"Alle Menschen haben die Anlage, schöpferisch zu arbeiten, nur merken es die meisten nie." (Truman Capote)




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 Malt Ihr "wohnzimmertauglich"? 
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Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Hm, da habe ich doch glatt was vergessen! Es gibt für mich noch eine Ausnahme und zwar die indirekten Auftragsarbeiten, also Aufträge die ich mir selber stelle. Find ich z.B. eine Räumlichkeit absolut faszinierend, so kann ich mir vorstellen etwas direkt für diesen Raum zu malen, was aber in der Regel auch nur in diesem Raum funktioniert. Als Beispiel, ich habe vor Jahren mal eine Serie von vier grossformatigen (3,20 x 1,20) Ölbildern gemacht, für einen achteckigen Schlosssaal, den ich absolut faszinierend fand. Dabei hängen die Bilder auf vier hohen schmalen Wänden, während die restlichen Wände von zwei Türen und zwei Fenster eingenommen werden. Diese Symmetrie hat mich völlig fasziniert und kleinere Bilder würden in diesem Raum untergehen. Also, wenn ein Raum solch einen starken Eindruck bei mir hinterlässt, dann bin ich schon bereit dazu etwas für diesen Raum zu erarbeiten, aber da kommen wohl normale Wohnzimmer kaum in Frage…

LG :spanien1:
Andreas

Nach oben 28.11.2011, 01:24 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Stimmt, da war ja auch noch das Badezimmer in der alten Wohnung... :rofl: :winken: .

Nach oben 28.11.2011, 08:19 Nach unten

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
    Andreas, hast Du denn für uns wenigstens ein Foto davon?
    Das muss doch super aussehen.

    Wenn ich mir das so vorstelle.................... :girlieumfall:

Nach oben 28.11.2011, 08:21 Nach unten

Aquarell, Acryl, Öl, PC

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Beitrag: Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"? - 28.11.2011, 01:24 arte60 hat geschrieben:
... Also, wenn ein Raum solch einen starken Eindruck bei mir hinterlässt, dann bin ich schon bereit dazu etwas für diesen Raum zu erarbeiten, aber da kommen wohl normale Wohnzimmer kaum in Frage…
Andreas


hi hi, Du weißt doch gar nich, wat wir für Wohnzimmers haben tun??!!!

Beitrag: Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"? - 28.11.2011, 08:21 Gisela hat geschrieben:

Andreas, hast Du denn für uns wenigstens ein Foto davon?


genau! zeich her! :grins:

... und irgendwie bin ich durch diesen Thread drauf gekommen, daß ich wohl eher schlafzimmertauglich male :oops: :oops: :shock: :shock:

Nach oben 28.11.2011, 08:33 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Traue keinem Vorurteil, das du nicht selbst verbreitet hast!

Liebe Christiane, ich weiss im Gegensatz zu Dir noch ganz genau, wo Du das gehört hast, es war bei Deinem letzten Besuch in der Kunstwerkstatt Olma, und ICH war derjenige, der es gesagt hat.

Der Satz, dass Frauen eher "wohnzimmertauglich" malen und Männer eher, weil sie etwas probieren oder lernen wollen, ganz egal, ob es irgendwo hinpasst, bezieht sich auf und richtet sich an Menschen, die an einem Wochenendmalkurs teilnehmen und eher als "Gelegenheitsmaler" zu bezeichnen sind. Wer im Kritzelmeisterforum aktiv ist, zählt da sowieso eher nicht dazu.

Veronika veranstaltet seit bald zwanzig Jahren Malkurse, und seit zehn Jahren bin ich dabei. Und wir haben diese Beobachtung an den Malwochenenden immer wieder gemacht. Wie oft werden Sofakissen und Tapetenmuster mitgebracht, aber immer nur von Frauen. Und es war auch eine Frau, die montags angerufen hat, weil ihr Bild zwar ganz gut sei, es aber doch nicht zum Grün der Küche passt. Es war aber auch eine Frau, die gesagt hat, dass der Kurs ihr sehr teuer wurde, weil ein neues Sofa gekauft werden musste - das jetzt zum Bild passt - und die Wand neu gestrichen und eine Beleuchtung eingebaut werden musste.

