"Techniken verändern, die Kunst bleibt dieselbe." (Claude Monet)




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 Kunde zahlt nicht 
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Beitrag  Kunde zahlt nicht
Hy :)

Nun ist es mir schon mehrfach in den letzten Jahren passiert, dass Kunden ihre beauftrageten Bilder nicht bezahlt haben. Nach mehreren netten Zahlungserinnerungen via Mail, passierte genau gar nix.

Jetzt wieder. Hund ist fertig ( mit Namen versehen) und Kundin vertröstet mich schon seit Anfang des Monats.
Sowas ärgert mich mehrfach. Erstens ist es respektlos und sowas tut man nicht. Zweitens müssen andere länger auf ihr Bild warten, während ich Zeit in ein Bild investiere, die unterm Strich nix bringt.

Wie würdet ihr reagieren ??
LG Ruth

Nach oben 28.05.2012, 17:51 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
- Gibt's was Schriftliches? Ein Vertrag, oder zumindest Emails aus denen ein Auftrag hervorgeht?
- Was genau wurde vereinbart? Zahlung bei Bildabholung und -gefallen, oder pauschal?
- Wurde bereits eine Rechnung gestellt?
- Gibt es Zeugen?

Je nach dem stehen die Chancen besser oder schlechter, einen Rechts-Anspruch auf Bezahlung zu haben.

Unabhängig vom Rechtsanspruch steht das Zwischenmenschliche. Wenn allerdings freundschaftliche Erklärungen und mündliche Gespräche scheitern, dann geht's nicht anders als rechtlich. Dann wäre der nächste Schritt eine sachliche Mahnung mit datumsgenauer Fristsetzung zur fälligen Begleichung.

Tipps für die Zukunft:

- Vorauskasse (zumindest einen Teil für Zeit und Material) vereinbaren, bevor Du den Stift überhaupt in die Hand nimmst.

- Schriftlichen Vertrag mit konkreter Vereinbarung (z.B. anteilige Bezahlung auch wenn Kunde das Bild nicht nimmt)

- Solche Kunden dauerhaft meiden oder auf Gesamtvorauskasse bestehen.

- Daraus lernen. :wink:

Nach oben 28.05.2012, 18:09 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Ich rate dir in der Zukunft grundsätzlich und immer einen schriftlichen Kaufvertrag zu schreiben mit prozentualen Vorauszahlung. Es ist eine völlig normale Sache, deshalb braucht man sich nicht zu schämen.
In diesem Fall würde ich eine Mahnung mit gesetztem Frist senden.
Wir hatten auch schon Fälle gehabt, wo der Kunde das Bild nie abgeholt und bezahlt hat, wir hatten aber wenigstens die Anzahlung gehabt und weil es ein kleines Bild war mit relativ wenig Arbeitsaufwand hat es sich nicht gelohnt weitere Schritte vorzunehmen.
Viel Glück!
lg Lilla

Nach oben 28.05.2012, 19:25 Nach unten

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Beitrag: Re: Kunde zahlt nicht - 28.05.2012, 18:09 Adrian hat geschrieben:
- Gibt's was Schriftliches? Ein Vertrag, oder zumindest Emails aus denen ein Auftrag hervorgeht?
- Was genau wurde vereinbart? Zahlung bei Bildabholung und -gefallen, oder pauschal?
- Wurde bereits eine Rechnung gestellt?
- Gibt es Zeugen?

Je nach dem stehen die Chancen besser oder schlechter, einen Rechts-Anspruch auf Bezahlung zu haben.

Unabhängig vom Rechtsanspruch steht das Zwischenmenschliche. Wenn allerdings freundschaftliche Erklärungen und mündliche Gespräche scheitern, dann geht's nicht anders als rechtlich. Dann wäre der nächste Schritt eine sachliche Mahnung mit datumsgenauer Fristsetzung zur fälligen Begleichung.

Tipps für die Zukunft:

- Vorauskasse (zumindest einen Teil für Zeit und Material) vereinbaren, bevor Du den Stift überhaupt in die Hand nimmst.

- Schriftlichen Vertrag mit konkreter Vereinbarung (z.B. anteilige Bezahlung auch wenn Kunde das Bild nicht nimmt)

- Solche Kunden dauerhaft meiden oder auf Gesamtvorauskasse bestehen.

