"Kunst ist die reinste Form der Liebe." (George Bernard Shaw)




 [ 10 Beiträge ] 
 Kölner Kunstfälscher 
Autor Nachricht

Acryl, Pastellkreide, Aquarell

Beitrag  Kölner Kunstfälscher
Wir Ihr sicherlich gehört habt, ist der Kunstmarkt voller Aufregung bezüglich
der
Nachrichten in den Medien hat geschrieben:
Wegen Kunstbetrugs stehen von heute an zwei Männer und zwei Frauen vor dem Kölner Landgericht. Sie sollen jahrelang Bilder von Malern wie Pechstein, Ernst und Campendonk gefälscht, auf den Markt geschleust und knapp 16 Millionen Euro damit erzielt haben.

Gerne würde ich eine Diskussion hierüber eröffnen, um Eure Meinungen dazu zu hören.
Sind die Auktionshäuser und Galerien sowie die Kunstexperten mit ihrer unendlichen Geldgier
nicht selber Schuld und ist es überhaupt gerechtfertigt, die Bilder alter Meister und hochgepuschter Maler zu solch überhöhten Preisen zu verkaufen. Sind diese Bilder es wirklich wert? Einerseits verdienen viele guten Maler nicht das Salz in der Suppe, andererseits werden für
die Objekte der Begierde Unsummen gezahlt.
Meinerseits kann ich nur sagen, Hut ab vor so viel Können der Kunstfälscher!!!

Nach oben 28.10.2011, 09:55 Nach unten

Aquarell und Tempera

Beitrag  Re: Kölner Kunstfälscher
Da bin ich ganz deiner Meinung. Wenn die Fälschung so gut gelungen ist, dass selbst Experten sie nicht als solche erkennen, dann ist dem Fälscher meiner Meinung nach nur zu gratulieren. :D

Welche Mühe der Beltracchi sich aber auch gemacht hat... selbst die kleinen Etiketten auf der Bildrückseite gefälscht.....

Der Kunstsammler der so wenig Ahnung von Kunst hat, dass er monatelang eine "Fälschung" bewundert, ist doch nicht zu bedauern, nur weil sich hinterher herausstellt, dass der Schöpfer des Werkes ein Anderer ist. Das Bild selbst ist immer noch das Gleiche wie vorher.

Ich bin ja auch kein Fan von Kunst als Geldanlage. Kunst als Genußinvestition gern, aber nur zur Kapitalvermehrung nein!

So! das musste mal gesagt werden. :D

Nach oben 28.10.2011, 10:04 Nach unten

Beitrag  Re: Kölner Kunstfälscher
ich habe die Geschichte nur oberflächlich mitbekommen, aber rund 30 Jahre lang (wenn ich das richtig verstanden habe) Werke zu schaffen, die als Bilder berühmter Künstler durchgehen, dazu gehört ein Haufen Können
er hat ja nicht kopiert, sondern "im Stil von" gemalt, oder?

und wenn Kunsthändler, Galerien etc. einfach nur geil auf das Geschäft waren und nicht genau geprüft haben, dann bin ich da ein bisschen schadenfroh
im Fernsehen hat gestern jemand (ich weiß nicht ob das ein Anwalt war, ich glaube schon) bedauert, dass der Prozess wegen der Absprachen so schnell zu Ende ging
die Rolle von Kunsthändlern etc. hätte er gerne genauer unter die Lupe genommen gesehen

Nach oben 28.10.2011, 10:54 Nach unten

Beitrag  Re: Kölner Kunstfälscher
Nur wenigen hier dürfte ein breites Grinsen im Gesicht gefehlt haben :grins:
Symphatiepunkte sind diesen Leuten sicher!!

Leider ist mir der Wortlaut des Urteilsspruch nicht bekannt - zumindest hat Einer 8 Jahre Haft bekommen - und das ist heftig!
Was wäre das denn: betrügerische Urkundenfälschung ( wenn nur der eigentliche Stil des Malers nachgeahmt wurde)?

Wie dem auch sei; wenn Kunsthändler, Kunstsammler und Galerien nur mit Signaturen handeln.. wer betrachtet noch das Bild?

