"Je abstrakter die Kunst wird, desto mehr wird sie Kunst." (Robert Musil)




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 Grundierungsproblem mit billigem Holz 
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Beitrag  Grundierungsproblem mit billigem Holz
Huhu!
Grundierungsprobleme scheinen hier gang und gäbe zu sein, und leider muss ich mich jetzt in diesen speziellen Chor einreihen.
Ich habe nämlich einige leere Zigarrenkisten bekommen, die ansonsten ins Feuerholz wandern würden, aber ich dachte mir, man könne die Holzplatten (also speziell Deckel und Boden) ja eigentlich auch als Maluntergrund nutzen.
Ich habe mir Fertiggesso auf Wasserbasis geschnappt und eins dieser Bretter damit eingepinselt. Problem: nicht nur ist das Zeug fast schneller eingezogen als ich pinseln konnte, jetzt beim Trocknen fängt das Holz auch noch an, sich zu wellen.
Mir ist natürlich bewusst, dass das Holz nicht das beste ist. Es ist dünn, weich und sehr porös. Gibt es irgendeine Chance, wie ich das eventuell trotzdem in den Griff bekommen könnte? Ich würde die Bretter nämlich wirklich gern benutzen (für Acryl, Tempera oder Öl).
Für Tips, wie man dieses Holz sachgerecht grundieren könnte, wäre ich sehr dankbar.
Eller

Nach oben 10.11.2012, 18:37 Nach unten

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Man bräuchte mehr Informationen, am besten Fotos der bepinselten Zigarrenkiste, um die Schäden besser beurteilen zu können.

Nach oben 11.11.2012, 13:37 Nach unten

Aquarell, Gouache, Acryl

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Wellt es sich, oder biegt es sich nur zu einer Seite hin durch? Wenn es sich wellt, ist das Holz nicht mehr zu gebrauchen. Wenn es sich nur zu einer Seite hin durchgebogen hat, kannst du immer noch versuchen die Rückseite mit dem gleichen Mittel zu grundieren, zuweilen wird es dadurch wieder einigermaßen plan.

Nach oben 11.11.2012, 16:43 Nach unten

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Beitrag: Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz - 11.11.2012, 16:43 Sharkana hat geschrieben:
Wellt es sich, oder biegt es sich nur zu einer Seite hin durch? Wenn es sich wellt, ist das Holz nicht mehr zu gebrauchen. Wenn es sich nur zu einer Seite hin durchgebogen hat, kannst du immer noch versuchen die Rückseite mit dem gleichen Mittel zu grundieren, zuweilen wird es dadurch wieder einigermaßen plan.





Hallo

ich grundiere solche Sachen alle mit Acrylfarbe und auf beiden Seiten, wenn es trocken ist, beschwere ich sie für ein paar Stunden und dann bemale ich sie wie ich es gern hätte. hat immer geklappt. :P lg Jutta

Nach oben 11.11.2012, 17:50 Nach unten

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
@ Beowulf: Dann werde ich morgen bei besserem Licht mal ein Foto machen. :)

@ Sharkana: Zuerst hatte es sich wild gewellt, aber jetzt in trockenem Zustand ist es nu sich nur zu einer Seite verbogen, dahin, wo ich die Grundierung aufgetragen hatte. Sieht so aus, als hätte sich die Grundierung dann wohl beim Trocknen zusammengezogen? (Wobei ich das Phänomen mit dieser Grundierung auf anderen Untergründen wie dicker Pappe oder stabilerem Holz allerdings noch nicht hatte.) Ich werde mal versuchen, auch die Rückseite einzupinseln, das klingt nach einer guten Idee. Schaden kann es nicht. Vielen Dank!

@ Jutta: Danke dir ebenfalls. Eventuell werde ich das nächste Brettchen mal mit Acrylfarbe einpinseln und schauen was passiert. Genug sind ja da...