- Daraus lernen. :wink:


Hy :)
Vertrag wurde via Mail vereinbart. Zahlbar bei gefallen (dass aber schon auf FB verkündet wurde ;)
Rechnung wurde ebenfalls via Mail zugeschickt, worauf die Antwort kam, dass gerade kein Geld dafür da wäre und erst Ende des Monats mit einer Bezahlung zu rechnen sein.. ( Nur zur Feststellung--- es handelt sich um einen Betrag um die 100 Euro !!)
Also, Ende des Monats wäre ja jetzt schon da. Antwort und Geld nicht. :|

LillaVa und Adrian @ Zu den Verträgen -- gibts da im Netz zufällig irgendwo Vorlagen dazu ??
Wieviel an Vorauskasse ist üblich ??

Danke euch für eure Tipps.
LG Ruth

Nach oben 28.05.2012, 20:36 Nach unten

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Verkaufst ueber's Internet oder sprichst Du mit den Kunden persoehnlich?

Bei Internetauftraegen bzw. -Verkaeufen trte ich erstmal mit dem Kaeufer per email in Kontakt, erklaere die Formalitaeten und wied as bei mir gehandhabt wird.
Auftraege nehme ohne Anzahlung an wenn es sich um ein Bild handelt welches ich zur Not auch so weiterverkaufen koennte...Landschaften, Blumen, abstraktes zb.
Sollte es sich um ein eher persoehliches Motiv handeln, dann nehme ich eine Anzahlung die wenigstens den Materialwert abdeckt.
Das fertige Bild verlaesst hier erst das Haus , wenn das Geld dafuer KOMPLETT ueberwiesen oder bezahlt wurde.
Bisher hatte ich noch nie Probleme damit ....auch wenn das Bild zur Post geht, immer einen Beleg ausstellen lassen das alles ordnungsgemaes abgeschickt wurde und auf dem Weg zum Kunden ist, den Beleg scanne ich ein und schicke ihn dem Kunden zu damit er weiss das das Paket auch sicher auf dem Weg ist.
:winken:

Nach oben 28.05.2012, 20:46 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Naja, Ende des Monats ist oft erst dann, wenn das nächste Gehalt überwiesen wird :mhh: Und das kann noch bis zum 31.5. oder sogar 1.6. dauern, jenachdem, woher der Käufer sein Gehalt bezieht. Solange würde ich an Deiner Stelle noch mit Zahlungserinnerungen oder Mahnungen warten.

Dennoch ist es schon merkwürdig, dass Leute etwas in Auftrag geben, was sie letztendlich bei Erledigung nicht bezahlen können. Hattet Ihr einen Termin für die Auftragserledigung vereinbart? Mag sein, dass sie nicht so früh damit gerechnet haben. :mhh:

Hinsichtlich der Formalitäten kann ich Dir leider keine Ratschläge oder Muster liefern, aber da kommen bestimmt noch Tipps :wink:

Nach oben 28.05.2012, 20:48 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Hallo Ruth,

so ein Vertrag (Auftrag) ist an keine Form gebunden. Eine e-Mail als Auftrag hat schon mal etwas Beweiskraft, nicht so viel wie eine Unterschrift, aber besser als nix. Adrian hat recht, dass ein Vertrag optimal ist.

Aber auch ein solcher Vertrag ändert nichts daran, dass folgender Weg erforderlich ist, wenn der Kunde nicht zahlt:
1. Mahnung mit Fristsetzung und Androhung weiterer Schritte (ist bei einem schriftlichen Vertrag nicht erforderlich, wenn ein Zahlungsziel vereinbart wurde).
2. Mahnbescheid. Den kann man im Internet beauftragen. Kostet Geld.
3. Wird dem Mahnbescheid nicht innterhalb der Frist widersprochen, kann man direkt einen Gerichtsvollzieher beauftragen. Kostet wieder Geld.
Wird dem Mahnbescheid innerhalb der Frist widersprochen, dann kann man direkt beim Amtsgericht eine Klage einreichen. Dazu braucht man einen Anwalt, und das kostet wieder Geld. Da kann man dann den Vertrag als Beweis vorlegen, und mit etwas Glück wird der Kunde zum Zahlen verdonnert.

Höchst gefährlich ist natürlich die Klausel "bei Gefallen" Ich könnte mir vorstellen, dass ein Richter einem Beklagten zugestehen würde, dass er seine Meinung in einer angemessenen Frist ändert.

