"Genau dort, wo die Bilder aufhören, fängt die Philosophie an." (Hermann Hesse)




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 Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen 
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aquarell

Beitrag  Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Hallo KM,
ich möchte mich etwas mit Acrylmalerei auseinandersetzen.
1.Was könnt ihr mir als Pinsel empfehlen um in Acryltechnik weiche Übergänge zu erzeugen. Welche Form, welche Größe und vor allen Dingen welche Haar- oder Borstenart.
2. Was ist der Unterschied zwischen Acrylmalmittel und Acrylbinder?
3. Warum hafte die Acrylfarbe nicht am Bildträger und schiebt sich beim erneuten Ansetzen des Pinsels zur Seite? Dieser Effekt tritt insbesondere bei einem Auftrag als zweite bzw. weitere Schicht auf, egal ob trocken oder noch feucht.
Vielen Dank im Voraus für euere Hilfe.

Nach oben 09.02.2014, 00:44 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Hallo Rainer,

früher habe ich auch öfters mit Acryl gemalt - bin 2008 ausschliesslich. Heute habe ich meinen Malboy für Acrylfarben, und eine 2. Material-Linie für Ölfarben. Man muss die Pinsel unbedingt trennen, denn hast du einmal sie für Ölfarben verwendet, haben die Pinsel immer noch eine Spur Öl darin; dann haftet es nicht - oder nur teilweise - auf der Leinwand.

Als Malmittel verwende ich gewöhnliches Wasser (einige 'schwören' auf destilliertes Wasser) oder Benadium. Mit dem Benadium kannst du weiche Übergänge malen; dies ist ja das 'Markenzeichen' bei der Ölmalerei.

Pinsel verwende ich die gleichen Arten wie bei der Ölmalerei - aber immer separat! :ironie: Einmal Öl immer Öl!

Nach oben 09.02.2014, 07:55 Nach unten

Aquarell und Tempera

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Ich denke das hängt von mehreren Faktoren ab. Von dem Malgrund, von der Farbqualität und von den Pinseln.

Ich male am liebsten auf "Henry" oder "Faustus" von Boesner. Die grundiere ich mit Gesso von Lukas. Meine Lieblingspinsel und auch meine Lieblingsfarben sind von Lascaux. Ansonsten verwende ich gern LukasCryl.

Malmittel verwende ich nicht, ich arbeite viel mit dem Wassersprüher und mit Lasuren.

Ich kann mir gar nicht vorstellen wie die untere Farbschicht verrutschen kann, wenn sie erstmal trocken ist. :mhh:
Müsste dann am Untergrund liegen, würde ich meinen.

Ergänzung:
Bin gar nicht richtig auf deine Fragen eingegangen Rainer, entschuldige bitte! :kapituliere:

Pinselart ist quasi egal, weiche Übergänge bekommst du mit jeder Pinselform hin, ich verwende gern Pinsel mit Synthetikfahne, die sind nicht so kratzig und trotzdem schön elastisch.
Von DaVinci gibt es da auch schöne (TopAcryl z.B.)

Acrylbinder ist das, was zusammen mit den Pigmenten die fertige Acrylfarbe darstellt.
Du kannst dir also mit Acrylbinder und losen Pigmenten deine Acrylfarben selber mischen.

Malmittel haben besondere Eigenschaften, z.B. Retarder verlangsamen den Trocknungsprozeß, oder Verdicker machen die Farben pastos.

Nach oben 09.02.2014, 08:23 Nach unten

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Hallo Rainer :-)
Nun hoffe ich als Acryl-Fan Dir mal helfen zu können :dops:

Beitrag: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen - 09.02.2014, 00:44 quule hat geschrieben:

ich möchte mich etwas mit Acrylmalerei auseinandersetzen.
1.Was könnt ihr mir als Pinsel empfehlen um in Acryltechnik weiche Übergänge zu erzeugen.
Welche Form, welche Größe und vor allen Dingen welche Haar- oder Borstenart.

Also mein absoluter Favorit ist der Universal-Pinsel von daVinci, den es in verschiedenen Größen gibt.
Ohne ihn kann ich nicht mehr leben :herzsmile2:
Da ich leider im Kritzelshop keine Pinsel gefunden habe, greife ich nun auf Boesner zurück.
Schau mal, diese meine ich : daVinci - Universalpinsel

Vorher habe ich den artisti Universalpinsel verwendet, der auch sehr schön ist, aber der daVinci ist für mich noch besser.

