"Handwerk spielt in der Malerei gar nicht so eine große Rolle." (Daniel Richter)




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 Disziplin kontra "Lustprinzip" 
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Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Disziplin kontra "Lustprinzip"
Mittlerweile stehen bei mir sechs angefangene Bilder (2x Pastell, 2x Öl, 2x Tempera) herum. Seit ich mir vorgenommen habe, dass als erstes das Pastellbild für meine Tochter fertig werden muss, führt das dazu, dass meine Wohnung besonders blitzt und ich nach aufwändigen Rezepten koche. Nur gemalt habe ich vor dem Malkurs ewig nicht mehr. Nun habe ich (mit schlechtem Gewissen) beschlossen, am kommenden WE erst die Tempera-Bilder zu beenden, weil ich dazu einfach Lust habe. Außerdem schmeiße ich eins von den Ölis einfach weg, weil ich es doof finde :grins: . Bleiben noch drei :roll: , aber da will ich die diesjährige Weihnachtskarte noch zwischen schieben, weil sie noch gedruckt werden muss :shock: . Außerdem gibt es am WE ein neues Malprojekt :logisch: , an dem ich mich mit Hingabe beteiligen will... Und da wäre noch das Projekt "Zeit die vergeht", für das zumindest die Keilrahmen jetzt von liebendem Ehemann fertig gebaut und grundiert sind und mein Projekt ausführlich mit Veronika besprochen ist.

Passiert Euch das auch, dass Euer Hobby Euch unter Druck setzt :roll: und wie geht Ihr damit um? :winken:

Nach oben 19.10.2011, 13:35 Nach unten

Pastellkreide, Öl, Stifte

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
:rofl: :rofl: :rofl:

Das kenne ich irgendwoher....

Ich musste auch unbedingt das Depressionen-bild und den Flieder vor die Vollendung des Damenclubs setzen....

Allerdings, mehr als 2 Bilder gleichzeitig habe ich nie in Arbeit. Das Problem bei mir ist weniger, dass mich die Malerei unter Druck setzt, ich könnte eigentlich immer malen. Leider fehlt mir die Zeit. Also mache ich im Haushalt das, was unbedingt gemacht werden muss, neben meiner Ganztagsarbeit.

Ich habe feste "Malverabredungen" mit mir, am Wochenende 2 x nachmittags, einmal abends unter der Woche. In Summe etwa 10 Stunden pro Woche. Da ich eher langsam male ist mir das eigentlich viel zu wenig, aber mein Schatz will ja auch noch was von mir haben.

Natürlich gibt es Bilder, zu denen ich nicht viel Lust habe, Aufträge für Freunde oder so. Und ja, manchmal schiebe ich was anderes dazwischen, weil ich einfach Lust darauf habe. Ich merke dann leider nur, dass ich den Kopf nicht wirklich frei habe, weil ich ein schlchtes Gewissen habe. Meistens mache ich dann nach einem "Spontan-Lust-Bild" das "ungeliebte Bild" zügig fertig, und freu mich, bald wieder etwas zu machen, das mir richtig Freude bereitet.

Das Pastell für deine Tochter ist ja schon sehr weit fortgeschritten. Ich würde meinem inneren Schweinehund ordentlich in die Weichteile treten, und das Bild schnellstmöglich fertigmachen. Ich habe nämlich das Gefühl, das blockiert dich....

Danach kannst du wieder all das malen, worauf du Lust hast, ohne schlechtes Gewissen.

Aber wie gesagt, ich kenne das auch und sitze grade gemütlich im Glashaus :rofl:


Da du ja nicht lange an einem Stück malen magst, wäre es vielleicht auch eine Idee, jeweils eine Stunde Pastell und eine Stunde Tempera zu malen? Was meinst du? da könntest du beides vereinbaren, "Pflicht" und Freude.

Nach oben 19.10.2011, 13:48 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Eva Zeller-Albert hat geschrieben:
Ich habe feste "Malverabredungen" mit mir, am Wochenende 2 x nachmittags, einmal abends unter der Woche. In Summe etwa 10 Stunden pro Woche. Da ich eher langsam male ist mir das eigentlich viel zu wenig, aber mein Schatz will ja auch noch was von mir haben.


