"Kunst liebt den Zufall, und der Zufall liebt die Kunst." (Aristoteles)




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 Was machen wir mit unseren Bildern? 
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Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
hier in meinem noch-heimatort gabs letztes jahr eine idee, die ja an sich ganz gut war.

das problem hier wie in vielen anderen orten auch: man lässt die einkaufszentren auf der grünen wiese wachsen, und dafür veröden die fußgängerzonen und einkaufsstraßen in der innenstadt. auch hier ist das so, ca. ein drittel der geschäfte steht leer, was natürlich kein so schöner anblick ist.
drum gibts immer wieder versuche der innenstadtbelebung.

letztes jahr also kamen sie auf die idee, leerstehende lokale, deren besitzer einverstanden sind, gegen ersatz der betriebskosten an künstler zu vergeben.
das hätt mich durchaus interessiert, vor allem, wenn das kostenrisiko nicht all zu hoch ist.
und ich könnt mir auch vorstellen, dass sich da einige andere gefunden hätten.

AAAABEEER: man hat die sogenannten hobbykünstler ausgeschlossen, akademische sollten es sein... nun ja, die sache ist natürlich voll in die hosen gegangen... welcher renommierte künstler setzt sich schon in die fußgängerzone einer eher verschlafenen kleinstadt? kein einziger ist gekommen.
für die hobbykünstler wäre es aber eine chance gewesen, bekannter zu werden und vielleicht auch ein paar werke an mann und frau zu bringen.

was die motive betrifft, farbfreundin, das glaub ich auch, dass alles schon dargestellt wurde, was immer man darstellen kann.
man kann daher nicht mehr durch ein neues, aufregendes motiv punkten, sondern nur damit, WIE man dieses darstellt.
ich hab an sich auch nichts gegen katzen oder hunde oder sonstige tiere. es gibt maler, die sind nur mit tieren berühmt geworden, wie der schweizer fritz hug, dessen tierdarstellungen mir ausnehmend gut gefallen.
was es aber tatsächlich millionenfach gibt, sind diese brav gestrichelten tierportraits. die sind zwar hübsch und viele auch technisch gut gemacht, und ich bewundere aufrichtig die geduld, die manche für solche werke aufbringen, 20, 50, 100 stunden, aber es fehlt halt irgendwie der pep, das individuelle, unverwechselbare.

andererseits, wenn man nicht in der oberliga spielt und von museen und sammlern gekauft wird, kommt man irgendwie um den sogenannten massengeschmack nicht herum, zumindest dann, wenn man auch ein wenig geld damit verdienen will. meine verkäufe gingen immer an "normalos". natürlich schon kunst- und kulturinteressierte und auch nicht schlecht verdienende, also nicht gerade jene, die das chinesische 50-euro-bild im baumarkt kaufen.
was jetzt nicht unbedingt brav gestrichelte tierportraits bedeuten muss, aber schon motive, die sich auch in normaler mensch ins wohzimmer hängt. also z.b. keine depressiven, schwarzen schinken im format 2 x 2 meter.

ich kann mir auch vorstellen, nach aufträgen zu malen/zu zeichnen, z.b. eben portraits von menschen (oder tieren). aber auch die kann man so oder so machen.
zwei kinderportrait-aufträge habe ich derzeit. vielleicht kommt auch noch ein vogel dazu, wegen dem coco.

lg
vera :winken:

Nach oben 31.07.2011, 11:47 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
@ vera: Wie oft noch? s. Hobby wurde zum Beruf

Nach oben 31.07.2011, 11:57 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Ich denke, dies Thema stellt sich jedem sehr oft neu. Ich wollte beileibe nicht nur eine Diskussion über Profi und Hobbykünstler anregen. Es geht mir auch darum zu erfahren, wie jeder zur Malerei gekommen ist, wie wir mit unseren Bildern umgehen, welche Strategien zum eventuellen Verkauf entwickelt werden... alles siehe oben.

Ja Vera, eine besimmt gute Idee mit den Läden, aber die Umsetzung, Anerkennung, Förderung...

