"Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden - Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun." (Johann Wolfgang von Goethe)




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 Inspiration - woher nehmen? 
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Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Hallo Margit,

ja da kann ich dir nur beipflichten. Ich lasse dann auch einfach meine Stifte liegen und packe sie auch bewusst mal weit weg in eine Kiste. Ich habe mich früher auch wahnsinnig geärgert darüber, wenn etwas nicht geklappt hat beim zeichnen, so wie ich es mir vorgestellt habe. Heute weiß ich auch gut damit umzugehen. Ich treibe viel Sport und da kann ich mich auch ein bisschen austoben dabei. Umso schöner ist es dann, wenn die Inspiration zurückkehrt und ich die Kiste mit meinen Stiften wieder auspacken kann. Heute ist z.B. so ein Tag und so mache ich mich gleich mal ans Werk. :D

lg, lilly

Nach oben 08.03.2010, 13:56 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Danke Lilly, ich wünsche dir einen kreativen Tag!
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 08.03.2010, 14:18 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Richtige Inspiration kommt bei mir ganz schnell und spontan. Manchmal aus der Fantasie, manchmal von Photos, die ich gemacht habe. Die meisten Photos von mir sind nicht sonderlich aufregend, aber ab und zu habe ich das Gefühl, daraus möchte ich etwas machen. Wenn das Herz schneller schlägt, dann paßt es.

Manchmal erlebe ich einen merkwürdigen Zustand:
Wenn ich die Augen zu habe und es ganz dunkel ist, sehe ich Bilder, wie in einer Powerpoint-Show. Diese Bilder sind total schön und aufregend. Leider konnte ich das bis jetzt nicht nutzen, da es zu schnell wechselt und ich mir diese Bilder nicht wirklich merken kann. Seltsamerweise habe ich nicht das Gefühl, sie seien in meinem Kopf, sondern ich sehe sie direkt vor meinen geschlossenen Augen. Wenn ich die alle umsetzen könnte, würde ich ein
Haus damit füllen können.

Christl

Nach oben 11.03.2010, 14:10 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Oh, liebe Christel, das mit den Bildern sehen, so hat es bei mir auch angefangen, genauso. Und erst dann habe ich zu malen begonnen, weil ich die aus dem Kopf bekommen wollte. Nur musste ich dafür jetzt sehr lange lernen, denn diese Bilder sind in altmeisterlicher Technik gemalt.
Demnächste werde ich eines nach dem anderen umsetzen, jetzt bin ich so weit dass ich die Technik komplett beherrsche, jetzt kann ich meiner Intuition freien Lauf lassen. Herrlich!
Bin neugierig ob du auch Malerin wirst. Wenn du dem Drang nachgibst, sicher!
Liebe Grüße Margit

Nach oben 11.03.2010, 14:43 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Ich glaube, ihr habt mich irgendwie angesteckt :rofl: . Heute nacht hatte ich plötzlich ein Bild im Kopf, das auch bereits einen Titel hat. Ich habe es aber nicht genau gesehen, eher so im Gegenlicht.
Nun weiß ich nicht, ob ich halt das hier Gelesene im Traum und während des Schlafes verarbeite oder ob ich dieses Bild wirklich malen soll, und wenn, wüßte ich gar nicht wie, hab sowas noch nie gemalt (Pferd mit Reiter) und habe auch überhaupt keine Beziehung dazu :rofl: . Und überhaupt habe ich wenig Fantasie, jedenfalls was meine Bilder angeht, ich muß immer eine Vorlage haben, sonst geht irgendwie gar nichts :rofl: . Vielleicht war das auch Margit's Pferd, welches mich da so inspiriert hat ... :rofl: Auf jeden Fall habe ich mir das mal notiert, wer weiß, wofür es gut ist und vielleicht kommt ja noch eine :logisch: Erleuchtung, wie ich das umsetzen kann :rofl: .

Nach oben 11.03.2010, 15:09 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Ha, das finde ich ja lustig, jetzt haben wir dich auch noch angesteckt! Na so kann´s gehen!
Der springende Funke ist gesprungen!
Finde ich ja urlustig! :lach: :lach: :lach:
Na eigentlich ist Pferd und Reiter gar keine so schlechte Idee- sortiere gerade alte Fotos von mir wo ich am Pferd sitze.....
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 11.03.2010, 18:26 Nach unten

kritzelkram

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Hallo

auch wenn schon ziemlich alles gesagt ist: ich habe eine Theorie.

ich denke, dass man die Inspiration durchaus steuern kann und möchte ganz ausdrücklich Puck zustimmen, dass sich Inspiration auch aus der Arbeit (nicht zeitgleich) entwickelt. Admins Satz "Inspiration entsteht grundsätzlich in einem selbst, meist aus einer komplexen Verknüpfung von unterbewussten, bewussten und externen Eindrücken." passt, aber für einen jungen Menschen wie Puck (und nicht nur für den) ist vermutlich nix so alt wie die eben abgeschlossene Zeichnung, und damit ist das wohl ein "externer Eindruck" für ihn.

