"Alle Menschen haben die Anlage, schöpferisch zu arbeiten, nur merken es die meisten nie." (Truman Capote)




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 Inspiration - woher nehmen? 
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Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Astrid, das ist ja echt der Hammer, vielen herzlichen Dank für den tollen Tipp!

Engelchen: interessant, das bestätigt mir wieder, dass eigentlich oft nur der Anfang das Schwierige ist und wenn es mal läuft dann geht es eh gut.
Danke für deine Beschreibung!
LG Margit

Nach oben 05.02.2010, 11:16 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
an Mary und selbstverständlich an alle: Inspiration kommt sehr stark aus der Kraft der Visualisierung und Imagination. Stark deshalb, da die Phantasie aus ihr gespeist und lebendig gehalten wird.
Ein Wort, ein Ton, eine Melodie, Farbe, eine Bildsequenz, ein Augenblick, ein Gefühl...

und Bilder entstehen vor unserem inneren Auge.

Nach oben 05.02.2010, 18:33 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Beitrag: Re: Inspiration - woher nehmen? - 05.02.2010, 18:33 Wolkenkalligraphie hat geschrieben:
an Mary und selbstverständlich an alle: Inspiration kommt sehr stark aus der Kraft der Visualisierung und Imagination. Stark deshalb, da die Phantasie aus ihr gespeist und lebendig gehalten wird.
Ein Wort, ein Ton, eine Melodie, Farbe, eine Bildsequenz, ein Augenblick, ein Gefühl...

und Bilder entstehen vor unserem inneren Auge.

Nun ja, aber sind das nicht alles zuvor gespeicherte Informationen aus dem Unterbewusstsein?
Bewusst visualisieren kann ich doch nur, was ich bereits kenne, und mir dann auch vorstellen. Aber etwas ganz Neues schaffen, das müsste doch dann vom Überbewusstsein kommen, direkt aus dem schöpferischen Prinzip?
LG Margit

Nach oben 05.02.2010, 18:40 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Beitrag: Re: Inspiration - woher nehmen? - 05.02.2010, 18:33 Wolkenkalligraphie hat geschrieben:
an Mary und selbstverständlich an alle: Inspiration kommt sehr stark aus der Kraft der Visualisierung und Imagination. Stark deshalb, da die Phantasie aus ihr gespeist und lebendig gehalten wird.
Ein Wort, ein Ton, eine Melodie, Farbe, eine Bildsequenz, ein Augenblick, ein Gefühl...

und Bilder entstehen vor unserem inneren Auge.


Ja,ich dachte das ist eben der Unterschied zwischen einem Künstler und einem Hobbymaler wie ich es bin.Diese Fähigkeit ein Bild ganz aus der eigenen Vorstellung zu erschaffen.
Ich brauche immer eine reale Vorlage.Selbst wenn ein Bild in meinem Kopf entsteht ist es flüchtig.Mit anderen Worten ich denke einem "Nichtkünstler" fehlt die Fähigkeit zur Visualisierung.

Nach oben 05.02.2010, 23:30 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Oh ist das spannend hier bei Euch :logisch:

