"Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens." (Jean Paul)




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 trockenfarbe? 
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Acryl

Beitrag  trockenfarbe?
Hallo,würde gerne mal Trockenfarbe probieren! :mhh:
Kann mir jemand Tips dafür geben(welches Produkt-Vorgehensweise)habe noch nie damit gearbeitet und bin auch so in der Acrymalerei Anfängerin!
Im vorraus schon mal lieben Dank! :winken:
Es wäre schön, wenn Ihr es mir Schritt für Schritt erklären könntet.

Nach oben 03.11.2010, 14:27 Nach unten

Beitrag  Re: trockenfarbe
Hallo anki,
was meinst du mit Trockenfarben?
Meinst du Pigmente? Willst du die mit Acrylbinder selbst anmixen?

Nach oben 03.11.2010, 15:43 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: trockenfarbe
... oder meinst du Pastellkreiden?

Nach oben 03.11.2010, 17:40 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: trockenfarbe?
Hallo,ja ich glaube es sind Pigmente(sieht aus wie eingefärbtes Mehl) :D .
Braucht man dazu Acrylbinder?Kann man das nicht einfach auf die freuchte Leinwand geben :?:

Nach oben 03.11.2010, 19:38 Nach unten

Beitrag  Re: trockenfarbe?
Hallo anki
Zitat:
(Zit)
Acryl-Farben herstellen. Farbe, die Sie selber aus Pigmenten anmischen, sollten Sie mit zeitlichem Vorlauf zubereiten. Die Pigmente erst mit Wasser besprühen und einsumpfen lassen, anschließend die Pigmente mit möglichst wenig Bindemittel anreiben bis eine dicke Creme entsteht. Dieses Anreiben macht man am Besten mit einem Stößel oder dergleichen auf einer Steinplatte. Immer etwas Rein-Acryl dazugeben. Verdünnen: Erst wenn eine sämige Farb-Substanz erreicht ist, sollte man diese nach Belieben verdünnen.
(Quelle:www.kulturserver-nds.de)

Hier gibt es glaube ich auch einen Thread dazu, habe ich aber auf die Schnelle nicht gefunden.
Habs selber noch nicht ausprobiert, aber um Pigmente pur aufs Bild zu streuen, sind sie zu teuer. In Relation soll es aber billiger sein sich seine Acrylfarben selbst anzumischen.

Nach oben 03.11.2010, 20:24 Nach unten

Pastellkreide, Öl, Stifte

Beitrag  Re: trockenfarbe?
Liebe Anki,

Pigmente pur:

es gibt von mir hier ein Thema "Experiment mit Pigmenten" - das kannst du dir gerne mal anschauen. Da habe ich die Pigment einfach "auf die Leinwand" gestreut und mit Wasser angesprüht - so lange, bis ich mit den Effekten zufrieden war. Achtung, dafür muss die Leinwand liegend bestreut werden! Die Pigmente haften sonst nicht, und dir fällt alles auf den Boden (Rat mal woher ich das weiß :evil: Kommt ganz besonders gut mit Schwarz - die Flecken krieg ich nie wieder aus dem Teppich raus :rofl: ).

Nach dem Trocknen muss das Ganze fixiert werden, sonst bleiben die Pigmente wasserlöslich. ich habe das mit Sprühfixierung von Schmincke gemacht - aber nicht zu feucht, sonst blühen die Pigmente weiter aus. Geendet hat das Experiment mit meinem "Pottwal" - auch den kannst du hier sehen, einfach als Beispiel, wie man so was dann in die Bildgestaltung mit einbeziehen kann.

Pigmente in die nasse Acrylfarbe einstreuen:

Auch das gibt interessante Effekte, dafür habe ich jetzt leider kein Beispiel parat. Auch hier kann man wunderbar mit besprühen experimentieren.

Pigment zu flüssiger Farbe verarbeiten:

Habe ich noch nicht ausprobiert, ich weiß aber, dass es Acrylbinder gibt, den man anteilig zugibt, das ganze dann sehr gut verrührt, und dann, wie mit fertiger Acrylfarbe malt. Dann sind die Pigmente auch nicht mehr wasserlöslich.

