"Die einzig wahre Quelle der Kunst ist unser Herz, die Sprache eines reinen kindlichen Gemütes." (Caspar David Friedrich)




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 Was versteht man unter digitalem Zeichnen ? 
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Beitrag  Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Meine Skizzen, bevor sie hübsch werden oder: warum digitale Zeichnungen auch Kunst sind
Es folgt ein kleiner (hoffentlich informativer) Einblick ins digitale Zeichnen

„Ich kann mit dieser Computermalerei so gar nix anfangen. Ich weiß weder, wie es geht noch, ob es da auch Können zu braucht - ich weiß es einfach nicht ... sorry. Wenn es ein gemaltes Bild im herkömmlichen Sinn wäre, würde ich es mögen“ (Sinngemäß wiedergegeben) :helpbook:

Dieser Kommentar hat mich traurig gestimmt. Anscheinend wissen einige unsrer Kritzler nicht, was sie von digitaler Kunst halten sollen oder was das überhaupt ist. Dementsprechend gering ist auch das Interesse daran. Für meine Zeichnungen, an denen ich oft mehrere Wochen gesessen, intensiv gezeichnet habe und auf die ich nach der Fertigstellung unheimlich stolz war, erhalte ich oft nur drei Antworten. Für mein letztes Bild habe ich sogar überhaupt keine Rückmeldung erhalten. :bibber:
Aus diesem Grund möchte ich euch hier einen kleinen Einblick in die digitale Kunst geben, in der Hoffnung, dass es euch hilft, digitale Bilder aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

„... ob es da auch Können zu braucht ...“ Das ist schnell geklärt. Um digital zeichnen zu können braucht es die selben Kenntnisse, wie für eine normale Zeichnung (Propotionen, Farbverhältnisse, Lichteinflüsse, Kompositionen, Perspektiven).
Es ist offenbar nicht ganz geklärt, wie man sich den Zeichenprozess vorzustellen hat.
Das ändert sich hoffentlich gleich ...

Wie zeichnet man mit einem Grafiktablett ?
(Erbitte einen Blick auf Bild 1)
Das ist mein Schreibtisch in meiner Sommerresidenz ( Ein Zimmer unter dem Dach, in das ich mich im Sommer verkrieche :mrgreen: ). Das Silberne unten in der Mitte ist mein Grafiktablett, mein kleines Bamboo. Man bekommt es für ungefähr 80€, es gibt aber auch Günstigere (ab 30€).
Hier beginnt der erste Unterschied zwischen dem digitalen und dem „analogen“ Zeichnen. Meine Zeichenfläche ist auf einen Bereich von der Größe eines DIN A6-Blattes begrenzt ( :lehrer: für ein besseres Gefühl dieser Größe ein DIN A4-Blatt in der Mitte zwei mal falten).
Man kann es sich wie das Mousepad eines Laptops vorstellen. Alles, was ich zeichne, muss ich mit dem Stift (der auf dem Foto in einer Lasche links am Grafiktablett befestigt ist) eingeben. Der Computer projiziert es dann auf den Bildschirm.
Man zeichnet somit an einer Stelle, den Strich sieht man aber an anderer Stelle. Das bedeutet, dass man halb-blind zeichnet. Ich hoffe es ist verständlich.
Man muss während des Zeichnens auf den Monitor blicken und kann nicht kontrollieren, was die eigene Hand macht. Daran muss man sich gewöhnen und darf sich nicht abschrecken lassen, wenn die ersten Versuche aussehen, wie von einem Grundschüler geschrieben.
Nicht nur die ungewohnte Hand-Augen-Koordination, sondern auch der ungewohnte Stift machen einem Anfangs zu schaffen und erschweren das Zeichnen.

(Bild 2)
Der Stift erkennt zwar bis zu einem gewissen Grad, wie fest man aufdrückt, man kann aber immer nur einstellen, ob der Stift bei unterschiedlichem Druck hell-dunkel ODER dick-dünn zeichnet. :schreiben: Beides gleichzeitig funktioniert, zumindest in dieser Preisklasse, leider nicht. Des Weiteren erkennt das Tablett keine Neigungswinkel. Das Zeichnen ist also ein ganz Anderes, als auf Papier, es hat strenge Grenzen und damit Umzugehen ist Gewöhnungssache.
Wenn man aber erst den Dreh raus hat, so erkennt man die vielen Vorteile, die einem die digitale Kunst bietet.