In meinem Nachbarstädchen muß die Leiterin der Kunstschule ihr Domizil wegen Umfirmung des Hauses verlassen. Die Stadt hat es veranlaßt. Nun hat sie ein leerstehendes Haus gefunden. Die Kosten Räume instand zu setzen hat sie alleine zu tragen. Da gibt es keine Unterstützung. Aber die Stadt findet es natürlich gut, daß eine Kunstschule in ihr arbeitet...

Nach oben 31.07.2011, 13:05 Nach unten

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
vera s, das mit leerstehendem Lokal hatte ich auch, der Verkauf war mäßig, obwohl ich viel wechselte, aber die Leute rannten vorbei ohne zu schauen.
Was für Dich Tierstricheln ist, ist bei mir Bob Ross. Die Bilder mag ich nicht, alles ein Stil, nix natürliches. Aber jeder muss selbst wissen, was er malt.

Das Thema überall wird aber sein, wohin mit den Ergebnissen!

Es ging doch früher den Malern nicht anders, seien es die Impressionisten gewesen oder die modernen, jeder hat doch viel gearbeitet und Bilder produziert.
Es ist bei mir halt ein Stapel der mich begleitet und weiter begleiten wird. Ich könnte sie verbrennen, was vielen schon passierte, mit denen ich mich nicht mehr identifizierte.
Mir hat einmal eine weise Frau gesagt, schlechte Bilder soll man nicht unter die Leute bringen, auch nicht verschenken, damit schadet man sich selbst, seither wäge ich aus, vernichten oder weiter aufheben. Nur einzelne, frühe Werke hebe ich noch auf.
Aber ich produziere nach, immer wieder....also verändert sich mein Stapel kaum in der Menge...

Nach oben 01.08.2011, 08:31 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Liebe Vera, liebe artlady,
Ihr malt ja wirklich gute Bilder, aber auch Ihr "stapelt", zwischendurch wird mal vernichtet, aber dann immer weiter produziert. Es macht einfach zuviel Freude und wenn man etwas verkauft, ist doppelt gut. Vera schreibt, wenn man etwas verkaufen will, muß man sich auch etwas dem Massengeschmack anpassen. Wenn man dies nicht will, dann bleibt man also drauf sitzen oder es kommt zu günstigen Fügungen...
Ich nehme jetzt an einer Gemeinschaftsausstellung teil. Bei der Eröffnung sah ich, wie die Leute mehr vor den "artigen" naturalistischen Bildern von Tieren, Blumen, Häusern stehenblieben. Es kann durchaus sein, daß sie bei mir bloß stehen blieben, weil es bei mir ein wenig andes aussah, aber ob es gefiel?

Also Vera, nicht neuartige Motive machen es, sondern das "WIE" ist entscheidend oder die Qualität wie Andreas zurecht meinte. Die Gesamtsituation bleibt schwierig, ich meine die wirtschaftliche S. der Menschen u. die Schwemme an Kunst/Künstler (egal ob Hobby oder Profi) und nicht vergessen die "Globalisierung". Was kommt da alles auf uns zu und wie behauptet sich jeder Einzelne? :hmm: :winken:

Nach oben 01.08.2011, 10:54 Nach unten

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Farbfreundin, bei uns ist es eher umgekehrt, naturalistisches wird verschämt betrachtet, abstraktes dagegen ist Kunst. Hier ist es grad in, anders zu malen - ich kann das nicht, habe keine Fantasie für Abstraktes, muss mich dafür so bemühen und letztendlich wird es sowieso nix.
In Zeitungen, wo von Ausstellungen berichtet wird, sieht man nie gegenständliches, als wäre das eine Schande.
Ich find es schade, man sollte beides gelten lassen, beim Stapeln der beiden Richtungen gibt's ja auch kaum Unterschiede :wink: , sicher bleibt beides liegen, was zuviel ist.

Im Moment male ich angepasst, also auf Wunsch, es geht mir recht gut dabei (ist nicht immer so) besonders wenn ich dann das Geld dafür sehe, es wird schon dringend benötigt, soviel ging kaputt (Waschmaschine, Geschirrspüler, Ventilator, Fernseher), aber dabei verkaufe ich nichts von meinen alten Beständen, leider.

