"Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen." (Johann Wolfgang von Goethe)




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 Wo sind die Grenzen ? 
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Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
also mir gefällt aktionskunst, wenn jeder gefragt wird ob er mitmachen möchte oder wenn die künstler sich selbst dafür hergeben (habe immer noch höchste achtung vor yoko ono z.b.). aber das schaf ist wohl nicht gefragt worden.
insofern schließt das den gedanken an kunst aus, da ein lebewesen, dem achtung gebührt, so wie jedem anderen lebewesen auch, BENUTZT wird, für was auch immer....

:winken:

Nach oben 15.05.2012, 19:13 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Beitrag: Re: Wo sind die Grenzen ? - 15.05.2012, 19:13 Morgenwind hat geschrieben:
also mir gefällt aktionskunst, wenn jeder gefragt wird ob er mitmachen möchte oder wenn die künstler sich selbst dafür hergeben (habe immer noch höchste achtung vor yoko ono z.b.). aber das schaf ist wohl nicht gefragt worden.


Das Schaf ist doch nur Statist. Ich bin ziemlich sicher, dass sich die Kunst-Studenten schon so in das Tier vernarrt haben, dass sie ihm kein Haar krümmen könnten.

Und es es besteht die Möglichkeit, dass das Schaf hier nebenbei auch noch eine potenzielle Symbolrolle erfüllt. Mir gefällt der Gedanke, wieviele Leute sich wie Schafe auf diese Aktion stürzen und sich dabei schon beim Anblick der Guillotine ziemlich "kopflos" verhalten, als hätten sie sich schon vor langer Zeit freiwillig unter ein gesellschaftliches Fallbeil gelegt :grins:

Anleihen an ähnliche Aktionen, ob nun Damien Hirst oder auch Balthus, stehen natürlich im Raum. Auf Facebook meinte eine dazu:

"Da scheinen zwei Kunststudenten einen Essay über Balthus gelesen zu haben. In dessen Gemälde "Le Passage du Commerce Saint Andre", 1954, geht ein eleganter junger Mann, von hinten gesehen auf eine Fassadenreihe zu, er trägt ein Baguette unter den Arm. In dem Haus, auf das er zuschreitet, wurde die Wirkung der Giullotine, einst zum Getreideschneiden verwendet, an einem lebenden Schaf getestet. Balthus hat dies in einem schafähnlichen kleinen Hund angedeuted. (Jean Clair, München, 1984)"

Dass sich die ganze Kunst-Aktion als "Experiment" betitelt, unterstreicht dies noch mehr. Im Unterschied zu Hirst oder Balthus: die hatten noch kein Internet und mussten sich mit einseitigen Aufschreien begnügen. Heute darf jeder mitmachen, sogar "mitbestimmen" und weltweit darüber auf unterschiedlichsten Kommunikationsebenen diskutieren und sich ggf. auch aufregen. Es soll ja auch Leute geben, die solche Künstler gerne tot sehen würden, damit dem Schaf nichts geschieht...

Leute, das ist wie ein Roman a la Goethes Faust, wie ein Opernstück wie Turandot, wie ein Kinofilm a la Rambo, oder wie ein Fernseh-Krimi wie z.B. Tatort: Es ist Fiktion, die suggeriert, real zu sein. Und solange sich das nicht ändert, gibt es nichts, worüber man sich aufregen müsste. Wer das nicht unterscheiden kann, hat heutzutage in der medien- und meinungsüberfrachteten Welt ein echtes Problem, nicht den Kopf zu verlieren.

Nach oben 15.05.2012, 19:56 Nach unten

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Interessant aber auch nicht neu ist, das in einer Welt des vielfältigen und alltäglichen Sterbens, der ausgeübten Brutalität am menschlichen Dasein sich viele Leute von ihrer eigenen Integration in der Natur und dem Bewusstsein für das eigene Ich, so weit entfernt haben, das sie sich eher provoziert fühlen durch eine vermutete öffentliche Schlachtung eines Tieres, als durch den alltäglichen Wahnsinn vollbracht durch den Menschen am Menschen.