Um weiche Übergänge zu schaffen, ist ein Flachpinsel notwendig. Was heisst notwendig, also der geübte Maler bekommt es sicher auch mit einem runden Bortsenpinsel hin, aber der Einfachheit halber wäre meine Empfehlung : Flacher , weicher, guter Synthetikpinsel
Die Größe, resp. Breite hängt natürlich von Deinem Bild ab, bzw der zu bearbeitenden Fläche.
Ein 4cm breiter Pinsel dürfte etwas arg auf einem 24x30 cm Rahmen sein und ein 1,5 cm -Pinsel auf ein er 1x1m-Leinwand für Himmelsübergänge recht verloren sein.

quule hat geschrieben:
2. Was ist der Unterschied zwischen Acrylmalmittel und Acrylbinder?

Das Acryl-Malmittel nimmst Du - genau wie in der Ölmalerei - um die Eigenschaften der Farben verlustfrei zu verändern. (OK, trocknungsbeschleunigend gibt es nicht ei Acry... das Zeugs trocknet alleine schon schnell genug :mrgreen: )
Es gibt verschiedene Malmittel, aber Hauptverwendung ist, dass die Farben langsamer trocknen und man mehr Zeit hat diese zu verarbeiten.
Zum Beispiel gibt es von Schminke ein Malgel (oder super das Spezialmalgel) , welches den Acrylfarben zum einen so ein bisschen optisch das feeling von Ölfarben gibt und die Farben schön lange verarbeitungsfähig macht. Natürlich von der Verarbeitungszeit nicht mit Ölfarben vergleichbar, aber hier reicht es ja schon, wenn die Farben 10 Minuten (+/- ) auf der Leinwand verarbeitbar sind.

Ebenso sind Malmittel / Malgele auch hervorragend für Lasuren. Optisch bekommt das dann sehr viel Tiefe und einen schönen Glanz.

Ich persönlich nutze es nach Lust und Laune... meistens bin ich auch der Wasser-Pansch-Typ, aber mit den entsprechenden Malmitteln macht es auch Freude.
Denke mal das es auch eine tolle Variante ist, wenn man klassische Malerei mit Acryl betreiben möchte.

Der Acrylbinder hingegen ist eine Arylfarbe ohne Farbe :mrgreen: ...Da kannst Du wohl mit Pigmenten Deine eigenen Farben herstellen,
oder aber ohne auch als Kleber für Collagen u.ä. verwendenden (ich hab mal das Caparol gekauft, aber noch immer nicht ausprobiert)
Man könnte es ja auch für Lasuren oder als Malmittel nehmen, aber ich meine das es dann nicht trockungsverzögernd ist.
Aber wie gesagt, hier bin ich nicht so sattelfest.. vielleicht weiss das jemand anders besser :mhh:

quule hat geschrieben:
3. Warum hafte die Acrylfarbe nicht am Bildträger und schiebt sich beim erneuten Ansetzen des Pinsels zur Seite?
Dieser Effekt tritt insbesondere bei einem Auftrag als zweite bzw. weitere Schicht auf, egal ob trocken oder noch feucht.

Oups.. DAS habe ich noch nie gehört und es ist mir auch noch nie passiert.
Das liest sich für mich so als ob da Fett im Spiel ist.
Nutzt Du die Pinsel auch für Ölmalerei ?
Könntest Du ein Foto machen, wie das "zur Seite schieben" aussieht ?
Ich kann mir das nicht wirklich vorstellen :shock:

Ich hoffe ich konnte ein klein bisserl helfen....?

Nach oben 09.02.2014, 09:03 Nach unten

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Schau mal hier, Rainer... da wird erklärt / vorgeführt, wie man weiche Übergänge mit dieser Art Pinseln macht.
Meine Pinselempfehlungen bekam ich damals übrigens von ihr :D
(Übrigens : Den Pinsel den sie da gerade verwendet, wird mein nächster sein. Ob der nun noch besser ist ? Ich bin gespannt.
Leider ist er zur Zeit nicht lieferbar :cry: )




Und hier auch noch mal eine kleine Vorführung für Malmittel und Malgel :

Malgel : http://www.schmincke.de/?id=261
(da war ich damals auch bei einer Vorführung mit Felix Eckhardt und seitdem ist das Gel auch fester Bestandteil meines Mal-Equipments)

