erkennen kann weil dort das Malmesser halt irgendwie "aneckt".Sehr blöde Sache.Deswegen mag ich die Kartons,da kann mann ordentlich drauf rumspachteln ohne die Leinwand zu beschädigen oder durchzudrücken.


Ich würde mir gerne auch Keilrahmen selber bauen,hab aber Angst das die Winkel nicht vernünftig werden und dann alles schief und schäl aussieht :).Wäre toll wenn da mal jemand ein Tutorial für machen würde ;)

Nach oben 31.05.2010, 10:18 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Zitat:
PS: Schonmal Malplatten probiert?? Das sind Platten,meist harter Karton,die mit Leinwandstoff bezogen sind.Mann hat keine "Wabeligen" Leinwände,keine Mittelbalken die sich auf dem Bild abzeichnen,keine schiefen Rahmen usw,und billiger sind sie meist auch noch.


Stimmt schon mit den Malplatten, aber zu groß sollten sie nicht sein, sonst verzieht sich die ganze Platte.

Zitat:
Was mich sehr bei grossen Leinwänden stört ist das sie nicht nur einen 4-eckigen Rahmen haben,sondern meist noch einen Balken in der Mitte.Und dann kann es passieren,vor allem wenn mann einen Berg mit dem Malmesser "aufstreicht" das mann den Balken deutlich erkennen kann weil dort das Malmesser halt irgendwie "aneckt".Sehr blöde Sache.Deswegen mag ich die Kartons,da kann mann ordentlich drauf rumspachteln ohne die Leinwand zu beschädigen oder durchzudrücken.


Ich würde mir gerne auch Keilrahmen selber bauen,hab aber Angst das die Winkel nicht vernünftig werden und dann alles schief und schäl aussieht :).Wäre toll wenn da mal jemand ein Tutorial für machen würde


Der Vorteil von Keilrahmen ist, dass man auch riesige Formate damit machen kann, wenn man entsprechend breit gewebten Stoff hat. Neulich habe ich einen gemacht, der 60 cm hoch ist und 580 cm breit (fünfhundertachtzig). Ich hoffe, dass wir nie wieder umziehen müssen!
Ab einer Länge von üblicherweise 70 cm können die Leisten durch die Spannung des Stoffes nach innen gezogen werden. Eine Taille entsteht. Um das zu verhindern, werden die Zwischenstücke eingesetzt. Es können auch zwei oder mehr sein.

Um zu verhindern, dass sich die Zwischenstücke bei festem Druck abzeichnen, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Man verwendet einen dickeren Keilrahmen. Bei diesen sind die Zwischenstücke im hinteren Bereich und damit weiter vom Stoff entfernt.

2. Wenn man die Rahmen in normaler Dicke verwenden möchte, weil die anderen zu teuer sind, oder weil die Bilderrahmen für die dickeren zu teuer sind, nimmt man Streifen aus Karton (oder Malplatten?) und legt sie hinten zwischen Stoff und Zwischenstücken, und zwar an der Stelle, die man gerade bearbeitet. Manchmal wird so fest aufgedrückt, dass auch die Höhe der Wulst am Rahmen nicht ausreicht, und der äußere Rahmen sich abzeichnet. Auch da kann man Kartonstreifen dazwischen legen. Der Karton verteilt den Druck des Spachtels.

Irgendwann schaffe ich das mit dem Tutorial. Momentan kann ich nur Unterricht vor Ort anbieten, zum Beispiel hier: http://www.abendmal.de

Viele Grüße und danke für das Lob allerseits!

Wolfgang

Nach oben 31.05.2010, 11:22 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Beitrag: Re: Qualität Keilrahmen - 30.05.2010, 20:13 Fleckfieber hat geschrieben:
Ich habe da aber auch mal ne ziemlich dämliche Frage.Hat es den gleichen Effekt wenn man auf Malplatten malt und die den rahmt.Ich meine Acrylbilder


Ich habe früher auch auf Pavatex (MDF) gemalt. Nachher muss man das Bild dann rahmen, damit man es aufhängen kann. - Und so Leer-Rahmen sind teuer, und der Takker dazu hat auch über Fr. 350.-- gekostet...

Nach oben 31.05.2010, 15:54 Nach unten

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Den Tipp mit dem "Karton drunterschieben" muss ich mal ausprobieren.
Was mich übrigens auch wundert.Die Keile die bei den meisten Keilrahmen bei sind scheinen irgendwie nur zur Dekoration dabei zu sein,denn sie passen hinten und vorne nicht in die dafür vorgesehenen Schlitze,und wenn mann sie reinhämmert bricht der ganze Rahmen auseinander.

Normal sollte das doch so sein das je weiter ich den Keil in den Schlitz schiebe,desto mehr spreizen sich die Holzteile und umso mehr Spannung ist auf der Bespannung,jedoch funktioniert das irgendwie nie.Wenn mann den Keil so reinschiebt sitzt er so lose das er direkt wieder rausfällt,Hämmert mann ihn mit roher Gewalt rein,dann geht die ganze Tackerung kaputt.
Also irgendwie versteht ich das wohl nicht ganz richtig was mann damit machen soll ;)

Nach oben 02.06.2010, 11:35 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Beitrag: Re: Qualität Keilrahmen - 02.06.2010, 11:35 Weedburner hat geschrieben:
Wenn mann den Keil so reinschiebt sitzt er so lose das er direkt wieder rausfällt,Hämmert mann ihn mit roher Gewalt rein,dann geht die ganze Tackerung kaputt.
Also irgendwie versteht ich das wohl nicht ganz richtig was mann damit machen soll ;)

:kapituliere: :mhh: es gäbe auch etwas zwischendurch... mit Gefühl, und gut auskeilen, also nicht eine Seite auf einmal spannen, sondern auch die Seite gegenüber. - Dies 2 oder mehrmals wiederholen, bis der Rahmen ausgekeilt ist.

