"Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein." (Theodor W. Adorno)




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 Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes? 
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Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Ein interessantes Thema und sehr überlegenswert, ob nicht doch ein Zimmer als Arbeitszimmer in der eigenen Wohnung oder Haus ausreicht. Ein Atelier zu mieten ist schon sehr riskant, denn das sollte es auch dort liegen, wo sich jeder Zeit neugierige Laufkundschaft einfinde, oder wenigstens mehrere Parkplätze vor der Tür sind.

Zum Vergleich,ein Handwerker rechnet für seine Leistungen mindestens 35,00 bis 40,00 Euro pro Stunde ab. Das ist sehr knapp berechnet und meinst für gewerbliche Tätige, die ihre Werkstatt im Haus haben, also keine zusätzliche Miete oder Pacht zahlen. Es ist immer zu schauen, wie wird das Atelier besucht oder dient es nur als Arbeitsplatz, weil man die Wohnung frei haben will.

Die nächste Frage, wie versiert sind die Fähigkeiten, wenn z.B. ein Auftrag für ein Porträt kommt.

Ich habe eben gelesen, dass an dem der Schwester schon längere Zeit gearbeitet wurde.

Das kann man dann natürlich keinen Kunden berechnen.

Wie ist die Auftragslage? Bilder malen, die einem gefallen würden kann mal gelegentlich mal verkaufen, aber es ist keine Umsatzplanung möglich.

Dann ist auch hier das heikle Thema, geht man in Vorkasse, wie es Handwerker machen, wenigstens für Materialeinkauf. Dann kann der Kunde aber nicht zurück treten, wenn das Bild nicht gefällt.


Malst du 5 Bilder am Tag? Was ist, wenn der Auftraggeber, z.B sagt, der Stil ist doch nicht gefragt, dann sitzt du auf deine Bilder uns sie stauben ein.

Ohne eine 2. gesicherte Einnahmequelle ist das realistisch zum Scheitern verurteilt. Ich gehe nur rein, um es mal so zu erklären, an eine Aufstellung wie bei einer Rentabilitätsvorschau ohne sich selbst zu belügen, auch wenn der Wunsch noch so groß ist.

Es sollte auf jeden Fall, die Möglichkeit geben, die Krankenversicherung, eventuell über Ehepartner dann abzudecken und es als Nebenbeschäftigung ausüben. Als Hauptbeschäftigung gebe ich dem keine realistische Chance. Ich bin kein Miesmacher, aber immer auf der Suche beste Lösungen zu finden.

Lieben Gruß

Nach oben 01.02.2010, 19:00 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Urs Sly,
wie ich lese siehst du die Sache wirklich vollkommen nüchtern und sehr realistisch.
Auch das ist ein sehr wichtiger Blickwinkel der nicht ausser Acht gelassen werden sollte. Gerade in diesem Bereich des eigenen Hobbys sieht man die Dinge gerne mit rosaroter Brille.
Nun, in meinem Fall ging es jetzt drei Jahre gut, doch kam kein Gewinn dabei heraus außer dass ich das Atelier auch für meine eigene Malerei verwenden konnte, nicht nur für die Kurse. Und dass ich eben diesen Raum mehr habe. Ich habe mir sozusagen die Miete erarbeitet.
Wenn ich allerdings eine Wohnung hätte mit einem zusätzlichen Raum, dann würde ich dort natürlich keine Kurse mehr abhalten, und hätte somit den Verlust des Kurseinkommens, müsste aber den zusätzlichen Raum trotzdem finanzieren. Das muss man auch wieder bedenken!
Derzeit kostet mich das Atelier nur meine Zeit in der ich die Kurse abhalte.
Wenn ich aber eine größere Wohnung habe ohne Kurse abzuhalten so muss ich die Mehrkosten alleine tragen.
Das heisst ich müsste eventuell dann Bilder verkaufen können, die diese Mehrkosten wieder hereinbringen.
Das finde ich aber noch wesentlich schwieriger als Kurse zu geben. Kursleute kommen immer gerne zu mir und bleiben oft auch treu und kommen immer wieder weil es ihnen so gut gefällt.
Die Möglichkeit aber gemütlich zu Hause malen zu können und einen schönen Malplatz zu haben ohne wohin fahren zu müssen ist ja auch sehr verlockend.
Was die Krankenkasse betrifft so bin ich bereits in Pension und habe dieses Problem nicht.
Außerdem bin ich schon 30 Jahre als selbständige Künstlerin und versichert. Das war jetzt mal heute die Überlegung meiner Tochter, die auch nicht von der Hand zu weisen ist.
Und die Nebenkosten für Telefon und Internet bleiben ja sowieso vorhanden, ob mit oder ohne Atelier.
LG Margit

