"Lass dich nicht davon abbringen, was du unbedingt tun willst. Wenn Liebe und Inspiration vorhanden sind, kann es nicht schief gehen." (Ella Fitzgerald)




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 Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes? 
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Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Ich rechne 25 Euro pro gemalte Stunde plus 50 Euro für Leinwand,Farben, Malmittel ect.
Aus meiner Erfahrung kaufen Frauen eher Bilder als Männer,also mal ich in erster Linie für frauen.
Gruß Volker

Nach oben 11.08.2010, 21:35 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Beitrag: Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes? - 11.08.2010, 18:06 zugast hat geschrieben:
Zitat:

Für immer mehr Leute gehört es wohl zum guten Ton mit etwas Originalem aufwarten zu können.


Das kann man nicht verallgemeinern, denke ich. Es gibt auch Leute,die sehen ein Bild und verbinden damit irgendetwas (Erinnerung, Urlaub, was weiß ich..) aus ihrem Leben, woran sie (immer noch) gerne denken. Und wenn sie es sich dann leisten können, kaufen sie sich das Bild. Und wenn es auch das einzigste Bild ist,was sie jemals gekauft haben.

Zitat:
Dabei fiel mir auf, dass abstrakte Sachen sehr viel besser verkauft wurden als gegenständliche.


Das mag natürlich ein Trend sein, aber muss es nicht unbedingt. Es gibt halt auch Leute, für die es eine Herausforderung ist, täglich ein abstraktes Bild vor sich hängen zu haben, in dem sie so lange wie möglich "forschen" können. Ein gegenständlich gemaltes Bild würde sie ggf. nach 2-3 Tagen langweilen.
Andere hingegen kaufen sich gerne ein Motiv mit "Seeblick" oder Mediterranem, da sie sich täglich beim Anblick auch dabei "erholen" können.

Die Beweggründe sind so vielschichtig. Sicherlich gibt es da auch Leute,die sich ein Bild von einem gerade namhaften Künstler kaufen, auch wenn es ggf. grottenschlecht sein sollte. Aber vielleicht gerade in der passenden Preislage zu haben ist.

Hatte ich hier vielleicht schon einmal geschrieben :mhh:
Ich habe mal vor Jahren ein paar Bilder über ebay verkauft.Manche nur für einen Euro, manche auch mal für ein paar Ocken mehr.
Zu dem Zeitpunkt sah ich eine Auktion von einem SchlagmichtotichweißdenNamennichtmehr-"Künstler" Aber er hatte wohl zumindest bei Ebay seinen "Ruhm" erreicht. Er stellte ein: Eine royalblau bemalte Leinwand. Nur Royalblau angestrichen. Sonst nix. Die Leute haben sich bis zu 400 Euro für diese quasi nur grundierte Leinwand hochgeboten. Wo man eigentlich - wenn einigermaßen praktisch und handwerklich veranlagt - mit einer Leinwand für 15 Euro, einer Tube Royalblau und mit Schwammroller oder Pinsel das Gleiche günstiger besitzen bzw. an der Wand hängen haben könnte. Aber es war wohl der "Künstlername".
Das ist jedoch doch ein eher selten vorkommendes Beispiel, denke ich. Zumindest dann, wenn es sich nicht um die klassische "Kunstszene" (Jäger und Sammler) an sich handelt.

Grundsätzlich würde ich immer noch sagen: Kunst ist, was gefällt. Ob sich jemand dann "seine" gewählte Kunst kaufen kann, ist dann wieder ein anderes Kriterium.

Außerdem kann einem potentiellen Käufer/Betrachter ein Bild noch so gut gefallen. Aber wenn er es sich nicht leisten kann oder es einfach nicht in seine heimische oder die firmentechnische Struktur passt, passt es eben nicht. Dann erfreut er sich kurz an dem Bild, kauft es aber nicht. :wink:

Für welchen potentiellen Käuferkreis man malt, entscheiden Profikünstler wie auch Freizeitmaler eben selbst. Freizeitmaler malen - denke ich - immer noch das, was Ihnen grundsätzlich selbst liegt. Und freuen sich darüber, wenn jemand Interesse an den Bildern hat. Professionelle und von der Kunst lebende Künstler mögen zum Teil von diesem Prinzip abweichen, weil sie es müssen, um eben von der Kunst leben zu können....

