"Sie erwarten von mir, dass ich Ihnen sage, dass ich Ihnen definiere: Was ist Kunst? Wenn ich es wüsste, würde ich es für mich behalten." (Pablo Picasso)




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 Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild? 
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Acryl

Beitrag  Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Ich dachte immer, die Frage ist doch einfach zu beantworten. Das dachte ich mir, ohne groß und tiefensinnig mich in diese Frage zu vertiefen. Eigentlich sollte ich es wohl doch tun. Ich entdeckte die Aussage des kürzlich verstorbenen Malers Lucian Freud für den nur das Bild ein gutes Bild war, das "erstaunt, verstört, verführt, überzeugt".

Wunderbar diese Wertung! Aber Hilfe, Hilfe, was ist mit meinen Bildern, den Bildern einer mehr als kleinen Malerin im Vergleich zu so einer Größe wie L. Freud? Ist die Meßlatte zu hoch für mich? Soll ich nun die Mehrzahl meiner Bilder einstampfen? Ist das ein hehres Ziel, daß ich zwar ruhig angehen kann, aber nur in Winzschritten, wenn überhaupt, erreiche?

Wie seht Ihr das Anspruchsniveu L.Freuds? (vielleicht wenn Ihr auch unter dem Blickwinkel Eure Bilder betrachtet) Wann ist ein Bild gut? Eine einfache Frage? Für mich nicht mehr ganz! :mhh: :winken:

Nach oben 19.08.2011, 14:19 Nach unten

aquarell

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Also, ich denke es kommt darauf an für wen das Bild gedacht ist. Für die Allgemeinheit? Dann denke ich sind die Ansprüche berechtigt. Für eine bestimmte Person oder Personenkreis? Das einfachste Beispiel ist das Bild eines Kindes, das für die Mutter gemalt wurde. Für ein solches Bild gelten diese Ansprüche nicht.

Nach oben 19.08.2011, 14:30 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Hallo Farbfreundin, ich hab bisher nur ein Bild übermalt, aber wegwerfen kann ich keins. Auch wenn es heute in meinen Augen kein gutes Bild ist, hat es mir dennoch irgendwann einmal gefallen und es steckt etwas von mir darin.
Für mich gibt es keine schlechten Bilder. Es gibt Bilder, die mich ansprechen und mir gefallen. Die ich aufhängen würde und Bilder die mich zum nachdenken anregen oder einfach nur entspannend auf mich wiken.
Die anderen Bilder die dies alles nicht mit mir tun, tun das aber vielleicht mit anderen Personen. Kunst ist doch Geschmacksache, und wie schon so oft gemerkt, für den einen ein grosses Kunstwerk und für den andren "Schmuh". :hmm:
Das was die einen unter gute Musik verstehen ist für andere ein Angriff auf die Ohren. Deshalb mag ich nie bewerten, ob ein Bild gut ist, oder nicht.
Bilder von Van Goch mag ich überhaupt nicht. Und dennoch gibt es genug Menschen in meinem Bekanntenkreis die gerade diese Bilder in einer unglaublichen Grösse in ihrer Wohnung hängen haben, dass ich mir diese Bilder immer wieder so lange anschauen muss, um zu testen, ob mir doch nicht irgendetwas daran gefällt.
Für mich ist ein Bild gut, wenn es in mir ein posivives Gefühl, gleich welcher Art, hervorruft.

LG Karin

Nach oben 19.08.2011, 15:05 Nach unten

aquarell

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Karin schrieb:
Für mich ist ein Bild gut, wenn es in mir ein posivives Gefühl, gleich welcher Art, hervorruft.

Karin du hast grundsätzlich recht. Aber auch negative Gefühle können kennzeichnend für ein gutes Bild sein, denk an Spendenaufrufe für hungernde Kinder. Deswegen würde ich "positives" aus dem Satz streichen.

