"Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein." (Theodor W. Adorno)




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 Eitempera 
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Öl, Pastell, Acryl, Bleistift,

Beitrag  Re: Eitempera
Lieber Luceo,
ich zitiere mich mal selber:
"Die Maßeinheit ist der Inhalt aus einem Ei.
Das ganze Ei vermische ich mit der gleichen Menge Leinölfirnis.
Am besten schlage ich die beiden Zutaten kräftig mit einem Rührbesen.
Ist es gut vermischt, für ich 1 bis 3 Ei-Maßeinheiten an Wasser hinzu.

Bitte immer diese Reihenfolge einhalten!

Um auszuprobieren, ob die Mischung stimmt, kann ich die Eitempera auf ein Stück
Papier streichen. Trocknet sie ohne Fettrand, ist es richtig.
Nun können Pigmente mit der Eitempera angerieben werden."


Ich habe es gerade letzte Woche mal wieder so gemacht. Ich mache auch immer
die Probe mit dem Papier.
Neuerdings habe ich einen alten Mixer im Büro, da brauche ich mir nicht mehr den
Arm auszuschlagen!

War das Mischungsverhältnis richtig?
Getrennt hat es sich auch schon mal bei mir. Ich habe dann noch etwas Leinölfirnis
dazu gemixt, dann ging es meistens.
Kann es an den Eiern liegen, waren die frisch?

Liebe Grüße
Gigi

Nach oben 04.03.2011, 18:47 Nach unten

Beitrag  Re: Eitempera
Hallo Luceo non uro,
das tut mir leid, das das im Moment nicht klappt bei dir.
Eine entsprechende Erfahrung habe ich leider nicht. Als erstes tippe ich mal darauf, dass das Ei nicht ganz frisch ist? Wenn du das Ei auf einen Teller schlägst, muss das Eigelb gut gewölbt sein.. Wenn es flach und eingefallen aussieht, ist es nicht frisch. Als zweites könnte es sein, das du das Ei allein nicht geschüttelt hast? Bei mir hat sich das Ei auch immer getrennt, solange ich nicht lange genug geschüttelt habe. Wehlte empfielt je Schüttelgang mehrere Minuten. Also ich würde mal sagen mindestens 3 mal 2-3 Minuten. Ich schüttel sogar noch länger.
Sonst weiß ich da leider auch keinen Rat.
Auf besseres Gelingen!

Nach oben 04.03.2011, 18:55 Nach unten

Beitrag  Re: Eitempera
hall gigi.

Das Verhältnis liegt bei 1:1:2,5 (Ei:Lf:H2O). Also noch im Rahmen. So alt sind die Eier nicht. Sind noch Problemlos essbar. :hmm: :grins: ??
Edit
hallo solarita
Ich mach gleich ein Eierfrischetest im Wasserbad. :mrgreen:
Doch das Ei alleine hab ich auch geschüttelt. Dann immer ein bisschen Öl dazu, geschüttelt, usw. Hab jetzt nicht auf die Uhr geschaut, aber ich habe lange geschüttelt.

Nach oben 04.03.2011, 18:57 Nach unten

Öl, Pastell, Acryl, Bleistift,

Beitrag  Re: Eitempera
Mhm...
Solarita schrieb eben, sie schlägt die Eier vorher ziemlich lange,
das hätte Wehlte so angegeben.
Hast du das mal probiert, nur die Eier vorher zu schlagen?
Komm doch eben in den Chat, habe etwas Zeit.
Gigi

Nach oben 04.03.2011, 19:01 Nach unten

Beitrag  Re: Eitempera
Ei ist noch frisch!, da es im Wasserbad nicht schwimmt.
Oder zumindest essbar ist es noch. :mrgreen:

Nach oben 04.03.2011, 19:24 Nach unten

Beitrag  Re: Eitempera
Na, da müssen wir mal warten, ob unser großer Eitemperameister noch eine Idee hat.

Nach oben 04.03.2011, 23:10 Nach unten

kritzelkram

Beitrag  Re: Eitempera
Hallo:

Was waren vorher drin, in dem gefäss, das du benutzt?

Die tempera-regel lautet: Neues gefäss, neues Glück.

Am besten frische, saubere gefässe verwenden, und keine, in denen [d]eine tempera vorher schonmal crepiert ist.
Wegwerfen ist trumpf. Alte, saubere konservengläser und so sind gut.