Studenten sind sozusagen "Frischfleisch" für die Kunstszene. Könnten aber im Rahmen des Studiums auch in eine bestimmte Richtung "gedrückt" werden/worden sein.
Das relativiert sich aber wieder mit der Zeit nach dem Studium :mhh:

Und vor allem ist es eben im Kunstbereich das Spannendste, wo gibt :mrgreen:
Es gibt keine festen Regeln, keine Standards, keine vorgegebene Richtung (zumindest grundsätzlich nicht) :grins:

Nach oben 11.08.2010, 23:25 Nach unten

Acrylmalerei

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Beitrag: Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes? - 11.08.2010, 23:25 Gine hat geschrieben:
Eine royalblau bemalte Leinwand. Nur Royalblau angestrichen. Sonst nix. Die Leute haben sich bis zu 400 Euro für diese quasi nur grundierte Leinwand hochgeboten. Wo man eigentlich - wenn einigermaßen praktisch und handwerklich veranlagt - mit einer Leinwand für 15 Euro, einer Tube Royalblau und mit Schwammroller oder Pinsel das Gleiche günstiger besitzen bzw. an der Wand hängen haben könnte.


Liebe Gine

Das berührt natürlich einen Spezialfall:
Wer denkt da nicht an die blauen Bilder und Schwammreliefs von Yves Klein, deren leuchtendes Ultramarin sich einem Spezialrezept des Künstlers verdankt: Klein entwickelte ein Fixativ ohne Öl, so dass die Körner des Blaupigments ungebunden blieben und als lose Partikel erscheinen.

Ein stadtbekannter Malermeister in Basel meinte vor etwa 20 Jahren «Das kann ich auch». Und flugs hat er zwei Bilder so gemalt wie du es beschreibst (eines blau, eines orange).
Resultat (ich habe es eigenäugig gesehen): Eine erbärmliche Blamage!
Denn es liegen WELTEN zwischen einem so fantastischen Blaubild von Klein und dem «Das kann ich auch»-Gepinsel.
Letzteres ist tatsächlich keine 400 Euronen wert, während Klein zu recht in den Kunstmuseen hängt.

armando

armando

Nach oben 12.08.2010, 00:09 Nach unten

Öl, Acryl

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Beitrag: Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes? - 11.08.2010, 21:35 neptun hat geschrieben:
Ich rechne 25 Euro pro gemalte Stunde plus 50 Euro für Leinwand,Farben, Malmittel ect.
Aus meiner Erfahrung kaufen Frauen eher Bilder als Männer,also mal ich in erster Linie für frauen.
Gruß Volker


Bis jetzt habe ich immer von Männer ein Auftrag bekommen, noch nie von einer Frau!

Meine Bilder habe ich bis jetzt immer nach dem Aufwand berechnet. Bergmassiv verkaufe ich immer für 700- 900 Fr. Ein Blumen Bild für 500 Fr. Sind alle auf Leinwand und in Öl, und 50x60 cm.
Man soll nicht zu wenig verlangen, sonst kauft es niemand. Mein Lehrmeister sagte einmal zu mir: Was nichts Kostet ist nichts Wert.