Interessant aber auch nicht neu ist, das gerade in der westlichen Welt einige ihr Schoßhündchen bis aufs Messer verteidigen würden, während der Nachbar der sein Kind oder seine Frau tagtäglich verprügelt, fleißig ignoriert wird und sich die Kommunikationsfähigkeit der größten Schreier immer mehr auf das Animalische reduziert.

Interessant aber auch nicht neu ist, das seit dem Wiener Aktionismus gerade die Menschen darüber befinden wollen was Kunst zu sein hat, die am wenigsten mit Kunst zu tun haben und die sich einen Dreck darum scheren welchen Einfluss die Kunst und Kultur auf ihre eigene Gesellschaftsform hatte und hat.

Interessant aber auch nicht neu ist, das eine provokative „Kunstaktion“ mit wenig Aufwand, geringem Sachverstand und minimalen Kontext soviel Aufregung erzeugt, weil dadurch die ewige Medienmühle die nach Skandalen geifert und sich dabei gerne als Sittenwächter und Moralapostel aufspielt, neu geschmiert wird, wobei es ihr völlig einerlei ist ob sie z.B. auf dem Titelbild einer Zeitschrift unter dem Titel „Mordswut“ ein reales Foto publiziert, das einen deutschen Jugendlichen zeigt, der auf den Kopf eines am Boden liegenden Menschen eintritt.Spiegeltitel

Interessant aber auch nicht neu ist, das jeder von uns mit diesen alltäglichen Widersprüchen doch recht angenehm seinen Alltag verbringt, nur das er ab und an, durch diese arroganten, selbstgerechten Künstler in seinem doch so wohlig eingerichtetem Leben aufgestört wird, selbst wenn es sich dabei nur um so eine lächerliche Aktion handelt wie die hier angeführte, die mich persönlich stark an Zeiten erinnert, als noch kleine Jungs mit ihren Zwillen versuchten die Saatkrähen im heimischen Garten zu erlegen.

LG :spanien1:
Andreas

Nach oben 15.05.2012, 23:17 Nach unten

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Meine Wenigkeit findet die Guillotine deplatziert. Ist das Schaf französisch oder hat es zu viel Kuchen gegessen?
Um eine Diskussion über Massentierhaltung anzuregen, hätte man eine in Schlachthöfen übliche Tötung androhen können. Das hätte mehr künstlerischen Inhalt gehabt.

Nach oben 16.05.2012, 02:05 Nach unten

unterschiedlich

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Beitrag: Re: Wo sind die Grenzen ? - 16.05.2012, 02:05 Schnutello hat geschrieben:
Meine Wenigkeit findet die Guillotine deplatziert.


Man könnte aber auch sagen, dass die Verbindung von Schaf=Symbol für den Menschen zu Guillotine=welche noch lange Zeit als "humanitäre" Tötungsmaschine bei Todeskandidaten zum Einsatz kam--->nicht zufällig, sondern wohl überlegt von den beiden Künstlern hergestellt wurde.

!Diesmal! (die Künstler wollen die Demokratie auf die Probe stellen) zumindest liegt die Wahl der Abstimmung in unser aller Hand.
Es wird sich also zeigen, ob Norbert, das Schaf per Klickometer dem Tode geweiht wird oder ob er demnächst, all seine bereits für ihn schon eingelaufenen Spendengelder auf einem Luxus-Gnadenhof für Schafe verprassen darf. (Anmerkung der Redaktion: Der letzte Abschnitt des Satzes ist frei erfunden aber mehr als vorstellbar!)
Eigentlich sollte Norbert keine Gefahr drohen oder sind wir als Menschen doch nicht immer so edel, hilfreich und gut, wie wir meistens sein möchten und auch gerne vorgeben zu sein. :wink:
Der stille Dialog mit dem eigenen Spiegelbild wird über diese und andere Fragen Aufschluss geben...

Andreas, wohl wahr...