Aus eigener Erfahrung:

Es gibt relativ preiswerte und sündhaft teure Pigmente. Ich habe mir mal - völlig in Gedanken, und ohne aufs Preisschild zu achten - in einem Kreativmarkt 2 Gläser Pigmente a 200 gr. gekauft. Als ich an der Kasse stand, war ich fast 70 Eur los :evil:

Zugegeben, es waren hochwertige Pigmente und ein ganz spezieller Farbton, den ich unbedingt haben wollte, aber nur so zum Experimentieren hätte ich sie mir sicher nicht gekauft. Bei Gerstäcker gibts es z.B. relativ preiswerte Pigmente (Eigenmarke). Ich denke mal, zum Ausprobieren, was sich damit machen lässt, reicht das allemal. Außerdem sind die Pigmente sehr farbintensiv (weil pur) und reichen ewig.

ich hoffe, das beantwortet zumindest die wichtigsten Fragen? Wenn nicht, hak nochmal nach, dann überlege ich, was ich dir noch dazu sagen kann.

Viele liebe Grüße - und dein Ergebnis bitte hier zeigen :grins:

Eva

Nach oben 04.11.2010, 09:20 Nach unten

Acryl / Aquarell / Encaustic

Beitrag  Re: trockenfarbe?
Noch mehr Erfahrungen gefragt? Immer gerne! :mrgreen:

Also:
Bevor man mit Pigmenten überhaupt arbeitet, sollte man wissen, ob die Pigmente giftig sind oder nicht - auch diese Sicherheitsratschläge würde ich jedem ans Herz legen, der sich mit Pigmenten beschäftigen will.

Eine Methode hat Eva ja schon beschrieben. Man kann die Pigmente auch mit Acrylbinder oder Malgel mischen, um eine streichfähige Farbe zu bekommen.
Der Binder bzw. das Malgel sollten allerdings "glasklar" auftrocknen, da sonst die Farbbrillianz der Pigmente stark leidet. Durch die Pigmente will man ja meist
genau diesen tollen Farbeffekt erzielen. Wasserfarben kann man ebenfalls anmischen, indem man Gummi arabicum zu dem Pigment gibt (immer in kleinen
Mengen probieren). Gummi arabicum gibt es gebrauchsfertig im Handel oder auch als Pulver, für den, der alles selbst machen will.

Beim Umgang mit Pigmenten kann man ruhig geizig sein - sie sind so farbstark, dass schon kleinste Mengen genügen.

Auf Dauer Farbe selbst damit anmischen, das wär mir zuviel - ich wäre unsicher, ob ich immer den gleichen Farbton treffe und in größeren Mengen vorproduzieren
lohnt ja bei Acrylfarben auch nicht, da sie schnell eintrocknen; ich bezweifle auch, ob sich das rechnen würde. Ich setze Pigmente gerne punktuell bei abstrakten
Bildern ein.

Und schließlich kann man Pigmente noch mit Leinöl zu Ölfarben anreiben. In Ermangelung von Leinöl hab ich's mal mit Olivenöl probiert - ging auch...

Ich hoffe, ich hab dich jetzt nicht zu sehr verwirrt!

Liebe Grüße
Vertippsel

Nach oben 04.11.2010, 10:24 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: trockenfarbe?
Vielen lieben Dank, für die Antworten!!!
Dir Eva möchte ich sagen,dass ich dein Pottwal suuuuper toll finde!!!
Und dich Vertipsel, wollte ich wegen dem Leinöl/Oliveröl fragen,wenn ich die Pigmente in das Öl gebe und auf die Leinwand aufbringe, trocknet das dann?Verschmiert das nicht?

