"Kunst steht nicht unter oder über, sondern jenseits von Richtigkeit und Fehler." (Emil Nolde)




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 Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich... 
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Öl

Beitrag  Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Es gibt eine Menge Farbtuben mit der Bezeichnung WEIß. Titanweiß, Zinkweiß, Lasurweiß, Kremser Weiß, um nur einige zu nennen.
Unterschiedliches Malverhalten, unterschiedliche Einsatzgebiete, unterschiedliches Weißverhalten, deckend, lasierend sogar.
Gemeinsam können wir versuchen, ein wenig Klarheit in dieser Weiß-Welt zu schaffen ...

:winken:

Nach oben 24.05.2013, 19:45 Nach unten

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Danke für dieses Thema. :D Leider kann ich nicht mit Wissen zu diesem Thema glänzen - für mich ist das mit den vielen verschiedenen Weißs nämlich immer ein Rätsel und habe deshalb bisher immer nur zu Titanweiß gegriffen. Für manches ist Titanweiß aber nicht so "praktisch", z. B. wenn man ein ganz zartes fast leicht durchsichtiges Weiß haben will, finde ich das sehr schwierig zu erreichen. Oder dass Weiß beim Mischen die Farben nicht nur aufhellt, sondern so sehr in der Farbe selbst verändert. (So "pastellig" und "kompakt" wenn ich eigentlich nur ein klein wenig heller haben möchte....) Gerade deshalb freu ich mich über dieses Thema hier und hoffe darauf, dass viele Weiß-Experten ihr Wissen mit so Weiß-Laien wie mir teilen. :D

Nach oben 24.05.2013, 20:04 Nach unten

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Titanweiß ist das am meisten benutzte Pigment. Es ist ein deckendes Pigment und ein sehr reines Weiß im Farbton. Es wirkt etwas kühl und wird ersichtlich, wenn man im High key malt.

Zinkweiß ist halb Transparent, es ist das kühlste weiß…

Bleiweiß ist Kremerweiß, es gibt mehrere Begriffe dafür, es ist das wärmste Weißt und halb transparent. Es wurde gern von den alten Meistern benutzt für die Schichten Malerei, weil es sich sehr natürlich in Mischungen verhält, auch in weiß Erhöhung ohne das es verkalkt.
Rembrandt nutzt es für die Flämische Maltechnik, um durch Sonnenlicht und Wärme die Schichten zusätzlich transparenter zu machen.

Bleiweiß ist daher für einiges unersetzlich, es gibt da noch zig verschiede Variationen von Silber weiß und Flakeweiß bis hin zu modernen prozessverfahren die jeweils das Weiß nochmals unterschiedlich macht.
Es ist Giftig und gibt es so auch nicht mehr zu kaufen. Das weiß was man in Künstlerläden bekommt unter diesem Namen, ist eine Hue Version, besteht ebenfalls aus Titanweiß nur noch mit anderen Pigmenten wärmer gemacht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bleiwei%C3%9F

Nach oben 24.05.2013, 20:55 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Ich arbeite mit zwei unterschiedlichen Weißtönen.

Titanweiß.
Das war mein Einstiegsweiß und Begleiter für mehrere Jahre.
Titanweiß erzeugt auf der Leinwand vor allem milchige Töne. Braun mit T-Weiß gibt Milchkaffee und Blau mit T-Weiß ergibt ein totes, milchiges Hellblau und mit Rot vermischt, ein Baby-Rosa. Ich bin fast verzweifelt. Ich wollte Farben aufhellen und bekam milchige, leblose Farben.
Kann man jedoch supergut einsetzen für weiße Wolken auf blauem Himmel (a la Bob Ross). Das cremige Weiß erzeugt auf farbigen Flächen einen schönen Kontrast, der sich auch nicht mit der Farbe darunter mischt, wenn man es gut drauflegt. Läßt sich auch gut verblenden.
Hat jemand noch weitere, andere positive Erfahrungen damit?