Nach oben 11.11.2012, 18:36 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Hi Eller,
versuche doch mal ein Brettchen mit einem Schiffsklarlack oder ähnlichen Klarlack zuerst mal überlackieren, dann mit Acryl /Gesso, - nun Gesso ist ja sehr flüssig u. mit destill. Wasser aufgebaut, das lässt dein dünnes Holz schnell wellen, ist ja dasgleiche wie Furnier. Ich habe es nicht Probiert, kann aber mir vorstellen dass es Klappt.
Viel Erfolg wünscht Dir
Günni

Nach oben 11.11.2012, 21:24 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Hallo Eller,

wenn Du die Fotos einstellst, beschreibe auch Dein "Gesso" etwas genauer. Möglicherweise ist es eine Acryldispersion.

Ich würde einen so saugfähigen Untergrund mit einer feuchtigkeitsisolierenden Grundierung vorbehandeln. So etwas, womit man z.B. Rigipsplatten im Badezimmer wasserunempfindlich macht - natürlich beidseitig. Gibt´s beim Malermeister oder im Baumarkt.

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 12.11.2012, 07:39 Nach unten

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Farben mit Lösungsmitteln (ich zähle da jetzt auch mal Wasser dazu) quellen gerne das Holz auf, auch ziehen sie sich in der Regel beim Trocknen etwas zusammen und bauen somit Spannungen auf.
Und sobald das ganze doch einigermaßen gelungen sein sollte, kann sich eine einseitig grundierte Holzplatte immer noch verziehen, da die unbehandelte Seite nun mehr Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen kann als die unbehandelte. Werden aber beide Seiten lackiert, schließt man schnell Feuchtigkeit ein, was den Malgrund mit der Zeit total verderben könnte. Auch wellt sich dann das Holz gerne ungleichmäßig, man müsste es schon in der Trockungsphase (Oberfläche trocken, aber innen noch klamm) massiv beschweren. bzw. einklemmen.

Mein Rat: Finger weg von solch billigem Material.

Nach oben 12.11.2012, 11:20 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Hallo zus.
Ja, ich kann mich dem anschließen, was Björn oben im Detail richtig beschrieben hat.
Naturholz ist noch was lebendiges desgl. wie mit Papier vergleichbar.
schönen Tag
Günni

Nach oben 12.11.2012, 13:07 Nach unten

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Danke erst mal für die ganzen Hinweise! :D

So, hier sind die versprochenen Zusatzinfos inklusive Foto... Ich denke, man sieht deutlich, dass es sich um einen absolut grässlichen Maluntergrund handelt. :( Dadurch, dass ich jetzt die Rückseite auch noch eingepinselt habe, hat sich das grundierte Stück tatsächlich wieder halbwegs geradegezogen. (Etwas gewellt ist es noch, aber das sind mm-Bruchteile, mit denen ich leben kann.) Trotzdem ist das Ergebnis natürlich entschieden unschön, auch dank der abstehenden Holzfasern. Also für ein "richtiges" Bild werde ich das so nicht nehmen können, allerdings für vorherige Farbstudien durchaus. (Entscheidendes Argument: halbwegs stabile Malpappen in der Größe kosten über 50 Cent. Die Kisten kriege ich gratis. Ich habe einen größeren Verbrauch an Malsachen.) Und es wäre halt schön, wenn ich den Untergrund noch irgendwie verbessern könnte. Also wenn da noch jemand Tips hätte... ^^

Was im Gesso-Zeug drin ist, steht übrigens leider nicht auf der Packung. Es handelt sich um "Rubens Gesso" von einer Firma namens Nerchau, und als Beschreibung steht darauf "Zum Grundieren von festem imf textilen Untergründen für die Öl-, Acryl-, Tempera- und Gouachemalerei. Aufgrund der stark bindemittelhaltigen Rezeptur ist ein schnelles sowie dickes Auftragen ohne Rißbildung möglich. Wasserverdünnbar. Deckend. Trocknet wasserfest auf. Farbton: weiß. Werkzeuge nach dem Gebrauch mit Wasser reinigen." Sagt das hier irgendwem was bzw. könnt ihr daraus Rückschlüsse auf die Inhaltsstoffe ziehen? Ich muss dazu sagen, dass ich das Zeug auf anderen Holzplatten schon benutzt habe und mit dem Ergebnis völlig zufrieden war. Zumindest lässt es sich angenehm darauf malen, es platzt keine Farbe davon ab und bisher hat sich (außer diesem Billigholz halt) auch noch nichts verzogen.

