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 Chromoxydgrün 
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Beitrag  Re: Chromoxydgrün
Nun, das Gamut Mapping hast du hineingebracht, nicht ich. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, wie wenig Aussagekraft Farbkreise im Endeffekt haben, und somit eine alleinige Pigmentauswahl anhand eines Farbkreises (der sowieso nicht alle Farbtöne enthält die sich mit Pigmenten erzielen lassen) nicht unbedingt Sinn macht.

Was das Mischen angeht... nun, es ist schon sehr lange her dass ich mir wirklich einen Farbton auf der Palette oder sonstwo ermischt habe. Ich nutze fast ausschließlich die optische Mischung auf der Bildfläche. Daher brauche ich wohl auch keine Mischsysteme bzw. Standardpaletten. Bei jedem Bild kann ich immer wieder aufs neue entscheiden welche Farbauswahl ich treffe.

Und jemand der Chromoxidgrün gewohnt ist und es in seinem Bild verwenden möchte, der verwendet es einfach. Das ist kein Problem.

Nach oben 05.06.2013, 14:41 Nach unten

Beitrag  Re: Chromoxydgrün
Ja, ich habe es erwähnt und dir einen Link geschickt damit du dich selbst damit beschäftigen kannst und selbst deine Schlüsse draus ziehst (schrieb ich doch auch). Es war daher nur Flüchtig von mir erwähnt und von dir ausführlich kritisiert worden, was nicht in meiner Absicht lag. Daher ist es kein Fair Game in dem man etwas Kritisiert und dem anderen im Anschluss abwürgt, in dem man sagt, dass es hier nicht ins Thema gehört, und ich doch ein extra Thema eröffnen soll.
Daher kann ich nur wenig was damit anfangen.

Deinem letzten Satz stimme ich zu, es ist richtig das jeder dieses Grün verwenden kann und es auch nichts mit der Bildqualität oder so zu tun hat.
Meine Absicht lag nur darin, einfache und klare Eigenschaften zu erläutern die eben in dem Pigment liegen, die auch fernab von Meinungen sind ob man es braucht oder nicht. Es ging mir nur um eine reine Erläuterung im Vergleich zu anderen Pigmenten. Es ist eben Lasieren, Punkt. Es ist weniger Färbend als PG7- was den Umgang damit etwas einfacher und berechenbarer macht, Punkt. Es ist sehr Dynamisch und reagiert sehr schön mit andern Pigmenten, Punkt. Es entfaltet sich eine große Bandbreite an sehr brillanten und schönen Farbtönen die ein sehr weites Spektrum haben, Punkt.

Das es mein persönlicher Favorit ist, beruht darauf das ich damit persönliche Erfahrungen gemacht habe, das ist meine Meinungsbildung die mir ja zusteht, mehr ist es auch nicht.

Nach oben 05.06.2013, 16:42 Nach unten

Beitrag  Re: Chromoxydgrün
Das mag ja alles sein. Aber das Verhältnis in Mischungen war jetzt eigentlich hier nicht so das eigentliche Thema, auch nicht das angebliche Spektrum an Farbtönen.
Fakt ist nämlich auch, dass Chromoxidgrün noch weniger färbend ist als Chromoxidhydratgrün, und sich daher in gewissen Fällen noch viel einfacher beherrschen lässt. Auch lässt es sich besser übermalen, da es wegen seiner sowieso hohen Deckkraft (und somit auch "Griffigkeit" der Pigmente) weniger Bindemittel benötigt. Und besonders als Lasur lässt es sich nicht imitieren.

Nach oben 10.06.2013, 09:24 Nach unten

Beitrag  Re: Chromoxydgrün
Grade eben finde ich das Spektrum eines Pigmentes wichtig, dafür ist doch das Thema da, um zu wissen wie flexibel ein Pigment ist in einer Mischungen ist. Daher ist es nicht nachvollziehbar warum das Plötzliche nicht mehr zum Thema gehört… Wenn ich über ein Auto rede, möchte ich ja auch über die Fahreigenschaften Bescheid wissen…

Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 10.06.2013, 09:24 Beowulf hat geschrieben:

Fakt ist nämlich auch, dass Chromoxidgrün noch weniger färbend ist als Chromoxidhydratgrün, und sich daher in gewissen Fällen noch viel einfacher beherrschen lässt. Auch lässt es sich besser übermalen, da es wegen seiner sowieso hohen Deckkraft (und somit auch "Griffigkeit" der Pigmente) weniger Bindemittel benötigt. Und besonders als Lasur lässt es sich nicht imitieren.


