"Freunde, vergesst nie diese goldene Regel: Nichts kann schaden in der Kunst, solange Ihr frech seid." (James Whistler)




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 Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes? 
Autor Nachricht

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Lieber Ernst,

du hast den Nagel auf den Kopf getroffen, genauso sehe ich das auch und kann das nur noch unterschreiben.
Vor allem das mit dem Ehepartner als Sponsor stellt sich immer wieder bei näherem Hinsehen heraus; der Partner finanziert somit die Tätigkeit des anderen.

Das bringt mich jetzt auf eine Idee: ich brauche nur noch einen Sponsor- Partner, dann kann ich beruhigt weitermachen; nur ist es leider nicht mein Ding, jemanden in der Tasche zu liegen. Ich bin gewohnt immer auf eigenen Beinen zu stehen. Was dann? Die Einstellung ändern und einen Sponsor-Partner suchen oder die Malerei aufgeben? Oder gibt es andere Alternativen?
Auf jeden Fall werde ich für die Bilder die mir was bedeuten auch einen angemessenen Preis verlangen und damit rechnen dass sie mir wahrscheinlich erhalten bleiben.

Liebe Grüße
Margit

Nach oben 25.03.2010, 10:41 Nach unten

Öl, Pastell, Acryl, Bleistift,

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Liebe Margit,
ich nehme dich erstmal ganz fest und lieb in die Arme!

Dieses Gefühl, nicht anerkannt zu werden, kenne ich seit Jahren.
Bei mehreren kleinen Ausstellungen oder mit anderen Künstlern zusammen,
kam auch nie groß etwas rum, es machte Spaß, alle guckten, verkauft hat
keiner was.
Meine Schwestern haben es immer mit Skepsis betrachtet, dass ich male:
"Woher sie das nur hat?"
Meine Söhne und mein erster Partner nach meiner
Trennung haben mich unterstützt und mir Raum gegeben.
Gemalt habe ich immer, seit 2001 habe ich das Atelier in unserer Künstlergemeinschaft.
Ich dachte auch, es wäre mir egal, was andere davon halten.
Ab und zu habe ich etwas verkauft, von den meisten Bildern konnte
ich mich allerdings nicht trennen...

Dann lernte ich vor 2 Jahren meinen jetzigen Partner kennen und erlebte das erste Mal,
dass jemand meine Bilder so richtig gut fand. Er motivierte mich, half mir beim
Ausmisten in meinem Atelier, schaffte gute Voraussetzungen, um mehr zu malen
und sagte, du musst dich richtig outen, das waren bis jetzt immer nur Halbheiten!
Es reicht ein Mensch, der an dich glaubt...und ich glaube an dich, Margit!

Wie das immer so ist, wenn man bereit ist, passieren die unglaublichsten Dinge!
Unser Künstlerhaus erarbeitete dieses neue Konzept, ich wurde Mitglied in der
Galeriegruppe und meldet mich SOFORT für eine Ausstellung an, obwohl ich kaum
Bilder für eine Ausstellung hatte. Ich arbeitete von Anfang Januar bis Anfang März
wie ein Wilde, teilweise bis 2h nachts.

Der Aufwand und die hohen Kosten, trotz Förderung durch die Sparkasse, haben
sich gelohnt. Die Wertschätzung und die Gefühle, als 200 Menschen in die Ausstellung
kamen und ich gefeiert wurde!, kann ich nicht beschreiben.
So etwas habe ich noch nicht vorher erlebt und es kommt an die Geburt meiner Söhne
heran. Du schaffst etwas und erlebst ein Wunder!

Unterstützung hatte ich auch durch eine Kunsthistorikerin und einen Künsterkollegen,
die mir sagten, wie wichtig eine Stimmigkeit in einer Ausstellung ist.