LG
Monika :winken:

Nach oben 28.10.2011, 12:16 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Kölner Kunstfälscher
Nun, wie wir alle wissen geht's in diesem Kunstmarktsegment insbesondere um Anleger und Sammler von Gemälden als Geldanlage. Die Schadenfreude kann ich dahingehend verstehen, weil es eben dort nicht nur um die Kunst ansich geht, sondern oftmals ums reine Geld. Da Kunst-Gehalt aber immer mit Kontext verknüpf ist, ist eine Fälschung (so gut sie auch gemacht ist) in aller Regel weniger künstlerisch wertvoll als ein Original, auch wenn man es nicht sieht.

Die Schadenfreude bezüglich des finanziellen Schadens ansich kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Für alle die behaupten, "wenn eine Fälschung so gut gemacht ist, dass man sie nicht als solche erkennt, dann verdient das Respekt", würde ich fragen, ob das auch für Geldscheine gilt, wenn ein paar falsche 50 EUR Scheine ihren Weg in deren Portmonnaie finden und sie wie ein Depp dastehen, wenn sie das trotz täglichen Umgangs mit Bargeld und eindeutiger Erkennungsmerkmale nicht bemerkt haben... :wink:

Betrug bleibt Betrug - und sich als Täter wie ein Robin Hood hinzustellen, der es den Reichen genommen und für sich selbst verbraten hat, ist einfach arm. Und extrem dumm, wenn man sich auch noch erwischen lässt und nicht weiß, wann Schluss ist :D

Nach oben 28.10.2011, 12:31 Nach unten

Beitrag  Re: Kölner Kunstfälscher
Beitrag: Re: Kölner Kunstfälscher - 28.10.2011, 10:54 Traveller hat geschrieben:
er hat ja nicht kopiert, sondern "im Stil von" gemalt, oder?


.. wenn aber kein Werk der betreffenden Maler "nachgemalt" wurde, sondern nur neue Werke unter alter Signatur verkauft wurden, dann ist es doch lediglich eine Urkundenfälschung und natürlich auch "schwerer Betrug" - aber doch keine wirkliche Fälschung des Objekts - oder sehe ich das falsch... wie neu erfundener 20Euro-Schein mit gefälschtem Wasserzeichen..???.. :rofl:

LG
Monika :winken:

Nach oben 28.10.2011, 12:50 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Kölner Kunstfälscher
Liebe Ingrid, da hast du ja vielfältige Fragen aufgeworfen, die man gar nicht so schnell beantworten kann.
Das Kunstfälscherproblem gibt es ja eigentlich schon ewig. Erinnert sei nur aus der jüngsten Geschichte an Edgar Mrugalla aus Schleswig-Holstein, der über 3000 Werke berühmter Maler fälschte und von dem, obwohl verurteilt, bestimmt noch Werke unentdeckt irgendwo hängen. Vor einiger Zeit besuchte ich eine Ausstellung in Lübeck mit seinen Fälschungen, die wahrlich meisterhaft waren. Und genauso bei dem aktuellen großen Kunstfälscher. Solche Leute verfügen über eine bemerkenswerte Kunstfertigkeit, sind eigentlich selbst große Maler...nur sie drifteten ab ins Kriminelle und versuchten so ans große Geld zu kommen. Auch all die Galeristen, Privatsammler, Kunstwissenschaftler etc. wollten sich schnell gierig sonnen mit den scheinbar echten Werken großer Meister. Es ist eigentlich ein gegenseitiges Nehmen und Geben. Bedauern muß man keinen.

Schwieriger ist ein anderer Sachverhalt: Für echte Kunstwerke großer Meister wird viel Geld bezahlt. Doch nicht selten landen die Werke nicht in Museen, sondern in den Tresoren von Privatsammlern und sind damit verschwunden. Dies ist eventuell zu befürchten bei einer kürzlich entdeckten Handschrift von Schiller mit Zeilen aus der Ode an der Freude. Die Weimarer Gedenkstätten boten und verloren an einen anonymen Bieter. Schlimm, schlimm. Unwiederbringliche Kunstschätze der Menschen müßten geschützt werde, damit alle sie sehen können. Aber, was is? Geld regiert die Welt.

