"Ich male, was ich sehe, und nicht, was andere zu sehen belieben." (Edouard Manet)




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 Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern 
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Beitrag  Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
Ich weiß nicht, ob Ihr dieses Problem kennt, aber mir geht es häufig so, dass ich bestimmte Sachen wie Fehler in Perspektive oder Bildwirkung nicht beurteilen kann, so lange ich zeichne oder male (auf Schoß oder Tisch). Meistens gerate ich auch in einen Malrausch, sodass ich das Bild meist erst nach ein paar Stunden aus der Entfernung betrachte und dann feststelle, dass Fehler drin sind oder die Bildwirkung nicht gut ist. Manches lässt sich noch ausbessern, anderes nicht. Manchmal kann das ärgerlich sein.

Wie macht Ihr das? Könnt Ihr Eure Bilder auch vor der Nase beurteilen oder unterbrecht Ihr den Mal/Zeichenfluss und tretet in verschiedenen Abständen vom Bild zurück, um es zu beurteilen?

LG
Anasuna

Nach oben 08.07.2015, 18:47 Nach unten

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
Ich unterbreche hi un da und zeige das Bild dem Spiegel. Dies finde ich eine sehr gute Sache, denn so erkennt man rasch viele Unstimmigkeiten.

Mal schauen, wie die anderen vorgehen :grins:

Nach oben 08.07.2015, 18:50 Nach unten

Polychromos,Bleistift

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
Huhu Anasuna,
Ja mir geht das ständig so.Meißtens sehr ich es wirklich erst,wenn ich es lange weggelegt habe.Mich ärgert das immer wieder.Vor allem,wenn ich beim zeichnen alles für gut befinde.

Nach oben 08.07.2015, 18:54 Nach unten

Tusche

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
Es kommt immer drauf an....
wenn ich im Rausch bin, bin ich im Rausch, dann interessiert mich auch nicht, was dabei rauskommt. Meistens sind die Sachen dann anders als geplant, aber trotzdem oder besser gesagt gerade deswegen richtig gut.
Wenn ich so meine Zeichnungen mache, also irgendwas Blumiges dann schaue ich doch recht genau nach der Vorlage und das andauernd, bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Ich lege die Zeichnung gezielt nach 2 h beiseite und schau sie mir dann am nächsten Tag an. Wenn ich dann was entdecke was für mich spannend ist, wird ohne Vorlage weitergezeichnet.
Nun ich bin niemand, der Wert auf 100 % Übereinstimmung legt. Für mich ist Ausdruck und Ausstrahlung wichtiger.

LG Christine

Nach oben 08.07.2015, 19:11 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
Ich kenne das Problem, ganz besonders auch bei größeren Formaten, wenn sie flach vor mir auf dem Tisch liegen, beim Malen. Die schon erwähnten Vorgehensweisen können helfen, ansonsten gilt das Sprichwort: "Übung macht den Meister."

LG, Claudia

Nach oben 08.07.2015, 20:43 Nach unten

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
Vielen Dank für Eure Antworten, es scheint, als müsse da jeder seinen eigenen Weg finden. Ich habe früher immer nur drauf losgemalt, manche Bilder wurden gut, viele aber auch nicht. Deswegen habe ich jetzt angefangen, mich doch ein wenig mit Technik auseinanderzusetzen, um 100%ige Übereinstimmung geht es mir dabei auch nicht, aber ich möchte das Ergebnis doch etwas mehr kontrollieren können als zu früheren Zeiten, in denen es mir in erster Linie ums Austoben ging. :rofl:

Ich werde das mit dem häufigeren Weglegen und auch das mit dem Spiegel einmal ausprobieren, bin gespannt, ob dadurch die Qualität steigt.

LG
Anasuna

Nach oben 08.07.2015, 22:08 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
ich kenne dies auch; manchmal erkenne ich den Fehler erst am PC... wenn ich z.B. der Step am PC schreibe.

Oder auch andere Details; bei meinem ersten Spiegelei sah ich nicht, dass versteckt ein Teekrug die Form gab; dies hat ein Besucher bei meiner Vernissage entdeckt; beim zweiten malte ich dann absichtlich eine Fischform.

Oder vor langer Zeit hatte ich einen Auftrag, einen jungen Hund zu malen. Ich sah nicht, dass ich darunter noch Schatten sein muss, damit der Hund nicht 'fliegt'. Dies wurde mir dann im Forum sachte mitgeteilt und ich konnte dies noch beheben.

Oft male ich nach Referenzfotos, da kann man die Perspektive nachmessen. Wenn ich frei male, habe ich an der Staffelei einen Perspektivenmesser montiert; das hilft beim Malen.

Nach oben 08.07.2015, 22:13 Nach unten

Aquarell, Acryl + Stift

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
Ja, kenn ich auch... und das obwohl ich beim Arbeiten schon immer munter durch die Gegend hüpfe und mit etwas Abstand von allen Seiten schaue... manchmal lege ich Bilder dann beiseite und arbeite nicht weiter; Monate später finde ich sie dann wieder und denke mir, daraus lässt sich doch noch was machen. Dann hilft mir der Abstand, Fehler zu erkennen, zu beheben oder eine andere Lösung für ein Bild zu finden, bei dem etwas nicht stimmt; es gibt da übrigenz ganz tolle Methoden, Bilder zu 'recyceln'. Das beginnt beim Übernmalen mit anderen Techniken bis hin zu auseinander schneiden und neu zusammenstellen... weiß gar nicht, ob es dazu hier bereits einen Beitrag gibt, wäre vielleicht mal ganz interessant...
sg

Nach oben 09.07.2015, 08:45 Nach unten

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
Was ist ein Perspektivmesser, Susanne? Ich habe ein wenig was über Fluchtpunkte gelesen, wobei die manchmal gar nicht so leicht zu erkennen sind bei komplizierteren Bildern.

