"Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein." (Theodor W. Adorno)




 [ 3 Beiträge ] 
 artKarlsruhe, Messe KA, 04.03.-07.03.2010 
Autor Nachricht

Acryl

Beitrag  artKarlsruhe, Messe KA, 04.03.-07.03.2010
artKarlsruhe - Klassische Moderne und Gegenwartskunst
vom 04.03.-07.03.2010


http://www.art-karlsruhe.de

art KARLSRUHE 2010
Messe Karlsruhe
Messeallee 1
76287 Rheinstetten
(für Routenplaner/GPS: "Leichtsandstraße")

Öffnungszeiten:
Täglich 12 - 20 Uhr, Sonntag, 7. März, 11 - 19 Uhr

Eintrittspreise:
Tageskarte 16,00 Euro
Tageskarte Schüler, Studenten, Senioren, Behinderte 12,00 Euro
Abendkarte ab 17.00 Uhr 10,00 Euro
2er Tageskarten 24,00 Euro
2er Tageskarten ermäßigt für Schüler und Studenten 20,00 Euro


zudem:
Das ARTIMA art meeting – "Kunst für alle und vor allem"

Zur letzten art KARLSRUHE in diesem Frühjahr präsentierte sich das ARTIMA art meeting aufgefrischt als Dialogforum. Ein enormer Erfolg, wie Karlheinz Schmid, Chefredakteur der KUNSTZEITUNG und Moderator des von den Mannheimer Versicherungen gesponserten Events, verriet: "Sämtliche Plätze im Foyer Ost waren während der jeweils 20-minütigen Gespräche besetzt; viele Gäste blieben zudem vorübergehend stehen. Rundum gelungen also." Nun die zweite Auflage, die nicht minder verspricht, Aufmerksamkeit zu binden, wenn bekannte Künstler wie Jürgen Klauke, Cornelia Schleime oder Timm Ulrichs und engagierte Vermittler wie Helmut Friedel, Axel Hecht oder Friedhelm Mennekes in Einzelgesprächen ihre Statements zur Kunst und zum Kunstbetrieb geben.

http://www.art-karlsruhe.de/art-karlsru ... -allem/13/

Nach oben 09.02.2010, 22:05 Nach unten

PC

Beitrag  Re: artKarlsruhe, Messe KA, 04.03.-07.03.2010
Presse-Information eins, Oktober 2009:

Eldorado der Kunst: "Die art KARLSRUHE ist perfekt"

Auf geht's ins badische Eldorado der Kunst! In ein solches verwandeln sich nämlich die lichtdurchfluteten, säulenfreien Karlsruher Messehallen, wenn die siebte art KARLSRUHE vom 4. bis zum 7. März 2010 ihre Pforten öffnet. Die "schönste und größte Galerie Süddeutschlands" präsentiert im kommenden Jahr gemäß bewährtem Konzept Malerei, Plastik, Zeichnungen, Grafik, Multiples und Fotografie der Klassischen Moderne und der Gegenwart in makellosem Gleichklang. Das zeitigt Erfolge: Mit 42 000 Besuchern stellte die Messe 2009 einen Rekord auf, nicht zuletzt dank des neuen, übersichtlicheren Hallenkonzepts. Das Fazit von Messekurator Ewald Karl Schrade fällt daher eindeutig aus: "Jetzt ist die art KARLSRUHE perfekt".

Überdies ist das Interesse der Kunsthändler an der art KARLSRUHE ungebrochen. Wiederum lagen dem Kuratorium rund 350 Bewerbungen vor. Insgesamt 200 Aussteller wählte das Team aus. Ewald Karl Schrade, die Kunstkritikerin Dorothee Baer-Bogenschütz (Wiesbaden) sowie die Galeristen Renate Bender (München), Wolfgang Henze (Wichtrach/Bern), Dorothea van der Koelen (Mainz, Venedig) und Werner Tammen (Berlin) gehören zur Jury.