Ich lade beim Event die Einführungsrede der Kunsthistorikerin hoch.
Diese Frau war das Kernstück der Ausstellung. Sie hat eine Viertelstunde gesprochen
und die Besucher, anhand einiger Bilder, in die Materie eingeführt. Sie hat es geschafft,
die Menschen zu faszinieren. Ich stand mitten unter dem Publikum und dachte
zwischendurch, es geht um mich! Ach Margit, ich wünsche dir und allen hier, dass
sie so etwas erleben können und bin gerne bereit, Tipps zu geben!

Liebe Grüße
Gigi

Nach oben 25.03.2010, 10:45 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Liebe Gigi,

ich danke dir ganz ganz herzlich für deine Beschreibung und Erzählung wie du es gemacht hast.
Besonders gut gefällt mir dass du einen Partner gefunden hast der dich unterstützt und zu dir steht.
Das hatte ich leider nie und ich lebe auch schon 10 Jahre allein.
Mein Ex verbat mir zu malen, aber das habe ich schon an anderer Stelle geschrieben.

Es gibt zwar Menschen die meine Arbeit loben, doch sind es Freunde und da bin ich mir nicht so sicher ob die Bilder wirklich gut sind oder ob sie es nur gut finden weil sie mich mögen.

Es ist etwas ganz anderes, wenn ein Fremder bereit ist für ein Bild Geld zu bezahlen und es damit wertschätzt weil er es in seine Wohnung mitnehmen möchte um es immer bei sich zu haben.

So eine Ausstellung mit so viel Erfolg wie du es erlebt hast ist was ganz Besonderes und muss ein gewaltiges Erlebnis gewesen sein! Ich glaube so was wünscht sich jeder Maler, auch mal Anerkennung in so großem Rahmen zu bekommen! Es freut mich sehr dass du das so toll erleben durftest!

Danke dir dass du an mich glaubst! Ich habe eine Schülerin, die von ihrem Mann auch extrem gefördert und unterstützt wird, und habe mich mit dem Mann kürzlich sehr lange unterhalten. Da habe ich eine Ahnung bekommen von der Kraft, die von so einem Partner ausgehen kann, von dem Rückhalt den diese Frau hat.
So etwas wünsche ich mir auch!

Vielleicht sollte ich mal aus meinem kleinen Atelier rausgehen in die Welt und mal sehen was sich dann ergibt.

Was ich auch toll finde dass du geschrieben hast, dass man sich mehr outen sollte. Genau davor habe ich auch Hemmungen, meine Bilder sind noch sehr gebremst und zurückhaltend gemalt.
Aber in mir brodeln schon lange andere Ideen.

Ich werde neue Wege gehen, so will ich nicht mehr weitermachen, das macht keinen Sinn.

Vielen Dank für deine Hilfe!

Liebe Grüße
Margit

Nach oben 25.03.2010, 11:09 Nach unten

Öl, Pastell, Acryl, Bleistift,

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Liebe Margit,
danke für deine Antwort, gerade habe ich mir die Homepage deines Meisters
Michael Fuchs angesehen. Ich bin eine große Verehrerin seines Vaters.

Dieses "Outen" habe ich ganz stark empfunden als es auf die letzen 4 Wochen,
vor der Ausstellung, zu ging.
Ich habe außer meinen Bildern auch die dazu gehörigen "Vorbilder" gehängt.
Alles sehr persönliche Motive, die sehr viel mit mir zu tun haben.
Es gab kein Zurück mehr und ich wusste, wenn die Menschen desinteressiert
sind, kaum jemand kommt, werde ich mich auch persönlich abgelehnt fühlen,
ich kann das nicht trennen.

Der Rückhalt eines Menschen, der einen liebt, ist sehr viel wert.
Ich denke aber, es gibt hier soviele Künstler und Künstlerinnen, die dich sehr
mögen und dir auch immer wieder zeigen, wie gut deine Bilder sind und wie
sehr sie deinen Rat schätzen!
Ich werde dich anfeuern, das verspreche ich dir!
Deine Bilder sind etwas ganz besonderes und sie sind perfekt gemalt.
Die Frage ist jetzt, wieviel zeigen sie von dir?
Manchmal liegt das Vollkommene im Unvollkommenen...

