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 Maltechnik patentieren: Geht das? 
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Öl, Acryl

Beitrag  Maltechnik patentieren: Geht das?
Hallo an die Experten des Rechtes,

ich experimentiere schon eine Weile mit Strukturpaste rum.
Nun bin ich auf ein Patent von Markus Wanger gestossen das mich ziemlich irritiert hat:
Patent 3D Strukturtechnik

Hier wird meiner Meinung nach etwas patentiert was ja eigentlich die Grundidee von Strukturpaste überhaupt ist:
Man erstellt eine reliefartige Struktur und übemalt die dann. In den Vertiefungen sammelt sich dann intensivere Farben an als auf den Rändern.

Meine Frage ist nun: ist ein solches Patent haltbar, wenn es Techniken beschreibt die schon Jahrzehnte oder mehr von vielen Künstlern verwendet wird :?: :?:
Und: Darf ich jetzt kein mit Strukturpaste und Übermalung erstelltes Bild mehr verkaufen ohne das Patent von Wanger zu verletzen :?:
Und: Wieso wird ein solches Patent überhaupt gewährt :?:

Bitte um Aufklärung oder eine Kopfnuss, wenn ich da etwas missverstanden habe...

Nach oben 20.01.2014, 13:07 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
leider geht dein Link bei mir nicht auf.... für mich schon seltsam; wäre doch einen Fall für den Fabrikanten der Strukturpasten.

Nach oben 20.01.2014, 20:14 Nach unten

Öl, Acryl

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Hier der Text des Patentes, weil der Link sehr langsam ist:
(Ich hoffe das geht in Ordnung, da es ja ein veröffentlichtes Patent ist)

Verfahren zur Herstellung von 3-D-Strukturbildern

(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE

(30) Priorität: 02.04.1998 CH 79898

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
06.10.1999 Patentblatt 1999/40

(73) Patentinhaber: Wanger Kunst und Kultur Stiftung
9490 Vaduz (LI)

(72) Erfinder:

Wanger, Markus, Dr.
9490 Vaduz (LI)

(74) Vertreter: Böhm, Thomas
Spott, Weinmiller & Böhm Patentanwälte Sendlinger-Tor-Platz 11
80336 München
80336 München (DE)

(56) Entgegenhaltungen: :
DE-A- 2 518 968
DE-U- 29 822 555
FR-A- 1 460 800
GB-A- 734 391
DE-A- 4 037 961
FR-A- 1 288 514
FR-A- 2 309 352
US-A- 4 203 789


PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 007, no. 237 (M-250), 21. Oktober 1983 (1983-10-21) & JP 58 126124 A (LONSEAL KOGYO KK), 27. Juli 1983 (1983-07-27)


Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung

[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von strukturierten, farbigen Motiven und kann als 3-D-Strukturmalerei bezeichnet werden.

[0002] Aus der FR 1 288 514 A und der FR 2 309 352 A sind Verfahren zur Herstellung von Reliefbildern bekannt, bei denen die einzelnen, zwischen erhabenen Stegen ausgebildeten Bildflächen mit Farbe ausgemalt werden. Aus der DE 2 518 968 A ist ein Verfahren bekannt, bei dem die erhabenen Stege eines Reliefbildes mittels Fotoätztechnik erzeugt und die vertieften Teile zwischen den Stegen mit Farbe ausgefüllt werden. Die Stege können eventuell auch mit einer Kontrastfarbe versehen werden. Die GB 734 391 A beschreibt eine mit erhabenen, ein Motiv beschreibenden Linien geprägte Karte, die Kindern erleichtern soll, das Motiv durch Ausfüllen der von den Linien begrenzten Felder mit Farbe zu malen.

[0003] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, bei dem durch eine besondere Technik verschiedene Stilrichtungen, z.B. des Impressionismus, und des Expressionismus miteinander verbunden werden können, was dann im Effekt als 3-D-Strukturalismus (3-D-Strukturbild) bezeichnet werden kann. Die Neuheit dieser Technik liegt somit im Resultat (3-D-Strukturalsimus) der Kombination verschiedener Techniken zu einer neuen Einheit bzw. Darstellungsweise der Ausdrucksform.