Nach oben 16.05.2012, 02:56 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
..... ich frage mich , warum denn der mensch ein schaf als symbol hat - er ist doch das weitest entwickelte raubtier überhaupt, noch dazu gieriger als jedes andere fleischfressende tier... und grausamer.... un zerstörerischer.... also ein raubtier im schafspelz (wolf möchte ich nicht sagen, weil wölfe sich erheblich unterscheiden zum menschen was die o.g. punkte betrifft).

:winken:

Nach oben 16.05.2012, 08:31 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Der Spiegel titelte ganz treffend "Kopflos in den Skandal" und zerlegte das Spektakel. Auch der angebliche Verkauf für über 2 Millionen Dollar wird in Frage gestellt und als zusätzlicher Medienpush verdächtigt:

:arrow: http://www.spiegel.de/unispiegel/wunder ... 33397.html

Mein Resümmé: Künstlerisch-betrachtet keine hochkarätige Aktion, die historisch besonders nachhaltig wirken wird, aber ein tolles Gesellschaftsexperiment und Demonstration von umfassenden Kunstmöglichkeiten im Zeitalter des Web 3.0: Skulptur, Installation, Video, Performance und interaktive Web-Art in einem. Mit einer großen Portion Unterhaltungswert und auch etwas Lehrpotenzial für unreife Kiddies und andere geistig etwas Minderbemittelte, die auf deren Facebook-Seiten stellenweise richtig vom Leder zogen:

"Du sollst verrecken, Du Schwein"
"Ich wünsch dir einen qualvollen Tod"
"Drecksau"
"geh zurück in Dein Land, in Deutschland gibt es Ethik"
"Eure Köpfe sollen rollen"
"Leute wie ihr gehören hingerichtet".
[...]

In diesem Sinne: Ein toller Erfolg mit stellenweise einem schönen Spiegelbild der aktuellen Gesellschaftslage und geistigen Verfassungen einzelner Individuen. Was wäre sonst die Aufgabe der Kunst...?

Nach oben 16.05.2012, 21:40 Nach unten

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Ein Beitrag auf Lawblog.de zu einer ähnlichen „Kunstaktion“:

http://www.lawblog.de/index.php/archive ... ngulieren/

Nach oben 21.05.2012, 08:39 Nach unten

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Beitrag: Re: Wo sind die Grenzen ? - 16.05.2012, 08:31 Morgenwind hat geschrieben:
ich frage mich , warum denn der mensch ein schaf als symbol hat - er ist doch das weitest entwickelte raubtier überhaupt, noch dazu gieriger als jedes andere fleischfressende tier... und grausamer.... un zerstörerischer....

Das liegt an seinen weiterentwickelten Fähigkeiten. Hätten Katzen Flügel, gäbe es keine Vögel mehr. Menschen tragen vor allem Verantwortung, was einzigartig ist. Kein anderes Lebewesen tut das, nur der Mensch kann anders handeln als ihm seine Instinkten vorgeben. Aber die Kirche hat es halt gerne, wenn sie selber für die hirnlosen Massen denken und lenken kann, daher sieht sie Menschen lieber als Schafe.

Auch habe ich das Gefühl, dass sich hier zu sehr aufs Negative beschränkt wird. Die ganzen Beleidigungen, die Adrian aufgezählt hat, sind genauso geschmacklos in die Welt hineingeblökt wie die ganze Kunstaktion. Da haben die Künstler wohl eine angemessene Reaktion erhalten. Andererseits gibt es immer Idioten, denen ihr Hund teurer ist als ihr Kind. Diese Bigotterie wollten die Künstler wohl entlarven. Vor allem die Guillotine ist da ein Hinweis auf die Verbindung Mensch - Schaf.

Akasha hat geschrieben:
Björn, die bunte Gestaltung der Guillotine finde ich irgendwie mehr als passend. Die meisten schlimmen Machenschaften versucht man uns
doch immer hübsch bunt und blumig zu servieren.