Nach oben 01.02.2010, 19:22 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Hallo Margit,
was vielleicht noch eine Überlegung wert wäre, grade weil Du Bilder malst, die vielle Leute ansprechen, wäre, diese Bilder zu vervielfältigen, Abzüge machen zu lassen. Wenn die Qualität der Abzüge gut ist und das sollte heute möglich sein, ist es so eine Möglichkeit, seine Bilder einem breiten Publikum zu bieten.
Viele Leute sind begeistert von Deinen Bildern, aber nicht bereit, den vollen Preis für ein Original zu bezahlen. Eine Kopie, die genauso gut aussieht, aber zu einen kleineren Preis angeboten wird, wird dann eher gekauft.
Ich hab einige meiner Motorradcollagen scannen lassen und lasse sie im Fotogeschäft ausdrucken. Im Rahmen gibt es dann nur minimale Unterschiede zum Original. Und einige Collagen lassen sich so gut verkaufen.
Oder Du machst ein Buch oder einen Kalender.
Wie gesagt, dass sind nur Ideen, wie man mit seinen Bildern Geld verdienen kann.
:winken: Benno

Nach oben 01.02.2010, 20:05 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Zitat:

Was die Krankenkasse betrifft so bin ich bereits in Pension und habe dieses Problem nicht.




Hallo Margit, somit rückt diese hier von dir erwähnte Sachlage schon wieder in ein vollkommen anderes Licht und du hast durch deine Pension ein festes Einkommen.

Ja, ich selbst schalte bei diesen Planungen alles ab, was mich gefühlsmäßig beeinflusst und stelle mir erst eine Kostenplan auf. Aus der Sicht, als würde ich das für Jemand anderes machen. Ich war vor 2 Jahren auch in der Situation und zu schauen, ob ich mit 60 In Rente gehe oder mit 63. Für mich war die Lösung mit 60 in jeder Hinsicht die Beste.

Wenn ich dann den finanziellen Überblick habe, gehe ich dann ebenfalls gefühlsmäßig weiter und schaue, was ich wirklich will.

So scheint es ja bei dir auch gelaufen zu sein, zusammen mit deiner Tochter und dann entscheidet der Bauch, was ist richtig, was macht mir Freude.

In dem Sinne ist es ja für dich ein Zuverdienst, der momentan ohne Gewinn läuft, dich aber ansonsten befriedigt, weil du dich verwirklichen kannst. Das zählt. Ich habe mit der Rente, meine Gewerbe auch noch nebenberuflich weiter laufen lassen, da bleibt dann immer etwas übrig, um auch Hobbis zu finanzieren und die Krankenversicherung ist ebenfalls gedeckt, durch die Rente.

Also dann heißt es für dich nur - ein bissel mehr Werbung machen und weiter geht es.

Ich habe mich auf deiner Seite umgesehen, die Puppen sind ja wirklich reizend, das sind ja richtige Sammlerstücke.

Wünsche dir weiter viel Erfolg, das Jahr ist abgeschlossen, verhungert bist du nicht und eine warme Wohnung hast du auch - also kann es nur noch besser werden :winken: Viel Erfolg

Nach oben 01.02.2010, 20:37 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Danke Urs Sly,
du bist eine echt kluge Geschäftsfrau, ich wünschte ich könnte immer so kühl kalkulieren, meine Bewunderung!
Ja, da hast du auch recht, ich komme da auch leicht in Existenzängste die mich schon die ganze Zeit meiner Selbständigkeit begleiten.
Es hängt jetzt auch viel davon ab ob ich eine größere Wohnung bekomme oder nicht, denn dann könnte ich das Atelier auch leichter aufgeben und brauche dann nicht mehr so viel arbeiten und Kurse machen, kann dann mehr eigenes malen und vielleicht ja auch mal was verkaufen.

Benno, diese Überlegung mit günstigen Drucken finde ich sehr gut, ich werde mal noch einige Bilder in dieser Art malen und dann die besten von euch aussuchen lassen, und die lasse ich dann mal drucken und schaue was passiert.

