"Das Kunstwerk ist das allergrößte Rätsel, aber der Mensch ist die Lösung." (Joseph Beuys)




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 Preise bei Auftragsarbeiten 
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Beitrag  Preise bei Auftragsarbeiten
Da wir in Annis Thread ständig off-topic wurden und es schon ein Thema ist, das viele angeht, wäre ein Thread für Auftrags-Preise wirklich sinnvoll, denke ich.

Meine Ideen dazu - sie erheben weder Anspruch auf Weisheitspachtung noch auf Vollständigkeit!

1. Jeder Anfänger nimmt zu wenig.
Das ist wohl normal und deswegen auch in Ordnung. Man ist jung, man ist unerfahren, einem fehlen noch die Erfolgserlebnisse, die zu Selbstvertrauen führen.

2. "Es fällt mir schwer, Geld für etwas zu nehmen, was mir Spaß macht!"
Einerseits ist das super. Andererseits darf dann ein Lehrer auch kein Geld mehr vom Staat nehmen, wenn ihm sein Beruf Spaß macht - die Besoldungsstelle würd sich freuen! ;)
Wem das so geht, der sollte sich vielleicht überlegen, sich in Naturalien bezahlen zu lassen (Kinoabend) oder seine Bilder zu verschenken. Wer dann den "Kompromiss" eingeht, seine Sachen zu verscherbeln, der tut sich und anderen keinen Gefallen, denn

3. Dumpingpreise machen es professionellen Künstlern/Illustratoren schwer.
Man findet immer'n schüchternen Praktikanten, der's für ein Drittel dessen macht, was ein professioneller Illustrator nimmt. Die meisten Verlage arbeiten trotzdem lieber mit Profis zusammen UND bezahlen sie auch. (Irgendwann. :D)

4. Pauschalen angeben ist schwer.
Mein Richtwert, als ich anfing, waren 20 Euro/Stunde (im Bereich Illustration). Da war ich 28 und hatte keine Ahnung von der Branche. Professionelle Illustratoren arbeiten für mindestens 50 Euro/Stunde. Und dann gibt es die Creme de la Creme, die nimmt auch 100 - und bekommt sie.

5. In der Kunst wird es nochmal anders.
Da muss man sich fragen: Wie groß ist das Werk? Wie viel Arbeit steckt drin? Bezahlt irgendjemand das, was ich gern hätte? Was für Materialkosten muss ich abdecken? (Die sind in der Illustration ja - meist - geringer.)

6. Wer ist meine Zielgruppe?
Gerade der Punkt "Wer soll das bezahlen?" ist entscheidend. Wenn meine Kunden alle Schüler oder Studenten sind, und ich will ihnen meine Bilder verkaufen, muss mir klar sein, dass keiner das bezahlen kann, was meine Bilder wert sind. (Deswegen herrschen bei solchen Zeichnungen auch absolut unglaubliche Dumpingpreise - 10 Dollar für eine Figur - und werden als normal angesehen.) Wenn ich ein Bild von jemandes Rollenspielfigur anfertige, für das er 500 Euro bezahlt, dann ist das keinem anderen diese 500 Euro wert. Diese anderen interessieren aber nicht. Ich habe da 12 Stunden reingesteckt, und er investiert dieses Geld in diese Figur. Den Künstler darf da nicht interessieren, dass irgendjemand sagt, das hätte er nicht bezahlt. Wenn jemand diese Summe für ein Bild bezahlt, dann ist sie es ganz offensichtlich wert. Wenn ich mittelmäßige Tolkien-Bilder und megagute Hannibal-Bilder mit zu einer Tolkien-Convention nehme, dann werde ich die Tolkien-Bilder für 1000 Euro verkaufen; die Hannibalbilder würde ich unter 2000 nicht weggeben, aber muss ich auch nicht, weil's keinen interessiert. ;) So als Beispiel.

Hilfreicher Link:
http://www.jessicahische.is/thinkingtho ... outpricing
(Mist, ich hatte noch viel mehr, aber die Links sind irgendwie alle tot...)