Nach oben 19.08.2011, 15:22 Nach unten

Öl, Aquarell, Kreide, Kohle

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Die Frage ist durchaus interessant.
Ich denke, ein Bild ist gut, wenn es die Kriterien des Malers erfüllt. Wenn die gesteckten Ziele erreicht wurden, ist ein gutes Bild entstanden.
Wenn man kommerziell malt, ist klar, dass es spektakuläre Bilder sein müssen - Bilder, die besondere Faszinationen erwecken müssen oder anders Aufsehen erregen und dadurch natürlich ein breites Publikum ansprechen. Aber das würde ich nicht als hohen Anspruch ansehen - eher als hohe Zielsetzung. :-)

Nicht jedes Bild kann ein Meisterwerk sein. Und meist werden die Meisterwerke erst erkannt, wenn die Maler nicht mehr da sind. Also, welche Ansprüche sollte man erfüllen?

Viele Grüße

Sabine

Nach oben 19.08.2011, 15:23 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
@guule, na so weit hab ich natürlich nicht gedacht. Es stimmt, ein gutes Bild für mich, regt mich zum anschauen, nachdenken, interpretieren an. Wenn ich diesen Impuls nicht bekomme, dann ist es wohl für mich kein gutes Bild :grins: :roll:

LG Karin

Nach oben 19.08.2011, 15:33 Nach unten

aquarell

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Hallo Karin,
Ich denke wir liegen auf einer Wellenlänge, wobei ein positives Gefühl mir auch lieber ist.

Nach oben 19.08.2011, 17:47 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Beitrag: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild? - 19.08.2011, 14:19 Farbfreundin hat geschrieben:
Ich dachte immer, die Frage ist doch einfach zu beantworten. Das dachte ich mir, ohne groß und tiefensinnig mich in diese Frage zu vertiefen.


Ich möchte Dich nicht enttäuschen, aber so tiefgründig ist die Frage gar nicht :grins:

Im Ernst: "gut" ist eine relative Wertung, ergo hängt die Antwort auf die Frage davon ab, WER bewertet und anhand welcher KRITERIEN.

Daher würde ich das kurz und knapp so beantworten:

Ein Bild ist dann "gut", wenn es seinen beabsichtigten Zweck erfüllt.

Beispiele:
- Man malt ein Bild, um es z.B. für 100 EUR zu verkaufen. Zahlt jemand den Preis, dann war das Bild "gut".
- Man malt ein Bild, damit es zum Sofa passt. Ist es farblich stimmig, gefällt es einem selbst und bekommt man gelegentlich Lob von Besuchern, dann ist das Bild "gut".
- Man malt ein Auftragsbild. Gefällt es dem Auftraggeber, dann ist das Bild "gut".
- Man erstellt Bilder für eine Bewerbung beim Kunststudium. Wird man damit aufgenommen, dann waren die Bilder "gut".
- Man will Bilder im Pariser Louvre ausstellen. Schafft man das, waren sie dafür wohl "gut" genug :D

:winken:

Nach oben 19.08.2011, 17:50 Nach unten

Mischtechniken

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
genau, Adrian - 8)

noch ein Beispiel:
- wenn ich mein eigenes Bild für Wert befinde, es hier im Forum zu posten, dann ist das Bild für mich "gut"...

sonst würde ich es keinem zeigen... :logisch:

:winken: camkar

Nach oben 19.08.2011, 18:15 Nach unten

aquarell

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Hallo Adrian,
Auch dem kann ich mich anschliessen.

Nach oben 19.08.2011, 18:26 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Beitrag: Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild? - 19.08.2011, 18:15 camkar hat geschrieben:
- wenn ich mein eigenes Bild für Wert befinde, es hier im Forum zu posten, dann ist das Bild für mich "gut"...

sonst würde ich es keinem zeigen... :logisch:

:winken: camkar


Nicht logisch - ich müsste fast meine ganze Galerie löschen :crybig: . Ulkigerweise bekomme ich die meisten positiven Kommentare und Bewertungen aber zu Bildern, die ich nicht besonders gut finde :mhh: :hmm: .

Ansonsten stimme ich Adrian zu... also Leute, auf in den Louvre :rofl: :winken: .