Angesichts des Aufwands wird man dieses Verfahren bei relativ kleinen Beträge eher meiden. Und dann macht ein schriftlicher Vertrag auch nicht so viel Sinn.

Am sinnvollsten ist wohl die Vorkasse. 50% wären durchaus angemessen. Es wäre dann noch zu überlegen, was mit der Vorkasse bei Nichtgefallen geschieht.

Im konkreten Fall würde ich versuchen, eine Anzahlung zu bekommen, auch wenn es nur 10,- EUR sind. Das ist dann schon mal was und hat so viel Beweiskraft, wie eine schriftlicher Vertrag.

Viel Glück!

Wolfgang

Nach oben 28.05.2012, 21:12 Nach unten

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
hallo ruth, :D

das ist ärgerlich!! :logisch:

eine andere möglichkeit wäre es vielleicht noch, wenn du dem käufer soweit entgegenkommst, dass du eine zahlung in zwei raten möglich machen kannst, eine rate jetzt, die 2. zum nächten ende des monats. :mhh: oder ist so etwas gänzlich undenkbar?? :mhh: :hmm:

ich wünsch dir auf jeden fall, dass der käufer bezahlt! :logisch:

:winken:

Nach oben 28.05.2012, 21:18 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
So böse Erlebnisse kenne ich zur genüge, ich drücke Dir die Daumen das alles gut wird. Ich male auch nur noch auf Anzahlung, denn sogar große Firmen zahlen oft nicht..... Und nur bei Freunden im engeren Kreis mache ich nur noch den Komentar, bei nichtgefallen nehm ich es zurück, Fremde Leute müssen es nehmen oder aufzahlen bei umarbeitung, ich mach vorher eine sehr grobe Bleistiftskizze wenn ich vor Ort bin und zeige sie dem Kunden, da ist noch nicht viel Kaputt wenn es nicht gefällt. Ansonsten rechne ich immer schon ein das jemand nicht zahlt.

Nach oben 30.05.2012, 13:42 Nach unten

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
[quote="Junimondin";p="367684"]
... wenn du dem käufer soweit entgegenkommst, dass du eine zahlung in zwei raten möglich machen kannst, eine rate jetzt, die 2. zum nächten ende des monats. ...

Dann aber das Bild erst versenden, wenn auch die 2.Rate eingegangen ist!
Sonst stehst du wieder da und Geld kommt nicht mehr!

Nach oben 30.05.2012, 14:25 Nach unten

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Beitrag: Re: Kunde zahlt nicht - 28.05.2012, 20:46 Irish hat geschrieben:
Verkaufst ueber's Internet oder sprichst Du mit den Kunden persoehnlich?

Bei Internetauftraegen bzw. -Verkaeufen trte ich erstmal mit dem Kaeufer per email in Kontakt, erklaere die Formalitaeten und wied as bei mir gehandhabt wird.
Auftraege nehme ohne Anzahlung an wenn es sich um ein Bild handelt welches ich zur Not auch so weiterverkaufen koennte...Landschaften, Blumen, abstraktes zb.
Sollte es sich um ein eher persoehliches Motiv handeln, dann nehme ich eine Anzahlung die wenigstens den Materialwert abdeckt.
Das fertige Bild verlaesst hier erst das Haus , wenn das Geld dafuer KOMPLETT ueberwiesen oder bezahlt wurde.
Bisher hatte ich noch nie Probleme damit ....auch wenn das Bild zur Post geht, immer einen Beleg ausstellen lassen das alles ordnungsgemaes abgeschickt wurde und auf dem Weg zum Kunden ist, den Beleg scanne ich ein und schicke ihn dem Kunden zu damit er weiss das das Paket auch sicher auf dem Weg ist.
:winken:


So ähnlich läuft es bei mir auch ab
Die Motive sind quasi immer persönlich, da es sich meist um das Pferd, den Hund oder sonstiges Getier der Auftraggeber handelt.Im aktuellen Fall ist sogar der Name des Hundes auf Kundenwunsch mit drauf. Heißt also ..kann ich mir selber an die Wand hängen, sollte die Kunde wirklich nicht bezahlen. :|
Beitrag: Re: Kunde zahlt nicht - 28.05.2012, 20:48 Gine hat geschrieben:
Naja, Ende des Monats ist oft erst dann, wenn das nächste Gehalt überwiesen wird :mhh: Und das kann noch bis zum 31.5. oder sogar 1.6. dauern, jenachdem, woher der Käufer sein Gehalt bezieht. Solange würde ich an Deiner Stelle noch mit Zahlungserinnerungen oder Mahnungen warten.
Dennoch ist es schon merkwürdig, dass Leute etwas in Auftrag geben, was sie letztendlich bei Erledigung nicht bezahlen können. Hattet Ihr einen Termin für die Auftragserledigung vereinbart? Mag sein, dass sie nicht so früh damit gerechnet haben. :mhh:
Hinsichtlich der Formalitäten kann ich Dir leider keine Ratschläge oder Muster liefern, aber da kommen bestimmt noch Tipps :wink:


Finde ich auch, denn es gab sogar eine längere Wartefrist in der man das Geld zur Seite legen hätte können.. Aber naja.

Beitrag: Re: Kunde zahlt nicht - 28.05.2012, 21:12 pigmenttankstelle hat geschrieben:
Hallo Ruth,

so ein Vertrag (Auftrag) ist an keine Form gebunden. Eine e-Mail als Auftrag hat schon mal etwas Beweiskraft, nicht so viel wie eine Unterschrift, aber besser als nix. Adrian hat recht, dass ein Vertrag optimal ist.
Höchst gefährlich ist natürlich die Klausel "bei Gefallen" Ich könnte mir vorstellen, dass ein Richter einem Beklagten zugestehen würde, dass er seine Meinung in einer angemessenen Frist ändert.
Angesichts des Aufwands wird man dieses Verfahren bei relativ kleinen Beträge eher meiden. Und dann macht ein schriftlicher Vertrag auch nicht so viel Sinn.
Am sinnvollsten ist wohl die Vorkasse. 50% wären durchaus angemessen. Es wäre dann noch zu überlegen, was mit der Vorkasse bei Nichtgefallen geschieht.
Im konkreten Fall würde ich versuchen, eine Anzahlung zu bekommen, auch wenn es nur 10,- EUR sind. Das ist dann schon mal was und hat so viel Beweiskraft, wie eine schriftlicher Vertrag.

Viel Glück!
Wolfgang

Danke für deine tollen Tipps !! Letztliche wird sich wohl alles auf ein oder zwei Mahnungen belaufen und dann ist jeder Aufwand wegen der 100 Euro eigentlich schon zuviel. Aber es wäre für solche Leute eine erzieherische Maßnahme. ;)
Das mit der Anzahlung ist richtig und das hab ich auch schon überlegt. Theoretisch müsste ich die ja einbehalten können, weil sonst bringt sich ja die ganze Anzahlung nix. :mhh:

JUNIMOND: Das wird in meiner ersten netten *Zahlungserinnerung* eingebaut. Danke für den Tipp.
man-muc-ela: Ich finde es einfach nur respektlos und frech. Ich kann mir auch nicht Dinge bestellen, die extra angefertigt werden und dann nicht bezahlen !! Das tut man einfach nicht *find*

Bilder werden ausschliesslich erst nach Eingang auf meinem Konto verschickt. Egal ob die Kunde schon mehrfach bestellt hat oder nicht. Sagen kann man viel wenn der Tag lang ist ;)

Ich werd jetzt mal suchen -ob es sowas wie einen Formvertrag in diese Richtung gibt, die ich dem Auftraggeber via Mail als Pdf. zusende und er diese letztlich nur mit einem Satz bestätigen muss.

Ganz lieben Dank für eure Hilfe !!
LG Ruth :winken:

Nach oben 30.05.2012, 18:37 Nach unten

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Hy :)

Nur mal schnell . Zahlungserinnerung *nett* ging vor drei Tagen weg und bislang noch keine Reaktion.. Ich hasse sowas !! :evil:

Nach oben 05.06.2012, 15:25 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Hallo Leute!

Jetzt bräuchte ich auch mal Eure Meinung.

Eine Bekannte hat mir ein Photo aus dem Urlaub mitgebracht und wollte es von mir in Acryl
gemalt haben. Gegen mein Sträuben hat sie mir 50€ Anzahlung gegeben. Inzwischen hab' ich
mit dem Bild bereits angefangen, es ist allerdings noch im Frühstadium.

Nun kommt eine SMS, daß sie gerne von dem Auftrag zurücktreten wolle, eine Freundin habe
ihr ein besseres Angebot gemacht und ich solle bitte die 50€ zurückzahlen, sie brauche das
Geld für das andere Angebot.