Und das ist eines, was wir mit diesem provozieren Satz erreichen wollen: Die Wertschätzung für das eigene Werk. Wen interessiert das Sofa, wenn das Bild gelungen ist? Soll doch das Sofa und die Kissen sich nach dem Bild richten und nicht umgekehrt. Was ist mehr wert, das Bild oder das Sofa?

Wenn sich jemand im Laufe eines Malkurses überlegt, noch ein Bild anzufangen und ich vorschlage: mach doch mal 120 x 100 cm, dann höre ich vor allem von Frauen: Das kann ich nirgendwo aufhängen. Männer sind eher bereit, etwas auszuprobieren, das dann in der Garage stehen muss. Andererseits war es aber auch eine Frau, die für ihr 180 x 180 cm extra einen Pferdeanhänger organisieren musste....

So haben alle Vorurteile ihren Haken, und ich bin sowieso eher erhaben über den Vorwurf, geschlechtsspezifische Vorurteile zu haben. Die Aussage ist auch vollkommen wertfrei. Trotzdem sagen wir diesen Satz als Provokation, weil wir vor allem erreichen wollen, dass die Menschen im Kurs etwas lernen sollen. Lernen, probieren, offen für neues sein, kann man am besten, wenn man sich nicht durch Farben und Formate einschränkt. Nur dann lohnt sich der finanzielle und zeitliche Aufwand, den man mit einem Malkurs hat wirklich - wenn man was gelernt hat und nicht, wenn man etwas für die Wand hat. Erst neulich hatten wir eine Malschülerin, die sich den ganzen Kurs über über die Pferde geärgert hat, die sie für eine Freundin malen sollte, und sie wollte eigentlich keine Pferde malen. Dabei hat sie vor ein paar Jahren ein sensationelles Kuh-Bild gemalt, mit einer Kuh und einem "Q", inspiriert durch einen kuhförmigen Untersetzer, der im Atelier herumlag und angeleitet durch die Dozentin, ansonsten vollkommen frei. Vielleicht scheiden sich da die Geister: Für den einen bedeutet die Freude am Malen das "Ausgestalten des Nestes" und für den/die andere erlebt die Freude im kreativen Prozess - ohne Einschränkung durch Sofakissen.

Alle Kritzelmeister, die hier mitschreiben oder -lesen: Wenn ihr vor allem malt um Euch auszudrücken oder um zu probieren, dann wisst Ihr um was es geht, und es ist egal, ob Ihr Malerin oder Maler seid.

Frohes Schaffen!

Wolfgang

Nach oben 03.12.2011, 08:23 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
pigmenttankstelle hat geschrieben:
Liebe Christiane, ich weiss im Gegensatz zu Dir noch ganz genau, wo Du das gehört hast, es war bei Deinem letzten Besuch in der Kunstwerkstatt Olma, und ICH war derjenige, der es gesagt hat.

Wolfgang


Lieber Wolfgang,

ich weiß es auch noch ganz genau, so vergesslich bin ich nun doch nicht :rofl: . Ich wollte Dich nur nicht in die Pfanne hauen :grins: . Außerdem habe ich DICH im Kontext von Enkenbach schon richtig verstanden, war aber trotzdem völlig verblüfft :shock: . Kurz darauf waren Dieter und ich bei einem Tag der offenen Tür in einem Künstlerhaus, wo zwei Männer sich genau so, aber abfällig äußerten. Das war dann der Auslöser für dieses Thema. Mir gefielen nämlich die Bilder dieser Künstlerin (abstrakt, bunt und irgendwie mexikanisch anmutend :hmm: ). Und ich überlegte, ob mir "als Frau" vielleicht nur wohnzimmertaugliche Bilder gefallen :shock: .

Mit dem Sofakissen und dem Tapetenmuster hast Du mich heute abermals verblüfft und da meine Wände weiß sind und ich keine Sofakissen besitze, werde ich wohl den Teppich einrollen und ins Kloster mitbringen müssen :ironie: .