Die art KARLSRUHE verfolgt auch in der nächsten Ausgabe ihre bislang überaus erfolgreich praktizierte Strategie und setzt weiterhin auf Qualität. Das spiegelt sich in den Teilnehmern. Premiere geben beispielsweise die Galerie Scheffel (Bad Homburg) und Michael Werner (Köln, New York). Treu bleiben der art KARLSRUHE neben vielen anderen Galeristen Rainer M. Ludorff (Düsseldorf), Hans Maulberger (München) und Georg Nothelfer (Berlin). Großzügig eingerichtet, bieten 19 Skulpturenplätze Gelegenheit zu intensiver Kunsterfahrung. Über 16 Spezialisten für Editionen, also Grafik und Multiples sowie Fotografie, offerieren im nächsten Frühjahr in der Halle 1 ihr Portfolio. Dies zusammen mit einer Sonderausstellung südafrikanischer Kunst aus Privatbesitz sowie der Präsentation des nach F. W. Bernstein und Friedrich Einhoff dritten Trägers des Hans-Platschek-Preises für Kunst und Schrift (Verleihung am 4. März).

Zum zweiten Mal besuchen Galeristen aus der Bundeshauptstadt die art KARLSRUHE und formieren einen eigenen Bereich in der dm arena: Gefördert vom Berliner Senat, erhalten 15 Kunsthändler die Gelegenheit, auf jeweils 25 Quadratmetern eine Einzelpräsentation auszurichten. Der Landesverband Berliner Galerien betreut das Projekt unter dem Titel art from berlin. Trefflich gruppiert Ewald Karl Schrade an diesem Ort zusätzlich jüngste Kunst, nämlich 30 Neue Positionen.

Ebenfalls zum dritten Mal prämiert die Jury des art KARLSRUHE-Preises des Landes Baden Württemberg und der Stadt Karlsruhe den Künstler und die Galerie mit der schönsten One-Artist-Show (Verleihung am 5. März). Die 15 000 Euro Preisgeld dienen dem Ankauf von Werken aus der gekürten Koje für den Aufbau der art KARLSRUHE-Sammlung. Und zum ARTIMA art meeting (4. und 5. März) stellen sich erneut zwölf Spezialisten zeitgenössischer Kunst den Fragen von Karlheinz Schmid, Chefredakteur der KUNSTZEITUNG.


Presse-Information zwei, November 2009


Joburg-Boom und Video-Hype: "Die art KARLSRUHE rüstet weiter auf!"


Seit einiger Zeit ist das südafrikanische Johannesburg ein Geheimtipp in Sachen lockerer, intellektueller Atmosphäre und zeitgenössischer Kunst. Man muss im kommenden Jahr jedoch nicht gleich zur Fußball-Weltmeisterschaft reisen, um sich davon zu überzeugen. Die art KARLSRUHE befriedigt die Neugier bereits im Frühling: mit einer Sonderausstellung nämlich, in der eine ganze Reihe von Stars, etwa William Kentridge, ihre Arbeiten zeigen.

Die Galerien aus der 3,5-Millionen-Metropole am Kap sind hip. Ihr Boom spiegelt sich besonders zur "Joburg Art Fair", einer Kunstmesse, die seit 2008 Aktuellstes vom Schwarzen Kontinent vorstellt. Seit dem großen Erfolg von Protagonisten wie Marlene Dumas, Robin Rhode oder Guy Tillim führt daher kein Weg an dem Land vorbei. Die kommende art KARLSRUHE macht ihre Besucher zudem mit in Europa derzeit weniger namhaften Künstlern wie Dumile Feni (1942 bis 1991) bekannt, einem der südafrikanischen Altmeister.

Des Weiteren sind jüngste Positionen vertreten. Lyndi Sales, Jahrgang 1973, arbeitet über Naturformen und Organismen meist auf handgeschöpftem Papier oder mit Fundstücken. Sie nutzt klassische Druck- und Schneidetechniken. Der Widerspruch zwischen der Lebenswelt kolonial Unterdrückter und dem Luxus der Unterdrücker spiegelt sich in den Bildern von Mari Sibande (1982 geboren). Lifestyle und die urbane Jetztzeit führt die 32-jährige Nontsikelelo "Lolo" Veleko durch ihre fotografischen Porträts von schicken, jungen Südafrikanern vor. Weitere Teilnehmer sind beispielsweise Gabrielle Goliath oder Zwelethu Mthethwa.

