"Lass dich nicht davon abbringen, was du unbedingt tun willst. Wenn Liebe und Inspiration vorhanden sind, kann es nicht schief gehen." (Ella Fitzgerald)




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 Inspiration - woher nehmen? 
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Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Liebe Margit,

wow es ist doch immer wieder verblüffend, wieviele Ähnlichkeiten es gibt. Die fliegenden Menschen von Jolanda Richter bewundere ich auch und erst letzte Woche habe ich mir überlegt, wie man wohl einen fliegenden Menschen malt ! Weil ich gerne einen fliegenden Engel malen wollte, aber mangels Modell hab ich halt einen Vogel gemalt. Andererseits dachte ich mir jetzt gerade, wenn man Fotos vom Zirkus sucht, von Trapezkünstlern, dann könnte ein fliegender Mensch dabei sein. Oder von Trampolinspringern vielleicht? Oder von schwimmenden/tauchenden Menschen?

Ich dachte mir, daß du geschafft sein mußt, deshalb hab ich dir auch nichts weiter geschrieben, dachte, du brauchst einfach Ruhe nach diesen zwei Wochen. Das hast du eh so toll durchgestanden, glaub mir, ich hätte es nicht geschafft.
Ich denke, lieber hätte ich all meine Malsachen usw. bei mir, als im Atelier, wer weiß, vielleicht ergibt sich ja noch was, womit du jetzt gar nicht rechnest. Also mir wäre die Freiheit wichtiger, kein Zwang, irgendwie immer das Geld dafür haben zu müssen.

Du weißt ja, daß ich das nicht so sehe mit den Fantasiehintergründen. Es gibt sooo viele bekannte Maler, die genau das machen und das gibt einem Gemälde doch einen ganz besonderen Reiz. Es ist dann wie ein Traum - da ist auch vieles ganz real, das Hausdach z.B., auf das ich dann fliegen kann. Ich denke, den Menschen eine andere Welt zu zeigen, als unsere reale, ist doch was wunderbares.

Die Beschäftigung mit dem Tod ist wichtig, hab ich auch lange Zeit gemacht und habe damit abgeschlossen. Ich glaube, daß es ist, wie wenn eine Puppe zum Schmetterling wird, raus aus dem beengenden, oft kranken Körper. Ein neuer Anfang nach dem körperlichen Ende. Kein Stillstand. Und deine Bilder, die daraus resultieren, strahlen ja auch diese Ruhe aus, weg von den menschlichen Belangen. Und sie erzählen von der Unwichtigkeit von vielem, wovon wir denken, daß es so furchtbar wichtig sei. Manchmal denke ich , daß wir wirklich träumen, nicht wach sind. Und daß wir nach dem Tod erwachen aus diesem Traum vom Menschenleben.

Schade, daß sich niemand findet, der dir Modell sitzt für ein Portrait, das macht sicher einen Unterschied, ob vom Foto oder vom lebenden Menschen. Da drück ich dir die Daumen, daß sich das ergibt für dich.

Bin jetzt ganz neugierig, welche Idee du hast für ein Bild!

Und habe mich schon gestern gefreut, diesen Thread zu finden. Mir gehts genauso, ich finde es so schön, eure Gedanken zu lesen und meine sagen zu können und diese Verbundenheit zu spüren.