Zinkweiß.
Diese Farbe habe ich durch Manfred Bindewald kennengelernt. DANKE :D
Ich habe das Z-Weiß von DalerRowney.
Eine trockene, zähe, feste, gut verstreichbare Farbe.
Auf meinem Hamburger-Hafen-Projekt-Bild habe ich sie auch eingesetzt. Auf phtaloblauem/preußischblauem Wasserspiegel musste ich orange-farbene Spiegelungen auflegen. Orange und Blau ergibt auch Grün...
Ich spachtelte das zäh-feste Zinkweiß mutig mit dem Lasurorange von Schmincke zusammen und erhielt eine feste, trockene, nicht fettige Orangefarbe, die lediglich aufgehellt war.
Diese Farbe spachtelte ich fett auf das Meereswasser.
Bis heute ist es orange, und KEINERLEI Farbveränderungen.
Nebel wird mit Z-Weiß aufgebaut. Man stupft einen breiten, weichen, fluffigen Pinsel leicht in eine ausgezogenen Farbstraße mit Z-Weiß und bearbeitet feste damit die LW mit kreisenden Bewegungen. Z-Weiß ist nicht deckend und man kann echt 10-15 mal mit Z-Weiß drübergehen, und nix wird milchig. Aber alles wird neblig. Verblenden, verwischen... usw...
In einer LW war genau über den Kühen ein Webfehler, den ich zuspachtelte mit Weiß+Indischgelb+Orange. Ich legte einen dicken Streifen Farbe auf, ging mit Zinkweiß noch mal drüber und verzog den Farbbalken mit dem Pinsel. Eine schöne Wolkenbank, die nicht gerissen ist.
Z-Weiß ist eine zähe, trockene, fantastisch steuerbare Farbe. Hellt die Farben auf, ohne sie zu vermilchen.

Nach oben 24.05.2013, 20:59 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Zum mischen bei Acrylfarben nehme ich jetzt oft Elfenbein statt Titanweiß, es ist sanfter und läßt der Ausgangsfarbe mehr "Ton", hat jedoch die selbe Deckkraft wie Titanweiß.
Gehört vielleicht nicht ganz hier hin, ist aber eine sehr gute Alternative.
Grüße
Eva :winken:

Nach oben 24.05.2013, 21:13 Nach unten

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Beitrag: Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich... - 24.05.2013, 20:59 Rocky hat geschrieben:
Ich arbeite mit zwei unterschiedlichen Weißtönen.

Titanweiß.
Das war mein Einstiegsweiß und Begleiter für mehrere Jahre.
Titanweiß erzeugt auf der Leinwand vor allem milchige Töne. Braun mit T-Weiß gibt Milchkaffee und Blau mit T-Weiß ergibt ein totes, milchiges Hellblau und mit Rot vermischt, ein Baby-Rosa. Ich bin fast verzweifelt. Ich wollte Farben aufhellen und bekam milchige, leblose Farben.
Kann man jedoch supergut einsetzen für weiße Wolken auf blauem Himmel (a la Bob Ross). Das cremige Weiß erzeugt auf farbigen Flächen einen schönen Kontrast, der sich auch nicht mit der Farbe darunter mischt, wenn man es gut drauflegt. Läßt sich auch gut verblenden.
Hat jemand noch weitere, andere positive Erfahrungen damit?



so weitläufig würde ich Titanweiß nicht in Betracht ziehen und Farben davon abhängig machen. Also Titanweiß kann schon einiges mehr als es nur auf Bob Ross zu beschränken. Es liegt wohl viel mehr daran, nicht mit den jeweiligen Untertönen der Farben vertraut zu sein. Klar ergibt es mit Braun einen Milchfarbigen Farbton, die Frage ist nur von welchem Braun die Rede ist. Es gibt Umbra, Oxid braun, bis hin zu rötliche Brauntöne die in weiß unterschiedliche Charakter bergen.
Genauso wie Rot… wenn ich daraus ein Rosa mische, ergeben manche Rottöne wieder unterschiedliche Rosa Töne von sehr kühl bis sehr warm, dies liegt aber weniger am Titanweiß

Auch was blau betrifft. Die schönes Himmelfarben bekommt man eher mit echten Kobalt blau hin, oder noch besser Colinebau, was in der aus Mischung mit Titanweiß schöne Untertöne hat. Aber ich bin von überzeug, das man wirklich klare Farben mit den richtigen und guten Pigmenten hinbekommen kann, vor alldem in der direkten Malerei. In Schichten kann es viel eher zu Verschiebungen kommen.

