"Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit." (Friedrich von Schiller)




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 Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild? 
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PC

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Guten Abend zusammen,

@alle: ja schwere Kost, ich geb's ja zu: Ich hab mal wieder ein ganz einfaches Thema gekidnappt, um alles darin unnötig kompliziert zu machen :rofl:

Kennt ihr das: Man sagt irgendwas im Halbdelirium daher, und hinterher fällt einem erst auf, dass das ziemlich schlau war? So geht's mir oft bei solchen philosophischen Inhalten, nur dass ich derzeit noch nicht weiß ob meine obigen Ergüsse nun wahr oder einfach nur ziemlich belämmert sind :D

Aber ein sehr schöner und inspirierender Themenverlauf bisher!

@Andreas: Ja, ich glaube es liegt mal wieder hauptsächlich an den Begrifflichkeiten, auch in den unterschiedlichen "Wertigkeiten" der Zwecke. Allerdings liegt in einer Aussage - glaube ich zumindest - ein kleiner Irrtum bzw. eine minimale Bewusstseinslücke:
Beitrag: Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild? - 20.08.2011, 00:28 arte60 hat geschrieben:
Wenn ich im Entstehungsprozess eines Bildes eine Entscheidung treffe, so wird sie in der Regel nicht durch die Wertung nach Gut oder Schlecht getroffen, sondern eher aus der inneren Notwendigkeit oder Logik der Thematik heraus. Also ich denke bei der Evolution einer Umsetzung von einer Thematik in die Bildsprache weniger an solche Kriterien wie „das könnte so besser wirken“, sondern eher „diese Elemente werden in das Bild einbezogen, weil sie für das Thema wichtig sind“

Genau betrachtet ist "Logik" und "Bewertung" ein und dasselbe: Beides unterliegt denselben Prinzipien. Logik bewertet Inhalts-Verknüpfungen nach "richtig" und "falsch", ohne eine Aussage über die Sinnhaftigkeit der Inhalte selbst zu treffen (Fuzzy-Logic, die hier in unserem Fall sogar treffender wäre, mal der Einfachheit halber beiseite gelassen, da die Mechanismen dabei grundsätzlich dieselben sind). Beispiel: "Wenn alle Tiere grün sind, und eine Katze ist ein Tier, dann ist die Katze grün". Diese Aussage ist logisch "wahr" - und hilft erstmal nicht. Will man den eigentlichen Inhalt der Logik auf Brauchbarkeit prüfen, muss man die Annahme "alle Tiere sind grün" als einzelne Aussage heranziehen, und die ist schnell nachweislich "falsch". An der Logik der vorherigen Aussage ändert das aber nichts, nur an unserer Erkenntnis ihrer Sinnhaftigkeit.
Das gleiche Prinzip bei einer Bewertung: Eine Bewertung nach Kriterien (und sei es nur der "Geschmack") sagt etwas über das Zutreffen eben jener Kriterien aus, nichts über die Sinnhaftigkeit der Kriterien selbst - die es ebenso zu hinterfragen gilt, will man neben "Wahrheit" auch nach "Sinnhaftigkeit" streben.

Worauf ich hinaus will: Das "Warum?" - Die große Frage nach der ursprünglichen Ursache. Kleine Kinder begreifen das Prinzip sehr schnell: "Mama, warum ist es draußen hell? Weil die Sonne scheint. Mama, warum scheint die Sonne? Weil sie sehr heiß ist. Warum ist sie so heiß? Weil dort viel Energie freigesetzt wird. Warum wird so viel..." Spätestens hier wird das Kind in aller Regel abgekanzelt, ohne dass die Mama noch weiter auf das Periodensystem, Gravitation, Kernfusion, Quantenmechanik, Einstein, Raumkrümmung, Urknall- und die String-Theorie eingeht, da auch das vergebliche Mühe wäre, es erklärt nichts und endet nicht, also findet man sich damit ab - "Weil es so ist". :D

