"Echte Kunst ist eigensinnig." (Ludwig van Beethoven)




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 Friedensmauer in Berlin, 2012 
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Beitrag  Friedensmauer in Berlin, 2012
Eine Künstlerin namens Nada Prlja errichtete laut den Quellen in Berlin-Kreuzberg am Südende der Friedrichstraße als Straßenkunstwerk eine schwarze Mauer über die Fahrbahn und nannte das Werk Peace Wall. Die Mauer wurde nun von den Einwohnern abgebaut.

    * Text mit Bildern auf berlinbiennale.de
    * Artikel auf Berliner-Zeitung.de
    * Text über den Abbau auf berlinbiennale.de

Ich persönlich finde es hervorragend, dass sich die Anwohner an der Kunstaktion beteiligt haben. Die Berliner können schlicht keine Mauer stehen lassen.

Nach oben 08.06.2012, 14:40 Nach unten

Beitrag  Re: Friedensmauer in Berlin, 2012
Mich wundert es das gar keiner was sagt zu diesem (aus meiner Sicht) Fauxpas :hmm:

Kunst hin oder her, aber das an einer so stark frequentierten Straße zu genehmigen grenzt schon an "grobem Unfug" seitens der Genehmigungsbehörde. Das wird JEDER verstehen der mal im Berufsverkehr diese Straße nutzen musste.
(selbst ich als militante Autofahrerin, die seit 32 Jahren keinen Zug/Bus genutzt hat, fahre heute - wenn ich zum Glück selten - mal in diese Gegend muss, echt mit der Bahn, weil mir das zu blöde ist da)
Im Nachhinein zu sagen, dass die Anwohner toll zusammengehalten haben indem sie die Mauer niederrissen , klingt ja wirklich wie geplant, aber es war so nicht geplant und die Anlieger haben sich nur gewehrt .
Das was da den Geschäftsleuten an Einnahmen verloren gegangen ist, was Leute noch mehr im Stau gestanden haben, als sie eh schon jeden Tag müssen, die ganzen Umwege und die zusätzliche Zeit die sie wegen dieser "Kunst" in Kauf nehmen mussten, ist "Kunst". #
Kunst auf Kosten anderer Menschen?
Kunst soll provozieren.. na fein, aber doch bitte nicht in diesem Maße. Das die Leute sauer geworden sind und sogar brutal, kann man irgendwie verstehen.

Nach oben 26.06.2012, 11:14 Nach unten

Öl, Aquarell, Kreide, Kohle

Beitrag  Re: Friedensmauer in Berlin, 2012
Eine Mauer in Berlin... ich finde 28 Jahre Mauerdasein hat gereicht. Man braucht ein derartiges Bauwerk garantiert nicht mehr in Berlin - weder lang noch kurz!
Insofern empfinde ich dieses "Kunstwerk" dort total fehl am Platz. Ich denke, es gibt auch andere Möglichkeiten, um auf die dortigen Missstände aufmerksam zu machen, aber bestimmt keine neue Mauer!

Viele Grüße

Sabine

Nach oben 26.06.2012, 11:22 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Friedensmauer in Berlin, 2012
Beitrag: Friedensmauer in Berlin, 2012 - 08.06.2012, 14:40 Schnutello hat geschrieben:
Ich persönlich finde es hervorragend, dass sich die Anwohner an der Kunstaktion beteiligt haben. Die Berliner können schlicht keine Mauer stehen lassen.

Ich kann beide Seiten verstehen - sowohl das Ansinnen der Künstlerin als auch die alltäglichen Sachzwänge.

Auf einer höheren Kontext-Ebene bekommt diese Aktion jedoch wieder eine neue übergeordnete Qualität. Wenn man die Reaktionen der Anwohner als Teil der Kunst(-Performance) betrachtet, praktisch mit der Frage versehen, wie lange man diese autoritär-auferlegte Mauer dort wohl duldet, dann finde ich das ganzheitlich gelungen. Da wäre dann die eigentliche Kunst nicht die Mauer ansich, sondern umfasste deren Aufstellung bis zu ihrem unbestimmten Abriss. Ob allerdings die Künstlerin bzw. die biennale-Macher soweit gedacht haben, und ob das mit den beschnittenen Freiheitsrechten jedes einzelnen Anwohners in Einklang zu bringen ist, weiß ich nicht. :winken:

Nach oben 26.06.2012, 12:46 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Friedensmauer in Berlin, 2012
Diese Berliner Aktion erinnerte mich gleich an Ereignisse in meinem kleinen mecklenburgischen Nachbarstädtchen Schönberg. 2009 errichtete ein Hamburger Künstler, der seit wenigen Jahren in der Stadt wohnt, eine "Gedenkmauer", 20 Meter lang, 5 Meter hoch, zum Schluß mit Videoüberwachung, weil er Angriffe aufgebrachter Bürger befürchtete. Er wollte die Mauer bis 2011 stehen lassen. dazu kam es jedoch nicht.
Es interessierten sich zwar die Medien, einschließlich CNN, für die Aktion, aber die Schönberger wollten die Mauer nicht, sie brauchten keine Mauer mehr, auch nicht als Kunsterinnerungsaktion.
Ich glaube , daß auch hier eher nicht die Reaktionen der Bewohner als Teil der Kunstaktion angedacht waren.

Nach oben 26.06.2012, 13:13 Nach unten
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Gine

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