Nach oben 12.08.2010, 00:45 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Zitat:
Hatte ich hier vielleicht schon einmal geschrieben
Ich habe mal vor Jahren ein paar Bilder über ebay verkauft.Manche nur für einen Euro, manche auch mal für ein paar Ocken mehr.
Zu dem Zeitpunkt sah ich eine Auktion von einem SchlagmichtotichweißdenNamennichtmehr-"Künstler" Aber er hatte wohl zumindest bei Ebay seinen "Ruhm" erreicht. Er stellte ein: Eine royalblau bemalte Leinwand. Nur Royalblau angestrichen. Sonst nix. Die Leute haben sich bis zu 400 Euro für diese quasi nur grundierte Leinwand hochgeboten. Wo man eigentlich - wenn einigermaßen praktisch und handwerklich veranlagt - mit einer Leinwand für 15 Euro, einer Tube Royalblau und mit Schwammroller oder Pinsel das Gleiche günstiger besitzen bzw. an der Wand hängen haben könnte. Aber es war wohl der "Künstlername".
Das ist jedoch doch ein eher selten vorkommendes Beispiel, denke ich. Zumindest dann, wenn es sich nicht um die klassische "Kunstszene" (Jäger und Sammler) an sich handelt.


Liebe Gine, ich will mir mal selbst einen Ruck geben und Dir die Geschichte "mit dem Royalblau" glauben, ansonsten würde ich sie für ein Klischee halten.
Man kann sich auch bei Ebay keinen Namen machen, auch nirgendwo sonst im Internet, dessen bin ich mir sicher. Jedenfalls zur Zeit noch nicht. Aus dieser Überzeugung heraus trete ich übrigens auch nur anonym auf.
Ich habe Freie Kunst an einer deutschen Kunsthochschule studiert und kenne schon vom Studium her ein wenig die Marktmechanismen( man befasst sich auch an Hochschulen damit).
Man braucht einen guten namhaften Galeristen der die eigenen Sachen mit Medieneinfluss promotet.

Zitat:
Grundsätzlich würde ich immer noch sagen: Kunst ist, was gefällt. Ob sich jemand dann "seine" gewählte Kunst kaufen kann, ist dann wieder ein anderes Kriterium.
[/quote]

Nein, wie kommst Du darauf? Das was gefällt ist ja oft grausam und hat Gott sei Dank mit Kunst nichts zu tun. Wenn das was gefällt schon Kunst wäre, könnte man sich alle Kunsthochschulen schenken und einmal generalabstimmen was gefällt und das Ergebnis notieren.- Fertig. Das ist dann eben die Kunst!
Ob etwas gefällt oder nicht unterliegt einem jahrzehntelangen öffenlichen Diskurs. Ob Lieschen Müller ihre Alpenlandschaft nun mag oder nicht, kann man dabei mal außen vor lassen.
Kunst gibt es doch schon als Fach an der Schule. Schon Zehntklässler lernen, warum Picasso genial und Blumen- und Dirndlmaler mäßig sind. Ob ein erwachsener Mensch einen bestimmten Kunstgeschmack hat oder Geschmack überhaupt, ist das Endergebnis eines lebenslangen didaktischen Prozesses. Das weiß jeder, der sich mit Werbekommunikation oder mit Design beschäftigt. Was glaubst Du, was diese Berufsgruppen so den ganzen Tag machen? Die erklären den Leuten rund um die Uhr welchen Geschmack sie haben und waren erfolgreich, wenn die auch noch glauben, sie hätten einen eigenen.
Glaub mir, niemand hat einen eigenen Geschmack, das denkt nur der, dem diese Mechanismen nicht klar sind.
Woher weiß ein 13jähriger welche Turnschuhe cool sind und ihm gefallen? Durch die Medien! Doch nicht weil sie ihm von vornherein gefallen. Was gefällt, bestimmen Werbestrategen, doch nicht Mutti oder der dreizehnjährige selbst.
Mit Kunst verhält es sich sogar noch extremer, weil sie ohne jeden praktischen Nutzen und bereits Schulfach ist. Die Kunst der letzten 60 Jahre ist das ausschließliche Produkt von Meinungsmachern ( ich meine natürlich berühmte Kunst, aber sie ist das einzige was Zeiten überdauert und beeinflusst). Kunst von heute würde ganz anders aussehen, wenn in den achziger Jahren Kunstkritiker anders "entschieden" hätten. Wohin Trends gehen, werden auf Veranstaltungen wie der Bienale und Documenta "entschieden".
Wenn dort heute ein Trend favorisiert wird, wird das zum Inhalt an Schulen und Universitäten und irgendwann in 50 Jahren sogar von Hobbykünstlern aufgegriffen. Weißt Du warum? Weil es denen dann gefällt!