Nach oben 01.08.2011, 16:18 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
artlady hat geschrieben:
Bob Ross. Die Bilder mag ich nicht, alles ein Stil


ich würde noch ergänzen mit herdin... :mrgreen:
diese äpfelchen mit den tröpfchen, da gibts wohl auch schon millionen davon.
und dem herdin seine eigenen bilder sehen auch immer gleich aus, überladene stilleben mit trauben, äpfeln, tröpfchen...

artlady hat geschrieben:
naturalistisches wird verschämt betrachtet,


österreich ist halt immer ein wenig zurück beim kunstmarkt... anderswo, z.b. in den usa kannst du mit naturalistischen bis fotorealistischen bildern wohl furore machen, oder die maler der leipziger schule, auch sehr begehrt.

es gibt aber auch viele abstrakte bilder, die ich sehr ansprechend finde, und hin und wieder gelingt mir auch selber eins, mit dem ich zufrieden bin... sonst gehts mir ähnlich wie dir, mir liegt das naturalistische schon mehr.

ich würde es aber nicht so unterteilen, dass dieses kunst sei und jenes nicht.
bei beidem kommts eben sehr drauf an, was man wie macht. es gibt abstrakte bilder, die langweilen, ebenso wie realistische.

ich bin jetzt grad dabei, eine ausstellung vermutlich für november vorzubereiten, ich fange mal eher klein an in den ausstellungsräumen des hiesigen kunstvereins, wo ich mitglied bin. die ausstellungen sind aber gut beworben und meistens auch besucht, es kommt z.b. im veranstaltungskalender etc.
schwerpunkt eben die tier- und menschenportraits. weihnachten naht... :mrgreen: ist vielleicht ein ganz guter zeitpunkt im november, um noch ein paar aufträge zu erhaschen oder was aus der ausstellung zu verkaufen.

Nach oben 01.08.2011, 17:15 Nach unten

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Hallo Edith und Vera,dann drück ich Euch mal ganz feste die Daumen,das Ihr auf Euren Ausstellungen was verkauft bekommt :winken:

Nach oben 01.08.2011, 17:39 Nach unten

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Vera s -
ich sage nie, dass abstrakte Bilder keine Kunst sind! Darunter gibt es wunderschöne, wo ich staune, wie man die hin bekommt, die mir sehr gefallen! Ich verstehe sie nur zum Teil nicht, wenn ich dann so Erläuterungen lese, staune ich (wenn Kritiker erklären, was sich der Maler beim Malen dachte, als ob der das wüsste!) Wenn die wüssten (was keinen interessiert) was ich so denke beim Malen, die würden es nicht glauben, das hat oft nichts mit Malerei zu tun.

Mir fiel nur auf, dass, wenn ich mir unbekannte Personen zu Ausstellungen einlud, die mich ängstlich fragten, ob ich denn normal oder abstrakt malen würde und dann aufatmeten, dass es nicht abstrakt war... So, als dürfe man sich dazu nicht bekennen, gelte als rückständig, nicht "In".

Für meine Ausstellung (September) male ich nach meinen Wünschen, richte mich nicht nach irgend jemanden, doch ich hatte zuletzt einige Bestellungen, denen gab ich nach.
Ich habe beschlossen, zu versuchen diesmal mit Freude zu malen, vielleicht liegen die dann nicht in beschriebenen Stapel.... :roll: :wink: Leider habe ich sehr oft die Freude außen vor gelassen, dafür den Frust dabei gehabt, das sieht man sicher den Bildern an...

Nach oben 02.08.2011, 06:54 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Da wir zwischendurch gerade bei den abstrakten Bildern angelangt sind: Vielleicht liegt es auch daran, wenn man mehr im ländlichen Raum lebt, daß gegenständliche Malerei bevorzugt wird !?

Ich hatte auch mal solche Begebenheiten: Eine Frau blieb vor einem meiner abstrakten Bilder stehen und konnte nur mit Mühe ihre Tränen unterdrücken. Oh, dachte ich, weinen soll man eigentlich nicht bei meinen Bildern! Etwas später, erzählte sie mir, daß mein Bild ihre Lebenssituation gut zum Ausdruck brachte: Einengendes Dunkel und doch immer irgendwo ein Licht!