Liebe Grüsse, Uschi

Nach oben 04.03.2010, 16:40 Nach unten

Bleistift, Öl, Kohle, Computer

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
interessante ansätze von ideen..bei mir ist das ähnlich..worte lösen mir meistens auch ideen und inspirationen aus..doch irgendwie habe ich ja schon immer gezeichnet und das kam einfach so..ich kann mich erinnern als ich ganz klein war und einfach anfangen wollte zu zeichnen..irgendwas, irgendwie..mir war der prozess irgendwie..wichtig...mir hat es einfach spaß gemacht bis heute..irgendwann so mit 16, als alle welt gegen einen war und ich begann mir gedanken zu machen, was ich überhaupt wie wollte..warum und wieso..fing ich an zu schreiben..ich find an tagebuch zu schreiben..es wurden geschichten, gedichte, zitate, essays usw..nie dieser "heute war ein schöner tag"-eintrag..sondern immer dieses gedanken machen um gott und die welt. nach und nach wurde mir einiges klar..oder eher immer unklarer..je mehr ich dachte von dieser welt zu verstehen desto mehr habe ich irgendwie gesehn, dass alles noch viel komplizierter, komplexer und vor allem schwieriger ist als anfangs angenommen. ich begann zu sehen, dass es einfach dinge gibt die man nicht beeinflussen kann. ob es verstorbene verwandte oder freunde sind die einfach..sich ändern..alles immer wieder aufgeschrieben und aufgezeichnet..ich setzte mich auch mehr und mehr hin zu zeichnen. richtiges vornehmen "ok jetzt ist sonntagabend, jetzt wird gezeichnet"...
je mehr ich mich damit auseinander setzte sah ich auch hier, dass auch das zeichnen eine sache ist, die viel komplexer und schwieriger ist als gedacht..irgendwann gab es dann einen regelrechten emotionalen schlag..in der verwandtschaft..will ich jetzt nicht näher erläutern..von dem ich mich erstmal ein jahr lang nicht erholen konnte..nach einer weile dachte ich dann "du kannst dich nicht jedesmal, diesem fluss von Einflüssen hingeben und immer wieder sehen, wie du nichts beeinflussen kannst, du musst damit irgendwie umgehen"...naja un das tat ich dann auch..ich dachte übung macht ja irgendwie den meister..und ich habe zu dieser zeit noch lehramt studiert..und ich habe aber mehr gezeichnet als fürs studium zu lernen oder sonstiges..dann war ich auch einmal auf nem geburstag von meinem bruder..viele unbekannte leute waren dort und mein bruder sagte zu mir "hey hier ist jemand, der zeichnet auch...ich denke ihr solltet euch unterhalten"...und das haben wir dann getan..er sagte dann zu mir "ach du bist sein bruder? cool..zeig ma paar zeichnungen von dir her!"..ich sagte darauf dann zu ihm "ich weiß nicht..die sind sehr schlecht..ist keine gute idee"...er dann "das ist doch egal, zeigs einfach her"...dann zeigte ich ihm paar sachen und nebenbei entschuldigte ich mich immer wieder dafür dass meine zeichnungen schlecht sind..er sagte dann irgendwann "halt, merk dir eins...scheiß auf die anderen und fang einfach an zu machen..zeichne immer mehr und mach dein ding..egal was ist, immer machen"..ich wusste was er damit meinte und ich begann von nun an jeden tag zu zeichnen..das war eine richtige..also ich weiß nicht aber das ist glaube ich meine erste richtige inspiration in diesem ausmaß gewesen...ich zeichnete und zeichnete jeden tag mehr und mehr...warens anfangs nur eine a4 seite so steigerte sich das auf 2, 3, 4 usw..heute gibts manchmal tage da sinds halt ma 20, 30 oder 40..allein im skizzenbuch..un dann noch nebenbei gemalte sachen.
ich achtete mehr und mehr auf die umgebung..ich brach mein lehramtstudium ab un erkannte, dass ich mit solch trockenen theorien nichts anfangen kann..ich begann immer mehr empathie für meine umwelt zu entwickeln..dann war ich halt an der designschule an der ich jetzt bin un da häuften sich die inspirationen..ich sah das übung WIRKLICH den meister macht und ich sehe dass es keine, aber auch wirklich null grenzen gibt. es ergaben sich begegnungen mit anderen menschen die gleiche interessen haben un mittlerweile bin ich auch zielstrebiger..meine mutter schuppte mich eher in diese grafikdesign richtung weil ich nach dem abbruch des lehramtstudiums nicht wusste WAS DENN NUN wirklich mein ding ist..sie machte mach das..un es war richtig..ich schwamm in einer suppe von null-plan-ich-weiß-nicht-was-ich-tun-soll-generation.
ich wollte da raus aber ich wusste nicht wie..WIE nur schaffe ich das? aber ein stups hat gereicht..ich machte es..und inspiration kommt tagtäglich..mit worten, musik usw.ich war erstmal weit weit weg von dem mütterlichen rockzipfel und nun sollte ich alles allein machen..ich bemerkte dass der schubs ins kalte wasser richtig war..es gab anfangs bei der ausbildung die anweisung "legen sie sich ein skizzenbuch zu"..nun ist die ausbildung nicht mal fertig und es sind mittlerweile 12? 13? und ein schrank voll anderer arbeiten..gemälde usw...und ich weiß nach dem naturstudiumunterricht nun endlich wie ich an zeichnungen rangehe...mit ein paar kleinen formatregeln, helldunkelregeln, und schwerpunkten aber das wichtigste...völlig frei

nun zur inspiration nach so viel privatem..ich wünschte ich könnte mal reisen ohne zwang..irgendwie nach italien oder so..wo mich niemand kennt und ich erstmal freien einfluss von meiner umwelt bekomme..wenn ich aufstehe sehe ich auf die uhr..esse dann etwas und dann gehts zur schule.dort hole ich das skizzenbuch raus und zeichne meine mitschüler, sie sitzen da und irgendwie bekomme ich lust, ich lese den spiegel und es hat nichts mit irgendeinem thema zu tun doch das gefühl was mir ein artikel vermittelt gibt mir inspiration..ich las biografien von da vinci und michelangelo und dachte wow..ich üb das mal wie sie..mein hauptinteresse liegt in der menschlichen figur und da ich sehe dass ich das nicht so richtig beherrsche zeichne ich so lange meine mitmenschen und alles was nur ansatzweise mit anatomie zu tun hat bis ichs kann..ich kann manchmal nicht glauben dass das menschliche auge so beeinflusst werden kann von fremden arbeiten, malereien oder skulpturen..es macht unheimlich spaß..man sitzt in der straßenbahn und die leute stehen so da und das skizzenbuch ist in der hand..dort ist der spielplatz..man kann es versuchen naturgetreu abzuzeichnen oder man zeichnen das, was man empfindet..INSPIRATION KOMMT GRUNDSÄTZLICH IMMER BEIM TUN...beim etwas tätigen...wenn ich keine idee habe zeichne ich mich im spiegel..zeichne ich meine umgebung, mitmenschen, hände, lasse den stift auf dem blatt papier zu abstrakten formen laufen und sehe etwas darin..ich nehme ideen im alltäglichen..aus dem was ich lese, aus dem was ich fühle, was ich spüre..ob es wärme, kälte, hell oder dunkelheiten der sonne oder von schatten sind..ob es gespräche sind..ob es der kauf um die ecke ist..ob es die umweltverschmutzung ist..die beschäftigt mich jeden tag und ich kann nicht fassen wie wir alle so ruhig schlafen können, obwohl wir jeden tag die welt mehr und mehr zerstören..jeder von uns..wir spenden für haiti obwohl wir die leute sind die sie erst so arm werden lassen haben, dass sie sich keine vernünftigen unterkünfte leisten konnten, die nicht kaputt gehen..durch billige produkte die wir kaufen leben leute am anderen ende der welt so ärmlich und die armut schockiert uns auch noch..jeder weitere bericht von umweltverschmutzung bringt mich echt um den verstand..wir lassen zu dass es atomkraft gibt. das inspiriert mich..wir träumen von besseren welten und machen unsere eigene kaputt..schade eigentlich..inspirationen kommen überall her...metamorphe ideen..dinge miteinander verkleben, zusammenheften, verbinden, auseinanderteilen, zerreißen, verschmelzen, kombinieren und immer wieder die vergänglichkeit vor augen haben genauso wie MaGie..genauso geht es mir..uns muss immer wieder bewusst werden wie vergänglich wir sind..wir leben als hätten wir noch alles vor uns..als gäbe es nur uns, für immer, doch vergänglichkeit beschäftigt mich..inspiriert mich und depremiert mich auch..daraus nehme ich die inspiration...wenn uns vor augen geführt wird wie vergänglich, wie sterblich und wie temporär wir sind, vielleicht ändern wir uns dann ein wenig..daher inspiriert mich auch der tod..behinderung..verhinderung..krankheit usw..daher die medizinischen studien..die vergänglichkeit von liebe, von hoffnung..die kurzlebigkeit von jugendlicher schönheit, das aufblühen und das zerfallen, das fragen nach dem warum! das hinterfragen! das beständig unbeständige, die frage nach dem was die welt im innersten zusammen hält, DAS inspiriert mich, macht mich traurig und vor allem auch glücklich!