Nach oben 28.10.2011, 12:54 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Kölner Kunstfälscher
Beitrag: Re: Kölner Kunstfälscher - 28.10.2011, 12:50 Schnabelkerfe hat geschrieben:
.. wenn aber kein Werk der betreffenden Maler "nachgemalt" wurde, sondern nur neue Werke unter alter Signatur verkauft wurden, dann ist es doch lediglich eine Urkundenfälschung und natürlich auch "schwerer Betrug" - aber doch keine wirkliche Fälschung des Objekts - oder sehe ich das falsch...


Ist so ein bisschen in der Art wie die Hitler-Tagebücher damals von Kujau. :D

Naja, man kann ja von der Kunstvermarkterwelt halten was man will, aber jemand, der in der Gesellschaft selbst nichts auf die Reihe bekommt außer sich mit Zuhilfenahme historisch-berühmter Personen unter betrügerischer Vorspielung falscher Tatsachen Geld zu verschaffen, hat einfach Strafe verdient. Wäre das keine Einzelperson gewesen sondern ein Wirtschaftsunternehmen, wäre die Bevölkerung empört auf die Straße gegangen und hätte rebelliert - so aber ist das ja "Witzig".

Das einzig witzige daran finde ich, dass die Prüfungsmechanismen der Kunstsachverständigen hier in diesem Fall so rabiat versagt hatten und die Branche im übertragenen Sinne mit heruntergelassenen Hosen dasteht. Man kann daher davon ausgehen, dass man dort ähnlichen Fälle in Zukunft nicht mehr so gutgläubig begegnen wird.

Nach oben 28.10.2011, 13:03 Nach unten

unterschiedlich

Beitrag  Re: Kölner Kunstfälscher
Farbfreundin, treffend formuliert, dass sind auch meine Gedanken zum Thema.

Ich finde es schlimm, dass Kunst nur noch Produkt ist, mit der richtig viel Geld verdient wird.
Dass es immer wieder Leute gibt, die eine Stück vom großen Kuchen abhaben wollen, dabei kriminell werden, liegt dabei auf der Hand.

Kunst sollte für jedermann zugänglich sein, dafür ist sie doch auch gemacht!
Und nicht irgendwo in irgendwelchen Tresoren für im schlimmsten Falle immer von dieser Welt zu verschwinden um die Geldanlage zu schützen. Dafür hängt man sich dann lieber eine Kopie in die Räumlichkeiten und diese vlt von Kunstfälschern erstellt. :grins:

Ich verstehe auch die Kunstfälscher nicht. Bei soviel können würde ich doch erst recht versuchen, mir einen eigenen Namen zu machen! Als irgendwen zu kopieren, nur weil das schnelle Geld lockt. Aber wie sagte so schön Herr Mrugalla, der König der Kunstfälscher (auch wenn er mittlerweile eigene Sachen malt), für ihn ist "Kunst" nichts anderes als damit Geld zu verdienen.

Ich bedauere auch weder die eine, noch die andere Seite.
Bedauerlich ist nur, dass diese Kunstschätze zum Wohle der Allgemeinheit nicht richtig geschützt werden, sondern für viel Geld verbraten werden.


LG

Lili :winken:

Nach oben 28.10.2011, 13:13 Nach unten

Beitrag  Re: Kölner Kunstfälscher
Beitrag: Re: Kölner Kunstfälscher - 28.10.2011, 13:03 Adrian hat geschrieben:
Das einzig witzige daran finde ich, dass die Prüfungsmechanismen der Kunstsachverständigen hier in diesem Fall so rabiat versagt hatten und die Branche im übertragenen Sinne mit heruntergelassenen Hosen dasteht. Man kann daher davon ausgehen, dass man dort ähnlichen Fälle in Zukunft nicht mehr so gutgläubig begegnen wird.

Bild 

Nach oben 29.10.2011, 08:11 Nach unten
 [ 10 Beiträge ] 




© Kritzelmeister.de • Alle Inhalte, Bilder und Werke sind Eigentum der entsprechenden Rechteinhaber und dürfen ohne ausdrückliche Genehmigung nicht verbreitet bzw. kopiert werden!