Ich habe Glück, wenn ein WE im Monat ohne anderweitige Verpflichtungen übrig bleibt, zwei sind immer eine Sensation und in der Woche bin ich PLATT :evil: .

Beitrag: Re: Disziplin kontra "Lustprinzip" - 19.10.2011, 13:48 Eva Zeller-Albert hat geschrieben:
Da du ja nicht lange an einem Stück malen magst, wäre es vielleicht auch eine Idee, jeweils eine Stunde Pastell und eine Stunde Tempera zu malen? Was meinst du? da könntest du beides vereinbaren, "Pflicht" und Freude.


Datt wird nix, zuviel Hin- und Hergeräume :sterne: :rofl: :winken: .

Nach oben 19.10.2011, 14:06 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
ich kenne dieses Problem auch! ich habe etwa 10!!!! angefangene Bilder... ich habe einfach eine Malkrise; der Druck auf meine Ausstellung lässt mich nicht mehr so locker malen.

Ein Bild anfangen - habe ich kein Problem; aber dann geht schon bald die Lust weg, weil mir noch ein besseres Motiv eingefallen ist. - Und ich male sowieso langsam :cry:

Nach oben 19.10.2011, 15:08 Nach unten

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Ausweichreaktionen, wenn zu große Berge herumliegen - wie gut ich das kenne
wobei die Berge dann unterschiedlichster Art sein können
ich glaube, ich setze mich da eher selber unter Druck, als dass Malen oder Schreiben das tun
ich ärgere mich immer fürchterlich, dass so viel andere "Pflichten" Zeit beanspruchen, dabei könnte ich einige von denen glatt zusammenstreichen; aber das Engagement im Dorfverein und in unserer SchreibWerkstatt sind mir neben Arbeit und Haushalt eben auch wichtig

Malen oder Schreiben kann ich nur, wenn ich dabei nicht ständig auf die Uhr schauen muss, weil gleich ein Termin ansteht (Schüler zur Nachhilfe oder sonntags das Mittagessen mit Mutter z.B.)
deshalb komme ich vor allem zum Malen nur sporadisch
die Sommerferien habe ich deshalb ausgiebig für Aquarelle genutzt und alle Kalenderbilder (eigentlich waren es 13 Aquarelle, eins gefiel mir aber gar nicht) gemalt innerhalb von ein paar Tagen
seitdem ist wieder Ebbe im Farbtopf

und weil ich oft denke: bis zum nächsten Termin lohnt es sich nicht dieses oder jenes anzufangen, verschwende ich zusätzlich Zeit mit unnützem Kram (nein, ich meine jetzt nicht Forenlesen)
und das ärgert mich wiederum

ich suche immer noch einen Weg für mich, mich so zu "disziplinieren", dass ich Zeit freischaufeln und ans Malen oder Schreiben gehen kann, ohne zu denken: du musst aber noch ...
aber Disziplin ist sowas von - ach, nee, mag ich nicht

Nach oben 19.10.2011, 15:11 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Beitrag: Re: Disziplin kontra "Lustprinzip" - 19.10.2011, 15:11 Traveller hat geschrieben:
ich suche immer noch einen Weg für mich, mich so zu "disziplinieren", dass ich Zeit freischaufeln und ans Malen oder Schreiben gehen kann, ohne zu denken: du musst aber noch ...
aber Disziplin ist sowas von - ach, nee, mag ich nicht


Du versuchst also, Dich dazu zu "disziplinieren", Dich nicht so zu "disziplinieren" :rofl: . Negation der Negation :mhh: - müsste "Lustprinzip" bei rauskommen :logisch: :winken: .