Nach oben 04.03.2010, 17:30 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Beitrag: Re: Inspiration - woher nehmen? - 04.03.2010, 17:30 Puck hat geschrieben:
INSPIRATION KOMMT GRUNDSÄTZLICH IMMER BEIM TUN...beim etwas tätigen...

Hallo Puck, trotz und gerade wegen Deiner persönlichen Ansichten, eigenen Inspirationsquellen und individuellen Erfahrungen möchte ich dieser universellen Aussage widersprechen. Inspiration entsteht grundsätzlich in einem selbst, meist aus einer komplexen Verknüpfung von unterbewussten, bewussten und externen Eindrücken. Daher finde ich den Titel der Diskussion auch etwas irreführend, weil man Inspiration nicht "hernehmen" kann, man kann sie nicht herstellen, nicht erzwingen, nicht berechnen. Man kann sie stattdessen "bekommen", "zulassen", sich ihr gegenüber "öffnen" - ähnlich wie Kreativität. Während Kreativität letztendlich ein geschlossener innerer Prozess ist, entsteht Inspiration durch einen externen Impuls - klassisch durch eine Muse, Nachrichten, Naturereignisse, Schicksale, Entwicklungen etc. Inspiration kommt wörtlich von "einhauchen", ist ein Impuls, ein Anstoß, ein fehlendes Puzzleteil, das kreative Prozesse und eine Motivation zur kreativen Umsetzung in Gang setzt. Da dies überwiegend unbewusst stattfindet, kommt Inspiration auch oft nur durch denken, passives Zuhören, oder Nichts-Tun - eben auch durch jede erdenkliche Art der Reflexion (das Innere wird dabei zu einem gefilterten externen Impuls). Da das bei Dir offenbar so ist, dass Tun - bzw. die Reflexion des Tuns - notwendig dafür scheint, hat mehr etwas mit Deiner Wahrnehmung und persönlichen Verarbeitungsprozessen zu tun und ist so nicht allgemeingültig.

Nach oben 04.03.2010, 17:52 Nach unten

Bleistift, Öl, Kohle, Computer

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Beitrag: Re: Inspiration - woher nehmen? - 04.03.2010, 17:52 Adrian hat geschrieben:
Beitrag: Re: Inspiration - woher nehmen? - 04.03.2010, 17:30 Puck hat geschrieben:
INSPIRATION KOMMT GRUNDSÄTZLICH IMMER BEIM TUN...beim etwas tätigen...

Hallo Puck, trotz und gerade wegen Deiner persönlichen Ansichten, eigenen Inspirationsquellen und individuellen Erfahrungen möchte ich dieser universellen Aussage widersprechen. Inspiration entsteht grundsätzlich in einem selbst, meist aus einer komplexen Verknüpfung von unterbewussten, bewussten und externen Eindrücken. Daher finde ich den Titel der Diskussion auch etwas irreführend, weil man Inspiration nicht "hernehmen" kann, man kann sie nicht herstellen, nicht erzwingen, nicht berechnen. Man kann sie stattdessen "bekommen", "zulassen", sich ihr gegenüber "öffnen" - ähnlich wie Kreativität. Während Kreativität letztendlich ein geschlossener innerer Prozess ist, entsteht Inspiration durch einen externen Impuls - klassisch durch eine Muse, Nachrichten, Naturereignisse, Schicksale, Entwicklungen etc. Inspiration kommt wörtlich von "einhauchen", ist ein Impuls, ein Anstoß, ein fehlendes Puzzleteil, das kreative Prozesse und eine Motivation zur kreativen Umsetzung in Gang setzt. Da dies überwiegend unbewusst stattfindet, kommt Inspiration auch oft nur durch denken, passives Zuhören, oder Nichts-Tun - eben auch durch jede erdenkliche Art der Reflexion (das Innere wird dabei zu einem gefilterten externen Impuls). Da das bei Dir offenbar so ist, dass Tun - bzw. die Reflexion des Tuns - notwendig dafür scheint, hat mehr etwas mit Deiner Wahrnehmung und persönlichen Verarbeitungsprozessen zu tun und ist so nicht allgemeingültig.




