"Kunst scheint mir vor allem ein Seelenzustand zu sein." (Marc Chagall)




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 Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes? 
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Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Hey, Artlady :fernglas:

also ich denke Du hast absolut auch keinen Grund an Deiner Kunst je zu zweifeln.

Ich war eben auf Deiner Hompage - Deine Art Aquarelle zu malen gefällt mir persönlich supergut.

Ich glaube wir sehen die Welt bissi mit denselben Augen - und Farben :wink:
Selbst Dein Garten ist genau nach meinem Gusto :grins:

Danke für Deine Aufmunterungsworte und auch Dir viel Glück beim Preisfindungsquälereimarathon :dops:

Ist im Prinzip wurscht, wo man wohnt - mir wird immer gesagt - man muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort ausstellen, wo dann der/die Richtigen vorbeilatschen - und schon hast Du gewonnen
:rofl:

Also alles ganz easy ? Oder ?? :hmm: :mhh: :logisch:

:winken:

miss

Nach oben 16.04.2010, 13:10 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Heute hat mit Christl zu meinem Mohnbild geschrieben,
sie hat das Gefühl, ich neige dazu, mein Können und meine Bilder selbst zu unterschätzen.
Ja, da hat sie wohl recht!!!

Als ich angefangen habe zu malen, war daß nicht ganz ohne Hintergedanken.
Schon in der Schule hatten wir eine sehr gute Kunstlehrerin, die immer Talent in mir gesehen hatte.
Sie wollte damals schon, daß ich weiter mache, meine Bilder hat sie nie mehr rausgerückt :evil:
leider, denn heute möchte ich mir diese gerne noch einmal anschauen.
Nach der Schule, hab ich mich nicht mehr so sehr um meine Malerei gekümmert,
Teenager halt.
Als mein Sohn dann geboren wurde, hatte ich plötzlich wieder lust zu malen,
Babydepri schätze ich mal :rofl:
Ich merkte schnell, daß ich viel verpaßt hatte, könnt mich heute noch Ohrfeigen.
Vor allem, weil ich viele Ratschläge meiner kunstlehrerin nicht mehr weiß,
daß schade ist, da sie mir sehr viel beigebracht hatte.

Nun wollte ich eigentlich nur als Hobby malen,
für meineWohnung. Lange hingen die Bilder aber nicht, weil meine Freunde mir sie immer schnell ausredeten.
Nach dem Motto: Das paßt nicht in deine Wohnung, bei mir im Wohnzimmer würde es super aussehen,
schenkst du mir das? :roll:

Später kamen dann leute, die mich fragten, ob ich ihnen eins male, sie gaben mir 10 Euro,
bald darauf traute ich mich dann 25 Euro zu verlangen, :oops: War das nicht zuviel?!
Das war manchen aber zuviel, somit hatte ich Hemmungen, dies zu verlangen, geschweige denn mehr!
Ich habe nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht, wenn es ums Geld geht.
Nur irgendwann hats dann halt Klick gemacht.
Ich verschenke mehr, als ich verkaufe, bleib auf meinen Ausgaben sitzen.
Die Leute bestätigen mir ja, daß meine Bilder gut sind, sonst hätt ich wohl auch nicht soviele Anfragen.
Aber sie sind wohl nicht so gut, daß man dafür Geld ausgeben will, sonst würden sie sich wohl nicht so anstellen.
Und das hemmt mich ungemein, richtig Geld für ein Bild zu verlangen, da hab ich wohl noch zu wenig Selbstbewußtsein.

Also, wie soll ich den Kaufpreis bestimmen.
Nach Gefühl :mhh: das wär nur bei schlechten Bildern sinnvoll.
Die kann man ja günstig verscheuern.
Obwohl sie einem Interessenten auch gut gefallen können, er sich dann freut.
Bei Bildern die super sind, mir selber gefallen, schwierig.
Denn dann trenne ich mich ja auch härter davon.
:mhh: Nach Ausgaben, dann wär so manches wohl zu teuer, wenn man gemalte Stunden auch noch dazu rechnet.
Gut, ich muß keine Miete zahlen für einen Raum, muß nicht davon Leben.
Aber trotzdem will doch jeder Maler etwas daran verdienen, freut sich zumindest, wenn es so ist.
Meine Einstellung hat sich zumindest etwas geändert, ich will weiter kommen.
Beim Verkauf, denke ich, muß man einen Teil der Gefühle und des schlechten Gewissens ausschalten und realistisch bleiben.
Wenn das nur so einfach wäre :!:

Ach ja, miss!
Du bist spitze! Also setzt dich endlich mal wieder hin und tu was, :rofl:
war erst kürzlich wieder auf deiner Homepage und bin begeistert.
Mach hinne, wirf die Briefe beiseite und mal die Rose!!! :grins:

Nach oben 16.04.2010, 14:44 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Okidoki liebe Mel - danke für die Blumen :grins:

Dann schließen wir einen Pakt :bluemchen:

Du verlangst für Dein Bild 400 Euronen und ich mal am Sonntag die Rose (anfangen zumindest)

:logisch: :logisch: :logisch:

:winken:

miss, brigitte :dops:

Nach oben 16.04.2010, 16:29 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Wir einigen uns auf einen fast beinahe vielleicht etwas höheren nicht umhau Preis und du fängst trotzdem
mit deiner Rose an :grins: gell?

Nach oben 16.04.2010, 19:06 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Zitat:
Was Adrian sagt dass Bilder Müll sind wenn sie keiner kauft, so muss ich wieder den guten alten Van Gogh als Beispiel heranziehen, der hätte damals alle Bilder dann wegwerfen müssen.
Meist ist es doch so dass ein Künstler plötzlich entdeckt wird und dann seine alten Werke zu einem unvergleichlich hohen Preis verkauft werden, die vorher um wenig Geld niemand interessiert hat. Da gibt es eine Menge Beispiele in der Praxis.
Das heisst der Preis hat nicht wirklich mit der Qualität des Bildes zu tun sondern mit dem Namen und dem Kunstmarkt.
Und da kann sich beides ändern.
LG Margit


Als man keine Bilder Van Goghs kaufen wollte, hatten sie wirtschaftlich gesehen auch keinen Wert. Man hätte ja ebenso wenig dagegen eintauschen können. Dasselbe Phänomen gibt es bei Aktien oder Optionen, die keiner haben will. Wenn irgendwann wider Erwarten der Wert steigt, haben sie eben auch wieder Wert.
Wer im Jahre 1880 ( ich glaub 11 Jahre vor Van Goghs Tod) ein Bild von ihm zu einem niedrigen Preis gekauft hätte, hätte sich sozusagen nur ein Los auf eine Gewinnchance besorgt, die sich irgendwann einmal realisieren kann, etwa wie bei der Glücksspirale. Da gibt es auch Lose für ein paar Euro und man kann reich werden. Kein Mensch hätte damals wissen können, das Van Gogh so ein gescheitertes exemplarisch tragisches Künstlerdasien führen würde und sich am Ende selbst erschießt. Das ist aber der Hauptgrund, warum er heute so teuer ist.
Van Gogh war übrigens ein Avantgardist. Wie 1940 Wassily Kandinsky, in den siebziger Jahren Joseph Beuys, Mark Rothko und vielleicht heute Bruce Nauman. Handwerklich gute Maler zur Zeit Van Goghs, die keine Avantgarde betrieben, sind heute wie damals vielleicht umgerechnet 400 Euro wert ( wenn es denn ein gutes Gemälde ist, für das sich auch heute ein Käufer findet). Bruce Nauman ist heute lebender Künstler und verdient abermillionen Dollar.
Noch etwas: Noch niemals hatten die Menschen im Durchschnitt eine so hohe Schulbildung wie heute. Moderne und konventionelle Kunst mit etwas Qualität wird heutzutage ganz anders als zu Zeiten Van Goghs von vielen erkannt. Jeder Steuerberater kennt doch heute schon die ganze klassische Moderne. Sogar viele Durschnittsleute umgeben sich mit Kunst, von den elitären ganz zu schweigen. Zu Zeiten Van Goghs war das undenkbar. Die Zeiten, in denen man als Maler verkannt wird, sind eigentlich vorbei, es sei denn man macht arg schräge Sachen.

Die Rechnung per cm2 Leinwand kenne ich auch, aber so einfach ist das alles nicht.
Was ich nicht verstehe: Wieso will man eigentlich seine Bilder verkaufen wenn man nicht muss?

Nach oben 11.08.2010, 01:55 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Beitrag: Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes? - 11.08.2010, 01:55 zugast hat geschrieben:
Zitat:
Was ich nicht verstehe: Wieso will man eigentlich seine Bilder verkaufen wenn man nicht muss?


