"Wem die Kunst das Leben ist, dessen Leben ist eine große Kunst." (Johann Sebastian Bach)




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 Lichtechtheit von Aquarellfarben Test 
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Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Beitrag: Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test - 09.04.2014, 20:36 pigmenttankstelle hat geschrieben:
6 lässt sich manchmal nicht vermeiden, z.B. bei Pariserblau.

Guck dir doch vielleicht mal die diversen Kobaltpigmente an (PB 74, PB 28, PB 36, PG 50 oder ähnliche). Die haben allesamt eine hervorragende Lichtechtheit, sind aber nicht ganz so billig.

Nach oben 09.04.2014, 22:38 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Beitrag: Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test - 09.04.2014, 22:17 ROH hat geschrieben:
Wie sieht es dann erst bei einem 3 Sterne System aus, da könnte ich mir vorstellen das man hier schlechtere Pigmente an den Mann bringen kann, da die Aufteilung so ungenau ist.

Das kann man so nicht pauschalisieren. Lukas hat beispielsweise durchweg ein 3-Sterne-System und ist mit der 1862-Serie im Aquarell- und Öl-Bereich sowie auch mit Cryl pastos/liquid im Acrylbereich ebenfalls sehr hochkarätig aufgestellt!

Dabei werden nur einfach jeweils zwei Echtheiten zusammengefasst, was meines Erachtens auch für eine Praxis-Einschätzung vollkommen ausreicht (kein Mensch wird jemals den Unterschied zwischen einer 7 und einer 8 Wollskala in der Praxis feststellen können, auch nicht mit selbstgebastelten Teststreifen im Sonnenfenster):
*** = Wollskala 7-8 ("vorzüglich bis hervorragend" lichtbeständig)
** = Wollskala 6-7 ("sehr gut bis vorzüglich" lichtbeständig)
* = Wollskala 5-6 ("gut bis sehr gut" lichtbeständig)
(textlicher Wortlaut nach DIN EN ISO 150-B01)

Zum Thema Vertrauen: Ich halte z.B. grundsätzlich sehr viel von den Mijello-Farben aufgrund deren Pigmentdichte und Ergiebigkeit, aber wenn man mal schaut wieviele Vögel die schon mit angeblichen Lichtechtheiten abgeschossen haben, wo angebliche 7-8 Wollskala-Farben nach ein paar Tagen in der Sonne entweder deutlich verblassten oder gar gravierend ihren Farbton änderten, dann wirft das grundsätzliche Fragen nach der Kompetenz und Zuverlässigkeit auf, auch was die verwendeten Pigment-Qualitäten und deren Bezugsproblematiken in Asien angeht. Aber das ist ein anderes Thema. Auch wenn da inzwischen "nachgebessert" wurde - so ein Pfusch hätte erst gar nicht auf den Weltmarkt gelangen dürfen. Bei so ziemlich allen bekannten traditionsreichen und etablierten Firmen wie bspw. Schmincke, Lukas, Winsor&Newton, Daler Rowney etc. kann man ziemlich hoch wetten, dass dabei höchste Qualitäten, verlässliche Angaben und keinerlei Pfusch im Spiel sind. Bei Firmen wie Mijello, die ihre Farben mit klassischer Musik beschallen um deren Brillanz zu erhöhen (kein Witz!) anstatt Qualitätssicherung zu betreiben, wäre ich etwas vorsichtiger. Für den normalen (Hobby-)Anwender ohne Anspruch auf generationenlange Werkerhaltung ist das ohnehin relativ belanglos. Wenn man allerdings anspruchsvolle Werke fabrizieren will, sollten auch entsprechend anspruchsvolle Farben verwendet werden.

:winken:

Nach oben 09.04.2014, 22:53 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Beitrag: Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test - 09.04.2014, 22:53 Adrian hat geschrieben:
Beitrag: Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test - 09.04.2014, 22:17 ROH hat geschrieben:
Wie sieht es dann erst bei einem 3 Sterne System aus, da könnte ich mir vorstellen das man hier schlechtere Pigmente an den Mann bringen kann, da die Aufteilung so ungenau ist.

Das kann man so nicht pauschalisieren. Lukas hat beispielsweise durchweg ein 3-Sterne-System und ist mit der 1862-Serie im Aquarell- und Öl-Bereich sowie auch mit Cryl pastos/liquid im Acrylbereich ebenfalls sehr hochkarätig aufgestellt!

