"Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit." (Friedrich von Schiller)




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 Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung 
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mal so mal so......

Beitrag  Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Hallo,

ich habe mehrfach (sowohl hier als auch fremd) gelesen dass sich ungrundiertes Gewebe straff ziehen würde wenn man es denn grundiert und trocknen lässt, irgendwo hatte ich auch schonmal was dazu geschrieben..
Als ich vor einiger Zeit einen Rahmen mit rohem Leinen relativ locker bespannte, dann mit Acrylbinder bestimmt dreimal grundierte und nach Trocknung beklebte ergab sich daraus ein schlabbriges Stück, sehr bemitleidenswert.
Damals dachte ich es wäre ein Stück weit handwerkliches Unvermögen meinerseits und habe zähneknirschend das Ganze vom Rahmen gelöst und neu bespannt, doppelte Arbeit also :dops:

Nun habe ich gestern vier Taschentücher (100% Baumwolle und vorher gewaschen wegen der Appretur) auf Keilrahmen 20 x 20 cm gespannt und das eben wegen vorhergegangenen Erlebnissen schon recht straff gespannt, danach dann mit Binder grundiert, vorerst natürlich nur 1x, eigentlich sollte noch mindestens eine weitere Grundierung nach Trocknung folgen - aber was ist passiert???
ALLES SCHLABBERT wie blöd und zwar schon nach einem Streichgang, ich bin echt genervt, was bitte sind das für Anleitungen???
:aufreger:

Eigentlich hätte ich nicht mal spannen müssen weil ja angeblich alles zusammenzieht nach Grundierung, aber ich habe den Verdacht dass ich beim ersten Mal auch nicht dusselig war sondern es einfach nachträglich eben GERADE AUFGRUND DER GRUNDIERUNG anfing zu schlabbern!

Also was nun, besser erst grundieren und dann gleich straff aufspannen oder wie?
Ich hab echt keine Lust auf ewige Doppelarbeit wegen Schlabberei und dass man es dann wieder neu aufspannt obwohl man es vorher doch schon getan hatte!
Mich macht das sauer, die Bilder die in meinem Kopf sind könnten lange fertig sein und irgendwann werden sie einfach weg sein oder die Motivation ist flöten weil das Material spinnt!!!
:girlietobt:

LG Verena.

Nach oben 23.09.2012, 14:28 Nach unten

mal so mal so......

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Ps:
Habe mal ein Bild der drei Schlabbersachen angehängt, das vierte ist nicht mit drauf, das hing zum trocknen an der Wand, sieht aber ähnlich schlecht aus..
Also was mache ich falsch oder muss ich erst grundieren und dann spannen entgegen sämtlichen Anleitungen?
:hmm:

Nach oben 23.09.2012, 14:45 Nach unten

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Gute Frage!
Hatte letztens das gleiche Problem! :grins:
Bei einigen klappts super, andere werden nichts!
Wolfgang wo bist du????????????? (pigmenttankstelle)
Wenn das einer weiß dann er!

Nach oben 23.09.2012, 15:27 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Hallo Verena,

Gewebe reagiert seltsam - diese Erfahrung habe ich gemacht, und imch auch schon manchmal gewundert.

Die Reaktion auf Feuchtigkeit und Nicht-Feuchtigkeit (um nicht zu sagen Trockenheit) ist anhängig von verschiedenen Faktoren, z.B. Material, Webart, Dicke usw. Ganz wichtig - und diese Erfahrung habe ich schon öfters gemacht - ist die Tatsache, ob der Stoff nach dem Weben schon mal nass war bzw. gewaschen wurde. Irgendwas tut sich da.

Unsere Standardbespannung, ein Baumwollköper, hängt beim Grundieren eher durch und ist nach dem Grundieren gespannt wie eine Trommel, auch wenn das vorher nicht der Fall war. Einmal musste ich ein Stück Stoff in der Waschmaschine waschen. Dieser Stoff war dann viel weicher als vorher, obwohl garantiert ohne Appretur, und hat sich auch nicht mehr so gespannt.

Wir fordern Malschüler grundsätzlich dazu auf, Keilrahmen nicht nur mit dem Standardstoff zu bespannen, sondern mit allem möglichen anderen, weil sich dann das Können doppelt lohnt. So hatten wir schon oft jahrzehnte alte Tischdecken oder Bettlaken aus reinem Leinen. Die mit diesen Stoffen, die teils zig-mal gewaschen waren, bespannten Rahmen, sahen manchmal genau so aus, wie Deinen Taschentuchrahmen.