Ähm…. Nö. Chromoxidhydratgrün ist zwar minimal Färbestärker, aber im Gegensatz zu vielen anderen Pigmenten ist die Färbung eh schon im unteren-mittleren Bereich.
Ich empfinde die Färbung als genau richtig, also noch locker im Tolerierbaren Bereich dass sich da keiner gestört fühlen würde. Meist kommt die Färbung bei Pigmenten ins Gespräch, wenn sie zu intensiv sind oder viel zu schwach sind.
Das ist ja der Unterschied zwischen Theorie und Praxis, man liest irgendwo dass es Färbestarker ist als das Chromoxidgrün, und schon wird dies als Augment genommen. In der Praxis aber würde man eh merkt das Chromoxidhydratgrün schon nicht so färbestark ist, und da würde man eher keinen Vergleich noch zu Chromoxid ziehen...
So gesehen gibt es keine alles Könner der Pigmente, die Mal zu wenig oder zu viel bieten- sowie vor oder Nachteile haben.
Ein Cadmiumpigment zum Beispiel gilt mit zu den Färbestärkeren Pigmenten, so sehen viele dies auch als Vorteil an, da es so ergiebiger ist und Ökonomischer.
Und es ist Deckend, also wäre der Nachteil das es nicht lasierend ist… So eine Liste kann man Stunden lang anführen, mit allen Pigmenten.

Daher sehe ich eher die Objektiven Vorteile, dass es eben ein weites Spektrum hat und man sich damit viele andere Grünpigmente aus Tuben sparen kann. Ob man jemals das volle Spektrum brauchen wird, hängt natürlich von jedem selbst ab. Überhaupt ist das Beste Grün immer das, was man gewohnt ist zu mischen und was einem am besten gefällt. Somit haben ich nur die Eigenschaften beschrieben des Pigmentes, und würde es persönlich anderen Pigmenten vorziehen.
Auch muss man sagen, dass dieses Pigment komplex ist, es ist nicht ganz einfach für Anfänger, vielleicht zu dynamisch in den Mischungen. Auch da kann es Fluch und Segen zugleich sein… Aber Grün ist eh eine schwere Farbe, ähnlich schwer wie Hautfarben. Denn auch kann ein Auto jemanden mit allen möglichen Schnickschnack überfordern, für den einen sind die Zusätzlichen Tool super, der andere wird drüber nörgeln. Das sind dann Subjektive Meinungen....

Nach oben 11.06.2013, 17:15 Nach unten

Beitrag  Re: Chromoxydgrün
Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 11.06.2013, 17:15 JohnD hat geschrieben:
Grade eben finde ich das Spektrum eines Pigmentes wichtig, dafür ist doch das Thema da, um zu wissen wie flexibel ein Pigment ist in einer Mischungen ist. Daher ist es nicht nachvollziehbar warum das Plötzliche nicht mehr zum Thema gehört… Wenn ich über ein Auto rede, möchte ich ja auch über die Fahreigenschaften Bescheid wissen…

Gerade das ist doch total subjektiv. Z.B. macht es Sinn, über das angebliche "Mischspektrum" von Kadmiumgelb, Hansagelb oder Siena Natur zu reden? Es lassen sich doch alle Pigmente mit allen anderen mischen, es kommt dann vielleicht etwas anderes raus, aber wenns dem Motiv nützt, kanns einem doch nur Recht sein. Ist es also sinnvoll, jetzt alle möglichen Farbmischungen auseinanderzuklamüsern? Ich denke nicht... Ich weiß nur, dass ich mit Chromoxidgrün und Phthalogrün eine sehr starke Kombo habe, die eine extrem große Bandbreite hat... das Chromoxid bildet sozusagen einen "Ankerpunkt", bis zu dem alle Grünmischungen bis zu einer gewissen Kräftigkeit sich sehr sicher erzielen lassen, ohne Angst vor einem Blaustich haben zu müssen, und von einer sehr hohen Deckkraft und Übermalbarkeit profitieren zu können. Für alles was dunkler und kräftiger sein muss, muss halt das Phthalogrün einspringen... aber da der Unterschied von Phthalogrün zu Chromoxidgrün wesentlich geringer als z.B. von Phthalogrün zu Kadmiumgelb ist, sind auch da meiner Meinung nach die Mischungen sehr einfach und sicher zu erzielen, trotz der hohen Einfärbekraft von Phthalogrün. :)

Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 11.06.2013, 17:15 JohnD hat geschrieben:
Ähm…. Nö. Chromoxidhydratgrün ist zwar minimal Färbestärker, aber im Gegensatz zu vielen anderen Pigmenten ist die Färbung eh schon im unteren-mittleren Bereich.