Ich habe vor 11 Jahren angefangen, Auftragsarbeiten zu machen. Vorher habe ich selten für andere Leute gezeichnet - und wenn, dann als Geschenk. Auch ich habe viel zu billig angefangen. Ich habe dann relativ viel Rollenspiel-Illus gemacht (für Kartenspiele und RPGs, darunter Das Schwarze Auge). Vor 9 Jahren, direkt nach dem Referendariat, wurde ich an meiner Schule nicht übernommen, wurde arbeitslos, war dazu schwanger, so dass mich keine Schule einstellte und rutschte direkt durch auf Hartz IV. Damals habe ich dann nur gezeichnet und auch wirklich jeden Dreck angenommen. Dreck war auch wirlich dabei. An das Cover für ein Anti-Terror (!)-Rollenspiel erinnere ich mich heute nur sehr ungern. Das war eine Zeit völlig verkrampfter Bilder; das hat Jahre gebraucht, bis ich künstlerisch aus dem Loch wieder raus war!

Heute arbeite ich fast nur noch für Privatleute, also deren Rollenspielfiguren oder Szenen und Figuren aus Büchern (teilweise solchen, die sie selbst schreiben - ich habe haufenweise Hobbyschriftsteller unter meinen Kunden). Die bezahlen meistens erheblich besser als Verlage, die eben Geschäftsleute, keine Liebhaber sind.

Nach oben 23.01.2014, 15:40 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Danke für Deinen Beitrag er ist super geschrieben und spricht einem aus der Seele!
Mit den Unterschiedlichen Preisen hast Du wirklich Recht, bei Malerein und Fotos von mir ist es auch so, mich fragten schon Bekannte warum ich mal teuerer mal billiger bin. Ich sagte ihnen wenn ich auf einem Markt oder Ausstellung bin wo ich Fahrtkosten etc. habe, muss ich teuerer sein damit ich die Umkosten decke, verkaufe ich aber ein Bild das fertig am Tisch liegt per Zufall an einen Besuch kann ich Billiger sein, da ich weder Versand noch sonstiges drauf rechne.
Ich habe auch den Fehler gemacht am Anfang zu billig zu sein, darum lief nix im Verkauf, die Leute dachten wohl wenn ich so billig bin mache ich es schwarz oder es taugt nix. Nach einiger Zeit ist man Klüger und man erarbeitet sich auch einen guten Namen wenn Preis und Ware stimmt.
Wenn ein Kunde ein Bild wie in Deinem Fall unbedingt will dann zahlt er auch den Wunschpreis, ohne zu Mucken, und wenn man zu teuer ist schick ich sie immer in die Möbelhäuser wo es Drucke gibt oder zu Aldi mit passenden begleitenden Worten.

Nach oben 23.01.2014, 16:49 Nach unten

Bleistift

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Hallo,

zu beachten wäre auch noch, ob man das privat als freischaffender Künstler macht, oder ob man das gewerblich macht. Dann muss von dem eingenommenen Geld nämlich noch Steuern, Versicherungen, Ateliermiete usw. gezahlt werden.

Wenn jemand das privat in seiner Freizeit macht, Anfänger ist, Farben und Keilrahmen aus dem Baumarkt nimmt, fände ich 20 pro Stunde schon viel zu hoch angesetzt - viele verdienen ja nicht einmal in ihrem gelernten Beruf soviel und müssen davon noch die Hälfte dem Staat geben...

Jenny: du spielst auch in einer ganz anderen Liga, deine Bilder sind eine Klasse für sich und ich finde es prima, dass dein Können entsprechend entlohnt wird! Du kannst aber deine Maßstäbe nicht so ohne weiteres auf andere übertragen. :kapituliere:
Liebe Grüße,
Kathrin

Edit: habe "als freischaffender Künstler" durchgestrichen, weil das falsch ist, danke Claudia :) Ich meinte damit eigentlich, dass jemand nur ab und zu ein Bild verkauft, ohne Steuern abzuführen.

Nach oben 23.01.2014, 17:07 Nach unten

Aquarell und Tempera

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Beitrag: Re: Preise bei Auftragsarbeiten - 23.01.2014, 17:07 CatB hat geschrieben:

zu beachten wäre auch noch, ob man das privat als freischaffender Künstler macht, oder ob man das gewerblich macht.


Achtung!

Freischaffender Künstler bedeutet, dass man im Gegensatz zum Gewerbetreibenden nicht verpflichtet ist ein Gewerbe beim Ordnungsamt anzumelden.