Zur Beantwortung Deiner Fragen:
Wer behauptet, dass man zum Bespannen von Keilrahmen keine Spannzange benötigt, weil der grundierte Stoff sich spannt, hat nur bei der Verwendung von bestimmten Materialien recht.

Den Stoff abzunehmen und neu aufzuspannen ist eine Möglichkeit, auch vorgewaschene Stoffe zur Spannung zu Bringen. Eine andere ist es, Keilrahmen zu verwenden und auszukeilen. Das Ergebnis ist manchmal verblüffend.

Frohes Schaffen!

Wolfgang

mel - da bin ich!

Nach oben 23.09.2012, 15:30 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Verena,

hab ich ganz vergessen:

Herzlichen Glückwunsch zu dieser Idee und zur Experimentierfreude! Ich bin schon sehr auf die Ergebnisse gespannt.

Hast Du als Grundierung einen Acrylbinder verwendet?

Viel Erfolg!

Wolfgang

Nach oben 23.09.2012, 15:34 Nach unten

mal so mal so......

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Hm Wolfgang,
danke für deine Antwort, aber ich habe ja wirklich ganz gut gespannt, ICH HABE EINE SOLCHE ZANGE, jawollja!!! :rofl:
Allerdings (noch) nicht diesen weltbesten 23-er Tacker, was ich aber wohl ändern werde, nichtsdestotrotz hab ich getackert, gut, tief, und mit (leider) viel Kraft und mir mindestens viermal den kleinen Finger geklemmt!!!
:dops:

Ich glaub du hast recht mit dem Material, vermutlich wäre ich wohl besser gefahren hätte ich diese Tücher vorher nicht gewaschen, aber ich dachte Appretur sei schädlich für meine Zwecke..

Das ungrundierte Leinen was ich damals hatte war von Gerstaecker und angeblich auch sicher appreturfrei, vielleicht liegt darin das Problem?
Wenn es nicht behandelt ist spannt es nicht?

Wenn ich es weiß dann kann ich darauf reagieren, dann grundiere ich halt erst und spanne später, auch kein Problem.........................
:hmm:


Uuuuups hätte ich fast überlesen, danke Wolfgang für das Lob, ja naja sicher hatte ich einen Acrylbinder zum Grundieren benutzt (den von Boesner, Guardi genannt), eben gerade weil ich gerne mit acrylbasierten Tuschen (Rohrer und Klingner Zeichentusche) sowie möglicherweise auch Acrylfarbe darauf weiterarbeiten wollte, die Ideen sind ja (noch) in meinem Kopf!

LG Verena.

Nach oben 23.09.2012, 15:54 Nach unten

kritzelkram

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Hallo Vauka

ich hab das auch schon ein paarmal gelesen und hab mich gefragt, wie das funktionieren kann...

Es gibt so viele unterschiedliche faktoren, die da zu berücksichtigen wären, dass man das so pauschal sicher nicht vertreten kann, es mag im einzelfall mit bestimmten materialkombinationen funktionieren, aber sicher nicht generell.

Es gibt die grundregel, dass flexible untergründe nur oberflächlich grundiert werden dürfen, der stoff sollte sich also nicht mit der grundierung vollsaugen, dafür gabs früher die vorleimung, die das durchschlagen des grundes ins gewebe verhindern sollte. Wenn du jetzt die appretur rausgewaschen hast geht deine grundierung komplett ins gewebe über. Du hast augenscheinlich sehr dünnes gewebe verwendet, wenn du dir mal überlegst, in welchem masseverhältnis dein gewebe zur aufgebrachten grundierung steht... der grund trocknet schneller als sich das gewebe wieder zusammenziehen kann (wobei sich die frage stellt, ob es überhaupt die kraft hätte, sich wieder zusammenzuzuiehen, so dünn wie es ist weil die faserzwischenräume inzwischen schon mit bindemittel und grundierstoffen ausgefüllt sind?)
Erschwerend kommt dazu, dass sich kette und schuss der gewebe nicht zwingend gleichmässig ausdehnen, das sieht man ja auch auf deinen fotos.

Ich habe ähnliche probleme mit der grundierung alten bauernleinens gehabt, obwohl ich es sauber vorgespannt habe musste ich die keilrahmen immer wieder nachspannen/auskeilen weil es sich zu stark ausgedehnt hat beim grundieren...