Nach oben 19.08.2011, 18:30 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Das lässt sich übrigens auf alles anwenden, das man bewerten kann. Kompliziert wird es, wenn mehrere Menschen bewerten (sollen/müssen/dürfen), die jeweils unterschiedliche Kriterien anlegen. Z.B. wenn der Kunde andere Kriterien als der Maler hat. Besonders kompliziert wird es, wenn diese Kriterien "schwammig" sind. Z.B. Kundenansagen wie "malen Sie mir ein Bild, das der Bekannten der Nachbarin meiner Enkelin gefällt" :D

Daher als Tipp: Kriterien (Ziele) möglichst klar und greifbar definieren (lassen). Dasselbe gilt natürlich und insbesondere auch dann, wenn man das nur mit sich selbst ausmachen muss :wink:

Davon einmal abgesehen geht es in der Kernfrage von Farbfreundin ja auch darum, welchen ANSPRUCH man selbst an sein Werk hat. Und das steht wieder auf einem ganz anderen Blatt, da das mit dem Zweck nicht immer etwas zu tun hat:

Die einfachste Methode, damit ein Bild "erstaunt, verstört, verführt, überzeugt", ist es einem ahnungslosen Passanten über den Kopf zu dreschen :mrgreen:. Zur Überzeugung vielleicht noch mit den Worten: "Das war Kunst, haben Sie etwas gespürt...?"

Ansonsten sei mal wieder auf mein Lieblings-Thema, den "Kontext", verwiesen. "Anspruch" ist Privatsache, "Kontext" nicht - zumindest nicht beim Malen. Wer also "anspruchsvolle" Bilder malen möchte, der sollte seinen Kontext wirken lassen. Die einzige Gefahr ist dabei, dass die Bilder so anspruchsvoll werden, dass sie niemand versteht - noch nicht mal der Maler selbst :winken:

Nach oben 19.08.2011, 19:03 Nach unten

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Hm, also für mich und meine Arbeiten zählen die aufgeführten Beispiele von Adrian nicht. Auch stoße ich mich erheblich an der Definition des “beabsichtigten Zwecks”! Kunst erfüllt für mich keinen Zweck und keine Funktion und bei der Beurteilung eines eigenen Bild, spielen diese Kriterien, wenigstens für mich, absolut keine Rolle. Auch die Überlegung ob meine Bilder gut beim Betrachter ankommen, ist mir völlig einerlei. Meine Erfahrung, dass selbst bei schwierigen Bildthemen in einer Ausstellung das Verhältnis von Zustimmung oder Ablehnung fast immer ausgewogen ist, zeigt darüberhinaus wie unbedeutend diese Überlegung ist.

Das einzige wirkliche Kriterium das ich bei der Betrachtung meiner Bilder anlege, ist ob das selbstgestellte Thema für mich selbst überzeugend dargestellt ist, ob es meiner Zielsetzung nahe kommt, aber selbst das kann sich innerhalb einer Serienarbeit ständig verändern und nach Beendigung der Serie, interessiert mich selbst dieses Kriterium nicht mehr, sondern mich interessiert viel mehr das nächste Thema, das ich in Angriff nehme. Deshalb habe ich auch absolut keine Probleme jedes Bild zu verkaufen, denn eigentlich interessieren mich meine eigenen Bilder aus einer abgeschlossenen Serie immer wenig. Ich habe das mal an anderer Stelle mit Kindern verglichen. Man erzeugt mit jedem Bild ein kleines Kind, das nach einiger Zeit seine Reife erreicht hat und flügge wird. Man lässt es ziehen, es führt sein eigenes Leben unabhängig vom eigentlichen Produzenten und doch ist es noch einige Zeit mit dem Erzeuger durch eine dünne emotionale Nabelschnur verbunden, die sich aber mit der Zeit auch auflöst.

Der Anspruch an meine eigenen Werke ist deshalb auch zeitgebunden, denn ich kann durchaus eine Weile mit meinen Ergebnissen zufrieden sein, aber nach einiger Zeit vergeht selbst diese Gefühl und verliert sich in der Bedeutungslosigkeit. Es ist sogar im Gegenteil eher so, das es mich manchmal überrascht, wenn Käufer von meinen Bildern, diese vor anderen hoch einschätzen, ihnen einen besonderen persönlichen Wert beimessen, während ich selbst dem Ganzen eher kritisch gegenüberstehe oder gleichzeitig vor meinem inneren Auge eine andere visuelle Vorstellung der Thematik entwickele.
LG :spanien1:
Andreas