Ebenso ist das mit impliziter Logik und der Illusion, alles erkläre sich von sich aus bzw. folgere aus sich selbst - es folgt aus einer Grundannahme. Und diese Grundannahme ist nicht willkürlich, z.B. ein Bild-Thema "Industrielle Landschaften", sondern sie ist bereits Teil eines größeren Kontextes. Für einen Künstler mag das den Anschein haben: "ich suche mir irgendein beliebiges Thema, alles andere ergibt sich mehr oder weniger aus einer inneren Logik". Diese Schlussfolgerung ist schon richtig, nur die Grundannahme eben nicht. Das Thema ist eben nicht beliebig - zumindest nicht so wie es uns erscheint. Jede Entscheidung hat einen Kontext. Das versuche ich zu vermitteln: Alles ist Kontext, und der Künstler macht dies in seinem Kunstwerk erkennbar. Nur die Herangehensweisen unterscheiden sich. Manche gehen den Weg der Logik, manche der Empathie, manche lassen sich von ihren Launen und Emotionen treiben, und manche lassen dem "Zufall" seinen Freiraum. Und alle haben sie eines gemeinsam: Einen eigenen Kontext, der alles miteinander verbindet. Ob ein Werk, das daraus entsteht, später "Kunst" offenbart, entscheidet nicht die Herangehensweise ansich, sondern rein die Erkennbarkeit dieses Kontexts.

Zur Nachtstunde gibt's daher noch als Zuschlag die minimale Kurzversion meiner obigen Ansätze:

Ein Kunstwerk ist dann ein gutes Kunstwerk, wenn sein Zweck die Erkenntnis seines Nicht-Zwecks ist 8)

Nach oben 20.08.2011, 01:42 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Lieber Adrian, Dein letzter Satz zur Kunst in nächtlicher Stunde reicht mir nicht aus und hilft mir gar nicht weiter. Kunst an sich ist nicht an einen Zweck gebunden, kann aber natürlich. Richtig. Gute Kunst aber allein an die Erkenntnis seines Nichtzweckes zu binden, kann ja doch nicht die alleinige Erkenntnis auf den Punkt gebracht sein. Da spielt doch so viel mehr mit...

Deine plastischen Worte von jemanden etwas auf den Kopf schlagen und dem dann darauf hinweisen, daß dies Kunst sei, dies ist schon lustig und zielt schon auf den Wert mancher Kunstaktionen. Da mußte ich natürlich an die von mir gesehene beschissene Matratze in der hochgelobten, ehrwürdigen Hamburger Kunsthalle denken...

Bleib ich mal bei der Malerei. Ich habe mir ja eingangs die Frage auch gestellt, ob die Ansprüche eines L.Freuds an ein gutes Bild auch meine Ansprüche als kleine Malerin sein können. Ich antworte mal einfach kühn mit ja. Ob ich aber diesen Ansprüchen gerecht werde, ist eine andere Sache und wird natürlich bei weitem nicht immer erfüllt. Ich finde auch man kann diese Ansprüche durchaus haben, wenn für die Allgemeinheit gemalt wird oder für die Mutter mit ihrem Kind, wie Rainer hier Unterschiede machte.

Für mich ist ein gutes Bild, wenn ich anerkennend feststelle, wie jemand bei Beherrschung des Handwerkes sein Thema anrührend rüber bringt.

Bei mir steht, Andreas schrieb es auch, während des Malens nicht vordergründig die Frage, ob es denn ja ein gutes Bild wird. Wenn es dann am Ende tatsächlich in meinen Augen eins wird, um so besser und wenn es sogar dann anderen auch gefällt, dann noch einmal um so besser. Das schließt auch bei mir ein, daß ein für mich einmal als gut befundenes Bild, später mal eine andere Wertung bekommt.

Bilder können ja in vielfältiger Weise anrühren. Einmal war eine Frau den Tränen nahe, als sie ein Bild von mir sah. Es traf wohl offensichtlich ihren damaligen Seelenzustand. Das hat mich wiederum angerührt, auch wenn ich nie jemanden zu Tränen rühren will.. :mhh:

Nach oben 20.08.2011, 08:19 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Beitrag: Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild? - 20.08.2011, 08:19 Farbfreundin hat geschrieben:
Gute Kunst aber allein an die Erkenntnis seines Nichtzweckes zu binden, kann ja doch nicht die alleinige Erkenntnis auf den Punkt gebracht sein. Da spielt doch so viel mehr mit...