Wie gesagt, das ist alles sehr subjektiv. Chromoxidhydratgrün ist lasierend, und weist schon aus diesem Grund eine deutlich höhere Einfärbekraft als deckende Farben auf. Das liegt in der Natur der Sache. Und wenn überhaupt muss du auch alle Maltechniken berücksichtigen, auch das Lasieren... und nicht nur Alla-Prima-Techniken, bei denen viel gemischt wird. Dieser Aspekt fehlt in deiner Argumentation bisher vollkommen. Wenn du also wirklich objektiv sein möchtest, muss du auch diesen mehr berücksichtigen.

Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 11.06.2013, 17:15 JohnD hat geschrieben:
Ein Cadmiumpigment zum Beispiel gilt mit zu den Färbestärkeren Pigmenten, so sehen viele dies auch als Vorteil an, da es so ergiebiger ist und Ökonomischer.
Und es ist Deckend, also wäre der Nachteil das es nicht lasierend ist… So eine Liste kann man Stunden lang anführen, mit allen Pigmenten.

Dies ist richtig. Daher kann man nicht sagen, dass Chromoxidhydratgrün prinzipiell bessere Eigenschaften hat als Chromoxidgrün. Und die Einfärbekraft hat relativ wenig mit ökonomischer Malweise zu tun. Da ist doch eher die Lasurtechnik im Vorteil, da hier hauchdünne Schichten ausreichen, um den Malgrund kräftig einfärben zu können. Wenn ein Bob Ross mit ein wenig Liquin und Ultramarin einen schicken Himmel zaubert, dann ist das für mich ökonomisch. Jedoch für große Bildteile teure Kadmiumfarben zu benutzen.... hmm, nein.

Nach oben 20.06.2013, 12:57 Nach unten

Beitrag  Re: Chromoxydgrün
Hallo Björn, grüß dich.

Beowulf hat geschrieben:
Chromoxidhydratgrün ist lasierend, und weist schon aus diesem Grund eine
deutlich höhere Einfärbekraft als deckende Farben auf. Das liegt in der
Natur der Sache.


Dem kann ich leider nicht ganz zustimmen. Die Lasur Fähigkeit eines Pigmentes ist separat und hat nichts mit der einfärbe kraft zutun. Das zeigen ja auch andere Pigmente wie Kobalt violett was extrem schwach ist von der Färbestärke und auch lasierend ist. Denn noch kann man dies nicht als Argument auslegen was das Chromoxidhydratgrün betrifft, weil damit auch das Phthalogrün erst recht rausfallen würde.
Dein Einwand war ja zuvor, das die Färbung vom Chromoxidhydratgrün negativ sei(was ich nicht bestätigen kann) aber denn noch ist die Färbung vom Phthalogrün um einiges Mächtiger, und das macht sie meines Erachtens unberechenbar.
Klar kann man damit auch Hantieren, und eine gewisse Kontrolle darüber ausüben, erfordert aber noch mehr Fingerspitzengefühl.
Was mir aber noch aufgefallen ist, das Phthalogrün nur mit Cadmium gemischt sehr Brillant ist, fast schon zu brillant, egal wie das Misch Verhältnis zu einer steht... Ich weiß nicht wie ich es sagen soll, es wirkt immer sehr Künstlich, man müsste es dann minimal brechen damit es am Chroma verliert.
Beim Chromoxidhydratgrün empfinde ich es genau richtig, unkomplizierter.

Beowulf hat geschrieben:
Und wenn überhaupt muss du auch alle Maltechniken berücksichtigen, auch das Lasieren... und nicht nur Alla-Prima-Techniken, bei denen viel gemischt wird. Dieser Aspekt fehlt in deiner Argumentation bisher vollkommen. Wenn du also wirklich objektiv sein möchtest, muss du auch diesen mehr berücksichtigen.