Nach oben 12.11.2012, 13:47 Nach unten

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Beitrag: Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz - 12.11.2012, 13:47 Eller hat geschrieben:
Trotzdem ist das Ergebnis natürlich entschieden unschön, auch dank der abstehenden Holzfasern.

Dafür gibts ja Sandpapier. ;) Gesso mehrmals dünn auftragen, dazwischen immer einen Tag durchtrocknen lassen und mit Sandpapier glattschleifen.

Nach oben 12.11.2012, 14:12 Nach unten

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Klingt nach einer guten Idee, danke! :D

Nach oben 12.11.2012, 14:13 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Hallo Eller,

mal ganz abgesehen davon, dass Rauchen tötlich sein kann,.....

Wenn Du einen preiswerten Malgrund suchst, gibt es sicher einfachere und unkompliziertere Möglichkeiten, als die Zigarrenkiste, z.B. MDF 3 mm. Bei dieser geringen Größe kostet das auch nur ein paar Cent, und Du spartst bei der Weiterverarbeitung. Wie gesagt, Du bräuchtest eine Vorgrundierung möglichst mit einem schnell trocknenden Lösemittel, z.B. Nitro-Verdünnung.

Das Gesso von Nerchau ist tatsächlich eine Acrylfarbe, die lt. Herstellerangaben neben der Dispersion noch Titanoxid-weiß (optimal) sowie Füll- und Zuschlagsstoffe enthält. Wie bei einer Dispersion üblich, muss das Wasser verdunsten, und weil das eine Weile dauern kann, kann es in der Zwischenzeit auch das Zigarrenkistenholz quellen lassen. Nerchau macht keine Angaben darüber, ob in dem Gesso Kreide enthalten ist. Gesso heist ja nichts anders als Kreide. Was für Textilien gut ist, muss nicht unbedingt auch für Zigarrenkisten gut sein.

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 12.11.2012, 19:24 Nach unten

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Wolfgang, (abgesehen von der Tatsache, dass ich nicht rauche XD) danke für die ausführlichen Infos zum Gesso! Ich hatte mich bisher halt nie um die Zusammensetzung gekümmert, die Info, dass man darauf malen kann, hat ja auch sonst immer gereicht. :rofl: Abgesehen von inzwischen viel Erfahrung beim Thema Aquarellpapier habe ich mich nie wirklich mit Maluntergründen auseinandergesetzt - was aus dem Laden kam, war bisher immer okay, nur die merkwürdigen vorgrundierten Leinwände aus dem Euro-Shop sind mir zutiefst suspekt (auch wenn ich gerne sparen würde, da sieht man schon, dass die Grundierung, was auch immer es sein mag, abbröckelt).

Das Problem mit dem Kaufen ist halt die Sache mit dem Geld. MDF-Platten in der Zigarrenkisten-Größe kosten hier immerhin ganze 63 Cent. ;) Für gelegentliche Bilder ist das natürlich zu verschmerzen (wobei ich dann eigentlich Leinwände oder sogar richtig schöne stabile Holzplatten aus dem Baumarkt vorziehe), aber eben nicht für Studien etc., also wenn ich mir vorstelle, einfach mal an einem Nachmittag 20 Variationen eines Motivs hinzurotzen... Das würde dann auf Dauer doch etwas teuer. Die Kisten kriege ich halt gratis. (Und die Gesso-Flasche scheint EWIG zu halten, trotz meines exzessiven Materialverbrauchs - ich habe sie schon fast 5 Jahre und sie ist erst halb leer. Teuer wars auch nicht...) Bisher hatte ich für solche Zwecke Papier mit aufgeprägter Leinwandstruktur benutzt, aber das nervt mich schon seit einiger Zeit.