Nach oben 19.10.2011, 15:28 Nach unten

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
mein Kopf ist heute nicht so ganz klar - eine Erkältung hat mich erwischt und erschwert das Denken :grins:

also nochmal (in kurzen Sätzen, die sollte ich hinbekommen):
ich mag mich eigentlich nicht disziplinieren
aber wenn ich nicht ein bisschen Disziplin versuche, dann bleibt alles Mögliche und Unmögliche liegen
also ist das so eine Art Spagat - und in Sport war ich immer eine Niete :mrgreen:
eine Weile schaffe ich es z.B., meine Ablage immer gleich zu machen (was weg ist, ist weg) - aber wenn ich schon denke, jetzt ist das Gewohnheit - schwupps ! - sammelt sich wieder ein Stapel Papiere
und je höher der wird, desto unwilliger gehe ich dran

ich glaube, beim Malen oder Schreiben ist das auch so:
schiebe ich einmal was vor mir her, dann schiebe ich und schiebe, weil ich keinen Anfang finde
setze ich mich einfach hin und mache, dann schaffe ich auch was

Lustprinzip? viel zu selten gelebt, leider (bin ich aber zum Teil selber Schuld)

Nach oben 19.10.2011, 15:45 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
uta hat geschrieben:
Malen oder Schreiben kann ich nur, wenn ich dabei nicht ständig auf die Uhr schauen muss,


oh, das kenn ich! ich brauch auch immer eher unbegrenzten freiraum, bis ich anfangen kann. zumindest ein paar stunden sollten es schon sein.

was war in diesem zusammenhang doch meine lange auszeit schööööön!!! :dopsviele: so einen tollen und freien sommer hatt ich schon lange nicht...

leider muss ich ab november wieder ans schaffen, auch wenn ich nur teilzeit mache und hoffentlich auch nicht mehr allzu lang, weil ich beruflich andere pläne hab. aber mich stört eigentlich fast ALLES, was nichts mit malen zu tun hat... :(
durchs arbeiten werden dann wieder drei tage weg sein, ich weiß, dass es mir damit eh immer noch ganz gut geht. dann braucht man ein oder zwei tage für den haushalt und sonstige erledigungen, bleiben also vielleicht zwei zum malen...

und die sache mit der disziplin, das hat bei mir eigentlich schon immer zu wünschen übrig lassen... :rofl:
malen könnt ich auch 60 stunden in der woche, aber das ist dann keine disziplin, sondern freude. :grins:

Nach oben 19.10.2011, 16:08 Nach unten

Mixed

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Du sagst Hobby, Christinane.

Fuer mich ist das kein Hobby, sondern notwendiger Ausdruck.
Und wenn dieser DRUCK hoch genug ist, arbeitet es sich wie von selbst - und die Auswahl, wo und wie ich anfange, geht auch von selbst.

Um es auf professioneller Fuesse zu setzen, versuche ich -quasi ab jetzt- jeden Tag 2 Stunden fuer Kunst zu lassen.

Und da mache ich dann eine Stunde "Programm" und eine Stunde "frei" -
Etwas Disziplin ist noetig!!!! :) :)

Aber Fertigstelldruck kenn ich nicht. Entweder ich will oder nicht. Wenn ich nicht will, dann will ich nicht. Und wenn ich will, macht es sich von ALLEINE!
Da ist dann mein Motto: wo es leicht ist, ist es richtig.

Spannender Ansatz, Danke fuers Thema, du Gute!

Nach oben 19.10.2011, 21:26 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Also diesen Druck kenne ich leider schon noch aus meiner Vergangenheit, wo die Malerei mein Zubrot war. :oops:
Was bin ich froh, diesen Druck nicht mehr zu haben, obwohl ich ja jetzt ganz anderen Druck verkraften muss, aber das ist natürlich ganz etwas anderes.
Ich habe aber genau aus diesen Gründen "ganz etwas anderes" soooooooo unendlich viel Zeit :grins: , wie vermutlich kaum jemand von Euch und ich würde Euch gerne davon abgeben. :D
Darum sage ich Euch:
"Macht Euch bitte keinen Druck.
eccola hat geschrieben:
Fuer mich ist das kein Hobby, sondern notwendiger Ausdruck.