Dabei werden nur einfach jeweils zwei Echtheiten zusammengefasst, was meines Erachtens auch für eine Praxis-Einschätzung vollkommen ausreicht (kein Mensch wird jemals den Unterschied zwischen einer 7 und einer 8 Wollskala in der Praxis feststellen können, auch nicht mit selbstgebastelten Teststreifen im Sonnenfenster):
*** = Wollskala 7-8 ("vorzüglich bis hervorragend" lichtbeständig)
** = Wollskala 6-7 ("sehr gut bis vorzüglich" lichtbeständig)
* = Wollskala 5-6 ("gut bis sehr gut" lichtbeständig)
(textlicher Wortlaut nach DIN EN ISO 150-B01)

Zum Thema Vertrauen: Ich halte z.B. grundsätzlich sehr viel von den Mijello-Farben aufgrund deren Pigmentdichte und Ergiebigkeit, aber wenn man mal schaut wieviele Vögel die schon mit angeblichen Lichtechtheiten abgeschossen haben, wo angebliche 7-8 Wollskala-Farben nach ein paar Tagen in der Sonne entweder deutlich verblassten oder gar gravierend ihren Farbton änderten, dann wirft das grundsätzliche Fragen nach der Kompetenz und Zuverlässigkeit auf, auch was die verwendeten Pigment-Qualitäten und deren Bezugsproblematiken in Asien angeht. Aber das ist ein anderes Thema. Auch wenn da inzwischen "nachgebessert" wurde - so ein Pfusch hätte erst gar nicht auf den Weltmarkt gelangen dürfen. Bei so ziemlich allen bekannten traditionsreichen und etablierten Firmen wie bspw. Schmincke, Lukas, Winsor&Newton, Daler Rowney etc. kann man ziemlich hoch wetten, dass dabei höchste Qualitäten, verlässliche Angaben und keinerlei Pfusch im Spiel sind. Bei Firmen wie Mijello, die ihre Farben mit klassischer Musik beschallen um deren Brillanz zu erhöhen (kein Witz!) anstatt Qualitätssicherung zu betreiben, wäre ich etwas vorsichtiger. Für den normalen (Hobby-)Anwender ohne Anspruch auf generationenlange Werkerhaltung ist das ohnehin relativ belanglos. Wenn man allerdings anspruchsvolle Werke fabrizieren will, sollten auch entsprechend anspruchsvolle Farben verwendet werden.

:winken:


Grüss dich,

ja gut wenn die schlechteren Lichtechtheitsstufen wegfallen dann ist das was anderes. Ist das immer so ?
Ich möchte jedenfals kein Kunstwerk zurückbekommen weil die Farben verblasst sind. Malst ein Bild bekommst 1000 Euro oder mehr und dann blassen die Farben aus, da würde ich keinen Spass verstehen. Natürlich für den Hobbymaler spielt das vielleicht nicht so die grosse rolle, aber die Farben nch ein Paar wochen schon ausgeblichen sind, dann ist dies ja wirklich ein Witz.

Lg Raimund

Nach oben 09.04.2014, 23:39 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Beitrag: Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test - 09.04.2014, 23:39 ROH hat geschrieben:
ja gut wenn die schlechteren Lichtechtheitsstufen wegfallen dann ist das was anderes. Ist das immer so ?

Jein. Jeder Hersteller hat so sein eigenes System, wirklich verlässlich sind nur genormte Angaben in Verbindung mit Vertrauen (s.o.). Bei den meisten europäischen Firmen hat sich die Wollskala-Norm etabliert. Winsor&Newton z.B. macht es einem dabei schwieriger, denn die nutzen ihr eigenes traditionelles Permanenzklassen-System, das neben der reinen Lichtechtheit auch andere praktische Permanenz-Faktoren wie Alterung und chemische Prozesse miteinschließt:

W&N Permanenzklassen:
AA - Extrem permanent
A - Permanent
B - Mäßig haltbar

Ergänzt wird das dann vom ASTM-Standard, der vor allem in den USA verbreitet ist und die reine Lichtechtheit ähnlich der Wollskala in verschiedene Gruppen I (höchste Lichtechtheit) und II (gute Lichtechtheit) etc. einteilt, wobei nur die Gruppen I und II als ausreichend beständig für den Kunstbereich gelten.