zugast

Nach oben 12.08.2010, 14:12 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Mal kurz zur Schule: Ich nehme mal an, dass das von Bundesland zu Bundesland sowie von Schule zu Schule unterschiedlich ist. Bei mir war damals im Gymnasium jedenfalls kein einziges Mal die Rede von Picasso (zumindest kann ich mich nicht daran erinnern), stattdessen hat man x-beliebige Bildchen gemalt oder gebastelt. In den Leistungskursen zum Abitur sah das dann anders aus, aber welche "Masse" wählt schon Kunst als Leistungsfach.

Ebenso kurz und knapp zum Thema Design, Trends und Markenbildung: Richtig ist, dass Werbung und Design massiv beeinflussen, unwahr ist allerdings, dass sie absolutistisch Menschen oder Gesellschaften lenken. Auch erfolgreiche Designs unterliegen Zwängen, die sie nicht beeinflussen können. Ein grottenschlechtes Design kann so massiv beworben werden wie man will, es wird nicht erfolgreich sein. Aus diesem Grund investieren Firmen enorm viel Zeit und Resourcen in Trendforschung, und Beispiele für Werbeflops sowie gescheiterte Designs gibt es trotz massiver Werbung zahlreich.

Die Kunst unterscheidet sich davon, dass nicht nur das Werk an sich eine Rolle spielt, sondern auch und besonders der Kontext des Werks. Als Extrembeispiel seien solche Blauen Wände, oder das berühmte schwarze Quadrat von Malewitsch genannt. Es ist nicht das Bild ansich, das es zu Kunst macht, sondern der Kontext des Werks macht es zu Kunst. Der Kunst ist es dabei vollkommen gleichgültig, ob es jemandem gefällt oder nicht-gefällt. Es gibt zahllose Werke, die selbst von Künstlern und Käufern als "potthässlich" bezeichnet werden, aber weges ihres hohen künstlerischen Gehalts in Kontext, Wirkung und Beschaffenheit geliebt werden.

Das alles hat aber übrigens nichts mit dem Thema zu tun, sondern eher damit: Re: Auseinandersetzung mit der Kunst :wink:

Nach oben 12.08.2010, 14:29 Nach unten

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Auch ob etwas in einem zeitlich kulturellen Kontext steht, unterliegt einer allgemeinen Kunstauffassung im Vorfeld. Es ist prozesshaft. Der Kontext hat immer eine Vorgeschichte, die auch wieder von Beeinflussern geprägt war und so weiter.
Wer heute vor Amazonasindianern ein schwarzes Quadrat malt wird sicher nicht für talentiert gehalten.
Anderes Beispiel: Der Eiffelturm. Nach der Weltausstellung sollte er abgerissen werden, weil er als potthäßlich empfunden wurde. Heutíge Umfragen belegen, dass die Pariser ihn alle schön finden. Die haben negativ formuliert per Diktat gelernt ihn schön zu finden. Positiv formuliert kann man sagen: Die haben seine Schönheit entdeckt.
Es ist aber sicher so, dass man nur intelligente Kunst aufdrängen kann, das belegen die Kunstwerke der Sowjetzeit. Da hat die Diktatur nichts gebracht, alle finden es heute schlecht.
Gute Kunst ist immer auch häßlich, zumindest hat es Aspekte davon. Die hässlichsten Kunstresultate wurden wohl am Bauhaus erzielt, der berühmtesten Kunsthochschule der Welt. Ganz Amerika würde heute anders aussehen, gäbe es das Bauhaus nicht.