Zum Thema: Meine Theorie ist, dass Inspiration über die Arbeitsmethodik beeinflussbar ist. Man kann - abhängig von Temperament und persönlichen Zielsetzungen - als Extrempunkte ergebnisorientiert oder prozessorientiert arbeiten. Ich vergleiche das mit Wellen: Man kann gewaltige Brecher (Bilder) mit ungeheurer Energie und den entsprechend tiefen langen Wellentälern dazwischen produzieren oder ein gleichmässiges stetiges Vor-Sich-Hinplätschern, das natürlich auch ein grosser tiefer Fluss sein/werden kann.

Zum Beispiel ernsthafter Hobbymaler: Malt man jeden Tag eine halbe Stunde ein kleines Bildchen hat man am Jahresende ein Oevre von 360 kleinen Arbeiten zusammen und reichlich Erfahrung in der Bildentwicklung. Nimmt man in diesen 180 Stunden Einzelprojekte in Angriff, kommt man vielleicht auf acht oder zehn beeindruckende Bilder und bekommt reichlich Erfahrung im "Mit-kleinen-Pinseln-grosse-Flächen-ausmalen-wegen-der-stufenlosen-Übergänge-und-so". Die Inspiration ist bei beiden Malern ganzjährig aktiv (besagt meine Theorie), im zweiten Fall läuft sie aber regelmässig gegen die Wand, weil noch andere Projekte abzuarbeiten sind und die Zeit fehlt (die Inspiration wird dann in einem Aktenordner abgeheftet). Wartet man später auf die Inspiration, weil das Projekt beendet ist, sagt die dann zumeist "nee, ich hab Migräne". Ist aber nur eine Theorie.

Was ich meinen will ist: man sollte sich so positionieren dass die Arbeit leicht fällt und man nicht über- oder unterfordert ist, die eigenen Ansprüche (und die der Mitmenschen) tieferlegen und auch mal bewusst nicht erfüllen. Dann fühlt sich auch die Inspiration wohl und mit der Produktion gehts aufwärts..

Gruss Hermann R.




Wenn wirklich GARNIX mehr geht: Lesen hilft

- HOFSTÄTTER, Symbolismus, DuMont 1965, bei ZVAB für schmalstes Geld antiquarisch erhältlich.
Wissenschaftliches Werk, das die Jahrhundertwende-Grafik systematisch und umfassend nach formalen und inhaltlichen Gesichtspunkten auseinandernimmt. Wenn man die Sache rumdreht, kann man das Buch auch als "Legokiste" für eigene Arbeiten nehmen. So wird z. B. die Verschachtelung von Zeit- und Bedeutungsebenen, Verfremdungen, Farbsymbolik ausführlichst abgehandelt
http://www.abebooks.de/servlet/SearchRe ... &x=92&y=10
- BÜTTNER, Gottdang, Einführung in die Ikonographie, C.H.Beck, aktuelles Buch, (glaubich)
Wissenschaftl. Werk. Legokiste 2
http://www.amazon.de/gp/product/3406535 ... 3406535798

Nach oben 21.03.2010, 19:17 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Super - mich hat das jetzt inspiriert, Hermann!
Mir gefallen deine Gedanken dazu gut. Ich gehöre ja zur zweiten Sorte, die in imaginären Aktenordnern viele Bilder abgehefet hat, die noch zu malen sind.
Ich könnte mir gut vorstellen, das alles in Fluß zu halten, indem ich einfach jeden Tag etwas male - also diese halbe Stunde lang ein kleines Bild. Und wenns zu mehr reicht, an einem großen weiterzumalen.
Wirklich interessant finde ich das.

Und ja, das mit den eigenen Ansprüchen und denen der anderen, das stimmt zu hundert Prozent, beides wäre gut, etwas herunterzuschrauben manchmal.

Das Buch über Symbolismus (den ich liebe) , werde ich mir dann gleich mal ansehen.