Es bedeutet nicht, dass man für seine Gewinne keine Steuern abführen muss.

Bei einem jährlichen Gesamtumsatz ab 17.500 Euro ist man umsatzsteuerpflichtig, darunter kann man als sog. Kleinunternehmer von der Umsatzsteuer befreit werden, muss jedoch Einkommensteuer auf die erzielten Gewinne abführen.

Nach oben 23.01.2014, 17:18 Nach unten

Bleistift

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
@Claudia: Danke für die Richtigstellung! :winken:

Nach oben 23.01.2014, 17:21 Nach unten

Aquarell und Tempera

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Willja nich, dat du noch im Knast landest! :grins:

Nach oben 23.01.2014, 17:22 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Zu mir sagten sie Freischaffend ist ein Phantasiebegriff der nur Landläufig bedeutet man arbeitet nicht nur allein für einen Kunden.... Klärt mich mal auf

Bin gemeldeter Freiberuflicher Künstler, und zahl meine Steuern

Generell gilt ab dem ersten Euro ist Steuerpflicht ! Ob es Hobby ist entscheidet das Finanzamt! Anrufen kann man die beissen nicht.

Nach oben 23.01.2014, 17:33 Nach unten

Bleistift, Pastell, Buntstift

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Danke für den Thread, Jenny und für die vielen Infos. Sehr sehr nützlich. :daumen2:

Jetzt kommt mir nur noch eine Frage... WO findet man zahlende Kundschaft? :roll: Ich bin da nicht so wirklich erfolgreich. Mag vielleicht jemand mal erzählen, wie er/sie das ganze angeschoben hat? Würde mich mal echt interessieren.

Nach oben 23.01.2014, 17:59 Nach unten

Bleistift

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Beitrag: Re: Preise bei Auftragsarbeiten - 23.01.2014, 17:22 Augenschokolade hat geschrieben:
Willja nich, dat du noch im Knast landest! :grins:


:rofl:
Ich habe noch nie was verkauft und habe das auch nicht vor. ;) Anfragen hatte ich zwar schon, habe aber immer abgelehnt.

LG,
Kathrin

Nach oben 23.01.2014, 18:05 Nach unten

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Kathrin:
CatB hat geschrieben:
Jenny: du spielst auch in einer ganz anderen Liga, deine Bilder sind eine Klasse für sich und ich finde es prima, dass dein Können entsprechend entlohnt wird! Du kannst aber deine Maßstäbe nicht so ohne weiteres auf andere übertragen. :kapituliere:


Doch! Weil erstens Können nicht alles ist - ich zeichne definitiv schlechter als eine Menge Künstler, die mehr können aber weniger verdienen; gleichzeitig, gibt es Künstler, die können vielleicht keine Menschen aus dem Gedächtnis oder Pferde malen, aber verdiene mit ihrem Zeug Millionen (als Extrembeispiel). Solide zeichnerische Grundlagen helfen, sind aber bei weitem nicht alles.

Und das ist - zweitens - der Punkt. Ich mache was, was Leute wirklich haben wollen. Vielleicht ein relativ beschränkter Kreis von Leuten - Galerien oder Möbelhäusern brauche ich mit meinen Sachen ja gar nicht zu kommen! - aber in meinem Falle ist es so, dass es dafür Abnehmer gibt, begeisterte Abnehmer. Und wer begeisterte Abnehmer findet, der kann (relativ) hohe Maßstäbe ansetzen, und zwar unabhängig davon, wie anatomisch korrekt er zeichnen kann. ;) Es gibt hier so viele Leute, die atemberaubende Landschaften malen, oder tolle abstrakte Kunst, die man sich eben auch im Wohnzimmer aufhängt. Wer da weniger für nimmt, weil er Defizite auf einem Gebiet hat, das für seine Kunst vollkommen unerheblich ist - der hat selbst Schuld! Ich halte mich ja auch nicht (oder nicht oft :mrgreen: ) für schlechter als andere, nur weil ich mit Öl nicht zurecht komme. :lol:

Zitat:
Jetzt kommt mir nur noch eine Frage... WO findet man zahlende Kundschaft? :roll: Ich bin da nicht so wirklich erfolgreich. Mag vielleicht jemand mal erzählen, wie er/sie das ganze angeschoben hat? Würde mich mal echt interessieren.