ja das kann schon stimmen..vielleicht geh ich zu sehr von mit aus..phasenweise brauche ich dabei erstmal eine inputphase..die dann in eine outputphase endet..aber es kommt immer bei mir wenn ich irgendwas tue..beim einfachen drauf warten funktioniert das nicht..un wenn ich nur dusche oder ich mache gerade essen oder sonst etwas

Nach oben 04.03.2010, 18:43 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Liebe Uschi,
erstmals ganz herzlichen Dank für deine Beteiligung an diesem spannenden Gespräch und vor allem finde ich deine Ideen Punkto fliegender Menschen einfach Spitze! Müsste doch leicht was im Internet zu finden sein, was man zumindest als Rohentwurf verwenden kann.
Was meine Todeserfahrungen anbelangt, gerne per PN, sonst kriegen wir einen Rüffel weil das doch hier nicht wirklich hergehört.
Jolande Richter hat bald eine Ausstellung hier in Wien, ich freue mich schon sehr darauf! Sie ist auch eine ganz nette, ich habe mit ihr schon per Email kommuniziert.
Was mich hier besonders freut, ist der lebendige Austausch zwischen Menschen die sich zu öffnen beginnen, weg vom reinen Egodenken und von jeglicher Hirnwichserei, sondern man spürt die Wärme, das Herz, die Empfindsamkeit hinter den Zeilen. Auch wenn das Thema vom Titel abweichen mag, so finde ich das trotzdem wesentlich wertvoller und kostbarer als jeglicher sachlich nüchterner Thread.
Denn die Theorie kann ich in jedem Buch nachlesen, davon habe ich genug, doch lebende Menschen treffe ich hier im Forum, und um das geht es mir!
Was das Porträtmodell anbelangt so bin ich sicher dass sich jemand zum richtigen Zeitpunkt einfindet, dem das auch noch Freude macht! Ha, da habe ich ja schon mal eine Idee....

Was die Inspiration anbelangt so ging es mir heute wie Puck, ich habe um 17 Uhr festgestellt dass mein Leben vergeht wenn ich den heutigen Tag nicht nütze, bin aufgestanden, ins Atelier geeilt und habe begonnen, wie ich es im letzten Kurs bei Fuchs gelernt habe, eine Imprimitura zu mischen, und wie es einem halt manchmal so geht, wurde es immer mehr Farbe bis ich den richtigen gewünschten Farbton hatte.
Also tat es mir natürlich leid so viel Farbe wegzuleeren und für in die Tube zu füllen war es zu flüssig. Also grundierte ich alles weg, und jetzt habe ich 9 Leinwände mit Imprimitura angelegt!

Beim Streichen und im Hintergrund Musik kamen mir für jede dieser grundierten Leinwände neue Ideen was drauf entstehen könnte, und ich hätte sofort Stoff für 9 Bilder im Kopf....
das heisst auch bei mir braucht es einmal einen bewussten Ruck was zu tun, damit ich mich in Bewegung setze, und mit dem Tun kommen dann auch die Ideen....

Danke Puck für deinen tollen Beitrag und für diese Einblicke in dein Leben, die ich wertvoller finde als irgendeine fachlich noch so kompetente und fundierte Erläuterung, denn so ist das Leben, genauso sehe, empfinde und spüre ich es auch, und diese Vergänglichkeit ist es auch die es so kostbar werden lässt.
Wenn ich eine Rose betrachte und wüsste dass sie ewig so schön bleibt und unverwüstlich ist, ich glaube nicht dass sie dann in meinen Augen genauso kostbar wäre wie wenn sie nur kurz erblüht und dann wieder vergeht.
Genau dieser Schmerz des Vergänglichen macht sie so kostbar, erst das macht sie zu etwas einmaligem. So ist es sicher auch mit uns Menschen, jeder Mensch ist einmalig in seiner Eigenart und wunderbar, weil auch vergänglich und nicht zu ersetzen.
Ich fühle auch so und kann dich deshalb so gut verstehen, und auch diese Orientierungslosigkeit, die junge Menschen in der heutigen Zeit haben, es ist kein Wunder. Auch ich habe schon als kleines Kind in den damals erst aufkommenden Atomkraftwerken keine gute Entwicklung für die Menschheit gesehen.
Aber das ist eine andere Geschichte....
Ich freue mich sehr dass es euch gibt und dass wir uns hier getroffen haben!
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 04.03.2010, 20:27 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Ich finde das auch wahnsinnig interessant Euch alle hier so zu lesen ..in jedem einzelen Beitrag finde ich auch ein Stueck von mir wieder und irgendwie bedauere ich es immer wieder das man sich nicht regelmaessig persoehnlich zu solchen Diskusionen oder zum malen treffen kann ...

