"Was nützen mir die Farben, wenn ich nicht weiß, was ich malen soll?" (Michel de Montaigne)




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 Die Frage:"Wie machst du das?" 
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Pastell,Acryl

Beitrag  Die Frage:"Wie machst du das?"
Hallo ihr Lieben,

ich weiß nicht wie es euch geht, ich bekomme immer wieder die Frage gestellt "Wie machst du das?" wenn jemand meine Bilder sieht. Abgesehen davon, dass ich natürlich noch sehr viel lernen muss, was das malerische/zeichnerische angeht, weiß ich nie was ich darauf antworten soll. Wenn ich sage, dass ich einfach den Stift/Pinsel in die Hand nehme und drauf los male, sind die meisten Fragesteller ziemlich enttäuscht. Scheinbar erwarten sie ein Geheimnis hinter der Malerei, so eine Art Zaubertrank scheinbar...

Wie kann man die Frage denn "richtig" beantworten? Was sagt ihr, wenn euch jemand fragt, wie ihr eure Bilder zu Papier/Leinwand etc. bringt?

Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Meinungen! :winken:

Nach oben 29.04.2014, 09:27 Nach unten

Pastellkreide, Öl, Stifte

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Hi Elfinchen,

mag sein, dass es tatsächlich so ist, dass du "einfach drauf los malst". Aber selbst wenn, ist bis dahin wahrscheinlich einige Zeit des Übens vergangen. Klar, manches geht einem in Fleisch und Blut über, wenn man es häufig macht, aber wie bei fast jeder Tätigkeit eignet man sich die Fähigkeiten und Fertigkeiten erstmal an.

Wenn mich jemand fragt, antworte ich "etwas Talent, viel Übung, ein geschultes Auge, keine Angst vor Fehlschlägen"

Nach oben 29.04.2014, 12:37 Nach unten

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Ich nehme mit meiner Antwort direkt die implizierte Unterstellung voraus: "Mit viel Übung."

Denn die Unterstellung ist immer: "Was ist dein Trick?"

Die Leute können sich nciht vorstellen, dass jemand eine halbwegs realistische Zeichnung aus dem Nichts erschafft. Also suchen sie nach dem Trick. Das, was du ihnen voraus hast. Das kann nicht viel sein. Das muss irgendein Kniff sein. Irgendein Schalter. Vielleicht schummelst du auch. Du hast das da irgendwie schon in Infrarot auf dem Blatt und zeichnest nur nach, und deine Brille macht das irgendwie sichtbar.

Ich habe schon derart bekloppte Fragen gehört, wenn ich auf Messen zeichne! Das ist live, ich sitz da, ohne Netz und doppelten Boden, und die Leute glauben's nicht. "Haben Sie das gezeichnet?" (Nein, ich habe einem berühmten Künstler auf der Fahrt hierher in der Bahn eine halbfertige Skizze aus der Hand gerissen und tu jetzt so, als würde ich sie weiterzeichnen.) "Wie machen Sie das, haben Sie da Schablonen?" (Klar, Alan Lee fertig die für mich. Heut habe ich grade meine "Reiter auf Pferd vor Baum mit Efeu" Schablone dabei.)

Brüllkomisch. :D

Das Interessante ist: Diese Frage kommt nur bei Leuten ab 22-25. Kinder und Jugendliche akzeptieren, dass da jemand ist, der etwas besser kann als sie, und schließen daraus sofort, warum das so ist - der hat wohl mehr geübt. Wenn die Leute etwas älter sind, haben sie das Gefühl, sie selber sind fertig, komplett und ausgewachsen, und jeder andere bitte auch - und wer etwas kann, was ich nich kann, der hat nen Trick.

Hier habe ich dazu mal einen guten Artikel gelesen. Die Quintessenz: "WIR haben kein geheimes Wissen entdeckt - IHR habt bloß aufgehört es zu versuchen."