Trotzdem, diese Neonfarben sind das wahre Verbrechen dieser Kunstaktion. ;)

Nach oben 21.05.2012, 09:04 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Mal kurz noch ein Update:

:arrow: http://www.berliner-kurier.de/kiez-stad ... 68988.html

„Wir wollten den Leuten eine echte Wahl geben, die Macht über Leben und Tod“, erklärte Materne die perverse Internet-Abstimmung zu der Frage, ob Schaf Norbert geköpft werden soll. Die Reaktionen der Masse wollten sie so erforschen, aber auch für Skandal-Berichte in den Medien sorgen. „Um zu zeigen, wie sie Schock-Nachrichten kritiklos verbreiten und Leser auf Feind-Bilder fixieren“, so Materne.

Eine Köpfung sei nie geplant gewesen. Selbst dann nicht, wenn eine Mehrheit im Internet für den Hammel-Tod gestimmt hätte. „Wir haben das Tier zwar gekauft, aber nach einem Video-Dreh zurückgebracht“, sagte Iman Rezai. Auch der angebliche Verkauf der Guillotine für 2,3 Mio. US-Dollar war womöglich eine Falsch-Behauptung. Rezai schmunzelnd: „Wir investieren das Geld in Kunst, Immobilien, Waffen und Organ-Handel...“

Nach oben 21.05.2012, 10:18 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
... hinterher kann man viel sagen, denk ich mal so vor mich hin.

falls sie das vorhatten, das schaf wirklich zu köpfen, würden sie das wohl zum jetzigen zeitpunkt nicht ausposaunen.

Björn, genau, der mensch kann entscheiden (meistens) was er tut. eine katze mit flügeln - naja, bei mir leben sechs katzen und wenn sie mal eine maus gekillt haben sind sie höchst zufrieden und schauen nicht sofort nach der nächsten. insofern denk ich, würden die vögel überleben, trotzdem, ohnehin hätten die vögel dann andere methoden des überlebens entwickelt. diese gier und diese art blutrausch hat der mensch nur mit manchen ausgetickten raubtieren gemeinsam (marder können in so einen maßlosen tötungsrausch verfallen, die töten alle hühner in einem hühnerstall, obwohl sie längst keinen hunger mehr haben, z.b.).

alles in allem, sämtliche reaktionen mit einbeziehend, hat sich wohl unter dem schleier der *zivilisation* nicht viel geändert. darunter schlummert immer noch das raubtier und die grausamkeit. und sobald es den menschen hier schlechter ginge würden die hüllen schnell abfallen und wir hätten wieder scheiterhaufen oder sonstwas....

:winken:

Nach oben 21.05.2012, 14:13 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Beitrag: Re: Wo sind die Grenzen ? - 21.05.2012, 14:13 Morgenwind hat geschrieben:
falls sie das vorhatten, das schaf wirklich zu köpfen, würden sie das wohl zum jetzigen zeitpunkt nicht ausposaunen.


Ja sicher, das ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit, der Glaubwürdigkeit und der Menschenkenntnis. Wenn das irgendwelche Vollpfosten oder Sonderschul-Studenten wären, oder irgendwelche um Aufmerksamkeit schreienden Kiddies aus Sozialen Brennpunkten, dann hätte ich mir auch im Vorfeld entsprechende Sorgen gemacht, ob die auch nur in Entferntesten den Unterschied zwischen Kunst und Kunstbehauptung kapieren.

Kunststudenten sind mitunter die letzten, denen ich eine solche Durchführung auch zutrauen würde: Erstens sind die eingebettet in einem Studien-System, das auf Reputation und Rechtschaffenheit beruht, und zweitens gehört allein schon rechtlich eine große Portion Dämlichkeit dazu sowas auch tatsächlich umzusetzen. Für ersteres halte ich die beiden viel zu vernünftig und studientreu. Für zweites war die Aktion zu intelligent konzipiert.

Aber zweifeln und unterstellen kann man immer, daher geht's auch ausschließlich um geschaffene Fakten und konkrete Ankündigungen: Die beiden haben übrigens nie behauptet, dass sie das Schaf köpfen wollen und auch werden - das spielte sich allein in den Köpfen der Zuschauer ab.