So machen wirs!
Da macht mir das Malen selber gleich noch mehr Freude und ich stecke noch mehr Genauigkeit hinein wenn ich weiss dass mir das Original bleibt, ausser natürlich dass jemand diesen Aufwand auch bezahlt, somit male ich ja eigentlich für mich - welch wunderschöner Gedanke, denn dann werde ich mich noch mehr mit den Bildern identifizieren und überlegen, was möchte ich mir selber in meine Wohnung hängen?

Klasse, einfach klasse! Freu freu!!! :dopsblau: :dopsblau: :dopsblau:

Nach oben 01.02.2010, 21:08 Nach unten

Öl, Pastell, Acryl, Bleistift,

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Boäh! Hier finde ich die Antworten zu meinen bohrendsten Fragen!!!
Hätte ich mir ja denken können, aber hinterher ist man ja immer klüger!

Da ich gerade meine erste große Ausstellung habe, ging ich sehr mit der
Frage nach den Preisen schwanger!

Noch am Vorabend der Eröffnung, habe ich die Preisliste noch mal neu
geschrieben und die Preise erhöht.
Glücklicherweise...!

Mein Freund fand sie alle zu teuer. Meine Freundin alle zu billig.
Daraufhin habe ich mir verschiedene Eckpunkte gesucht, die Ihr auch alle
genannt habt:
* Material und Umfeldkosten
* Überlegung: Was würden die Leute zahlen?
* Was ist mir dieses Bild wert?

Ich habe die kleinen Bilder niedriger kalkuliert, um auch etwas Günstigeres
anzubieten, bin bei den großen 60x80cm zwischen 750,- und 850,-€
geblieben und habe bis jetzt (am Sonntag sind es 2 Wochen, mehr als die
Hälfte der Bilder verkauft.
Dazu muss ich noch einen Tisch, der eigentlich nur als Deko und für die
Preislisten dort stand, zweimal neu anfertigen.
Auch dort waren die Kunden mit mehr einverstanden, als ich im Gefühl hatte.
Bin voll auf Risiko gegangen.

Es ist schon ganz schön aufregend...man will verkaufen...aber nicht unter Wert!

Hoffe, Ihr könnt etwas damit anfangen
Gigi

Nach oben 24.03.2010, 15:36 Nach unten

Öl, Pastell, Acryl, Bleistift,

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Nachtrag Preisgestaltung:

Bei meiner Ausstellung habe ich viele Bilder im "New Art Print" Verfahren
angeboten.

Dieses Verfahren bietet die Firma Boesner an:

Ich bringe meine Originale dort hin, sie werden mit einem Spezial Scanner
eingescannt und hinterher auf Leinwand gespannt oder auf Papier gedruckt.

Durch das neue Verfahren, kann man sie kaum vom Original unterscheiden,
da die Schatten des Materialauftrages zu sehen sind, das neue Bild wirkt
dreidimensional.

Nachteil sind die Kosten, es lohnt sich erst bei einer Bestellung von mehreren
Bildern, da das Scannen, eines 60x80cm großen Bildes ca. 100,-€ kostet.
Das spätere Drucken und Aufziehen nochmal ca. 80 bis 100,-€.

Der Preis des Scannens ist einmalig, das müsste man dann anteilmäßig berechnen.

Nach oben 24.03.2010, 15:44 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Hallo Gigi,

da staune ich aber, mehr als die Hälfte der Bilder hast du verkauft? Da gratuliere ich herzlich! So was habe ich hier in Wien noch bei keinem Künstler erlebt, weder bei den Amateuren und schon gar nicht bei den Profis!
Was war denn das für eine tolle Ausstellung, und in welchem Ambiente?
Das finde ich ja großartig! Hier in Wien sind die Leute mit Bildern übersättigt und am Land kauft keiner was, da hängen sie die Fotos von der Sippe auf.
Die jungen Leute geben maximal 30 Euro für einen Druck im Möbelhaus aus.
Ich habe deshalb beschlossen, die Malerei als Beruf an den Nagel zu hängen und male nur mehr für mich zum Spaß. Ich habe zig Bilder in einem Gasthaus und in einem Geschäft hängen, der Umsatz ist wie ein Lotteriespiel, ca ein Bild im Jahr.
Der Aufwand mit Platz und Material ist im Vergleich zum Gewinn viel zu groß.
Es schaut echt nichts dabei raus.
Ich wundere mich sehr wie du es schaffst so viel zu verkaufen.
Ich wünsche dir weiterhin so viel Erfolg und Spaß bei der Sache.
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 24.03.2010, 16:03 Nach unten