Wenn die emulsion verbraucht ist, ab in die tonne mit dem glas und gut...


:winken: lg. hr.

Nach oben 04.03.2011, 23:41 Nach unten

Beitrag  Re: Eitempera
ja das habe ich auch schon gelesen. wollte aber nicht hundert gläser verbrauchen :roll:

also wenn verdünnte Salzsäure :grins: den Keimen oder ähnliches nicht den Garaus macht, dann weiß ich auch nicht... :hmm:

@solarita. benutzt du auch immer frische Gefäße?

Nach oben 05.03.2011, 01:17 Nach unten

Beitrag  Re: Eitempera
Ja.
Wenn ich die Farbe sofort verbraucht habe benutze ich das Glas nochmal. Wenn es aber gestanden hat nehme ich ein neues. Das ist am sichersten.

Nach oben 05.03.2011, 09:01 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Eitempera
Beitrag: Re: Eitempera - 05.03.2011, 01:17 Luceo non uro hat geschrieben:


also wenn verdünnte Salzsäure :grins: den Keimen oder ähnliches nicht den Garaus macht, dann weiß ich auch nicht... :hmm:



Also da hätten wir doch mal einen Grund, der einleuchtet. Sicher ist: Das Huhn tut alles, was ihm möglich ist, damit Öl und Wasser im Ei sich nicht entmischen - schließlich soll ja eigentlich eine Küken d´raus werden. Womit das Huhn nicht rechnen kann, ist dass jemand daherkommt und verdünnte Salzsäure verwendet. Damit macht er möglicherweise Dingen den Garaus, die dafür verantwortlich sind, dass alles schön stabil bleibt. Ich bin kein Chemiker, aber so viel ich weiss, handelt es sich dabei um gewisse Proteine (Stabilisator). Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten den Stabilisator des Eies zu zerstören und damit die Eitempera zum Entmischen zu bringen. Neben Enzymen in Spülmitteln und bei der Herstellung von Trockenei ist Salzsäure vermutlich auch eine Möglichkeit. Da ich kein Chemiker bin, muss ich bei der Erklärung etwas ausholen...

Hallo erstmal liebe Eitemperafreunde und -interessierte,

mitlesen tu ich schon seit gestern, weil ich aber noch etwas ganz anderes fertigstellen musste, kann ich erst heute antworten. Ausserdem habe ich noch etwas mit meiner Lebensgefährtin geplaudert, die in ihrem Leben bestimmt schon tausende Male Eitempera angemacht hat, und bei der sich das noch NIE entmischt hat. Ich denke, das ist Erfahrung, auf die man zurückgreifen kann.

Vor einigen Wochen habe ich mit einer Eitempera aus Trockeneipulver (aus Bioeiern - gibt´s im Bäckereifachhandel - 84 Bioeier = 1 kg Eipulver) experimentiert. Ich wollte den Vorteil nutzen, dass das Eipulver pasteurisiert ist, weil wir irgendwann mal eine fertige Eitempera zum Kaufen anbieten wollen. Ausserdem, wenn ich Pulver und Leinölfirnis mische, kann das wasserfrei bleiben, und ich benötige kein Funghizid, wie in Acrylfarbe. Wasser kann man ja kurz vor der Verwendung beifügen. Jedenfalls, es gab eine wunderbare Eitempera, die sich auch wunderbar vermalen lies, aber: nach 1,5 Stunden hatten sich in der Flasche, in der Wasser zugeführt war, drei Fraktionen gebildet: Öl, Ei und Wasser. Ich habe daraufhin den Chefchemiker der Firma angerufen, die das Eipulver herstellt, und er hat mir erklärt, dass beim Trocknen des Eies Proteine zerstört werden, die für die Stabilität verantwortlich sind. Ich gehe mal davon aus, dass man das auch mit Salzsäure erreichen kann - oder mit Spülmittel, das Enzyme enthält, die Eiweis zerstören sollen. Erster Tipp an alle Disskutanten: Arbeitet weniger sauber! Mehr dazu später.

Übrigens habe ich inzwischen zwei spezielle Zubereitungen des Trockeneies, bei denen das Entmischen nicht passieren soll - muss ich demnächst mal testen. Und dann hab´ ich auch noch einen TV-Beitrag über diesen Marktführer des Eipulvers gesehen, in dem zu sehen war, wie dort die Frische von Eiern "gemessen" wird. Und zwar durch die Höhe des Eiweissspiegels. Ei auf eine Glasplatte gleiten lassen und die Höhe des Eiweisses messen. Je höher, desto frischer. Die können das sogar auf den Tag genau und mit Zehntel-Millimetern machen - war interessant....