Wenn du sagst, dass schon lange etwas in dir gärt, dass raus will, dann bist du
auf dem richtigen Weg. Du hast das Rüstzeug, also leg los!

Ich denke, 95% sind ausgezeichnetes Handwerk bei einem Künstler und vielleicht
5% Talent oder bei einigen, Genie.
Ich glaube, dass du zu den 95% Handwerk auf jeden Fall ein geniehaftes Talent hast!

Liebe Grüße von Herz zu Herz
Gigi

Nach oben 25.03.2010, 11:24 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Danke Gigi,

du bist ja eine ganz Liebe!
vielen herzlichen Dank für deinen lieben Zuspruch!

Ganz besonders möchte ich über folgenden Satz von dir nachdenken:

Zitat:
Die Frage ist jetzt, wieviel zeigen sie von dir?
Manchmal liegt das Vollkommene im Unvollkommenen...


Ich werde in mich gehen und sehen, was dabei heraus kommt.
Das ist ein sehr weiser Satz. Wenn Bilder zu genau ausgemalt sind, wirken sie vielleicht fad.
Das ist ja mathematisch sogar beweisbar.
Es kann keine Entwicklung im Auge des Betrachters stattfinden, wenn alles schon vorgegeben ist.
Na das ist ja echt interessant..... ich muss dem Betrachter für die eigene Fantasie mehr Spielraum lassen....
geheimnisvoller malen...... mehr andeuten als ausmalen......
Hm, ja, das ist es ....

Vielen Dank!
Jetzt bin ich mal gespannt ob ich diese Erkenntnis auch umsetzen kann.

Ganz liebe herzliche Grüße
Margit

Nach oben 25.03.2010, 11:36 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Beitrag: Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes? - 25.03.2010, 10:41 MaGie hat geschrieben:
Vor allem das mit dem Ehepartner als Sponsor stellt sich immer wieder bei näherem Hinsehen heraus; der Partner finanziert somit die Tätigkeit des anderen.
Das bringt mich jetzt auf eine Idee: ich brauche nur noch einen Sponsor- Partner, dann kann ich beruhigt weitermachen; nur ist es leider nicht mein Ding, jemanden in der Tasche zu liegen. Ich bin gewohnt immer auf eigenen Beinen zu stehen. Was dann? Die Einstellung ändern und einen Sponsor-Partner suchen oder die Malerei aufgeben? Oder gibt es andere Alternativen?
Auf jeden Fall werde ich für die Bilder die mir was bedeuten auch einen angemessenen Preis verlangen und damit rechnen dass sie mir wahrscheinlich erhalten bleiben.


Hallo Margit,
ich würde Dir gerne weiter helfen oder zumindest entsprechende Tipps geben, aber da stehe ich selbst auf dem Schlauch. Die Einstellung von Dir finde ich absolut richtig. Ist zwar hart, aber Du musst damit zurecht kommen und Dir letztlich selbst treu bleiben. Sich selbst jeden Morgen im Spiegel in die Augen schauen können ist das Wichtigste.

Wenn Du nicht davon ausschließlich leben musst, ist es noch einigermaßen erträglich. Schwierig wird es, wenn das Einkommen bestritten werden muss davon und monatliche Fixzahlungen anstehen. Das geht zusätzlich psychisch an die Substanz.
Frage mich auch immer wie es bei anderen so hopp-die-hopp und sorglos geht. Alles easy, alles roger. Stimmt das wirklich oder machen sich einige Leutchen mächtig was vor? Habe auch schon Ausstellungen erlebt, wo es vor roten Punkten (verkauft!) nur so wimmelte. Am Ende war alles erstunken und erlogen. Nicht eines ging über den Tisch. Das ist doch Betrug und Selbstbetrug in Reinkultur.

Dann kenne ich Leute die geben Kurse und mieten sich sogar monatelang Räumlichkeiten in Urlaubsgebieten zum Malen an, aber haben selbst vom Tuten und Blasen nicht den geringsten Dunst. Sollten am besten selbst Kurse besuchen. Das Geschäft läuft (angeblich) bestens und die Kurse sind voll ausgebucht. Man darf anscheinend keine Hemmungen oder Skrupel haben.