Tempera grassa

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
hallo Gigi,

da kann auch ich nur herzlichst gratulieren!!!!! bei so einem schwunghaften verkauf wird man ja richtig neidisch .... hier in wien spürt man die wirtschaftskrise ganz schön, und vor allem die viele konkurrenz ... ich hab selber schon recht viele bilder verkauft, aber die hälfte einer ganzen ausstellung .... da zittern meine ohrläppchen!

das führt mich zu der frage, ob Du mich da vielleicht hin empfehlen könntest um eine ausstellung zu organisieren ....?!? ich bin sicher, auch Margit wäre interessiert und ich wollte immer schon mit ihr gemeinsam ausstellen!

es zieht ehrfürchtig den hut

Andy

Nach oben 24.03.2010, 18:40 Nach unten

Acryl, Zeichnen, Aquarell

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Hallo Gigi,

das ist ja eine wahnsinnig erfolgreiche Ausstellung, verrätst Du uns die Goldgrube? Dann machen wir einen Ausstellungsplan ...

Hallo Margit,
tja, die 30 Euro Kaufhausdrucke finde ich auch immer ganz trostlos, vor allem wenn man sieht wieviel die Leute sonst in ihre Wohnung investieren!

Ich berechne beim Bilderverkauf eine Art Schmerzensgeld, woran mein Herz hängt verkaufe ich gar nicht. Und IMMER vorher einen Preis überlegen. Mir ist es bei einem Ateliertag passiert, dass eine Besucherin scharf auf ein Bild war, was ich "nur so" mal gemacht hatte und gar nicht mit Interessenten gerechnet hatte. Entsprechend schlecht habe ich mich bzw. das Bild dann auch verkauft. ich hätte da ja nicht so lange dran gesessen und überhaupt war das ja nicht viel Arbeit. Das war wirklich bräsig, aber ich mußte auch über mich selber lachen.

Generell ist es aber schwer Preise für Kunst zu kalkulieren, die Spanne ist einfach zu groß. Hängt auch davon ab, ob man davon leben muß.

Gruß
Eva

Nach oben 24.03.2010, 19:05 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Hallo Eva,
ja, so eine Goldgrube bräuchten wir wohl alle; na vielleicht war es auch Anfängerglück.

Auch ich habe früher Bilder verkauft, die ich mir besser hätte behalten sollen, und viel zu billig. Besonders bei Bekannten und Verwandten habe ich früher nur den Materialpreis verlangt.
Auch das gewöhne ich mir jetzt ab, die Lieblingsbilder behalte ich jetzt selber und ich werde auch weniger als früher malen, dafür aber mit noch mehr Geduld und Präzision und Liebe. So brauche ich mir kein großes Lager anlegen, dann kosten die Bilder eben mehr und es sind weniger zu verstauen.
Anders wüsste ich das Platzproblem derzeit nicht zu lösen.
Und Ausstellungsstress mag ich auch keinen mehr, das lasse ich alles hinter mir.
Es sei denn es zahlt sich dermassen aus, so wie bei Gigi. Aber davon habe ich bisher ja nicht mal zu träumen gewagt. Vielleicht war das mein Fehler...?
Liebe Grüße Margit

Nach oben 24.03.2010, 19:12 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Uiiiii ist das hier mal wieder interessant hier bei Euch .....hab erst jetzt den Thread hier entdeckt und mir alles durchgelesen .
Margit , Du hast wirklich die Gabe mit Deiner Themenwahl immer den Nagel auf den Kopf zu treffen :D