Es ist richtig: So lange man selbst das Ei essen würde, ist es frisch genug. Erfahrungsgemäß lässt die Qualität des Emulgators Lecitin nach, aber das dauert. Ebenfalls erfahrungsgemäß ist das Lecitin in Bio-Eiern besser als in Käfig-Eiern, das kann aber auch Einbildung sein.

Das Rezept, das Gigirouge beschrieben hat, ist nach wie vor gültig. Eine Möglichkeit, warum Wasser und Öl sich entmischen, könnte noch am Fehlen der klassischen Phrase "in feinem Strahl" liegen, die man sonst in diesem Zusammenhang und vor allem auch bei Mayonnaise-Rezepten liest. Das ist eigentlich wichtiger als die Intensität beim Mischen: Die Leinölfirnis muss die Möglichkeit haben, sich mit dem Eiöl zu vermischen, und das geschieht am besten, wenn man die Leinölfirnis gaaanz langsam zuführt. Beim Wasser kann man dann bissl schneller schütten.

Ein Tipp vielleicht für Luceo non uro: Versuche mal das zusätzliche Wasser erst beizumischen, wenn Du es benötigst. Bewahre die Mischung in 1:1:1 auf und verdünne dann eine Menge, die ein, zwei Tage hält. In letzter Zeit mischen wir das in Flaschen von Haarfärbemitteln (nein, die habe nicht ich verbraucht...), weil die einen Ausgießer haben, mit dem man wunderbar dosieren kann. (Spritzer Eitempera auf einen Einwegteller, ein paar Pigmente dazu, mit dem Pinsel umrühren - fertig ist die Farbe.)

Und zur Hygiene: Vielleicht solltet Ihr einfach mal versuchen, weniger sauber zu arbeiten! All die Reinigungsmittel können die Eitempera negativ beeinflussen. Eitempera gibt es seit tausenden von Jahren. Denkt Ihr, sie hätte sich so lange gehalten, wenn es so kompliziert wäre, mit ihr umzugehen? Wären die vielen klassischen Gemälde vor Erfindung der Ölfarbe entstanden, wenn es ohne Kühlschrank und Spülmaschine nicht ginge? Gefäße kann man gelegentlich mal ausspülen, mit Wasser. Der Schneebesen in unserem Atelier hat eine Patina aus Eitempera. Gefäße und Flaschen werden so lange benutzt, bis sie zerbrechen. Nix immer frisch!
Selbstverständlich ist das ganze auch etwas von den Aussentemperaturen abhängig. Im Sommer muss man natürlich etwas vorsichtiger sein. Das Problem sind aber alleine die Salmonellen. Da muss man aus gesundheitlichen Gründen aufpassen - aber nicht übertreiben! Einziges Mittel zum Killen von Bakterien: das altbewährte Nelkenöl - aber vorsicht, bei allem, was bei uns im Atelier verwendet wird, inkl. der Pigmente ist Nelkenöl das einzige, wo ein Warnhinweis angebracht werden muss. Also: 1 Tropfen Nelkenöl pro Ei in die fertige Tempera und dann das Nelkenöl kindersicher in der Hausapotheke aufbewahren, bis man wieder Zahnschmerzen hat. Und im Sommer die Eitempera halt mit ein oder zwei Eiern machen, statt mit zehn.

Ein Grund, den wir für das Entmischen für möglich halten fällt mir da noch ein: Die Zutaten müssen etwa die gleiche Temperatur haben. Die Eier sollten nicht aus dem Kühlschrank kommen, da gehören sie eh nicht hin. Und das Wasser sollte nicht zu warm sein. Ab 38°C bekommt man Rührei statt Eitempera.

Und noch ein paar Tipps für alle, die mehr erfahren wollen:
Gestern (4.3.) vor genau einem Jahr lief im Fernsehen (SWR) ein Beitrag, in dem zu sehen war, wie Veronika Olma in ihrem Atelier mit der Eitempera malt, inkl. Herstellung der Tempera mit einem "verschmutzten" (oder sagen wir: nicht ganz keimfreien) Schneebesen. Leider ist der Beitrag in der Mediathek nicht gespeichert. Ich habe eine Kopie auf unserem Server. Den Link darf ich aus Gründen des Urheberrechtes hier nicht veröffentlichen. Ihn bekommt jeder, der mir eine kurze PN sendet.