Bei mir kam es auf mich zu, nicht andersrum. Ich hatte recht gut besuchte Galerien bei Elfwood, Epilogue oder deviantArt, darüber kamen die Kunden auf mich zu. Sobald es sich rumsprach, dass ich Aufträge machte, kam ein stetiger Fluss rein. Dabei half mir natürlich, das ich damals schon einschlägige "Fandoms" bediente - Harry Potter, Tolkien, Dunkelelfen (das waren finstere Zeiten...), daüber wurden Leute auf mich aufmerksam, und Rollenspielcharaktere zeichnen war schon von Anfang an mein Hauptstandbein.

Nach oben 23.01.2014, 18:17 Nach unten

Bleistift, Pastell, Buntstift

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Okay. Dann werde ich mein Zeugs einfach weiter quer und beet im Internet verteilen und mich in Geduld üben.

Mich nerven halt die Anfragen, die dann sagen, dass sie dafür nicht oder nur wenig bezahlen wollen. Hauptsächlich halt über Facebook. (Portraits der Lieben hauptsächlich). Vor Weihnachten hatte ich ne Anfrage über 3 DinA4 Portraits... sollte nen guten Preis machen. Ich muss nicht sagen, dass der vorgeschlagene Preis weit unter 100 Euro lag.

DA verläuft sich der Krempel leider im Sand, da kommt nur selten oder gar kein Feedback. Naja, vermutlich ist das nicht individuell oder geschummelt genug :grins:

Nach oben 23.01.2014, 18:33 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
ich kann deinen ausführungen nur zustimmen! vor allem den punkten 2 und 3... :grins:

du hast es natürlich insofern "leicht", weil, du etwas ganz spezielles machst, während es landschaften, blumen, katzen u. dgl. wie sand am meer gibt.

dazu gehört für mich auch die frage, wann bin ich "marktreif"... das selbstbewusstsein so mancher, die nach kürzester zeit künstlerischer betätigung bereits ausstellungen machen oder aufträge annehmen, verwundert mich schon gelegentlich... :grins:
ich hab jahre gebraucht, bis ich mich das getraut hab...
ich glaube, man tut sich selber keinen sehr großen gefallen, wenn man sich zu früh und mit nur halb ausgereiftem können der öffentlichkeit präsentiert.

freunde und familie loben einem schnell mal, haben in der regel aber wenig ahnung von der materie und sind somit als maßstab nur mäßig zu gebrauchen.

Nach oben 23.01.2014, 18:34 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Facebook ist nur gut zum zeigen was man kann aber nicht zum Kunden finden, wenn ein Portal schon nix kostet zahlt der Kunde auch nix für die Arbeiten. Ich hab meine durch Mundpropaganda und Vistenkarten unters Volk werfen. Durch 14 Jahre Theater habe ich ein bisserl Redetalent und kann gut Werben. Heute erst wieder einen Auftrag für Postkarten bekommen ;-)

Nach oben 23.01.2014, 18:42 Nach unten

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
:logisch: Dein Beitrag ist wirklich sehr informativ. Auch, wenn ich noch nie ein Bild verkauft habe und es auch in naher Zukunft nicht vorhabe, so habe ich mir schon mal Gedanken darüber gemacht, was so ein Bild denn eigentlich Wert ist. Durch deinen Beitrag sehe ich das jetzt aus einer ganz anderen Perspektive. Ich dachte immer :"Ohje, selbst wenn ich für das Bild 10€ pro investierte Stunde verlangen würde, käme ich bei meinen einfachsten Bildern auf 100€. Wer ist schon bereit so viel auszugeben?" Jetzt weiß ich, dass es wichtig ist nicht unter seinem Wert zu verkaufen. Ich habe nie daran gedacht, dass das anderen schaden könnte. Aber natürlich tut es das. :girlieumfall: Jemand der mit seinen Bildern sein Geld verdienen muss bekommt keine Aufträge mehr, wenn es ein anderer "aus Spaß" für die Hälfte des Preises macht. Über das habe ich noch nie nachgedacht, aber das verhält sich in anderen ja Bereichen genauso!