Ansonsten sollte man sich dabei nicht allzusehr darauf versteifen. Ein passender Farbton mit den gewünschten Eigenschaften ist wichtiger als einzwei Pünktchen mehr Lichtechtheit. Alle Künstlerfarben aller nahmhaften Hersteller, AUCH die Studio-Qualitäten (!), bieten bereits mehr als ausreichende Lichtbeständigkeiten für den Kunsteinsatz! Die sind alle mindestens für ein ganzes Menschenleben geeignet! Aufpassen würde ich nur bei exotischen Herstellern mit schwieriger Qualitätssicherung und auffallend günstigem Preis aus Ländern, die nicht gerade für ihre Qualitätsprodukte berühmt sind. Hier gilt dann: Trau, schau, wem...

:winken:

Nach oben 10.04.2014, 00:06 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Danke für die Informationen von W&N, die habe ich noch getestet. Habe das letztens mal überflogen bei den farben und dachte erstmal hä? :)
Ich habe lieber beste Lichtecht und dafür den ton halt nicht. Da muss man sich nicht versteifen finde ich, da man die meisten Töne ähnlich ermischen kann.

Lg Raimund

Nach oben 10.04.2014, 00:22 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Beitrag: Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test - 10.04.2014, 00:22 ROH hat geschrieben:
da man die meisten Töne ähnlich ermischen kann.

Ja, das ist schon einerseits richtig, und doch andererseits etwas "veraltetes Denken". Gerade im Aquarellbereich hat es die letzten Jahrzehnte so viele Fortschritte in der Farbentwicklung und Pigmentforschung gegeben, dass dieser Aspekt der Lichtechtheit kaum noch wie früher im 19. bis Mitte des 20. Jahrhundert eine Rolle in der Überlegung der Farbwahl spielt. Wenn es in Künstlersortimenten wie Horadam oder Artists' Water Color überhaupt noch "weniger lichtechte" Farbtöne gibt, dann gerade deswegen WEIL man sie eben NICHT ermischen oder ersetzen kann. Opera bzw. Opernrosa, Krapplack oder Alizarin-Karmesin sind z.B. so welche: verhältnismäßig wenig lichtecht (ca. 3-4 Wollskala), und doch lichtechter als so jedes andere "alte" Pigment vergangener Zeiten - und im Farbton einzigartig! Daher für die meisten Hersteller und Künstler ein unverzichtbarer Bestandteil der Palette für entsprechende Nuancen. Alles andere ab Wollskala 5-6 reicht vorneweg ohne sichtbare Verblassung für mehrere Generationen mit andauernder Bildpräsentationen im Wintergarten in Südlage...

:winken:

Nach oben 10.04.2014, 00:36 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Beitrag: Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test - 10.04.2014, 00:36 Adrian hat geschrieben:
Ja, das ist schon einerseits richtig, und doch andererseits etwas "veraltetes Denken". ...


ich weiss nicht ob das veraltetes Denken ist von mir, ich sehe es eher realistisch. da gerade dünne lassuren anfälliger sind zum ausbleichen.
Natürlich gibt es töne die man nicht anmischen kann, aber ganz ehrlich ist das so so wichtig ? Wenn du ein Maler bist der realisch malt dann spielt das wirklich keine Rolle.
Das eine Wollskala 5 bis 6 reicht für keine sichtbare Verblassung für mehrere Generationen mit andauernder Bildpräsentationen im Wintergarten in Südlage, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Es wäre schön wenn es so ist.

Lg Raimund

Nach oben 10.04.2014, 01:01 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Beitrag: Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test - 10.04.2014, 01:01 ROH hat geschrieben:
Das eine Wollskala 5 bis 6 reicht für keine sichtbare Verblassung für mehrere Generationen mit andauernder Bildpräsentationen im Wintergarten in Südlage, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Es wäre schön wenn es so ist.