Nun ja, müssen wir das nicht bei allen anderen Pigmenten nicht auch berücksichtigen? Jedes Pigment ist unterschiedlich, und da hat Chromoxyde was die Lasur betrifft auch keinen Pluspunkt, da es eben ein deckendes Pigment ist. Somit haben ich schon nicht nur Alla Prima in bracht gezogen... Chromoxidhydratgrün ist nun mal lasierend, das heißt ich habe damit die Möglichkeit es mit anderen Transparten Pigmente zu kombinieren, um es so immer noch transparent zu halten. Aber auch, ich kann es mit einem deckenden Rot oder Gelb mischen, womit ich praktisch die Fähigkeit bekomme das es deckt.
Das ist ja das was ich schon zuvor meinte, mit einem Chromoxid geht es nicht, das ich es lasierend bekomme.

Und wenn es dir vielleicht vorkommt dass ich dieses Argument außer Acht gelassen habe, liegt es vielleicht daran das es Objektiv war. Da ich ja auch schrieb, das es nicht das Pigment gibt, was nun alles kann.
Und jedes Pigment hat nun mal Eigenschaften, womit es andere Dinge evtl. nicht so erfüllt.

Beowulf hat geschrieben:
Dies ist richtig. Daher kann man nicht sagen, dass Chromoxidhydratgrün prinzipiell bessere Eigenschaften hat als Chromoxidgrün. Und die Einfärbekraft hat relativ wenig mit ökonomischer Malweise zu tun. Da ist doch eher die Lasurtechnik im Vorteil, da hier hauchdünne Schichten ausreichen, um den Malgrund kräftig einfärben zu können. Wenn ein Bob Ross mit ein wenig Liquin und Ultramarin einen schicken Himmel zaubert, dann ist das für mich ökonomisch. Jedoch für große Bildteile teure Kadmiumfarben zu benutzen.... hmm, nein.


Am ökonomischsten wäre es wohl, gar nicht malen;) Du musst bedenken das Kadmium oder Farben wie Rot und Gelb eh sehr selten ein Bild Dominieren. Aber Ich finde Kadmium ist schon sehr Ergiebig, mit einem klecks kann man schon viel erreichen und auch große Flächen ausmalen.

Beowulf hat geschrieben:
Gerade das ist doch total subjektiv. Z.B. macht es Sinn, über das angebliche "Mischspektrum" von Kadmiumgelb, Hansagelb oder Siena Natur zu reden?


Ja, lass mich das mal erklären: Manche Pigmente bieten ein sehr großes Spektrum an weiteren Farben. Zum Beispiel ist Cadmium Rot, kleine Dynamische Farbe, man kann sie im Ton kaum ändern(verliert sofort Chroma) und für Violette töne unbrauchbar, da meist bräunliche Farben bei heraus kommen. Aber Kühle Rötten wie ein Alizarin ist wieder sehr viel dynamischer, alleine schon wenn man den Voll Ton und Lasur Ton nutzt. Und was das Violette Spektrum betrifft... Mir scheint es so, als ob Lasurtöne mehr zu bieten haben an Farbvariationen.
Grade bei Lasur-Grün finde ich es interessant. Ich lade mal eine Chart von mir hoch. Dort sieht man das man mit diesem Pigment nicht nur Grünähnliche Farben hinbekommt, sondern auch noch ganz andere Farben, bei denen man vermutet das dort kein Grün anwesend sei, somit hat man in der Harmonie eine große Auswahl.
Wenn man sich aber reine Gelbe-Charts ansieht, sieht man meist das alles auf Gelb basiert wie hier http://4.bp.blogspot.com/-AymKmx-YNPc/T ... 2%2529.jpg

Daher gebe ich dir Recht, über das Spektrum von hans gelb oder Cadmiums ergibt es weniger sinn über das Spektrum zu reden. Du musst auch bedenken, dass dies Farben auch nicht gern in Farbharmonien als Dominanter Ton benutzt werden, also, das man auf denen große Harmonien erstellt.
Wenn du dir zum Beispiel meine Chart ansiehst, sieht du das da Farben bei sind mit denen man ein Bild malen könnte, nur auf dessen Harmonie.
Und wenn du dir die gelbe Chart ansieht, siehst du dass man alleine mit denen keine Bild malen könnte. Daher empfinde ich es bei einigen Farben wichtig über das Spektrum zu reden.

Darf ich dich fragen, ob du schon mit Chromoxidhydratgrün Erfahrungen hast?