Malmittel : http://www.schmincke.de/schmincke-media ... t.html?L=0

Bestimmt gibt es von anderen Firmen auch supertolle Produkte, aber ich kann halt nur das empfehlen was ich kenne und selber benutze.
Sicher bekommst Du noch mehr Tipps

Nach oben 09.02.2014, 09:46 Nach unten

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Schau erst mal hier rein: Re: Einführung in die Acrylmalerei

1) Synthetikpinsel! Das Wasser der Acrylfarben macht Naturhaarpinsel zu schnell brüchig.
Weiche Borsten für weiche/flüssige Farbe, harte Borsten für pastose Farbe.

2) Acrylmalmittel sind wie Acrylbinder, aber es enthält meist Zusatzstoffe. Das können Füll- und Mattierungsmittel sein, Trocknungsverzögerer, oder Substanzen die den Farbfilm härter machen. Nutzt man Acrylbinder allein als Malmittel, neigen die Farben etwas zum Kleben, erzeugen einen empfindlichen Farbfilm, glänzen stark und sind schlecht übermalbar. Aber generell gilt: nur so viel Malmittel wie nötig, so wenig wie möglich.

3) Der Untergrund muss durchgetrocknet sein und eine matte Oberfläche aufweisen, um eine weitere Farbschicht gut aufnehmen zu können. Daher sollten die Farben der ersten Farbschicht möglichst wenig Bindemittel enthalten (was bei teurer Künstlerqualität der Fall ist). Auch sollte man auf die Angaben auf den Tuben achten: Deckende Farben enthalten in der Regel weniger Bindemittel als transparente, sie sind also besser für Untermalungen geeignet.
Oder man nutzt Mattierungsmittel: Man kann den Farben der unteren Farbschichten zum Verdünnen mattes Malmittel beifügen, oder man legt komplett über die erste Farbschicht eine Zwischenfirnis mit diesem Malmittel. Aber auch hier gilt: Durchtrocknen lassen, am besten 24 Stunden oder mehr.
In den oberen Farbschichten aber kein mattes Malmittel mehr benutzen, es lässt den Farbauftrag leicht sandig aussehen und kann zu irritierenden Lichteffekten führen.

Nach oben 09.02.2014, 10:46 Nach unten

aquarell

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Hallo Susanne,
danke dir für die Information. Meine Pinsel sind bisher noch nicht mit Öl in Berührung gekommen.
Hallo Claudia,
danke für deine umfangreichen Hinweise. Die genannten Artikel werde ich mir mal anschauen. Ich glaube ich muss mein unter 3 genanntes Problem näher erläutern. Es geht nicht um die darunter liegende Schicht, die sich verschiebt, sondern um die darauf aufgetragene Farbe. Ist z.B. die letzte aufgetragene Farbe ungleichmäßig und ich setze mit dem Pinsel an um sie zu vertreiben, schiebe ich die Farbe zur Seite und die untere Farbschicht wird wieder sichtbar. Außerdem sieht man jeden Pinselansatz.
Hallo Jeannie,
vielen Dank für deine Hilfe. Den von dir beschriebenen Pinsel habe ich in ähnlicher Form. Er trägt die Aufschrift da Vinci Impasto in 3 und 2 cm Breite. Außerdem habe ich den da Vinci Nova in den Größen 14 und 10 und einen Rico design 3 cm. Diese Pinsel sind alle Synteticpinsel. Ich habe sie aber bisher noch nie für Acryl benutzt sondern immer nur für Aquarell. Na die werde ich mal ausprobieren. Deine empfohlenen Videos habe ich mir angeschaut, sie waren sehr informativ. Mein Farbauftragsproblem habe ich Claudia schon genauer erläutert, schau doch dort mal nach ob es nun verständlicher ist.
Hallo Beowulf,
ich habe deinen Beitrag gelesen und viel Interessantes gefunden. Danke.

Nach oben 10.02.2014, 00:32 Nach unten

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Guten Morgen Rainer..... :winken:
Beitrag: Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen - 10.02.2014, 00:32 quule hat geschrieben:
Ist z.B. die letzte aufgetragene Farbe ungleichmäßig und ich setze mit dem Pinsel an um sie zu vertreiben, schiebe ich die Farbe zur Seite und die untere Farbschicht wird wieder sichtbar. Außerdem sieht man jeden Pinselansatz.

