"Oft trifft man wen, der Bilder malt - viel selt'ner wen, der sie bezahlt." (Wilhelm Busch)




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 Was machen wir mit unseren Bildern? 
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Acryl

Beitrag  Was machen wir mit unseren Bildern?
Hallo Ihr lieben Kreativen, hier machen soviele mit , Hobbykünstler, als auch Profis. Uns allen stellt sich aber irgendwann die Frage, wie gehen wir mit unseren Bildern um? Die einen horten sie zu Hause, zeigen sie Familie, Freunden und Bekannten, andere probieren sich in ersten Ausstellungen und langsam reift auch schon mal der Wunsch nach Verkauf und die Profis unter uns strengen sich an, weil sie gar davon leben wollen. Allumfassend "Kunst von der Kunst zu leben"
Als relativer Frischling hier, seit Ende Mai, interessiert mich schon: Was macht Ihr alles, um Eure Bilder der Öffentlichkeit bekanntzumachen?
Wie vermarktet Ihr?
Welche Möglichkeiten zum Verkauf nutzt Ihr außer Ausstellungen...?
Was haltet Ihr von Internetmöglichkeiten, wie Onlinegalerien...?

Anregung zu diesem Thema gab mir nicht nur eigene Befindlichkeiten, sondern die kürzlich stattgefundene Ausstellung einer Freundin, eine gestandene Künstlerin. Ihr Ergebnis. nette Worte, nix verkauft.
Was sind wohl Eure Erlebnisse und Gedanken? Ich bin gespannt! :winken:

Nach oben 22.07.2011, 18:42 Nach unten

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Auch bei mir stapeln sich die Bilder, welche die ich nur schweren Herzens hergeben könnte, aber irgendwann siegt der platzmangel. Verkaufen, ja gern. Ausstellung auch super. Aber es ist schwer, geht nicht von heute auf Morgen. Auch ich hab keinen Schimmer wie das sich entwickelt

Nach oben 22.07.2011, 18:52 Nach unten

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
seit ich male, hab ich keine mühe mehr, mir gedanken über die geschenke für meine lieben machen zu müssen!! :logisch:

was mich sehr freut, da bisher alles gut angekommen ist! :dopsblau: :dopsblau:

ansonsten kann ich jetzt bereits nach einem jahr feststellen, dass ich schon fortschritte beim malen und zeichnen mache, was mich auch sehr freut!! :grins:

gruß tina :winken:

Nach oben 22.07.2011, 19:42 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Wenn es zu viele werden, mache ich eine Vernissage und sonst hänge ich sie ab und zu einmal für ein paar Monate in Cafe´s und Banken auf.
Aber in der letzten Zeit eher selten.
Auf diese Weise kann man jedenfalls einige Bilder loswerden ... :rofl:
Ein paar wenige habe ich, die ich nicht hergeben möchte, diese hängen dann bei mir im Hause herum. ( oft zum Leidwesen meiner Frau .. 8) )
Ansonsten habe ich mir ein Regal gemacht, wo ich die meisten Bilder horte.
Einige überspachtle ich aber auch nach einiger Zeit, das kommt immer wieder vor.

Nach oben 22.07.2011, 19:42 Nach unten

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Hallo!
ich denke, bei mir hat das alles gespielt, malen, Ausstellungen, Verkauf, Internetauftritte, eigene Auslage mit Bildern...

Das Resultat: viele verkauft, viele verschenkt aber auch viele daheim liegen haben. Ganze Stöße mittlerweile! Was macht man damit?
Ich weiß es nicht!
Auf dem Dachboden stehen eine Menge großformatige Acrylbilder, den Überblick habe ich verloren. In einem Gasthaus hängen etliche von mir, hab sie schon Jahre nicht mehr gesehen.
Ab und zu verkaufe ich eines aus dem Stapel, aber die restlichen liegen und liegen.


Wenn ich Mal nicht mehr bin, werden die vielleicht verkauft oder weg geschmissen, keine Ahnung.
Es kann nicht alles vermarktet werden, also hebt man die unverkauften (unverschenkten) auf und dann wird eben der Stoß immer höher und höher...