Nach oben 21.06.2013, 00:16 Nach unten

Beitrag  Re: Chromoxydgrün
Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 21.06.2013, 00:16 JohnD hat geschrieben:
Die Lasur Fähigkeit eines Pigmentes ist separat und hat nichts mit der einfärbe kraft zutun. Das zeigen ja auch andere Pigmente wie Kobalt violett was extrem schwach ist von der Färbestärke und auch lasierend ist.

Hmm naja, Kobaltviolett gibts in vielen Varianten, manche giftig, manche ungiftig, manche lasierend, manche halblasierend, manche hell, manche dunkel, und auch die Einfärbekraft ist sehr unterschiedlich.
Auch würde ich hier wirklich nicht von einer "Lasurfähigkeit" sprechen. Lasieren lässt sich jedes Pigment ohne Einschränkungen, nur die Wirkung ist halt jeweils eine andere.

Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 21.06.2013, 00:16 JohnD hat geschrieben:
Denn noch kann man dies nicht als Argument auslegen was das Chromoxidhydratgrün betrifft, weil damit auch das Phthalogrün erst recht rausfallen würde.

Lasuren färben vor allem helle Untergründe sehr stark ein. Vor allem transparente Farben sind da sehr unberechenbar, schon winzige Schwankungen der Schichtdicke verändern die Einfärbung stark. Deckende Farben verhalten sich da viel stabiler, sie wirken auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln recht gleich, was bei transparenten Farben überhaupt nicht zutrifft. Auch unterschiedliche Lichtverhältnisse sind da wichtig. Ein Bild, welches in der Wohnung vielleicht meist ganz gut aussieht, kann man bei intensiverem Licht draußen oder bei anderer Zimmerbeleuchtung oft kaum noch wiedererkennen. ;)
Solche Bilder nenne ich daher auch "überlasiert", da wurden zu viele transparente Pigmente in dünnen Schichten über einen stark reflektierenden Untergrund gelegt. Phthalogrün würde ich daher auch nicht auf hellen Bereichen nutzen, sondern in dunklen (z.B. Schatten oder mit Chromoxidgrün vorbereitete Bereiche), in denen die Einfärbekraft von Lasuren deutlich abnimmt, und man die transparenten Pigmente zur Erzeugung von Tiefe nutzen kann.

Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 21.06.2013, 00:16 JohnD hat geschrieben:
Chromoxidhydratgrün ist nun mal lasierend, das heißt ich habe damit die Möglichkeit es mit anderen Transparten Pigmente zu kombinieren, um es so immer noch transparent zu halten. Aber auch, ich kann es mit einem deckenden Rot oder Gelb mischen, womit ich praktisch die Fähigkeit bekomme das es deckt.
Das ist ja das was ich schon zuvor meinte, mit einem Chromoxid geht es nicht, das ich es lasierend bekomme.

Durch die Beimischung veränderst du aber den Farbton dramatisch, vor allem im Hinblick darauf, dass Chromoxidhydratgrün nach deiner Aussage wenig Einfärbekraft in Mischungen besitzt. Du schränkst dich dann genau so im Farbspektrum ein, und musst einen zusätzlichen Mischvorgang in Kauf nehmen. Und wie ich schon schrieb, benötige ich die Transparenz bei hellen und mittleren Farbtönen eher selten.
Ich habe gerne beides, von jedem Farbton: Deckend und transparent. So ist z.B. Kadmiumrot mit seiner Deckkraft ganz nett, aber so richtig Feuer bekommen Rottöne meiner Meinung nach erst, wenn sie noch transparent überarbeitet werden, z.B. eine Mischung aus Eisenoxidgelb und Quinacridone Magenta kommt ganz gut. :) Vor allem die Schatten/Halbschatten von Objekten bekommen eine ganz neue Qualität, wenn sie mit der transparenten Farbe überzogen werden. Die Fläche, die nicht lasiert wurde, wirkt auf einmal ganz anders, einfach weil der Farbverlauf - der Übergang zu den Schatten - viel intensiver verläuft, als wenn man nur deckendes Kadmiumrot benutzt hätte. Je nach Motiv ist dies aber natürlich nicht erwünscht. Aber ich mag einfach die Kontrolle, die man auf die Übergänge ausüben kann.

Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 21.06.2013, 00:16 JohnD hat geschrieben:
Manche Pigmente bieten ein sehr großes Spektrum an weiteren Farben. Zum Beispiel ist Cadmium Rot, kleine Dynamische Farbe, man kann sie im Ton kaum ändern(verliert sofort Chroma) und für Violette töne unbrauchbar, da meist bräunliche Farben bei heraus kommen. Aber Kühle Rötten wie ein Alizarin ist wieder sehr viel dynamischer, alleine schon wenn man den Voll Ton und Lasur Ton nutzt. Und was das Violette Spektrum betrifft... Mir scheint es so, als ob Lasurtöne mehr zu bieten haben an Farbvariationen.

Jein. ;) Schau mal hier: http://emptyeasel.com/2008/12/02/4-meth ... paintings/
Etwas weiter unten ist da ein Vergleich angestellt: Alizarin einmal mit Cadmium aufgehellt, und einmal mit Weiß. Und da kannst du vielleicht erkennen, was ich schon bezüglich der Lasurtechnik andeutete: Eine Farbe, welche mit manchen recht unflexibel erscheinen mag, entfacht erst mit gewissen anderen ihr Feuer.

Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 21.06.2013, 00:16 JohnD hat geschrieben:
Grade bei Lasur-Grün finde ich es interessant. Ich lade mal eine Chart von mir hoch. Dort sieht man das man mit diesem Pigment nicht nur Grünähnliche Farben hinbekommt, sondern auch noch ganz andere Farben, bei denen man vermutet das dort kein Grün anwesend sei, somit hat man in der Harmonie eine große Auswahl.

Das ist eigentlich nicht relevant, denn erstens stellt eine große Auswahl an Farbtönen keine Harmonie sicher, und zweitens muss zum Erreichen der anderen Farbtöne immer auch ein anderes Pigment genutzt werden. Man verringert die Anzahl der benötigten Pigmente nicht.

Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 21.06.2013, 00:16 JohnD hat geschrieben:
Wenn man sich aber reine Gelbe-Charts ansieht, sieht man meist das alles auf Gelb basiert wie hier http://4.bp.blogspot.com/-AymKmx-YNPc/T ... 2%2529.jpg

Das liegt daran, dass Gelb sich vor allem bezüglich Weißaufhellungen sehr stabil verhält, welche ja vornehmlich in diesem Chart gezeigt werden. Misch z.B. mal Ocker mit Schwarz, und guck was dabei rauskommt. ;)

Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 21.06.2013, 00:16 JohnD hat geschrieben:
Darf ich dich fragen, ob du schon mit Chromoxidhydratgrün Erfahrungen hast?

Die Erfahrungen sind beschränkt, da ich weder den undefinierbaren Farbton schätze, noch Farbmischungen im Allgemeinen. Vielleicht fehlte mir bisher das geeignete Motiv. Jedenfalls hätte ich keine Bedenken, diesen Farbton durch Übereinanderlegen von Grün und Blau zu erzeugen, besonders im Hinblick darauf, dass Phthaloblau mit ein wenig Schwarz sowieso schon sehr grünstichig wird, und sich damit hervorragend dunkle Bildbereiche vertiefen lassen.

Nach oben 21.06.2013, 15:12 Nach unten

Beitrag  Re: Chromoxydgrün
Man müsste sich einigen, was man unter einfärbungsstäre definiert? Ich verstehe darunter das wenn man ein Pigment in einer geringen Mengen in einer anderen Farbe mischt um diese extrem zu beeinflussen.
Preußisch blau zum Spiel ist für mich extrem stark, wenn man da einmal seinen Pinsel drin hatte, muss dieser ausgewaschen werden weil dessen Färbung sich in allen anderen Farben überträgt. Auch ein bisschen auswaschen bringt nichts, die Färbung ist zu intensiv.
Das ist das was ich unter Färbestärke betrachte, nicht unbedingt die Fähigkeit ob ein Pigment Lasierend ist oder nicht.
Und Kobalt Violett gab es mal als eine Giftige Variation, ist aber ein anderes Pigment. Ich beziehe mich da nur wirklich auf das eine Pigment, nicht dessen Namensgebung. Und das was heutzutage unter Kobalt Violett zu versteht ist und als das echte verkauft wird. Da gibt es keine deckende oder halb deckende Variation, man versuchte zwar es besser zu machen, da die Färbung schon sehr mangelhaft ist, aber es blieb bisher unverändert.
Wir unterscheiden ja auch zwischen Pigment PG18 und PG17

Ich wollte nur verdeutlichen das die Lasurfähigkeit nichts mit der Färbung zu tun hat.