Magie, yum HG feur Dein Bild...da fiel mir sofort folgendes ein ..muss mal etwas weiter ausholen...
Also vor etwas 3 Jahren oder so, da war ich mit einer Freundin in Dingle an einem sehr schoenen weiten Strand . Der Strand liegt in einer Bucht , rechts und links sind Berge ...entgegen den meisten Straenden hier in Irland, ist dieser Strand sehr sehr breit und sehr sandig mit wenig Steinen ...nun wir gingen dort spazieren , mit den Fuessen fast im Wasser . Nach eienr Weile laufen stiessen wir auf die Ueberreste von einem riesigen Fisch ...warscheinlich ein Delfin oder aehnliches ...es was nur noch der Schaedel und ein paar Knochen uebrig ...ich habs fotografiert ...ich fotografiere staendig und vieles davon dient mir irgendwann mal als Malvorlage * auch eine Art Inspiraion :logisch: *
Naja , bei Deinem Bild muss ich immer an diesen Delphin am Strand denken ....dachte naehmlich selbst auch damals schon , das muesste man mal malen weil es so skuriel ist ....meine Freundin fand das wiederlich :mrgreen: ich hatte es genau aus diesem Grund auf Foto festgehalten ...um es zu malen :rofl:
Dein Bild ruft staendig dieses Bild in mir hervor ....die von Dir gemalten Dinge liegen wie zufaellig angespuehlt am Strand , wie ein Skurieles Stilleben ...sie liegen im Sand , von wenigen Kieseln umgeben und werden staendig von seichten Wellen und weicher Gischt umspuehlt ...eine neue Welle kommt und das Wasser arrangiert den Sand und die Kiesel um die Gegenstaende wieder neu ...ich kann das Bild richtig vor mir sehen ...ich hab sogar eine CD, die hab ich heute Nachmittag gehoert ...da sit gany am Schluss minutenlanges Wellenrauschen zu hoeren ...in echt , nicht elektronisch , wenn mann die Lautstaerke sehr aufdreht dann kann man sogar kleine Kiesel hoeren und die Gischt wie sie blubbernd im Sand verlaeuft .
Wenn Du etwas Yeit hast, und moechtest, dann kann ich die Bilder fuer dich raussuchen und Dir auch eine Kopie von der CD machen ////im Moment geht es nur leider nicht , weil schon seid Wochen mein Internet nicht funktioniert und ich hier mit dem Laptop und ewig langsamen Funkmodem meines Mannes vorlieb nehmen muss .

Zur Sache mit der Inspiration .....die bekomme ich beim hoeren von Musik, einzelnen Woertern oder aus bestimmten Situationen heraus ...meist hab ich dann schon das fertige Bild im Kopf und ich brauch es nur noch malen .
Leider bin ich auch zeitlich sehr gebunden....mit Schulpflichtigen Kindern, Haushalt und einem halben zoo und riesen Garten ist auch nicht immer so einfach :winken:

Nach oben 06.02.2010, 00:12 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Liebe Irish,
das ist total spannend was du da schreibst und dass du in Irland wohnst! Finde ich absolut genial, Irland ist das absolute Traumland meiner Tochter, sie möchte für ihr Leben gerne mal nach Irland und ich muss sagen mich würde es auch überaus reizen, es ist einfach traumhaft schön, bereits auf den Fotos. Alle die ich kenne, schwärmen von Irland. Wenn ich wüsste was wir mit unserem Hund in der Zeit machen, würde ich sofort eine Reise nach Irland buchen.
Also deine Schilderung mit dem Strand ist genial, man kann sich sofort tief hineinversetzen und es passte ganz genau zu meiner ersten Idee die ich für dieses Bild hatte. Dann kamen noch andere Ideen und es wurden immer mehr Möglichkeiten, das Bild fertig zu stellen. Genau das hat dann dazu geführt dass ich es gar nicht fertig gestellt habe.
Ich hatte heute morgen die Idee, das Bild mal mit einem Bildbearbeitungsprogramm mit verschiedenen Hintergründen auszuprobieren und dafür muss ich erst mal lernen mit dem Programm umzugehen und es anzuwenden. Aber ich denke das rentiert sich, denn das Problem, wie soll ich ein Bild fertig stellen, wird sich ja öfter stellen.
Ein Gedanke von mir war auch, eben besagten Strand zu malen, doch vor dem Meer eine eingestürzte Mauer zu malen, als Symbol.
Bei all den Ideen muss ich natürlich aufpassen, dass es eine gute Tiefenwirkung gibt und dass es farblich zusammenpasst, dass sich die Dinge im Vordergrund gut farblich und räumlich absetzen. Das das Bild eine gute und dramatische Gesamtwirkung bekommt; das es die Fantasie anregt; dass es eine Aussage hat, die meiner Idee entspricht. Dass es auch technisch gut umgesetzt werden kann und dass es eben als Ganzes wirkt.
Hm, hab da noch eine ganz andere Idee....
Ich greife der Zeit voraus und visualisiere das fertige Bild in einer Ausstellung. Es hängt zu einem sehr guten Preis in einem schönen Barockraum und wird von vielen Leuten bestaunt. Wie sieht es dann aus?
Was fühle ich? Was sehe ich?
Vielen Dank für dein Angebot mit der CD! Dabei fällt mir gleich ein dass ich ja auch noch einige CDs mit Walgesängen habe. Auch das könnte eine gute Anregung sein!
Vielleicht passt das dann schon, ich werde mal nachsehen, ich habe etliche CDs mit Naturgeräuschen.
Vielen Dank also für die Anregung! Eine super Idee!
LG Margit

Nach oben 06.02.2010, 08:29 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Hallo zusammen!