Lieber Zugast!

War nicht an mich gerichtet, die Frage, ich möchte trotzdem darauf antworten, es ist bei mir relativ simpel: Weil ich zuviele davon habe.

Acrylbilder sind kein Problem, die lassen sich im Notfall auch hinter einem Kasten stapeln. Aber Ölbilder, die freie Flächen zum Trocknen brauchen, sind am besten auf der Wand aufgehoben. Und dort wirds dann igendwann mal eng, wenn ein gewisser Bilderpegel erreicht ist.

Das war zumindest auch mit ein Grund für meine Ausstellung, wenn auch nicht der Hauptgrund. Heute ist es etwas anders, ich male eher auf Auftrag, da ist das Bild dann sowieso weg. Oder es wird ein Geburtstagsgeschenk, das mich dann auch verlässt. :winken:

Liebe Grüße
Astrila

Nach oben 11.08.2010, 06:42 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
:mhh: Ich kaufe Bilder, weil ich sie haben "muss" (wenn sich der Preis im Rahmen meiner Möglichkeiten bewegt - im Zweifel in Raten :rofl: ), nicht weil sie irgendwann was wert sein könnten.

Nach oben 11.08.2010, 07:00 Nach unten

Acrylmalerei

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Beitrag: Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes? - 11.08.2010, 01:55 zugast hat geschrieben:
Was ich nicht verstehe: Wieso will man eigentlich seine Bilder verkaufen wenn man nicht muss?


Bei mir:

1. Weil die Bilder doch irgend jemandem Freude und Bereicherung schenken sollen.

2. Weil ich tatsächlich den Erlös als Teil meines Einkommens brauchen würde, zumindest um meine Materialkosten wieder einzuspielen.

3. Weil ich nicht den Platz habe, meine momentan fleissige Produktion bei mir zu hängen oder zu stapeln.

armando

Nach oben 11.08.2010, 08:04 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Ich habe jetzt mein erstes Bild verkauft ( das Acrylschwein) und habe mich darüber unbändig gefreut.Zeigt es mir doch,das ich zumindestens auf dem richtigen Weg bin.Obwohl ich das Originalbild nicht hergeben konnte,ich habe es neu gemalt

Nach oben 11.08.2010, 08:16 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Hallo Gabi,

herzliche Gratulation! :dops:

jaja, es gibt noch mehr Leinwände und Farbe wird auch jeden Tag neu fabriziert...

Nach oben 11.08.2010, 08:30 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Vielen Dank Susanne,aber nur so fabrizieren um des Fabrizieren willens möchte ich eigentlich auch nicht

Nach oben 11.08.2010, 08:37 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
@Fleckfieber: Gratulation zum Verkauf!
Susanne meinte damit, dass man sich über den Material-Nachschub seitens der Hersteller keine Sorgen machen muss :D

@zugast: Das mit der Schulbildung ist zwar grundsätzlich richtig, aber im Kunstbereich doch illusionistisch. Die Bevölkerungsmehrheit hat von "Kunst" genausowenig Ahnung wie noch vor ein paar Hundert Jahren, die Wertschätzung seitens Sammlern ist (auch aus finanziellen Gründen) immernoch auf eine "Gesellschaft-Elite" gemünzt.

Gleichfalls zugenommen, wenn nicht sogar prozentual mehr als das künstlerische Bildungsniveau, haben die Möglichkeiten, eigene Bilder herzustellen. Den Begriff "Hobbymaler" gab es damals nicht, war sogar undenkbar, und Bob Ross, Betty Edwards, Herdin oder VHS-Kurse waren damals noch nicht existent. Was stimmt, ist dass die Bereitschaft zur Kunst gestiegen ist, allerdings auch das Angebot. Da in der Gesellschaft "richtige Kunstwerke" als das Sahnehäubchen der Werke von bekannten klassischen und modernen Maler-Stars definiert werden, hat sich am Prinzip von Verkaufschancen und Wertschätzungen bis heute nichts Gravierendes geändert.

Nach oben 11.08.2010, 16:21 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Zitat:
Da in der Gesellschaft "richtige Kunstwerke" als das Sahnehäubchen der Werke von bekannten klassischen und modernen Maler-Stars definiert werden, hat sich am Prinzip von Verkaufschancen und Wertschätzungen bis heute nichts Gravierendes geändert.