Also bei mir ist das folgendermassen ....ich habe ja nun erst letztes Jahr im Sommer hier am Haus mein Atelier eingerichtet und dies auch oeffentlich gemacht ...habe Visitenkarten drucken lassen, aushaenge in Geschaeften gemacht und meine Web-site eingerichtet .
Es haben mich auch schon viele angesprochen ob ich Kurse geben wuerde, aber das kann ich im Moment noch nicht , dazu muesste erst der eine Teilabschnitt unseres Ausbaus fertig sein...dann kann und werde ich dies in Erwaegung ziehen ....so bleibt im Moment nur das Schild draussen am Haus .
Hinverirren tut sich keiner , ausser mal ein Nachbar der mir den ein oder andern Auftrag hat zukommen lassen .
Da ich mir das ja schon vorher denken konnte wie das hier so laeuft ( Wir wohnen eben sehr sehr abgeschieden , Haus ist nur mit dem Sat-Nav zu finden ) musste ich mir eine Moeglich keit in der Stadt suchen .
Ebenfalls seit letztem Jahr im Spaetsommer stelle ich meine Bilder nun in einem kleinen aber sehr bekannten Rahmenhandel aus ...die Dame hat im Laden genuegend Ausstellungsflaeche und stellt diese Kuenstlern aus der Gegend zur verfuegung ....ausser Rahmen und Kunst bietet die Dame nichts zum Verkauf an und der Laden hat einen guten Ruf .....ich habe nun also staendig wechselnd etwa 20 -30 Bilder dort ausgestellt , die Aquarelle befinden sich ungerahmt in einem Displayordner .
Eigendlich konnte ich mich bisher ueber den Abverkauf nicht beschweren ...allerdings so hoch ansetzten wie Gigi kann ich meine Preise nicht , das verkauft sich hier leider ueberhaupt nicht ....da muesste ich schon in einer der grossen Gallerien Einzug halten koennen und ich hoffe das ich da irgendwann einmal hinkomme . Oder ich mache Ausstellungen , aber das ist mir ehrlich gesagt zu stressig und mit sowas hab ich auch so gar keine Erfahrung ...alle Ausstellungen an denen ich bisher teilgenommen habe , waren Gruppenausstellungen und die Organisation lag bei jemand anderem .
Ich berechne meine Preise auch aus verschiedenen hier schon angesprochenen Eckpunkten .
Noch bin ich nicht angemeldet ...muss ich auch nicht zwingenderweise, denn Kuenstler zahlen hier in Irland keine Steuer ...es koennte aber fuer mich fuer die Rente von Vorteil sein . Spaetestens aber wenn ich Kurse hier im eigenen Haus gebe , werde ich mich anmelden , damit alles seine Richtigkeit hat .
Gluecklicherweise muessen wir nicht vom Verkauf meiner Bilder leben , dann waeren wir schon gnadenlos verhungert ...wo ich bis Ende letzten Jahres noch immermal ein zwei Bilder im Monat verkauft habe , laeuft hier seid Weihnachten gar nix mehr ....die Rezession hat hier voll eingeschlagen ....nachdem die Leute eh schon gebeutelt waren mit der Wirtschaftskrise und viele viele ihren Job verloren haben, wurden uns nun auch noch zum Ende des Jahres die Steuern nicht zu knapp erhoeht und bei ganz vielen gab es auch noch Lohnkuerzungen ...da ist das letze was sich die Leute kaufen ein teures Bild ...wo sich viele noch nicht mal mehr die Butter auf dem Brot leisten koennen, geschweige denn die eigenen Vier Waende noch behalten koenen an die sie sich so einen Schinken haengen koennten .
Und so male ich eben trotzdem vor mich hin und hoffe das da auch irgendwann mal wieder bessere Zeiten kommen .. :winken:

Nach oben 24.03.2010, 19:59 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Hallo Irish,

also wie ich sehe hast du wirklich sehr viel unternommen um es profimäßig aufzuziehen, und es klingt alles sehr gut und hat Hand und Fuß. Wie du aber schon schreibst, ist die derzeitige Lage überall nicht sehr rosig.
Vielleicht sollten wir uns alle mal dort bewerben wo Gigi ausstellt, um mal in die grünen Zahlen zu kommen...
Hier in Wien und Umgebung sieht es auch für die Profis nicht gut aus, und das geht schon Jahre so.
Ich bin sehr froh dass ich in Pension bin und mir mit der Malerei nicht mein Geld verdienen muss.
Es ist trotzdem traurig, denn es wäre natürlich optimal, sein Hobby zum Beruf zu machen.
Na mal sehen wie es weitergeht.
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 24.03.2010, 20:22 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Tja Margit, so ist es ....man tut was man kann und versuche das wirklich alles im Moment ...sobald ich mir hier in der Gegend einen Namen gemacht habe ...und ich denke das ist mir bis jetzt ganz gut gelungen werde ich meine Kreise ausweiten und die naechste kleine Galerie ansteuern...ich denke mal das ich im Sommer so weit sein werde .
Der Verkauf wird dadurch immer noch nicht besser laufen, aber man wird bekannt , die Bilder haengen aus und das ist fast besser als eine Ausstellung , denn sie haengen dort fuer immer, wenn man sich hier erstmal einen Platz gesichert hat, dann hat man den in der Regel sicher, solange man auf Abruf immermal was neues aushaengen kann ....und daran mangelt es nun bei mir wirklich nicht mehr :rofl:

@ Gigi ....sag mal sind Diene Preise mit oder ohne Rahmen gewesen ? :winken: :winken:

Nach oben 24.03.2010, 20:51 Nach unten

Öl, Pastell, Acryl, Bleistift,

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Ihr Lieben!
Also wegen mir könnte ich alle verkaufen!