Nach oben 21.05.2012, 17:08 Nach unten

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Beitrag: Re: Wo sind die Grenzen ? - 21.05.2012, 14:13 Morgenwind hat geschrieben:
eine katze mit flügeln - naja, bei mir leben sechs katzen und wenn sie mal eine maus gekillt haben sind sie höchst zufrieden und schauen nicht sofort nach der nächsten. insofern denk ich, würden die vögel überleben, trotzdem, ohnehin hätten die vögel dann andere methoden des überlebens entwickelt.

Nicht wirklich. Klar, solange du sie fütterst (übrigens auch mit toten Tieren, nur nennen sie sich Brekkies oder so, das hört sich besser an) bleiben Mäuse gerne mal liegen. Aber könnten Katzen fliegen, würden sie sich in der freien Natur massiv vermehren. Schon jetzt gibt es in manchen Gebieten sehr viele streunende Katzen.
Beitrag: Re: Wo sind die Grenzen ? - 21.05.2012, 14:13 Morgenwind hat geschrieben:
diese gier und diese art blutrausch hat der mensch nur mit manchen ausgetickten raubtieren gemeinsam

Meinst du das wirklich Ernst? Wann bist du denn das letzte mal in so einen Blutrausch verfallen? Meiner muss schon etwas her sein, ich kann mich nicht mehr erinnern. ;) Was die Gier angeht... nun ja, Bankenkrise, nicht wahr? Habe ich aber persönlich nichts mit am Hut. Die Menschen sind halt sehr unterschiedlich.

Nach oben 21.05.2012, 19:01 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Für mich ist das keine Kunst wenn Menschen oder Tiere leiden müssen nur um Berümt zu werden oder in die Zeitung zu kommen, leider kenne ich sollche Leute die so sind, aber ich gehe auf deren Vernissagen einfach nicht mehr wenn es um Tiere geht die Leben oder Teile von denen Ausgestellt wird

Nach oben 21.05.2012, 19:09 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Adrian, sie haben das gesagt, daß sie es tun werden, wenn die mehrheit dafür ist. klar wären sie in ohnmacht gefallen angesichts des blutes, falls sie es getan hätten... :roll: :shock: in die ecke gedrängt sind auch solche bubis fähig zu sachen, die man ihnen viell. nicht zutrauen würde.

beowulf: also das weiß ich sogar, daß ich meine katzen mit toten tieren füttere, stell dir nur vor.... die toten mäuse frißt mein hund gerne, falls ich das nicht verhindern kann... und geh mal in ein dorf, da vermehren sich die katzen sogar ohne flügel rasant - es überleben nur nicht alle.... auch die menschen vermehren sich recht üppig ohne flügel :roll:

ich tick nicht aus im blutrausch, bin ohnehin alien... 8)

:winken:

Nach oben 21.05.2012, 19:11 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Beitrag: Re: Wo sind die Grenzen ? - 21.05.2012, 19:09 man-muc-ela hat geschrieben:
Für mich ist das keine Kunst wenn Menschen oder Tiere leiden müssen nur um Berümt zu werden oder in die Zeitung zu kommen, leider kenne ich sollche Leute die so sind, aber ich gehe auf deren Vernissagen einfach nicht mehr wenn es um Tiere geht die Leben oder Teile von denen Ausgestellt wird


Genau darum geht's hier in dieser Kontroverse ja: Es hat weder ein Tier noch ein Mensch gelitten. Letztere allenfalls selbstverschuldet :D

Beitrag: Re: Wo sind die Grenzen ? - 21.05.2012, 19:11 Morgenwind hat geschrieben:
Adrian, sie haben das gesagt, daß sie es tun werden, wenn die mehrheit dafür ist.

Da weißt Du mehr als ich. Wo hast Du das her?