Man könnte die unbemalte Leinwand auch noch ein wenig mit Wasser besprühen, damit sich die Leine besser ausdehnt.

Ich habe auch schon einen billigen Keilrahmen gehabt. Ich benetzte die Leinwand ziemlich feucht... und nachher war die Leinwand top gespannt - und der Keilrahmen flach.

Nach oben 02.06.2010, 11:50 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Zitat:
Was mich übrigens auch wundert.Die Keile die bei den meisten Keilrahmen bei sind scheinen irgendwie nur zur Dekoration dabei zu sein,denn sie passen hinten und vorne nicht in die dafür vorgesehenen Schlitze,und wenn mann sie reinhämmert bricht der ganze Rahmen auseinander.


Hallo Weedburner, hallo Susanne!

Alla hopp, wie wir in der Pfalz sagen:
Keile für Keilrahmen sehen so aus, wie auf dem kleinen Foto (keilförmig), oder sie sind Dekoration, das Ergebnis von Unwissen, Vera....schung oder das Zeichen von: Am falschen Ende gespart.

Hier eine kurze Anleitung: Keile in Keilrahmen richtig einschlagen:
1. Verkeilen nur, wenn es erforderlich ist.
2. Je zwei Keile in jede Ecke einschieben - man braucht also acht Stück. Es gibt zwei Möglichkeiten beim Einschieben. Man sieht oft die andere, aber ich bevorzuge die, die auf dem Foto gezeigt ist, weil man es so beim Hämmern einfacher hat.
3. Den Rahmen senkrecht auf einen festen Untergrund stellen. Den ersten Keil mit einem geeigneten Hammer und (Susanne hat recht) Gefühl so weit einschlagen, bis er sitzt.
4. Dann den Rahmen weiter drehen und den nächsten Keil genauso weit einschlagen.
5. Weiter mit den anderen Keilen.
6. Ist man mit der ersten Runde fertig, beginnt man mit der zweiten und erhöht die Schlagkraft etwas.
7. und so weiter - aber mit Gefühl!
8. Wenn keine Falten mehr zu sehen sind, isses fertig. Wir bauen Keilrahmen und keine Trommeln.

Ich würde erst das fertige Bild verkeilen. Durch die Feuchtigkeit kann sich beim Malen einiges ändern.

Sollten die Keile anders aussehen: Wegschmeissen oder zum Anfeuern verwenden.

Susannes Trick mit dem Anfeuchten ist gut (Stichwort: hygroskopische Eigenschaften) und hat ja früher auch schon bei den Jeans funktioniert. Übrigens kann man so auch Beulen aus einem Bild entfernen, wenn zum Beispiel etwas dagegen gefallen ist. Einfach von der Rückseite her die betroffene Stelle anfeuchten. Die Beule verschwindet, wenn das Wasser trocknet.

Leute: Wenn Ihr Geld sparen wollt, dann verwendet statt der teueren Fertigfarben lieber hochwertige Pigmente, die Ihr mit Acrylbinder - oder noch preiswerter mit Eitempera - anmischt und gebt einen Teil des gesparten Geldes lieber für gescheite die Keilrahmen aus.

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 03.06.2010, 10:18 Nach unten

Beitrag  Re: Qualität Keilrahmen
Die Keile sehen aber gut aus.Bei mir passiert das die Keile zu dick sind .Ich versuche die dann trotzdem rein quetschen....Komisch,aber ich dachte soll man jedes mal keilen.Ich habe bis jetzt die Basic von Gestaecker benutzt.Am beste waren die wenn gar nicht ausgekeilt waren oder ich habe nicht tief reingemacht (deko :mrgreen: ).

Dankeschön für die viele nützlich Tipps.Schön dass euch gibt. :D :winken:

Nach oben 19.08.2010, 22:15 Nach unten
 [ 35 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste

 Ähnliche Themen 
 Thema   Autor   Antworten   Zugriffe   Erstellt 
xl-Keilrahmen, wo bekommt man gute Qualität?

in Rahmen

have-a-nice-day

8

1439

21.05.2011, 17:16

Lagerung von Leinwänden/Keilrahmen

in Material-Tipps

KuroNeko

7

521

27.09.2016, 10:28

Wie und wo bewahrt ihr eure Keilrahmen auf?

in Material-Tipps

Nadeschda

16

875

28.09.2015, 13:22

Keilrahmen mit feiner Struktur

in Material-Tipps

elfinchen

4

537

30.01.2015, 10:45

Hilfe,Keilrahmen verzogen!

in Rahmen

Wesen

21

2218

26.02.2013, 17:30

Keilrahmen selbst bespannen für Faule

in Material-Tipps

Augenschokolade

21

1274

06.08.2012, 19:55

mein erster selbsgemachter keilrahmen

in Rahmen

Gabi Cap

25

445

13.07.2012, 20:39

Leinwände/Keilrahmen von Tedi

in Material-Tipps

Fraeulein Farbenfroh

6

1116

21.05.2012, 14:01

Allergie auf Ölfarben und Gift in Keilrahmen

in Material-Tipps

Umaso

75

3701

16.04.2012, 07:31

keilrahmen und aquarell?

in Material-Tipps

Junimondin

17

1424

11.04.2012, 15:40






© Kritzelmeister.de • Alle Inhalte, Bilder und Werke sind Eigentum der entsprechenden Rechteinhaber und dürfen ohne ausdrückliche Genehmigung nicht verbreitet bzw. kopiert werden!