Ich wünsche ein schönes zweites Adventswochenende :winken: .

Nach oben 03.12.2011, 10:02 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Hallo Wolfgang,

ich weiß gar nicht, was ich dazu noch schreiben könnte.
... Ich habe gelächelt, beim Durchlesen? Blöd...kannste nich' schreiben.
...Dein Bericht hat mir Spass gemacht beim Durchlesen? Hrm Hrm hüstel.
...Bei einigem habe ich innerlich genickt? Hört sich auch nich' gerade gut an.
...Gefällt mir gut? Blöd, wir sind hier nicht bei Facebook.
VOR ALLEM ABER FAND ICH ES SEHR INTERESSANT ZU LESEN UND HABE MICH AMÜSIERT, OBWOHL AMUSEMENT WOHL NICHT VOLL DEINE ABSICHT WAR? :D :grins:
Liebe Grüße :knuddeln: auch an Veronika!!! Und Bazi!!!
:winken: Ellen

Nach oben 03.12.2011, 10:09 Nach unten

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Hallo Wolfgang
8)

schön gesprochen und ich glaube als Anliegen von euch als Kursleiter, kann ich das auch sehr gut nachvollziehen.
Ich will hier aber auch noch ganz kurz den Finger heben und eine Anmerkung zu den vielleicht doch nachvollziehbaren
Gründen machen, warum so eine Provokation dem einen/ der einen oder anderen TeilnehmerInnen den Spass
noch gänzlich verderben kann.

Wenn ich von Menschen ausgehe, die ich beispielsweise in meinem Umfeld habe - und die sich zuhause durchsetzen, so einen
Kurs zu besuchen. - Ja "durchsetzen" - denn es ist in sehr vielen Familien tatsächlich immer noch so, das Frau mit Hobby finanzielles Schlusslicht bildet.
Also wenn dann "Budget" freigegeben ist - dann steht oft der Druck dahinter dafür wenigstens etwas "Brauchbares" mit nach
Hause zu bringen. Der Einsatz soll sich ja lohnen :shock:
Lass das mangelndes Selbstvertrauen sein dem zuwider zu handeln, oder selbst produzierten Druck, weil man sich vielleicht selbst damit besser fühlt, wenn man durch "was zum Aufhängen" auch was zurückgeben kann....
Das ist in Töpferkursen auch nicht anders.
Ich glaube da hängt oft der Haken - wenn Frau für sich Geld ausgibt, dann muss es irgendwelchen Sinn machen oder man sucht sich vielleicht damit eine Art "Rechtfertigung".
Klingt vielleicht blöd - und vielleicht muss ich da feststellen, das Emanzipation oft am Geldbeutel Halt macht/machen muss.
Kann mir vorstellen, das wenn die Kursleiter durch Provokation diese Beweggründe noch anzweifeln indem sie anderes Denken und Handeln provozieren, bringt das einige in eine Art Zwickmühle.
Reizvoll die Trampelpfade des Familienpatriarchats zu verlassen ist es sicher für jeden, aber es kostet Mut, den nicht jeder hat.
Du hast sicherlich auch nicht ganz Unrecht - wer hier im Forum ist, hat es wohl zumindest teilweise geschaft, sein
Hobby, seine Passion in den Alltag zu integrieren und erlebt auch eine gewisse Akzeptanz seines Tuns.
Das ist bei Wochenendkurs-Teilnehmer eher anders - das gönnt man sich wie einen Wellnesskurs oder ähnl.
Und auch da stell ich sogar fest, das Wellnesstage höheren Stellenwert genießen da man da ja auch mit Freunden
und Partnern hingeht. Kreativkurse gelten vielfach als purer Egoismus.

So - wollte das Thema auch mal von dieser Seite beleuchten - ob nachvollziehbar oder nicht
das ist tatsächlich meine Meinung, durch viel Beobachtung über viele Jahre.