Ich denke mal, man hält sich besser an die alten handwerklichen regeln, dann kann nix schiefgehen.

:mhh: zumindest nicht viel...

:winken:
:grins:

upps, pigmenttankstelle war schneller... hat sich überschnitten

Nach oben 23.09.2012, 16:06 Nach unten

mal so mal so......

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Danke für deine Antwort, Rommel.

Naja ich dachte mir dass ungrundierte Gewebe grundiert werden müssen bevor sie bemalt werden, eben damit die Farbe nicht ins Gewebe einzieht.
Daraufhin traf ich auf einige Anleitungen die sagten dass man erst spannen und dann grundieren solle weil sich das dann später spannt, scheinbar stimmt das aber nich???

Das Leinen was ich habe ist auch nicht dünn (ich glaub 380g/qm) aber saugt trotzdem auf, also schlabbert dann?

Also wer bitte setzt diese komischen Anleitungen ins Netz???
:lupe:

Also kann man grob gesehen davon ausgehen dass ungrundiertes Gewebe immer so viel Grundierung aufsaugt (also zwischen den Fasern speichert) dass es nach dem Grundieren mehr Oberfläche aufweist als vorher weil die Fasern gedehnt und die Zwischenräume aufgefüllt wurden???

Klingt irgendwie nicht verkehrt aber wer bitte hat dann die Mär vom sich spannenden Gewebe in Umlauf gebracht?
Wenn es schon grundiert ist grundiere ich doch nicht nochmal, nur weil es sich spannen könnte, dann zieh ich gleich straff, oder???
:mhh:

LG Verena.

Nach oben 23.09.2012, 16:24 Nach unten

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Nun, meine Erfahrung ist, dass Acryl beim Trocknen eine Oberflächenspannung aufbaut und sich zusammenzieht. Auch feuchter Leinenstoff zieht sich zusammen, die Fäden quellen auf und verkürzen sich. Es gibt hier also ein Zusammenspiel: Beim Auftragen der Grundierung zieht sich der Stoff durch die Feuchtigkeit zusammen, beim Trocknen hält das Acryl alles fest.

Aber nicht alle Stoffe verhalten sich gleich, worauf Wolfgang schon so treffend hingewiesen hat. Wenn sich der Stoff durch Feuchtigkeit also stark ausdehnt, dann kann das Acryl allein diesen Effekt nicht ausgleichen.

Beitrag: Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung - 23.09.2012, 16:06 rommel hat geschrieben:
Es gibt die grundregel, dass flexible untergründe nur oberflächlich grundiert werden dürfen, der stoff sollte sich also nicht mit der grundierung vollsaugen, dafür gabs früher die vorleimung, die das durchschlagen des grundes ins gewebe verhindern sollte.

Eine Grundierung mit Acrylbinder kann durchaus als Vorleimung durchgehen. Ohne Vorleimung kann es passieren, dass das Bindemittel der Grundierung derart in die Tiefe gezogen wird, dass die Oberfläche nicht mehr wischfest ist. Die Pigmente liegen nahezu ungebunden oben drauf.

Nach oben 23.09.2012, 16:30 Nach unten

kritzelkram

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Vauka,

das sind alles sehr handwerkliche sachen, da gibt es sooo viele faktoren, die auf die grundierung einwirken, stärke des gewebes, material, saugfähigkeit (es gibt auch die regel, dass man gewebe unter 120 gr/m2 ohnehin nicht aufspannen sollte...), zusammensetzung und wassergehalt der grundierung, trocknungstemperatur... das lehrt alles die zeit und die erfahrung

Meine erfahrung ist die, dass ich mich an die alten überlieferten rezepte halte (die aufwändigen wie vorleimung mit hasenleim und so), und wenn ich die basis habe kann ich die erfahrungen auf die moderneren werkstoffe übertragen

Ist viel arbeit, aber man weiss zumeist ungefähr, wo man rauskommt

:hmm:
:winken:
:grins:

Achso: nimmstu das gewebe vom keilrahmen runter, spannstes glatt auf (mitner spannzange) und grundierstes nochmal, dann hast du eine homogene grundierung ohne risse/sprünge/dehnungen im gewebe... nur auskeilen hilft bei dem dünnen gewebe nicht viel, da bleiben die wellen erhalten

Nach oben 23.09.2012, 16:45 Nach unten

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Hallo zusammen,

"ohne Appretur" ist eine zweischneidige Sache und man kann das auf keinen Fall verallgemeinern.