Nach oben 19.08.2011, 21:45 Nach unten

PC

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Hola Andreas,

wenn man den materiell-orientierten Begriff "Zweck" meiner obigen Beispiele etwas erweitert und auf Deine Zielsetzung (deren erwünschte Erfüllung ich auch als "Zweck" ansehe) anwendet, dann treffen wir uns wieder. Das gipfelt dann sozusagen im "Selbstzweck", der allenfalls im Entstehungsprozess noch gewissen Kriterien, Zielen, Ansprüchen, Aufgabenstellung etc. unterliegt. Übrigens zwingend unterliegen muss, wenn man es überhaupt als "gut" oder "schlecht" bewerten will.

Auch unterscheide ich dabei bewusst "Bilder" von "Kunst". Bilder können einem Zweck dienen oder unterliegen, Kunst - da stimme ich Dir zu - nicht. Bzw. exakter in diesem holprigen Begriffs-Dschungel: Kunst ist sich selbst Zweck und Nicht-Zweck zugleich. Das macht es ja auch so irrsinnig, über "gute" und "schlechte" Kunst zu reden, das gibt es nicht. Kunst ist, oder ist nicht. Oder aus menschlicher Sicht: Kunst offenbart sich, oder offenbart sich nicht.

Um dieses Phänomen noch deutlicher zu machen: Ein "gutes" Bild muss nicht Kunst offenbaren, so wie ein "schlechtes" Bild eben dies trotzdem tun kann.

Grenzwertig wird dies allerdings beim "Kunstwerk" - faktisch ja eine Symbiose aus optischem Bild und metaphysischer Kunst. Und somit auch eine Mischung aus "Zweck" (Material) und "Selbstzweck" (Geist). Programmiertechnisch gesprochen ein unheimlich komplexer Code, der zum einen Intention, Zweck, Funktion und Anspruch transportiert, aber auch jede Menge mehr offenbart, eben (im besten Fall) auch den Kontext des Künstlers und damit ein Tor zur Kunst dahinter.

So, jetzt muss ich das erst noch ein paar mal lesen, um herauszufinden, ob ich selbst das überhaupt alles kapiere :grins:

:winken:

PS: Absolut deutlich wird es, wenn man für sich ein Bild dann als "gut" bewertet, sobald es einem Kunst offenbart (mache ich z.B. so). Dadurch bekommt ein Kunstwerk paradoxerweise umgehend einen Zweck, sobald es seinen Nicht-Zweck offenbart (und hängt dann entweder an einer Wand, rechtfertigt den Eintrittspreis des Museums, oder die Arbeit des Forums hier) :wink: Wohlgemerkt das "Werk" - die "Kunst" dahinter ist und bleibt ganz wo anders.

Nach oben 19.08.2011, 22:56 Nach unten

kritzelkram

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Hallo,

das gute bild ist das nächste, das bisher noch ungemalte, das nur erst in der gedanklichen schwerelosigkeit existiert, frei aller zwänge, vorgeträumt.
Und wenn dann die natale erdenschwere auf dieses zarte geschöpf einwirkt - ein seifenblasentraum
.

In der frage von 'pragmatisch gut oder ungut' (war ja das thema) würde ich adrian vorbehaltlos zustimmen, allerdings habe ich mir persönlich die frage noch nie gestellt, weil ich sie für grundsätzlich und absolut überflüssig halte, da ja auch bad painting good painting sein kann (sorry andreas, ich seh dich schon die augen verdrehn[ :roll: ], aber das is so...) und man sollte sich besser fragen, welche bilder sind mir wichtig und warum [?] und an welchem punkt meiner entwicklung war das so [?] und wie hat sich mein verhältnis zu diesen bildern verändert ?

Meine erfahrung ist, dass ich zuweilen bilder gemalt habe, die eindeutig weiter entwickelt waren als ich selbst zum gegebenen zeitpunkt und ich diese bilder dann als anhaltspunkt für meine weitere arbeit genommen habe... Diese bilder waren/sind wie marksteine, es gibt nicht viele davon, ich erinnere mich an sie und nehme sie als wichtige punkte wahr. Einige dieser bilder waren (kontextbezogen) bad paintings, bewusste provokationen des guten kultivierten geschmacks meiner mitbürger und grottenschlecht, aber sie waren damals wichtig für mich und meine individuation (und es gab ernsthaft leute, die die sachen supi-klasse fanden] und ich nehme sie heute in ihrer schlechtigkeit wahr [aber schäme mich nicht]...