Alles Liebe zum

:2advent:

:winken:

miss

Nach oben 03.12.2011, 10:28 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Liebe Christiane,

ich lasse mich da gerne zitieren, zumal ich das ja ausdrücklich wertfrei sage. Es darf ja jeder seinen Malkurs so gestalten, wie er will. Es kann ja schon sein, dass es in der Malerei eher weibliche und eher männliche Ausdrucksformen gibt, aber weder das einen noch das andere muss besser sein, und warum sollen nicht Männer "weibliche" Bilder malen und Frauen "männliche".

Auch das Gestalten der Wohnung ist weder verkehrt noch schlecht. Schlimm ist es nur, wenn fünf- oder sechsjährige Kinder in den Kurs kommen mit dem Auftrag "Mal doch mal ein paar schöne gelbe Blumen für die Oma". In solchen Fällen, die häufig vorkommen, verbieten wir die Durchführung regelmäßig. Ein Kind soll sich frei und ungezwungen entfalten können und nicht bei einem der wenigen Dinge ohne feste Regeln und Leistungsdruck (zunächst), die es in der Leistungsgesellschaft noch gibt - der Malerei - eingeschränkt werden. Kinderbilder passen sowieso an JEDE Wand!

So, und Du gehörst also zu den Leuten, die Wände und Möbel gleich so gestalten, dass man eh alles aufhängen kann!?! Machen wir ja auch so.

Lass´ den Teppich zu Hause, wir werden Dich im Klostermalkurs auch so irgendwie kitzeln...



Liebe Rocky,

warum solls nicht kurzweilig sein, wenn mir schon keine kurzen Texte gelingen. Ich fasse das als Kompliment auf - danke!


@missacryla
Deine Einwände sind vollkommen richtig. Als erfahrene Kursleiter versuchen wir auch nur dort einzugreifen, wo wir keine Konflikte auslösen - sei es im Kleinen oder im Großen. Wir bilden uns ein, zu wissen, wo wir behutsam sein müssen. Das kann man aufgrund der Erfahrung oft recht gut beurteilen. Einen großen Unterschied macht es natürlich auch, ob es sich um einen gelegentlichen oder einmaligen Kurs handelt, oder ob jemand mehr oder weniger regelmäßig kommt. Ganz unbedingt achten wir darauf, dass wirklich jeder als stolzer Besitzer von ein, zwei oder drei Werken nach Hause fährt, und es geht auch nix raus, was wir nicht vertreten können. Unsere "Vernissagen" sind dokumentiert und sehenswert. Und auch die Größe ist nebensächlich, auch klein und preiswert kann gut sein. Vielmehr versuchen wir dadurch, dass wir brauchbares (muss ja nicht total hochwertig sein) Material zu günstigen Preisen anbieten. Wenn wir dadurch zu dem ein oder anderen "wohnzimmeruntauglichen" Bild anregen, ist es uns recht.

Was Du sonst aber schreibst, macht mich nachdenklich. Auf gar keinen Fall wollen wir Konflikte heraufbeschwören oder bestehende Konflikte verstärken. Du umschreibst ein großes Maß an Unfreiheit von Menschen in Deinem Umfeld. Warum sich dann auch noch im Malkurs einschränken lassen??? Wenn wir so etwas mitbekommen und eine Möglichkeit sehen, dass die Teilnehmerin trotzdem ein "nutzloses" Bild malt, dass ihr selbst etwas bedeutet und an dem sie Spaß hat, dann unterstützen wir das auf jeden Fall. Wenn Du von mangelndem Selbstvertrauen schreibst, dann kann so etwas ein ganz kleiner Befreiungsschlag sein und zum Aufbau von Selbstvertrauen beitragen.

Frohes Schaffen (das hat unter allen Umständen Vorrang)!

Wolfgang

Nach oben 03.12.2011, 11:10 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Mein Mann begleitet mich sogar zu meinen Kreativkursen und lernt was Nützliches (Keilrahmenbau :logisch: ) :rofl: :rofl: :rofl: . Aber ein Wellness-WE kann auch sehr schön sein :grins: :winken: .

pigmenttankstelle hat geschrieben:
Ganz unbedingt achten wir darauf, dass wirklich jeder als stolzer Besitzer von ein, zwei oder drei Werken nach Hause fährt


Nun ja, zwei halbfertigen... :rofl: , was aber an meinem Schneckentempo liegt :roll: . Und das fand ich besonders angenehm (und kannte es aus anderen Kursen nicht), dass kein Zeitdruck gemacht wurde :daumen2: . Mein Leben verläuft eh' immer auf der Überholspur, da gönne ich mir beim Malen den Genuss der Langsamkeit :schnecke: :winken: .