Ich greife das Thema mal wieder auf, weil ich es heute erst gesehen habe.
Bei mir ist das so, daß ich zig Bilder im Kopf hätte, und ich oft Angst davor habe, sie zu malen. Weil ich weiß, befürchte, sie werden nicht so, wie ich sie innerlich sehe. Es ist auch so, daß ich oft Themen habe, die keine große Resonanz hervorrufen, vielleicht, weil ich da kompromißlos genau das male, wie ich eben sehe? Ich beneide niemanden, der von der Kunst leben muß und daher sicher immer wieder zu Kompromissen gezwungen ist. Und ich denke, daß das etwas von der Inspiration verkümmern läßt, wenn man sich zu sehr danach richtet, was sich verkaufen läßt und was den Leuten gefällt. Es ist natürlich auch nicht toll, wenn es dann wiederum fast niemandem gefällt, jedoch für mich persönlich wichtiger, daß ich mir selbst treu war.
Ich habe mir vor zwei Jahren versprochen, daß ich mich/meine Seele/meine Intuition/Inspiration nie mehr verraten werde, das hatte ich zu oft getan. Und in den zehn Jahren, wo ich das am meisten getan habe, konnte ich fast nicht mehr malen. Danach ging es so schön langsam wieder und in den letzten Wochen hat mich wieder sowas wie ein Malfieber gepackt. Auch wenn ich das Malen nicht gelernt habe, weiß, daß ich für geschulte Augen wahrscheinlich stümperhaft male, werde ich mich nicht mehr selbst verraten und deshalb nix mehr malen. Solange ich diese innere Freude an einem Bild habe, kann es für mich nur richtig sein.
Gerade in den letzten Tagen habe ich viel darüber nachgedacht und umsomehr hat mich das Thema jetzt interessiert.
Na ja, und wenn es erst ab 60 richtig gut wird, dann kann ich mich ja freuen.

Liebe Grüsse, Uschi

Nach oben 03.03.2010, 20:17 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Liebe Uschi,
da bin ich ganz deiner Meinung! Auch ich möchte vor allem authentisch sein in meiner Malerei, wenn nicht da, wo sonst? Ich finde das unglaublich wichtig! Sogar mein Meister Fuchs hat mir mal gesagt: "wenn du nicht von deinem Motiv begeistert bist und es mit großer Freude malen möchtest dann lass es bleiben."
Und ich habe auch beobachtet, dass die Leute nur das wirklich gut malen was sie lieben und was ihnen wirklich Freude bereitet. Alles andere macht keinen Sinn.
Wir haben eh genug Bereiche wo wir machen müssen was man von uns erwartet.
Auch mir ist die Malerei heilig und bevor ich mich verbiege nur um Geld zu verdienen, mache ich lieber irgendwas anderes, Möglichkeiten gibt es genug.
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 03.03.2010, 20:27 Nach unten

Aquarell und Öl und .......

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Wenn ich als Mann da kurz auch einmal einen Gedanken einwerfen darf, - für mich hat Kunst, die Malerei auch was sportliches!
Neben dem Mut sich überhaupt über ein manchmal sehr großes Stück Leinwand herzumachen gehört auch immer der Genuß eines kleinen (wieso klein!! :mhh: ) Sieges dazu. Ok, ein Bild wird meist nie genauso wie man es vorher geplant hat, aber der Stolz und die Freude darüber wenn es denn fertig und gelungen ist ist umso größer. Manchmal ertappe ich mich dabei wie ich respektvoll vor der noch weißen Leinwand sitze. Mir ist auch wurscht wie andere meine Motivwahl sehen, - das ist mir völlig egal.
Ich male auch nur das, was ICH malen will! Und das soll und wird auch so bleiben! Ein Freund von mir (Kunstbanause!) möchte gern ein Bild von mir auf Edelstahlblech kopiert haben, aber das werde ich NICHT tun. Weils mir keine Freude machen wird. Das weiß ich jetzt schon. Werde ihm sagen er soll mit 1000€ (Geld hat er genug, - nur zu geizig!) in eine gute Galerie gehen und dort was adäquates kaufen. :twisted:
Das will ich gar nicht, - meine kostbare Zeit für sowas vergeuden. Es gibt so viele Bilder die noch gemalt werden wollen, - da kann ich mich mit sowas nicht aufhalten! :grins:

lg udo :winken:

Nach oben 03.03.2010, 21:36 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Ja, Margit, ich denke, daß stimmt - wenn man das liebt, was man malt, dann ist es richtig und gut. Weil dann das Bild eine Ausstrahlung hat, das andere Bilder eben nicht haben.
Udo, das find ich Klasse, daß du es nicht malen wirst, würde ich auch so machen. Oh ja, den Respekt vor der weißen Leinwand kenne ich auch recht gut, die Zweifel zwischendurch und dann dir Freude, wenn es endlich fertig ist!

Liebe Grüsse, Uschi

Nach oben 03.03.2010, 22:28 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Lieber Udo und liebe Uschi,
ja das kann ich sehr gut verstehen. Auch ich ringe schon mit der Zeit und möchte genau die Bilder malen die mir noch vorschweben, davon abgesehen möchte ich endlich meine angefangenen Bücher fertig schreiben. Leider ist rundum immer so viel zu tun und für die Malerei und Schreiberei viel zu wenig Zeit übrig. Es ist immer was zu erledigen, Arztwege, jetzt der Umzug, und die Zeit wird mir so kurz....viel zu kurz.
Das Gefühl was mir die Malerei gibt, während des Malens und nach der Fertigstellung eines Bildes, kann man nicht mit anderen Dingen ersetzen, auch nicht mit Geld. Es ist für mich ein Ringen mit mir selbst, ein Dialog mit meinem Innersten, begleitet mit Selbsterkenntnis und oft auch Selbstüberwindung. Es ist für mich Therapie und Ausdruck zugleich. Was die Malerei von der Schreiberei für mich unterscheidet, ist dass das handwerkliche Tun bei der Malerei ein beruhigendes Ritual darstellt, der Geruch ein Geborgenheitsgefühl, das Gefühl, zu Hause und angekommen zu sein.
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 04.03.2010, 07:05 Nach unten

Aquarell und Öl und .......

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Beitrag: Re: Inspiration - woher nehmen? - 04.03.2010, 07:05 MaGie hat geschrieben:
Was die Malerei von der Schreiberei für mich unterscheidet, ist dass das handwerkliche Tun bei der Malerei ein beruhigendes Ritual darstellt, der Geruch ein Geborgenheitsgefühl, das Gefühl, zu Hause und angekommen zu sein.
Liebe Grüße
Margit


....jaa, so sehe ich das auch!
Auf vieles könnte ich sehr gut verzichten, Fernseher, meine CD Sammlung, auch kulturell, Kino, Shoppen, etc., - also sollte man mir das Haus leerräumen, - bitte die Farben, Leinwände und Blöcke stehenlassen.
Den genau das gehört zum Zuhause dazu. Wichtiger als manch anderes.
Aber noch wichtiger ist die Fähigkeit solche Dinge zu schaffen, - das nimmt einem keiner! DAS ist das schöne!
Es ist in dir drin!

Nach oben 04.03.2010, 08:11 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Guten Morgen!

Tut gut, euch zu lesen, denn ich stimme da voll und ganz zu.
Das Ringen mit sich selbst, die Selbstzweifel - das alles gehört anscheinend immer wieder dazu. Ich dachte manchmal, daß das irgendwann weggeht, ist aber nicht so, oder?
Ich hab mir schon öfter gedacht, wenn ich mal so ganz überstürzt was retten müßte aus unserem Haus, dann wären es meine Bilder, meine Malsachen, ganz als erstes (also zuerst mal meine Tiere selbstverfreilich).
Aber auch das stimmt, die Fähigkeit zu malen, die nimmt man ja immer mit. Kreativität ist einfach was wunderschönes.