Am 26./27. März ist die nächste Gelegenheit, hier in Enkenbach-Alsenborn bei Kaiserslautern in einem Malkurs den Umgang und die Malerei mit Eitempera kennenzulernen. Gebt Euch bei der Anmeldung als Kritzelmeister zu erkennen, und Ihr bekommt einen kleinen Rabatt.
Anmeldung etc: http://www.olma.de/kurse/kurse_termine.htm

Richtig ausführlich kann man alles über die Eitempera sehen und lernen in diesen Kursen, die darüber hinaus auch noch einiges mehr bieten (Motto: "Innehalten in der Beschleunigung") http://www.kritzelmeister.de/viewtopic.php?f=2&t=16281. Der erste Kurs des Jahres beginnt am 4. April, und es sind ein, zwei Plätze frei geworden. (Kurs Mo - Fr, Kosten ca. 320,- EUR inkl. 4 Übernachtungen und Vollverpflegung!!!!! - Die geringen Kosten haben damit zu tun, dass nicht wir, sondern ein Bettelorden (Kapuziner) der Veranstalter ist. Wem es zu wenig ist, kann mehr geben.)

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 05.03.2011, 10:45 Nach unten

Beitrag  Re: Eitempera
Also, zur Farbe etc. mache ich keine Salzsäure. Zum Säubern, und dann nochmal wie gewöhnt mit Spüli. Mit HCL würde sich so manches Pigment in der Farbe verändern...Soviel Rückstände sollten fürften davon nicht mehr im Glas bleiben. Und dann war Salzsäure (HCL) meine letzte Instanz. Erst nur mit Wasser ausgespült, dann mit Spüle, usw.

Nach oben 05.03.2011, 20:19 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Eitempera
Hallo Luceo non uro,

wenn Du die beiden anderen Faktoren ("feiner Strahl" und Temperatur der Zutaten) ausschließen kannst, bleibt nach meiner Erfahrung nur noch die Möglichkeit, dass irgendwas dem Ei die Eigenschaft nimmt stabil zu bleiben. Ei kann manchmal ganz schön "Ei"genartig sein, dass erfährt man auch beim Kochen und der Herstellung von Eischnee - was aber nicht bedeutet, dass es kompliziert ist. Daran, dass Deine Gefäße/Werkzeuge nicht sauber/keimfrei genug sind, kann es hier aber nicht liegen.

Ich kann Dir nur mal wieder empfehlen: Mache Dich am 26. oder 27. März auf den dreiviertelstündigen Weg von der Südpfalz nach Enkenbach und schau´ mal bei unserem Malkurs rein. Ein Gläschen Sekt/Tasse Kaffee und die Beantwortung Deiner Fragen sind Dir sicher. Du kannst mal zuschauen, wie andere Malschüler mit der Eitempera umgehen und welche Möglichkeiten es gibt. Ein Weilchen zuschauen und fragen kostet natürlich nix. Das gilbt auch für alle anderen Kritzelmeister in der Nähe. Bitte vorher anmelden mit PN!

Schon mal geguckt: iTempera?

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 06.03.2011, 07:40 Nach unten

Beitrag  Re: Eitempera
die eier lagern nicht im kühlschrank, und das Lf hat auch Zimmertemp., aber das weitungswasser nicht.

"feiner Strahl" :oops: mmh nein nicht ganz. Bisschen umständlich wenn man aus dem Ei abmisst, immer nur ein bisschen dazugeben will, das Glas zuschrauben und schütteln muss... :roll: Deswegen kommt immer eine Eierhälfte auf einmal rein und dann wird kräftig geschüttelt.
Bei den ersten Mischungen, hab ich die Zutaten sogar komplett zugemischt (natürlich erst Öl + schütteln und dann Wasser). Da hat es sich nicht getrennt. :mhh: verrückt... :rofl:

Von der Eitepmera hat sich nicht der gesamte Wasseranteil abgetrennt. Schätzungsweise ein dreiviertel Ei. Vielleicht doch zuviel Wasser? Und nachdem ich mal kurz geschüttelt und von der Tempera Gebrauch gemacht habe, trennt sich die Eitempera nicht mehr. :rofl:

Also...bei der nächsten Mischung beachte ich die "feiner Strahl" -und "Temperatur" - "Regel" und verringere den Wasseranteil auf 2 Eivolumen. Und schüttele noch mehr. Malen= Sport? :lol:

PS: Nicht nur Nelkenöl verlängert die Haltbarkeit, sondern auch Minzöl. Habe die Eitepmera 3 Tage lange bei Zimmertemperatur rumstehen lassen ehe sie am 4 Tag angefangen hat zu flocken. 1 Topfen pro Ei...