Ich war viel zu lange leichtgläubig. Habe jetzt die Meinung geändert, ich will alles was ich zu hören bekomme auch selbst erleben oder gesehen haben. Damit bekommt einiges plötzlich ein ganz anderes Gesicht.
Gruß Ernst

Nach oben 25.03.2010, 11:54 Nach unten

Öl, Pastell, Acryl, Bleistift,

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Lieber Ernst,
warum so bitter?

Von Kunst leben können nur die, die vom Kunstmarkt anerkannt und nach oben
befördert werden.

Wenn der Ehepartner sponsert, warum nicht? Ich habe früher auch meinen
damaligen Lebenspartner gesponsert, der war Pianist. Na und?
Ich habe ja auch viel wieder bekommen durch seine Musik.
Und genau so wird es bei Ehepartnern sein. Wenn die Gattin Spaß
hat am Malen und bessere Laune verbreitet, sich ausgefüllter sieht
und einen Sinn im Leben sieht, kann sich das doch nur positiv auf die
Beziehung auswirken und BEIDE haben etwas davon.

Ich glaube nicht, dass es bei meiner Ausstellung einen großen FINANZIELLEN
Gewinn gibt. Dafür waren die Kosten zu hoch.
Doch der ideelle und gefühlmäßige Wert ist ein herrlicher Gewinn!

Die Frage ist doch, MUSS ich Geld damit verdienen? Wer sagt das denn...?
Malen ist doch in erster Linie Selbstzweck und trägt seinen Wert in sich.

Liebe Grüße
Gigi

Nach oben 25.03.2010, 12:06 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Lieber Ernst,

Ernst hat geschrieben:
Zitat:
Dann kenne ich Leute die geben Kurse und mieten sich sogar monatelang Räumlichkeiten in Urlaubsgebieten zum Malen an, aber haben selbst vom Tuten und Blasen nicht den geringsten Dunst. Sollten am besten selbst Kurse besuchen. Das Geschäft läuft (angeblich) bestens und die Kurse sind voll ausgebucht. Man darf anscheinend keine Hemmungen oder Skrupel haben.


Lieber Ernst,
ich kenne genau so eine Frau; sie hat mal mein Atelier angemietet für einen ihrer Kurse, und ich habe nicht schlecht gestaunt, alle 8 Kursplätze waren belegt und sie musste sogar Leuten absagen: sie selber malt sehr farbenfroh und hat keinerlei Ausbildung. Den Leuten legte sie ausgedruckte kopierte Bilder als Vorlage hin und alle malten das einfach nach. Was sie aber sehr gut konnte, sie hat dabei unglaublich viel Spaß vermittelt und es wurde wie wild mit Farben gepanscht. Sie hat für 3 Stunden pro Person 80 Euro kassiert und alle haben brav dafür bezahlt. Ich konnte kaum glauben was ich sah.
Die Frau ist ein Vermarktungsgenie und verkauft sich extrem gut. Sie hat sogar zwei DVDs herausgegeben, wie man malen lernt. Sie mietet überall Räume an und gibt Kurse, ist voll belegt und verdient sich ein goldenens Händchen. Also irgendwas mache ich falsch.
Ich fordere meine Schüler und bemühe mich ihnen möglichst viel beizubringen, möchte dass sei nach dem Kurs dann gleich selber alleine loslegen können. Bei mir im Kurs gibt es auch Spaß, doch die Arbeit selber und das Lernen steht an oberster Stelle. Es kommen aber auch nur Leute zu mir, die wirklich was lernen wollen.
Das sind aber nicht sehr viele.

Ich kann aber keinen solchen Spaßkurs anbieten, das ist nicht mein Ding, es wäre nicht ehrlich.