Huhu Farbfreundin, auch hier: Ich sehe das ganz genauso, nur nutzen wir offenbar andere Begriffe. "Kunst" ist nicht gleich "Kunstwerk" ist nicht gleich "Handwerk" ist nicht gleich "Bild" ist nicht gleich "Zweck". Der Begriff "Kunstwerk" beinhaltet bereits, dass es sich um ein "Werk" handelt, das "Kunst" offenbart. Daher bezog sich die obige (extrem reduzierte) nächtliche Aussage auch nur darauf, und nicht auf ein "Bild" im allgemeinen. Solche gepackten Sätze sind sehr kryptisch und bewahrheiten sich erst, wenn man sie sorgfältig "entfaltet".

Ansonsten hast Du natürlich Recht, das geht etwas an Deinem Thema vorbei, bzw. ist ein etwas verschwurbelter Idealfall :winken:

Nach oben 20.08.2011, 08:40 Nach unten

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Hola Adrian,

tja, das sehe ich auch so. Man müsste erst einmal die verwendeten Begriffe abklären, bevor man in eine Diskussion einsteigt, in der die Verwendung dieser Begriffe ein wichtiger Bestandteil der Diskussion ist.

Ohne jetzt pedantisch sein zu wollen, aber für mich sind Logik und Bewertung zwei unterschiedliche Dinge. Da halte ich es lieber mit den ollen Griechen und ihrer Definition von Logik als Lehre der Schlussfolgerung aus der Vernunft heraus, wobei mein Arbeitsansatz zur Verwendung der Logik als Kriterium in der Bildentwicklung, etwas klarer ausgedrückt, analytisch oder logistisch ist. Das bedeutet gleichzeitig ein Bestreben nach Wertfreiheit im Gegensatz zur Bewertung oder, besser ausgedrückt, dem Werturteil oder Wertaussage und damit frei von normativen Inhalten.

Natürlich ist die Wahl meiner Bildthemen nicht willkürlich, sie ist eher mit einer Bewusstwerdung eines bestimmten Kontexts verbunden und aus ihr erwächst die Thematik einer Serie. Diese Bewusstwerdung kann ganz unterschiedlich Ursachen haben und wird von den eigenen Lebenserfahrungen oder auch von Zufällen bestimmt. Kleines Beispiel: ich habe vor Jahren mal mit Röntgenaufnahmen gearbeitet und ein Bekannter von mir, der als Arzt an einer Universitätsklinik tätig ist, ermöglichte mir den Zugang zur medizinischen Bibliothek, die für die allgemeinen Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Auf der Suche nach Informationen über Röntgenbilder und deren Interpretation habe ich dann zufällig die kriminologische und forensische Abteilung entdeckt. Diese “zufällige” Entdeckung hat daraufhin bei mir zu zwei weiteren Serien geführt, in denen sich die Problematik Opfer und Täterbild visualisiert.

Damit will ich nur aufzeigen das die Kriterien zur Auswahl eines Bildthemas völlig unterschiedlich sein können und sich nur aus dem Kontext erklären, aber ihre Auswahl ist niemals beliebig!

LG :spanien1:
Andreas

Nach oben 20.08.2011, 10:04 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Wann ein Bild ein gutes Bild ist, kann man - glaube ich - garnicht pauschal beantworten.

Ich male immer mal wieder Bilder, die im Nachhinein Schrott sind. Weil ich sie einfach malen wollte. Oder es zumindest versuchen.

Dann gibt es Bilder, die mir selbst gut gefallen und mit denen ich zufrieden bin. Aber ob sie deswegen im Auge anderer Betrachter "gut" sind, ist eine andere Frage.

Auch auf Ausstellungen oder hier im Forum sehe ich oft Bilder, die mir sehr gut gefallen. Von der Technik über die Komposition bis zum Gesamteindruck. Aber "aufhängen" würde ich sie bei mir in der Wohnung nicht, weil sie entweder nicht so "passen" oder ich keine Verbindung/Assoziation dazu habe. Das ist eine individuelle Sache, die nichts mit einer allgemeinen Bewertung von Kunstkritikern zu tun hat.

So geht es mir auch mit eigenen Bildern. Manche hänge ich mir auf, weil ich persönlich gerne jeden Tag darauf schauen möchte; andere wandern in die Mappe. Oder später in den Papierkorb.

Und Bilder von anderen, auch großen Meistern, können mir ebenfalls an sich nicht gefallen, sind aber von der Technik und Umsetzung und auch oft von ihrer "Aussage" für mich erstklassig gut gemacht.