[0004] Die Erfindung betrifft somit ein Verfahren zur Herstellung von 3-D-Strukturbildern, wie dies im Anspruch 1 beschrieben ist.

[0005] Im einzelnen wird gemäss der vorliegenden Erfindung ein Bildträger a) vorzugsweise mit einem Grundiermittel nach bekannter Art und Weise vorbereitet.

[0006] Geeignete Bildträger sind beispielsweise Gewebe, wie ein Maltuch, Leinen oder Baumwolle, dann Stoffe oder auch Holz, Papier, Karton, Stein, Ton (roh oder gebrannt), Metall, Porzellan etc.

[0007] Man erhält dadurch einen grundierten Bildträger b), der die Aufnahme von Farbe auf den Bildträger a) verhindert. Es ist aber auch möglich von Anfang an einen grundierten Bildträger b) zu verwenden.

[0008] Der unbehandelte oder so vorbehandelte, vorzugsweise weiss grundierte, Bildträger b) kann anschliessend mit einem gänzlich oder teilweise gegenständlichen Bild, oder mit einem ungegenständlich abstrakten Motiv versehen werden. Dies geschieht z.B. mittels Kreide, Kohle, Bleistift etc. Dieses Bild kann zum Beispiel eine architektonische Darstellung, aber auch jede andere gänzliche oder teilweise, gegenständliche oder abstrakte Darstellung sein. Erhalten wird eine gegenständliche Vorzeichnung c) auf einem unbehandelten oder grundierten Bildträger (Untermalung).

[0009] Auf diese gegenständliche Vorzeichnung c) wird eine Strukturmasse ganz- oder teildeckend so aufgetragen, dass unter Verwendung der gegenständlichen Vorzeichnung c) die Grundstrukturen des Bildes aufgetragen oder aufgespachtelt werden.

[0010] Bei der Strukturmasse handelt es sich z.B. um eine Spachtelmasse, wie eine Strukturpaste oder um Acrylharz oder Gips oder Ton, oder im Fall von Metall als Bildträger um Lötblei oder ähnliches etc. Der Auftrag geschieht entweder eigenhändig oder mittels eines Werkzeuges, z.B. Schaber, Spachtel, Messer, Pinsel etc. oder direkt mit der Tube.

[0011] Dadurch entsteht eine dreidimensionale Struktur mit Vertiefungen und vor allem entsprechende Kantenerhebungen. Während des Vorganges können aber auch, über die Vorzeichnung hinaus, in freier Wahl neue Motive verwendet werden. Die auf den unbehandelten oder behandelten Bildträger angebrachten Motive und die Strukturen der Strukturmasse können auch Retuschierungen, z.B. Nachzeichnungen oder Nachspachtelungen, erlauben und ergänzend damit bearbeitet werden.

[0012] Es wird so eine halbgegenständliche Malerei d) erhalten, die nicht nur eine plastische, reliefartige, 3-D-strukturelle Wirkung aufweist, sondern auch dazu führt, dass das Bild verfremdet wird und abstrakt wirkt.

[0013] Grundsätzlich wichtig ist es, immer Kantenlinien des Motives mittels der Strukturmasse nachzubilden, sodass sich Formen, Erhebungen und Vertiefungen ergeben.

[0014] Durch die gewählten Strukturen wird die räumliche, dreidimensionale Wirkung hervorgerufen.

[0015] Die, die einzelnen Teile des Motives begrenzenden Ränder bilden Höhen und Tiefen und sind so für die weitere Behandlung des Bildes wichtig.

[0016] Durch die Abstrahierung der gegenständlichen Abbildung ergibt sich eine impressive Wirkung des Bildes.

