"Das Zeichen der großen Kunst ist Mühelosigkeit." (Alberto Moravia)




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 Nächste Krise Öl oder Aquarell? 
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Öl

Beitrag  Nächste Krise Öl oder Aquarell?
Hallo!

Ich stelle euch mal ein halbfertiges Bild ein, mit Öl gemalt.

Dateianhang:
s_CIMG7807.JPG


Und dann bin ich vor einiger Zeit bei Fotos bearbeiten zufällig mal auf die Funktion "Automatisch anpassen" gekommen. Das klappt nicht bei allen Fotos, aber bei vielen. Sie werden heller und weicher.

Also so:

Dateianhang:
s_CIMG7807 (2).jpg


Und das zweite gefällt mir eigentlich besser.

Ich kämpfe schon seit letztem Jahr mit Helligkeit und Licht und schiele immer mal wieder neidisch auf Aquarelle, die dieses Licht in ihre Bilder bekommen. Öl ist irgendwie matt und schwer.

Was ich jetzt machen möchte ist das zweite Foto wieder als Vorlage nehmen und ausprobieren, ob man so auch in Öl malen kann oder ob ich dafür auf Aquarell umsatteln müsste.

Soll ich mir die Arbeit überhaupt machen oder gleich umsatteln? Weil man in Aquarelle mehr Licht bringt und weicher malt?

Wäre ich mit Aquarell besser dran bei dem was ich möchte?

Nach oben 26.05.2016, 15:02 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Nächste Krise Öl oder Aquarell?
Hier hat vor langer Zeit mal jemand Acryl und Öl verglichen, indem er das gleiche Motiv mit dem jeweiligen Medium gemalt hat....ich fand Ölfarben soooooo sanft und schööööön, ganz anders als das harte Acryl...*lach*
das zweite wirkt in der Tat weicher als das erste, aber die einzelnen Bildbereiche scheinen mir auch diffuser...ich könnte mir vorstellen, daß man das auch mit Öl hinbekommt, es ist vielleicht nur eine Frage der Technik und Farbwahl...wenn du z.B das Grau nimmst ist es auf dem zweiten einfach heller und nicht so genau abgegrenzt.
In Acryl würde ich erst die farbflächen ausarbeiten, ineinander übergehen lassen und zum Schluß mehr Details wie Fell oder Zaun einarbeiten...also wenn ich vom reinen Gucken ausgehe.... deinen Hund würde ich im Leben nicht hinbekommen, ich find ihn toll, auch in Öl!
Weiß nicht, ob das wirklich ne Hilfe ist, aber ging mir gerade durch den Sinn :grins:
Grüße
Eva :winken:

Nach oben 26.05.2016, 18:40 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Nächste Krise Öl oder Aquarell?
Hi Nicole,

Beitrag: Nächste Krise Öl oder Aquarell? - 26.05.2016, 15:02 Nicole hat geschrieben:
Was ich jetzt machen möchte ist das zweite Foto wieder als Vorlage nehmen und ausprobieren, ob man so auch in Öl malen kann oder ob ich dafür auf Aquarell umsatteln müsste.

Soll ich mir die Arbeit überhaupt machen oder gleich umsatteln? Weil man in Aquarelle mehr Licht bringt und weicher malt?


Wer sagt denn, dass Aquarelle mehr Licht bringen und weicher gemalt sind? Sehe das eigentlich andersrum bzw. ist auch immer eine Frage der Technik.

Möcht grad mal kurz was zu den Unterschieden sagen: Finde mit keinem anderen Medium bist du so vielseitig wie mit Öl. Du kannst matt malen, pastos oder lasierend leuchtend. Wenn mal was nicht hinhaut ist es übermalbar.
Aquarell und Öl haben die gleichen Farbpigmente. Aquarell trocknet auf dem Papier auf bzw. ins Papier ein während beim Öl die Farbpigmente in (meist) Leinöl gelöst sind und dieses auf der Leinwand auftrocknet.
Dadurch kannst du Schichten aufbauen, die auch physikalisch aufeinander aufbauen, und die Farbe wie bei keinem anderen Medium zum leuchten bringen.