Liebe Grüsse, Uschi

Nach oben 04.03.2010, 08:30 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Zitat:
Was die Malerei von der Schreiberei für mich unterscheidet, ist dass das handwerkliche Tun bei der Malerei ein beruhigendes Ritual darstellt, der Geruch ein Geborgenheitsgefühl, das Gefühl, zu Hause und angekommen zu sein.
Liebe Grüße
Margit

Nun, das kann ich nicht ganz für mich so umsetzen, da die Schreiberei mir nicht weniger an "Ritual, Geborgenheitsgefühl oder das Gefühl zu Hause/bei mir angekommen zu sein übermittelt.
Das kommt natürlich auf das Thema an, welches mir dann gerade im Kopf geistert und ich unbedingt zu Papier bringen muss, wie beim Malen auch.

Die Tage, wo gar nichts geht, kenne ich leider auch nur zu gut.

Liebe Grüße

Nach oben 04.03.2010, 10:43 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Tinkerbella, ich hoffe das stellt sich bei mir auch ein. Aber ich stand vor 5 Jahren vor der Entscheidung entweder gehts mit dem Malen voran oder mit dem Schreiben, beides zugleich habe ich nicht geschafft. Ich möchte aber in Zukunft nach meinem Umzug wieder der Schreiberei mehr Zeit einräumen.
Solange ich das Atelier habe und auch erhalten musste, blieb leider keine Zeit mehr fürs Schreiben übrig. Ich bin neugierig wie sich das nach dem Umzug ändern wird.
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 04.03.2010, 12:56 Nach unten

Pastellkreide, Öl, Stifte

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Hallo ihr Lieben,

was für ein spannendes Thema, und was für tolle Beiträge. Wisst ihr, was ich in unserem Kritzelmeister-Forum am meisten liebe? Dass sich Menschen hier so öffnen, und zugeben, wenn sie sich schwach und ausgelaugt fühlen. Dass sie eben nicht immer die starken, vor Inspiration sprühenden Menschen sind, wie manche es glauben machen. Ich schätze mich glücklich, dass ich euch hier kennen gelernt habe, und mit euch diskutieren kann!

Aber jetzt zum Thema :grins:

Also bei mir ist es so, dass ich das Malen vor über 30 Jahren begonnen habe, weil ich Stimmungen, Gefühle, Erlebtes irgendwie festhalten wollte. Ich habe auch mal Gedichte geschrieben, aber das Malen hat mich mehr "befriedigt". Ich selbst kann bei meinen Bilder immer sehen, wie es mir gerade geht, oder beim Malen ging. Und meine Bilder haben fast alle (Aufträge für Freunde mal ausgenommen) eine Geschichte. Ich verwende auch Vorlagen, und sammle alle möglichen Zeitungsausschnitte, Bilder, Reklamen etc., einfach weil mich irgend etwas am Motiv anspricht. Und dann baue ich Teile der Vorlagen mit ein, oder wandle sie ab, manchmal nur die Körperhaltung, oder ein Landschaftsausschnitt, eine Augenpartie, oder, oder, oder. Manchmal fotografiere ich auch selbst Alltagssituationen, die sich irgendwann auf einem Bild wieder finden. Und das wird dann kombiniert mit Bildern in meinem Kopf...

Meistens ist mein Problem nicht, dass mir nix einfällt, sondern, dass ich 10 Ideen für Bilder gleichzeitig im Kopf habe, die ich alle gerne sofort malen möchte.

Als ich jetzt im Januar/Februar 6 Wochen "krank" zuhause war, habe ich das richtig genossen. Ich habe in dieser Zeit 4 Bilder gemalt - ihr kennt sie alle. Normalerweise kann ich höchstens 1-2 Bilder im Monat malen, wenn überhaupt. Ich bin vollzeit berufstätig, und abends noch der Haushalt und das Einkaufen, da bleibt nicht viel Zeit. Ich habe pro Woche insgesamt vielleicht 6-8 Stunden Zeit fürs Malen, und da ich keine "Schnellmalerin" bin, ist mir die Zeit immer zu wenig. Oft dauert ein Bild dann auch mal 2 Monate, bis es fertig ist.

Komischerweise hat das Wetter darauf überhaupt keinen Einfluss bei mir. Ich habe zwar ein Atelier mit Fenster, aber mir ist das völlig egal, ob draußen die Sonne scheint, oder ob es stürmt. Wenn ich in meinem Atelier bin, bin ich ganz bei mir, und bekomme das Wetter draußen gar nicht mit.