Ich habe lange Zeit in Berlin gelebt. Dort findet in jedem Jahr die FBK, freie berliner Kunstausstellung statt. Berliner, egal ob Anfänger oder Kunstprofessor ist jeweils nur mit einem Bild vertreten. Hochkarätige und etablierte Künstler hängen wild "verstreut" neben Laien, die vielleicht ihren ersten Aquarellkasten zu Weihnachten bekommen haben.
Da auch jeder kaufen kann und das Motto gilt "wer zuerst kommt, malt zuerst", sind sofort schon am Tag der Eröffnung die Kunstfreunde unterwegs und kleben rote Punkte unter ihre Favoriten. Übrigens mehrere Messehallen "randvoll" mit Bildern.
Ich dachte eigentlich es würden überwiegend gegenständliche Bilder verkauft, solche ohne Erklärungsbedarf, aber ich habe mich fast immer getäuscht. Sehr verkaufsträchtig waren studentische Arbeiten (damals unter 2000 DM, also um 1000 Euro), die alle etwas gewagt und sehr frei angelegt waren. Diejenigen, die kauften, waren auch keine professionellen Kunsthändler, sondern normale Mittelständler, die das dann wohl in ihre Büros oder Wohnzimmer gehängt haben.
Für immer mehr Leute gehört es wohl zum guten Ton mit etwas Originalem aufwarten zu können. Dabei fiel mir auf, dass abstrakte Sachen sehr viel besser verkauft wurden als gegenständliche.
Ich glaube, es hängt damit zusammen, dass Mittelständler an Lebensstil das imitieren möchten, was sie für elitär halten und wovon sie glauben, es wertet ihr eigenes Image auf.
Das sind nicht wenige, unterschätz das nicht!
Zugast

Nach oben 11.08.2010, 18:06 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Na toll, da bin ich in Berlin geboren (zugegeben: auf der falschen Seite), 54 Jahre alt und habe noch nie von der FBK gehört :oops: :oops: :oops: .

Hört sich so doof an: Lebensstil imitieren, elitär sein. Ich kenne wenigstens ein paar, die sich durchaus ernsthaft mit der Kunst beschäftigen und tolle Bilder kaufen, auch oder gerade von Kunststudenten die sehr begabt sind. Und die es nicht nötig haben, ihr Image aufzuwerten.

Von den anderen gibt es natürlich mehr :rofl: :winken: .

Nach oben 11.08.2010, 18:31 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Adrian,ich danke Dir.Ist schon ein tolles Gefühl ein Bild zu verkaufen.Bin heute ein bißchen doof,drum habe ich die Aussage von Susanne auch nicht richtig verstanden

Nach oben 11.08.2010, 18:34 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Zitat:
Hört sich so doof an: Lebensstil imitieren, elitär sein. Ich kenne wenigstens ein paar, die sich durchaus ernsthaft mit der Kunst beschäftigen und tolle Bilder kaufen, auch oder gerade von Kunststudenten die sehr begabt sind. Und die es nicht nötig haben, ihr Image aufzuwerten.


Ich hoffe Du findest es doof, wenn einer einen elitären Lebensstil imitiert und nicht meine geschriebenen Sätze. :grins:

Ob es die FBK immer noch gibt, kann ich im Moment nicht sagen, aber diverse Jahre nach der Maueröffnung fand sie statt. Bei den Messehallen, bzw. in den Messehallen.

Die Leute werten sich auch durch gekaufte Kunst selbst auf. Ich meine das gar nicht so negativ, wie es sich anhört. Wer sich einen schicken Wagen kauft oder gute Klamotten wertet sich auch auf. Schon die Frau, die sich schöne Schuhe kauft, würde das nicht tun, wenn sie als Einsiedlerin leben würde. Geld für wertvolle Dinge ausgeben hat immer auch mit einer Wechselwirkung mit der Umgebung zu tun , oder?
Wer Gäste bewirtet und an den Wänden hängen interessante Bilder, freut sich wahrscheinlich in dem Maße, wie der Sportwagenfahrer, der an der Ampel Blicke der Fußgänger auf sich zieht. Da ist im Prinzip nichts dabei und sowas findet natürlich auch Nachahmer.
Dass sich einer die Anschaffung eines Heckspoilers verkneift und dafür abstrakte Kunst kauft, daran glaube ich nicht.
Aber viele wollen eben das praktizieren, was sie für einen gehobenen Lebensstil halten. Es gibt keinen anderen Grund, warum Menschen so viel Geld für Handys, Möbel und Kleidung ausgeben.