Was genau ist Grundierung mit Nitro-Verdünnung, welche Anbieter dafür gibt es und wo kriegt man es her?

Nach oben 12.11.2012, 19:57 Nach unten

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Andere Frage an die Experten mit viel Erfahrung: Wäre vielleicht Capaplex auch eine geeignete Möglichkeit??? Habe meine ersten Fehlkauf-Billig-Keilrahmen damit brauchbar hinbekommen. Capaplex wird ja für saugfähige Untergründe empfohlen, aber ob das was für dieses Holz ist, weiß ich nicht.Ihr habt da mehr Erfahrung, was meint ihr dazu?

Ich habe übrigens vor ca. 20 Jahren eine Großpackung Bleistifte (ca. 300 Stück) in genauso einer Holz-Schachtel gekauft, wie diese kleinen Kisten. Die Schachtel ist unbehandelt und inzwischen total verzogen. Ich würde darauf ehrlich gesagt nicht malen, weil die "Wellen" doch die Farbe beeinflussen. Die würde doch in den "Tälern" zusammenlaufen.

Sicher bekommst Du die Schachteln kostenlos, aber wenn Du so großen Aufwand betreiben musst, bis Du sie erst mal so hinbekommst, dass Du darauf vernünftig malen kannst, und dann die Haltbarkeit doch fragwürdig ist, kommt es dann immer noch kostengünstiger?

Nach oben 12.11.2012, 22:57 Nach unten

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
ich finde gut dass du neue Wege suchst.
Ich würde vielleicht versuchen anschleifen und ein zweites mal grundieren.Aber Dein Holzkiste gibt ein "Muster" wenn man gerade nicht realistische Bilder malen will-warum soll man dann das nicht ins Bild einbauen.....Könnte was werden...

Nach oben 12.11.2012, 23:07 Nach unten

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Nun, nur angeschliffenes Gesso entfaltet meiner Meinung nach ein richtig vorteilhaftes Malverhalten. Da werden einige "Poren" geöffnet, der Farbauftrag wird leuchtend und gleichmäßig. :)

Capaplex ist auch eine wässrige Kunststoffdispersion (mit Polyvinylacetat anstelle Acryl), wird daher wohl nicht anders wirken als andere Acrylfarben oder Gessos. Capaplex ist eher für die Wandgestaltung entworfen worden, wo es nahezu kein Problem mit Spannungsaufbau gibt, die Wände sind ja in der Regel dick und stabil genug. ;)

Nach oben 13.11.2012, 15:35 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Grundierungsproblem mit billigem Holz
Da wirst Du Versuche machen müssen, Eller. Capaplex könnte gehen, oder eine Imprägnierung, die man beim Fliesenhändler zur Vorbehandlung von Gasbeton kaufen kann. Oder auch "Nikotinsperre" (witzigerweise). Ich würde sagen: Je stinkiger, desto besser.

Ein Tipp vielleicht noch zu "billigen" Malgründen. Ich habe vor ein paar Monaten Wellpapp-Zuschnitte gekauft, als Zwischenlage für Pakete. Größe: 27 x 32 cm. Ca. 100 Stück (=5,7 kg) für 8,39 EUR allerdings zzgl. MwSt und Versandkosten: Alles in allem ca. 14 ct. pro Bogen.
Der Lieferant (packen24.de) bietet diese Größe nicht mehr an - leider. Nur noch 100 kg, 80 x 120 cm für 150,- EUR inkl. MwSt. - da hättest Du sicher eine Zeit lang zu malen. Vielleicht findest Du einen anderen Verpackungsanbieter, der Zuschnitte in kleineren Mengen liefert.

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 13.11.2012, 17:31 Nach unten
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