Ich habe so viele Motive in mir, die ich malen möchte, so lange werde ich vermutlich gar nicht leben um die alle zu malen :rofl:

Zugegeben, es gibt manchmal Tage, an denen ich das Gefühl habe, wenn ich jetzt an dem Bild weitermache, verhunze ich es. Kommt selten vor, vielleicht 3-4 mal im Jahr. Dann stürze ich mich auf mein umfangreichens Motivvorlagen-Archiv, sortiere und ordne, und spätestens nach einer Stunde, habe ich unbändige Lust zu malen.

ich höre auch immer Musik beim Malen, meist Liedermacher. Auch die Texte inspirieren mich immer sehr.

Ihr kennt ja meine Bilder, es sind halt immer Motive, die einen Bezug zu mir, und zu dem, was mich gerade beschäftigt, haben. Das brennt dann in mir, und ich muss es auf die Leinwand bringen. Und wenn das Bild fertig ist, habe ich schon längst andere Dinge im Kopf, die mich beschäftigen, und die ich malen möchte.

Allerdings habe ich bisher auch noch nie ein Bild verkauft, vielleicht ist da der Druck auch nicht so da. Und ich male fast nur das, was ich malen möchte. Ab und zu ein Geschenk für meinen Mann oder eine/n Freund/in, aber zu 90 % nur das, was mich bewegt. Vor kurzem hat mich jemand gefragt, was ich für den Udo Lindenberg haben wolle - jemand mit viel Geld.... Und ich hab gesagt, ich verkauf ihn nicht, da hängt mein Herzblut dran... Das ist natürlich ein Luxus, den man sich nur leisten kann, wenn man auf dieses Geld nicht angewiesen ist.

Also bei mir ist das Problem eher umgekehrt.... Ich hab zu viel Inspiration, und zu wenig Zeit... Mein Mann möchte ja auch ein bisschen was von mir haben...

Schlechtes Gewissen habe ich beim Malen allerdings nie, auch wenn die Sonne scheint, oder ich eigentlich andere wichtige Arbeiten zu tun habe.

Ich habe da einfach feste Termine mit mir selbst.

Mir tut das gut, und für mich ist das vergleichbar, wie eine Maschine, die gewartet wird :rofl:

Mein Mann sagt immer, ich sei sehr ausgeglichen, wenn ich vom Malen komme, und er hat recht :grins:

So, jetzt habe ich Margit mit der Länge des Textes übertroffen :rofl:

Liebe Grüße

Eva

Nach oben 04.03.2010, 14:23 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Super Beitrag, Eva!
Zwei Bilder im Monat sind aber doch toll, finde ich. Ich hab ja in zehn Jahren einige Jahre davon gar nicht gemalt. Da waren solche Blockaden, und ich wußte einfach nicht, wie ich es anfangen soll, daß ich wieder konstant malen kann. Es hat sich dann ergeben in den letzten Wochen, dieses Forum war ein Anstoß, auch Margits Erzählungen, daß sie da sehr diszipliniert ist. Ich dachte mir, ich kann noch lange auf den Startschuß warten, er wird nicht kommen, wenn ich ihn mir nicht selbst gebe.
Was ich wirklich wunderbar finde: Seitdem ich wieder male, habe ich wieder so schöne Träume. Von Regenbögen, von Gegenden, in denen ich früher im Traum schon oft war, von einer uralten Kirche, die teils aus gewachsenen Bäumen und Stein ist und hell erleuchtet ist, von glasklarem Wasser, und einige Träume, wo ich fliegen kann, die mag ich eh fast am liebsten. Das Malen hat mir wieder den Weg zu mir selbst eröffnet und ich bin wirklich glücklich darüber.

Ich hab das übrigens auch immer so gemacht, gesammelt was ich vielleicht mal für ein Bild brauchen könnte.

Im Gegensatz zu dir habe ich Angst, meine Bilder zu vermasseln , nicht, daß ich keine Zeit dafür habe, Ideen hab ich auch genug. Aber mich ärgert es, daß ich sooo lange Zeit nichts gemalt habe, und ich hätte die Zeit dazu gehabt. Aber gut, ist halt so gewesen. Ein schlechtes Gewissen hab ich auch nicht, wenn ich male, da kann rund um mich das Chaos sein und es stört mich nicht. Oder das schönste Wetter - was solls. Ich finde auch, daß ich da mehr Kraft für den Alltag habe, und für so ungeliebte Dinge, die zu erledigen sind, wenn ich wenigstens eins habe, was ich sehr gern tue.