Ich habe 18 Bilder und 1 Tisch in der Ausstellung, davon habe ich 4 kleine, 2 mittlere und 3 große verkauft und 2mal einen Tisch, den ich anfertigen und bemalen muss.
Und nicht zu vergessen, einige haben 2 Bilder oder mehr gekauft.
Findet Ihr das wirklich viel?

Dann liegt es vielleicht daran, dass es hier eine Kleinstadt ist, in der ich ziemlich bekannt bin.
Es gab einen großen Artikel in der Zeitung, ich habe Einladungskarten in die Geschäfte gebracht und 400 Karten verschickt.
Darauf waren schon 200 Leute zur Eröffnung da. Die Galerie ist mittwochs und am Wochende
jeweils 2 Stunden geöffnet, ich bin da und es gibt selbstgebackene Torten und Kuchen
und Kaffee und Sekt.

Ich baggere also ganz schön viel!!!

Nach oben 24.03.2010, 20:56 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Hier mal schnell zwischendurch den Link zur Ausstellung von gigirouge
http://www.kritzelmeister.de/viewtopic.php?f=2&t=10457

Nach oben 24.03.2010, 20:59 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Danke für den Link, Gudrun!
Gigi, ja, das ist ja wirklich super groß aufgezogen! Eine tolle Möglichkeit hast du da! Gratuliere!

Liebe Grüße
Margit

Nach oben 25.03.2010, 04:42 Nach unten

Öl, Pastell, Acryl, Bleistift,

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Vielen Dank Gudrun und Margit!

Es ist nicht meine erste Ausstellung aber meine größte, von den Ausstellungsmöglichkeiten.
Die Ausstellung ist sehr stimmig, es gibt einen 19m langen Flur, ein angeschlossenes
Kabinett und einen großen Extra Raum mit einer Theke und Sitzmöglichkeiten.
Hier hängen meine älteren Bilder und die, die nicht zu den "Hauptbildern" passen.
Hier gibt es auch Kaffee und Kuchen, es wird gut angenommen und völlig Fremde
sitzen zusammen und klönen über Gott, die Welt und die Kunst!

Wir sind eine Künstlergemeinschaft aus ca. 60 aktiven bildenden Künstlern und Musikern.
Dieses Jahr haben wir ein neues Galeriekonzept erarbeitet und bieten 6 Ausstellungen
von internen Künstlern an.
Zu jeder Ausstellung gibt es eine Förderung der Sparkasse.
Nächstes Jahr sind es 3 interne und 3 externe Künstler.
Ich frage nach, wie es mit der Bewerbung aussieht und stelle es dann ins Forum.
In welchem Forum müsstet Ihr mir bitte schreiben.

Liebe Grüße und einen schönen Tag heute!
Gigi

Nach oben 25.03.2010, 09:33 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Liebe Gigi,