Also ich glaube zu wissen was Du meinst.
Ich meine Du bist zu schnell und / oder zu langsam :mrgreen:

Wenn man etwas ausbessern will bei Acryl, ist dies meist nur sehr schnell möglich (wenn man kein trocknungsverzögerndes Malmitten benutzt).
Geht man nach ein paar Minuten noch einmal über die Farbe, dann ist sie schon ein wenig oberflächlich angetrocknet und dann ist ein gleichmäßiges arbeiten nicht mehr möglich. So würde ich mir vorstellen, dass Du das nun meinst. Man reisst sich dann helle Stellen in die Farbe, egal wo man den Pinsel ansetzt und wie schräg und federlleicht man auch drüber geht.
Da hilft dann nur warten bis es trocken ist und am nächsten Tag weitermachen (oder fönen .... aber da bin ich nicht soooo der Fan von) und es mit einer neuen Schicht versuchen.

Das auch Acrylfarbe nicht wirklich schnell komplett durchtrocknet, merke ich immer daran, weil ich gerne meine Keilrahmen in der Dusche abschrubbe wenn mir das Ergebnis vom Vortag gegen den Strich geht :oops: Dann bin ich oft erstaunt wieviel Farbe da noch runtergeht, wo ich dachte das es komplett getrocknet wäre.

Nach oben 10.02.2014, 07:39 Nach unten

aquarell

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Hi Jeannie,
danke für deine Antwort. Aber es geht nicht um schon angetrocknete Farbe, die Farbe ist unmittelbar vorher aufgetragen worden. Nach dem Video komme ich zu dem Schluss, dass ich mit dem Pinsel zu stark aufdrücke wenn ich neu ansetze. Ich muss da mal systematisch Einiges ausprobieren.

Nach oben 10.02.2014, 11:25 Nach unten

Aquarell und Tempera

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Verdünnst du die Farbe beim Malen, oder nimmst du die so aus der Flasche wie sie ist?

Ich glaube es liegt daran, weil die Farbe bei dir so dick ist. Ich verdünne ja immer noch mit Wasser, da siehst du keine Pinselspuren. Da kannst du dann auch ruhig fest aufdrücken.

Könnte es das sein? :mhh:

Nach oben 10.02.2014, 11:43 Nach unten

aquarell

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Hi Claudia,
ich verdünne die Farbe schon, allerdings nicht sehr. In diesem speziellen Fall mit einem Retarder, weil ich gelbe Farbe auf dunklen Grund vertreiben wollte. Es sollte ein ähnlicher Eindruck entstehen, als wenn ich mit Airbrush Gelb aufgesprüht hätte.

Nach oben 10.02.2014, 12:03 Nach unten

Acryl / Aquarell / Encaustic

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Viele tolle Tips hast du schon bekommen, lieber Rainer; einer fehlt noch für weiche Übergänge.

Solange angrenzende Farben noch feucht sind, kann man sie wunderbar mit einem trockenen Borstenpinsel
ineinander "tupfen". Je weniger Farbe jeweils aufgetragen wird, desto feiner werden die Übergänge. Langsames
Rantasten ist erfolgversprechend.

Mein Lieblingsborstenpinsel ist von JOY (Billigmarke). Der hat eine robuste Geschmeidigkeit.
Ein
Beispielbild, bei dem die Flächen überwiegend in dieser Technik gemalt sind.
.

Für Lasuren bei kleinformatigen Bildern haben sich auch die einmal jährlich bei ALDI erhältlichen Pinsel für mich
bewährt.

Liebe Grüße
Vertippsel

Nach oben 10.02.2014, 12:11 Nach unten

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Das Video von Isabell finde ich sehr gut.
Genau so mache ich meine Übergänge auch.
Allerdings nehme ich dazu immer einen neuen, noch sauberen und trockenen Pinsel
um die Farben ineinander zu streichen.
Allerdings nehme ich fast nie Malmittel und ich verdünne auch Farbe selten.
Ich mag es nicht, wenn sie fleckig wird und das passiert mir dann meistens.
Wenn die Farbschicht an der Oberfläche schon angetrocknet ist, schiebt sie sich (wie du schreibst) zur Seite.
Du mußt also schnell sein.
Ich nehme übrigens für weiche Übergänge diesen Pinsel : mein Lieblingspinsel
Bis jetzt hat diesen noch keiner geschlagen :grins:
Allein schon für größere Flächen ein super Teil!