Beowulf hat geschrieben:
Lasuren färben vor allem helle Untergründe sehr stark ein. Vor allem transparente Farben sind da sehr unberechenbar, schon winzige Schwankungen der Schichtdicke verändert die Einfärbung stark.


Das hat aber auch nicht mit der Färbung zutun, das Phänomen was du beschreibst ist Physikalisch bedingt. Die enormen Unterschiede zwischen der Schichten-dicke und dessen Leuchtkraft, wird durch das Reflektieren von dem darunter liegendem Weiß erzeugt, und dessen Transparenz des Pigmentes. Ist die Farbe zu dick, blockiert es das zurück Reflektierende Licht. Man kann auch Lasierende Pigmente mit deckenden Pigmenten kombinieren, und schon verändert sich alles, es hat keine Lasierende Wirkung mehr.
Und wenn ich wieder PG18 und PG7 miteinander vergleiche, sind beide lasierend, aber wenn man Gesichtsfarben und dessen rot minimal brechen will, kann man beim PG18 mehr rein nehmen, ohne das grün gleich dominiert. Beim PG7 muss man eine Homöopathische Menge rein nehmen, ein Stecknadel Kopf damit es nicht gleich die Mischung ruiniert.
Da ist eben ersichtlich das Lasur und Färbung zwei verschiede Dinge sind.

Beowulf hat geschrieben:
Durch die Beimischung veränderst du aber den Farbton dramatisch, vor allem im Hinblick darauf, dass Chromoxidhydratgrün nach deiner Aussage wenig Einfärbekraft in Mischungen besitzt. Du schränkst dich dann genau so im Farbspektrum ein, und musst einen zusätzlichen Mischvorgang in Kauf nehmen.


Dem kann ich nicht so recht Folgen? Meinst du das die Einfärbe Kraft was mit dem Farbspektrum zu tun hat? Und wieso soll sich was dramatisch ändern, weil grade eben die eine Farbe nicht so eine starke Einfärbe Kraft hat? Normal wäre es umgekehrt der Fall… Auch was das Farbspektrum betrifft, man ist da nicht eingeschränkt, nur weil die Einfärbung nicht so stark ist.
Wir müssen die Transparents, Einfärbung, Chroma und die Dynamik wirklich voneinander trennen. Das eine schließt nicht das andere aus bzw. ein. Die Werte beeinflussen sich nicht gegenseitig, in dem von der Transparenz auf die Färbung schließen kann oder auf das Farbspektrum.

Ganz einfach gesagt, um Missverständnisse zu räumen: PG7 ist vom Farbton her, von der Dynamik her wie auch von der Transparenz her gleich. Die beiden Pigmente sind fast identisch. NUR, das einzige was sie unterscheidet ist, das PG7 eine stärkere Färbung hat, und einen Hauch mehr Chrom besitzt. Dieses Chroma ist aber bei mir ein Nachteil, weil die Farben mir zu künstlich erscheinen, und PG18 hat gleich so alles passend, ich empfinde die Mischungen als Angenehmer. Was die Färbung betrifft, so ist es auch ein Nachteil für mich, weil man da viel mehr aufpassen muss. Mehr ist es eigentlich nicht.
Sonst sind die beiden sehr ähnlich, und PG7 wird eben auch auf Grund seines Spektrums in sehr vielen Tuben als Mischpigment verwendet. Es ist in Grüner Erde drin, Sap green, Hooks Green und und und.
Aber da ich mir diese eben alle selbst mische, und ich nicht immer in Mikroskopischer Mengen aufpassen muss, ist da für mich PG18 idealer.
In Öl trocknet es auch schneller, es ist wie ein Katalysator. Okay, es ist ein wenig teurer, aber so ist es nun mal. Das kann man gern als Kontra ansehen, genauso wie Kobalt und Cadmiums auch nicht grade billig sind. Aber jeder der dafür Geld ausgibt, wird auch wissen warum er es macht.