Lichtechtheitsstufen (Wollskala WS) und die durchschnittliche Freilichtdauer in Deutschland
WS 1 - Ca. 5 Tage
WS 2 - Ca. 10 Tage
WS 3 - Ca. 20 Tage
WS 4 - Ca. 40 Tage
WS 5 - Ca. 80 Tage
WS 6 - Ca. 160 Tage
WS 7 - Ca. 350 Tage
WS 8 - Ca. 700 Tage

(Quelle: "Der Fadenzähler", Gebrüder Schmidt GmbH, Frankfurt/Main, siehe auch http://www.wolke.com/sites/default/file ... st_das.pdf)

Das bedeutet, dass im Freien (!) in Deutschland (!) ein Aquarell ohne Bilderglas (!) und ohne Wintergarten mit UV-Filterung im Schnitt bei entsprechender Wollskala soviele Tage benötigt, bis sich eine Farbveränderung merklich abzeichnet. Bei Wollskala 8 also 700 Tage also ca. 2 Jahre (das ist übrigens auch der Grund, warum Schmincke bei ihrem Freilichtversuch auf dem Firmendach die Farben 2 bis 2,5 Jahre dort lässt), bei Wollskala 5 ca. 80 Tage also knapp drei Monate.

Aquarelle hängen normalerweise hinter Bilderglas, gute Gläser filtern die schädlichen und energetischen UV-Strahlen um die 92%, da sind wir schon bei 3 Jahren ohne erkennbare Verfärbung - im Freien. Wintergartenglas filtert je nach Modell unterschiedlich, aber auf alle Fälle schonmal die hochenergetischen UV-B-Strahlen zu 100%, macht ca. nochmals 90% Bilderschutz also knapp 30 Jahre bis man im Vorher-Nachher-Vergleich überhaupt einen Unterschied feststellen kann. Wenn das Bild etwas im Schatten platziert ist, und vor allem das Licht nicht frontal auftritt sondern allenfalls schräg, dann sind das geometrisch-berechnet (angenommene 45° Einfallwinkel) nochmals Wurzel 1/2 = 0,45 - also 45%, ergibt nach Adam Riese ca. 66 Jahre. Wohlgemerkt bei Wollskala 5, im Wintergarten, in Südlage, und wenn man ein Aquarell nicht einfach ohne Schutzglas an die Wand pinnt.

Bei WS6 sinds schon 132 Jahre, bei WS7 280 Jahre - bis man überhaupt mal was an der Farbe merken könnte. Was man dabei auch sieht: Ein vernünftiger Bilderrahmen und ein geeigneter Platz zum Aufhängen ist weit wichtiger als die Lichtbeständigkeit der Farbe. Für heute reicht's jetzt aber :D

Nach oben 10.04.2014, 01:43 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Beitrag: Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test - 10.04.2014, 01:43 Adrian hat geschrieben:
Beitrag: Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test - 10.04.2014, 01:01 ROH hat geschrieben:
Das eine Wollskala 5 bis 6 reicht für keine sichtbare Verblassung für mehrere Generationen mit andauernder Bildpräsentationen im Wintergarten in Südlage, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Es wäre schön wenn es so ist.


Lichtechtheitsstufen (Wollskala WS) und die durchschnittliche Freilichtdauer in Deutschland
WS 1 - Ca. 5 Tage
WS 2 - Ca. 10 Tage
WS 3 - Ca. 20 Tage
WS 4 - Ca. 40 Tage
WS 5 - Ca. 80 Tage
WS 6 - Ca. 160 Tage
WS 7 - Ca. 350 Tage
WS 8 - Ca. 700 Tage

(Quelle: "Der Fadenzähler", Gebrüder Schmidt GmbH, Frankfurt/Main, siehe auch http://www.wolke.com/sites/default/file ... st_das.pdf)

Das bedeutet, dass im Freien (!) in Deutschland (!) ein Aquarell ohne Bilderglas (!) und ohne Wintergarten mit UV-Filterung im Schnitt bei entsprechender Wollskala soviele Tage benötigt, bis sich eine Farbveränderung merklich abzeichnet. Bei Wollskala 8 also 700 Tage also ca. 2 Jahre (das ist übrigens auch der Grund, warum Schmincke bei ihrem Freilichtversuch auf dem Firmendach die Farben 2 bis 2,5 Jahre dort lässt), bei Wollskala 5 ca. 80 Tage also knapp drei Monate.