Trendforschung ist das Bestreben kurzfristig aus der allgemeinen "Meinung" Kapital zu schlagen. Die "allgemeine Meinung" ist keine naturwissenschaftliche Größe, die wie die Zahl Pi immer irgendwo fix steht, sie ist immer davon abhängig, was vorher beeinflusst hat und was zur Zeit beeinflusst. Man sollte sich den Menschen insofern als Gefäß vorstellen, in dem schon Dinge vorhanden waren, die vorher dort "plaziert" wurden. Die Wirkung von Beeinflussung ist diktatorisch, dessen bin ich sicher. Es gibt nur so viele Beeinflusser, dass manche erfolgreicher als andere sind. Das Ergebnis ist dann chaotisch und nicht vorhersagbar, darum Trendforschung.
Schlechtes Design ist nicht funktionelles Design. Wenn unterschiedliches Design ähnlich gut funktioniert, ist der Verkaufserfolg auf Werbung zurückzuführen oder hatte seinen Grund in einem "allgemeinen Geschmack", der zeitlich vorher auch schon durch Werbung beeinflusst war.
Wer das nicht glaubt, sollte sich mal Frisuren der 80iger Jahre ansehen. Die sahen alle bescheuert aus, aber niemand hat's gesehen. Konnte man auch nicht sehen. Damals waren ja die 80iger Jahre! Meine Vermutung ist sogar: Wer heute in die 80iger Jahre zurückversetzt würde hätte spätestens nach 6 Monaten die gleiche bescheuerte Frisur.
- Weil Design ein Diktat ist, dessen sich niemand entziehen kann.
zugast
Edit. Zum Thema: Kann man das umlenken auf den anderen Thread?

Nach oben 12.08.2010, 15:11 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Wie errechne ich den Verkaufspreis meines Bildes?
Wie gesagt, das führt uns jetzt etwas vom Thema ab. Auch wenn ich verstehe was Du meinst, dem auch ansatzweise zustimme, ist mir diese Darstellung von allmächtigen Beeinflussungen zu einseitig. Design ist ebenso wie die Sprache eine Form der Kommunikation. Und miteinander kommunizieren kann nur, was sich versteht. Wir in diesen Breiten sprechen deutsch. Warum? Weil sich das so entwickelt hat. Warum? Weil permanent unterschiedlichste Einflüsse und Kommunikationsformen mit der Zeit zu dieser Sprachform verschmolzen. Aber es gibt auch lokale Dialekte, mit denen man sich an bestimmten Orten Freunde macht, andernorts für Apathie sorgt. Ebenso verhält es sich mit Designs. Wer sich etwas mit Subkulturen beschäftigt hat und z.B. die Technobewegung der 90er mit ihrem Flyerkult miterlebte, kann das gut nachvollziehen: Flyer (das sind gedruckte Ankündigungen von Parties auf Handzetteln) waren sehr anfällig auf regionale Unterschiede. Flyer-Designs, die z.B. in Frankfurt funktionierten, scheiterten in Berlin, und umgekehrt. Obwohl alles identisch war, die Orte vergleichbar, die Musik ebenso, scheiterte die Kommunikation. Keine Werbung kann funktionieren, wenn sie die Eigenarten der Zielgruppen ignoriert oder ihnen versucht etwas aufzuzwängen.

Natürlich ist die meiste Werbung suggestiv. Natürlich ist die meiste Werbung manipulativ. Das kann jede Form der Kommunikation sein. Das allein bestimmt nicht das Design und deren Wirkung, sondern maßgeblich die jeweiligen gesellschaftlichen Umstände, deren Ursachen und Auswirkungen weitaus mannigfaltiger sind als es jede Kommunikations- und Beeinflussungsmacht je sein kann.

Was bedeutet das nun für den Verkauf von Kunstwerken? Gar nichts. Natürlich gibt es auch hier Marktmechanismen, natürlich muss man zielgruppengerechte Kommunikationsformen finden, natürlich bedarf es einer angemessenen Art der Präsentation (z.B. mittels Galerien und Ausstellungen). Wer allerdings glaubt, er müsse nur laut und oft genug seine Werke in der Gegend herumposaunen, um damit die Menschen zum Kauf seiner Werke zu animieren bzw. zu manipulieren, der wird kläglich scheitern.

Nach oben 12.08.2010, 15:50 Nach unten
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