"Nicht die Abbildung der Wirklichkeit ist das Ziel der Kunst, sondern die Erschaffung einer eigenen Welt." (Fernando Botero)




 [ 13 Beiträge ] 
 Situationen verarbeiten durch die Kunst 
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Beitrag  Situationen verarbeiten durch die Kunst
Hallo Ihr Lieben :winken: ,

immer mal wieder lese ich das z.B. Krankheiten, bestimmte Situationen, Spannungen, Ängste oder auch Freudiges
"beim malen verarbeitet wird".

Wie macht Ihr das?
Denkt Ihr beim malen ständig an das Thema?

:idea: Im Nachhinein (Jaaahre später vielleicht) kann ich erkennen, das sich ein bestimmtes Thema in einem oder auch mehren Bildern von mir wiedergespiegelt hat.
Nicht jedoch während des Malens.
Wie ist das bei Euch?

Manche schreiben auch, das sie malen um sich über etwas klar zu werden, oder auch um ihre Träume zu verstehen.
Wie muss ich mir das vorstellen?

Nach oben 26.11.2011, 13:35 Nach unten

Beitrag  Re: Situationen verarbeiten durch die Kunst
Also ich denke schon, daß man sehr vieles beim Malen verarbeitet.
Ich male z. B. oft, wenn es mir nicht so gut geht.
Einfach um den Kopf frei zu bekommen...
oder überlege auch viel unterm malen...
Manchmal denke ich aber auch gar nicht und mach einfach, da kommt dann aber auch oft meine
Gefühlslage raus- unbewußt... was Freunden von mir oft auffällt!

Nach oben 26.11.2011, 14:52 Nach unten

Beitrag  Re: Situationen verarbeiten durch die Kunst
Da würd ich mich mel anschließen.
Ich glaube jemand der mich gut kennt, könnte sehen ob ich beim Malen ein "Hoch" oder eher ein "Tief"-Gefühl hatte.
Wobei ich die "dunklen" Bilder meistens im Eck verschwinden ließ und irgendwann überpinselt hab.

Ich sollte mal ein "therapietaugliches Bild" malen - auf Wunsch ging das garnicht. Ich hab der Therapeutin dann
eines mitgebracht, was in einem "Tief" entstand und meines Erachtens für niemanden zu begreifen war.
Jedenfalls lasse ich mir nicht gerne hinter die Bilder gucken - von niemandem.
Das habe ich da als Erfahrung mitgenommen. Bilder mit Tiefgang (meinem Eigenen) würde ich nie ausstellen.
Ich habs ne Weile aufgehängt und als die Phase vorbei war wieder weggepackt. Irgendwann wirds in die Tonne gekloppt.

Von aussen bin ich da "therapieresistent". Ich bin überzeugt, es kann sehr viel bewegen - leider konnte ich mich dafür überhaupt nicht öffnen. Hut ab vor jedem der das anpackt - für mich wäre es wie ne Art Seelenstriptease.
Für mich war es nicht mal möglich unter Beobachtung überhaupt irgendwas hinzupinseln.

Therapeutisches Malen verstehe ich als: einfach mal geschehen lassen. (Nur für mich als eine Art Selbsttherapie)

:winken:

miss

Nach oben 26.11.2011, 15:12 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Situationen verarbeiten durch die Kunst
dieses Thema beinhaltet das ganze Spektrum der Mal-Therapie. - Die Depressionen haben ja auch 'Winterdepression', weil wir im Winter zu wenig Licht haben, was sich in den Farben auswirkt. Deshalb sollten diese Leute viel mit Gelb und warmem Orange-Rot malen.

Andere Malen, um die Feinmotorik zu trainieren.

Andere Malen, um ein Problem sich selber aufzuzeichnen.

Andere Malen, um auch 'über den eigenen Tellerrand' zu sehen.

Besonders in Altersheimen wird gemalt, damit man sich trifft und einmal über etwas anderes spricht, als das Essen und das Personal. - Es gibt noch sehr viel mehr Gründe...