[0017] In der Folge wird in einem weiteren Schritt Farbe, allenfalls in Verbindung mit Pigmenten auf das Bild aufgebracht. Wichtig ist dabei, dass diese Farbe bzw. dieser Pigment sowohl auf dem unbehandeltem oder grundierten/behandelten Bildträger als auch auf der Strukturmasse gut haften und, dass sich die verschiedenen Farben und Pigmente, welche aufgetragen werden, mindestens teilweise miteinander vermischen.

[0018] Die verwendeten Farben werden meist mit entsprechendem Verdünnungsmittel/Lösemittel geschüttet, abgeschwenkt, abgeschöpft damit sie gut durchmischt werden können.

[0019] Die Farbe(n) bzw. Pigmente werden durch Schütt-, Abschwenk- oder Abschöpftechnik aufgebracht.

[0020] Bei der aufgebrachten Farbe handelt es sich z.B. um eine Ölfarbe, um einen Kunstharzlack, um eine Acrylfarbe oder um eine Dispersionsfarbe.

[0021] Durch die Wahl verschiedener Farben, die ineinander fliessen und ineinander übergehen, ergeben sich expressive Bilder, die allein schon Wirkung zeigen.

[0022] Durch das Auftragen von weiteren Farb- oder Lösemitteln, Pigmenten oder Wasser oder Verdünnungsmitteln können weitere Strukturen und Verfremdungen erzielt werden.

[0023] Die Farbe bzw. das Farbgemisch sammelt sich dabei in den vertieften Teilen der angebrachten Struktur zu einem dickeren, konzentrierten und dadurch dunkleren und leuchtenderen Farbauftrag und bildet auf den erhabenen Strukturstellen, von denen die Farbe entsprechend abfliesst, einen dünneren Farbauftrag.

[0024] In Verbindung mit der auf dem Bildträger aufgebrachten Struktur ergeben sich 3-D-Strukturbilder.

[0025] Die oberste Malschicht wird vorzugsweise in der Art des abstrakten Expressionismus angebracht. Andere Stilrichtungen sind ebenfalls möglich. Unter dieser obersten Malschicht liegt die Struktur, welche als eigenständiges Motiv wahrgenommen wird. Diese wurde vorher auf der Untermalung oder direkt und vorzugsweise auf der Grundierung angebracht.

[0026] Durch die wahlweise Verwendung weiterer Techniken oder Wiederholung derselben Technik, das Anbringen von Farbspritzern, die Verwendung von verschiedenen Lösemitteln, direktes Aufstreuen oder Vermischen von Pigmenten lassen sich weitere Wirkungen erzielen.

[0027] Als Schlussbehandlung kann eine durchsichtige oder schwach gefärbte Firnisschicht angebracht werden, welche einerseits als UV-Schutz dienen, aber auch zu einem matteren oder glänzenderem Bild führen kann.

[0028] Erhalten wird ein expressives, impressionistisch wirkendes teilweise abstraktes dreidimensionales, realistisch wirkendes Kunstwerk, welches als 3-D-Strukturbild e) bezeichnet werden kann.

[0029] Es war nicht vorhersehbar, dass durch diese neuartige Technik des Auftrages der Strukturmasse in Verbindung mit dem darüber applizierten Farbauftrag ein Effekt erzielt wird, der das abgebildete Bild dreidimensional mit Tiefenwirkung erscheinen lässt, die dem Betrachter einerseits prächtige Farbkompositionen bieten, andererseits aber auch gegenständliche bis abstrakte Strukturen. Die Komposition der Farbe vermag beim Betrachten variierende Stimmungen hervorzurufen. Während z.B. Gelb, Blau und Rot eindeutige Zustände signalisieren, lassen Mischfarben Spielraum auf beiden Seiten. Farbe und Form besitzen eine Eigendynamik. Durch die Farbe hindurch kann die Struktur erlebt oder die Farbe als Bildkomposition allein betrachtet werden. Erst durch das Verschmelzen von Farbe und Struktur durch den Betrachter wird das Gesamtwerk zum dreidimensionalen Erlebnis.