Daher ist der Begriff "gut gemacht" nicht wirklich definierbar. Ich kann ein eigenes Bild für gut befinden, weil es mir persönlich selbst gefällt. Aber das muss nicht heißen, dass es auch im Auge anderer Betrachter gut ist.

Das geht auch Profis so. Andreas Mattern hat mal angemerkt, dass man bei "10 Bilder im Jahr malen" nicht davon ausgehen kann, ein professionaler Maler zu werden. Man müsste ständig üben, üben, üben und sich dabei weiterentwickeln. Und selbst er persönlich würde ca. 200 Aquarelle im Jahr malen, von denen er letztendlich nur 10 % für gut befindet.
:winken:

Nach oben 20.08.2011, 10:29 Nach unten

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Beitrag: Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild? - 20.08.2011, 10:29 Gine hat geschrieben:
Ich male immer mal wieder Bilder, die im Nachhinein Schrott sind. Weil ich sie einfach malen wollte. Oder es zumindest versuchen.

Dann gibt es Bilder, die mir selbst gut gefallen und mit denen ich zufrieden bin. Aber ob sie deswegen im Auge anderer Betrachter "gut" sind, ist eine andere Frage.


Wenn man es so betrachet, könnte man das ganze ja darauf beschränken dass jedes Individuum, seine eigenen "Kriterien hat nach denen es, wie oben genannt, "bewertet".

Im Klartext heißt das: Bin ich mit einem von mir gezeichneten/gemalten Bild zufrieden, habe ich die Kriterien/Ziele, die ich mir für dieses Bild gesetzt habe, erfüllt.

Somit kan man das nicht wirklich zu den Punkten zählen, die entscheiden, ob ein Bild "gut" ist, da hiermit lediglich aufgezeigt wird, wie unterschiedlich die Kriterien/Meinungen jedes einzelnen sind.

Zudem benötigt man meiner Meinung nach, um so eine Frage zu beantworten, konstanten ... und wie jeder weiß können sich die Persönlichen Meinungen/Kriterien, die ein Bild für mich gut machen, täglich ändern ...


Ich hoffe man versteht meinen Standpunkt einigermaßen, finde das Thema sehr interessant, obwohl ich mich ehrlich gesagt teilweise extrem anstrengen muss um alles zu verstehen :oops: :lol:

- mfg :winken:

Nach oben 20.08.2011, 10:52 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Mal mit meinen Worten: Ich kann beim Malen meiner Bilder gar keine Wertfreiheit anstreben, da ich in einer Welt mit einer bestimmten Werteauffassung aufgewachsen bin und in einer sich ständig wechselnden Welt lebe. Mein spezieller Lebensweg, meine Ausbildung, meine Lebenserfahrung, meine Probleme, meine Freuden, meine Stimmungen etc. all das fließt bewußt oder unbewußt in meine Bilder ein. Ist mein Bild dann einmal ferig, setze ich es zuerst meiner Bewertung aus, nach meinen Kriterien, wie Du Twonkey. Ich entscheide zunächst für mich, ob ich mein Bild für gut empfinde, ob es meinen Ansprüchen genügt. Dazu schrieb ich schon etwas. Wenn ich das Bild dann öffentlich mache, kann im umfassenden großen Sinne die Gesellschaft werten. Dann könnte eine ganze Bewertungslawine mit Folgen, wie auch immer, einsetzen... es könnte dann spannend werde, wenn man sich dem stellt. Das beste Beispiel ist ja hier schon bei den Kritzelmeistern. Wir kommentieren und bewerten ja auch hier ständig unsere Bilder. Nach welchen Maßstäben ist mir nicht immer schlüssig... Alles ist drin, von einfachen Gefallsäußerungen bis fundierten Kritiken (aber keiner wird ferig gemacht und dies finde ich sehr angenehm) und alles hat seine Berechtigung.

Huhu Adrian und Andreas, ihr habt natürlich recht, wenn Ihr um saubere Begrifflichkeiten für diese Diskussion eintretet und Angebote macht. Könnt Ihr sagen, wann für Euch ein eigenes Bild gut ist?