Liebe Grüsse, Uschi

Nach oben 04.03.2010, 14:43 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Zitat:
blieb leider keine Zeit mehr fürs Schreiben übrig. Ich bin neugierig wie sich das nach dem Umzug ändern wird.

Das wünsche ich Dir vom ganzem Herzen, dass Du wieder Zeit dafür findest, denn wenn Du schreibst, wie Du malst........dann wäre es wirklich schade, Du würdest es nicht in Angriff nehmen. :D :winken:

Nach oben 04.03.2010, 15:02 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Liebe Eva und liebe Uschi,

eure Berichte wärmen mir das Herz! Ich kann richtig spüren was in euch vorgeht und wie sehr Eva um ihre Malzeit kämpfen muss. Ich finde solche Berichte sehr berührend und sehe dass es nicht nur mir so geht bzw. ging. Ich musste ja auch noch bis voriges Jahr Puppen machen um zu überleben und dabei hätte ich viel lieber gemalt, am Liebsten den ganzen Tag.
Ich ringe auch mit der Überlegung, das Atelier aufgeben, ja oder nein; behalte ich es, bin ich gezwungen die 3600 Euro Unkosten im Jahr auf die Beine zu stellen, denn von der Pension kann ich gar nichts abzweigen. Das hieße dann Kurse machen, die ich aber wegen meiner Krankheit schon sehr anstrengend empfinde, auch wenn ich sie wahnsinnig gerne mache und es mir eine ganz große Freude ist, anderen malerisch weiterzuhelfen.
Ich habe es erst kürzlich wieder erlebt, erst war ich eine Woche selber bei Fuchs in Ausbildung, und habe mich mit letzter Kraft durch die Woche geschleppt. Glücklicherweise hat mich eine ganz liebe Kursteilnehmerin mit dem Auto abgeholt und wieder nach Hause gebracht, wofür ich ihr sehr dankbar bin, denn den weiten Weg nach Klosterneuburg hätte ich nicht mehr geschafft, und noch ganzen Tag vor der Staffelei stehen.
Die Woche drauf allerdings hatte ich selber Kurs und da bin ich dann gegen Ende der Woche auch zusammengeklappt. Der Zwang also, Kurse machen zu müssen auch als Kranke, um das Atelier zu erhalten ist für mich zu viel Druck.
Ich hoffe halt sehr dass ich in der neuen Wohnung möglichst viel unterbringe, um das Atelier aufgeben zu können. Dafür muss ich halt dann in Kauf nehmen dass ich die Chemikalien im Zimmer habe, die ja ihre Dämpfe ausstrahlen und das wieder alles angerammelt ist mit Material, Staffeleien und so Zeugs.
Aber ich hätte keinerlei Produktionsdruck und Leistungsdruck mehr.

Gestern war eine ganz liebe Schülerin bei mir, mit der ich mich schon sehr angefreundet habe und es war so super schön gemeinsam zu malen. Ich freue mich immer so wenn sie kommt und ich bin sicher, es ist gegenseitig. Das finde ich zur Zeit ganz optimal. Ich kann selber malen und sie gleichzeitig beobachten und helfend einschreiten. Für mich gibt es nichts Schöneres.

Wenn ich allerdings eine Idee für ein Bild ausarbeite, dann brauche ich die Einsamkeit und volle Konzentration.
Dann werden Gegenstände aufgebaut, fotografiert und das kann oft einen Tag oder sogar mehrere dauern bis mir eine Kombination gefällt. Abends sehe ich mir die Fotos am PC an und gustiere dann.

Ich liebe es, Gegenstände die ich zusammengestellt habe, mit Fantasiehintergründen zu mixen, aber mein Lehrer hat gemeint das ist nicht gut, ich müsse auch reale Hintergründe malen, möglichst auch aufbauen mit dem Stilleben. Ich mag aber keine Pappschachteln und so Zeug. Ich will meine Fantasie schweifen lassen und ins Bild einbringen.