Ich habe auch als Kind schon gemalt ,meine Mutter hat immer erzaehlt wie ich schon mit einem Stift durch die Wohnung lief als ich gerade laufen konnte , sie konnte mich einfach nicht davon abhalten die Waende zu bemalen , so sehr sie es auch versuchte....bis sie schliesslich irgendwann auf die Idee kam unseren langen Flur rechts und links an den Waenden in meiner Augenhoehe mit Zeichenpapier zu bekleben ...die ganze Wand entlang Bahnen von Papier ...wenn's papier voll gemalt war, kam einfach neues dran.
Ich hab schon immer gemalt und gezeichnet und habe nie damit aufgehoert , hab mit 9 Jahren in der Zimmerecke gesessen und mir stundenlang den Schinken von Picasso angesehen den meine Mutter im Buecherregal hatte ....an unserer Wohnzimmerwand hing jahrelang immer so ein Druck von Picasso mit drei Musikanten drauf , das Bild fand ich so interessant und ich hab oft sehr lange davor gesessen und es mir angeschaut .....war als Kind schon fasziniert von Museen aller art und Kunstausstellungen ....meine Klassenkameraden hat sowas nicht die Bohne interessiert ....
Die Malerei war und ist fuer mich das wichtigste ueberhaupt ....koennte ich nicht mehr malen, ich glaub ich wuerde verrueckt werden .
Fotos sammele ich auch ..ich horte alles was man spaeter irgendie vielleicht mal fuer ein Bild verwenden koennte ...Musik inspiriert mich sehr, hoere beim malen auch meistens Musik oft auch sehr laut , aber dann bin nur ich alleine zu Hause und wir haben keine Nachbarn die das stoeren koennte also geht das :mrgreen:
Meine Umgebung ist natuerlich auch Onspiration pur , das ich auf der Insel leben darf hilft mir zumindest ungemein .

Fuer alle Kuenstler hier die gerne etwas Abgeschiedenheit haetten und die ultimative Inspiration suchen .....es gibt aufg Achill Island hier in Irland an der Nordwestkueste das Heinrich Boell Haus ...ich denke Heinrich Boell ist Euch allen ein Begriff?
Jedenfalls steht dort sein Cottage und es steht Kuenstlern aller art offen sich dort fuer eine Woche ein zu quatieren um dort in aller Abgeschiedenheit zu arbeiten .
Soviel ich weiss ist das umsonst , aber es gibt dort keinen Luxus und man darf nur alleine dort hin und man muss nachweisen das man dort kuenstlerisch taetig sein will ...
http://www.achill247.com/writers/heinrichboll3.html
http://www.achill247.com/

Das waere fuer mich Inspiration pur und wenn die Kinder noch etwas groesser sind und etwas selbstaendiger , dann werde ich dort bestimmt mal hingehen ...das moechte ich so gerne .

Ich male uebrigends auch nur sdas was mir gefaellt und was ich gerne moechte , wenn jemand etwas ganz bestimmtes von mir gemalt haben moechte, dann uss ich mich damit identifizieren koennen , wenn ich das Motiv fuer mich nicht ansprechend finde , dann male ich es auch nicht .
Der Verkauf von Bildern ist fuer mich eine angenehme Nebensache ..wenn ich ein Bild verkaufen kann freut mich das natuerlich , wenn nicht dann ist es aber auch nicht schlimm ich MUSS nix verkaufen ....Gott sei Dank !!

Nach oben 05.03.2010, 11:12 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Liebe Irish,
schön deiner Erzählung zu lauschen. Das erinnert mich auch an eine Phase in meiner Kindheit als ich überall an den Zeitungskanten wo Platz frei war, Nasen hingezeichnet habe, denn ich war der Meinung, dass eine Nasenform den Charakter eines Menschen offenbart und habe sehr genau die Nasen meiner Mitmenschen beobachtet und regelrecht studiert, da war ich ca 5 Jahre alt.
Einmal im Jahr gingen wir in den Wiener Wurstelprater, und ich hatte drei Kusinen, die dann auch ca in meinem Alter waren und für die ein Praterbummel ganz was tolles war.
Es gab da eine kleine Pratergalerie, an die kann ich mich genau erinnern, und die hatten vorne moderne Bilder ausgestellt und hinten Kopien alter Meister. Da habe ich mich im Alter von 5 Jahren in das Bild "der Mann mit dem Goldhelm" verliebt (wird Werkstatt Rembrandt zugeschrieben). Der war eigentlich immer mein Leitbild all die vielen Jahre hindurch. Während also meine Kusine mit dem Ringelspiel fuhren, rannte ich in diese Galerie und bestaunte so lange wie möglich meinen Rembrandt. (Damals dachte man noch es sei von Rembrandt).
Das war für mich das Highlight dieses Praterbummels.
Ich finde es interessant, dass sich so etwas schon in ganz zartem Alter zeigt. Auch ich habe immer mit Bleistift und Papier die größte Freude gehabt. Und mit meinen Tieren und unseren Pflanzen. Diese drei Dinge waren mir immer heilig.
Als ich dann 6 Jahre alt war und mit ins Kino durfte, sah ich in der Wochenschau den Ernst Fuchs und war total fasziniert von seiner Maltechnik. Wenn mich dann jemand gefragt hat was ich einmal werden will, habe ich gesagt: ich will einmal malen wie der Fuchs.
Das war immer einer meiner sehnlichsten Träume. Was ich noch wollte, in einem Bauernhaus auf dem Lande leben, mit vielen Tieren die aber nie geschlachtet werden dürfen, eine lieben tierliebenden treuen Partner an meiner Seite der auch künstlerisch tätig ist.
Na ja, zumindest bin ich auf dem Wege zur Malerei....
Die Hoffnung stirbt zuletzt.... :gutenmorgen:

Nach oben 05.03.2010, 14:18 Nach unten

Pastellkreide, Öl, Stifte

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Ihr Lieben,

oh ist das schön hier! So viele Gleichgesinnte, ähnliche Erlebnisse und Erfahrungen, das tut wirklich gut, und bestätigt einen auch in Vielem!