Um der Videokunst mehr Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen, gibt es eine zusätzliche Sonderausstellung. Im badischen Eldorado der Kunst reizen mithin "Looping Memories - Arbeiten aus einer Schweizer Videokunst-
Sammlung" zum Besuch. Das Berner Sammlerpaar Carola und Günther Ketterer-Ertle öffnet seine umfangreiche Bewegtbild-Kollektion. Der Schwerpunkt ruht auf Schweizer Künstlern. Doch auch internationalen Positionen gilt die Aufmerksamkeit. In ihrem Besitz befinden sich Werke von Pavel Büchler, Costantino Ciervo, Zilla Leutenegger, Franziska Megert und anderen Künstlern. Das Fazit von Messe-Kurator Ewald Karl Schrade: "Karlsruhe rüstet eben immer weiter auf".

Übrigens: Mit 42.000 Besuchern stellte die Messe in diesem Frühjahr einen neuen Rekord auf. Insgesamt 200 Aussteller präsentieren zur kommenden siebten art KARLSRUHE vom 4. bis zum 7. März 2010 Malerei, Skulptur, Editionen, Fotografie, Objekte und Installationen.


Presse-Information drei, Dezember 2009

Das ARTIMA art meeting – "Kunst für alle und vor allem"

Zur letzten art KARLSRUHE in diesem Frühjahr präsentierte sich das ARTIMA art meeting aufgefrischt als Dialogforum. Ein enormer Erfolg, wie Karlheinz Schmid, Chefredakteur der KUNSTZEITUNG und Moderator des von den Mannheimer Versicherungen gesponserten Events, verriet: "Sämtliche Plätze im Foyer Ost waren während der jeweils 20-minütigen Gespräche besetzt; viele Gäste blieben zudem vorübergehend stehen. Rundum gelungen also."

Nun die zweite Auflage, die nicht minder verspricht, Aufmerksamkeit zu binden, wenn bekannte Künstler wie Jürgen Klauke, Cornelia Schleime oder Timm Ulrichs und engagierte Vermittler wie Helmut Friedel, Axel Hecht oder Friedhelm Mennekes in Einzelgesprächen ihre Statements zur Kunst und zum Kunstbetrieb geben.

Der Aspekt der Vielfalt diente als Richtschnur bei der Auswahl der Teilnehmer. Profession, Erfahrung und Temperament wiederum bildeten die Kriterien für die Einladung.

In der ersten Runde (4. März 2010, 14 bis 16 Uhr), "Kunst für alle", geht's um die Beantwortung der Frage, unter welchen Bedingungen die Gegenwartskunst entsteht und wie sie zu den Menschen kommt.

Der folgende Tag (5. März 2010, 14 bis 16 Uhr) schaut auf "Kunst vor allem" und will die Frage ihrer gesellschaftlichen Verankerung beantworten. Im Zentrum steht die Kunst selbst, und die braucht, wie Schmid feststellt, "gerade angesichts der aktuellen, oft verwirrend vielseitigen bildnerischen Produktion noch mehr Kommunikationsarbeit".

Das ARTIMA art meeting 2010
Moderation: Karlheinz Schmid

Donnerstag, 4. März 2010: KUNST FÜR ALLE - Grafik, Fotografie und Multiple
14.00 Uhr: Klaus Staeck, Künstler/Verleger, Heidelberg/Berlin
14.20 Uhr: Axel Hecht, Autor/Juror, Hamburg
14.40 Uhr: Frank-Thomas Gaulin, Galerist, Lübeck/Berlin
15.00 Uhr: Jürgen Klauke, Künstler, Köln
15.20 Uhr: Carol Johnssen, Galeristin, München
15.40 Uhr: Klaus Gerrit Friese, Galerist/BVDG-Vorstand, Stuttgart

Freitag, 5. März 2010: KUNST VOR ALLEM - Malerei und Skulptur
14.00 Uhr: Friedhelm Mennekes, Autor, Frankfurt
14.20 Uhr: Helmut Friedel, Museumsdirektor, München
14.40 Uhr: Cornelia Schleime, Malerin, Berlin
15.00 Uhr: Birgit Rolfes, Versicherungsexpertin, Mannheim
15.20 Uhr: Willi Siber, Bildhauer, Biberach/Riß
15.40 Uhr: Timm Ulrichs, Künstler, Hannover