Das bleibt natürlich eine interessierende Frage an alle mit unseren unterschiedlichen Lebenswegen, Ausbildungen, Anschauungen etc! :mhh: :winken:

Nach oben 20.08.2011, 17:29 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Ich möchte doch noch einmal in die Diskussion einsteigen.
Zur Erinnerung: Der kürzlich verstorbene Lucien Freud meinte, daß nur ein Bild gut sei, welches "erstaunt, verstört, verführt, überzeugt".
Kürzlich brachte Eva ihr Bild über die dicken Frauen im Bade wieder rein. Das eben genannte Anspruchsniveau sehe ich in ihrem Bild für mich erfüllt.

Es interessiert mich schon weiter, welche Meßlatte ihr habt bei euren Bildern, bei Bildern anderer Maler? Der Freudsche Anspruch zu hoch, ein sehr anspruchsvoller Wunsch?

Also, wann ist für Euch ein Bild gut? Ich halte die Frage wichtig auch für uns hier im Kritzelforum bei der Besprechung unserer Bilder. :mhh: :winken:

Nach oben 26.08.2011, 08:12 Nach unten

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Hallo Farbfreundin,ich Denke es gibt einige Kriterien die ein Bild gut machen,darunter natürlich auch die Handwerklichen Fähigkeiten ,Komposition,Farbe,Zeichnerische fähigkeiten,eigene Ideen
Aussagekraft,Umsetzungskraft,das sind alles Gestalterische Komponenten.Was für mich natürlich auch dazu kommt ist das Sehen,das Auseinandersetzen mit meinem Thema hat schon viel früher stattgefunden,da ich bevor ich anfange meine Themen im Kopf habe.Gruss co :winken: co

Nach oben 28.08.2011, 06:22 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Liebe Coco, schönen Dank für Deine Gedanken.
Mich berühren die Fragen nach wie vor. Eingangs äußerte sich Rainer. Er würde Unterschiede machen, was die Ansprüche einseits der Bilder für die Allgemeinheit oder andererseits für den kleineren privaten Bereich betrifft. Ist das so? Hat man nicht immer die gleichen Ansprüche an seine Bilder? Wie seht Ihr das?

Oder noch ganz anders. Jetzt aber nur als Beispiel: Da hängen ganz in einem Farbton gehaltene Bilder in hochgelobten Museen. Da sagt man sich doch leicht: Na, so was kann ich doch auch, aber die wollen mich nicht. Was soll denn daran so gut und wertvoll sein? Das Anspruchsniveau von L. Freund "erstaunt, verführt..." als hohe Richtlinie hilft mir auch nicht immer. :mhh:

Nach oben 29.08.2011, 11:28 Nach unten

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Oder noch ganz anders. Jetzt aber nur als Beispiel: Da hängen ganz in einem Farbton gehaltene Bilder in hochgelobten Museen. Da sagt man sich doch leicht: Na, so was kann ich doch auch, aber die wollen mich nicht. Was soll denn daran so gut und wertvoll sein? Das Anspruchsniveau von L. Freund "erstaunt, verführt..." als hohe Richtlinie hilft mir auch nicht immer. :mhh:

Liebe Farbfreundin,im Museum hängen heisst noch nicht das man verkauft,den davon lebt man ja auch.Ich würde nie sagen so etwas kann ich auch den dann wäre es ein Plagiat.Die Museen haben sehr gute Werke,das heisst aber nicht das man schlechter malt,sondern nur man hat dich noch nicht entdeckt.Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe kommt es auch darauf an wie man ankommt
ob man sehr gut ist.(Sein Handwerk versteht)ob es Trend ist ,oder wird.Es ist auch Marketing wie komme ich bei den Galerien an ,wollen sie mich verkaufen.Die sind Gnadenlos was nicht geht kommt gar nicht erst rein.
Es ist eigentlich eine Arbeit wie jede andere auch ,wenn man es realistisch betrachtet.Immer weiterentwickeln daran Arbeiten das man besser wird,ich Denke alles ist zu machen,man muss es nur realistisch sehen.Aber das ist leichter gesagt als getan,denn welcher Künstler ist schon realistisch.Für mich ist es wichtig mir Ziele zu setzen,dann sehe ich schon ob ich weiterkomme oder an was es fehlt
eine Portion eigene Kritik,und unbeugsamer Willen.Auch beim 100 Bild das nicht so ankommt,einfach weitermachen.co :winken: co