Ich überlege folgende Optionen:

1)
Photo zurück, Geld zurück, Schwamm drüber und auf Wiedersehen.

2)
Geld zurück, Schwamm drüber, auf Wiedersehen, Photo behalten, Bild weitermalen
und behalten oder anderweitig hergeben (Kann es Ärger geben wg Copyright?).

3)
Kleinen Moment mal, so geht das nicht, 25€ zurück, Rest einbehalten wg Material-
kosten, weiter wie 2.

4)
Photo und angefangenes Bild hergeben, 25€ einbehalten.

Was meint Ihr?

:mhh:

Nach oben 08.02.2015, 12:53 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Hallo Paul,

aufgrund Deiner Schilderung gehe ich davon aus, dass nichts schriftlich festgehalten wurde, richtig? Rein mündliche Verträge bzw. Absprachen sind immer ungünstig, zumindest sollte der Inhalt der Vereinbarung bzw. des Auftrags nochmals - wenn schon nicht mittels unterzeichnetem Vertrag - dann z.B. per Email dokumentiert werden.

Zu Deinem eigentlichen Anliegen: Erstmal ist ein Auftrag ein Auftrag, da kann man nicht einfach zurücktreten, insbesondere wenn es sich um eine individuelle Kundenanfertigung handelt und sich dazu bereits eine Anzahlung mit entsprechenden Aufwänden ergeben hat. Was ich persönlich tun würde, hängt davon ab:

Was wurde als Gesamtpreis vereinbart? Handelt es sich um einen 500 EUR-Auftrag, dann würde ich gar nichts der angezahlten 10% zurückzahlen und die weitere Arbeit daran einstellen. Wenn es sich hingegen um 100-200 EUR EUR handelt, dann würde ich die bereits aufgewendeten Kosten für Material und den anteiligen Zeitaufwand davon abziehen und den Rest "aus Kulanz" erstatten.

Die weiteren Optionen erübrigen sich für mich. "Copyright" könnte bei Eigenverkauf auf jeden Fall ein Problem werden, weil höchst fraglich ist ob Dir überhaupt ein Nutzungsrecht am Motiv der Fotovorlage zusteht (das müsste man im Detail per rechtssicherer Anwaltsberatung klären). Dies hängt alles davon ab, was konkret besprochen, vereinbart und welche sonstigen Details (Urheberrechtliche Belange, je nach Motiv z.B. bei Portraits oder Personen ggf. auch Persönlichkeitsrechte) dabei zugrunde gelegt wurden. Wurde dazu nichts besprochen, dann Bild und Motiv abhaken und etwas neues malen.

:winken:

Nach oben 08.02.2015, 15:27 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Hi Adrian!

Vielen Dank für Deine Worte. Es war eigentlich ein Freundschaftsauftrag, Endsumme war 160,-.

Materialkosten waren bisher nicht hoch, also Leinwand 10,- und die Farben hab' ich aus dem meinem ohnehin vorhandenen Vorrat genommen (natürlich ist der Verbrauch auch nicht kostenlos, aber was soll's). Deswegen werde ich keinen Zauber darum machen.

Ärgerlich ist es um die Zeit und das Zwischenmenschliche.

Ich neige inzwischen zu Option 1, aber überschlafe es nochmal.

Das Bild werde ich wohl zum Üben weiterverwenden, das ohnehin schon eher allgemeine
Motiv wird darin verschwinden und als weiteren Schritt werde ich:
Adrian hat geschrieben:
- Daraus lernen. :wink:


:wink:

Nach oben 08.02.2015, 19:48 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Beitrag: Re: Kunde zahlt nicht - 08.02.2015, 19:48 Paul1341 hat geschrieben:
Adrian hat geschrieben:
- Daraus lernen. :wink:

:wink:

OK :D. Damit nicht nur Du sondern auch solche "Kunden" etwas lernen, ziehe ihr auf jeden Fall eine minimale Pauschale von z.B. 10 EUR für Deine Zeit und Material als "kulante Geste" ab, sozusagen als Lehrgeld, mit dem Kommentar "normalerweise würde das mit der 50-EUR-Anzahlung gedeckt, aber ich will ja nicht so sein". So ganz gratis würde ich auch solche unbedachten Freunde auf der Suche nach Schnäppchen auf Kosten anderer nicht wieder aus der Nummer rauslassen...