Nach oben 24.05.2013, 21:24 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
bei meinen ölbildern nehme ich titanweiss zur weisshöhungen. es ist deckend ,mann kann es aber unterschiedlich dick auftragen,zur not manche stellen auch doppelt. titanweiss aus der tube kann sehr unterschiedlich decken, je nach dem wieviel und wie gute pigmente es enthält. deshalb nehme ich eigentlich immer das reine pigment und reib es selber an.

um die verschiedenen farben aufzuhellen nehme ich grundsätzlich zinkweiss. ich habe es so gelernt und es ist auch meine erfahrung, dass mischen mit titanweiss die farbe "tötet". nichts finde ich schlimmer als bilder die mit weissgemischten farben gemalt werden. es ist aber nur mein persönlicher geschmack.
mit zinkweiss lasiere ich auch gerne.ein beispiel: die augen ganz am schluss bekommen stellenweise einen hauch zinkweiss um sie lebendiger, "feuchter" zu machen.
:winken: lilla

Nach oben 24.05.2013, 21:52 Nach unten

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Nun, es ist wohl so dass sich in Farbmischungen die Pigmente relativ gleichmäßig verteilen. Daher sind sowohl bei einer Zinkweiß- als auch bei einer Titanweiß-Mischung manche Pigmente an der Oberfläche, manche im Inneren des Farbauftrags. Während aber unter einem Zinkweiß-Pigment andere Pigmente unter Umständen noch "durchschimmern" können, deckt das Titanweiß doch sehr gut und nimmt die Sicht auf die unteren Pigmente.

Dies führt aber im Umkehrschluss auch dazu, dass Zinkweiß nur wenig zum Abdecken und Aufhellen des Malgrundes taugt. Daher muss auch der Untergrund schon hell sein, damit die Farbe leuchtet. Daher kommt man wohl gerade am Anfang der Bildentwicklung, wo gerne mal was umgeworfen und korrigiert wird, oder ein unebener Untergrund richtig abgedeckt werden muss (z.B. Leinwand), um richtig deckende Farben nicht drumherum... oder man möchte einen spontanen Bildaufbau verfolgen, wie in der Aquarell- und Alla-Prima-Malerei.
Geht es aber darum, einen sowieso schon mit deckenden Farben vorbereiteten Untergrund noch etwas farblichen Pepp zu geben, dann finde ich reinfarbige Lasuren überzeugender, ohne Weißaufhellung egal welcher Art. Dafür legt man den Untergrund im Vorhinein etwas heller an.

Auf der Daler-Rowney-Seite steht folgendes über Zinkweiß: Least opaque of the whites and the slowest drying. Tends to dry to a hard, brittle film. Useful for preparing tints of colour for glazing.
Eine gewisse Brüchigkeit des Farbfilms ist also auch dem Hersteller bekannt. Auch ist die Trocknung sehr langsam, was aber je nach Maltechnik auch ein Vorteil sein kann.

Aber generell finde ich, dass viele von sich aus schon lasierende Farbtöne vor allem mit Titanweiß erst ihre volle Pracht entfalten. So wirkt Phthaloblau in seiner Reinform sehr glasig und aufdringlich, mit Titanweiß wird jedoch ein wunderbares, deckendes, strahlendes Himmelblau draus, welches in seiner Wirkung durchaus mit Coelinblau mithalten kann. :)

Nach oben 24.05.2013, 22:50 Nach unten

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Beitrag: Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich... - 24.05.2013, 22:50 Beowulf hat geschrieben:
So wirkt Phthaloblau in seiner Reinform sehr glasig und aufdringlich, mit Titanweiß wird jedoch ein wunderbares, deckendes, strahlendes Himmelblau draus, welches in seiner Wirkung durchaus mit Coelinblau mithalten kann. :)