So zu halten wäre es genau richtig, aber mir ist natürlich klar, dass das nicht jeder für sich umsetzen kann (aus Berufsgründen sowie persönlichen Gründen).
Ich bereue die Zeit, in der ich mir selbst extrem Druck gemacht habe. Der hat nämlich gleichzeitig vieles unterdrückt und das war nicht wirklich sinnvoll für mich, hintennach betrachtet. :roll:

Gerade in der Malerei oder Schreiberei sollte man "frei" sein dürfen, um zum Ausdruck zu bringen, was man eigentlich ausdrücken will. :roll:

:winken: :winken: :winken:

Nach oben 19.10.2011, 21:41 Nach unten

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Beitrag: Re: Disziplin kontra "Lustprinzip" - 19.10.2011, 21:26 eccola hat geschrieben:
Entweder ich will oder nicht. Wenn ich nicht will, dann will ich nicht. Und wenn ich will, macht es sich von ALLEINE!
Da ist dann mein Motto: wo es leicht ist, ist es richtig.

das kann ich sofort unterschreiben

vor allem: wenn ich nicht wirklich will, dann wird's auch nix

Nach oben 19.10.2011, 21:48 Nach unten

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Ich kann ein Lied davon singen..... :mrgreen:
Und weißt du-ich mache mich nicht verrückt-obwohl denke ich auch darüber nach und habe ein schlechtes Gewissen-aber wenn das mal vorbei ist-dann kommt Lust zum malen von alleine.

Nach oben 19.10.2011, 21:55 Nach unten

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Das wird wohl allen so gehen,ohne Lust wirds nix. :winken:

Nach oben 19.10.2011, 22:07 Nach unten

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Hola Lucie,

eigentlich mache ich meine Werke nur fertig, weil ich während des Arbeitens schon an das nächste denke! Klingt ein wenig verrückt, ist aber so. Probleme mit der Disziplin hab ich nicht, da ich eigentlich tagtäglich, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr immer irgendetwas mache, was mit meiner Malerei, Zeichnerei usw. zu tun hat. Das muss nicht bedeuten dass ich tatsächlich kontinuierlich an einem Bild arbeite, aber irgendwie hat alles letztendlich seinen Einfluss auf meine malerische Entwicklung oder der Ideeneingebung.

Klingt nach Idealzustand, es kann aber auch zu einem sehr einseitigen Lebensstil und Lebensauffassung führen. Aber das habe ich mir nun mal selbst ausgesucht und seit langer Zeit ordne ich alles aber auch wirklich ALLES dieser Lebensauffassung unter. Da stellt sich die Frage nach Disziplin nicht mehr, sondern man lebt ES...

LG :spanien1:
Andreas

Nach oben 20.10.2011, 00:04 Nach unten

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
das ist wohl genau der Punkt: welche Priorität haben welche Dinge im Leben
und wie konsequent gehe ich nach diesen Prioritäten

Nach oben 20.10.2011, 06:54 Nach unten

Öl, Aquarell, Kreide, Kohle

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Das ist ein durchaus interessantes Thema. Wer kennt es nicht, tausend Dinge angefangen zu haben und nichts beenden zu können, weil man sich ständig selbst im Weg steht. Daher hilft nur die Disziplin, um voran zu kommen.
Können wir frei entscheiden, was wir wann machen wollen, kommen wir nicht weiter. Der Druck fehlt einfach. Setzen wir uns aber Ziele, bis wann wir etwas erledigen müssen, haben wir reale Chancen, das zu schaffen. Vor den Erfolg hat der liebe Gott den Schweiß gesetzt und daher müssen wir uns zu nicht so angenehmen Dingen - wie ungeliebte Bilder - ein bisschen zwingen. Aber wie groß ist die Freude, wenn das Bild endlich fertig ist und man sich sagen kann, dass man etwas geschafft hat!!!
Ich versuche immer eins nach dem anderen zu machen. Bisher ist es mir in der Malerei recht gut gelungen. :-)

Viele Grüße

Sabine

Nach oben 20.10.2011, 08:13 Nach unten

Öl, Pastell, Acryl, Bleistift,

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Liebe Christiane,
dass ist ein Thema, das uns alle beschäftigt, wie du siehst!!!