Gigi:
ich wollte eigentlich schon die Malerei zu meinem Beruf machen. Deshalb habe ich auch das Atelier angemietet.
Das war vor drei Jahren. Leider war ich auch sehr viel krank, weshalb ich mich nicht so reinknien konnte wie beabsichtigt. Auch letztes Jahr konnte ich mich wegen meiner Operation nicht voll einsetzen.
Deshalb ziehe ich jetzt die Konsequenzen und schließe das Atelier wieder.
Es ist sehr schade drum, es ist perfekt eingerichtet und total hell und liegt sehr zentral.
Aber da kann man nichts machen.

Liebe Grüße
Margit

Nach oben 25.03.2010, 12:30 Nach unten

Öl, Pastell, Acryl, Bleistift,

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Liebe Margit,
es ist schade, dass du dein Atelier schließen musstest, ich denke, du bist eine
hervorragende Meisterin!
Scharlatane gibt es in jedem Beruf. Jedem das seine.
Wir sind alle erwachsen und wenn sich jemand 80,- €, für 3 Stunden Rumgepansche,
aus der Tasche leiern lässt, hat er es nicht anders verdient.
Auch da kommt es darauf an, was erhofft sich der Schüler.

Wenn ich ernsthaft malen und zeichnen lernen will, weiß ich, dass das viel Mühe
und Arbeit macht und dann finde ich auch den zu mir passenden Lehrer.

Ich wünsche dir, dass du alle deine Kraft wieder findest!
...und dabei hilft ja malen ganz ungemein!!!

Gigi

Nach oben 25.03.2010, 12:39 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Vielen Dank Gigi!
noch ist es ja nicht geschlossen, jetzt kommt mal mein Umzug dran,
erst dann wird entschieden ob die Malsachen auch in der Wohnung Platz finden.
Wenn ja dann freue ich mich umso mehr und kann das Atelier reinen Herzens schließen.
Alles Liebe,
Margit

Nach oben 25.03.2010, 12:49 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
:offtopic: , bitte :wink:

Nach oben 25.03.2010, 12:58 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Jetzt haett ich ja doch nochmal eine spezielle Frage...
Wie errechnet ihr den die Preise fuer ein Aquarell ?? Mal ganz dumm gefragt ? :mrgreen:
Ich frage deshalb so bloed , weil ich 1. mal annehme das hier in erster Linie von Bildern auf Leinwand ausgegengen wird
und 2 . ein Aquarell doch bei Unwissenden oft als " nur " ein Bild mit Wasserfarben und "ach wie nett " abgetan wird ....dabei ist es doch die Koenigsdisziplin der Malerei und gar nicht mal so einfach wie's fuer die meisten wohl aussieht .

Ausserdem wundert es mich das ich bisher von meinen Aquarellen , in dem Laden in dem ich ausstelle, noch nicht ein einziges verkauft habe , dafuer gingen die einfachsten Acrylbilder oft wie die warmen Semmeln ...und das wiederum obwohl ich ehrlichgesagt Hemmungen habe einen "anstaendigen " Preis fuer meine Aquarelle zu verlangen ....sprich meine Aquarelle sind schon fuer Taschengeldpreise zu haben ....allerdings liegen sie in einem Displayordner auf der Ladentheke .
Also ist das vielleicht der falsche Weg ?
Soll ich sie in teure extragrosse Rahmen stecken und 5 x mal so teuer machen plus den Preis fuer den Rahmen ....nach dem Motto , nur wenn's richtig teuer ist kann es was gescheites sein ?? Aber was mache ich dann wenn ich auf den teuergerahmten Bildern trotzdem sitzen bleibe ? :hmm:
Uebrigends hatte ich schonmal 3 stueck dort rahmen lassen und zum Verkauf dort haengen und es hat auch nix genuetzt ...