[0030] In der schematischen Darstellung, welche die Erfindung als ein Aufbauverfahren unter Verwendung eines grundierten Bildträgers veranschaulicht, bedeuten:

1) einen unbehandelten Bildträger, welcher
2) mit einem Grundiermittel behandelt wird,
3) ist die Schicht der Untermalung, und
4) veranschaulicht das Motiv (Vorzeichnung oder Skizze).
5) Die Strukturmasse liegt direkt auf dem Motiv (4).
6) Veranschaulicht die Farbschicht, und
7) gegebenenfalls die durchsichtige oder schwach gefärbte Schluss-Firnisschicht.



[0031] Die Schichten 1 bis 4 entsprechen dem behandelten Bildträger und die Schichten 1 bis 7 ergeben das 3-D-Strukturbild.

Figur A
veranschaulicht ein Bild, auf welchem ein unbehandelter Bildträger mit einem Grundiermittel behandelt wurde mit anschliessender Untermalung und Vorzeichnung (Schritt 1 bis 4 der schematischen Darstellung)
Figur B
veranschaulicht ein Bild, auf welchem zusätzlich zum Bild der Figur A die Strukturmasse aufgetragen wurde (Schritte 1 bis 5 der schematischen Darstellung)




Ansprüche

1. Verfahren zur Herstellung von 3-D-Strukturbildern, wobei auf einem unbehandelten oder behandelten Bildträger eine Vorzeichnung oder Skizze (4) angefertigt und auf dieser gezielt eine Strukturmasse (5) aufgetragen wird und darauf Farbe durch Schütt-, Abschwenk- und/oder Abschöpftechnik aufgetragen wird, wobei das Gestalten des Auftrages, der Farbe unter Verwendung mechanischer/technischer Hilfmittel erfolgt und der entsprechende Farbauftrag unter Verwendung verschiedener Farben aufgebracht wird, sich die aufgebrachten verschiedenen Farben mischen und das Farbgemisch sich in den vertieften Teilen der angebrachten Struktur zu einem dickeren, konzentrierten, dadurch dunkleren und leuchtenderen Farbauftrag (6) sammelt, hingegen auf den erhabenen Strukturstellen, von denen die Farbe entsprechend abfliesst, einen dünneren Farbauftrag (6) bildet.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Auftragen von weiteren Farb- oder Lösemitteln, Pigmenten oder Wasser oder Verdünnungsmitteln weitere Strukturen und Verfremdungen erzielt werden.

3. erfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die auf dem unbehandelten oder behandelten Bildträger angebrachten Motive und die Strukturen der Strukturmasse auch Retuschierungen, z.B. Nachzeichnungen oder Nachspachtelungen, erlauben und ergänzend damit bearbeitet werden können.

4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Schlussbehandlung eine durchsichtige oder schwach gefärbte Firnisschicht angebracht wird, die einerseits als UV-Schutz dienen kann aber auch zu einem matteren oder glänzenderen Bild führen kann.

5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem unbehandelten oder behandelten Bildträger zusätzlich eine ein- oder mehrfarbige Untermalung angebracht wird, auf der dann die Vorzeichnung oder Skizze erstellt.

Nach oben 20.01.2014, 20:42 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Joel ... :sterne: also ich hab' mich echt bemüht :D ... zwei Mal ... :girlieumfall: aber ich hatte heute 'nen harten Arbeitstag ... und wollte mal fragen, ob du mir mal ein Beispielbild von einer deiner Arbeiten einstellen könntest, damit ich kapiere, worum es geht? Dieses Beamtendeutsch ist ja entzückend.
Also, zur Rechtslage kann ich gar nichts beitragen. Mich interessiert es lediglich sehr, wie so was aussieht, dass dieser Beamte da so hochoffiziell beschreibt :shock:

:winken: Ellen

Nach oben 20.01.2014, 21:57 Nach unten

Öl, Acryl

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Hallo Ellen,
hier ein Link zu den Bildern des Patentinhabers: Gallerie anklicken

Nach oben 20.01.2014, 22:06 Nach unten

Aquarell, Gouache, Acryl

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Also ich finde an seiner Malweise nichts besonderes, neues oder gar schutzwürdiges. Patente kann man bekanntlich auch angreifen und für nichtig erklären lassen. Ist aber leider auch ein teurer Spaß. Würde ich aber machen, wenn ich jetzt hauptberuflich Maler wäre und mit Strukturpasten u.ä. arbeiten würde.

Alles in allem denke ich mal nutzen viele Patente aber mehr als, naja, Werbegag. Es suggeriert ja eine gewisse künstlerische Neuerung und … Qualität, wenn es patentiert wurde.

Ansonsten hilft nur noch abwarten. Nach 20 Jahren verlischt dieses Patent automatisch, eventuell schon früher, wenn der glückliche Erfinder es versäumt seine Jahresgebühr zu zahlen. (Was bei einem Künstler schon mal vorkommen kann ;) )

Nach oben 20.01.2014, 22:34 Nach unten

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Hallo Joel,
also mir ist das alles "geistig zu hoch".

Es gibt doch ...zig Maler die mit Strukturpaste arbeiten, hätten die dann alle gegen das Patent verstoßen?

Auch die die schon vorher so arbeiteten???

Ich bin gespannt wie sich die Experten dazu äußern werden. :mhh:

Ich hoffe sie tun es? :hmm:

Nach oben 21.01.2014, 07:33 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Ich denke das Patent soll nur dazu dienen Geld zu machen, von anderen die nichts von dem Patent wussten. Also auflaufen zu lassen. Diese Technik ist schon lange bekannt und benutzen viele Künstler.
Im Patentrecht gilt leider wer als erster kommt patentiert als Erster... und manches Patentamt prüft auch nicht so ordentlich, und leider ist auch ein Patent billig ca. 300 Euro und fertig ist. Man müsste mal schauen wie lange das Patent noch gültig ist, auch kann man jederzeit beim Patentamt anfragen stellen, ob man das Patentrecht verletzt wenn man dieses oder jenes tut.

Nach oben 21.01.2014, 14:28 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Patentschriften sind nicht leicht zu lesen, da dabei gerademal soviel offenbart wird, dass es geschützt ist, aber auch nicht zuviel verraten wird, durch das es dann leichter umgehbar wäre. Was in diesem Fall genau dahinter steckt ist hier schwer zu erahnen, wirkt allerdings als simple Beschreibung eines malerischen Vorganges, der nicht neu ist und damit auch nicht schützbar. Hier tendiere ich ebenfalls dazu, das als Trivialpatent zu bezeichnen, auch wenn ich noch keine Zeit hatte mich en-detail damit zu beschäftigen. Eine Nichtigkeitsklage hätte m.E. durchaus große Erfolgschancen - falls jemand von Euch zuviel Zeit und Geld hat. :D

Beitrag: Re: Maltechnik patentieren: Geht das? - 21.01.2014, 14:28 man-muc-ela hat geschrieben:
Ich denke das Patent soll nur dazu dienen Geld zu machen, von anderen die nichts von dem Patent wussten. Also auflaufen zu lassen. Diese Technik ist schon lange bekannt und benutzen viele Künstler.

Wer denn zum Beispiel? Gibt's dazu Quellen, News, Berichte? - Wäre interessant! Ansonsten Ja: Patente dienen dazu, Geld zu machen, bzw. kein Geld durch Mitbewerber zu verlieren.

Beitrag: Re: Maltechnik patentieren: Geht das? - 21.01.2014, 14:28 man-muc-ela hat geschrieben:
Im Patentrecht gilt leider wer als erster kommt patentiert als Erster... und manches Patentamt prüft auch nicht so ordentlich, und leider ist auch ein Patent billig ca. 300 Euro und fertig ist.