Phthaloblau…. Naja, es kommt dem Coelinblau sehr nah, aber es ist denn noch nicht das gleiche. Ich persönlich mag kein Phthaloblau, sieht immer so ein bisschen schmuddelig aus, mit einem unreinen Grünstich mit dem ich mich nicht so anfreunden konnte.
Hier mal ein toller vergleich https://www.youtube.com/watch?v=xt0hmG4LO20

Den W&N Coelinblau Hue ist nämlich eine weiß ausmischung mit Phthaloblau, und daneben sieht man das echte.
Da sieht man wie frisch und leuchtschön es wirkt im Vergleich.... Auch in Hauttönen ergeben sich damit richtig schöne und nicht Künstlich-aufdringliche Hautfarben. Es hat auch so einen leichten perlen Glanz im Licht.

Aber ich möchte keine Haarspalterei betreiben…. Ist geschmackssache.

Nach oben 25.05.2013, 00:33 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Gibt es eigentlich Unterschiede bei gleichlautenden Weißbezeichnungen unterschiedlicher Hersteller?

Da ich nur mit Ölfarben male, habe ich bei Titanweiß und Zinkweiß von Ölfarben gesprochen. Läßt sich das hier Gesagte denn ebenso auf Acrylfarben anwenden?

Nach oben 25.05.2013, 07:38 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Beitrag: Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich... - 24.05.2013, 21:13 julity hat geschrieben:
... Gehört vielleicht nicht ganz hier hin, ist aber eine sehr gute Alternative.
Grüße
Eva :winken:


Ach so, Du meinst weil es kein Farb-Vergleich ist. Du hast jedoch die Eigenschaften der Farbe sehr gut beschrieben, deshalb gehört es hier hin :D Die FARBE WEIß ... :winken: Ellen

Nach oben 25.05.2013, 11:24 Nach unten

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Beitrag: Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich... - 25.05.2013, 00:33 JohnD hat geschrieben:
Ich persönlich mag kein Phthaloblau, sieht immer so ein bisschen schmuddelig aus, mit einem unreinen Grünstich mit dem ich mich nicht so anfreunden konnte.

Der Vergleich hinkt ein wenig, da sowohl von Phthaloblau als auch von Coelinblau Varianten existieren, die entweder grünstichig sind oder nicht. Und nun ja, Türkistöne sind als Pigment nicht gerade häufig, daher ist Phthaloblau schon ganz nützlich. ;)
Auch entfacht das Coelinblau erst als dünner Farbauftrag sein echtes Feuer, also als Lasur. Dass der Mensch die Farbe mit einem Spachtel dünn ausstreicht, darf über den eigentlichen Vorgang nicht hinwegtäuschen.
Auch gelten seine Äußerungen über die subtraktive Farbmischung nur bei sehr lasierenden Pigmenten, und auch nur da in einem gewissem Maße.
Seine Äußerung, dass Farben mit nur einem Pigment überall die gleiche Farbnuance zeigen, ist auch falsch. Wer Weiß über einen dunklen Untergrund austreicht, der erkennt, dass es an den durchscheinenden Rändern deutlich kühler wirkt als in der deckenden Fläche. Umbra Gebrannt entfacht auf weißem Grund als dünne Lasur ein schönes, warmes Leuchten, ist als dicker Farbauftrag jedoch eher neutral bräunlich. Transparente Pigmente verhalten sich noch krasser, Ultramarin wird als dicker Farbauftrag fast schwarz, dünn aufgetragen ist es ein klasse Blau, welches wohl von den meisten Computermonitoren nicht richtig dargestellt werden kann.

Beitrag: Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich... - 25.05.2013, 07:38 Rocky hat geschrieben:
Läßt sich das hier Gesagte denn ebenso auf Acrylfarben anwenden?

Ich denke schon. Obwohl bei Acryl auch immer zu beachten ist, dass die Farben etwas zum Ineinandersinken neigen. Das finde ich schön da es die Eigenschaften der Pigmente betont, verhält sich jedoch ganz anders als Öl. Man müsste der Acrylfarbe dann schon Bindemittel mit transparenten Füllstoffen hinzugeben, aber da wird mir das Acryl zu dominant, und verhindert eine gute Übermalbarkeit.