Sehr inspirierend finde ich die Bilder von Jolanda Richter, die schwebenden Menschen. Auch ich habe als Kind immer geträumt dass ich fliegen kann, und das war einfach wunderbar. Oft denke ich nach wie ich einen fliegenden Menschen malen könnte, doch fehlen mir dazu die fundierten Zeichenkenntnisse um so ein Bild nur aus der Fantsie zu entwerfen. Ich bräuchte daher eine Vorlage.
Aber wie fotografiere ich jemanden der fliegt, bzw. wie kann ich das simulieren? Solche Gedanken gehen mir öfter durch den Kopf.
In diesen Situationen wünschte ich mir, ich hätte eine fundierte grafische Ausbildung genossen. Manchmal denke ich mir, meine wahren Talente wurden mein ganzes Leben lang unterdrückt, und das finde ich total schade, da ich schon im Alter von 4 bis 5 Jahren gerne Malerin geworden wäre. Aber ich konnte mich nie gegen den Willen meiner Eltern wehren oder durchsetzen, was sich dann ja auch in der Ehe fortgesetzt hat, wo mein Mann mir die Malerei verboten hatte. Erst viel später kam ich dann wieder mit Malerei in Berührung. Es war 1998 als ich meine Wohnung aufgelöst habe und meine Kinder auch eigene Wohnungen bezogen und ich endlich nicht mehr für jemanden sorgen musste. Ich hatte zwar noch meinen Beruf aber keine Verpflichtungen mehr, war geschieden und alleine. Da erst kam ich im Urlaub auf Zakynthos mit der Malerei wieder in Berührung, und diesmal habe ich nicht mehr davon abgelassen.

So ging eines ins Andere und inzwischen habe ich viele Kurse besucht und tolle Menschen kennen gelernt-
Was ich auch gerne malen möchte, sind Porträts, doch mangelt es mir leider an Modellen; meine Kinder wollen mir nicht Modell stehen und auch nicht von mir gemalt werden. Von den Freundinnen hat niemand wirklich so lange Zeit. Und Fotos sind leider in der Qualität nicht ausreichend, um die feinen Hautnuancen wiederzugeben.
Derzeit habe ich das Gefühl, irgendwie in der Luft zu hängen;
der Umzug ist noch ein großes Projekt und es ändert sich damit auch mein ganzes Leben, ich möchte mehr auf meine Gesundheit achten als bisher, denn irgendwie komme ich mir manchmal uralt vor.
Das Thema Tod interessiert mich derzeit noch, da ich ihn als Übergang in eine neue Daseinsform betrachte.
Da meine Mutter letztes Jahr verstorben ist, ist das Thema relevanter denn je; es gibt mir irgendwie vielleicht das Gefühl dem Ableben nicht unvorbereitet gegenüber zu stehen, ich spüre einen sanften Frieden in mir, wenn ich diese Themen male, eine Stille und Ruhe, so wie bei ganz stiller klarer See.
Es ist da nichts Beängstigendes oder Aufregendes, sondern ein Hafen in den wir zurückkehren aus der Welt der Materie, die ja im Grunde Illusion ist.
Hm - wo ich das schreibe habe ich auf einmal eine tolle Bildidee- ich muss da gleich mal eine Skizze machen!
Ich freue mich dass ich meine Gedanken hier mit euch teilen kann und dass auch ihr eure Gedanken mit mir teilt. Ich fühle mich mit euch verbunden und auf tiefer Ebene eins.
Eure Margit

Nach oben 04.03.2010, 16:05 Nach unten

Beitrag  Re: Inspiration - woher nehmen?
Danke Tinkerbella,
ja, ich freue mich schon sehr auf die Schreiberei, immer mehr! Ich glaube die Zeit ist jetzt reif, und Erfahrung habe ich im Laufe meines Lebens ja auch viel gesammelt; nur bin ich total aus der Übung; ich möchte auch selber wieder mehr lesen und meinen Wortschatz zu erweitern.
Einer meiner Lieblingsschriftsteller ist John Updike; er schreibt über banale Alltagssituationen total spannende Geschichten, und kann mit Wörtern jonglieren dass sie einem langsam auf der Zunge zergehen; manche Sätze lese ich dreimal, weil sie so genial formuliert sind. Ich bin dann voll drin in seiner Geschichte, als würde ich es selbst erleben was er schreibt. Das bewundere ich überaus!
Liebe Grüße
Margit

Nach oben 04.03.2010, 16:16 Nach unten
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