Übrigens: "Berlin freut sich auf Karlsruhe", meint Anemone Vostell. Die Geschäftsführerin des Landesverbands Berliner Galerien (LVBG) hat die Planungen zur Präsentation ihres Verbandes auf der kommenden art KARLSRUHE abgeschlossen. Unterstützt vom Berliner Senat, von kompetenter Jury erwählt, präsentieren sich 14 Kunsthändler von der Spree nun zum zweiten Mal im Badischen unter dem Titel art from berlin. Neben drei Wiederholern finden sich im "Berliner Block", wie Messe-Kurator Ewald Karl Schrade das Projekt nennt, elf Neue, darunter Maud Piquion, Seitz und Partner sowie Läkemäker.


Presse-Information vier, Januar 2010

Runde drei für die Kunstpreise der art KARLSRUHE

Die beiden Kunstpreise der art KARLSRUHE (4. bis 7. März 2010) gehen in die dritte Runde. Am 4. März, 17 Uhr, verleiht die Hans Platschek Stiftung im Foyer Ost den dritten Hans-Platschek-Preis für Kunst und Schrift an Monika Grzymala. Einzeljuror Axel Hecht, Gründer und langjähriger Chefredakteur des Hamburger Kunstmagazins "art", wählte die 1970 im polnischen Zabrze geborene Künstlerin aus. Zugleich hält der Kunstkritiker die Laudatio. Seine Wahl begründete Hecht mit den Worten: "Monika Grzymala kann mit schwebenden Linien auf selbstgeschöpften Papieren einen lyrischen Kosmos entwerfen oder mit leuchtenden Farbbändern in geschlossenen Räumen lichte Wirbel, kraftvoll stürzende Wasserfälle oder wundersame Stürme inszenieren. Souverän und phantasievoll, wie kaum jemand zuvor, hat sie die Befreiung der Zeichnung vorangetrieben."

Monika Grzymala wuchs in Deutschland auf. Ihre Familie wurde 1980 aus Polen ausgewiesen. Heute lebt sie in Berlin. Ausgebildet als Steinbildhauerin und als Restauratorin, studierte die Künstlerin überdies in Karlsruhe und Kassel sowie bei Bogomir Ecker in Hamburg. Ihre poetischen Raumzeichnungen, die sie mit teils kilometerlangen Klebebändern und Seilen anfertigt, sind oft farbstarke Installationen und thematisieren gattungsübergreifend Architektur, Plastik wie Zeichnung gleichermaßen.
Für diese Grenzgänge ist Grzymala mittlerweile international bekannt.

Petra Kipphoff, Kunstkritikerin der Wochenzeitschrift "Die Zeit", wertete 2008 anlässlich eines Atelierbesuchs: "Das Wort site-specific, oft missbraucht für irgendein Gebilde, das auf irgendeinem Grünflecken abgeworfen wird, ist hier bei sich selbst angekommen. Denn diese Arbeiten entstehen an einem und für einen Ort, sie können von dort auch nicht an einen anderen Ort verpflanzt oder verkauft werden." Monika Grzymala unterrichtet an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und war Artist in Residence der "Judd Foundation".
Der Hans-Platschek-Preis für Kunst und Schrift ist mit 5000 Euro dotiert und erinnert an den großartigen Maler, Zeichner und Essayisten Hans Platschek (1923 bis 2000).

Zum dritten Mal erwarten die Juroren des art KARLSRUHE-Preises des Landes Baden Württemberg und der Stadt Karlsruhe den Künstler und die Galerie mit der schönsten One-Artist-Show der Messe. Während der Laufzeit der art KARLSRUHE begutachten sie sämtliche Einzelkojen. Überreicht wird die Auszeichnung, die das Land und die Kommune jeweils zur Hälfte finanziell tragen und die mit 15 000 Euro dotiert ist, am 5. März, 17 Uhr, im Foyer Ost. Das Preisgeld dient dem Ankauf von Werken aus der gekürten Koje für den Aufbau der art KARLSRUHE-Sammlung.