Eine Sache ist, ob das Gewebe NACH dem Weben mit einem Mittel behandelt wurde, damit es z. B. leichter glatt und dicht auf den Ballen unterzubringen ist. Zuhause macht man so was mit Stärken oder Weichspülen. Aber fast kein Gewebe aus industrieller Herstellung dürfte ohne Mittel auskommen, die die Fäden zur Verarbeitung z. B. in den Webstühlen leichter zu verarbeiten macht. Wer eine Strickmaschine hat, kennt vielleicht selber das "Paraffinieren" des Wollefadens, damit er leichter zu verarbeiten ist. Das hat auch nix mit Bio oder Öko zu tun. Öko verwendet halt vielleicht andere Mittel. Auch diese Mittel beeinflussen die Eigenschaften des fertigen Gewebes und reagieren u. U. z. B. auf Feuchtigkeit, waschen sich aus etc.
Dann wird je nach Spinn- und Webart der Faden beim Weben immer mehr oder weniger gedehnt, und zwar in "Längsrichtung" mehr als in "Querrichtung". Das bleibt mindestens bis zur ersten Wäsche so. Aus dem Grund kann man an einem Stoffquadrat ohne Webkanten dran fast immer feststellen, welche Fäden längs und welche quer gewebt wurden. Querrichtung ist leicht dehnbar und Längsrichtung ist kaum dehnbar. Das gilt für alle Gewebe, außer Strick und Stretch.

Wie sich die Stoffe bei verschiedener Behandlung mit verschiedenen Stoffen (Wasser, Seife, diese oder jene Grundierung) verhalten werden, ist ohne umfangreiches Wissen über Herkunft Spinnart Webart und Ausrüstung und Vorbehandlung schwer vorherzusehen.

Z. B. habe ich aus diesem Grund früher gelernt, Stoffe VOR der Verarbeitung UNBEDINGT zu waschen, um sich vor späteren bösen Überraschungen zu schützen. Es gibt z. B. Baumwollstoffe, die werden kürzer, oder dichter, oder labberig und augenscheinlich "dünner". Jedesmal anders. (Aber ob mal nun gerade Maltuch waschen sollte???????)

Es gibt keine Grundregel, die immer gilt. Dazu wissen wir immer zu wenig über den Stoff, wenn wir ihn im Geschäft kaufen.

Diejenigen, bei denen es so schön klappt, haben wohl einfach Glück gehabt, sich sehr gefreut und wollten einfach ihre Freude den anderen mitteilen, um den anderen zu helfen, damit die sich auch freuen können. Vielleicht kann man diejenigen, bei denen es so schön klappt, mal fragen, mit welchem Stoff und welcher Grundierung genau das denn so gut klappt. Vielleicht kann man dann dasselbe ja auch verwenden?

Nach oben 23.09.2012, 17:04 Nach unten

mal so mal so......

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Vielen Dank für eure Tipps und Kommentare!

Ich nehme jetzt davon mit dass Grundieren eigentlich Glückssache ist weil ich ja so ne Art Vorgrundierung aufgebracht habe und es damit verdorben war und dass Appretur nicht immer schlecht ist weil das Gewebe dann nicht allzu viel saugt.

Ich denke ich werde grantigerweise die Rahmen nochmal nachspannen (ich denke mit Keilen ist dies nicht getan, das ist zu schlabbrig) und mir für die Zukunft überlegen diese Art Gewebe vielleicht gar nicht mehr zu grundieren?
Dann saugt halt die Baumwolle das Acryl auf aber das ist ja fest und die Pigmente somit auch, wenn es versumpfen sollte kann man ja nochmal drübergehen..

Ich kann auch keine Angaben zur Grammatur von Taschentüchern machen, ich sah die im Laden liegen, eine Idee entstand direkt in meinem Schädel, also kaufte ich sie und wusch sie und spannte sie auf.
Also demnächst einfach ganz stramm aufspannen und einfach lospinseln ohne über Grundierung nachzudenken, freie Wilde oder so..............
..........macht auch noch weniger Arbeit nebenbei!
:mrgreen:
Joooooooooo wild klingt super!!
:freu:

Danke für eure Mühe!

LG Verena.