Nach oben 26.11.2011, 17:13 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Situationen verarbeiten durch die Kunst
ich glaube, dass man mit kunst auf jeden fall situationen verarbeiten kann!

dabei gibt es meines erachtens zwei verschiedene ansätze: man vergisst sich beim malen, fällt in eine art meditation und bekommt dadurch den kopf frei, wobei das bildthema mit dem inneren thema absolut nichts zu tun haben muss.

oder man wählt ein bildthema/farben, die etwas über den inneren zustand aussagen.

bei mir ist eher ersteres der fall!

ich habe nach längerer pause in meinem schlimmsten tief wieder zu malen begonnen, wobei dies kein bewusster vorgang im sinne "ich male jetzt, um das besser zu verarbeiten" war.
sondern ich malte einfach, weil es sein musste... aber ich denke, das hat mir trotzdem sehr bei der bewältigung der dinge geholfen.
die bilder allerdings hatten null mit dem zu tun, was ich zuvor erlebt hatte.

da gehts mir wie miss: ich möchte eigentlich niemanden durch meine bilder in mein innenleben blicken lassen, also eindeutig keine expressionistin! :grins:

natürlich haben manche motive sehr wohl mit meinem innenleben was zu tun, das ist mir schon klar. aber ich hab z.b. keine bilder über den tod gemacht oder auch sonst was düsteres, obwohl es in der zeit einige tode gegeben hat.

weniger macht es mir aus, gute laune durch die bilder zu verbreiten, wenn ich selber gut gelaunt bin... :D

Nach oben 26.11.2011, 17:35 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Situationen verarbeiten durch die Kunst
Ja, ein breites Spektrum...

Ich male, wenn es mir gut geht und ich Zeit habe. Wenn ich nicht male, geht es mir entweder schlecht (was selten der Fall ist) oder ich habe keine Zeit (wobei es mir dann oft besonders gut geht, weil meine kleinen "Zeitfresser-Enkel" mich beanspruchen) :grins:.

Wenn ich also weder den künstlerischen Anspruch noch den therapeutischen Ansatz habe, warum male ich dann überhaupt? Statt mir über diese Frage den Kopf zu zerbrechen, male ich lieber :rofl: :winken: .

Nach oben 26.11.2011, 17:43 Nach unten

Beitrag  Re: Situationen verarbeiten durch die Kunst
In mein Leben gab ja viele Tiefs.Und am tiefste Tief war tod meines Vaters-und malen hilft mir dabei.Aber es ist egal eigentlich was ich male,ich möchte nicht dass jemand mein Bild anschaut und weiß sofort wer ich bin,in dieser Sache ich bin etwas verschloßen-hauptsache ich überhaupt fange an :grins: :mrgreen: -beim malen gibt nichts...Nur malen.Ich habe auf jeden Fall das Gefühl dass ich denke an nichts.Es ist mir schwer zu erklären.Es muss man erleben.Einfach malen...malen...malen....malen

Nach oben 26.11.2011, 18:31 Nach unten

Beitrag  Re: Situationen verarbeiten durch die Kunst
Ich denke beim Malen über alles mögliche nach,ich weiß aber nicht,ob sich das in meinen Bildern widerspiegelt :winken:

Nach oben 26.11.2011, 21:54 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Situationen verarbeiten durch die Kunst
Heureka :hurra: , der Kauf-Nix-Thread hat mich auf eine Idee gebracht: Ich male, um nicht so viel zu denken, weil es mich schier verrückt macht... :logisch: - also doch therapeutisch *ganzverzweifeltindierundeguck* :grins: :winken: .