Nach oben 29.08.2011, 19:37 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
farbfreundin hat geschrieben:
Da hängen ganz in einem Farbton gehaltene Bilder in hochgelobten Museen. Das Anspruchsniveau von L. Freund "erstaunt, verführt..."


naja, sagen wir, EIN kriterium erfüllen die einfärbigen auch: erstaunen... warum zum henker hängt DAS nun im museum... :gruebel: :mhh: :helpbook: :hmm:

:rofl:

coco, natürlich können wir das auch! frabfreundin meint nicht ein bild, das irgendwas darstellt und ganz in grün oder blau gehalten ist, es hängen leinwände herum, die ganz schwarz, ganz weiß, ganz rot sind... und sonst nichts... weder gegenständlich noch abstrakt, nur eine einfärbige fläche...

Nach oben 29.08.2011, 22:28 Nach unten

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Na ja,nehmt den berühmten Joseph Beuys.Fettfleck auf Leinwand halte ich auch nicht unbedingt für ein Kunstwerk :winken:

Nach oben 30.08.2011, 06:04 Nach unten

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Hallo,was Adrian und Arte 60 geschrieben hat,sagt eigentlich schon alles.Das Bewerten von anderen Künstlern kann man eigentlich nur dann machen wenn man sich mit dem Künstler auseinandergesetzt hat.Sonst finde ich eine Meinung nicht Objektiv genug um sich ein Bild zu machen.co :winken: co

Nach oben 30.08.2011, 06:45 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Ja Vera, bei dieser Art von Bildern ist auch bei mir das eine Anspruchsniveau von Freud erfüllt, das Erstaunen! Aber nicht in dem Sinne der Ehrfurcht vor der Leistung, sondern ein Erstaunen darüber, daß solche Bilder ins Museum schaffen. Für bestimmte Kuratoren, Kunstwissenschaftler haben sie aber einen Wert.

Da komme ich aber gleich ins Überlegen. Um an diesem Beispiel zu bleiben, sie sind es zwar wert, ins Museum zu kommen, bedeutet dies aber zwangsläufig, daß sie gute Bilder sind? :mhh:

Liebe Coco, um in eine Galerie oder gar in eine Museumsausstellung zu kommen, muß man zweifelslos Gutes präsentieren, aber wenn ich mich erinnere, was man manchmal zu sehen bekommt, kann das allein nicht ausreichen.... :mhh:

Nach oben 30.08.2011, 08:10 Nach unten

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Stimmt Farbfreundin,man muss entweder im Kunstverein sein,oder einen Förderer haben!
Gruss co :winken: co

Nach oben 30.08.2011, 11:18 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Beitrag: Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild? - 30.08.2011, 08:10 Farbfreundin hat geschrieben:
Da komme ich aber gleich ins Überlegen. Um an diesem Beispiel zu bleiben, sie sind es zwar wert, ins Museum zu kommen, bedeutet dies aber zwangsläufig, daß sie gute Bilder sind? :mhh:

Liebe Coco, um in eine Galerie oder gar in eine Museumsausstellung zu kommen, muß man zweifelslos Gutes präsentieren, aber wenn ich mich erinnere, was man manchmal zu sehen bekommt, kann das allein nicht ausreichen.... :mhh:


Huhu Farbfreundin, das haben wir doch schon alles beantwortet:

Adrian hat geschrieben:
"gut" ist eine relative Wertung, ergo hängt die Antwort auf die Frage davon ab, WER bewertet und anhand welcher KRITERIEN.


Auf Deine Frage bezogen: Sobald ein Bild in einer Ausstellung oder in einem Museum hängt, bedeutet das, dass es mindestens eine Schlüsselperson gibt (Aussteller, Kurator etc.), die dieses Bild als "gut" empfindet.

Des weiteren muss man einfach erkennen, dass ein Kunstwerk mehr ist, als seine optische Wirkung. Nimmt man z.B. die Frage, WARUM ein Bild so ist wie es ist, merkt man sehr schnell dass das Ergebnis (z.B. einfarbige Werke) in vielen Fällen zwar optisch austauschbar erscheinen, aber eben in ihrer Entstehung nicht einfach so austauschbar sind. Auch wenn das jeder nachmalen kann, ist der Kontext jeweils ein vollkommen anderer, und damit auch ein vollkommen anderes Werk.