Nach oben 03.12.2011, 12:05 Nach unten

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Beitrag: Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"? - 03.12.2011, 11:10 pigmenttankstelle hat geschrieben:

@missacryla
Deine Einwände sind vollkommen richtig. Als erfahrene Kursleiter versuchen wir auch nur dort einzugreifen, wo wir keine Konflikte auslösen - sei es im Kleinen oder im Großen. Wir bilden uns ein, zu wissen, wo wir behutsam sein müssen. Das kann man aufgrund der Erfahrung oft recht gut beurteilen. Einen großen Unterschied macht es natürlich auch, ob es sich um einen gelegentlichen oder einmaligen Kurs handelt, oder ob jemand mehr oder weniger regelmäßig kommt. Ganz unbedingt achten wir darauf, dass wirklich jeder als stolzer Besitzer von ein, zwei oder drei Werken nach Hause fährt, und es geht auch nix raus, was wir nicht vertreten können. Unsere "Vernissagen" sind dokumentiert und sehenswert. Und auch die Größe ist nebensächlich, auch klein und preiswert kann gut sein. Vielmehr versuchen wir dadurch, dass wir brauchbares (muss ja nicht total hochwertig sein) Material zu günstigen Preisen anbieten. Wenn wir dadurch zu dem ein oder anderen "wohnzimmeruntauglichen" Bild anregen, ist es uns recht.

Was Du sonst aber schreibst, macht mich nachdenklich. Auf gar keinen Fall wollen wir Konflikte heraufbeschwören oder bestehende Konflikte verstärken. Du umschreibst ein großes Maß an Unfreiheit von Menschen in Deinem Umfeld. Warum sich dann auch noch im Malkurs einschränken lassen??? Wenn wir so etwas mitbekommen und eine Möglichkeit sehen, dass die Teilnehmerin trotzdem ein "nutzloses" Bild malt, dass ihr selbst etwas bedeutet und an dem sie Spaß hat, dann unterstützen wir das auf jeden Fall. Wenn Du von mangelndem Selbstvertrauen schreibst, dann kann so etwas ein ganz kleiner Befreiungsschlag sein und zum Aufbau von Selbstvertrauen beitragen.

Frohes Schaffen (das hat unter allen Umständen Vorrang)!

Wolfgang


Das Anliegen ehrt euch - ich glaube wenn ihr es schafft eine Art von "Befreiungsschlag" zumindest anzustossen,
dann hat so ein Kurs schon fast Therapie-Anspruch.
Ich glaube aber nicht, das ich nur mein Umfeld beschreibe - denn ich empfinde mein Umfeld als nicht besonders arm oder eingeschränkt oder sonstwie rückständig, sondern ich sehe in meinem Umfeld den Normalbürger mit begrenztem Budget,
(allerdings rede ich von Familien deren Mitglieder (Familienfrauen) in einem Alter sind, wo man sich überlegt, ob man sich
noch an neue Dinge heranwagt - sofern man sein Hobby nicht immer schon gepflegt hat)
Und ich rede von sehr ländlichem Raum - da ticken die Uhren und Strukturen vielleicht doch noch etwas anders (stockkonservativ 8) ) schaffeschaffe Häusle baue, MannKidsHundGarten versorgen, Job wenn geht - und brav sein :lol:
Das heisst ich rede von meiner Generation - ca. 50-100 Jahre alt :wink:
Es gibt auch hier viele Kunstschaffende die als elitäres Völkchen beneidet, beredet, als privilegiert betrachtet, bewundert oder bedauert werden.
Huch - weia - ich könnte echt nen Klischeekatalog des ganz normalen Wahnsinns erstellen.
Ich halte mich auch für privilegiert, weil ich im Moment noch das Gefühl habe, ich lege meine Prioritäten selber fest.
(tue ich das :mhh: ) aber ich gelte in meinem Umfeld schon als ziemliche Exotin.
Aber auch ich habe kämpfen müssen, als ich in die Toskana wollte um Wandmalerei zu lernen.
Ich wollte alleine hin - mein Mann wollte mit um sich zu erholen.....die "Kröte" hab ich ihm zuliebe geschluckt.
Dann wurde der Kurs mangels Teilnehmer leider abgesagt - seither baller ich mich mit anderer Arbeit so zu, das
ich nimmer auf "dumme" Gedanken komme :rofl:

Ich will echt nicht jammern - aber seid ihr alle so "frei" in Entscheidungen wieviel Geld und Zeit und Intensität ihr eurem
Hobby zugesteht? - Fühlt sich von euch keiner auch irgendwie "genötigt" - wenn schon Zeit und Geld investiert - dann auch wenigstens ein Ergebnis präsentieren zu wollen? Ich sehe unter diesem Anspruch einige ihre Pläne und Träume hinschmeissen.

Aber man ist ja erwachsen- also auch selber schuld wenns so läuft - das seh ich auch selber so 8)
trotzdem sinds Tatsachen an denen man ehrlicherweise nicht herumkommt, die auch mal so zu benennen.

:winken:
miss

Nach oben 03.12.2011, 13:02 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Beitrag: Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"? - 03.12.2011, 13:02 missacrylia hat geschrieben:
aber seid ihr alle so "frei" in Entscheidungen wieviel Geld und Zeit und Intensität ihr eurem
Hobby zugesteht? - Fühlt sich von euch keiner auch irgendwie "genötigt" - wenn schon Zeit und Geld investiert - dann auch wenigstens ein Ergebnis präsentieren zu wollen? Ich sehe unter diesem Anspruch einige ihre Pläne und Träume hinschmeissen.
:winken:
miss


Ja, bin ich, wenn ich Freiheit auch als Einsicht in die Notwendigkeit begreife. Würde ich ein Ergebnis präsentieren müssen, hätte ich zum letzten mal einen Pinsel oder Stift in die Hand genommen. Die Ergebnisse aller Malkurse mit Ausnahme des Kurses in Enkenbach sind im Müll bzw. in der Schublade gelandet. Das einzige, worüber ich 2008, als ich zu malen anfing, nachgegrübelt habe, war die Frage, ob mir so viel Egoismus zusteht. Die habe ich inzwischen mit einem klaren "JA" beantwortet :grins: :winken: .

Nach oben 03.12.2011, 14:52 Nach unten

Eitempera

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Missacrylia,

das Alter 50+ ist ja auch mein Alter und auch das Alter fast aller unserer Malschüler/innen. Aus eigener Sicht kann ich sagen, man muss halt seine Prioritäten selbst setzen. Für den einen ist es ein Ergebnis, das man vorzeigen kann, für jemand anderen ist es das Gefühl, dass man auch über 50 noch was dazulernen kann - auch wenn man das erst mal niemandem zeigen kann. Ich denke, dass im zunehmenden Alter materielle Werte eine immer kleinere Rolle spielen - hoffentlich ist das so. Mitnehmen kann man eh nix.
Wir sehen uns auf jeden Fall als Dienstleister und wollen etwas bieten für´s Geld. Wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass wir keine Therpeuten sind, sondern Künstler/Handwerker/Pädagogen, auch wenn ein Kurs bei uns manchmal wie eine Therapie sein kann.
Für Dich als Südbadenerin wäre vielleicht einer unserer Kurse in Zell am Harmersbach (http://www.kapuziner.org/dprov/hdb/prog ... alkurs.php) interessant. Die werden auf keinen Fall wegen Mangels an Interesse abgesagt, weil wir jetzt schon viel mehr Interessenten als die 90 freien Plätze haben, aber für Kritzelmeister könnte ich da was machen....... (gilt auch für andere).

Christiane
und Dieter, Ihr seid auf jeden Fall dabei! Dass Dein Werk nicht fertig geworden ist, ist eine der vielen Ausnahmen, die die Regel bestätigen - aber Du hast ja immerhin die Möglichkeit, es wieder mitzubringen.