Nach oben 25.05.2013, 11:36 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Jeder hat ja so seine Neigung zu einem bestimmten Weiß, natürlich abhängig davon, in welcher Technik gemalt wird.
Hier sind nicht nur Vergleiche interessant!

Jedes Weiß hat bestimmte Maleigenschaften, unterschiedliche Trocknungszeiten, spezielle Farbausrichtungen (warm, kühl).
Auch konkrete Erfahrungswerte, in etwa wie ... ich-nehme- dieses-Xy-Weiß, weil-es-sich- so-und-so-auf-LW-verhält, sind
wichtig und lehrreich für diejenigen, die auf der Suche sind.

Und ich bin immer auf der Suche nach einem Weiß :peace:

Nach oben 25.05.2013, 14:44 Nach unten

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Nun ja, Björn… Mir ging es in dem Video nicht um das Gerede von diesem Typ, oder ob er die Farbe falsch ausgestrichen hat, oder ob sie unter einem Mikroskop im Mondschein noch schöner aussehen könnte…. Man sieht ja einfach dass die beiden Pigmente sind denn doch unterscheiden, egal ob im Voll Ton oder ausgestrichen, ändert daran nichts.
Auch wenn es verschiede Variationen gibt von Phthaloblau, ist es nun mal ein Pigment mit festem Charakter, und man bekommt daraus kein Coelinblau, das ist Fakt.
Natürlich kann man sich auch mit Phthaloblau zufrieden gegeben, damit lässt sich auch gut malen. Es gibt auch kein schlechter oder besser, aber die Unterschiede sind nicht zu leugnen, und es kommt auch drauf an was man vorhat.
Für mich zumindest gibt es keine Alternative, und ich kenne nun auch beide Farben aus der Praxis.

So, zurück zum weiß: Mein Tipp ist das B&L weiß, das Beste was ich bisher hatte zu einem sehr guten Preis.
An sich sind die Unterschiede nicht sehr groß was das Titanweiß betrifft. Aber alle Hersteller mischen auch noch Zinkweiß ins Titanweiß, um zu verhindern das reines Titanweiß keine Fäden mehr zieht. Beim B&L merkt man sehr deutlich, dass es wesentlich mehr Body hat, und einen reichen Anteil an Titanweiß.
Das Pigment an sich unterschiede sich fast nicht voneinander, nur eben was die Hersteller daraus machen.

Nach oben 25.05.2013, 15:23 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
[quote="JohnD";p="448980"]... Mein Tipp ist das B&L weiß, das Beste was ich bisher hatte zu einem sehr guten Preis.
Habe gerade versucht, es zu googlen ... wie heißt B&L ausgeschrieben, in Worten? :D

Hört sich gut an! Welches sind für Dich die Kriterien, um es das Beste werden zu lassen?
Kannst Du noch ein paar Beschreibungen geben, Trocknungszeiten, Mischverhalten, Konsistenz, eben alles mögliche, was es zum Besten für Dich macht?

Nach oben 25.05.2013, 15:40 Nach unten

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Am “Besten“ ist vielleicht übertrieben, ich kenne viele andere Hersteller nicht… Aber L&B nutzt das Maximum aus was an Titanweiß geht. Und es ist für einen guten Preis in der 250ml Tube zubekommen. Bei Aktionen zahlt man dafür 18 Euro…
Es ist super in der Textur, denn es ist etwas fester von der Konsistenz- gut für Spachtelarbeiten.
Es Deckt extrem und hat weniger Anteil an Zinkweiß, also eine minimale natürlicherer Farbwiedergabe ohne dass es zu kühl wirkt.

Was die Trocknung betrifft: Titanweiß trocknet eh sehr langsam, wegen dem Pigment und wegen dem jeweiligen Öl…. Ich denke da nehmen sich die Hersteller nicht viel, es trocknet so wie Titanweiß eben trocknen sollte….