Aquarelle hängen normalerweise hinter Bilderglas, gute Gläser filtern die schädlichen und energetischen UV-Strahlen um die 92%, da sind wir schon bei 3 Jahren ohne erkennbare Verfärbung - im Freien. Wintergartenglas filtert je nach Modell unterschiedlich, aber auf alle Fälle schonmal die hochenergetischen UV-B-Strahlen zu 100%, macht ca. nochmals 90% Bilderschutz also knapp 30 Jahre bis man im Vorher-Nachher-Vergleich überhaupt einen Unterschied feststellen kann. Wenn das Bild etwas im Schatten platziert ist, und vor allem das Licht nicht frontal auftritt sondern allenfalls schräg, dann sind das geometrisch-berechnet (angenommene 45° Einfallwinkel) nochmals Wurzel 1/2 = 0,45 - also 45%, ergibt nach Adam Riese ca. 66 Jahre. Wohlgemerkt bei Wollskala 5, im Wintergarten, in Südlage, und wenn man ein Aquarell nicht einfach ohne Schutzglas an die Wand pinnt.

Bei WS6 sinds schon 132 Jahre, bei WS7 280 Jahre - bis man überhaupt mal was an der Farbe merken könnte. Was man dabei auch sieht: Ein vernünftiger Bilderrahmen und ein geeigneter Platz zum Aufhängen ist weit wichtiger als die Lichtbeständigkeit der Farbe. Für heute reicht's jetzt aber :D



Danke für die Information, da hast dich aber jetzt mächtig ins Zeug gelegt :)
Na dann wünsche ich ne geruhsame Nacht.

Lg Raimund

Nach oben 10.04.2014, 02:34 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Adrian,
für die Berechnung hast Du Dir Lob und Anerkennung vom Meister im Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk verdient! Wenn ich könnte, würde ich Dir einen Daumen-nach-oben erteilen.

Frohes Schaffen!
Wolfgang

(Die UV-Filterung ist bei normalem Fensterglas tatsächlich schon recht hoch - wegen der Dicke drei mal höher als bei normalem Bilderrahmenglas ohne UV-Schutz - und ansonsten gibts ja noch temporären Sonnenschutz!)

Nach oben 10.04.2014, 05:55 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Danke Euch! Als selbstkritische Anmerkung zu meinen obigen Ausführungen: Bitte nehmt diese "Berechnung" trotz "logischer Schlüssigkeit" nicht als Garant dafür hin, dass das in der Praxis auch immer so funktioniert. Theoretische Lichtbeständigkeit ist in der Tat ein wichtiger Aspekt bei der Farbwahl, aber eben nicht der einzige. Es gibt so viele Faktoren, die die Langlebigkeit einer Farbe und eines Bildes beeinflussen, von den Pigmenten ansich angefangen mit ihren unterschiedlichen Pigmentgrößen, Feinheit, Reinheit und Verarbeitungen, über die Qualität der Additive wie z.B. Bindemittel, bis hin zu Sekundär-Einflüssen wie Malmittel, Wasserreinheit, Papierqualität, Luft- und Wärmezufuhr, Verwendung von Fixativen, Bilderrahmenqualität und Art und Ort der Präsentation, etc.pp.

Mir geht es darum, das oft unterschwellig stattfindende Maler-Urteil "Farben mit hoher Lichtbeständigkeit sind gute Farben - Farben mit geringerer Lichtbeständigkeit sind schlechte Farben" zu relativieren. Lichtbeständigkeit ist EIN wichtiger Aspekt einer Farbe, aber nicht DER EINZIGE. Man muss das immer in der gesamten Bandbreite aller Eigenschaften betrachten und dabei die Kirche im Dorf lassen.

Die größten Gefahren für ein Bild haben mit alldem nichts zu tun: Die meisten Bilder werden weggeworfen, übermalt, vergammeln im Keller oder auf dem Speicher, werden durch Unfälle oder bei Transport beschädigt, durch Vandalismus zerstört, fallen Feuer und Wasser zum Opfer, usw. - noch lange bevor sie anfangen zu verblassen. Ins Blaue geschätzt überleben noch nichtmal 0,0001% aller weltweiten Gemälde die aktuelle Generation - aber Hauptsache die Farben haben Wollskala 8 :wink: :P :winken:

Nach oben 10.04.2014, 21:55 Nach unten

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Nun, das kann man auch etwas anders sehen: Wollskala 7-8 ermöglicht es, ein Bild auch ohne sehr teure und aufwendige Rahmung drinnen aufzuhängen. Ich persönlich wähle lieber nur bestimmte Farben aus, anstatt bei jedem Aufhängen über die Kosten nachzugrübeln. Denn dann vergammeln ganz sicher noch mehr Aquarelle in irgendwelchen Schubladen. Denn neben dem UV-Glas sollte es dann auch eine einigermaßen feuchtigkeitsabweisende Rahmung sein mit Puffer, ebenso ein säurefreies Pasepartout aus Museumskarton. Das summiert sich alles.