Übrigens, meiner lieben Freundin Erika Just geht es ähnlich, nur dass sie noch viel mehr hat, weil sie viel mehr malt. Sie stellt nach wie vor viel aus, aber gekauft wird so gut wie nix, sie verdient mit Tiffanyarbeiten, Porzellanmalerei oder ihren Workshops (die Frau ist bald 74!)

Nach oben 23.07.2011, 08:36 Nach unten

Mischtechniken

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Meine Bilder sind wie Blätter eines Tagebuchs. Im Laufe meines Lebens sind dicke Bücher zusammen gekommen.

Einige Bilder habe ich gemalt, weil es mir so gut ging. Andere entstanden, weil ich wusste, dass es mir nach dem
Malen besser gehen würde. Die frischen Bilder hänge ich für eine gewisse Zeit an meine heimischen Wände, um
mich daran zu erfreuen. Oder ich verwende sie als Deko für meine Internet-Gedichteseiten, speziell für die
Malkursseite und meinen Ecard-Versand. Manche landen auch hier im Forum.
Ich besitze mittlerweile ein großes "Bilderarchiv" im Internet, an dem mir fremde oder bekannte Menschen ihren
Spaß haben.
Manche äußern sich zu meiner Freude über das Kontaktformular oder per email.

Da ich ungern in alten Tagebüchern blättere, machen die Bilder an meinen Wänden bald Platz für neue Bilder.
Einige werden verschenkt, der größere Teil wird entsorgt. Er war ohnehin nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Einige Bilder, bei denen ich noch nicht weiß, wohin damit, landen vorübergehend in Zeichenmappen.
Zum Glück habe ich nur ca. 6 Bilder auf Keilrahmen. Ich gebe zu, die sind schwerer zu verstauen.

:winken: camkar - hat für alles eine "Patentlösung"... :rofl:

Nach oben 23.07.2011, 10:40 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Meine Freudin, die kürzlich ihre Ausstellung in einem größeren Verwaltungssitz hatte und ihre, schönen, anspruchsvollen Bilder zeigte, hatte zwar Anerkennung, aber keinen Verkauf. Das ist ja für viele ein Problem. Woran liegt es ? An der Schwemme an Kunstangeboten, daran, daß die Leute ihr Geld zusammenhalten müssen und und und. Was meint Ihr dazu?

Eine ältere Nachbarin sah mal meine vielen Bilde und meinte: Sie brauchen sich doch nur auf Märkte stellen, denn da kommen viele Menschen und für 20 € gehen doch die Bilder weg wie warme Semmeln. Ich sagte lieber nichts und dachte friedlich: Nun gut, sie hat ja keine Ahnung! :mhh: :winken:

Nach oben 24.07.2011, 08:29 Nach unten

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Das mit Ausstellung und nix verkauft kenn ich auch. Es mag daran liegen das die Menschen eben ihr Geld zusammenhalten müssen. Wenn ich nicht viele finanzielle Mittel habe überlege ich eben nicht dies oder jenes Bild zu kaufen sondern sehe erst mal zu die ganz normalen Ausgaben zu bestreiten,Also erst Auto dann Bild. Eben dort investieren wo nötig, nicht wo ich möchte.

Nach oben 26.07.2011, 07:30 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Es bezieht sich nicht nur auf Kunst. Kürzlich sagte mir mein Zahnarzt: Für viele Männer gilt, zuerst ein großes Auto, dann die Zähne. Da kann man wohl zurecht annehmen, daß da die Kunst keine Rolle spielt.
Aber Aufgeben ist sowieso nicht, denn unsere Gesellschaft braucht die Kunst.
Pfingsten "Kunst offen". Im mecklenburgischen Dorf Jarmel, leider bekannt geworden durch Nazis, stemmt sich ein Künstlerpaar dagegen. Maler u.a. Künstler stellten zu Pfingsten dort konzentriert aus, um Position zu beziehen und die Leute kamen.
Ihr lieben Kritzelmeister, erzählt doch mal, wie Ihr Eure Bilder einsetzt, natürlich auch Eure Strategien, sie unter die Menschheit zu bringen! :winken:

Nach oben 26.07.2011, 09:00 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
schau mal, da hats vor kurzem eine fast idente fragestellung gegeben: http://www.kritzelmeister.de/viewtopic.php?f=104&t=18893

ich hab natürlich auch ein stapelproblem, da ich vorwiegend auf keilrahmen male, nur die zeichnungen sind auf papier. :mrgreen: ich hab aber viel platz, also ein bissl geht noch... :rofl:

dass man lob und anerkennung kriegt, ist eine sache, dass die leute wirklich was kaufen, eine andere.
in der oberliga, dort wo es dann für sammler und geldanleger interessant ist, werden wir vermutlich eh nie spielen... :hmm: und wie man dorthin kommt, ist auch nicht immer durchschaubar und hängt auch nicht zwingend mit großem können zusammen. da spielen viele dinge eine rolle, die die meisten von uns nicht haben, wie die richtigen beziehungen etc. auch titel spielen eine rolle, akademische künstler schotten sich schon sehr gegen die nicht akademischen ab und machen diesen das leben schwer. in den allermeisten wiener galerien ist es z.b. so, dass nicht akademische dort gar nicht reinkommen, weil es da eine art schutzklausel für die akademischen gibt. ich kenne zwar auch nicht-akademische, die sich einen namen gemacht haben, aber die hatten wiederum beziehungen, in österreich am besten zu einer politischen partei... :mrgreen:
somit sind einem schon mal etliche interessante ausstellungsorte verschlossen, genau jene, wo sich die leute mit der vielen kohle herumtreiben.
also sind wir angewiesen auf die eher normalen leute, die dann halt nur was kaufen, wenn sie es übrig haben. und auf austellungsorte wie banken, irgendwelche gemeinden, verwaltungen, öffentliche veranstaltungen...

ich hab bei ausstellungen schon immer ein bissl was verkauft. jetzt hab ich schon länger nicht mehr ausgestellt, will das aber ab herbst wieder angehen. mal schauen, wie das dann läuft. durch die portraits erhoffe ich mir einige aufträge...

lg
vera :winken:

Nach oben 26.07.2011, 10:28 Nach unten

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Oha sehr interessantes Thema und gute Frage .

Ich hole mal weit aus.....ich hab als Kind schon immer viel gemalt, wollte immer einen "kuenstlerischen Beruf" erlernen ...Kunst haette ich nie studieren wollen , aber ich wollte mal Goldschmiedin werden ...und den Schreinerberuf erlernen und Antquitaeten restaurieren ...oder eben Werbegraphiker ....meine beste Freundin von damals stand zwischen der Wahl , lieber Kunst oder Chemie zu studieren ...sie entschied sich fuer die Chemie weil die Kunst eben eine Brotlose sei ( so bekam man es oft zu hoeren damals ) ich ging weiter zur Schule und erlernte einen "anstaendigen und bodenstaendigen" Beruf
Aber das Kreative, kuenstlerische, die Malerei gab ich niemals auf und es wurmte mich all die Jahre spaeter noch das ich nicht diese Richtung eingeschlagen hatte .
Meiner Freundin ging es genau so :hmm:
Tja und heute .....
Farben, Bilder und die Malerei war mir immer wichtig . Es war und ist heute noch MEIN ganz persoehnliches Mittel mich auszudruecken, Meditation, mein Rezept Dinge zu verarbeiten, abzuschalten, loszulassen oder festzuhalten . Farben in jeglicher Form faszinieren mich , die Welt braucht Farben , ich brauche Farben :wink:

Ich male in erster Linie fuer mich, denn jedes einzelne Bild entsteht in mir drinnen, auch wenn es "nur" mal ein abgemaltes Bild von einem Foto sein sollte , trotzdem sind es auch dann immer Motive zu denen ich einen ganz besonderen Bezug empfinde, es draengt mich dann einfach es zu malen ..es will aus mir raus.