Ich möchte trotzdem einen kritischen Gedanken in die Runde werfen, weil mir hier das eine oder andere Mal aufgefallen ist, wie wehmütig darüber berichtet wird, was man nicht, oder jahrelang nicht tun konnte.

Ich seh das für mich so, dass das halt einfach nicht mehr änderbar ist. Im Nachhinein frage ich mich auch manchmal, ob nicht ein anderer Beruf mich mehr befriedigt hätte, aber das ist müßig. Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen.

Auf den Punkt gebracht und schwarz weiß betrachtet, lähmen mich diese Gedanken, und bringen mich nicht weiter. Also sag ich mir, ich lebe jetzt, und nicht in der Vergangenheit. Ich möchte meine Energie auf das lenken, was ich heute, morgen und übermorgen tue, und nicht was hätte sein können, wenn nur....

Bitte nicht falsch verstehen, es ist nicht so, dass ich mich nicht auch manchmal frage, was hätte anders oder besser laufen können. Aber das muss ich für mich dann abschließen und nach vorne schauen.

Vielleicht ist das auch für die Inspirationen hilfreich, weil man gedanklich freier ist, als wenn man zu oft bei "verpassten" Möglichkeiten verharrt....

ist nur so ein Gedanke... :kapituliere:

Und jetzt könnt ihr mir gerne widersprechen :grins:

Viele kreative Grüße, Eva

Nach oben 05.03.2010, 14:43 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Hi Eva,
nun, wenn es sich wie ein Jammern meinerseits angehört hat so ist das nicht meine Absicht. Auch ich lebe im Hier und Jetzt. Interessant ist für mich nur, wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist und ob der Hang zur Malerei schon früher im zarten Kindesalter angelegt war. Dass ich die Vergangenheit nicht ändern kann ist ja wohl auch klar.
Für mich ist aber das Hier und Jetzt noch kostbarer, noch wertvoller und noch mehr zu genießen im Kontext zur Vergangenheit, wo ich eben diese wunderbare Entfaltungsmöglichkeit nicht hatte. Das heisst, ich weiss mein Hier und Jetzt und die Möglichkeiten noch viel mehr zu schätzen und zu achten.
Sie sind für mich gerade deshalb so kostbar und ich freue mich gerade deshalb, frei zu sein und nicht mehr an einen Beruf oder irgendwas anderes gebunden zu sein.
Vielleicht wüsste ich diese Freiheit gar nicht so zu schätzen, wenn mir nicht bewusst ist, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. Und ich würde vielleicht kostbare Zeit verstreichen lassen und sie nicht nützen.
So wie in einem Bild der Schatten wichtig ist um das Licht zu zeigen, so sehe ich die negativen Erlebnisse in unserem Leben als Gegenpol, der notwendig war um sich selber zu erkennen und zu reifen.
Es soll also keineswegs ein Jammern oder Nachtrauern meinerseits sein. Niemand weis was geworden wäre wenn.... das ist alles fiktiv.
Deshalb, carpe diem!

Nach oben 05.03.2010, 15:03 Nach unten

Pastellkreide, Öl, Stifte

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Margit, du Liebe,

nein, ich habe es nicht als Jammern empfunden, was du geschrieben hast und ich habe auch nicht dich gemeint, sondern ganz allgemein, und auch nicht nur bezogen auf dieses Thema.

Du hast natürlich recht, man kann und muss das im Kontext mit der Vergangenheit bewerten, und weiß dann auch alles besser einzuordnen, und zu schätzen. Das geht mir genauso wie dir.

Ich wollte jeden, der/die sich angesprochen fühlt, nur anregen, nicht bei den verpassten Möglichkeiten zu verharren, sondern, genau wie du sagst, nach vorne zu leben, und die Möglichkeiten, die sich jedem einzelnen heute bieten, zu nutzen.

Liebe Grüße,

Eva

Nach oben 05.03.2010, 15:17 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Liebe Eva,
danke, ja du sagst es, und das habe ich zum Beispiel gerade getan, habe vorm Haus einen Nachbarn getroffen (einen von der netten Sorte) und ihn spontan auf einen Kaffee eingeladen. Und dann kamen wir ins Gespräch und haben schließlich beide alte Glaubensmuster entdeckt, und so gingen wir dann daran, diese genau herauszufinden, die Ursachen dazu und diese in neue Glaubenssätze zu verwandeln, damit sich diese positiv auf unsere kommenden Erlebnisse auswirken. Das war ganz schön anstrengend, denn er so wie ich sind immer wieder ausgewichen wo es quasi "ans Eingemachte" ging, und konnten uns beharrlich gegenseitig helfen, auf den heiklen Glaubenssatz zu stoßen, ihn zu formulieren und zu Papier zu bringen, um anschließend einen neuen ins Leben zu rufen. Wir haben das beide sehr befreiend gefunden und werden diese Arbeit in zwei Wochen fortsetzen. So kann sich oft was ganz überraschend anbieten, und das nenne ich jetzt das Leben im Hier und Jetzt. Es kann neues entstehen und alte Muster gehen.
Vielleicht ergibt sich daraus ja noch eine kleine Runde von Menschen die sich gegenseitig helfen wollen, mir macht es auf alle Fälle Freude.
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 05.03.2010, 19:42 Nach unten

Acryl, Zeichnen, Aquarell

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Hallo liebe Kritzel-Inspirierten,

das ist so ein toller Strang hier, so viele Themen und Erlebnisse poppen auf, mit vielem Kopfnicken und Interesse meinerseits. Es ist auch eine Freude zu lesen wie respektvoll miteinander umgegangen wird. :!:
Mir fallen ganz viele Sachen ein, die ich zu den Beiträgen schreiben könnte, aber kann kaum allen gerecht werden.