Mir geht es wie Euch, nur dass ich weiß, was ich male, sobald
ich in meinem Atelier bin.
Nur, was mich alles abhält, dorthin zu fahren...ähnelt sehr Euren
Gedanken dazu!
Eigentlich gibt es ja immer irgend etwas, das einem wichtiger
erscheint.
Merkwürdig schon, dass das, was uns gut tut und uns zufriedenstellt,
anscheinend für die Meisten von uns nicht den Wert hat, sich dafür
einzusetzen und es anderen Arbeiten zumindest gleich zu setzen.
Wieso soll Buchführung oder Wohnung putzen wichtiger sein?

Und warum setzen wir uns unter Druck, wenn wir ein Bild nicht fertig
malen wollen?
Habe ein Ölbild, seit 4 Wochen, direkt vor meiner Nase stehen.
Es fehlt nur noch die letzte Schicht und ein paar Lichter.

Unglaublich, wie elegant ich daran vorbeigucken kann!
...und der Auftraggeber wartet geduldig mit dem Geld...

Lustvoll-disziplinierte Grüße
Gigi

Nach oben 20.10.2011, 09:26 Nach unten

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Also,mir ist im Moment nichts Wichtiger als das Malen und unvollendete Bilder sind im Moment auch nicht da :winken:

Nach oben 20.10.2011, 09:45 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Ich denke, Andreas nimmt eine Sonderstellung ein, weil er seine künstlerische Berufung lebt und davon leben muss. Das setzt neben Kreativität und Können auch Disziplin voraus.

Malen als Freizeitbeschäftigung bedeutet aber größtenteils, dass es andere Prioritäten gibt: Familie, Broterwerb. Da ist bei Selbstständigen auch Buchführung wichtiger, um den finanziellen Überblick zu behalten :roll: . Immerhin hängen da Angestellte mit von ab. Das nur als Beispiel. Also arbeiten, sich um die Familie kümmern, Freundschaften pflegen ist alles etwas, was ich nicht nur für mich, sondern auch für andere tue (und das übrigens sehr diszipliniert :grins: ). Aber ich male nur für mich. Wieviel Egoismus ist da erlaubt? Und, um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, MUSS ich mich da auch disziplinieren? Ich denke - leider - ja :sterne: . Wenn ich mich überwinde, ein ungeliebtes Bild fertig zu stellen, macht es ja meist sogar Spaß - nur die Überwindungsschwelle ist manchmal arg hoch :rofl: . Anders als bei den zum Glück seltenen "Kotzbrocken" unter den Kunden, denen ich das ja nicht sagen darf, gönne ich mir aber die Freiheit in der Malerei, auch mal was in die Tonne zu treten :lachen: :winken: .

Nach oben 20.10.2011, 10:10 Nach unten

Beitrag  Re: Disziplin kontra "Lustprinzip"
Beitrag: Re: Disziplin kontra "Lustprinzip" - 20.10.2011, 10:10 Christiane hat geschrieben:
Wieviel Egoismus ist da erlaubt? Und, um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, MUSS ich mich da auch disziplinieren? Ich denke - leider - ja :sterne: . Wenn ich mich überwinde, ein ungeliebtes Bild fertig zu stellen, macht es ja meist sogar Spaß - nur die Überwindungsschwelle ist manchmal arg hoch


erstens: ich denke, wir sollten uns mehr Egoismus zugestehen, vielleicht ein bisschen wie Kinders sein; aber Erziehung und unser "Gewissen" halten das für negativ - und das blockiert
zweitens: diese Schwelle, ja, die gilt es zu überwinden; Startschwierigkeiten kennen wir wohl alle, obwohl wir wissen, dass wir "nur anfangen" müssten; aber ob da Disziplin hilft?

Nach oben 20.10.2011, 10:33 Nach unten
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