Nach oben 29.04.2014, 12:56 Nach unten

Bleistift, Pastell, Buntstift

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Naja. Ich stelle diese Frage auch genauso gerne (und habe sie auch schon beantworten müssen) :rofl: Vieles ist tatsächlich einfach ein Handwerkszeug und damit fängt das an. Z.B. so wie ernesto einfach so feine schöne Haut zaubert... Graphitpulver und ein Kosmetikschwamm... Ich unterstelle dies zumindest mal hier bei uns Kritzlern, dass die Frage schlicht dieses Hintergrund hat. Jenny´s kuriose Frager sind dann die andere Gruppe, die wirklich nichts damit zu tun haben. :rofl: Herrlich mit der Schablone. Ach ja, und vergiss nicht den Schleichelefanten zu erwähnen der sich via Mechatronik mal eben schnell in eine andere Position setzen kann.

Außerdem lernt jeder unterschiedlich. Manche schütteln sowas tatsächlich aus dem Ärmel, weil vlt die Veranlagung stimmt, andere müssen sich das erarbeiten. Ich stehe ja total auf WiPs, mein gerne analysierendes Gehirn kann somit auch über das Internet dann mitverfolgen und so "lernen". Und ich muss lernen, ich kann sowas leider nicht aus dem Ärmel.

Nach oben 29.04.2014, 13:24 Nach unten

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Aus dem Ärmel schüttelt das sicher niemand, aber einige lernen's schneller als andere.

Vollkommen geflasht hat mich vor gut zehn Jahren mal ein Workshop mit dem Illustrator Marko Djurdjevic, der wirklich jede Anatomie aus jeder Ansicht in jeder Pose aus dem Kopf zeichnen kann. Ein Teilnehmer fragte, wie man jemanden, der den Kopf in den Nacken legt, aus der Froschperspektive zeichnet. Und Marko schmiss das mal eben an die Flipchart, alle Sehnen, Knorpel, Muskeln, die Ohren in Untersicht - das war der Hammer.

Bei mir ist es so, wenn ich etwas ca. 4-6mal mit Referenz gezeichnet habe, dann kann ich das einigermaßen, und kann es auch wieder neu zusammensetzen. Andere brauchen dafür nur 1, 2 mal, andere 10mal - und wieder anderen reicht es, das bei jemandem zu sehen und wirklich im Gedächtnis abzuspeichern, dass es viel später noch abrufbar ist. Das geht dann schon in die Richtung von fotografischem Gedächtnis.

Aber z. B. Ernestos Grafitpulver und Kosmetikschwamm ersetzen nicht das Verständnis für die Stofflichkeit der Dinge, sondern stellen eine Möglichkeit her, das, was man vorher verstanden hat, relativ einfach zu Papier zu bringen. Da geht's um Effekte.

Grade gestern hatte ich mit meiner Tochter so ein Schlüsselerlebnis.
"Mama, kann ich auch mal so einen blauen Vorzeichnestift, wie du sie hast?"
"Da kannst du einfach einen blauen Buntstift nehmen, Jana."
"Ich will aber deinen."
"Nimm deinen Buntstift. Hier, der ist gut und sogar radierbar."
Minuten später: "Das ist nichts geworden, Mama, Deins ist viel besser. Kann ich deinen Stift?"
"Nee Jana... das ist bei mir nicht der Stift, sondern gut 30 Jahre mehr Übung als bei dir."

;)

Nach oben 29.04.2014, 13:55 Nach unten

Bleistifte und Farbstifte

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Ich weiß auch nie, was ich dann sagen soll^^
Meistens fragen mich das Klassenkameraden oder Lehrer, wenn ich mal wieder in der Schule zeichne...ich sag einfach: "mit nem Stift. Keine Ahnung, ich zeichne einfach." Wird dann hingenommen, wenn nicht ham' se Pech gehabt.... :P
Ausführlichere Antworten erwartet sowieso niemand.
würde mich jemand fragen, der auch zeichnet, könnte man ja über verschiedene Techniken fachsimpeln... naja, wenns so jemanden bei uns geben würde *seufz* Der erste, der vorbei kommt, wird adoptiert :rofl:

Schlimmer finde ich ja die Frage "Hast du das gemalt?", wenn man gerade zeichnet. In so einem so komischen Unterton.