Zum Verständnis des "Kontexts" und die "Kunst" siehe insbesondere hier: :arrow: Re: Kunst und Regeln
Adrian hat geschrieben:
Was unterscheidet Beuys von Gine und mir? Was ist der Unterschied ob er das machte, oder ob wir das tun? Oder was ist der Unterschied zwischen Malewitsch's Schwarzen Quadrat und wenn wir ein schwarzes Quadrat malen? Was ist der Unterschied zwischen Kunst und Nichtkunst?

Es ist nicht das Ergebnis selbst, wie man an obigen Beispielen leicht feststellen kann. Es ist das, was zu dem Ergebnis führt. Es ist der "Kontext", der entscheidet. (ich weiß, ich wiederhole mich, für alle die es nachlesen wollen: Re: Auseinandersetzung mit der Kunst)

Also: wenn Kunst sich nicht durch das Ergebnis ansich definiert, kann dann Kunst selbst Regeln unterliegen? Der handwerkliche Prozess, der zu dem Ergebnis führt, unterliegt Regeln. Nicht aber die Kunst, die sich erst durch den Kontext des Ergebnisses offenbart.

Nach oben 30.08.2011, 13:41 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
adrian hat geschrieben:
Auch wenn das jeder nachmalen kann, ist der Kontext jeweils ein vollkommen anderer, und damit auch ein vollkommen anderes Werk.


also, wieder mal ein wenig respektlos gegenüber schwarzen und roten leinwänden und fettflecken, fällt mir dazu ein: vielleicht hat sich der künstler diesen berühmten kontext erst im nachhinein dazu gereimt, um etwas banalem und jederzeit reproduzierbarem einen dramatischen anstrich zu geben?

:mrgreen:

bei manchen hab ich durchaus ernsthaft diesen verdacht, sie sind geniale geschäftsleute, was natürlich auch respekt verdient... :upps: und bei manchen habe ich noch andere verdachtsmomente: sie sind respektlose spaßvögel und testen aus, wie sehr sie das publikum veräppeln können.

vielleicht bin ich ja auch ein bissl neidig, weil mir jedes talent dafür abgeht, meinen bildern, die eher gedankenlos entstehen, im nachhinein irgendein drama zu verleihen, wodurch das bild zwar auch nicht besser wird, aber alle respektvoll erschauern lässt - aber vielleicht wollen sie ja auch nur nicht als kunstbanausen dastehen... :rofl:

letztlich glaube ich, die frage danach, was sich der künstler wohl dabei gedacht hat, kann nur von einem kommen, der selber nicht malt... :grins:
ausnahmen sind allenfalls tehemenbezogene bilder.

Nach oben 30.08.2011, 14:02 Nach unten

Pastellkreide, Öl, Stifte

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
:kapituliere: Ich komm nicht mehr mit....

Vielleicht bin ich nicht intelligent genug, folgen zu können, aber mir ist das alles eine Nummer zu hoch.

Ich habe nun abschließend entschieden, Bilder gut zu finden, die mir gefallen, die handwerklich toll gemacht sind, die harmonisch sind, oder ein Thema beinhalten, das mich anspricht. Das ist vielleicht nicht die richtige "wissenschaftliche" oder "künstlerische" Antwort auf die Frage, wann ein Bild ein gutes Bild ist, aber für mich ist das ok.

In diesem Sinne :kapituliere: :hmm:

Eva

Nach oben 30.08.2011, 14:10 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
eva hat geschrieben:
Ich komm nicht mehr mit....

Vielleicht bin ich nicht intelligent genug, folgen zu können, aber mir ist das alles eine Nummer zu hoch.


:rofl:

ach ja, ich hab doch noch einen weiteren verdacht: dass etwas umso mehr als kunst gilt, je weniger leute es verstehen können - und diejenigen, die behaupten, es zu verstehen, es vermutlich auch nicht tun, aber das nicht gestehen können, weil eben, man will ja nicht als kunstbanause dastehen...betrifft nicht nur bilder, sondern auch filme, bücher etc.

nachdem ich deine einschätzung guter bilder in etwa teile, sind wir halt vielleicht nur banausen, die nix verstehen... :grins:

Nach oben 30.08.2011, 14:22 Nach unten
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