Ich hab in den letzten Jahren viele meiner Bilder verkauft und auch viele davon verschenkt , viele davon haengen aber auch hier bei mir an den Waenden.
Das macht mir aber nichts aus , obwohl es natuerlich toll ist wenn man mal wieder eins verkauft, damit ein paar Kroeten verdienen kann und Anerkennung bekommt...das gute aber ist, das ich davon nicht leben muss ...koennte ich auch gar nicht den sogesehen ist die Kunst tatsaechlich eine Brotlose undd as geht nicht nur mir , sondern vielen anderen Kuenstlern aus der Region genau so. Die meisten haben Nebenjobs, geben Unterricht oder haben eben das Glueck das der Mann im Hause der Broetchenverdiener ist .
Ich hab bis vor einem Jahr auch noch viel mehr verkauft als derzeit....im Moment geht kaum noch was weg, obwohl ich hier in der Region schon relativ gut bekannt bin ...ich stelle meine Bilder in einem Rahmenhandel und kleiner Galerie aus, habe permanent etwa 10 - 15 Bilder dort in derr Ausstellung die regelmaessig ausgewechselt werden. Habe eine eigene Website und seid kurzem bin ich in einer Online Galerie vertreten die sich auf den Verkauf von Originalen spezialisiert haben.

An Soloausstellungen bin ich nicht wirklich interessiert , aber im Moment strecke ich gerade meine Fuehler aus und moechte versuchen ueber meine Region hinaus bekannt zu werden ...mal sehen ob das klappt, ich arbeite dran. Aber ich muss sagen das mir die Anerkennung wichtiger ist als der Verkauf meiner Bilder....damit etwas Geld zu verdienen ist fuer mich nur ein angenehmer Nebenefekt ...wenn ich was verkaufe, dann freu ich mich , wenn nicht ...dann eben nicht.
Denn ich verstehe schon das ein Bild nicht das selbe ist wie Brot und Butter auf dem Tisch , das ist nun mal eben so , das Geld sitzt nicht so locker bei solchen Sachen.

Ich denke es ist auch eine Tatsache, das es fuer einen Grossteil der Bevoelkerung gar nicht wichtig ist ein echtes Original von einem Kuenstler X im Wohnzimmer ueber dem Kamin haengen zu haben . Ich denke das ist eine ganz bestimmte Kaeuferschicht die geziehlt ein solches Bild kaufen moechten , sei es nun klein oder sehr gross , wobei Gross ja dann auch wieder eine echte Frage des Geldes ist je Groesser das Bild wird .

Im Moment male ich weinger und ich male viel laenger an einem Bild ...denn ich habe mir meinen langgehegten Traum erfuellt und mache zur Zeit ein Fernstudium zum Graphicdesigner und viel von meiner Zeit get nun fuer das Studium drauf ..aber da muss ich nun durch :rofl: :winken:

Nach oben 26.07.2011, 10:58 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Liebe Petra, liebe Vera,
nun nah 11 Jahren Malerei stapeln sich bei mir auch die Bilder, weil ich zum größeren Teil gerne auf Keilrahmen male, natürlich auch um Rahmen zu sparen. Aber der Platz wird knapp...

Was ihr so schreibt, zeigt, daß sich die Probleme ähneln.Der Kunstmarkt ist auch bei mir heiß umkämpft, dies zeigt sich z.B. auch bei der Aktion "Kunst offen", wo alle (Hobbymaler und Profis) dran teilnehmen können. Aus vielen Reaktionen zeigt sich, daß die Profis sich von der Flut der Hobbymaler bedrängt fühlen, sich Sorgen um die Qualität machen und verstärkte Konkurrenz befürchten. Das ist nun mal so, aber die Hobbymaler herausdrängen finde ich falsch. Soll doch der mündige Betrachter entscheiden...

War interessant zu lesen, wie Du in die Malerei reuingerutscht bist Petra. Bei mir war es zuerst einfach viel Frust, auch wenn ich immer schon auf Suche nach kreativer Betätigung war. Was hat es mit der Frust auf sich? Zur Jahrtausendwende war ich mit meinem Mann in New Orleans. Dort kauften wir ein im Entstehen begriffenes Ölbild, sehr schön und sehr farbenfroh. Zum Trocknen wollte er es noch in eine Galerie bringen und dann nach Deutschland schicken. Ihr könnt es erahnen....das Bild kam nie an. Ich hatte nur ein Foto. Und da ich nicht ein Wutschreier bin, versuchte ich mein Bild nachzumalen. Es wurde natürlich fürchterlich. Aber ich hatte Blut geleckt und alles nahm seinen Lauf. :rofl: :winken:

Nach oben 26.07.2011, 13:01 Nach unten

Pastell, Aquarell, Öl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Beitrag: Re: Was machen wir mit unseren Bildern? - 26.07.2011, 13:01 Farbfreundin hat geschrieben:
Zur Jahrtausendwende war ich mit meinem Mann in New Orleans. Dort kauften wir ein im Entstehen begriffenes Ölbild, sehr schön und sehr farbenfroh. Zum Trocknen wollte er es noch in eine Galerie bringen und dann nach Deutschland schicken. Ihr könnt es erahnen....das Bild kam nie an. Ich hatte nur ein Foto. Und da ich nicht ein Wutschreier bin, versuchte ich mein Bild nachzumalen. Es wurde natürlich fürchterlich. Aber ich hatte Blut geleckt und alles nahm seinen Lauf. :rofl: :winken:


:mhh: Eigentlich müsstest Du dem Maler dankbar sein, oder :?: :winken:

Nach oben 26.07.2011, 13:07 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
farbfreundin, da hast du ganz recht, dass der betrachter entscheiden sollte, aber die akademischen sehen das halt anders... :mrgreen:

abgesehen davon finde ich nun nicht, dass die akademischen nur lauter herausragende werke liefern und die hobbymaler lauter schrott, was ich da schon für scheußlichkeiten in galerien gesehen hab... :gruebel:
und wenn es dann um dinge wie eine gänzlich rot oder schwarz angemalte leinwand geht, steigt mein kunstverständnis irgendwie aus...aber vermutlich bin ich halt nur zu phantasielos, für sowas eine einleuchtende philosophische oder psychologische erklärung zu erfinden... :rofl:

richtig ist natürlich, dass wir nicht die mühen eines studiums auf uns genommen haben, sondern eher die studiosis mit unseren steuern finanziert, andererseits kann man auch ohne papier eine ganz ordentliche ausbildung haben (ich z.b. einige jahre privatunterricht bei einer ehem. professorin der moskauer kunstakademie). und jeder, der sich ein gewisses können erarbeitet hat, musste das auch mehr oder weniger mühsam und auf diesem oder jenem weg erlernen. das anerkennt aber kaum jemand...

es ist halt auch so, dass wir heute in zeiten leben, wo alles schon ein wenig inflationär geworden ist. die malerei oder auch die schreiberei war früher nur wenigen menschen vorbehalten. die große mehrheit hatte nicht die nötigen privilegien und das nötige geld dafür, wurde ohnehin absichtlich dumm gehalten (ok, heute verkaufen sie uns auch für dumm, nur mit anderen mitteln... :mrgreen: ). selbst ganz normale schulausbildung war eine sache von privilegierten.

heutzutage aber ist die welt überschwemmt von malenden, schreibenden, musizierenden oder sonstwie kreativ tätigen menschen, was ja grundsätzlich eine gute sache ist und zeigt, wieviel talent da früher oder auch heute bei den armen menschen verloren ging und geht.
da ist es schon mal schwer, aus der masse derer herauszustechen.

was das verkaufen betrifft, ist es halt für mich auch eine art anerkennung, die über das bloße loben hinausgeht. natürlich ist es schön, auch ein wenig die unkosten abgedeckt zu haben, malen ist ja nicht das allerbilligste hobby, aber es ist eben schon mehr als das.

lg
vera :winken:

Nach oben 26.07.2011, 13:26 Nach unten

Öl, Mischtechnik

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
die geschichte, wie ich zur malerei kam, ist übrigens auch recht lustig. es hat was mit einer flugangst-geplagten freundin zu tun.

mit der wollte ich einst nach teneriffa fliegen. wir saßen schon im flugzeug, da überkam sie die panik und sie ist tatsächlich wieder ausgestiegen. ich nicht... :mrgreen:

dann saß ich dort so alleine in der gegend rum, es sind ja fast lauter paare dort und die sind auf allein reisende frauen meistens nicht so gut zu sprechen, und fragte mich, was ich machen soll. ich mein, ich hab natürlich schon dinge allein unternommen, so schüchtern bin ich nun auch wieder nicht, und dann auch ein paar engländerinnen kennengelernt, mit denen ich einen unvergesslichen ausflug zum teneriffer karneval unternommen habe, der fast so gut ist wie der in rio.
aber jedenfalls marschierte ich in eine papierhandlung, kaufte block und bleistift und setzte mich auf meine terrasse, um die umgebung zu kritzeln. das hat mir so viel spaß gemacht, dass ich danach nie wieder aufgehört habe damit. längere zeit habe ich nur gezeichnet, bis mir jemand ein paar tuben ölfarben schenkte. heute find ich die zeichnungen natürlich grauenhaft und voller perspektivischer fehler, aber das macht ja im endergebnis nichts. :mrgreen:

das einzige, was ich bedaure daran ist, dass ich nicht viel früher damit begonnen hab. natürlich war ich schon als kind sehr talentiert, sowas fängt ja nicht erst mit 35 an, aber irgendwie ist das nie zu einem thema geworden.
das hatte auch mit meiner mutter zu tun, die, obwohl selber ziemlich talentiert, eine zeitlang hat sie viel ausgestellt und auch einiges verkauft, sich nie groß um mein talent und schon gar nicht um bewusste förderung gekümmert hat. sie hat mir auch nie etwas beigebracht, auch dann nicht, als ich später schon dran interessiert war und sie oft danach fragte.
da kann man jetzt mutmaßen, was da wohl dahinter gesteckt haben mag... :hmm:
später hat mir dann lange zeit das selbstbewusstsein dafür gefehlt, ich habe mir die malerei irgendwie nicht zugetraut.

aber besser spät als nie. drum bin ich froh, dass meine freundin aus dem flugzeug ausgestiegen ist, auch wenn ich zunächst natürlich schon ein wenig schockiert war... :mrgreen:

lg
vera :winken:

Nach oben 26.07.2011, 13:54 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Liebe Vera, da hast Du mit Deiner Reise also auch einen Auslöser gehabt. So wie bei mir der Klau meines Bildes war es bei Dir der Fakt, daß deine Freundin die Reise nicht antrat.

Verschiedene Sachen ärgern mich genau wie Du. In der großen MoMa-Ausstellung in Berlin waren auch ganz große schwarze oder weiße Bilder zu sehen. Wenn ich so etwas machen würde, hätte ich als noname natürlich keine Chance in ein hochgelobtes Museum zu kommen. Mein Mann meinte nur augenzwinkernd: "Bekomm das mal so schön hin, so gleichmäßig in deiner grünen Farbe" Na,ja...
Mein Sohn meinte dann nur tröstend: "Mutti, die sitzen nur so andächtig vor dem schwarzen Bild, weil sie sich vom Schlangestehen ausruhn müssen" Da hatte er wohl bestimmt recht!!!
Als Künstler muß man auch Diplomat sein. Ein großes ganz in Weiß gehaltenes Bild hieß "Roter Vogel". Schwupps, steht man als betrachter länger vor dem Bild und sucht den roten Vogel, vergebens.

Natürlich braucht man erstmal echtes Können, gezeigt in anderen Bildern, um mit soetwas durchzukommen. Aber ich glaube heute braucht man neben Können auch ein breites Netzwerk, Beziehungen, Beharrlichkeit, Durchsetzungsvermögen, wohl auch Frechheit u.v.m.

Liebe Lucie, ja diesem damals so sympathisch auftretenden Maler bin ich so dankbar, daß ich mir manchmal sein Foto anschaue... :winken:

Nach oben 26.07.2011, 15:57 Nach unten

Mischtechniken

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Ich denke, diese Frage, was machen wir mit unseren Bildern? hat sich den meisten Menschen
vor 20 und mehr Jahren nicht gestellt.

Als ich ca. 1985 mit einem Aquarellkurs begann, zählte ich zu den Exoten, Spinnern usw...
im Kursus saßen Frauen in wallenden Gewändern mit exotischen Mustern, wie sie nach
damaligem Veständnis wohl Künstler trugen...
die paar Leutchen, die schon länger malten, hockten mit Vorliebe in den Anfängerkursen,
um wenigstens dort groß raus zu kommen...
war ja die einzige Möglichkeit so ohne Internet...