350 EUR Prüfgebühren zzgl. Aufrechterhaltungsgebühren, zzgl. ein immenses Know-How oder einen Patentanwalt, der nochmals weitaus mehr kostet!

Beitrag: Re: Maltechnik patentieren: Geht das? - 21.01.2014, 14:28 man-muc-ela hat geschrieben:
Man müsste mal schauen wie lange das Patent noch gültig ist, auch kann man jederzeit beim Patentamt anfragen stellen, ob man das Patentrecht verletzt wenn man dieses oder jenes tut.

Maximal 20 Jahre, also bis spätestens irgendwann um 2019 müsste das ohnehin erledigt sein.

Nach oben 21.01.2014, 15:42 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Nochmals zur Klarstellung: Damit wird ein bestimmtes Verfahren geschützt, das mittels Strukturmasse und flüssiger Farbe einen 3D-Effekt erzeugt. Es geht dabei also nicht um Struktur-Bilder im Allgemeinen, auch nicht um Spachtel-Bilder oder sonstig-farbige Struktur-Effekte.

Der hier als besonders-schützenswert erachtete Vorgang beschreibt einen Effekt, der durch vermehrte Anhäufung von Pigmenten in den "Tälern" bei gleichzeitig dünnerer Lasur auf den Erhöhungen einen gezielten dreidimensionalen Eindruck erzeugt. Ich kenne zugegebenermaßen bislang keinen anderen Künstler, der das so getan hat, daher wären weitere Quellen oder Erfahrungsberichte von Praktikern wie Euch hilfreich und interessant!

:winken:

Nach oben 21.01.2014, 15:55 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Gut wenn ich mich beim Lesen vertan hab tut es mir Leid, und ich Entschuldige mich, eine Freundin von mir arbeitet im Patentamt, und einen Namen Patentieren kostet z.B. nur rund 300 Euro ich hatte da zu einem Produkt von mir eine Namensdoppelung, da aber in meiner Kunst damals ein anderes Material verwendet wurde und auch die Technik eine andere ist, es ging um eine Malerei in Acryl mit Tusche hatte ich keine Probleme zu befürchten, auch da keine Verwechslungsgefahr bestand. Ich im Süden wohnhaft der andere im Norden wohnhaft.

Mir ist auch ein Fall bekannt das jemand sich ein Stück aus einer Malerei hat Patentieren lassen, und nun nur noch aus ist zu Klagen selber gemalt hat er das Bild nicht, und kann auch nicht selber malen, aber das Bild ist ein Kulturgut und schon über 300 Jahre alt... Daher ist immer Vorsicht geboten mit Patenten.

Nach oben 21.01.2014, 16:11 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Beitrag: Re: Maltechnik patentieren: Geht das? - 21.01.2014, 16:11 man-muc-ela hat geschrieben:
[...] einen Namen Patentieren kostet z.B. nur rund 300 Euro ich hatte da zu einem Produkt von mir eine Namensdoppelung, da aber in meiner Kunst damals ein anderes Material verwendet wurde und auch die Technik eine andere ist, es ging um eine Malerei in Acryl mit Tusche hatte ich keine Probleme zu befürchten, auch da keine Verwechslungsgefahr bestand. Ich im Süden wohnhaft der andere im Norden wohnhaft.
[...] Mir ist auch ein Fall bekannt das jemand sich ein Stück aus einer Malerei hat Patentieren lassen, [...] Daher ist immer Vorsicht geboten mit Patenten.