Liebe Grüsse, Uschi

Nach oben 21.03.2010, 19:29 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Beitrag: Re: Inspiration - woher nehmen? - 21.03.2010, 19:17 rommel hat geschrieben:
ich denke, dass man die Inspiration durchaus steuern kann und möchte ganz ausdrücklich Puck zustimmen, dass sich Inspiration auch aus der Arbeit (nicht zeitgleich) entwickelt. Admins Satz "Inspiration entsteht grundsätzlich in einem selbst, meist aus einer komplexen Verknüpfung von unterbewussten, bewussten und externen Eindrücken." passt, aber für einen jungen Menschen wie Puck (und nicht nur für den) ist vermutlich nix so alt wie die eben abgeschlossene Zeichnung, und damit ist das wohl ein "externer Eindruck" für ihn.

Zum Thema: Meine Theorie ist, dass Inspiration über die Arbeitsmethodik beeinflussbar ist. Man kann - abhängig von Temperament und persönlichen Zielsetzungen - als Extrempunkte ergebnisorientiert oder prozessorientiert arbeiten. Ich vergleiche das mit Wellen: Man kann gewaltige Brecher (Bilder) mit ungeheurer Energie und den entsprechend tiefen langen Wellentälern dazwischen produzieren oder ein gleichmässiges stetiges Vor-Sich-Hinplätschern, das natürlich auch ein grosser tiefer Fluss sein/werden kann.


Vielen Dank für diese Ergänzung - da stimme ich zu!

Nach oben 22.03.2010, 11:53 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Hallo Margit, hallo Andy,
ich beneide Euch um Euer Können, nicht aber um Eure Probleme als Künstler. Ist doch schön von mir oder?
Nein, ich kenne das von Bekannten und guten Freunden, die sich mit Haut und Haaren dem Thema Kunst verschrieben haben. Irgendwo gerät man in einen gewaltigen Zwiespalt von Lust und Frust. Frust wegen der leidlichen Kohle, die man braucht um überleben zu können. Diese Situation wird von gewissen Zeitgenossen bis zum Letzten ausgenützt.
Kannte einen hervorragenden Maler in A., dem es so erging und letztlich nur noch den Alkohol als Stimmungsausgleicher suchte. Ein absoluter Könner um nicht zu sagen Genie, dem es aber auch die nette Kollegenschar sehr schwer machte. Er musste sich seinen Lebensunterhalt weitgehendst von 08/15-Auftragsarbeiten erstreiten.
Selbst habe ich das über 30 Jahre in einer Branche erlebt, die einen ausgesaugt hatte wie ein Vampier. Tagtäglich kreative Höchstleistung bis zum Erbrechen. Habe alles hinter mir gelassen und konzentriere mich ganz und gar auf die Natur die mich umgibt. Ich will keinen Stress mehr in Richtung geistige Überforderung die eh kein Mensch honoriert. Ist nicht jedermanns Sache um zu steigen, aber ein Versuch ist es wert und trotzdem kann man seine Kreativität voll einbringen. Guter Nebeneffekt, man hält sich dabei den Kopf frei. Lambert van Bommel ist mir dabei Vorbild.
Gruß Ernst

Nach oben 25.03.2010, 11:02 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Lieber Ernst,

das tut sehr gut deine Worte zu lesen, es bestätigt meine neueste Einstellung bzw. Umstellung bezüglich meiner Malerei. Da ich ja in Kürze auch umziehe und mein Atelier auflöse, möchte ich dies gleich zum Anlass nehmen, diese Stresssituation Atelier - Kurse geben - um Atelier zu erhalten zu beenden. So schön mein Atelier ist und so sehr ich es auch liebe, aber ich konnte es kaum selber für meine Arbeiten nützen und war eh so oft krank dass es immer leer stand. Ich werde mir in meiner neuen Wohnung eine schöne Malecke einrichten, und mir nette Freunde einladen wenn ich Lust habe, gemeinsam zu malen. Oder auch mal wieder einen Kurs besuchen, um Kontakt mit Gleichgesinnten zu pflegen.
Und vor allem werde ich ganz viel in der Natur sein und in meinem Garten, und diesen genießen, ob mit oder ohne Malerei. Denn das Leben ist draussen, in der Natur. Und ich werde mich langsam erholen von all dem Stress der letzten Jahre, und vielleicht kommt dann die Lust für die Malerei wieder zurück.
Übrigens, van Bommel macht heuer in Wien Kurse in der Kunstfabrik.
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 25.03.2010, 11:26 Nach unten
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