Nach oben 21.05.2012, 19:15 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
trotz meiner mangelnden menschenkenntnis dachte ich mir, daß du das fragen wirst, Adrian, und hab es gerade rausgesucht:

http://www.vice.com/de/read/stufff-soll ... iman-rezal

davon ziemlich am schluß:
Wir selber sind zwar eigenständig handelnde Wesen und müssen es mit unserer Moral in Einklang kriegen, dass wir dieses Schaf töten müssen. Uns war von Anfang an klar, dass wir da Gewissensbisse haben werden und dass uns das auch nicht leicht fallen wird.

und:
Was passiert mit dem Kadaver danach?
Iman Rezai: Es wird beerdigt. Weil es ein Mensch ist und kein Schaf. Es hat Würde. Es ist ein Symbol für einen Menschen. Was würdest du denn von einer Menschenleiche essen?

Nach oben 21.05.2012, 19:44 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Und lass mich raten: Daraus entsteht nun bei Dir der Eindruck, sie hätten gesagt, sie würden es töten, wenn die Mehrheit es will?

Das ist genau der Punkt, das steht da eben nicht! Es steht nirgends, es wird nur mit jedem Wort suggeriert, der Leser manipuliert, aber sie haben nie wörtlich oder implizit gesagt, dass sie das auch tun, noch haben sie es wörtlich oder implizit angedroht. Das ist ziemlich tricky, würde aber vor Gericht jeder Richter als unbegründeten Vorwurf ohne hinreichende Indizien vom Verhandlungstisch wischen.

Übrigens hat die Staatsanwaltschaft daher auch jegliche Anzeigen eingestellt, da es eben weder einen konkreten Straftatbestand noch nichtmal eine Androhung oder Ankündigung einer Straftat gibt (was das Köpfen des Schafes ohne hinreichenden Grund nämlich wäre)!

Ein schönes Beispiel dafür, wie Menschen oftmals nur das sehen und lesen, was sie lesen wollen, und nicht das was wirklich dasteht.

Nach oben 21.05.2012, 20:09 Nach unten

unterschiedlich

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
Wenn ich diesen Link richtig lese, ist diese/s Berichterstattung/Interview bereits vom 25.04.2012, zumindest deuten abgegebene Kommentare von Usern darauf hin.

Das heißt, das Experiment war also noch im vollen Gange, mitten in der Abstimmungsphase.

Da kann ich mich nur wiederholen--->
Wenn diese Behauptung, wir köpfen Schaf Norbert nicht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln untermauert worden wäre, dass !Norbert!
wirklich seinen Kopf verliert - wieviel Aufmerksamkeit hätte es wohl bekommen, wer hätte wohl ernsthaft auch nur einen Gedanken an dieses Projekt verschwendet, hätte ernsthaft seinen Finger zur Abstimmung auf den Dafür- oder Dagegen-Button emotionsgeladen niedersausen lassen!?--->

Dieses Experiment wäre ohne diese Behauptung völlig sinnlos, uninteressant, dass Projekt würde genaugenommen so gar nicht existieren können.

Klar, man hätte es auch wie folgt formulieren können und so sicherlich die Leute ausreichend zur Abstimmung motivieren können--->
In etwa so--->Liebe Leute, dass ist Schaf Norbert, welcher symbolisch für einen von uns Menschen steht--->und wir müssen jetzt mal so tun und die Behauptung aufstellen, dass wir ihn töten, wenn die Mehrzahl von euch demokratisch mit Kopf-ab stimmt - schließlich wollen wir eine realen Einblick erhalten, euch den Spiegel vorhalten, wie es denn um unsere Demokratie so bestellt ist...
Eigentlich wollen wir das ja gar nicht und würden es auch nie, nie, niemals zulassen, dass der Norbert seinen Kopf verliert---> weil wir den Norbert nämlich in Wirklichkeit total lieb haben, der ist doch so kuschelig und mit seinen treudooofen, niedlichen Kulleraugen guckt der doch auch so, dass man ihn einfach lieb haben muss...
Und mal ganz im Ernst, wer traut sich wohl ein Schaf welches auch noch einen Namen trägt wirklich in aller Öffentlichkeit bei derzeitiger Rechtslage zu köpfen... außer für bärische Bayernbesucher namens Bruno scheint diese Regel nicht zu gelten (dieser wurde aber auch nicht geköpft, sondern "nur" erschossen...)