Zu Margits letztem Eintrag: wie schön, was aus einem spontanen Kaffee-Trinken werden kann!
Und auch ich habe den vorherigen Austausch auch nicht als Jammern wahrgenommen, aber es ist schon richtig, dass man nach einigen Durststrecken andere Dinge eher Wert schätzen lernt sei es die Gesundheit, wenn sie anfängt zu bröckeln oder die Zeit zum Malen, wenn man sie grad gar nicht mehr hat, oder Gedanken an Menschen, die nicht mehr sind.
Was das Malen betrifft, ist es doch eine Freude, wenn man dann wieder zurück findet, egal in welchem Alter. Dann bringt man all das ein, was sich n der Seele in den Jahren zuvor gesammelt hat. Es sind also keien verlorenen Jahre.

Zu Inspiration fallen mir auch ganz viele Dinge ein, vieles wurde schon gesagt. ich finde aber auch, dass man friedlich mit sich sein sollte, wenn es mal nicht klappt oder die Ideen nicht so spriessen, und dann grundiert man ein paar Leinwände aber ist auf jeden Fall achtsam zu sich selber und bewertet sich nicht gleich miserabel.

Auch den Tipp von Irish zu dem Hesse Haus werde ich mal nachgehen, gibt es noch mehr solcher Sachen? Wertvolle Hinweise all das!! Und es hilft mir in launigen Momenten, wenn es mal nicht so klappt wie geplant, hier einfach mal zu lesen was die anderen bewegt. Und schon fühle ich mich nicht so allein auf weiter Flur :blume:

Liebe Grüße
Eva

Nach oben 05.03.2010, 22:53 Nach unten

Aquarell und Öl und .......

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Was Nachbarn angeht ist mir da gestern auch ähnliches passiert.
Mir gegenüber wohnt ein Pianist und Organist, der gestern Abend bei uns in einem Museum ein Konzert gab. Ich war dort und es war einfach wieder toll, Eigenkompositionen am Flügel, - handwerklich perfekt dargeboten.
Kurz, - gestern Morgen klingelte Hans-Martin an meiner Tür und drückte mir seine neue CD in die Hand! Grund war für ihn ein kleines Dankeschön weil ich ihm vor ein paar Wochen eine Rohfassung dieser CD mehrfach kopiert hatte. Sein PC war defekt, deshalb konnte er es selbst nicht. Wir saßen also im Keller, in meinem VerliesAtelierBüro und hatten eine tolle Unterhaltung. Über seine Musik und meine Bilder die dort überall herumhängen. Aber auch über seine Frau, die vor gut einem Jahr an Krebs starb.
Wir saßen dort unten und es war einfach nur klasse! Schön das mir so ein kreativer Mensch gegenüber wohnt!!
Denke ich werde mir bei Gelegenheit mal meine Aquarellsammelmappe unter den Arm klemmen und ihm ein Gegengeschenk machen. Soll er sich ein Bild aussuchen, - sind ja jede Menge drin.
Genau, - das werde ich tun! :mhh:

lg udo :winken:

Nach oben 06.03.2010, 08:42 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Liebe Eva, lieber Udo,
ich freue mich dass ihr euch auch an diesem Thread hier beteiligt und über eure Berichte. Auch meine Nachbarin hat mir vor zwei Tagen eine ihrer CDs geborgt, von Ekkehard Tolle, "Jetzt", die ich mir gerade zum Teil angehört habe, darinnen spricht er auch von der Inspiration bei Künstlern, dass diese erst kommt, wenn der Verstand zurückweicht und das Selbst, das Sein auftaucht und die Regie übernimmt. Und dabei bin ich fast eingeschlafen und hatte auf einmal so im Halbdämmern geniale Möglichkeiten der Verarbeitung bei der Ölmalerei gesehen, die ich unbedingt ausprobieren möchte.
Auch kommen meine besten Ideen wenn ich an fast nichts denke, meist so im Halbschlaf wenn das Bewusstsein noch wach ist aber der Verstand schon eingelullt ist. Dann sehe ich ganz viele Bilder vorüberziehen oder sehe mich in Techniken arbeiten die mir vorher unbekannt waren.
So hat es bei mir eigentlich auch begonnen, nach meinem Kreativurlaub auf Zakynthos im Jahre 1998 sah ich jeden Morgen im Halbdämmern wundervolle Bilder vor meinem geistigen Auge, und sie waren aber alle in altmeisterlicher Technik gemalt. Damals hatte ich nur mit Aquarell gemalt. Diese Bilder kamen aber immer wieder und sind auch immer noch in meinem Kopf. Erst 2005 habe ich dann mit Ölmalerei begonnen und mit der altmeisterlichen Technik, um diese Bilder endlich mal aus meinem Kopf und auf die Leinwand zu bringen. Ich empfinde es wie ein innerer Auftrag, das zu machen um mich innerlich davon zu befreien und es ins Leben zu bringen. Jetzt wo ich dies schreibe, fällt mir ein was ich noch zu malen habe.
Hm- langsam wird es echt Zeit, das umzusetzen.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
Margit

Nach oben 06.03.2010, 10:10 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
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Nach oben 06.03.2010, 12:34 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Toll, Margit, daß du dich erinnerst! Da bin ich echt auf deine nächsten Bilder sehr gespannt!
Ich hab übrigens im Halbdämmer schon zweimal von den Lottozahlen geträumt, wußte beim Aufwachen aber einmal nur noch vier Zahlen und das andere mal drei Zahlen, die haben gestimmt. Vielleicht kommt ja noch die dritte Gelegenheit....