Nach oben 23.09.2012, 17:21 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
ich würde dir da vorschlagen, das gewebe zuerst mit hasenleim einzustreichen.
ich habs jedenfalls so gelernt, und der hasenleim spannt das gewebe enorm. ich hatte für das ein eher grobes baumwoll-leinengemisch auf sehr großen rahmen.

man muss also eher aufpassen, dass man es vor dem hasenleim nicht zu straff spannt, das ist mir bei einer leinwand passiert, und das hat sich derart zusammengezogen, dass sich die leisten gebogen haben.

erst wenn der hasenleim gut getrocknet ist, kommt die eigentliche grundierung drauf.

iu8i (das war das kätzchen auf der tastatur... :rofl: )

Nach oben 23.09.2012, 17:28 Nach unten

kritzelkram

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
vauka,

ich hab auch schon taschentuch-baumwolle in stoffladen gekauft, wenn du nicht unbedingt keilrahmen brauchst lässt du dir im baumarkt deines vertrauens ein paar hartfaserplatten zuschneiden, schleifst die oberfläche leicht an (da ist sone ölige trennschicht drauf) und klebst das zugeschnittene gewebe mit verdünntem acryl-binder oder leim auf (kannst du mit einem pinsel durch das gewebe durchstreichen). Lässt du trocknen und dann wird grundiert. Geht ziemlich flott und die platten verziehen sich auch nicht allzu stark, wenn du auf kleinem format arbeitest...

:winken:

Nach oben 23.09.2012, 17:46 Nach unten

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Das Kätzchen hat mit Recht Respekt vor dieser Wissenschaft, ui8i sag ich auch - ich bleibe für's erste bei ersten Versuchen mit gekauften Keilrahmen.
:rofl:

Nach oben 23.09.2012, 17:51 Nach unten

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Ist es denn so viel günstiger, selbst zu bespannen anstatt fertige Keilrahmen zu kaufen? Das würde mich mal interessieren. Es hört sich doch nach viel Aufwand an.

Nach oben 24.09.2012, 08:36 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Guten Morgen!

Aus meiner Sicht steht ganz klar fest:

- ob ein Stoff "schlapperig" wird, hat mit Zufall und Glück nichts zu tun. Von 1000 Keilrahmen, die mit "Provence" von Boesner bespannt sind, sind 999 nach dem Grundieren straffer als vorher, und der eine war wahrscheinlich beim Spannen feucht, z.B. durch Luftfeuchtigkeit.
Gleiches Material reagiert immer gleich, bei gleichen Umständen!

- bitte lasst Euch durch Stoffe, die nachlassen nicht entmutigen! Dann spannt man halt beim ersten mal nur provisorisch und dann noch mal richtig. Wer´s nicht glaubt fragt Sigmar Polke, bei dem hat das sicher auch nicht auf Anhieb geklappt. Er trägt wenig Farbe auf, benutzt aber extrem dünne Stoffe.

- ob man den Stoff wäscht oder nicht, ist abhängig davon, was man vor hat. Ob die Appretur die Bemalung stört muss man im Einzelfall herausfinden.

- "Hasenleim" ist eine feine Sache aber kein Wundermittel. Auch, wenn man beim Spannen drei mal über die Schulter spuckt, wird das wenig Einfluss auf das Gewebe haben. Was sich auswirkt ist weniger der Leim, das Acryl oder sonstwas, sondern das Wasser, das mit der Grundierung auf den Stoff kommt und dann verdunstet. Ich habe neulich Kaffeesäcke aus Jute auf Keilrahmen aufgespannt und mit Hasenleim ein paar mal grundiert. Fast alle hätte ich nachher auch als Musikintrument verwenden können, aber bei den Rahmen aus einem der Säcke wollte der Stoff sich nicht spannen, und ich musste nachkeilen. Da Hasenleim nicht so elastisch ist, wie Acryl, gerade wenn er mehrfach aufgetragen ist, war das nicht ganz einfach.

Zitat:
Also wer bitte setzt diese komischen Anleitungen ins Netz???

Menschen die keine Ahnung davon haben, wie man eine Spannzange richtig benutzt, oder die meinen, sie seien schlauer, als Generationen vor ihnen. Ich habe auch schon gelesen, dass man Keilrahmen in den Ecken verleimen muss...

Zitat:
(es gibt auch die regel, dass man gewebe unter 120 gr/m2 ohnehin nicht aufspannen sollte...), zusammensetzung und wassergehalt der grundierung, trocknungstemperatur... das lehrt alles die zeit und die erfahrung

Erstens Rommel, da hast Du gar nicht recht. Wir haben einen Freund, der hat den Zwickel eines Damenstrumpfes auf einen Keilrahmen gespannt und nach 30 Grundierversuchen erfolgreich bemalt. Bei der Grammatur gibt es praktisch keine Grenze nach unten (siehe auch Polke). Nur Verarbeitbarkeit und Haltbarkeit sind vielleicht nicht mehr optimal.
Zweiten Rommel, da hast Du vollkommen recht!