Ein kleiner zehnjähriger Junge wollte auf jeden Fall ein kleines abstraktes Bildchen von mir und gab mit seinen kindlichen Worten ziemlich genau wieder, was auch meine Aussage war. Kinder sind sowieso nicht zu unterschätzen! :mhh:

Nach oben 02.08.2011, 07:59 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
artlady hat geschrieben:
(wenn Kritiker erklären, was sich der Maler beim Malen dachte, als ob der das wüsste!)


ja, das gefällt mir auch immer so gut!

:rofl:

meine lehrerin, obwohl selbst kunsthistorikerin, hat sich darüber auch immer lustig gemacht.

ich denke meistens an gar nichts, und das ist ein teil dessen, was das malen so entspannend macht, das ist wie meditation.
ich mein, ich denk an technik, ob die zeichnung stimmt und so sachen, aber ich arbeite damit z.b. nicht bewusst irgendwelche seelenqualen oder so auf (auch wenn das malen der seele definitiv gut tut), die bilder haben oft gar nichts mit meiner stimmung zu tun. und selbst wenn ich das täte, finde ich, dass es niemand was anginge... :mrgreen:

Nach oben 02.08.2011, 22:46 Nach unten

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Vera s.
mir geht's genau so, ich denk, was ich koche oder ob die Perspektive stimmt, leider bin ich unfähig etwas bei meinen Werken von mir hinein zu geben, außer meinem Stil (der langt.. :wink: )
Nur bei der gestrickten Irland Decke dachte ich ständig an Irland, an das was ich grad an Farben verarbeitete, sah ich Torffelder, Wiesen, Küsten, Ginsterbüsche usw. das hatte ich vorher noch nie... :hmm: Drum gäbe ich die nie her, die ist mein Erinnerungumhüllungsstück und ich schleppe sie auch dauernd mit mir rum (wenn es kühl ist) :irland2:

Nach oben 05.08.2011, 09:10 Nach unten

Pastellkreide, Öl, Stifte

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Also ehrlich gesagt, bei mir hängt das ganz von meiner Stimmung und vom Motiv ab. Wenn ich nach Vorlage male, denke ich meistens auch nichts Bestimmtes, ich höre Musik, lass die Woche gedanklich an mir vorüberziehen, entspanne, und überlege höchstens, ob die Farben passen, die Schattierungen richtig sind, die Perspektive stimmt und so.

Aber, wenn es mein eigenes Motiv ist, dann denke und fühle ich ganz anders. Da kommt dann schon meine aktuelle Grundstimmung rein. Da verarbeite ich auch Erlebtes oder Dinge, die mich sehr beschäftigen. Und da merke ich schon anhand der unbewusst gewählten Farben und Pinsel, dass das so ist.

Ich finde es zwar auch manchmal witzig, was generell in Bilder von Außenstehenden hineininterpretiert wird, aber viele meiner Freunde und Bekannten haben beim Betrachten meiner eigenen Motive genau erkannt, an was ich gedacht habe, und wie ich mich fühlte, als ich das Bild malte.

Vielleicht kann ich mich auch deshalb von manchen Bildern ganz schlecht trennen, weil sie einfach "ein Stück von mir" sind.

Nach oben 05.08.2011, 14:27 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Liebe Eva, zu dem Thema, was Außenstehende manchmal in die Werke hinein interpretieren, fallen mir die Worte eines Freunes ein. Er ist eigentlich Literaturwissenschaftler,Kunstkenner und als Mann des Wortes wurde er oft gebeten , Aussagen zu Bildern zu treffen, wo anderen nichts einfiel, manchmal dem Maler selbst nicht. Für die Presse schrieb ich denn etwas tiefsinniges zu den Bildern, meinte zwinkernd mein Freund. Ich glaube, dies ist keine seltene Praxis. Schlimm daran ist nur, daß man manchmal was als Kunst deklariert, was in Wirklichkeit nur Schrott ist. Aber es kann auch sein, daß man mit guten Worten manchmal auch den Künstler stützen und fördern will. :mhh:

Nach oben 05.08.2011, 16:09 Nach unten

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
So jetzt mal wieder zurück zum Thema
Ich male gern und viel,also brauche ich viel Platz,auch zum einlagern.In meinem Atelier,welches gleichzeitig auch Galerie ist,hängen viele meiner Bilder.Ich male in den Sommermonaten vor dem Atelier und die Leute können mir zuschauen beim malen.Das zieht am besten und dadurch verkaufe ich im Monat 1-2 Bilder,den Rest lager ich ein.
Verschenken kommt für mich nicht in Frager.dafür ist meine Zeit zu Wertvoll,Ausstellungen mache ich keine,das bringt null und verbraucht nur unnötige Zeit.
Gruß Volker

Nach oben 06.08.2011, 13:40 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Lieber Volker, bei mir ist das nicht so einfach in meinem ländlichen Raum. Ich wohne in einem kleinen Dorf, male offen in meinem Wintergarten, ein Galerieschild befestigte ich an der Straße... Aber was passiert? Im Prinzip nichts. Bei der Aktion "Kunst offen" zu Pfingsten kommen die Menschen eifrig. Dies ist ja auch eine gezielte Aktion und die Kunstinteressierten kommen auch z.t. aus Lübeck, Schwerin, Rostock, Grevesmühlen, Schönberg, manchmal auch aus Hamburg. Aber im Alltag ist nichts los. Liegt es an meiner Umgebung, an den wirtschaftlichen Zwängen, denen die Leute ausgesetzt sind? Auch bei Ausstellungen sieht es mager aus...davon berichten aber auch andere Künstler, die schon lange im Geschäft sind.

Wenn ich merke, daß jemanden ich echt eine Freude machen kann, dann verschenke ich auch. ( dies aber mit Wehmut) Da kann dann aber schon etwas passieren, was mir gar nicht so recht ist. Als ich schon mal sagte, suche Dir ruhig was aus, da wurde auf eins meiner Lieblingsbilder gezeigt und ich konnte nicht mehr zurück. :mhh: :winken:

Nach oben 07.08.2011, 08:21 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
All Ihr lieben Kritzelmeister, ich möchte noch einmal auf den Anfang des Themas kommen. Einige schrieben hier schon von sich. Wir sind doch aber soviele!

Habt Ihr nicht Lust zu erzählen, wie Ihr zur Malerei gekommen seit, was Ihr mit Euren Bildern macht, welche Ansprüche Ihr habt? Welche Strategien Ihr entwickelt, um vielleicht das eine oder andere Bild zu verkaufen. Oder gibt es gar Profis, die von der Kunst leben können, aber mit welchen Anstrengungen?

Wenn Ihr Interesse habt, so schreibt doch! Auch so können wir uns besser kennenlernen! (auch, wenn wir es natürlich durch unsere Bilder tun)

Herzliche Grüße an alle! :winken:

Nach oben 08.08.2011, 10:14 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Also gut (habe ich schon mal irgendwo geschrieben): Mit 16 habe ich mir geschworen, nie wieder einen Stift oder Pinsel in die Hand zu nehmen und habe das auch 36 Jahre lang durchgehalten. Ich denke der Zeichenunterricht in der Schule war schuld. Ich habe ihn gehasst, obwohl ich als Kind wie alle Kinder gern gemalt habe. Und danach hatte ich nie Zeit (drei Kinder, voll berufstätig, 12 Jahre Fernstudium, seit 1991 selbstständig).

Im Sommer 2008 hat meine Tochter in den USA geheiratet und danach waren wir bei Ihren Schwiegereltern eingeladen. Julia (die Schwiegermutter und hervorragende Hobby-Pastellmalerin) hat mir vorgeführt, wie sie malt und mir am Ende einen Holzkasten mit 45 Schmincke-Kreiden in die Hand gedrückt. Und nachdem ich diesen Kasten noch 14 Tage misstrauisch beäugt und mich mit allerlei Anleitungsbüchern bewaffnet hatte, habe ich am 12. August 2008 die ersten Striche gemacht (mein erstes "Bild" hänge ich mal an :rofl: ). So fing es an, im Herbst 2008 kam Aqaurell dazu und jetzt fange ich auch noch mit Öl und Eitempera an :roll: . Zum Glück habe ich wenig Zeit, male langsam und viel Mist für die Tonne. Der Rest landet in Schubladen und ab und zu im Rahmen. Irgenwie finden sich immer Besucher, die das eine oder andere Bild haben wollen, dann verschenke ich sie.