:winken:
hermann r.

nachsatz:

adrian hat gradnochwas gepostet, hab ich grad gesehen und ich auch grob durchgelesen und nix verstanden und adrian wohl auch nur bedingt (wenn ich das recht verstanden habe), also wolltich noch erwähnt haben, dass ich in meinem text nix über kunst schreibe, nur über bilder, woll? ...alles wird gut...

Nach oben 19.08.2011, 23:08 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
adrian hat geschrieben:
Die einfachste Methode, damit ein Bild "erstaunt, verstört, verführt, überzeugt", ist es einem ahnungslosen Passanten über den Kopf zu dreschen :mrgreen:. Zur Überzeugung vielleicht noch mit den Worten: "Das war Kunst, haben Sie etwas gespürt...?"


:rofl: ja eh, auch eine methode... :rofl:

andreas ist wohl über die phase, wo er sich fragt, ob er es auch technisch gut hingekriegt hat, schon längst hinweg... :mrgreen:

es ist bei mir unterschiedlich, ob ich nun ein abstraktes bild male oder einen akt/ein portrait. bei ersterem pinsle ich so lange herum, bis es mir gefällt und als gesamtheit stimmig wirkt, also ich muss mit der komposition, der farbgebung etc. zufrieden sein. ich gehe eher planlos vor, auch wenn ich vielleicht ein grobkonzept habe. ich überlege mir aber die überwiegende fargebung vorher.
bei letzeren bin ich nicht zufrieden, wenn ich anatomische fehler gemacht hab, die einem ins auge springen. oder wenn ich das bild so gemalt hätte, dass es langweilig auf mich wirkt, obwohl es ansonsten keine fehler aufweist.

ich freue mich, wenn mir leute sagen, die bilder hätten eine ausstrahlung, weil das über das technische hinaus geht und mir wohl bewusst ist, das technisch gut nicht automatisch gute kunst bedeuten muss oder andere menschen berühren kann.

viele frühere bilder gefallen mir heute nicht mehr, die werden kurzerhand zugespachtelt oder -gemalt, um etwas ganz neues entstehen zu lassen. keilrahmen sind teuer und außerdem hab ich auch irgendwo grenzen im platzangebot... :mrgreen:

es gibt auch nicht viele bilder, auch unter jenen, die mir selber gefallen nicht, an denen ich hänge und die ich nicht verkaufen würde.

ganz zweckungebunden kann ich es auch nicht sehen. es ist ein unterschied, ob ich für mich und zu meiner freude vor mich hinmale, oder ob ich einen auftrag hätte z.b. für ein portrait. das sollte selbstverständlich dem portraitierten ähnlich schauen, sonst hat es seinen zweck nicht erfüllt.

Nach oben 19.08.2011, 23:23 Nach unten

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Hallo Adrian,ich bin bestimmt nicht schwer von Begriff,aber Deine Ausführungen sind mir etwas zu hoch :rofl: :rofl: :grins: :winken:

Nach oben 19.08.2011, 23:24 Nach unten

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Der anspruch, den ich an ein bild stelle, das ich gemalen hab, ist mit der hoffnung verbunden, das es jemand anderem freude bereitet, sich jemand auf das bild einlassen kann, es x mal anschaut und einen zugang dazu finden mit dem sie nicht gerechnet haben, oder sogar selbst die pallete in die hand nehmen und einige farbtupfer rauf drücken, den pinsel in die hand nehmen und anfangen zu malen, durch die inspiration.

es ist ganz einfach. gefälltdas bild nur einem einzigen menschen, und der kann für sich durch das bild was finden. hat es seinen zweck bereits erfüllt.. und ich kan mich mit demnächstenbild beschäftigen.

so ist es für mich, und ich rede nur für mich.. hola

Nach oben 19.08.2011, 23:33 Nach unten

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Beitrag: Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild? - 19.08.2011, 23:24 Gabi Cap hat geschrieben:
Hallo Adrian,ich bin bestimmt nicht schwer von Begriff,aber Deine Ausführungen sind mir etwas zu hoch :rofl: :rofl: :grins: :winken:


:rofl: ... und ich dachte schon es läge bei mir an der fortgeschrittenen Stunde :rofl:
Ich werde also weiter grübeln - ein hochinteressanter Ansatz!