Bitte Vorsicht: Was Du hier beschreibst sind Marken bzw. Markenanmeldungen (da stimmen auch die 300 EUR für die ersten 10 Jahre) (das ist das "M" in DPMA :wink:). Hier geht's explizit um Patente, also Erfindungen, und nicht um Marken und Geschmacksmuster. Das ist etwas ganz anderes :winken:

Nach oben 21.01.2014, 16:31 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Ich doof.... sorry

Nach oben 21.01.2014, 16:34 Nach unten

Mischtechniken

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Dieser Künstler hat schon eine besondere Art zu malen.
Mir gefallen die gezeigten Beispiele.
Wie Adrian schon schreibt - die Vertiefungen dunkel, die Erhöhungen hell lasiert.
Diese Technik, bewusst angewandt, finde ich beeindruckend.
Diesen 3D-Effekt erzielt man meines Wissens bei auf "normale Weise" gemalten
Bildern eher zufällig. Mir gefällt auch diese zurück genommene Art zu malen.
Auf das Wesentliche konzentriert, viel Raum um die 3D-Objekte herum.
Und die Farben sind klar und frisch.
Ich habe bis jetzt jedenfalls noch nichts Vergleichbares entdeckt.

Irgendjemand hat es wohl für Wert befunden, das zu patentieren.
Meinen Segen hat er.

Nach oben 21.01.2014, 17:59 Nach unten

Öl, Acryl

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Karin hat geschrieben:
Wie Adrian schon schreibt - die Vertiefungen dunkel, die Erhöhungen hell lasiert.
Diese Technik, bewusst angewandt, finde ich beeindruckend.
Darum gehts ja nicht (er hat ja einfach etwas ein wenig perfektioniert was jeder macht der mit Strukturpaste arbeitet):

Viele finden BR auch beeindruckend und darum habe ich die BR Technik jetzt zum Patent angemeldet und ab morgen zahlt mir jeder hier eine Lizensgebühr wenn er so ein Bild hier einstellt :rofl: :rofl:

Nach oben 21.01.2014, 19:34 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
®©™ ... ich hege so den leisen Verdacht, dass dir da jemand zuvorgekommen ist :girlieschleich:

Nach oben 21.01.2014, 20:52 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Beitrag: Re: Maltechnik patentieren: Geht das? - 21.01.2014, 20:52 Rocky hat geschrieben:
®©™ ... ich hege so den leisen Verdacht, dass dir da jemand zuvorgekommen ist :girlieschleich:

Kinners, wenn hier jetzt noch einmal jemand eingetragene MARKEN (®) oder unregistrierte Handelsmarken (™) oder gar Urheberrecht (©) mit PATENTEN verwechselt, dann schiebe ich dasjenige Mitglied eigenhändig zum nächsten Tag der Offenen Tür der DPMA nach München :wink:

PATENTE sind ERFINDUNGEN, also Maschinen, Geräte oder wie hier spezielle VERFAHREN, die aufgrund ihrer Erfinderleistung und Neuartigkeit schützenswert sind. Das mag man hier in diesem Fall bezweifeln können. Liest man das Patent allerdings etwas zwischen den Zeilen, was man bei Patenten immer tun muss (ich habe schon ein paar Anmeldungen begleitet und bin mit den Formulierungen, Prozessen, Abläufen, Gebühren, Prioritätsanmeldungen, Prüferkorrespondenzen etc. daher etwas vertraut), das durchaus eine technische Neuartigkeit beschreibt bzw. beschreiben könnte. Folgende Formulierungen des 1. Anspruchs erscheinen mir essentiell

- "Farbe durch Schütt-, Abschwenk- und/oder Abschöpftechnik aufgetragen"
- das Farbgemisch sich in den vertieften Teilen der angebrachten Struktur zu einem dickeren, konzentrierten, dadurch dunkleren und leuchtenderen Farbauftrag (6) sammelt
- " erhabenen Strukturstellen, von denen die Farbe entsprechend abfliesst"

Das hat überhaupt nichts mit klassischer Malerei zu tun, bei der die Farbe dort bleibt, wo sie der Maler hingepinselt hat. Hier wird nach meinem Verständnis keine "Maltechnik" geschützt, sondern ein VERFAHREN zu einem bestimmten Zweck. Bob Ross ist eine Maltechnik, dies ist ein Verfahren zu einer Bildgenerierung.