Schönen Advent!

Wolfgang

Nach oben 03.12.2011, 18:49 Nach unten

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
:winken:

Vielen Dank für den Link,

ich hab mir das auf jeden Fall mal abgespeichert. Zwar denke ich nicht, das mir das nächste Jahr mehr Zeit übrig lässt um
neue Wege zu gehen.

Gibt es zu diesen Kursen mehr Infomaterial? Bezüglich der Maltechniken und Inhalte die da vermittelt werden?


Grüßle

miss

Nach oben 03.12.2011, 22:34 Nach unten

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Da muss ich mich auch noch mal einmischen. Sicherlich habe ich nicht den Erfahrungsreichtum in solchen Malkursen wie Wolfgang und Veronika sie geben, da ich es eher mit Studenten zu tun hatte, von denen man eigentlich annehmen müsste das sie höher motiviert und aufgeschlossener sind. Nun die Erfahrung zeigt aber das dies in der Regel nicht so ist und für mich war es immer ein probates Mittel provokative Äußerungen in den Raum zu stellen, den nur so kann man manch einen wachrütteln und ihn dazu bringen diese Äußerungen und auch sich selbst zu hinterfragen. Gerade die hier stattfindende Diskussion zeigt doch auch, dass solche Provokationen offensichtlich funktionieren und dass sie eine Diskussion fördern können.

Über die reine Vermittlung von Maltechniken, sollte aber ein guter Kurs oder ein guter Kursleiter noch andere Dinge dem Schüler auf den Weg geben, die mindestens genau so wichtig sind wie das Erarbeiten eines eigenen Werkes und dazu gehören Thematiken wie z.B. was kann Kunst bedeuten oder was bedeutet Kunst für mich selbst. Bei diesen Themen ist es aber oft von Vorteil wenn man eine, wenn auch nur gespielte, extreme Position einnimmt, denn mit ihr wird schneller klar, welche Position der Schüler für sich annehmen kann und inwieweit er sich ihr öffnet.

LG :spanien1:
Andreas

Nach oben 04.12.2011, 04:08 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Was nicht in meinen alten Polo reinpasst, kommt mir nicht ins Auto :rofl:

Okok, ich gehe ja schon in die Schäm-Dich-Ecke :oops:

Nach oben 04.12.2011, 06:54 Nach unten

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Hallo Ihr Lieben

hab schon länger mitgelesen und möchte nun meine Gedanken doch noch los werden.

"wohnzimmertauglich" :

von
muss perfekt zur derzeitigen Einrichtung passen
bis
darf nur Motive/Dinge abbilden, die eine gute Stimmung verbreiten und nicht nachdenklich machen

Mit allen diesen Definitionen kann ich selbst wenig anfangen. Wenn mich etwas fasziniert, dann bekommt es den entsprechenden Platz in meinem Leben, wo auch immer ich es hinhaben will. Denn auch meine Wohnung, selbst mein Wohnzimmer, ist Ausdruck meiner Selbst (das sich natürlich ständig ändert).

Und ein für mich weiterer ganz grundsätzlicher Aspekt, der in diesem Zusammenhang immer wieder aufgetaucht ist:

Ist es wichtig, dass Kunst gefällt? Wem und warum?
Und wenn es etwas ganz Anderes ist? Darf es das auch?

Und wenn einem selbst nur Schönes gefällt: warum ist das so?..weil man sich mit anderen Dingen nicht auseinandersetzen will? Lieber wegschauen möchte? Es lieber nicht wahrhaben will? Ist "nachdenklich werden"/"berührt sein" gut oder schlecht?

Hm... :mhh:


@miss: Deine Art zu argumentieren macht mich sehr nachdenklich....hm, die Mehrheit Deines Umweltes ist so/lebt so...wird es dadurch richtiger? Ist es richtig? Was ist wichtig im eigenen Leben?...und mir ist klar, dass Du nur offen aussprichst, was viele denken/leben....
Zu Deiner Frage: ja, ich selbst bin vollkommen frei in meinem Leben zu entscheiden, wie viel Zeit und Geld ich in die Kunst stecke und ich denke in letzter Konsequenz ist das jeder...es sind die eigenen Prioritäten, die eigenen Entscheidungen, das eigene Leben!