@Martine:
Vielen Dank für die Nachhilfestunde in Webkunde! Du hast da einige Erinnerungen bei mir hervorgerufen. Selbstverständlich ist auch unser Öko-Tex 100 Baumwollstoff nicht frei von Ausrüstung, sie wird lediglich von Kleinstkindern vertragen.

"Stoffe VOR der Verarbeitung UNBEDINGT zu waschen" muss nicht bedeuten, dass man sie vor dem Aufspannen waschen sollte. Das macht auch kaum ein Dekorateur.

Zitat:
(ich denke mit Keilen ist dies nicht getan, das ist zu schlabbrig)

Wie gesagt: Das Ergebnis ist manchmal verblüffend.
Mach´ es so: Qualität Keilrahmen (Beitrag vom 3.6.2010)

Spannendes Experimentieren!

Wolfgang

Nach oben 24.09.2012, 08:50 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Beitrag: Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung - 24.09.2012, 08:36 mona_b hat geschrieben:
Ist es denn so viel günstiger, selbst zu bespannen anstatt fertige Keilrahmen zu kaufen? Das würde mich mal interessieren. Es hört sich doch nach viel Aufwand an.


Klare Antwort: Kommt d´rauf an!
Bei bestimmten Formaten lohnt es auf jeden Fall.

Man könnte auch fragen: Ist es denn so viel günstiger selbst zu malen, statt fertige Bilder zu kaufen? Auch das scheint ein großer Aufwand zu sein. Das Thema wurde hier im Forum auch schon hin und wieder diskutiert, z.B.: Qualität Keilrahmen

Trau´ keinem Rahmen, den Du nicht selbst getackert hast!

Wolfgang

Nach oben 24.09.2012, 08:57 Nach unten

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Also, ich möchte noch einmal kurz das Problem zusammenfassen.

Nicht jedes Tuch kann duch Aufbrigen einer wasserbasierenden Grundierung gespannt werden. Das gelingt nur, wenn das Gewebe zum Schrumpfen nach Wasserkontakt neigt. Dieses Ist bekannterweise der Fall, wenn es sich hierbei um Baumwolle handelt. Das sollte jeder hausfrau bekannt sein. Ein reiner Baumwollpullover mal richtig in der Waschmaschine heiß gewaschen schrumpft von erwachsenengröße auf Kleinkindermaße. Das ist auch der Fall, wenn Leinwandbespannungen aus 100 % Baumwolle bestehen. Darauf sollte man auf jeden Fall beim Kauf von Tüchern für diesen Zweck achten.

Andere Tuchformen bestehen aus Mischgewebe mit Kunstfasern, die herstellerseitig so gewählt wurden, dass sie auf keinen Fall bei Wasserkontakt zur Schrumpfung neigen. Deshalb ist jede x-beliebige Tuchwahl als Leinwand nicht so prickelnd.

Zusammenfassend ist also zu konstatieren: Die beste Tuchwahl für Leinwande sind Tücher aus 100 % Baumwolle mit einem Mindestgewicht von 300 bis 330 g/m².

Nach oben 24.09.2012, 09:14 Nach unten

Beitrag  Re: Nochmal wieder das leidige Thema der Grundierung
Hallo doc,

es stimmt, dass früher Baumwolle oft in der ersten Wäsche "einlief".

Das ist aber heute nicht mehr automatisch so, Baumwolle wird oft je nach Verwendungszweck so ausgerüstet, dass sie nicht mehr einläuft, nicht mehr ausfärbt und pflege- oder bügelleicht ist.

Wie bereits - mit Fragezeichen - erwähnt, behaupte ich nicht, zu wissen, inwiefern dies auf Maltuch zu übertragen ist. Wie bereits erwähnt, würde ich einfach mal die Erfolgreichen fragen, was sie denn genau verwendet und gemacht haben.

Natürlich wäre es am besten, sich das Ganze mal zeigen zu lassen, wenn man die Gelegenheit dazu hat. Wahrscheinlich bringt 1 x zuschauen mehr als 100 mal lesen.

Eine wunderschöne und erfolgreiche Woche an alle!
Martine

Nach oben 24.09.2012, 09:39 Nach unten
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