Ich bin eigentlich drauf gekommen weil einer meiner Lieblingsmaler aus den USA es auch benutzt, Richard Schmid https://www.google.de/search?q=richard+ ... 4QTw1YCgBQ

Kannst dir ja seine Bilder anschauen was er für Farben zaubern kann. Liegt aber natürlich auch an anderen Faktoren und ist nicht nur dem Weiß zuzuschreiben. Aber wiederum denke ich auch wieder, dass es ein Grund haben muss warum er genau dieses benutzt, wobei er sonst W&N und Rembrandt Farben benutzt.
Ich denke es sind schon die von mir genannten Gründe, weil es wirklich sehr gut Pigmentiert ist und fester ist.

Nach oben 25.05.2013, 16:07 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Seine Gemälde sind von beeindruckender Schönheit. Schillerndes Licht und schillernde Farben, ist mir dazu eingefallen.
ASPEN FORREST, meine Güte, ist das schön!

L&B, Lefranc&Bourgoise? Ansonsten habe ich nichts gefunden. Und wenn ja, ist es TITANWEIß, welches Du gewählt hast?
Gibt ja noch Perlmutt- und Bleiweiß ...
Dieser Hersteller ist mir nicht geläufig. Beziehst Du dieses WEiß über Boesner, oder übers Internet?

Nach oben 25.05.2013, 16:42 Nach unten

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Ja, ist Lefranc&Bourgoise, das normale Titanweiß mit der Nummer 008.
Ich beziehe es über Gerstaecker, wo anders gibt es dies auch nicht. http://www.gerstaecker.de/shop/unser-an ... .de-20200a

Im Grundpreis liegt es bei der 250 ml Tube bei 9,15 Euro auf 100 ml umgerechnet. L&B ist auch ein sehr unterschätzter Farben Hersteller, die aber wirklich gutes Zeug machen, nur nicht so die Aufmerksamkeit haben wie Schmicke und co.

Aber wie schon gesagt, man sollte in dem Weiß auch nicht zu viel hinein interpretieren, vieles was Schmid macht beruht eben auch auf wissen, dass er genau weiß wie er jedes Pigment behandeln muss um es in Scene zu setzten, und auch die Kontrast Wirkungen die er benutzt ist der Schlüssel für solche Bilder.
Ich wollte damit auch zeigen, dass man mit Titanweiß nicht nur wie Bob Ross malen kann, sondern dass das jeweilige Limit im Wissen und im Umgang der jeweiligen Erfahrungen liegt. Das Material ist mehr oder weniger das Sahnehäubchen.

Nach oben 25.05.2013, 17:41 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Beitrag: Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich... - 25.05.2013, 17:41 JohnD hat geschrieben:
... Ich wollte damit auch zeigen, dass man mit Titanweiß nicht nur wie Bob Ross malen kann, sondern dass das jeweilige Limit im Wissen und im Umgang der jeweiligen Erfahrungen liegt. Das Material ist mehr oder weniger das Sahnehäubchen.


Ist angekommen ... :D
Danke für die Bestell-Infos!

Nach oben 25.05.2013, 18:01 Nach unten

Beitrag  Re: Die Farbe Weiß. Unterschiedliche Weißfarben im Vergleich...
Ach, habe erst eben im anderen Thread gelesen, wegen dem Zinkweiß und deiner Frage. Ich denke ich hole es mal mit einem Zitat hier rüber….

Beitrag: Re: Kann mir wer helfen? - 24.05.2013, 17:29 Rocky hat geschrieben:
Beitrag: Re: Kann mir wer helfen? - 23.05.2013, 20:16 JohnD hat geschrieben:
... Keine Ahnung was du mit Zinkweiß machen möchtest, die Farbe ist nicht so gut. Zum einen trocknet sie noch langsamer als Titanweiß und zum anderen ist das Pigment anfällig für Risse und ist zudem sehr kühl (solltest du vielleicht wissen) ...


Hallo JohnD,
leider kann ich mit Farbe ist nicht so gut, Pigment anfällig für Risse wenig bis garnichts anfangen, weil Du kein Bezugssystem mitlieferst. Nicht so gut kann ja irgendwie vieles sein, und Rissbildung ... in welchem Fall mal konkret? Dicke Schichten, oder schon bei dünnen Schichten?