Nach oben 04.11.2010, 14:54 Nach unten

Acryl / Aquarell / Encaustic

Beitrag  Re: trockenfarbe?
Hallo Anki,

ich habe noch nie mit Ölfarben gemalt, weiß aber, dass auch Ölfarben extrem lange Trocknungszeiten haben.
Wie lange das mit Leinöl/Olivenöl gedauert hätte, weiß ich nicht, da ich den Versuch damals abgebrochen habe.
Da die "alten Maler" aber ihre Farben so oder ähnlich anrührten, gehe ich mal davon aus, dass es irgendwann
trocknet - evtl. langsamer als handelsübliche Ölfarben?.?.?

Sei mutig und versuch's!

Liebe Grüße
Vertippsel

Nach oben 05.11.2010, 09:55 Nach unten

Pastellkreide, Öl, Stifte

Beitrag  Re: trockenfarbe?
Hallo Anki,

Also zu Ölfarben habe ich profundes "Halbwissen" :rofl:

Fakt ist, Ölfarben trocknen gegenüber Acryl extrem langsam. Wobei "trocknen" eigentlich nicht der richtige Begriff ist, es verdunstet kein Wasser, sondern die Farbe oxidiert mit dem Sauerstoff (Jetzt mal ganz banal ausgedrückt). Aber bleiben wir beim Begriff "Trocknen" der für uns Laien besser verständlich ist.

Die Trocknungszeit hängt von mehreren Faktoren ab. Ganz wichtig ist, wie dick die Farbschicht ist, ob du die Farbe "pur" aus der Tube, oder mit Malmedien verarbeitest (hier gibt es sogenannte Trocknungsbeschleuniger, oder-Vertögerer, Verdünnungsmittel, Öle, Terpentin etc. - ich glaube fast jeder Ölmaler/in hat da so sein eigenes "Rezept"), und natürlich wieviele Schichten du übereinander setzt, und ob die vorher richtig "durchgetrocknet sind". Sonst kann es dir passieren, dass nicht nur die Trocknung über ein halbes Jahr dauert, sondern du auch unerwünschte Risse bekommst.

Ich selbst male entweder in dünnen Schichten, oder häufig "alla prima" also ohne Untermalungen. Du kannst dir gerne ein paar Beispiele in meiner Galerie anschauen. Normalerweise sind die Farben, so wie ich sie verwende, nach maximal einer Woche berührungstrocken - das heißt aber nicht, dass sie schon durchgetrocknet sind. Das kann mehrere Monate dauern.

Das ist halt der große Nach- aber auch Vorteil gegenüber Acryl. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mit Ölfarben sehr viel sanftere Übergänge malen kann (einige unserer begnadeten Acrylmaler schaffen das auch mit Acryl - ich jedenfalls nicht :cry: )

Als Beispiel kannst du mal meinen "Tanz der Emotionen" anschauen. Davon gibt es die Urspungsvariante in Acryl und dann die überarbeitete Varinate in Öl. Wenn du dir die Wolken in Acryl bzw. danach in Öl betrachtetst, weißt du bestimmt was ich meine.

Ich persönlich denke auch, dass Ölfarben brillanter und leuchtender wirken, als Acryl.

Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, bist du noch ganz am Anfang?

Dann würde ich erst mal probieren, mit Acryl zu arbeiten. Experimentiere einfach ein bisschen, manches kann man nicht so gut beschreiben, das muss man selbst erfühlen und sehen. Ich werd mal schauen, ich hab irgendwo in meinem Atelier ein Buch über Malen mit Pigmenten und Acryl, vielleicht finde ich da noch ein paar interessante Infos für dich.


Frage beantwortet? Falls nicht, löchere uns ruhig :grins:

Liebe Grüße, Eva

Nach oben 05.11.2010, 11:22 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: trockenfarbe?
Hallo Anki,

häufig werden Pigmente als Trockenfarbe bezeichnet. Mit "eingefärbt" hat es nichts zu tun, es ist Farbe schlechthin. "Mehl" trifft es aber recht gut. Pastellkreiden sind nichts anderes als gepresste Pigmente. Wenn man Pastellkreiden zerreibt hat man "Trockenfarbe", also die reinen Pigmente.