Nach oben 09.02.2010, 22:50 Nach unten

PC

Beitrag  Re: artKarlsruhe, Messe KA, 04.03.-07.03.2010
Pressemitteilung 7, Freitag, 5. März 2010

Rotierende Sinne – pulsierend erfolgreich
Die Einheit von Markt und Information zur siebten art KARLSRUHE


Ob er gleich abhebt, der "Kunsthubschrauber" des "European Award for Pop Surrealism and Urban Art"? Ein von fünf Künstlern per Graffiti veredeltes Ungetüm steht derzeit direkt vor dem Haupteingang zur siebten art KARLSRUHE, die noch bis kommenden Sonntag, 7. März, Klassische Moderne und Gegenwartskunst in allen Preisklassen anbietet. Die Flugmaschine ist ein Symbol für die Tatsache, dass die Sinne anregend ins Rotieren geraten. Nach dem erfolgreichen Auftakt am Mittwoch bewies der Folgetag mit erfreulichem Zuspruch (1000 Besucher mehr als am gleichen Tag des Vorjahres), dass das kontinuierliche Verfeinern von Angebot und Service durch den Messe-Kurator Ewald Karl Schrade beim Publikum großen Anklang findet. Peter Weibel, geschäftsführender Direktor des Zentrums für Kunst und Medientechnologie, ZKM, kaufte am Donnerstag ein, und der weltberühmte, wohl herausragendste Komponist zeitgenössischer Opern, Wolfgang Rihm, stattete der art KARLSRUHE ebenfalls einen Besuch ab. Und die Geschäfte? Die Stuttgarter Galerie Schlichtenmeier, spezialisiert für Modernes, etwa das Informel, vermeldete den Verkauf eines unbetitelten Gemäldes von Ernst Wilhelm Nay aus dessen Reihe der "Rhythmischen Bilder" (datiert auf 1951) für über 100 000 Euro in eine südbadische Sammlung.

A propos Rhythmus. Den besitzt die art KARLSRUHE, denn die neunzehn Skulpturenplätze lockern den Weg und schaffen Blickachsen. Zum Beispiel beim Gemeinschaftsstand der Berliner Galerien Tammen und Gaulin und Partner in Halle 3: Eigentlich sind sie beinahe winzig. Diese kleinen gebrannten Tonplastiken schuf Volker März, und sie gehören mittlerweile zum festen Bestandteil der Messe. In diesem Jahr jedoch nehmen sie sich den Raum, um uns die Absurdität unseres Daseins vorzuführen. Kniehohe Tischchen, in konzentrischen Kreisen angeordnet, sind die Plattformen für die Dramen der Miniaturen des 1957 geborenen Künstlers. Sie tragen überdimensionale Radiergummis, Glasscheiben oder mühen sich grotesk mit Elefanten ab. Inmitten des Reigens, in dem Prominente wie Joseph Beuys, Genosse Stalin und der Denker Peter Sloterdijk unterwegs sind, steht ein nackter Kerl mit einer Pistole und will das Glas des Philosophen zerschießen. Minimalistisch und konkret geht’s dagegen in Halle 2 zu. Die Mannheimer märz galerie präsentiert ein Ensemble aus vier großen Körpern, knapp über vier Meter hoch und in Aluminium, Corten- und Edelstahl. Inmitten der zerlegten Pyramide wird es eng. Physisch erfährt man die Neigungen und zugleich die Schönheit der geometrischen Gebilde.

Zum dritten Mal verlieh die Hans Platschek Stiftung, Hamburg, gestern zur art KARLSRUHE den Hans-Platschek-Preis für Kunst und Schrift. Die 1970 im polnischen Sabrze geborene Monika Grzymala ist die Preisträgerin in diesem Jahr. Seit gut 30 Jahren lebt sie in Deutschland. Ihre besondere Leistung trifft sich mit derjenigen des Namensgebers mehr als trefflich. Nicht nur, dass sie sich für die Ehrung mit einem eigenen Werk bedankte. Wortgewand hielt sie gar eine Laudatio auf den großen Kritiker und Maler. Das Geschenk an die Stiftung ist eine wunderbare kleine Arbeit, die sie aus Textfragmenten Platscheks auf einen Sockel elegant komponierte. Schmale, fein gewölbte Papierstreifen, eine Reminiszenz an den Grundstoff ihres Schaffens, die Linie, bilden eine poetische Auseinandersetzung mit Raum und Zeichnung. Überdies war es Grzymala, die die Werke von Hans Platschek zur Ausstellung aussuchte und mit ihren eigenen Arbeiten konfrontierte. Axel Hecht, Juror in diesem Jahr, kunstjournalistisches "Urgestein", wie Stiftungsvorstandsmitglied Manfred Eichel ihn bezeichnete, charakterisierte in seiner Laudatio die teils vergängliche Arbeit der jungen Künstlerin, die derzeit mit großem Erfolg den Kunstbetrieb erobert: "Weil viele ihrer Werke raum- und zeitbezogen sind, hilft Monika Grzymala das Schreiben gegen die Vergänglichkeit". Dass sie dieses Handwerk neben der Steinbildhauerei und dem Restaurator-Handwerk glänzend beherrscht, bewies sie in ihrem Vortrag.