Also, dazu wuerde ich gerne mal ein paar Meinungen und Tips hoeren ....und nu bin ich mal gespannt :winken:

Nach oben 26.03.2010, 15:48 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Bei Aquarellen gehe ich ganz anders vor. Erstens muss ich bedenken, wieviel Jahre ich wieviel Aquarelle gekübelt habe; damit ich dann in der Lage bin in 3 Stunden ein akzeptables Ergebnis zu erzielen.
Ich mache aber auch genaue Aquarelle, wo ich für ein Bild auch oft 20 Stunden brauche.
Bewerten tu ich sie nach Qualität, wie gut mir das Bild gelungen ist und wie sehr ich daran hänge.
Ich verlange für ein Durchschnittsaquarell samt Rahmen ca 140 Euro, so 40 x 50cm Bildmaße.
Aber ich habe auch einzelne wo ich mehr verlange weil ich viel länger gebraucht habe oder weil sie ganz besonders gelungen sind.
Ich hatte mal eine Ausstellung, die war wirklich super besucht und organisiert und viele Gäste; ich habe nicht ein einziges Bild verkauft, ich habe die Aquarelle damals um 140 Euro angeboten.
Wenige Monate danach hatte ich nochmal am Land in einem Clubhaus eine Ausstellung und da war ich noch frustriert von der vorherigen und dachte mir, na ich verkauf eh nichts also kann ich die Bilder ruhig ums Doppelte anschreiben, was ich dann auch tat.
Promt war da gerade ein Länderspiel im Fernsehen und ein extrem starker Regenguss, mit anderen Worten, ich sass mit meinen Eltern und dem Gastpersonal alleine dort. Und dann öffnete sich die Tür und ein Ehepaar trat herein, ging auf die Bilder zu und war begeistert - und hat gleich drei Stück gekauft! Ich ließ dann noch gerne mit mir handeln, und mir blieb immer noch viel mehr als bei der ersten Ausstellung wenn ich pro Stück nur die Hälfte verlangt hätte!
Also ich glaube man kann das wirklich nicht vorhersagen. Ich denke man kann bei einer guten Größe von 40 x 50 Bildinnenmaße gerahmt zwischen 140 Euro und 500 Euro verlangen. Bei fotorealistischen Bildern in Altmeistertechnik Aquarell natürlich noch wesentlich mehr, bis zu 800 Euro.

Liebe Grüße
Margit

Nach oben 26.03.2010, 18:47 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Vielen Dank fuer die Auskunft Margit ,
Das hilft mir schonmal weiter . Sogesehen sind meine Aquarelle wirklich viel zu billig ausgepreist ...aber ich verkauf sie ja noch nichtmal fuer den billigen Preis ....wahrscheinlich gibt es dafuer einfach kein Publikum ??

Laesst Du Deine Aquarelle professionell Rahmen oder kaufst Du hochwertige Fertigrahmen von der Stange ?

LG, Petra :winken:

Nach oben 27.03.2010, 19:31 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Liebe Irish,
ich habe schon früher mal optisch schöne Rahmen die nicht teuer waren im Möbelhaus gekauft, jedoch waren die nicht kratzfest und bei jeder Vernissage leiden die Rahmen beim Transport.
Jetzt kaufe ich die teureren Wechsel - Alurahmen von Bösner, die sehen auch nach der dritten Vernissage gut aus und zerkratzen nicht so leicht, sind aber schwer für den Transport. Doch ich kann sie mehrmals verwenden, Bilder wechseln für die nächste Ausstellung wenn ich diese nicht verkauft habe und so brauche ich mir nicht allzuviele Rahmen auf Lager zu legen, gerade so dass ich eine Ausstellung damit bestücken kann.
Es wirkt auch professioneller, wenn alle Bilder den gleichen Rahmen haben. Zumindest die Bauart.
Wenn mir manchmal wo ein Rahmen aber besonders gut gefällt und er passt dazu dann nehme ich den schon auch mal mit.
Billige Rahmen musste ich schon einige wegwerfen da sie nach zwei Ausstellungen aus dem Leim gegangen sind oder zerkratzt waren.
Das gilt jetzt für die Aquarelle.
Bei Öl ist das Problem dass die Holzrahmen extrem empfindlich sind für die kleinsten Stöße und Absplitterungen und Kratzer bekommen. Hier hilft nur sehr gutes Verpacken in Berge von Noppenpapier.
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 27.03.2010, 19:49 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Dankeschoen Margit :winken: :winken: Ja da werde ich mal schauen was ich wegend der Rahmen anstelle ...muesste mir unbedingt mal einen Schwung guter Wechselrahmen zulegen