Das wäre eine gute Idee, Sorex, ich hebe meine Skizzen oder die vermurksten Sachen auch meist auf, weil ich denke, irgendwann kann man vielleicht noch einmal was draus machen.

LG
Anasuna

Nach oben 09.07.2015, 08:55 Nach unten

Bleistift

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
ich fotografiere zwischendurch meine Zeichnung und lege sie am PC mit dem Original neben einander und setze mich ungefähr 30-50cm weg und vergleiche.so erkenne ich alle abweichungen.
LG Mario :winken:

Nach oben 09.07.2015, 09:49 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
Beitrag: Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern - 09.07.2015, 09:49 mahony67 hat geschrieben:
ich fotografiere zwischendurch meine Zeichnung und lege sie am PC mit dem Original neben einander und setze mich ungefähr 30-50cm weg und vergleiche.so erkenne ich alle abweichungen.
LG Mario :winken:

hallo Mario,

mit einem Photoshop-Programm könntest du die Zeichnung und das Original übereinander legen; dann fällt die Differenz noch schneller auf - :mhh: aber vielleicht auch zu genau

Nach oben 09.07.2015, 10:18 Nach unten

Bleistift

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
das ist aber nicht immer sinnvoll liebe susanne und schon garnicht wenn ich vorhabe es nicht 1:1 zu kopieren :grins: .für mich sind nur bestimmte Bereiche ausschlaggebend.Ich zeichne ja Freihand ohne Raster oder zu messen etc.Bei Menschen oder Tiere gibt es immer etwas besonderes was ich so besser herrausfiltern kann.Der Gesamteindruck muss passen, und durch diese Methode hat man schnell ale Dinge erfasst die wichtig sind.
LG Mario :winken:

Nach oben 09.07.2015, 10:26 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
Beitrag: Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern - 09.07.2015, 08:55 Anasuna hat geschrieben:
Was ist ein Perspektivmesser, Susanne? Ich habe ein wenig was über Fluchtpunkte gelesen, wobei die manchmal gar nicht so leicht zu erkennen sind bei komplizierteren Bildern.



Hallo Anasuna,

der Perspektivenmesser habe ich erfunden. Ich kann an meine Staffelei Eisenwinkel anschrauben - und so mit einem Faden die Perspektive :logisch: oder auch Licht und Schatten bemessen.

Nach oben 09.07.2015, 10:33 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
hier habe ich noch ein altes Foto, wie ich den Schatten bemesse. Wenn ich 2 Eisenwinkel anschraube, kann ich die Perspektive messen.

Nach oben 09.07.2015, 10:38 Nach unten

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
Das ist ja ne coole Idee, Susanne, ich nehme immer Stift, Feder oder Pinsel zum Messen, wenn ich mal messe. :D :rofl:

LG
Anasuna

Nach oben 09.07.2015, 11:07 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
hier habe ich noch eine andere Variation eines Perspektivenmessers. Dies eignet sich nur für kleine Bilder...

Nach oben 09.07.2015, 12:20 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
nebenbei; die Stange beim obigen Bild ist eine Gewindestange --> so rutscht auch ein Faden nicht nach belieben.

Nach oben 09.07.2015, 12:22 Nach unten

Acryl, Zeichnen, Aquarell

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
ich brauche auch räumlichen und zeitlichen Abstand. Aber ich finde es manchmal auch nicht so schlimm wenn etwas nicht stimmt. Wenn der Malrausch da ist, dann ist mri der wichtiger als alles "richtig" zu machen.

Wenn ich eien Fotovorlage habe, hilft es mir auch die Vorlage und das Gemalte auf den Kopf zu stellen.

Nach oben 09.07.2015, 12:39 Nach unten

Acryl, Bleistift, Farbstifte

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
Den Malrausch kenne ich auch und hinterher frage ich mich, wieso habe ich das nicht gesehen. Meine Methoden sind, dass ich mal mindestens 5 Meter weggehe und von Weitem schaue, oder ich fotografiere das Bild ab und schaue mir das Foto an. Das Bild in den Spiegel zu halten, finde ich auch hilfreich. Wenn ich irgendwelche Details gar nicht hin bekomme, drehe ich das Bild auf den Kopf, beim Zeichnen male ich dann die Negativräume. Wenn gar nichts mehr hilft, hole ich mir die Rückmeldung von anderen, auch Laien helfen oft.

Nach oben 09.07.2015, 12:51 Nach unten

Aquarell, Acryl, Seide, Brandm

Beitrag  Re: Blöde Frage zur Beurteilung von Bildern
Mir geht es auch so das ab und zu was hinten und vorne nicht stimmen will, vorallem Kollegen weisen einen dann zurecht in der Realen Welt, den Besuchern der Ausstellungen fällt das oft nicht auf, da es "Ottonormalseher" sind. Wenn ich aber einen Fehler wärend des malens bemerke versuche ich ihn zu beheben, es hilft auch gerne mal das Bild kurz an das andere Zimmerende zu stellen raus gehen aus dem Zimmer irgendwas aufräumen, dann wieder rein und nochmal drauf sehen das man einen anderen Blickwinkel hat, dann fallen gerne solche Sachen auf.

Nach oben 09.07.2015, 15:25 Nach unten
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