Diese Messe ist nicht nur ein Markt, sondern desgleichen ein Ort, der Diskussion und Positionierung der Kunst in der Gesellschaft. Das vorzügliche Format hierzu bietet im Foyer Ost das zweitägige ARTIMA art meeting, an dessen durchweg gut besuchtem ersten Tag im Zentrum das Motto "Kunst für alle" am Beispiel der Vervielfältigungsmedien stand. Die 20-minütigen Gespräche moderierte Karlheinz Schmid, Chefredakteur der KUNSTZEITUNG. Mit Kurzweil klärte Klaus Staeck, Künstler und Präsident der Berliner Akademie der Künste, über die Geschichte von Kunstmessen auf. In Köln nahm sie ihren Ausgang und entwickelte sich im Spannungsfeld zwischen Elite und emokratisierungsbestrebungen in den Sechzigern. Axel Hecht, Gründer und langjähriger Chefredakteur der Zeitschrift "Art", legte dar, wie die Kritik trotz allgemeiner Verständlichkeit sowohl den Werken als auch den Künstlern gerecht zu werden vermag und für jeden verständlich wird. Dass Druckgrafik quasi eine "Einstiegsdroge" darstelle, meinte Galerist Frank-Thomas Gaulin. Dem aber widersprach Klaus-Gerrit Friese, Vorsitzender des Bundesverbands deutscher Galerien. Der Kölner Künstler Jürgen Klauke beschrieb aus dem Werk heraus, wie sich das Verhältnis zwischen Unikat und Auflage in seiner Kunst bestimmt. Die besondere Rolle des Zusammenspiels zwischen Sammler, Künstler und Händler erläuterte Carol Johnssen, die sich seit gut 20 Jahren mit ihrer Galerie in München um die Beseitigung von Schwellenängsten bemüht.

Dass gerade die art KARLSRUHE eine Messe ist, in deren Partitur der Gedanke einer Kunst für alle hineinkomponiert ist, spiegelt sich besonders in Halle 1. Dort nämlich lädt die Museumsmeile ein, nicht nur Kunst zu erwerben oder zu betrachten, sondern gleichermaßen um Akteure aus der Vermittlung kennen zu lernen. Ewald Karl Schrade: "Der Betrieb besteht ja nicht nur aus dem Markt. Bei uns engagieren sich alle Kulturträger, ob Kunstverein, Museum, Verband. Somit tragen Kollegialität und Solidarität die Messe – erlebbar für jeden von uns."

Nach oben 05.03.2010, 19:28 Nach unten
 [ 3 Beiträge ] 

 Ähnliche Themen 
 Thema   Autor   Antworten   Zugriffe   Erstellt 
CREATIVA-Messe in Dortmund vom 17. bis 21. März 2010

in Vergangene Termine

Gine

0

46

06.03.2010, 14:55

Kreativ Welt Messe in Wiesbaden 30.10. - 02.11.2008

in Vergangene Termine

Branwen

0

158

18.09.2008, 07:45

Bastel-Messe Kreativ-Welt in Wiesbaden 01.11. bis 04.11.2007

in Vergangene Termine

Branwen

2

544

28.10.2007, 20:35






© Kritzelmeister.de • Alle Inhalte, Bilder und Werke sind Eigentum der entsprechenden Rechteinhaber und dürfen ohne ausdrückliche Genehmigung nicht verbreitet bzw. kopiert werden!