Nach oben 08.02.2015, 21:00 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Ich würde schon mehr Einbehalten von den 50 Euro, denn schließlich verwendet man nicht nur Material wie Farbe, sondern auch Wasser zum auswaschen der Pinsel, und Zeit die man anderweitig nutzen hätte können. ggf. Entsorgungskosten würde ich auch anrechnen, 10 Euro sind finde ich ja weniger als ein Babysitter verdient. Außerdem tun 10 Euro nicht so weh wie eine höhere Summe...

Nach oben 09.02.2015, 13:01 Nach unten

Acryl, Encaustic

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Menschlich finde ich das unter aller Würden. :shock: Wenn deine Bekannte nur auf der Suche nach einem günstigerem Angebot ist, hätte sie eine Anzeige in "billiger de" aufsetzen sollen.

Fakt ist, sie hat dir einen Auftrag erteilt, sie wußte den Preis und hat dir das letztendlich schriftlich mit ihrer SMS bescheinigt!

Ich würde auf jeden Fall Geld einbehalten. Tendiere zu den 25,00€.

Nach oben 09.02.2015, 13:29 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Also...

Ich hab' Option 1 gewählt. Habe die zwei Photovorlagen, die 50€ und den Zettel, warum ihr das Bild so wichtig war ("Intensive spirituelle Erfahrung"), in eine Klarsichthülle gepackt, bin zu ihrer Arbeitsstelle gegangen, hab das Paket mit einem einem kleinen Handheben auf den Tresen gelegt und bin gegangen.
Vielleicht nicht ganz "erwachsen", aber ich war so sauer und wollte dann nur noch einen vollständigen Schnitt.

Anschließend bin ich heim und hab das Bild sofort übermalt, allerdings mache ich daraus noch ein Projekt, in welchem ich den Vorgang malerisch wiedergeben werde. Ich hoffe, daß es mir schön unschmeichelhaft gelingt.

Freu' mich schon und wenn es fertig ist, stelle ich es hier ein. :mrgreen:

Nach oben 01.03.2015, 08:48 Nach unten

Beitrag  Re: Kunde zahlt nicht
Beitrag: Re: Kunde zahlt nicht - 28.05.2012, 21:12 pigmenttankstelle hat geschrieben:
Hallo Ruth,

so ein Vertrag (Auftrag) ist an keine Form gebunden. Eine e-Mail als Auftrag hat schon mal etwas Beweiskraft, nicht so viel wie eine Unterschrift, aber besser als nix. Adrian hat recht, dass ein Vertrag optimal ist.

Aber auch ein solcher Vertrag ändert nichts daran, dass folgender Weg erforderlich ist, wenn der Kunde nicht zahlt:
1. Mahnung mit Fristsetzung und Androhung weiterer Schritte (ist bei einem schriftlichen Vertrag nicht erforderlich, wenn ein Zahlungsziel vereinbart wurde).
2. Mahnbescheid. Den kann man im Internet beauftragen. Kostet Geld.
3. Wird dem Mahnbescheid nicht innterhalb der Frist widersprochen, kann man direkt einen Gerichtsvollzieher beauftragen. Kostet wieder Geld.
Wird dem Mahnbescheid innerhalb der Frist widersprochen, dann kann man direkt beim Amtsgericht eine Klage einreichen. Dazu braucht man einen Anwalt, und das kostet wieder Geld. Da kann man dann den Vertrag als Beweis vorlegen, und mit etwas Glück wird der Kunde zum Zahlen verdonnert.
g



Hallo Ruth,
Hallo Wolfgang,

zuerst muss ich Wolfgang in einem Punkt widersprechen, man benötigt vor dem Amtsgericht, das Streitfälle bis 5000 Euro regelt, nicht zwangsläufig einen Rechtsanwalt. Du darfst Dich selbst vertreten. Natürlich ist unbestritten dass die Chance mit Anwalt besser ist. Ansonsten hat er vollkommen Recht selbst mit dem Vertrag stehst Du auf der schlechteren Seite, weil der Aufwand zu hoch für diesen Betrag ist.

Meine Vorredner haben recht. Vorkasse und der Rest ist erledigt und wer das nicht möchte... nun ja für diese Person/Personen würde ich meine Farbtuben nicht öffnen.

Lg Evening

Nach oben 12.04.2015, 08:34 Nach unten
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