Mich selbst betrifft das natürlich nicht. Wenn ich etwas zeichne, dann nur für mich. Ab und zu drücke einem Freund ein Bild mit den Worten "Nimm, wenn ich mal berühmt bin bekommst du viel Geld dafür!" in die Hand, aber das wars schon. :mrgreen:

Kunst ist etwas so Schönes, ich möchte die professionellen Künstler unterstützen und sie nicht behindern. :o
Vielen Dank für deinen Beitrag :winken:

Nach oben 23.01.2014, 19:35 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Hallo Bessy,

das ist das gleiche Problemen mit Portalen wie Dawanda oder Ebay, Hobbybastler und Maler verkaufen dort oft ihr Zeug ohne Steuer, nur zum Materialpreis, und wenn der Kunde nur immer das billigste kauft, ist alles irgendwann kaputt, wobei ich verstehe wenn die Leute sparen müssen, aber bei uns artet das langsam in Volkssport aus. Einmal musste ich mir anhören wie eine Kundin zu mir sagte
" So bemalte Seidentücher gibt es auch beim Discounter für 5 Euro, sie sind mir zu teuer."
Ich sagte nur drauf " Machen sie das, die sind dann bestimmt Handbemalt reine Seide wie bei mir und Kinderarbeitsfrei."
Entschuldigung bei mir geht auch mal der Gaul durch.


Auch wenn man Malt möchte man doch eine Würde haben, auch wenn man für jemanden einen Kuchen backt jemanden Hilft alles hat seinen Wert.

Bin schon wieder abgeschweift hoffentlich werd ich jetzt nicht mit Farbe vollgespritzt

Nach oben 24.01.2014, 14:49 Nach unten

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Beitrag: Re: Preise bei Auftragsarbeiten - 23.01.2014, 17:59 Cerberus hat geschrieben:

Jetzt kommt mir nur noch eine Frage... WO findet man zahlende Kundschaft? :roll: Ich bin da nicht so wirklich erfolgreich. Mag vielleicht jemand mal erzählen, wie er/sie das ganze angeschoben hat? Würde mich mal echt interessieren.


Hallo,

habe diesen alten Thread ausgegraben.

Bei mir fing die Figurenbauerei für Kollegen an.
Zwei Figuren aus Fimo hatte ich zu meinem eigenen Spaß modelliert und diese in mein Büro gestellt. Etliche Kollegen fragten dann woher ich die Figuren hätte.
Selbstgemacht! Voller Stolz geantwortet.
Och, das hätte ich auch gerne, was nimmst du dafür?

Ich habe die ersten "Männeken" tatsächlich für 20 DM verkauft, auch schon nach Fotovorlage.
Richtig los ging es erst als ich mich auf Hobbykünstler-Ausstellungen beteiligte. An einem Wochenende gingen da locker um die 15 000 Menschen herum. Ich hatte 2 000 Flyer drucken lassen, alle weg.
Von den 2 000 Flyern kamen ungefähr 30 Aufträge herein. Da die Ausstellung relativ kurz vor Weihnachten war, schaffte ich diese Anzahl gerade so. Die Preise habe ich auf 60 bis 100 DM erhöht.

In vielen darauf folgenden Jahren war ich auf dieser Ausstellung zu finden, den Großteil meiner Aufträge bekam ich aber über Mund zu Mund Propaganda.
Die Figuren wurden ja meist zu irgendwelchen Jubiläen/Geburtstagen/in den Ruhestand gehen überreicht. Die anderen Gäste fragten dann natürlich denjenigen, der die Figur bei mir bestellt hatte, nach meiner Tel.Nr.
So lief die Nachfrage von alleine.

Alles andere : facebook, Zeitungsartikel, TV Auftritte, Foren-Mitgliedschaft bringt nichts!

Gruß
Reinhard

Nach oben 17.03.2014, 13:10 Nach unten

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Reinhard,

das kommt immer drauf an, was du machst, und wo deine Kundschaft zu finden ist. Wenn das für dich nicht klappt, dann heißt das nur, dass das für deine Zielgruppe nicht klappt - nicht, dass es nicht klappt. ;)

Facebook ist zum Beispiel mein absoluter Renner für mein historisches Projekt, und auch auf meiner Fantasy-Seite kommen darüber Aufträge - über Facebook kann ich gezielt Gruppen ansprechen, die sich eben für genau das interessieren, was ich mache. Bekannt ist der Crowdfunding-Fall der "Cloud Factory", deren Zeichnerin in einer Talentshow im Fernsehen zu sehen gewesen war und deren kickstarter-Projekt das Zehnfache des Angeplanten erreichte. Für mich haben sich Messen in Deutschland als komplette Zeitverschwendung erwiesen - international (vor allem englisch/amerikanisch/französisch) hingegen kann ich mich gar nicht mehr retten. Sowas kann man kaum vorhersehen und teilweise auch hinterher nur schwer erklären, woran das nun liegt. Ums Ausprobieren kommt man da nicht rum!