Nach oben 26.11.2011, 22:24 Nach unten

mein mann

Beitrag  Re: Situationen verarbeiten durch die Kunst
also ich male ja nur alle heiligen zeiten und das hat mit meinen stimmungen so gut wie nix zu tun.
aber auch ich kann beim malen - und eigentlich nur beim malen, mein denken ausschalten. ich bin dann aufs malen so konzentriert, dass es die einzige situation ist, wo ich nicht denke.

und manchmal ... aber eher früher ... habe ich es dann bewusst gemacht, wenn mir mein dauernd-denken selber auf den keks ging.

beim schreiben denke ich ja weiter, also da geht das nicht.
in den letzten jahren habe ich aber scheinbar keine zeiten, wo mit das denken in dieser form auf den keks gegangen ist. macht es mein leben eher spannend.

die letzten bilder, die ich malte - eben nach einigen jahren, hatten eine idee und die versuchte ich umzusetzen.
jetzt schaut das also eher so aus: wenn ich keine idee hab, dann male ich nicht.
und wenn ich daran denke, kommen aber keine malideen ... vielleicht Bild ... oje ich sollte darüber gar nicht nachdenken Bild

Nach oben 26.11.2011, 22:52 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Situationen verarbeiten durch die Kunst
Wenn ich male, dann male ich einfach, ohne vordergründig irgendwelche Situationen zu verarbeiten. Sicher bleibt es aber nicht aus, daß diese und Stimmungen mitschwingen.
Ich denke auch, daß man meinen Bildern nicht ansieht, wenn es mir nicht gut geht. Das ist auch so gewollt, denn wen interessiert es schon.
Es gab nur für mich eine offensichtliche Ausnahme. Während alter Migränezeiten wollte ich mich einfach nicht dem Kopfschmerz ergeben und was vernünftiges machen. Ich malte ein Bild. Ich stellte es einmal hier vor und ich war zufrieden, daß ihr nicht erkennen konntet, daß ich es unter Schmerzen malte.
Meine Freundin meinte nur beim Betrachten lakonisch, daß man sich eigentlich nur wünschen sollte, daß. ich Schmerzen bekäme. Na, ja. :grins:

Nach oben 27.11.2011, 13:39 Nach unten

Beitrag  Re: Situationen verarbeiten durch die Kunst
Oh, wie gut haben einige es, das sie stundenlang malen können!!!!
Das kann ich nicht.
Ich bin dann ziemich erschöpft. So 1-2 Stunden male ich am Stück. Mehr geht nicht.Das reicht mir.
Wenn ich mal so eine Tageskurs mitmache, bin ich abends fix und foxi.

Nach oben 27.11.2011, 13:45 Nach unten

Beitrag  Re: Situationen verarbeiten durch die Kunst
Tröste dich, immerweiter,
Ich schaffe auch selten mehr als zwei Stunden!
Therapeutisch ist Malen für mich auch manchmal, entweder weil ich fast nur beim Malen so richtig leidenschaftlich werde, an nichts denken muß, meinen Gefühlen freien Lauf lassen kann. Ab und zu mache ich das mit Absicht, indem ich mir vornehme, meine derzeitige Stimmung zu malen oder eine Situation darstellen will, die mich gerade umtreibt.
Ich habe keine besonders große Angst, jemand könne tief in meine Seele schauen, wenn er so ein Bild betrachtet. Ich male einmal im Jahr mit anderen Frauen bei einer Kunsttherapeuthin, und natürlich besprechen wir die Bilder auch.
Wenn sie darf - sie fragt ausdrücklich um Erlaubnis -dann interpretiert sie auch schon mal das eine oder andere auf psychologischer Ebene, aber nur ansatzweise. Ob da dann was dran ist, entscheide ich selbst, sie fragt auch nicht nach, wenn wir uns dazu nicht äußern wollen. Schließlich sind wir zum Malen da und nicht zur Therapie!

Außerdem ist es nicht so leicht, aus Bildern wirklich etwas "herauszulesen", wenn man den Maler nicht gut kennt. Farb wahl oder Symbole sind sehr individuell, und auch Therapeuten müssen sehr viel fragen, um der Bedeutung eines Bildes auf die Spur zu kommen. So leicht verrät unsere Seele ihre Geheimnisse nicht!
lg brushie

Nach oben 27.11.2011, 17:47 Nach unten
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