Nach oben 11.08.2010, 20:56 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Beitrag: Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes? - 11.08.2010, 20:56 zugast hat geschrieben:

Aber viele wollen eben das praktizieren, was sie für einen gehobenen Lebensstil halten. Es gibt keinen anderen Grund, warum Menschen so viel Geld für Handys, Möbel und Kleidung ausgeben.


Hm...war das nicht immer schon so? Ich könnte mir vorstellen, dass es in "alten Zeiten" auch der betuchten Klientel vorbehalten war, z.B. sich oder die Familie stilvoll portraitieren zu lassen - etwas, was sich der Otto Normalverbraucher nicht leisten konnte. Und es auch irgendwie zum guten Ton gehörte, ein Ölbild zu besitzen. Als Zeichen, dass man sich Luxus leisten konnte.

Lg
Astrila

Nach oben 11.08.2010, 21:04 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Ich würde nur nicht jedem, der denn tatsächlich Kunst kauft, unterstellen wollen, dass er damit lediglich "angeben " will. :kapituliere:

Nach oben 11.08.2010, 21:05 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Liebe Lucie!

Beitrag: Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes? - 11.08.2010, 21:05 Lucie hat geschrieben:
Ich würde nur nicht jedem, der denn tatsächlich Kunst kauft, unterstellen wollen, dass er damit lediglich "angeben " will. :kapituliere:


Das sehe ich auch so. Es gibt sie, die Käufer, denen ein Bild einfach so sehr gefällt, dass sie es bei sich haben wollen. Und das ist dann für den Maler auch ein wunderbares Gefühl, finde ich.

Liebe Grüße
Astrila

Nach oben 11.08.2010, 21:07 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Zitat:
Ich würde nur nicht jedem, der denn tatsächlich Kunst kauft, unterstellen wollen, dass er damit lediglich "angeben " will.


Das habe ich doch nicht gesagt.

Zitat:
Hm...war das nicht immer schon so? Ich könnte mir vorstellen, dass es in "alten Zeiten" auch der betuchten Klientel vorbehalten war, z.B. sich oder die Familie stilvoll portraitieren zu lassen - etwas, was sich der Otto Normalverbraucher nicht leisten konnte. Und es auch irgendwie zum guten Ton gehörte, ein Ölbild zu besitzen. Als Zeichen, dass man sich Luxus leisten konnte.


Das Phänomen moderne Kunst gibt es noch nicht so lange. Wer vor 200 Jahren reich war, hat es neben Haus, Hof und Dienerschaft dadurch nach außen kenntlich gemacht, dass er edle Stoffe trug, die sich niemand leisten konnte, der arm war. Wer also zu dieser Zeit edel gekleidet war, musste viel Geld besitzen. Sicherlich hat sich so einer auch portraitieren lassen.
Etwa seit den 50 iger Jahren des letzten Jahrhunderts gibt es eine Trendumkehr, die wohl in den siebziger Jahren ihren Höhepunkt hatte. Nicht wer die teuerste Kleidung trug, war gesellschaftlich der Angesehenste, sondern es galt nach außen hin leger zu sein, locker. Heute sagt man cool. Leute wie Brad Pitt und Tom Cruise tragen Turnschuhe und nicht hochverzierte handgefertigte Schuhe. Das wäre nämlich uncool!
Moderne Kunst und den damit einhergehenden Lebensstil muss man in diesem Kontext sehen. Es gilt nicht mehr 2000 Malstunden eines Meisters in einem goldgefassten Rahmen zu bewundern, sondern ein schlichtes Bild, welches möglicherweise genauso teuer aber cooler ist. Moderne Kunst könnte man auch als Entdeckung der Schlichtheit bezeichnen. Es gibt heutzutage eine Mittelschicht, die im kleinen Stil Attitüden der Reichen viel eher nachleben kann, als das beispielsweise der einfache Kaufmann im 17 Jahrhundert noch angesichts seines Fürsten konnte.
Das ist die Anziehung, die moderne Kunst heute auf den Geldadel ausübt. Sowas "strahlt" dann auch auf andere Gesellschaftsschichten aus, ist doch klar!

Nach oben 11.08.2010, 21:26 Nach unten
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