Ich gebe mich keinerlei Illusionen hin, je auch nur eine gewisse handwerkliche Perfektion zu erreichen, geschweige denn habe ich die Kreativität eines Künstlers. Ehrgeizig, wie ich nun einmal bin, bemühe ich mich um bestmögliche Ergebnisse, aber halt "just for fun", Entspannung pur... :grins: :winken: .

Nach oben 08.08.2011, 20:48 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Mir geht es da wie Lucie. Auch ich bin keine "Künstlerin" und werde nie ein Profi (dafür fehlt mir einfach die nötige Zeit zum Üben), mische aber gerne bei Gemeinschaftsaktionen mit. Weil es einfach Spaß macht und ich es eher mit einem Wochenendaufenthalt alias kurze Urlaubstage verbinde. In einer Gemeinschaft macht es viel mehr Spaß und man bekommt auch vor Ort Resonanzen der Besucher und Betrachter mit. Wie auch von den anderen Ausstellern, darunter auch Profis, die von ihrer Kunst leben.

Mit Glück verkaufe ich auch mal 1 Bild. Aber das kommt recht selten vor und ansonsten eher "außer Spesen nix gewesen" :wink:
Man sollte sich da nix vormachen. Die Welt wird wirklich erschlagen mit Bildern (auch mit günstigeren Kunstdrucken). Und man muss schon was Außergewöhnliches bieten, um mal einen Trend zu setzen und darin "Pilot" zu sein. Einer meiner Bekannten hat dies geschafft. Mit seinen Bildern, die zur echten "Marke" wurden und die kaum einer kopieren kann. Und wenn, fällt es auf :mrgreen: Er lebt allerdings auch davon. Und seine Klientel ist größtenteils auf Sylt zu finden, wo ihn eine Galeristin gefunden hat, die ihn im Bedarfsfall auch mal für einen Kundenbesuch einfliegen lässt. :shock:

Mit der Malerei habe ich 1997 angefangen. Aber weitgehend in unregelmäßigen Abständen. Wegen alltäglichem Jobstress plane ich meist Wochenend- oder Wochenkurse oder Malurlaube ein, um mich ausschließlich auf das Malen und Zeichnen konzentrieren zu können.

Bilder verschenke ich immer wieder mal im Familien- oder Freundeskreis. Oder gebe sie günstig ab. Sonst hätte ich bald keinen Platz mehr, da sich mit der Zeit doch vieles ansammelt. :roll:
:winken:

Nach oben 08.08.2011, 21:28 Nach unten

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Hallo an Alle!

"Oft trifft man wen, der Bilder malt, viel seltener wen, der sie bezahlt!" :vertrag:

Damit ist auch schon Vieles gesagt. Man trifft nicht immer den Geschmack eines potenziellen Käufers. Oder: Mal mir mal ein Bild. Woher weiß ich ob ich den Geschmack treffe. Schon wieder das Gleiche! Der Künstler malt wie er kann, das ist seine Kunst. Ich male nur so wie ich empfinde, das ist meine Kunst. Der Kunde will seine eigene Kunst gemalt haben. Das muss Alles zusammen kommen, oder jeder muss das Richtige finden. Wer Glück hat, findet einen Kunstsammler!

Ich habe seit 2007 eine Internetseite. Ich biete meine Künste an. Man sieht verschiedene Malbeispiele. Ich habe noch nie einen Auftrag, der auch noch nichts kostet, erhalten. Biete ich Schlechtes? Nein!

Kunst ist für Jeden anders! :portrait: :portrait2: Bei Kritzelmeister-Treffen tauscht man sich mit anderen Hobbymalern und Profis aus. Das ist schön!

Bist du ein Berühmter, dann wird aus Prestige heraus gekauft. Nur so geht's!!! OOOOdddeeerrr????

Viele meiner Bilder hängen an der Wand. Die Meisten sind in irgendwelchen Ablagen vergraben. Ich male überwiegend für mich. Das Malen gibt mir Ruhe. Ich bestätige mich selbst, wenn ein Werk entsteht! :sterne:

Nach oben 08.08.2011, 23:09 Nach unten
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