das kling wirklich toll, eine sehr schöne Sache! Ich habe mal hier in Wien im Kunstverein Transdanubien ausgestellt; es wurden für das Zimmer und einige Einladungen 300 Euro abkassiert; erst am Tag der Ausstellung habe ich erfahren dass der Raum nur bei der Vernissage geöffnet war; erst war ausgemacht dass die Bilder 4 Wochen dort hängen dürfen. Aber ich wusste nicht dass die ganze Zeit geschlossen war. Ich habe ein riesen Buffet bereitgestellt dass auch viel gekostet hat, es kamen nur die Leute die ich selber persönlich eingeladen habe, also reine Abzocke. Jahre danach habe ich erfahren dass dieser Verein subventioniert wird und sie eigentlich für den Raum gar nichts verlangen dürften. Da kann ich nur sagen: außer Spesen nichts gewesen. Verkauft habe ich gar nichts.
Bei der zweiten großen Vernissage in einem Lokal bei den Grünen musste ich gar nichts zahlen, auch das Buffet wurde bereitgestellt und eine schöne Live - Musik, es kamen auch sehr viele Gäste, aber verkauft habe ich gar nichts! Nur viel Bewunderung und Ah und Ohs. Vielleicht sind die Realisten überhaupt nicht gefragt, denn meine Bilder sind preislich ab 140 Euro zu haben, was ohnehin unterbezahlt ist.
Woran liegt es? Treffe ich nicht den Geschmack der Leute oder ist realistische Malerei nicht gefragt????
Auf jeden Fall, mir reicht es, ich gehe dann auch lieber in der Sonne spazieren und mache gar nichts, dann habe ich wenigstens kein Problem wo ich das Zeug unterbringe, und es kostet dann auch nichts mehr.
Jetzt male ich 12 Jahre, und bis jetzt hat sich kein Erfolg eingestellt. Ich mag einfach nicht mehr.
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 25.03.2010, 10:15 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Beitrag: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes? - 31.01.2010, 16:52 MaGie hat geschrieben:
Es gibt da die verschiedensten Vorgehensweisen.
Man kann den Herstellungspreis errechnen oder ganz intuitiv einen Betrag verlangen.
Dabei schneidet man sich jedoch meist selber ins eigene Fleisch.
Deshalb sollte jeder für sich mal genau durchrechnen, wie lange er an seinem Bild sitzt und was es ihm selber kostet, denn auch die Freizeit ist zu berechnen, wenn man sie sozusagen verkauft.
Wer möchte mal seine Vorschläge bekannt geben und sagen wie er das macht?
Die Monatskosten dividiere ich durch die Stunden die ich im Monat vor der Staffelei sitzen kann.
Dazu kommen noch die jeweiligen Materialkosten. Das sind dann mal die Selbstkosten. Dazu rechne ich dann einen Stundenlohn, den ich sehr niedrig berechne, sagen wir zwischen 7 und 10 Euro.
Dann schaue ich wie lange ich an einem Bild male.
Natürlich muss ich auch die Vorbereitungszeit, die Zeit für Materialeinkauf auch dazurechnen.
Ergibt mal den Herstellungspreis. Erst was darüber ist, ist dann der Gewinn.
Bei einer Ausstellung oder wenn ich die Bilder in eine Galerie gebe, muss ich auch das noch berechnen.
So, das werde ich jetzt mal wirklich machen und ich bin gespannt was jetzt bei dem Bild Stille letztendlich als Ergebnis rauskommt.


Hallo Margit, sehr interessantes Thema in einer Zeit, wo der "Kunstmarkt" uferlos überschwemmt ist.
Da kann es schon einmal passieren, dass sich der/die Künstler/in weit unter Preis anbietet, nur um im Geschäft zu bleiben, bzw, Umsatz zu machen. Egal ob Hobbymaler oder von seiner Kunst leben Müssender. Was zur Folge hat, dass unkritische Käufer diese Preise als Massstab ansetzen für alles was angeboten wird.

Leider schneiden sich damit und letztlich auch die Billigheimer ins eigene Fleisch, denn sie können schlecht wieder unvermittelt nach oben korrigieren, falls die Lage wieder einmal besser werden sollte.
Viele, die sich als arrivierte Künstler bezeichnen, haben meist einen potenten Ehe- oder Lebenspartner hinter sich der bereitwillig als Sponsor in Erscheinung tritt. Wie die anderen das anstellen um über die Runden zu kommen ist mir manchmal ein absolutes Rätsel.

Wie Du schreibst, wäre das Verschenken eine der letzten Möglichkeiten, die aber auch nichts einbringt.
Denke jeder sollte sich selbst einschätzen können um so die Preise für seine Werke, hinter denen ja jede Menge Idealismus und Hirnschmalz steckt, fest zu legen. Aber dann auch dahinter stehen können und bleiben.
Nein, Realisten sind nicht gefragt. Habe vor ein paar Jahren bei einer Galeristin mit integrierter Goldschmiede angefragt und sofort empört die Bilder abgelehnte, neben denen sie nicht arbeiten könnte. Dort ist nur modernes Zeug zu sehen, an dem ich mich schön längst satt gesehen habe. Auch eine Sache, wo Galeristen bestimmen was Zeitgeist ist. So wie weiland mit Picasso. Nur war der schlauer als alle Galeristen zusammmen.
Gruß Ernst

Nach oben 25.03.2010, 10:29 Nach unten
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