Das ist genauso wie "Bist du Linkshändler? :shock: "

Nach oben 29.04.2014, 14:32 Nach unten

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Mir wurde diese Frage auch schon zu häufig gestellt, meistens von Mitschülern, vorallem aus meinem Kunst-Neigungskurs.
Ich habe auch schon bei mir im Kurs erlebt, dass es manche als Hexenwerk hinstellen obwohl sie doch eigentlich wissen müssten, dass das Zeichnen ein Handwerk ist und man, wie bei jedem Handwerk, nur durch Übung besser wird.

Wenn mich jemand fragt, wie ich es schaffe eine menschliche Figur in einer Haltung aus dem Kopf zu zeichnen, kommt es mir manchmal so vor, als wolle derjenige hören: "Ach, das konnte ich schon bevor ich laufen konnte, ich bin einfach ein Naturtalent!" um sich selbst sagen zu können: "Ach, der konnte das schon bevor er laufen konnte, klar kann der das besser als ich!"

Ich versuche meistens die Frage helfend zu beantworten (es sei denn ich werde von Leuten gefragt, bei denen sofort klar ist, dass es sie nicht wirklich interessiert. In diesem Fall sage ich einfach nur: mit viel Übung!), indem ich erzähle, wie ich es gelernt habe. Aber sobald ich erwähne, dass man dafür einfach jeden Tag ein paar Skizzen nach Modell machen muss und seien es nur 5x30 Sekunden-Skizzen merke ich, dass Einige meine Begeisterung für das Zeichnen nicht stark genug teilen um diese Hilfe anzunehmen.
Diejenigen aber, die sich wirklich dafür interessieren werden es als Ansporn nehmen selbst mehr zu zeichnen. Es ist wie ein hermaneutischer Zirkel. :)

Das Problem ist nur, dass sich Fortschritte nur sehr langsam bemerkbar machen und, das viele frustriert aufhören bevor sie richtig angefangen haben und das ist schade.
Die Aussage des Artikels gefällt mir sehr gut. Manche haben vielleicht eine bessere Vorraussetzung, als andere aber jeder kann das Zeichnen lernen! :daumen2:

Beitrag: Re: Die Frage:"Wie machst du das?" - 29.04.2014, 14:32 Blume hat geschrieben:

Schlimmer finde ich ja die Frage "Hast du das gemalt?", wenn man gerade zeichnet. In so einem so komischen Unterton.

Das ist genauso wie "Bist du Linkshändler? :shock: "


Japp,japp! Das kommt mir bekannt vor. Dieser komische Unterton klingt für mich immer, als hätte ich etwas Skandalöses gemacht und derjenige verlange nun eine Rechtfertigung von mir. ^^

Nach oben 29.04.2014, 14:37 Nach unten

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Auf die Frage, ob ich "Linkshändler" sei, sage ich immer, "Nein, Linkshänder." :mrgreen:

Nach oben 29.04.2014, 14:46 Nach unten

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Beitrag: Re: Die Frage:"Wie machst du das?" - 29.04.2014, 14:46 GoldSeven hat geschrieben:
Auf die Frage, ob ich "Linkshändler" sei, sage ich immer, "Nein, Linkshänder." :mrgreen:

Hehe. "Nein, Pelzhändler" kommt auch immer gut an. :>
Aber wie wir wissen war das lediglich ein kleiner Buchstabe, der sich eingeschlichen hat, weil Blume so flink an der Tastatur ist! Zurück zum Thema ...