Ich sehe das so. Es gibt halbvolle Gläser und halbleere Gläser. Je nach Betrachterstandpunkt.
Für Dich mag Zinkweiß eine ungute, zu Rissen neigende Farbe sein, für mich ist sie der Knaller.

Ich habe mir Deine Galeriebilder angeschaut. Bild 2/7, die Frau mit rotem Rock und blauem Oberteil. Im Hintergrund eine verschwommene neblige Buschsituation. Die Büsche SCHEINEN auf den Nebel aufgemalt worden zu sein. SCHEINEN, sage ich bewußt.
Es ist nicht wirklich ein nebliger Eindruck entstanden, für mich ist die Nebelsituation etwas zu milchig dargestellt. Mit Zinkweiß und einem weichen, dicken Pinsel, Farbe nur vorsichtig aufgestupft,hätte man über die blaugraue Nebelhintergrundfarbe 5 bis 15 mal!!! drüberwischen, verblenden und wieder und wieder auftragen können, OHNE dass es zu einem milchigen Effekt kommt. Diese Farbe erlaubt es, Nebel zu aufzubauen. (Ohne Risse, wie ich versichern kann)

Eigentlich gehört meine Bilderkritik nicht hierhin. Ich habe mich jedoch dafür entschlossen, weil der Rat zu Zinkweiß von mir stammt.

Jedes Produkt auf dem Markt verfügt über gewisse Vorzüge und Nachteile.
Zahncreme im Gesicht ist keine gute Creme und neigt zur Rissbildung, wenn sie trocknet.
Benutzt man aber die Vorteile von Zahncreme für sich, dass sie sich im Mundraum supergut aufschwemmen und gut verputzen läßt, ist es ok.

Beispiel. Auf der Palette fünf Farben aufbringen und alle Farben mit Titanweiß vermischen und separat mit Zinkweiß. Die mit T-Weiß angereicherten Ölfarben sehen so was von vermilcht aus. Zinkweiß-Farben nicht.

Jede Farbe hat ihre Vor- und Nachteile.

Ich möchte diesen Thread nun nicht als Zinkweiß-Propaganda missbrauchen. Wenn Du magst, kann man einen Thread eröffnen, über die FARBE WEISS.


Zinkweiß wird nach einiger Zeit bröselig, das ist nun mal keine Sichtweiße, sondern Fakt. Ich kann dir aber keine Formeln nennen oder eine Haltbarkeit der jeweiligen Statik im Bild berechnen, das ist viel zu Komplex. Es ist nur eine Schwäche des Pigmentes… Aber besonders gefährlich wird es wenn es zur Untermalung genutzt wird, auch worauf man damit malt, Baumwolle zum Beispiel ist sehr Flexibel, es dehnt sich mit der Zeit und leiert aus, und da ist Zink nun mal sensibel.

Was die Kritik zu meinem Bild für eine Rolle spielt, ist mir auch nicht ganz klar. Ich hätte wahrscheinlich 1000 andere Untertöne wählen können für mein Bild.... Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass man an Hand einer Fotografie eh keine Aussage machen oder einen Unterschied machen kann, ob ein Bild mit Zinkweiß oder Titanweiß gemalt wurde.
Auch musst du keine Kritik geben, nur weil der Rat mit dem Zinkweiß von dir kam, das macht den Eindruck als müsste man es mit ach und krach verteidigen müssen, womit man die eigentlichen Fakten total aus den Augen verliert :(

Daher nochmal: Es ist wirklich Relativ was man damit für Töne erzeugen kann, dies ist auch nicht wichtig. Nur eben das es mit der Zeit Bröselig wird und in Lasuren eine gewisse Kühle entsteht. Mehr ist es eigentlich nicht. Danach sollte man auch keine Bilder als Kriterium dessen bewerten.


Daher Verzeihung, das wollte ich nur noch mal loswerden.

Nach oben 25.05.2013, 18:35 Nach unten
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