Nach oben 08.03.2011, 14:09 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Eitempera
Hallo Luceo non uro,

vielen Dank für das Update!

Bei uns wird die Tempera in einer Schüssel angerührt, mit dem Schneebesen. Dann geht das mit dem feinen Strahl, und weh tut man sich auch nicht dabei.

Das mit dem Minzöl war mir nicht bekannt. Vielen Dank für den Tipp. Hauptsache es tötet Bakterien und macht die Enzyme, die für die Stabilität zuständig sind, nicht kaputt. In der Gegend, wo Du wohnst, trinkt man ja eher Schorle, aber vielleicht hast Du schon gehört, dass man, um eine schöne Krone auf´s Bier zu bekommen (Proteine spielen dabei eine wichtige Rolle), die Gläser möglichst nicht mit Spülmittel spült.

Um die Dikussion, wie intensiv die Gefäße bei Eitempera desinfiziert werden müssen in einen neue Richtung zu lenken, habe ich ein paar Fotos beigefügt:

Foto 1 zeigt die Schneebesen daneben einige Flaschen, in die die Eitempera abgefüllt wird,
Foto 2: die Rührschüssel und
Foto 3: der Trichter (wenn das keine Patina ist....).

Wohlgemerkt:
- Es handelt sich um Originalwerkzeug in unserem Atelier, das von einer professionellen Künstlerin und vielen, vielen MalschülerInnen verwendet wurde und wird, viele viele Quadratmeter Eitemperabilder sind damit schon entstanden.
- bei uns entmischt sich Eitempera NICHT, auch nicht nach zwei, drei Wochen,
- es stinkt NICHT nach faulen Eiern, es sei denn der Hund hat eines geklaut und irgendwo versteckt,
- wir sind alle gesund!

Weitere Fragen beantworte ich gerne!

Wolfgang

Nach oben 10.03.2011, 15:41 Nach unten

Fotografie

Beitrag  Re: Eitempera
Dieser Thread liest sich ja so spannend wie die Millennium-Trilogie!!
Die ausführliche Erklärung der Farbherstellung ist bemerkenswert!
Danke, großes Lob an euch!!

Was ich noch nicht genau kapiert habe: Nimmt man das ganze Ei - also Gelb- und Weißei?

Nach oben 10.03.2011, 18:20 Nach unten

Beitrag  Re: Eitempera
In der Regel nimmt man wohl das ganze Ei.
Man kann aber mit Eigelb und Eiweiß auch einzeln malen.
Eigelb(mit Dammarharz) hab ich schon ausprobiert und es hat mir besser gefallen als das ganze Ei. Eiweiß hat man wohl früher in der Buchmalerei viel verwendet, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.

Nach oben 10.03.2011, 18:54 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Eitempera
Beitrag: Re: Eitempera - 10.03.2011, 18:20 aspis hat geschrieben:
Dieser Thread liest sich ja so spannend wie die Millennium-Trilogie!!
Die ausführliche Erklärung der Farbherstellung ist bemerkenswert!
Danke, großes Lob an euch!!

Was ich noch nicht genau kapiert habe: Nimmt man das ganze Ei - also Gelb- und Weißei?


Hallo Apsis,

wie macht man Kartoffelsalat? Ungefähr genausoviele Rezepte gibt es für Eitempera. Beim Kartoffelsalat sind immer Kartoffeln dabei, bei Eitempera immer Ei - manchmal mit und manchmal ohne das "Eiklar".