Nach oben 22.06.2013, 00:13 Nach unten

Beitrag  Re: Chromoxydgrün
Nun, du vergleichst jetzt verstärkt PG7 und PG18. Ich denke wir sind uns da einig, dass jemand, der sich an dem stärkeren Blaustich nicht stört und nicht die ganze Bandbreite an Farbkraft braucht, mit PG18 eine etwas leichter zu handhabende Alternative hat. Aber ich muss schon sagen, dass mein Phthalogrün deutlich "grüner", also gelblicher, wirkt, als die digitalen Darstellungen diverser Charts. Mein Fotoapparat streikt da etwas, wenn ich diesen Gelbanteil des Grüns erfassen möchte.
Auch gibt es mit PG36 eine noch gelblichere Variante, vielleicht magst du ja die mal austesten.

Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 22.06.2013, 00:13 JohnD hat geschrieben:
Da gibt es keine deckende oder halb deckende Variation

Doch, z.B. Mussini hat ein halbdeckendes Kobaltviolett. ;)

Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 22.06.2013, 00:13 JohnD hat geschrieben:
Man müsste sich einigen, was man unter einfärbungsstäre definiert? Ich verstehe darunter das wenn man ein Pigment in einer geringen Mengen in einer anderen Farbe mischt um diese extrem zu beeinflussen.

Das ist natürlich eine Möglichkeit, man ignoriert dabei aber die "Probleme", die bei anderen Maltechniken auftauchen können. Der "Feurigkeit", die manche Pigmente als Lasur entfachen können, wird da meiner Meinung nach zu wenig Beachtung geschenkt.

Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 22.06.2013, 00:13 JohnD hat geschrieben:
Das hat aber auch nicht mit der Färbung zutun, das Phänomen was du beschreibst ist Physikalisch bedingt. Die enormen Unterschiede zwischen der Schichten-dicke und dessen Leuchtkraft, wird durch das Reflektieren von dem darunter liegendem Weiß erzeugt, und dessen Transparenz des Pigmentes. Ist die Farbe zu dick, blockiert es das zurück Reflektierende Licht. Man kann auch Lasierende Pigmente mit deckenden Pigmenten kombinieren, und schon verändert sich alles, es hat keine Lasierende Wirkung mehr.

Die Übergänge sind fließend. Durch die Zugabe von ein wenig deckendem Pigment wird die Farbe noch lange nicht hochdeckend. Besonders Lasuren bekommen dann einen "doppeldeutigen Charakter": Sind sie sehr dünn, dominiert die Leuchtkraft des transparenten Pigments, wird der Farbauftrag dicker, gewinnt das deckende Pigment mehr an Bedeutung.
Und um es mal etwas eleganter zu formulieren: Transparente Pigmente wirken als dünne Schicht deshalb etwas unbeständig über hellem Grund, weil diese nur Licht absorbieren können, nicht reflektieren. Kommt das Licht schräg von der Seite, nimmt es bis zum Betrachter einen längeren Weg durch die Farbschicht, es kommt an mehr Pigmenten vorbei, die jeweils immer etwas vom Farbspektrum wegnehmen, es aber auch immer weiter in die Tiefe vordringen lassen => Die Farbe ist intensiver. Hat man das Licht im Rücken, ist der Weg zum reflektierenden Grund deutlich kürzer, die Farbe wirkt schwächer und "glasiger". Verstärkt wird der Effekt, wenn das Licht besonders intensiv ist. Bei "Schummerlicht" dunkeln solche Lasuren optisch extrem nach.
Bei Kadmiumrot (oder Chromoxidgrün, PG17) hätte man diesen Effekt nicht, es absorbiert etwas Licht, und reflektiert den Rest sofort zurück zum Betrachter.

Beitrag: Re: Chromoxydgrün - 22.06.2013, 00:13 JohnD hat geschrieben:
Dem kann ich nicht so recht Folgen? Meinst du das die Einfärbe Kraft was mit dem Farbspektrum zu tun hat? Und wieso soll sich was dramatisch ändern, weil grade eben die eine Farbe nicht so eine starke Einfärbe Kraft hat? Normal wäre es umgekehrt der Fall… Auch was das Farbspektrum betrifft, man ist da nicht eingeschränkt, nur weil die Einfärbung nicht so stark ist.

Wenn man Deckkraft haben will, dann schon. Kadmiumgelb dominiert da, das Grün wird stark aufgehellt und wird sehr gelblich. PG17 ist da für mich ein praktisches "Normalgrün", welches schon von Natur sehr gut deckt... scheinbar noch besser mein als mein Kadmiumrot mittel... und das will schon was heißen! ;)

Nach oben 22.06.2013, 17:36 Nach unten
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