Bilder wurden nicht nur angeguckt, es wurden auch mal welche verkauft... aber eben nur von
ganz wenigen Künstlern... inzwischen gibt es
mehr Maler als interessierte Käufer, genauso, wie es mehr Autoren als Leser gibt...
(das ist mein subjektiver Eindruck :-) )

Gemälde hängen in Dutzenden von Schaufenstern, Galerien und privaten Ausstellungen ...
und im Internet... meistens die gleichen Motive... hier bei uns Meer, Wasser, Wellen, Schiffe,
7-Türme und alte Mauern..
kein Wunder, dass die keiner mehr kauft... ja, gucken tun wir alle noch gern, aber meistens
um uns zu sagen - nicht schon wieder dieses Motiv - oder, so gut kann ich das zur Not auch
noch... wozu also kaufen...
und so stapeln sich in den Haushalten all die selbstgemalten Bilder - oder sie landen auf
dem Grabbeltisch bei ebay...

darum habe ich gestern meinen Schreibtisch und diverse Zeichenmappen ausgemistet...
nach dem Motto - "Es ist gut, dich von den Dingen zu trennen, bevor sich die Dinge
von dir trennen..."

und als nächstes kommen die Stapel von Manuskripten dran...

:winken: camkar

Nach oben 27.07.2011, 08:38 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Hallo, liebe Camkar, das wahren ja ehrliche Worte. Tja, manche glauben, sie müßten sich besonders ausstaffieren, um ihr Künstlerdasein herauszustellen. Wenn sie glauben, das es nötig ist, sollen sie es tun. Aber da sind wir uns ja wohl einig, die künstlerische Qualität hängt nicht vom Outfit ab.
Viel ernster halte ich Deine Gedanken, die auch andere äußerten zur Schwemme des Kunstangebotes, zur ewigen Wiederholung von Motiven, zur manchmal verzweifelten Suche der Maler nach Ausstellungsmöglichkeiten. Wie macht man auf sich aufmerksam? Liegt es an den Motiven? Geht es nur noch mit völlig neuen Angeboten, um sich aus der Masse herauszuheben und die manchmal übersättigten Betrachter zu erreichen? :mhh:

Manchmal mache ich mir natürlich auch so meine Gedanken, was mit meinen Malereien mal so passieren wird... Selbst ein Umzug in ein kleinere Wohnung wäre schon eine "Katastrophe". Aber die Trennung von einigen Sachen steht jetzt schon an.

Nach oben 27.07.2011, 09:39 Nach unten

Pastellkreide, Öl, Stifte

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Spannendes Thema, ganz besonders interessant finde ich, welche Auslöser euch zum Malen geführt haben.

Bei mir war das irgendwie anders.... ich habe eigentlich schon immer gerne gemalt und gezeichnet - schon in der Schule. Natürlich war da Grauenhaftes dabei. Mein Medium war damals Bleistift oder die Schulmalfarben (der obligatorische Farbkasten von Pelikan :grins: )

Mein Ansporn war es eigentlich nie zu verkaufen oder gar berühmt zu werden. Ich habe einfach nur gerne gemalt. Mit den Jahren habe ich in meinen Bildern immer öfter Erlebtes verarbeitet, oder einfach Themen, die mich beschäftigt haben.

Die ersten paar Jahre habe ich auf popeliges Zeichenpapier aus den Schulblocks gemalt. Irgendwann hat mir meine Mutter Zeichenkohle, Zeichenkarton und einen Kunstband über Käthe Kollwitz geschenkt. Das war was ganz anderes, und ich begann zu experimentieren. Es folgte Aquarell, Acryl, Airbrush, Pastell und Öl.

Zeichnen und Malen wurde mehr und mehr zur "Auszeit". In den Stunden, in denen ich malte, habe ich Kraft getankt, nachgedacht, Musik gehört, die Seele baumeln lassen.

Ich habe schon immer (bis heute) nur alleine gemalt. Anfangs in einer Ecke der Wohnung, heute habe ich im Keller ein Malzimmer mit Tageslicht und Heizung nur für mich alleine.

Irgendwann vor etwa 20 Jahren kamen die ersten Wünsche aus der Familie und dem Bekanntenkreis, die ein bereits gemaltes Bild haben wollten, oder sich ein bestimmtes Motiv wünschten. Ich habe viele Bilder verschenkt. Eines, an das ich mich noch gut erinnere war ein Blumenbild für meine Oma zum 75ten Geburtstag. Die hat sich gefreut wie irre, und war sehr stolz, und hat das Bild jedem gezeigt, ob er es sehen wollte oder nicht. Als meine Oma starb, haben sich meine Tanten darum gestritten, wer es denn erben solle. "Gewonnen" hat meine Tante in Canada, und so hängt das Bild heute dort.