LG
Monika :winken:

Nach oben 20.08.2011, 00:25 Nach unten

Beitrag  Re: Ansprüche an unsere Bilder! Wann ist ein Bild ein gutes Bild?
Hola Adrian,

ich fürchte das Ganze ist noch ein wenig komplexer. Wenn ich im Entstehungsprozess eines Bildes eine Entscheidung treffe, so wird sie in der Regel nicht durch die Wertung nach Gut oder Schlecht getroffen, sondern eher aus der inneren Notwendigkeit oder Logik der Thematik heraus. Also ich denke bei der Evolution einer Umsetzung von einer Thematik in die Bildsprache weniger an solche Kriterien wie „das könnte so besser wirken“, sondern eher „diese Elemente werden in das Bild einbezogen, weil sie für das Thema wichtig sind“. Als Beispiel: momentan arbeite ich an einer Serie zum Thema „Industrielle Landschaften“. Die Entscheidung einen Teil der Serie auf Metallplatten zu malen, entstand logischerweise aus dem Umstand, dass ich auf ihnen Fabriken der metallerzeugenden Industrie dargestellt habe oder das Material des Dargestellten aus Metall ist und sich dadurch der Eindruck einer gewissen Schwere automatisch ergibt, während ich andere auf Papier gezeichnet habe, um ihren recht fragilen Charakter zu unterstützen. In diesem Sinne sind die verwendeten Materialien einem Zweck unterworfen, aber das Bild wird dadurch in meinen Augen nicht besser oder schlechter, sondern eher im Moment des Entstehungsprozesses schlüssiger, was aber nicht bedeuten muss, das ich in einem Monat noch genauso über die Verwendung des Materials denke.

Wie ich schon in dem anderen Forum „Kitsch oder Kunst“ versucht habe zu erläutern, ist die Werteinteilung von guter und schlechter Kunst schlichtweg Unsinn, aber man kann ihren allgemeinen zeitlichen Zustand beschreiben und ihre gesellschaftliche Funktion oder ihre Missstände. Rede ich von Kunst dann meine ich selbstverständlich keine Bilder, die einen offensichtlichen Zweck erfüllen, so wie es zb. bei Abbildungen in Zeitschriften der Fall ist. Im Grunde genommen ist die Unterscheidung recht einfach, alle Bilder die einen Zweck erfüllen wie zb. eine Grafik, die einen aufgeschnittenen Staubsauger zeigt und zur Verdeutlichung der verwendeten Technologie dient, erfüllt eine konkrete Aufgabe, die der Betrachter direkt vermittelt bekommt. Diese Vermittlung einer konkreten Information, ist genau der Zweck, den Kunst neben anderen Dingen niemals vermitteln wird. Auch wenn viele immer noch meinen, das Kunstwerke dazu dienen das Leben zu verschönern, also einen ästhetischen Zweck erfüllen, so negieren sie dabei die ungezählten Kunstwerke, die das genaue Gegenteil thematisieren.

Natürlich ist gemalte Kunst eine Kombination aus dem visuellem Eindruck und dem „Dahinter“, also dem metaphysischen, wobei das Metaphysische unter Umständen wichtiger sein kann, als der erste visuelle Eindruck. Gerade deshalb kann die Betrachtung von Kunstwerke in uns etwas auslösen, das mit Worten nicht beschreibbar ist, aber einen Erahnen lässt das nicht alles auf dieser Erde zweckgebunden ist.


Hola Hermann,

also meine Augen haben eher eine starren Ausdruck bekommen (liegt wahrscheinlich an meiner Lesebrille), aber was zum Teufel ist bad painting und good painting und wie unterscheidest du beide?

LG :spanien1:
Andreas

Nach oben 20.08.2011, 00:28 Nach unten
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