Grundsätzlich gilt: Jede Farbe - egal ob in der Malerei verwendet, als Wandfarbe, als Holzschutz, zur Beschichtung von Autos etc. - besteht immer aus Pigmenten und einem Bindemittel. Oft gibt das Bindemittel der Farbe den Namen, z.B.: Acrylfarbe, Ölfarbe oder Eitempera. In manchen Fällen kann die Bezeichnung auch verwirrend sein: Wandfarbe, Dickschichtlasur für Holz usw. sind in der Regel ebenfalls Acryl-Farben. Einzige Ausnahme sind Flüssigfarben, die in der Malerei aber kaum eine Rolle spielen, sondern beim Textilfärben.

Pigmente kann man auch ohne Bindemittel verwenden, z.B. als Pastellkreide oder als reines Pulver. Dann muss aber nachträglich fixiert werden. Ein Fixativ(-Spray) ist in der Regel ein schnell trocknendes Acrylharz. Ein nur auf eine mit Wasser angefeuchtete Leinwand aufgetragenes Pigment, hält nur so lange, bis das Wasser weggetrocknet ist.

In der Regel werden Pigmente vor der Verwendung aber in das Bindemittel eingerührt. Früher war das etwas komplizierter, dass Pigmente und Bindmittel sich verbunden haben. Daher kommt der Ausdruck "Anreiben von Farben". Mit heutigen Materialien reicht aber "Anrühren". Die Pigmente sind dann in dem Bindemittel, wenn dieses fest wird - trocknen ist eine unzureichende Bezeichnung - verteilt. Unter dem Mikroskop sind Pigmente immer kleine Körnchen, Stäbchen, Plättchen usw.

Am häufigsten ist es heute, dass das Vermischen von Pigmenten und Bindemittel in großen Firmen geschieht. Man kauft dann fertige Farben, als Acryl-, Öl- usw. Farbe. Will man die Möglichkeit zum Experimentieren haben, die Qualität selbst bestimmen oder einfach nur Geld sparen, kann man die Farben aber auch ganz einfach selbst anrühren. Leider ist das Wissen darüber ein wenig verloren gegangen. Es ist, wie mit dem Pfannkuchenbacken: Das Rezept für Pfannkuchenteig ist wunderbar einfach und kinderleicht. Trotzdem gibt es fertigen Pfannkuchenteig in Plastikflaschen. Wenn die Entwicklung so weitergeht, wie mit den Fertigfarben, dann dauert es noch ein paar Jahre, und es wird Diskussionen darüber geben, ob es überhaupt möglich ist, Pfannkuchenteig selbst zu machen, dass man gehört hat, es sei recht kompliziert, dass man es nicht macht, weil es schwierig ist, jedesmal die gleiche Mischung hinzubekommen....

Bei der Qualität von Pigmenten git es große Unterschiede - dass trifft aber auch auf Fertigfarben zu - und beim Preis gibt es ganz extreme Unterschiede. Wichtig ist bei der Qualität vor allem die Lichtechtheit. Die sollte 8 (=Maximalwert) sein. Manchen Farben (blau) gibt es allerding ausschließlich mit geringerem Wert, so ab 5-6, was auch noch gut ist. Ist die Lichtechtheit geringer, können die Farben schnell verblassen. Weitere Qualitätsmerkmale sind die Feinheit und die Reinheit. Die Pigmente, die für die Malerei verwendet werden, müssen nicht absolut rein sein und auch nicht unbedingt so fein, wie die Pigmente in der Tinte für Tintenstrahldrucker. Überhaupt sollte man nur solche Pigmente kaufen, die die Lichtechtheit angeben, und dann noch, für welches Bindemittel sie geeignet sind. Nicht alle Pigmente sind für jedes Bindemittel geeignet. Und dann sollte die Bezeichnung der Pigmente dem Pigment entsprechen. Zum Beispiel: Eisenoxidschwarz. Bezeichnungen wie:tomatenrot, himmelblau, cyan oder Hautfarbe lassen auf minderwertige Mischungen schließen.