Ein VERFAHREN, womit folgendes erreicht wird:
"Erhalten wird ein expressives, impressionistisch wirkendes teilweise abstraktes dreidimensionales, realistisch wirkendes Kunstwerk, welches als 3-D-Strukturbild bezeichnet werden kann"

Je mehr ich mich mit diesem doofen Patent beschäftige, desto interessanter finde ich das Ganze :rofl:

:winken:

Nach oben 21.01.2014, 21:29 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Beitrag: Re: Maltechnik patentieren: Geht das? - 21.01.2014, 21:29 Adrian hat geschrieben:
... Kinners, wenn hier jetzt noch einmal jemand eingetragene MARKEN (®) oder unregistrierte Handelsmarken (™) oder gar Urheberrecht (©) mit PATENTEN verwechselt, dann schiebe ich dasjenige Mitglied eigenhändig zum nächsten Tag der Offenen Tür der DPMA nach München :wink: ...


:rofl: Vielen Dank für das Angebot :rofl: Neeneee, bitte nicht zu dieser Schnarchnasenveranstaltung ... nur weil ich mal unsortiert in die Buchstabendose gegriffen habe :shock:

Zwei Absätze deiner Erläuterungen klingen allesamt interessanter als das ganze Patentblabla ... :kaffee:

Nach oben 21.01.2014, 21:41 Nach unten

Öl, Acryl

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Danke Adrian, das klärt doch schon einiges.

Patent: hat geschrieben:
- "Farbe durch Schütt-, Abschwenk- und/oder Abschöpftechnik aufgetragen"

Also wenn ich die Farbe in die Struktur reinpinsle oder spachtle und mit einem Lappen die Ränder abwische verletze ich das Patent nicht auch wenn das Produkt dann fast gleich aussieht. :logisch:

Nach oben 21.01.2014, 21:43 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Maltechnik patentieren: Geht das?
Beitrag: Re: Maltechnik patentieren: Geht das? - 21.01.2014, 21:43 jobr hat geschrieben:
Also wenn ich die Farbe in die Struktur reinpinsle oder spachtle und mit einem Lappen die Ränder abwische verletze ich das Patent nicht auch wenn das Produkt dann fast gleich aussieht. :logisch:


So würde ich das auch interpretieren!

Davon mal abgesehen, wäre ja auch ohnehin ein Nachweis des Verfahrens am fertigen Werk sehr schwierig, extrem aufwändig und praktisch so gut wie unmöglich. Aber einen Clou hat das Patent, das muss man dem Künstler schon lassen:

1.) Er hat ein Verfahren entwickelt, mit dem man relativ leicht besondere Kunstwerke entstehen lassen kann.
2.) Er hat durch das Patent ein gesichertes technisches Alleinstellungsmerkmal (!), das seine Werke kontextuell einzigartig macht.
3.) Nur er als Patentinhaber bzw. die von ihm Bevollmächtigten dürfen das offiziell anwenden, dürfen darüber schreiben, technische Vorrichtungen entwickeln und ggf. seine (Kunst-)Produkte als mittels diesem konkreten Verfahren entstanden deklarieren.

- Bob Ross und Herdin's Schutzprinzipien basieren auf Marken- und Urheberrecht,
- VOKAs "Spontanrealismus" ist Markenrecht
- Das hier ist Patentrecht!

Und so trivial das Ganze zunächst erscheint - das hat doch etwas subtil-cleveres an sich, versprüht eine gewisse Coolness, sorgt für intelligente Aufmerksamkeit, ist inhaltlich anspruchsvoll, lässt einen als Künstler aus der Masse der "Maler" und "Gestalter" herausragen.

Als Maler kann einem das ziemlich Wurscht sein, man sollte nur etwas aufpassen, wenn man genau dieses "Fließen in Strukturen" praktiziert. :winken:

Nach oben 21.01.2014, 22:02 Nach unten
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