Um Öl so aussehen zu lassen wie beim 2. Foto kannst du hingehen und sehr nass malen. Entweder mit viel Malmittel und wenig Farbe und/oder es kann auch gut helfen die Leinwand mit Malmittel oder Leinöl einzupinseln. Dadurch fließen die Farben besser auf- und ineinander und sind sehr leicht zu malen. Da fängt man recht nass an und wird, wenn man über die erste Schicht malen will, dann immer trockener. Dazu noch einen Vertreiberpinsel, eventuell einen Lasurpinsel für feinere Stellen und für große Flächen einen Puderpinsel (aus der Drogerie).


Liebe Grüße Thorsten :winken:

Nach oben 26.05.2016, 18:46 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Nächste Krise Öl oder Aquarell?
Danke für eure Antworten! :-)

Thorsten, wenn ich die Leinwand mit Leinöl einpinsel und drübermale, trocknet mir das dann auch? Ich habe mal bei einem Bild Leinöl in die Farbe und das hat, ich meine 2 Jahre gedauert, bis es nicht mehr so geglänzt hat. (manch einer erinnert sich vielleicht hier noch an das Bild :grins: Kann mir wer helfen? )

Nach oben 26.05.2016, 19:51 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Nächste Krise Öl oder Aquarell?
Das Leinöl trocknet, aber langsam. Das wird genommen als Trockenverzögerer, damit du länger Nass in Nass malen kannst. Wenn man nur Leinöl aufträgt bedarf es etwas Erfahrung (ganzganz dünn und überschüssiges Öl wieder mit Tuch entfernen).
Einfacher ist es noch, Leinöl mit Balsamterpentinöl zu verdünnen (ca. 1-3 bis 1-4 Leinöl zu Balsamterpentin) und diese Mischung zu nehmen. Riecht in aller Regel ein wenig aber läßt sich gut malen und bleibt auch mehrere Tage malbar. Wenn du mit Schichten malen möchtest dann noch etwas Dammarharz dazugeben. Das läßt die Farbe, wenn sie dünn war, meist innerhalb 1-3 Tage trocknen.

Meine Leinwände streich ich vorm ersten Strich eigentlich immer mit Malmittel ein, das ich aus Balsamterpentin, Leinöl und Dammar selbst mische (das mach sogar gar nicht mal so dünn drauf, die Grundierung zieht einiges weg davon).
Da läßt sich mit ganz wenig Farbe sehr toll malen und man kriegt auch schön dieses nasse Aussehen hin.
Bei den nächsten Schichten feuchte ich in aller Regel die Flächen auch mit dem Malmittel an bevor ich da male (außer bei reinen Lasuren, da ist beim Einpinseln schon Farbe drin und die Schicht damit fertig).

Wenn du sehr dick oder/und ohne Malmittel malst, braucht die Farbe echt lange um zu trocknen. Damit kriegst du aber deinen gewünschten Effekt nicht so gut hin.
Matte Stellen kriegst du später beim Firnissen weg, meist reicht auch auch nochmal dünn mit Malmittel drübergehen.


LG Thorsten :winken:

Nach oben 26.05.2016, 23:37 Nach unten

Aquarell, Gouache, Acryl

Beitrag  Re: Nächste Krise Öl oder Aquarell?
Nicole, wenn dich Aquarell anspricht, dann versuche es damit! Stell dich nur auf eine lange Eingewöhnungsphase ein und gib nicht auf nach dem ersten Bild. Dieser Stil Aquarell, der dir vorschwebt lebt nämlich von "Zufällen", wenn man Farben fließen lässt - und bis einem das so gelingt, dass der Zufall etwas einigermaßen Brauchbares produziert, bis dahin bedarf es einer menge Zeit und Übung.

Nach oben 29.05.2016, 08:03 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Nächste Krise Öl oder Aquarell?
Danke noch für eure Antworten. Ist das schon wieder 1 Monat her? :shock: Na ja, wir haben Heu gemacht die letzte Zeit, da rennt die Zeit wohl doppelt.