In diesem Thread hier geht es vor allem um die Volleitempera, also das komplette Ei. Ikonenmaler malen mit dem Inhalt(!) des Dotters, Dotterhaut usw. werden entfernt. Die Ikonenmalerei ist sehr kompliziert, die Farbe wird mit sehr feinen Pinseln aufgestrichelt. Wahrscheinlich dadurch ist das Gerücht entstanden, dass Eitempera kompliziert und aufwändig ist. In Wirklichkeit aber und mit dem Volleirezept ... und wenn man das mit der Hygiene nicht übertreibt.... ist Eitempera die einfachste Technik, die man sich vorstellen kann.

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 10.03.2011, 19:59 Nach unten

Beitrag  Re: Eitempera
Beitrag: Re: Eitempera - 10.03.2011, 19:59 pigmenttankstelle hat geschrieben:
und wenn man das mit der Hygiene nicht übertreibt....
:oops: :lol:

so neue mischung. ich war 20 minuten mit mischen zugange. :zzz: habe alles beachtet außer dass ich mein gefäß gründlich gereinigt habe. wenn es um meine malutensilien geht bekomme ich einen putzfimmel.

letztendlich hat es wieder getrennt :roll: nur anders... statt abtrennen von klarem wasser habe ich nun eine hellere "schaumige" phase und eine etwas dunklere (blaß orangefarbige) phase.
und jetzt komme ich auch zum dotter:
mal heißt es: das volumen des ganzen Ei´s
das anderes mal (zb. bei Propolis-Farben heißt es: nur das Dottervolumen ist die Maßeinheit. :sterne:
letzteres würde auch sinn machen, weil "die Aufnahmefähigkeit des Eidotters für Öl nur bis auf das Dottervolumen begrenzt ist"(zit).

was denn nun? vielleicht ist es schon zu spät, aber jetzt bin ich etwas verwirrt.

also, wenn das dottervolumen maßgeblich für meine ölmenge ist, dann habe ich definitiv zuviel öl.

Jedenfalls - was ich eigentlich sagen wollte :rofl: - ich schüttle einfach wieder vor dem benutzen. Funktioniert trotzdem.

PS: Nun wird mein Gefäß nicht mehr so "desinfiziert". Die Schüsseln kann man ja schon als Kunst gelten lassen. :rofl:

Nach oben 11.03.2011, 03:18 Nach unten

Beitrag  Re: Eitempera
hallo Lukeo,
ich denke, die Schaumschicht wird zergehen.
Du solltest das mit dem Rezept nicht zu genau nehmen. Das ist nur sozusagen ein Richtrezept, von dem aus man dann seine eigene Rezeptur finden muss. Die einen mögen´s etwas fetter,die anderen etwas intensiver(weniger Öl, weniger Wasser), was weiß ich, da gibt es ja tausend Möglichkeiten. Finde einfach heraus, welches deine ideale Konsistenz ist.
Frohes Experimentieren!

P.S.:
1.In meinem Wehlte steht: "Als Faustregel darf gelten, dass auf ein Vollei ein Eivolumen wässriger und ein Eivolumen nicht wässriger Malmittel kommen darf."
2. An anderer Stelle(Wehlte, Temperamalerei, Das Buch empfehle ich dir, gibt es aber leider nur noch im Antiquariat) habe ich gefunden: " Neue Laboratoriumsversuche ergaben, dass Eidotter bis zu 700% Leinölfirnis aufzunehmen vermag."
3.Wolfgang Blanke( mehrfach von Pigmenttankstele empfohlen) empfiehlt als Einstiegsemulsion:
"Ei 6 Teile, Leinöl 2Teile, Dammarharzlösung 2 Teile, Wasser 3 Teile. Öl und Dammarharzlösung werden vorgemischt und tropfenweise in das Ei eingerührt, dann ebenso das Wasser."
Siehst du, so unterschiedlich wie die Nasen, so unterschiedlich die Rezepturen.

Nach oben 11.03.2011, 09:31 Nach unten

Beitrag  Re: Eitempera
Beitrag: Re: Eitempera - 10.03.2011, 19:59 pigmenttankstelle hat geschrieben:
Ikonenmaler malen mit dem Inhalt(!) des Dotters, Dotterhaut usw. werden entfernt.
Wolfgang


Hallo Wolfgang,
das ist ja spannend. Warum machen die das und wie machen die das? Ich hab bis jetzt nicht mal eine Haut auf dem Eigelb gespürt, viel weniger kann ich mir vorstellen, wie man das Eigelb aus der Haut herausholt. Interessiert mich aber.

Nach oben 11.03.2011, 09:44 Nach unten
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