"Ich kenne noch keine bessere Definition für das Wort Kunst als diese: Kunst - das ist der Mensch." (Vincent van Gogh)




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 Lasur über leichte Impastos mit Medium 
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Beitrag  Lasur über leichte Impastos mit Medium
Hallo!

Mein nächstes Ölbild ist fertig und ich habe gemerkt, dass die Farben etwas zu kalt sind (Habe Abends mit einer Lampe gearbeitet die zu warmes Licht gespendet hat und somit die Farben auf der Mischpalette verfälscht hat).

Meine Idee ist, nach 1-2 Wochen eine großflächige Lasur eines transparenten Ockers über das Bild zu legen. Zwei Möglichkeiten die ich habe:

- Farbe mit Schminckes Leinöl als Medium auftragen.
- Farbe mit Schminckes Lasurmedium auftragen (Enthält: Standöl, Dammar, Testbenzin, etc)

Ist dann die aufgetragene Farbe fett genug (siehe Regel: fett über mager) selbst für die leichten Impastos (maximal Stellenweise nur einen halben Milimeter dick)?

Grüße,
dness

Nach oben 06.03.2015, 10:33 Nach unten

Acryl + Öl

Beitrag  Re: Lasur über leichte Impastos mit Medium
ich würde mit einem Lappen wenig Öl über das Bild verteilen - und deine Lasur darauf malen.

Wenn das Bild durchgetrocknet (= mit dem Sauerstoff der Luft verharzt) ist, dehnt sich die Farbe nicht mehr aus, somit gibt es keine Risse mehr.

Nach oben 06.03.2015, 11:27 Nach unten

Beitrag  Re: Lasur über leichte Impastos mit Medium
Susanne:
Bis das Bild "durchgetrocknet" ist, dauert es viele Monate. Gerade Titanweiß lässt sich da sehr viel Zeit.

Die Ockerlasur über die Titanweiß-Passagen würden z.B. schneller trocken sein als die tiefere Titanweiß-Schicht: Risse-Gefahr. Wischfest heißt ja nicht -> durchgetrocknet. Im Inneren arbeitet das Bild noch sehr lange weiter.

Nun frage ich mich halt ob es die Lasur mit eine der beiden von mir genannten Varianten ausreicht um fetter zu sein als die untere Schicht. Das Optimalste überhaupt wäre nach vielen Monaten die Lasur aufzutragen nur will ich nicht so lange warten.

Nach oben 06.03.2015, 12:03 Nach unten

Beitrag  Re: Lasur über leichte Impastos mit Medium
Nun, "fett" bezieht sich doch auf den Ölgehalt, weniger auf die Schichtdicke, oder?

Nach oben 06.03.2015, 18:41 Nach unten

Beitrag  Re: Lasur über leichte Impastos mit Medium
Beowulf:
Ja der Ölgehalt.
Ein Impasto hat aber natürlich mehr Ölgehalt als eine dünn aufgetragene Schicht, von daher muss die Lasur die ich vorhabe doch deutlich fetter/ölhaltiger sein als das Impasto, wenn ich mich nicht täusche.

In der Traditionellen Lasurenmalerei werden Impastos wenn, dann am Schluss gesetzt, hier versuche ich es es andersherum.

Nach oben 06.03.2015, 19:03 Nach unten

Beitrag  Re: Lasur über leichte Impastos mit Medium
Sorry dass ich erst so spät antworte, aber: Der (relative) Ölgehalt ändert sich nicht durch die Schichtdicke, da zwar insgesamt mehr Öl an der Stelle ist, aber auch deutlich mehr Pigmente. Und da kommts auch stark aufs Pigment an.

Das alles ist schwer zu beantworten, da vor allem Leinwandgemälde auch von unten mit durchtrocknen.

Beitrag: Re: Lasur über leichte Impastos mit Medium - 06.03.2015, 19:03 dness hat geschrieben:
In der Traditionellen Lasurenmalerei werden Impastos wenn, dann am Schluss gesetzt

Jein. Das was du meinst sind wohl die hellsten Lichtpunkte, die am Schluss aufgesetzt werden. Aber Lasuren unter richtigen Impastos haben wohl noch nie so richtig Sinn gemacht. Das früher viel genutzte Bleiweiß wirkte auch als Sikkativ, ganz anders als Titanweiß. Daher kann man nur schwer Parallelen von heute zu traditionellen Maltechniken (mit selbstangeriebenen Farben) ziehen.

Zu diesem Thema ist vielleicht auch dieser Link für dich interessant: Doerners Mischtechnik: Der verharzte Mythos

Nach oben 09.03.2015, 20:58 Nach unten

Beitrag  Re: Lasur über leichte Impastos mit Medium
Danke Beowulf für die Antwort.

Ich mache mir da teilweise schon zu viele Gedanken mit dem Ölgehalt etc. Ich habe vor zwei Jahren mal eine dicke 2mm Impastoschicht Öl auf Malpapier(von hinten durchtrocknen nicht möglich) aufgetragen und dann eine Woche später mit eine dünne Lasur auf diese Schicht gelegt. Ich warte noch heute auf Risse... Schon komisch weil man überall liest wie gefährlich es ist die Fett auf Mager-Regel zu missachten.

Ich werde jetzt so verfahren die Fläche mit Leinöl dünn zu benetzen und mit dem Lasurmedium die Farbe dünn aufzutragen.


Beowulf hat geschrieben:
Jein. Das was du meinst sind wohl die hellsten Lichtpunkte, die am Schluss aufgesetzt werden. Aber Lasuren unter richtigen Impastos haben wohl noch nie so richtig Sinn gemacht.

Ja, die Lichtpunkte meine ich. Und es ist halt einmalig eine Notlösung die ich hier vorhabe bzg. Lasur über Impastos.

Nach oben 10.03.2015, 17:43 Nach unten

Beitrag  Re: Lasur über leichte Impastos mit Medium
Beitrag: Re: Lasur über leichte Impastos mit Medium - 10.03.2015, 17:43 dness hat geschrieben:
Ich habe vor zwei Jahren mal eine dicke 2mm Impastoschicht Öl auf Malpapier(von hinten durchtrocknen nicht möglich) aufgetragen und dann eine Woche später mit eine dünne Lasur auf diese Schicht gelegt. Ich warte noch heute auf Risse...

Warum sollte auf Malpapier ein Durchtrocknen von hinten nicht möglich sein? Und wie ich schon sagte, die Dicke der Farbschicht ist bei der Fett-auf-Mager-Regel nicht unbedingt wichtig. Durch Leinöl und Lasurmedium wird die dünne Lasur derart fett, dass sie nicht unbedingt schneller durchtrocknen muss als die darunter liegende Impasto-Schicht. Wichtig ist halt, dass die darunter liegende Schicht gut durchgetrocknet ist bevor der neue Auftrag erfolgt.

Aber man muss zugeben, dass selbst manche Alla-Prima-Gemälde heute deutlich mehr Risse und Gilbungen zeigen als so manch altmeisterlich gemaltes Bild, obwohl die altmeisterlichen Bilder deutlich älter sind. Das verdeutlicht nur, wie wichtig die Qualität der Ausgangsmaterialien ist und über den Schichtaufwand alter Gemälde doch einige Mythen existieren.

Nach oben 10.03.2015, 21:36 Nach unten
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