Im Kollegenkreis bat der eine oder andere um ein Bild, und ab und zu habe ich das auch gemacht, gegen einen "Freundschaftspreis" der gerade mal die Kosten deckte.

Ansonst habe ich so still vor mich hin gemalt. 2009 bin ich über "wer kennt wen" über einen Ex-Freund gestolpert, der inzwischen auch malte, und mich fragte, was denn aus meiner Malerei geworden sei. Na und da habe ich halt die Bilder eingestellt, die ich noch hatte, oder zumindest Fotos davon. Die Reaktion war für mich überwältigend. Viele Menschen, die ich gar nicht kannte, haben plötzlich meine Bilder kommentiert. Das war was ganz Neues für mich, und das erste Mal, dass ich mich mit andere (Hobby-)MalerInenn austauschte. Im Sommer 2009 stieß ich zu den Kritzelmeistern, und das hier bereichert ungemein :grins:

Ich habe aber auch festgestellt, dass meine Themen ein bisschen speziell und nicht "wohnzimmertauglich" sind. Seither habe ich zwar ein paar Aufträge bekommen (Minka, das Feenbild), aber festgestellt, dass ich mich zu sowas zwingen muss.

Bei inzwischen zwei Gemeinschaftsausstellungen habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass viele Leute die Bilder zwar schön finden, aber glauben, so ein Original dürfe nicht mehr als maximal 50 Euro kosten... dafür bin ich nicht bereit, sie herzugeben. Also habe ich kein Bild verkauft - aber darüber war ich hinterher fast dankbar :grins:

Nachdem ich jetzt also über 30 Jahre male, habe ich für mich beschlossen, nur noch das zu malen, was ich will, und keine Aufträge mehr anzunehmen, auf deren Motiv ich eigentlich keine Lust habe.

Ich bin ganztags berufstätig - schon immer. Ich muss nichts dazuverdienen, und das ist ein Luxus gegenüber den Profis, die davon leben müssen. Ich kann malen was ich will, wann ich will, ohne Zeitdruck oder Angst, dass der Kunde das Bild dann nicht mehr will.

Platz genug habe ich Gott sei Dank auch, zuhause und im Büro, und so lebe ich mit meinen Bildern. Ab und zu verschenke ich eines, ab und zu will jemand eines kaufen, und je nachdem, ob es mir leicht fällt, es herzugeben oder nicht, verkaufe ich es dann auch.

Aber ich mach mir null Stress damit - Malen ist meine zweite Liebe (meine erste ist mein Mann) und so soll das auch bleiben.

Für die große Malerkarriere bin ich eh zu alt, und wenn die die Existenzängste mancher Profis lese und höre, und den Stress, den die manchmal mit Terminarbeiten haben.... nein, das wäre nix für mich. Ohne zusätzlich Kurse zu geben, oder Bücher zu verfassen, könnten die meisten nicht überleben.

Also bin ich froh, einen Beruf zu haben, der mir (meistens) einigermaßen Spaß macht und meine Existenz sichert, und in meiner Freizeit male ich, wann immer ich kann.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich male für mich. Wenn das dann jemandem gefällt, der ein Bild zu einem angemessenen Preis kaufen will, schön. Wenn nicht, auch schön :grins:

Dann horte ich die Bilder weiter bei mir zuhause :winken:

Nach oben 27.07.2011, 11:49 Nach unten

Mischtechniken

Beitrag  Re: Was machen wir mit unseren Bildern?
Liebe Farbfreundin,
ich finde, das ist das Schöne an diesem Forum... solche Themen - wie dieses hier -
geben mir jedesmal einen Anstoß, mir selbst klarer zu werden, was ich eigentlich
brauche, um mich in meiner Haut und Umgebung wohl zu fühlen...
es läuft immer aufs selbe hinaus - ich brauche viel weniger als ich früher glaubte...
also, Platz machen, um Luft zu kriegen...

Danke für diesen Thread
:winken: camkar

Nach oben 27.07.2011, 11:50 Nach unten
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