Nach oben 17.03.2014, 13:34 Nach unten

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Ja, das mag so sein.

Ich kann jetzt nicht aufzählen, wie oft ich mit meinen Figuren in der Zeitung war, auch überregional. Aufträge: einer!
TV Auftritte auch etliche. Aufträge: keiner.

facebook bin ich in einigen Gruppen, da bekomme ich einige likes, das war´s.

Sicherlich fragen immer wieder mal Leute wegen Figuren an, vor allem in Modellbau-Foren. Die möchten sich selber in ihr Modell stellen. Wenn ich dann meinen Preis nenne, fallen die wahrscheinlich rückwärts um :shock: . Ich bin aber einfach nicht gewillt, eine Figur im Preisspektrum einer Barbie-Puppe zu bauen.

Gruß
Reinhard

Nach oben 17.03.2014, 13:53 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Man darf sich auch nicht unter Wert verkaufen, man selber muss es sich Wert sein...

Nach oben 17.03.2014, 13:56 Nach unten

Acryl, Aquarell, Ölfarben

Beitrag  Re: Preise bei Auftragsarbeiten
Hallo alle zusammen!

schön, dass ich über diesem Thread gestolpert bin. Ich finde die Beiträge dazu sehr hilfreich, vor allen die, der Jenny.

Auch ich habe als Anfänger viel Lehrgeld bezahlen müssen. Ein Bleistiftportrait in etwas 40 Min. entstanden, hatte ich mal für 10 Euro verkauft. Danach habe ich 15, dann 20, danach 25 Euros verlangt. Das habe ich beim Lifezeichnen genommen, dabei ist das richtiger Streß gewesen. Mein Zeichenlehrer nimmt jetzt noch 15 Euro pro Bild und zeichnet sehr gut(seit über 15 Jahren). Ich habe im laufe der zeit Abschied von der Portraitzeichnerei genommen, mich an Acryl, Ölfarbe, Spachteln, oder Lasurmalerei rangewagt, mit Erfolg. Ich verkaufe jetzt meine Bilder, die ich im Auftrag male, nicht viele, aber auch durch Mund zu Mund Propaganda, so ähnlich wie Reinhard.
Momentan habe ich meine Ausstellung in München verlängert. Habe dort( in Der Schwabinger Reha-Sport-Klinik)im Speisesaal 22 meiner Bilder ausgehangen. Blöd ist nur, die Klinik hat am Wochenende geschlossen. Nach 6 Wochen, war ich vergangener Woche dort, habe ein Gästebuch angelegt, damit ich eventuell über die Resonanz etwas erfahren kann. In der Osternvorwoche werde ich 10 weitere Bilder in einem Frisörladen auf der Kazmaierstrasse in Müchen aushängen, da wird die Ausstellung in der Rehaklinik umgehangen. Dadurch, dass meine besten Bilder Aufträge waren, kann ich diese nicht ausstellen, sind ja verkauft...
Auch ich habe eine sogenannte Kennenlernaktion gestartet, habe zum geburtstag Bilder verschenkt, um eventuell weitere Aufträge zu bekommen, ich meine, jeder muss sich um Kundschaft bemühen.

Aber ich habe auch Bilder die ich nicht verkauft habe, weil die Käufer nicht den Preis bezahlen wollten, unter Ihnen mein Bruder, oder eine Kollegin, die esrt den Auftrag erteilte, dann aber 130 € nicht bezahlen wollte. Beide Bilder hängen in der Ausstellung.

Da stimme ich Jenny, Reinhard und auch Vera zu. Ich will sogar sagen, man muss hereinwachsen, reifen, um tatsächlichen Preis zu verlangen. Außerdem bin ich in der glücklichen Stellung, dass ich überhaupt nicht verkaufen muss.

Nach oben 17.03.2014, 14:32 Nach unten
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