Nach oben 10.02.2014, 12:24 Nach unten

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Also mir geht es wie Mel....
auch ich mache die Übergänge wie in Isabelles Video (deswegen hatte ich das Video gepostet.. ist einfacher als es zu beschreiben)
und arbeite auch fast nur mit unverdünnter Farbe (ausser bei Lasuren).
Das Fleckenproblem habe ich meist auch nur dann, wenn ich verdünne :?

Beitrag: Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen - 10.02.2014, 12:24 mel hat geschrieben:

Wenn die Farbschicht an der Oberfläche schon angetrocknet ist, schiebt sie sich (wie du schreibst) zur Seite.
Du mußt also schnell sein

Genau das meinte ich ! So passiert es bei mir dann, daher lege ich immer schon alles bereit wenn ich einen weichen Übergang brauche (wie Himmel),
dann kann ich in einem Zug durcharbeiten.

Allerdings ist zu fest aufdrücken auch eine Option..
....und am besten klappen Flecken, wenn man leicht angetrocknete Farbe mit einem Pinsel verwischt, mit dem man zu doll aufdrückt :grins:

Nach oben 10.02.2014, 12:40 Nach unten

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
Hmmm... ich denke man kann auf viele Arten Farbverläufe erzeugen, auch abhängig von Motiv und Maltechnik.

Ich glaube nicht dass Rainer großformatige abstrakte Bilder anstrebt (wie bei Zacher-Finet), in denen die Farben schnell und spontan mit großen Pinseln vertrieben werden. Es geht ihm wohl eher darum, über eine durchgetrocknete Untermalung eine Farbschicht mit sauberen, sicheren Pinselstrichen zu setzen.

Und dabei gilt eben (ähnlich wie bei Ölfarbe) die Fett-auf-mager-Regel: Ist die untere Farbschicht nicht mehr aufnahmefähig genug für Wasser (enthält sie also zu viel Bindemittel), perlt die neue Farbschicht quasi ab. Das erinnert dann an Glas-oder Porzellanmalerei. Die Einfärbekraft sinkt stark, und man sieht jeden Pinselansatz. Um die zu verhindern muss man die Wassermenge reduzieren. Ist dies nicht möglich, muss man den Bindemittelanteil erhöhen (mit Malmedium). Aber durch Malmittel sinkt auch wieder etwas die Einfärbekraft, weil die Farbe an sich transparenter wird. Erhöht man also zu schnell den Bindemittelanteil der Farben, kann man ein Bild nur noch sehr schwer weiterentwickeln. Ab einem gewissen Punkt hilft dann echt nur noch die von mir erwähnte Zwischenfirnis aus mattem Malmittel.

Daher ist es am besten man geht derartigen Problemen von Anfang an aus dem Weg, indem man sehr matte Farben für Untermalungen verwendet (hochwertigste Künstlerfarben, eingefärbtes Gesso) und die Anzahl der Farbschichten möglichst gering hält.

Retarder hingegen ist meiner Meinung nach Gift für Schichtmalerei. Die Bearbeitungszeit der Farben steigert sich nur unwesentlich, dafür bleibt die Farbe tagelang klebrig und empfindlich, kann also erst nach langer Trocknungszeit wieder sauber übermalt werden. Sehr dünne Lasuren verdünne ich nur mit Wasser und ein wenig seidenmatten Malmittel, und trage das ganze mit einem sehr weichen Pinsel auf, das ergibt bei mir sehr gleichmäßige Ergebnisse.

Nach oben 10.02.2014, 15:30 Nach unten

Acryl, Pastellkreide, Aquarell

Beitrag  Re: Welcher Pinsel um bei Acrylfarben weiche Übergänge zu erzeugen
quuele hat geschrieben:
ich verdünne die Farbe schon, allerdings nicht sehr. In diesem speziellen Fall mit einem Retarder

Genau das ist der Knackpunkt, Retarder, ich habe meine Negativerfahrungen damit machen
müssen.
Einfach nur Wasser und die Farbe nicht dickt auftragen. Du wirst erst einmal üben müssen,
bist Du das Ineinandenverlaufen lassen raus hast.
Viel Glück :schwein:

Nach oben 10.02.2014, 16:07 Nach unten
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