Eva, ich z.B. habe geschrieben, daß ich sehr lange nicht malen konnte. Und ich bin einerseits traurig darüber, weil ich in der Zeit soviel malen und lernen hätte können. Mir ist aber bewußt, daß "hätte, könnte, würde" überhaupt nix bringt und sehe diese langen Jahre inzwischen als inneren Entwicklungsschritt an, daß Anderes wichtiger war und daß ich durch diese Zeit eben durchmußte. Ich hoffe, daß das nicht als Jammern rübergekommen ist, denn meine Freude ist ja groß, daß es jetzt wieder geht. Maleva hat es wunderbar gesagt, finde ich.

Irish, das klingt dermaßen verlockend, vielleicht wirds mal was. Find ich toll, deinen Link!

Liebe Grüsse, Uschi

Nach oben 06.03.2010, 19:55 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Überraschend hat mich heute eine Freundin ins Ba-Ca Kunstforum eingeladen, zur Ausstellung "Vom Essen im Stilleben". Da habe ich meine Liebe zur flämischen Maltechnik aufs Neue entdeckt und bin voll Begeisterung und Enthusiasmus. Es waren so traumhaft schöne alte Meisterbilder ausgestellt, einfach zum danhinschmelzen. Daneben hingen zwei Werke von Picasso, das war wie ein Faustschlag ins Gesicht, neben den feinen Arbeiten der Alten. Also ich bleibe bei meiner Altmeistertechnik, solche Leuchtkraft hat kein normal gemaltes Ölbild, das ist absolut nicht zu vergleichen! Die Bilder leuchten im Dunkeln, und vor allem, sie vergilben nicht, wenn sie technisch einwandfrei gemalt sind!
Die Ausstellung ist noch bis 30. Mai geöffnet.
Am Besten haben mir die Bilder von Anne Vallayer-Coster gefallen, gemalt um 1767. Die sind so super, so gefühlvoll gemalt und so lebendig, als stünde das Stilleben vor einem, die Suppe dampft noch, und man riecht das Brot am Teller - Hammer!!!
Das ist für mich ebenfalls Inspiration vom Feinsten!
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 06.03.2010, 20:26 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Bei mir ists mit genug Zeit wohl nicht getan, ich langweile vor mich hin, obwohl hochmotiviert was zu malen, mir will nichts einfallen und wenn ich keinen Plan hab, wird es auch nichts. Vielleicht erlebe ich zu wenig, vielleicht bin ich gefühlsmäßig zu ausgeglichen ??? Vor 15 Jahren war ich depressiv, ok, hab damals nur mit bleistift gezeichnet und die motive waren ebenfalls düster, aber mir kam eine Idee nach der nächsten...
Oder bin ich zu anspruchsvoll... Hab ein paar schöne Landschaftsfotos gemacht, aber die malen ...? Es sollte was pfiffiges sein....nichts ist mir recht.Schlimm,so ein kreatives Loch...

Nach oben 08.03.2010, 12:15 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Hallo zusammen,

finde das Thema ebenfalls sehr interessant und vor allem woher so jeder einzelne die Inspiration nimmt. Ich selbst habe ein paar Notizbücher, die ich stets mit mir rumtrage. Da schreibe und skizziere ich so alles mögliche rein, was mir einfällt oder mir ins Auge springt. Oder ich schneide Bilder aus Zeitschriften aus oder klebe auch selbst geschossene Fotos hinein. Es ist ein riesen Sammelsurium von den verschiedensten Sachen. Außerdem habe ich eine kleine Liste von Sachen, die ich unbedingt zeichnen möchte. Diese wird stets erweitert. Auch zeichne ich fast ausschließlich das was mir gefällt und wonach mir gerade ist. Aber ab und zu muss ich die Stifte auch mal weglegen, um mich neu zu sammeln, denn sonst geht alles schief und man hat das Gefühl nichts will mehr gelingen. Dann wird einfach wieder in den Notizbüchern gestöbert und irgendwann gehts frisch und munter an die nächsten Projekte.

lg, lilly

Nach oben 08.03.2010, 13:03 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Liebe Wolke,
Liebe Lilly,

die krativen Löcher kenne ich nur zu gut, bei mir dauern sie manchmal mehrere Monate; da hätte ich Zeit, aber es fällt mir nichts gescheites ein und ich habe dann auch zu gar nichts Lust; aber ich kann das auch ganz gut akzeptieren und annehmen, und mache dann in dieser Zeit was anderes, gehe mit dem Hund spazieren oder pflege den Garten oder treffe mich mit Freunden. Bei mir sind die "Gezeiten" manchmal sehr stark, erst galubt man ich reisse alles nieder und arbeite wie wild und dann sind wieder Monate da denkt man jetzt kommt überhaupt nichts mehr. Aber inzwischen ist es mir bewusst und daher kann ich das auch akzeptieren, es ist wie das Meer, Ebbe und Flut, und ich lasse mich darauf treiben wie ein Boot und genieße das Leben so wie es gerade ist.
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 08.03.2010, 13:39 Nach unten
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