:winken:

Nach oben 27.03.2010, 19:53 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Ja, das zahlt sich aus, die hast du dann lange, bzw. so lange bis jemand das Bild samt Rahmen kauft.
Es kommt ja auch vor das Leute den Rahmen gar nicht wollen weil sie einen eigenen kaufen, dann kann man das Bild ganz leicht mit einem Handgriff rausnehmen.
LG Margit

Nach oben 27.03.2010, 19:58 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Wer mit einer Galerie zusammenarbeitet, kann den Preis gemeinsam mit dem/den Galeristen festlegen.

Ansonsten rate ich zur Selbstwertschätzung und zu einem eher hohen Preis eines Bildes, Plastik ect.. Verkauft wird nicht in erster Linie die Materie oder das reine Material, sondern die Originalität - auch handwerkliches Können gepaar mit entsprechendem Ausdruck -, manchmal auch der Funke, der überspringt, Schönheit usw. Das ist ein sehr weitreichendes Thema. Wer weiß, mit welchem Aufwand und mit technisch-handwerklicher Sorgfalt und Können z. B. ein Aquatinta-Druck zustande kommt, erwartet keine Schleuderpreise.

Nach oben 28.03.2010, 18:32 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Da das Thema bzw. Frage, wie die Höhe des Preises ermittelt werden kann, in der Konsequenz und Logik, die Bedingungen gleichermaßen hinterfragt, wie die eigenen Bilder publik werden und den Interessenten, den Sammler finden und ansprechen, will ich zu einer weiterführenen Diskussion anregen:

Erfolgsstrategien:

Wichtige Kontakte knüpfen
Netzwerke gründen
Präsenz in der Öffentlichkeit (Öffentlichkeitsarbeit z.B.)
Kalkulation (alles rund um die betriebswirtschaftlichen Faktoren, Businessplan)

Oftmals sind es die Rahmenbedingungen und Strategien des jeweiligen Künstlers - nebst Talent und Arbeit, aber auch das Quentchen Glück -, die zum Erfolg führen.

Der Kunstmarkt ist dicht gedrängt und die Konkurrenz groß.

Nach oben 28.03.2010, 21:06 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Das ist eine sehr gute Anregung, Wolkenkalligraphie, ich freue mich über eine rege Beteiligung zu diesen Themen!
Irgendwie habe ich im Inneren eine Abneigung mich mit diesen Bereichen zu beschäftigen; vor allem die Selbstanbiederung und Selbstbeweihräucherung ist mir zuwieder weil ich ja als Kind so erzogen wurde, dass "Eigenlob stinkt" was natürlich absoluter Schwachsinn ist und dazu führt dass man nicht in der Lage ist seine Produkte ordentlich zu vermarkten. Das heisst es ist eigentlich ein Manko in der Grundeinstellung vorhanden. Das müsste man einmal ausmerzen, aber wie? Es sitzt ganz tief in der Psyche verwurzelt.
Durch diese Erziehung entstand ein mangelndes Selbstwertgefühl, das eine Selbstvermarktung überaus erschwert.
Wie kann man so ein Problem in den Griff bekommen oder damit umgehen?
Es ist auch so wenn jemand meine Arbeit lobt so kann ich damit gar nicht wirklich was anfangen, es fällt irgendwie durch den Raster meines Bewusstseins; in meinen Augen ist es nie perfekt genug was ich mache; wie lerne ich meine eigene Arbeit wertzuschätzen? Ich kann nur eine beinharte Kalkulation anstellen, gefühlsmässig komme ich da gar nicht weiter.
Hat jemand eine Idee?

Nach oben 29.03.2010, 05:06 Nach unten
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