Nach oben 10.04.2014, 22:52 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Beitrag: Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test - 10.04.2014, 22:52 Beowulf hat geschrieben:
Nun, das kann man auch etwas anders sehen: Wollskala 7-8 ermöglicht es, ein Bild auch ohne sehr teure und aufwendige Rahmung drinnen aufzuhängen.

Ja, genau darum geht's mir ja: Wenn ein Künstler ein Meisterwerk fabriziert, dann sollten die Farben auch hochwertig und ausreichend lichtbeständig sein - aber dann hängt man es auch nicht lose in die Wohnung. Das passt für mich nicht zusammen. Da setzt sich Staub ab, bei jedem Reinigungsprozess wird die Oberfläche physisch berührt, im Sommer surren Fliegen drumrum und verrichten dort mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ihre Notdurft (in Fachkreisen auch "Muckenschiss" genannt :D), die Verletzungsgefahr des Bildes steigt, usw. Wenn man ein tolles Bild malt, und es sich lose in die Wohnung hängen möchte, dann reichen auch locker 5-6 Wollskala. Wozu diese Einschränkung und dieser unnötige Selektionsaufwand? Wenn man wirklich auf Langlebigkeit setzt, dann würde ich auf alle Fälle auch ganz gründlich den Einsatz eines hochwertigen Aquarell-Fixativs in Erwägung ziehen und auf eine möglichst vor allen Umwelteinflüssen schützende Verrahmung Wert legen. Das wäre dann schlüssig und ergonomisch.

Umgekehrt: Wenn jemand mit billigsten Wasser-Farben aus Tante Tchibos Schulbedarfsramsch mit null Lichtbeständigkeit ein Gemälde fabriziert, das dann aber mit riesigem Aufwand verrahmt, schützt und pflegt wie einen Goldesel, dann würde doch jeder mit halbwegs Verstand den Kopf schütteln - das passt nicht zusammen. Aber umgekehrt vernachlässigt man all dies, aber setzt nur höchste Lichtechtheiten ein? Das verstehe wer will, ich verstehe das nicht. :hmm: :D :winken:

Nach oben 10.04.2014, 23:05 Nach unten

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Die Hemmschwelle fürs Aufhängen ist deutlich geringer. Nur weil man ein Bild mal ein paar Jahre aufhängt (z.B. hinter einem günstigen Fotorahmen mit Glas, ohne Schnickschnak) werden sich wohl kaum diverse Umwelteinflüsse daran zu schaffen machen. Aber später kann man sich dann immer noch entscheiden, ob man jetzt aufwendiger rahmen (und/oder fixieren) will oder nicht. Es stehen einem alle Wege offen. Warum sich also an den Umgang mit gewissen Farben gewöhnen, die einem die aufwendige Rahmung von vornherein praktisch aufzwingen?

Wenn die Pigmente im Bild zu unterschiedlich schnell altern, dann ändert sich mit der Zeit nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Farbtöne. Da verzichte ich lieber auf Alizarin & Co und verwende Chinacridon oder ähnliches. :)

Nach oben 11.04.2014, 02:45 Nach unten

Bleistift

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Für mich gerade aktuell, ich markier mal. :-)

Muss mir das hier noch intensiv durchlesen.
Mir hat die Frau im deren Malkurs ich vorhabe zu gehen, einen Aquarellfarbmalkasten empfohlen, für 28 Euro. Das müssten die White Nights Farben aus Russland sein, wenn ich mich nicht irre. Werde ihn in zwei Wochen erwerben, wenn ich hier durch bin mit lesen und sie dann noch in Frage kommen.

Nach oben 20.11.2015, 08:52 Nach unten

Aquarell und Tempera

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Die White Nights kannst du nehmen, damit hab ich vor Jahren schon Bilder gemalt, die sind immer noch farblich unverändert.

Nach oben 20.11.2015, 09:20 Nach unten

Bleistift

Beitrag  Re: Lichtechtheit von Aquarellfarben Test
Vielen Dank für die schnelle Info! :knuddelbunt:

Nach oben 20.11.2015, 09:24 Nach unten
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