Nach oben 29.04.2014, 14:56 Nach unten

Bleistift, Pastell, Buntstift

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Beitrag: Re: Die Frage:"Wie machst du das?" - 29.04.2014, 14:46 GoldSeven hat geschrieben:
Auf die Frage, ob ich "Linkshändler" sei, sage ich immer, "Nein, Linkshänder." :mrgreen:


Na das ist aber langweilig. Da würde ich "Rechtsfüsser" drauf antworten. :grins:

Im Prinzip steht aber eines für mich fest. Ich bin aktuell nur da wo ich bin, durch nachfragen, hinterfragen, mitlesen, nachmachen etc. Ob nun jemand seine Sachen in Steps zeigt oder erklärt ist mir letztlich schnuppi, solange ich was draus lernen kann.

Nach oben 29.04.2014, 15:10 Nach unten

Bleistifte und Farbstifte

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Beitrag: Re: Die Frage:"Wie machst du das?" - 29.04.2014, 14:56 Bessy hat geschrieben:
Beitrag: Re: Die Frage:"Wie machst du das?" - 29.04.2014, 14:46 GoldSeven hat geschrieben:
Auf die Frage, ob ich "Linkshändler" sei, sage ich immer, "Nein, Linkshänder." :mrgreen:

Hehe. "Nein, Pelzhändler" kommt auch immer gut an. :>
Aber wie wir wissen war das lediglich ein kleiner Buchstabe, der sich eingeschlichen hat, weil Blume so flink an der Tastatur ist! Zurück zum Thema ...


Nö, ich wusste es nicht besser :rofl: wieder was gelernt. :hammer:

Nach oben 29.04.2014, 15:13 Nach unten

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
"Mit viel Liebe und Geduld" würde ich wahrscheinlich antworten. :)
Das Problem vieler Leute ist wohl, dass sie sich zu sehr an anderen messen, bzw. deren konkreten Kunstwerken. Dabei finde ich es viel schwerer etwas exakt nachzuahmen, anstatt selber was besonderes zu machen. Wenn man anfängt nur nachzuahmen, dann scheint alles sehr schwierig und unglaublich komplex. Wenn z.B. jemand wild 1000 Pinselstriche über ein Bild verteilt, dann mag die Sache an sich vielleicht nicht besonders anspruchsvoll sein... aber sobald man als Beobachter versucht, diese 1000 Pinselstriche nachzuvollziehen und sie vielleicht auf einem neuen Gemälde exakt umzusetzen, dann ist das schon deutlich schwieriger. Wenn man demjenigen jedoch sagt: "Schalte mal den Kopf ab, und verteile die Pinselstriche so wie dir dein Auge und dein Gefühl es sagen", dann mag am Ende vielleicht ein ganz anderes Bild dabei herauskommen, welches aber "im Inneren" dem "Original" viel ähnlicher ist als man denkt.

Nach oben 29.04.2014, 15:25 Nach unten

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Beitrag: Re: Die Frage:"Wie machst du das?" - 29.04.2014, 14:46 GoldSeven hat geschrieben:
Auf die Frage, ob ich "Linkshändler" sei, sage ich immer, "Nein, Linkshänder." :mrgreen:


Von den meisten wird man als "Linkshändler" bezeichnet" wenn man Linkshänder ist. :(

Ich habe noch nie von einem "Rechtshändler" gehört. :-)

Aber man gewöhnt sich im Laufe des Lebens an vieles. :grins:

Nach oben 29.04.2014, 17:45 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Ich sag immer ich hab ein Bild vor Augen und mal es einfach.

aber ich kann bei weitem nicht so brilliant malen, wie Du.