Der 100-Gramm-Preis von guten Pigmenten beginnt bei zwei Euro. Viel mehr als 10 Euro muss er nicht betragen. 100 Gramm können aber auch leicht 1000 Euro und mehr kosten. Es handelt sich dann aber um ganz spezielle Pigmente, z.B. Lapislazuli, die nur noch in der Restaurierung von Bildern verwendet werden. Ultramarinblau lässt sich nämlich künstlich viel preiswerter herstellen (ca. 3,- EUR/100 g).

Bindemittel kann man ebanfalls recht preiswert kaufen (Acrylbinder ab 10,- EUR/Liter) oder noch preiswerter selbst herstellen (Eitempera ca. 4,- EUR/Liter, wenn man Bioeier verwendet.).

Zitat:
aber um Pigmente pur aufs Bild zu streuen, sind sie zu teuer


Kann man so nicht sagen. Wenn sie haften würden, wär´s o.k.

Zitat:
Also:
Bevor man mit Pigmenten überhaupt arbeitet, sollte man wissen, ob die Pigmente giftig sind oder nicht - auch diese Sicherheitsratschläge würde ich jedem ans Herz legen, der sich mit Pigmenten beschäftigen will.


Es ist zwar nicht falsch, dass man auf die Giftigkeit achten muss, das muss man dann aber auch auf jede Acrylflasche schreiben, weil sie ja neben der Acryldispersion auch nichts anderes enthält als Pigmente. Hoppla, da fällt mir ein, dass Acrylfarben grundsätzlich ja auch Fungizide enthalten müssen. Sie sind also auf jeden Fall giftiger als reine Pigmente.
Richtig giftige Pigmente gab es früher tatsächlich. Napoleon soll an dem Arsen, das in seiner Lieblingsfarbe, dem Schweinfurtergrün, enthalten war sogar gestorben sein. Solche hochgiftigen Farben und Pigmente gibt es heute aber nicht mehr. Etwas vorsichtig muss man mit den Cadmium-Pigmenten sein, egal ob Fertigfarbe oder Pulver. Sie können die Umwelt belasten und auf Dauer gesundheitsschädlich sein. Also nicht daran lutschen und Reste nicht ins Grundwasser gelangen lassen. Auf gar keinen Fall verbrennen - dann entsteht eine hochgiftige Säure. Aber, wie gesagt, es gilt: Wenn auf einer fertigen Acrylfarbe "Cadmiumgelb" steht, dann ist bestimmt auch Cadmium drin, und wenn darauf steht: "Sonnengelb", dann wahrscheinlich auch.
Ansonsten sind Pigmente oft so behandelt (verkollert), dass sie kaum stauben. Auf jeden Fall sollte man aber die Sicherheitsratschläge beachten, genauso, wie beim Umgang mit Mehl, wenn man backt.

Dies nur als Ergänzung. Wenn Du unter http://www.kritzelmeister.de/search.php Pigment eingibst, wirst Du noch mehr erfahren.

Gerade sehe ich, dass Eva zwischenzeitlich sehr richtig über das "Trocknen" von Ölfarben geschrieben hat. Man kann davon ausgehen, dass es bei Leinöl etwa sechs Wochen dauert, bis es durchoxidiert ist. Andere Öle sind für die Malerei nicht geeignet. Es fehlt ihnen die Linolensäure (!), die beim Leinöl die relativ schnelle Trocknung bewirkt. Ein Nachteil bei Ölfarben kann der Krakelee-Effekt sein, der unter anderem damit zusammenhängt, dass die Sauerstoffatome bei der Oxidation ja irgendwo hin müssen und eine Spannung in der Bindemittelschicht erzeugen, die nach einigen Jahren zu den Rissen führen kann. Will man diesem Effekt vorbeugen und auch die Wartezeit zwischen den einzelnen Schichten verkürzen, aber trotzdem die Farbbrillianz der Ölmalerei haben, verwendet man einfach Eitempera, deren Wasseranteil schnell verdunstet (übermalbar) und deren Ölanteil so lange braucht, wie bei der Ölmalerei (feine Übergänge).

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 05.11.2010, 11:45 Nach unten
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