Beitrag: Re: Wo sind die Grenzen ? - 21.05.2012, 14:13 Morgenwind hat geschrieben:
und sobald es den menschen hier schlechter ginge würden die hüllen schnell abfallen und wir hätten wieder scheiterhaufen oder sonstwas....


Da fällt mir B. Brecht ein---> Erst kommt das Fressen und dann die Moral.

Auf's Projekt bezogen---> muss ich jetzt davon ausgehen, dass all die vielen die auf den Kopf-ab-dafür-Button nicht aus reiner Sensationsgier geklickt haben, sondern dass diese in Wirklichkeit nur hungrig waren und sich somit eine Fleischportion von Norbert sichern wollten... :mhh:
Suspekt sind sie mir auf alle Fälle, diese Moralapostel die Gleiches mit Gleichem vergelten wollen.
Die aus "moralischen" Beweggründen Norbert rächen zu wollen, in dem sie die vermeintlichen Executer ebenso um die Ecke bringen wollen...

Beitrag: Re: Wo sind die Grenzen ? - 21.05.2012, 09:04 Beowulf hat geschrieben:
Trotzdem, diese Neonfarben sind das wahre Verbrechen dieser Kunstaktion. ;)


Nuja, manchmal heiligt der Zweck auch die Mittel. :grins: Dennoch finde ich sie immer noch sehr passend. :wink:

Beitrag: Re: Wo sind die Grenzen ? - 21.05.2012, 20:09 Adrian hat geschrieben:
Ein schönes Beispiel dafür, wie Menschen oftmals nur das sehen und lesen, was sie lesen wollen, und nicht das was wirklich dasteht.


Nuja, meistens reicht es doch auch die Schlagzeile zu lesen und jeder fühlt sich bestens, ausreichend informiert und spricht auch postwendend sein vernichtendes Urteil...

Und ganz allgemein--->und selbst wenn da wirklich was schwarz auf weiß zu lesen oder zu hören ist, sagen diese Informationen doch nicht immer zwingend etwas über einen bestehenden Wahrheitsgehalt aus... (mit dem investigativen Journalismus ist das so ne Sache...)

Nach oben 21.05.2012, 20:53 Nach unten

Aquarell, Öl, Pastellkreiden

Beitrag  Re: Wo sind die Grenzen ?
:rofl: also : in dem interview steht zwar, daß sie das schaf töten müssen unter gewissensbissen, falls die mehrheit das so entscheidet. aber das steht da nicht? :mrgreen: da steht auch nicht, daß sie sich wie pilatus die hände waschen, weil sie nur übertragungstäter sind? :rofl:

nein, ein interwiev mit diesen beiden *künstlern* sagt rein gar nichts über irgendeinen wahrheitsgehalt aus. vorher nicht und nachher auch nicht. oder betrifft das nur das vorher ? :logisch: genau. (das ist ironie, nur damit jeder weiß, wie ichs meine).

nee, also ich hab dazu meine eigenen ansichten. und die braucht ja niemand glauben, weil ich ja gar nichts sage. ähm. so ist das. übermorgen sag ich ganz was anderes und dann habe ich kunst gemacht. die meisten politiker sind künstler? :shock:

suspekt finde ich, den leuten zu sagen, wie unmoralisch sie sind ob ihrer ausschweifenden reaktionen und das kunst zu nennen. das ist doch nur selbstgerechte schwofelei. das ist nämlich nicht schwierig und doch auch ganz klar gewesen, was passieren wird. daß sie das schaf nicht töten werden müssen, und daß die abstimmung gegen die tötung enden wird, das hätte jeder schlechte hellseher voraussagen können. daß sie beschimpft und bedroht werden auch. und da sie ja nie irgendwas gesagt haben, sind sie vollkommen sauber und reingewaschen. jamei, so ist das halt im leben.

Nach oben 21.05.2012, 22:48 Nach unten
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