Auch mach ich den Unterschied wem ich was sage, den die Leute wollen unterschiedliche Geschichten und die bekommen sie. Bei einem nicht Kunststudierten sag ich wies ist.
Ist es ein durchgeistigter nicht amtlicher Kritiker denk ich mir Spontan eine Geschichte aus, den mit der Einfachheit kommt man da nicht weiter... Ging mir bei einem Bild in Schwammtechnik so 2007, ich drückte den Schwamm einfach in die Bunte Restfarbe der Palette und dann auf Papier, und dann entstand plötzlich was nettes.. Er meinte dann ich vergackeiere ihn und ich hätte mir doch was gedacht beim Arbeiten, ich stand da und dachte nach. - Ja die .farbe aufbrauchen - zum Wegschmeissen zu Schade. Er gab sich wieder nicht zufrieden, also... Fing ich an über Farbharmonien zu reden und was ich mir aus dem Pelz in dem Moment schnitzte, zum Glück mach ich gerne Impro Theater...als ich dann einen Monolog hielt, war der Mensch dann endlich zufrieden und zog von dannen mit den Worten "ich dacht mir schon das sie sich nicht trauen was zu sagen, über ihr Bild". Ich machte meinen Diener und daheim kugelte ich mich mit meinem Mann

Nach oben 30.04.2014, 01:22 Nach unten

Pastell,Acryl

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Oh schön, so viele Antworten und im Endeffekt doch alle ähnlich, es gibt ja auch kein "Geheimnis" oder eine "Verschwörung" (Die Kunstuminaten???) hinter der Kunst/Malerei. Ich hatte dabei tatsächlich die Frage von "Nicht-Künstlern" gemeint, bei anderen Kunst-Interessierten oder gerade auch hier in diesem tollen Forum bezieht sich so eine Frage eigentlich immer auf die Technik und es ist, glaube ich, niemand enttäuscht, wenn keiner sagt "Ich hole meinen magischen Zauberpinsel, tunke ihn in Einhorntränen und dann in den Regenbogen und schwupps ist das Bild fertig" :rofl: :kapituliere:

Eva-Zeller-Albert: "Wenn mich jemand fragt, antworte ich "etwas Talent, viel Übung, ein geschultes Auge, keine Angst vor Fehlschlägen"" DAS muss ich mir merken! Diese Erkläung wird den meisten zwar noch zu einfach sein, aber diese Aussage trifft den Kern. Natürlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, manche Menschen haben eben Talente für Kunst, andere für Zahlen, andere für Sprachen, aber ohne Übung und dazu lernen bleibt es "nur" ein Talent.

GoldSeven: Deine Tochter ist ja herzallerliebst! :wolke7w: Wirklich süß deine Geschichte und auch schön, dass du mit deiner Tochter malst! Dass da wohl schon auf dem Blatt sein muss, glauben erstaunlich viele Menschen... Mir wurde früher, als ich in der Schule ein bisschen skizziert habe oft das Blatt von Mitschülern geklaut und genau inspiziert, ob es nicht vielleicht doch malen nach Zahlen ist... :roll: Auch beim Live-Malen glauben es viele einfach nicht... Vielleicht wird mit dem Pinsel ja das weiße von der Leinwand gewaschen und drunter war schon ein fertiges Bild...??? :hmm: Was mir auch aufgefallen ist, wenn manche lange vor einem Bild stehen, freuen sie sich dann wie ein Schnitzel, wenn sie einen Fehler gefunden haben und natürlich müssen sie mich direkt darauf hinweisen. Der triumphale Blick dazu ist Gold wert... :roll:

Cerberus: Ich meinte, wie gesagt, eher die Frage von Außenstehenden (nicht-Künstlern), technische Fragen und Fachsimpeleien finde ich klasse! Aber erzähle mal einem, der keine Ahnung hat dass du erst mit Raster-Methode, dann mit Hilfslinien und dann so gut wie Freihand, weil gedachte Linien Motive überträgst. Oder dass man das Motiv schon mindestens hundert mal gezeichnet hat, bis man es aus dem Kopf konnte.... etc... da fehlt den meisten dann das Magische. :hmm:
Außerdem habe ich erleben müssen, dass viele gar nicht hören wollen, wie ich arbeite, sondern, dass sie eigentlich hören wollen, dass es wirklich nur reines Talent ist und sie selbst so etwas sowieso nie schaffen könnten. Das ist dann deren Selbstbestätigung, dass sie einfach kein Talent dafür abbekommen haben. Dann kann man das mit Üben eh nicht schaffen. Fragesteller glücklich. :kapituliere:

Blume So ging es mir in der Schule damals auch... Und es stimmt, dass die meisten gar nicht an der Wahrheit interessiert sind. Schau auch mal den Text an, den ich bei Cerberus geschrieben habe. :winken: Und ja Linkshändler, Rechtshändler und dann gibt es noch die Tausendfüßler... Die sind auch dafür bekannt, dass die gerne "Füßeln" :rofl:

Bessy:: Kunst-Neigungskurs? Ist das quasi Leistungskurs-Kunst? "Ach, das konnte ich schon bevor ich laufen konnte, ich bin einfach ein Naturtalent!" um sich selbst sagen zu können: "Ach, der konnte das schon bevor er laufen konnte, klar kann der das besser als ich!" GENAU das ist es, man kann es nicht lernen und es ist alles Talent, also kann ich selbst nichts dafür, dass ich es nicht kann. Und was der Künstler macht ist dann auch nicht mehr so besonders, weil in die Wiege gelegt... :roll:
Dieser komische Unterton klingt für mich immer, als hätte ich etwas Skandalöses gemacht und derjenige verlange nun eine Rechtfertigung von mir. Tatsächlich hört sich diese Frage so an als hätte man etwas angestellt... "Ja ich habe DAS gemalt, bekomme ich jetzt Hausarrest?" :rofl:

Beowulf "Mit viel Liebe und Geduld" würde ich wahrscheinlich antworten" Das ist auch eine gute Aussage und trifft auch kurz und knapp den Kern dahinter. Muss ich mir auch merken! :kapituliere: Und du hast vollkommen recht, dass Menschen sich oft zu sehr vergleichen und es MUSS genau so aussehen wie, dabei kann nichts eigenes enstehen, außer eigener Frust. Man muss es wohl aber auch als Künstler/Kritzler/Malbegeisterter akzeptieren, dass man eine eigene Art hat Dinge darzustellen und man sollte dann versuche, das was einen ausmacht zu verbessern, statt so sein zu wollen wie jemand anderes. Dazu fällt mir ein Zitat von Dr. Eckart von Hirschhausen ein: "Verbessert man seine Schwächen, wird man maximal mittelmäßig. Stärkt man seine Stärken, wird man einzigartig. Und wer nicht so ist, wie die anderen sei getrost: Andere gibt es schon genug!" (Der ganze Text hier)


Danke an alle für eure Antworten und Erfahrungen, ich bin froh zu hören, dass es nicht nur mir so geht. Hach, ich liebe dieses Forum, ihr seid SUPERKLASSE! :knuddelbunt:

Nach oben 30.04.2014, 07:59 Nach unten

Pastell,Acryl

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Oh...ich hab euch glatt "Übersehen" Gisela und man-muc-ela :oops: :oops: :oops:

Danke auch euch für euren Beitrag! Das mit dem"Bild vor Augen" habe ich auch, oder ich sehe ein Motiv und MUSS es umsetzen. Danke auch man-muc-ela für das Kompliment, da werd ich ja rot :oops: :kapituliere: Dafür hast du das Auge für besondere Foto-Szenen und dann auch noch das Know-How um richtig mit der Kamera umzugehen, das fehlt mir leider. (Aber ich arbeite daran! Nur blöd, dass meine Motive meistens weglaufen oder wegfahren bis ich mit der Einstellerei fertig bin...)
Und man sieht wieder einmal, dass aus "simplen" Sachen, also deine Schwammtechnik, wirklich schöne Sachen entstehen können! Und jetzt versuche mal das Bild 1:1 nachzuahmen, wenn du nicht weißt wie es geht, dann herrscht Frust und man ist wieder der Überzeugung, dass da doch Einhorntränen im Spiel waren... :grins: Deine Improvisation und etwas Geschichte/künstlerischen Hintergrund zu einem Bild zu erdenken finde ich auch klasse! Dazu fällt mir ein, dass ich mal ein Wort erfunden hatte, "effibrieren" das gibt es so wohl nicht, ich habe es aber in einigen Sätzen verwendet und weil mein Gegenüber sich keine Blöße geben wollte, um nachzufragen hat er das Wort am Ende selbst verwendet. :rofl:

Nach oben 30.04.2014, 08:11 Nach unten

Bleistift, Pastell, Buntstift

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Beitrag: Re: Die Frage:"Wie machst du das?" - 30.04.2014, 07:59 elfinchen hat geschrieben:
"Ich hole meinen magischen Zauberpinsel, tunke ihn in Einhorntränen und dann in den Regenbogen und schwupps ist das Bild fertig"


DER ist gut. Den merke ich mir :wink:

Aber eine Story kann ich auch noch beitragen. Da hatte sich an Ostern ne Mutter bei mir via Facebook gemeldet. Ihre Tochter malt so gerne, hat aber bei Portraits Probleme und ob ich ihr nicht Zeichenunterricht geben könne.

Erstmal bin ich noch lange nicht so gut, dass ich mir das anmaßen würde (das kann man vlt machen, wenn man die Proportionen auch ohne Raster hinkriegt) zum anderen hatte das Mädel so oder so Talent, ist nur zu faul das mal etwas besser auszuarbeiten.

Ich habe der Mutter dann geschrieben, dass ich sowas nicht mache und dass sich ihre Tochter sonst einfach mal mit einer Zeichnung bei mir melden soll, dann würde ich einfach mal drüberschauen und gucken, wo dran es hapert. "Ja, aber wie macht man denn sowas?" Ich habe ihr dann genau das erklärt, Raster, Hilfslinen etc Rest ist viel Geduld und Detailarbeit "Waaaaaaas, nee, also meine Tochter macht das schon Freihand." :rofl: Na dann mal los denke ich mir. Sakrileg, ich arbeite mit Raster... wenn man mal bedenkt, dass z.B. in den Staaten das DURCHPAUSEN als völlig legitimes Hilfsmittel angesehen wird und hier rümpft man die Nase. :rofl: Aber das nur mal am Rande.

Aber die Mutter war wirklich herrlich. Und ich habe meine fotorealistischen Zeichnungen entzaubert... son Mist. :rofl: Das nächste Mal erzähle ich wirklich was von einem Zauberbleistift.

Nach oben 30.04.2014, 08:18 Nach unten

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Oh was für "schöne Geschichten ".
Aubacke, anstatt zu staunen, sich zu erfreuen und das Bild in sich aufzunehmen
als Bereicherung der Seele
und als Freude für das Auge wird hinterfragt und gezweifelt.
Bühnenartisten haben Auch keinen Zauberanzug an:
Üben-üben und üben.
Da wird gestaunt und akzeptiert ( das ist jetzt in Kurzform gesetzt )
-----------------
Aber Kunst ist ja was " fragwürdiges "---Fragen :jaaa :würdig jaaaaa
und es ist merkwürdig ...merken : jaaaa --"--
spürt ihr die Zweideutigkeit ?
merkwürdig,fragwürdig.
Na dann frage ich mal.....vielleicht bekomme ich eine merkwürdige Antwort.
---Aubacke...
verzeiht mir mein Wortspiel....
------------------------------
Nun es gibt Talente -- ganz klar,
basiert auf Liebe zum Tun und deren Gelingen.
Diese dann ausgebaut werden und in die Richtung gesetzt werden,
die man mag, kann und alsbald durch üben fertigbringt.
-------------
-----
Meine allerälteste Erinnerung -es war in der Volksschule.
Ich sollte einen Sagittalschnitt von einem Fisch malen
für den Karteitafelfundus der Schule, da ich ganz gut zeichnen konnte.
Es gab keine Hängekarte für den Naturkundunterricht.
Habe das auf eine Tapetenrückseite gemalt
( war in den fünfziger Jahren durfte kein Geld kosten.)
Und habe alle mein Können hineingesetzt,
denn in meinem Elternhaus war Malen, zeichnen, lesen ..Zeitverschwendung
...ich war ja nur ein Mädchen..
da hatte ich endlich einen Grund zu sagen :"---ist für die Schule."