Danke Silvia, dass du das schreibst. Aquarell interessiert mich schon länger, ich merke, das zieht mich an. So wie Öl auch. Aber nachdem was Thorsten geschrieben hat, werde ich wohl erstmal noch weiter bei Öl bleiben. Und mich, sobald ich wieder bei dem Hundebild bin, mal an ihn wenden. Vielleicht verrät er mir, wie ich die Farben leuchtend bringe. :-) Hallo Thorsten?! :winken:

Im Moment habe ich aber das Hundebild weggelegt, springe zwischen mittlerweile fast 20 angefangenen Bildern hin und her. Zumindest bin ich grad dran ein paar fertig zu stellen. Dann kommt wieder eine Phase, wo mich unsere Politik so fertig macht, dass ich gar nicht mehr malen möchte. Wie die ersten 4 Monate dieses Jahr. Und dann sind wieder meine Tiere zu arbeitsintensiv.

Insgesamt ist das aber so okay. Man wurschtelt sich so durch und ab und zu kommt nebenbei auch ein gemaltes Bild zum Vorschein. :D

(Ich glaube ich möchte Thorsten hier gerade erklären, warum ich mich nicht gleich bei ihm melde. :wink: )

Nach oben 03.07.2016, 11:01 Nach unten

Aquarell

Beitrag  Re: Nächste Krise Öl oder Aquarell?
Hallo Nicole,
ich aquarelliere jetzt seit 5- 6 Jahren. Von den anderen Medien verstehe ich nicht viel. Mein Thema ist das Licht.
Die Lichtwirkung findet nicht auf dem Papier statt, sondern im Kopf, weil unser Gehirn aber auch wirklich alles interpretiert und nur etwas erkennen kann, wenn es interpretiert. So interpretiert es auch das weiße Papier als Licht, wenn ...
... Konturen einen strahlenförmigen Verlauf haben
... die passenden Farben benutzt werden
.... mit Unschärfe gearbeitet wird, also keine harten Konturen zu sehen oder diese wenigstens immer wieder "aufgelöst" werden.
.... wenn die dunklen Lasuren um die hellen angelegt worden sind (negatives Aquarell)
... Farben und Helligkeitswerte graduell verlaufen.

Ich kann nichts über die Acryl- oder Ölmalerei sagen, aber ich denke, dass es nicht vom Material abhängt sondern von der Malweise, wie sehr diese Punkte beachtet werden.
Der einzige Vorteil der Aquarellmalerei ist dabei, dass in der wet-in-wet Malerei die Farben und Helligkeitswerte im Wasser sich stufenlos miteinander mischen.
So weit ich das in der Acrylmalerei sehe, werden oft die Konturen durchgehend gemalt, so dass sich unser Gehirn "sagt": Solange ich noch etwas erkennen kann, kann es nicht so hell sein.
Ich hoffe ich habe dir in der Kürze etwas weiterhelfen können.
LG Thomas

Nach oben 22.09.2016, 17:27 Nach unten

Öl

Beitrag  Re: Nächste Krise Öl oder Aquarell?
Hallo Nicole,
ja ich sehe es auch wie Thorsten : mit Öl hast du sehr viele verschiedene Möglichkeiten. Ein Ölbild in vielen dünnen Lasuren gemalt kann wunderbar leicht, transparent und leuchtend wirken.
Dagegen wirkt jede Farbe die mit weiss gesmischt wird sofort stumpf und "tot". Möglicherweise könnte auch das eine Ursache sein warum du die Leuchtkraft im Bild vergeblich suchst. ( Ok, gerade bei Grautönen ist es natürlich am Schwierigsten es zu erreichen. ) Du könntest reine ,gute Pigmente ohne Beimischung ausprobieren, mit dem Leinöl und Malmittel so wie Thorsten beschreibt, odr??
LG Lilla

Nach oben 22.09.2016, 20:51 Nach unten
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