Liebe Grüße,

Michaela

Nach oben 04.12.2011, 11:20 Nach unten

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
Ich denke da in etwa wie Michaela,ich war so oft im Leben fremdbestimmt.Inzwischen bin ich fast 60 Jahre alt und mache was ich will und hänge mir auf was und wo ich will. :winken:

Nach oben 04.12.2011, 11:25 Nach unten

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
@miss: Deine Art zu argumentieren macht mich sehr nachdenklich....hm, die Mehrheit Deines Umweltes ist so/lebt so...wird es dadurch richtiger? Ist es richtig? Was ist wichtig im eigenen Leben?...und mir ist klar, dass Du nur offen aussprichst, was viele denken/leben....
Zu Deiner Frage: ja, ich selbst bin vollkommen frei in meinem Leben zu entscheiden, wie viel Zeit und Geld ich in die Kunst stecke und ich denke in letzter Konsequenz ist das jeder...es sind die eigenen Prioritäten, die eigenen Entscheidungen, das eigene Leben!



Du kannst mir glauben, das ich darüber auch viel nachdenke. Und - NEIN - ich finde es nicht richtig.
Ich stelle nur fest, das es die letztendlich "bequemere Art" ist zu leben, da man weder kämpfen muss (oder will) um seine
eigenen Anliegen durchzusetzen, noch bringt man sich durch die Zeit die eigene Hobbys nun mal beanspruchen nicht
zusätzlich in Stress (wenns auch im Ergebnis sicherlich positiver Stress wäre) Entscheidend ist glaube ich,
ob man in sich selbst diese Kraft zur Verwirklichung spürt. Diese Kraft ist extrem wertvoll, aber bei vielen verloren gegangen.
Ich halte das für falsch - aber es ist eine Tatsache, das ein latentes "Burn out" unsere ganze Gesellschaft ergriffen hat.

Vielfach versucht man (auch ich) durch fadenscheinige "Leichtigkeit" durch nullanspruchsvolle Unternehmungen darüber hinwegzutäuschen.

Sorry für die schwere meiner Gedanken, aber momentan frustriert mich meine eigene Sichtweise, da ich mich selbst auch nur manchmal den Realitäten stelle - und die sind echt nicht rosarot.

Grüßle

miss

Nach oben 04.12.2011, 13:09 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Malt Ihr "wohnzimmertauglich"?
aquamarin hat geschrieben:
Und wenn einem selbst nur Schönes gefällt: warum ist das so?..weil man sich mit anderen Dingen nicht auseinandersetzen will? Lieber wegschauen möchte? Es lieber nicht wahrhaben will? Ist "nachdenklich werden"/"berührt sein" gut oder schlecht?


Nur weil ich Krieg, Hunger und Krankheit nicht ins Wohnzimmer hänge (ein befreundeter Maler hat uns ein entsprechendes Bild zum Kauf angeboten und ist ein bisschen eingeschnappt, weil wir es nicht wollten) setze ich mich genügend mit entsprechenden Themen auseinander.

missacrylia hat geschrieben:
Vielfach versucht man (auch ich) durch fadenscheinige "Leichtigkeit" durch nullanspruchsvolle Unternehmungen darüber hinwegzutäuschen.


Was sind nullanspruchsvolle Unternehmungen? Treffen mit Freunden? Wellness-WE? Weinproben? Spaziergänge?

Braucht der Mensch doch auch. In der Freizeit soll man sich doch erholen und nicht neuen Stress produzieren. Selbst ein Gammelsonntag vor dem Fernseher mit völlig idiotischen alten Filmen kann ab und zu genau das Richtige sein, um die Batterien wieder aufzuladen.

Also ich weiß nicht, mir erscheint das alles sehr schwarz/weiß gemalt, oder? Ist vielleicht ja ein bisschen Novemberblues :grins: :winken: .

Nach oben 04.12.2011, 13:27 Nach unten
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