Als das Fischebild aufgehängt wurde, sagten Mitschüler.
"DAS hat sie nicht selbst gemalt.
Kann nicht sein, das hat ein Erwachsener gemalt..."
Als ich beteuerte , NEE --ICH war das , ganz allein, wurde mir nicht geglaubt.
(Es tat sehr weh und gleichzeitig war ich dennoch stolz )---merkwürdig.

Hier auch Nichtakzeptanz .
......
Zwar eine Verallgemeinerung--aber oft erlebt.
Mißtrauen...
und die Frage---Da stimmt doch was nicht...kann nicht sein..
Das kommt von Menschen, die nicht malen, zeichen ect.--
Tricks --Schummeleien-- werden vorausgesetzt.
Und DANN die Verbesserungsvorschläge von Nichtschaffenden--
-OOOHHHH
was für Kuriositäten....
--
Eines ist aber sicher;
Wer ebenfalls malen kann und sich kreativ betätigt,
DER weiß und DER erfreut sich.
Mir geht es jedenfalls so und HIER ist es auch gangundgebe
Mitfreuen und freundliches Staunen
und Begeisterung für Geschafftes von Schaffenden.
Und HIER sind Verbesserungsvorschläge NICHT kurios,
sondern erwünscht und hilfreich.
Das ist gut und tut gut

Nach oben 30.04.2014, 09:20 Nach unten

Bleistift, Pastell, Buntstift

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Das Gefühl kenne ich. In der Grundschule hat meine Lehrerin immer meine Bilder ziemlich runtergeputzt so dass ich aufgehört habe zu malen. Gut, als Kind malt man nun mal 2dimensional. Egal, es nimmt die Freude.

Da musste erst mein Lehrer für Kunstgeschichte kommen (da war ich 19!!!!!!!!!!!!!) um mir diese Liebe wiederzugeben.

Nach oben 30.04.2014, 09:33 Nach unten

Beitrag  Re: Die Frage:"Wie machst du das?"
Ich hoffe es ist jetzt nicht zuweit vomThema weg,,,,
Ja Jessica, andere Menschen können es schwer machen sich zu entfalten.
(ich war 30 Jahre alt, als es bei mir endlich soweit,allerdings lediglich autodidaktisch )

Mir kommt der Werdegang des Kunstschaffen
oft so vor wie eine Mohnblüte..
und zwar im Knospenstadium.
die grüne Knospenhaut ist aufgeplatzt....
die roten Blütenblätter bereits sichtbar..
bereit sich der Sonne zu stellen,,,
da kommt kaltes,feuchtes Wetter...
und die grünen Blätter kleben fest.
verhindern das Öffnen der Blüte.
Das braucht Kraft, Willen, Wärme, Sonne..
dann schafft es die Blüte zur vollendeten Schönheit.

Will damit sagen:
Talent und Wollen ist da
das Umfeld darf nicht zu kalt sein.
denn andere Menschen können alles verhindern
und es braucht dann doppelt soviel Kraft diesen Weg zu gehen.
Und das Glück im Leben den Ausweg zu finden.

Nach oben 30.04.2014, 09:54 Nach unten
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