Wie oft konnte ich eine Zeichnung nicht mehr ausbessern, weil ich schon so oft radiert habe, dass sich das Papier auflöst? Wie oft habe ich mir gewünscht, das Bild vergrößern zu können, um bestimmte Stellen detailreicher ausarbeiten zu können? Wie oft habe ich etwas verändert und mir gewünscht, ich könnte diese Veränderung rückgängig machen? Mit dem Computer ist das alles möglich. :freu:

Unterschiede und Vorteile des Digitalen im Vergleich zum "klassischen" Zeichnen
Die Anfertigung einer digitalen Zeichnung anhand eines Beispiels

( :lehrer: Was man hier unten als Text lesen kann, habe ich durch eine Bildreihe noch einmal veranschaulicht, siehe Bild 3 - 16)
Durch die Möglichkeit, mehrere Ebenen anzulegen, auf denen man voneinander unabhängig zeichnen kann und diese im Nachhinein übereinander legen kann ( :lehrer: Als würde man auf durchsichtigen Folien zeichnen und diese am Ende übereinander legen), ergeben sich völlig neue Arten, an die Komposition eines Bildes heranzugehen.
Ich muss nicht zuerst den Hintergrund malen, nur um dann zu merken, dass für einen Vordergrund kein sinnvoller Platz auf dem Bild ist. Wenn ich ein Element versehentlich zu groß gezeichnet habe, kann ich es digital verkleinern und verschieben. (Das geht natürlich nur, wenn ich für dieses Element eine separate Ebene angelegt habe.)

Als „schummeln“ würde ich das jedoch nicht bezeichnen, vielmehr ist es eine Eigenart dieses Mediums, dass die bereits erwähnten und noch folgenden Nachteile ausgleicht.
Was auf sich auf den ersten Blick nicht ganz erschließen lässt, ist die Tatsache, dass man auf diese „Schummeleien“ angewiesen ist, um ein wohlproportioniertes Bild möglich zu machen.

Wenn ich ein Blatt Papier oder eine Leinwand mit den Maßen A2 habe, so hat dieser Maluntergrund auch diese Maße. Wenn ich ein digitales Blatt Papier oder eine digitale Leinwand habe, so bin ich dennoch auf die Größe meines Monitors beschränkt. Wenn der Monitor beispielsweise 17“ hat, so ist er 21cm hoch und 38cm breit. Wenn ich das Blatt hochkant bemalen möchte, so kann ich den Bildschirm auch nicht einfach umdrehen.
Man ist demnach darauf angewiesen, das Bild vergrößern zu können. Wenn ich mit dem aus meinem Beispiel verwendeten 17“ Bildschirm ein Bild von der Größe DIN A2 bemalen möchte und es mir in Originalgröße ansehen möchte, so sehe ich von den (wenn ich mich nicht verrechnet habe) 28“ Bilddiagonale geschlagene 11“ weniger. (Wenn ich erneut richtig gerechnet habe) kann man in Originalgröße ca 60% des Bildes sehen (Wenn man es Quer hält). Um es komplett sehen zu können muss man es verkleinern, dann kann man aber nicht mehr daran arbeiten, weshalb man es wieder vergrößern muss.

Digital zu zeichnen ist somit sehr unübersichtlich. :sterne: Man hat zu keiner Zeit einen Gesamtüberblick über sein Bild. Wenn ich einen Menschen zeichnen möchte, kann ich die Proportionen schlecht abschätzen, ich sehe zunächst nur den Kopf, kann dann das Bild verkleinern, bis ich den Oberkörper gezeichnet habe und verkleinere es dann noch mal für den Unterkörper. Dann erst sehe ich, ob ich im wahrsten Sinne des Wortes einen blinden Treffer erzielt habe.
Das klingt jetzt alles sehr kompliziert aber auch daran gewöhnt man sich. Das Gute daran ist ja, wenn man sich bei den Proportionen doch verschätzt hat, so kann man so oft radieren, wie man möchte und gegebenenfalls einen Arm markieren und diesen einzeln verkleinern, bis er passt.
Man kann auch so viele Farbschichten übereinander legen, wie man möchte ohne, dass sie sich vermischen. Das hat aber nicht nur Vorteile. Hübsche Farbverläufe sind sehr kompliziert herzustellen und mit viel Arbeit verbunden, eben da sich die Farben nicht mischen. Man muss für jeden kleinen Farbabschnitt, der auf Papier schön fließend ineinander über geht eine neue Farbe „anmischen“. Egal, wie viele es sind, es wird immer „abgehakt“ wirken, nie wirklich schön fließend.
Auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit ein Bild digital aufzuhellen oder abzudunkeln, ihm die Farbsättigung zu nehmen oder es einzufärben.
Rundum hat das Zeichnen am PC Vorteile und Nachteile, wie jedes andere Zeichen- und Malmedium auch.

Am Besten fasse ich noch einmal kurz zusammen (und habe noch ein paar Argumente hinzugefügt)

NACHTEILE
- Man zeichnet nicht dort, wo man das Bild sieht
- Der Stift hat Grenzen, was die Druckerkennung und den Neigungswinkel angeht
- Man muss das Bild vergrößern um daran zeichnen zu können, was zu einer Unübersichtlichkeit führt
- Farbverläufe und die Imitation anderer Medien (Bleistift, Aquarell, Acryl) sind schwierig
- Man sitzt häufig viel länger daran, als an einem vergleichbaren analogen Bild auch, weil manche Funktionen nur mit einem bestimmten Programm möglich sind und man dann kompliziert die Formate ändern muss

VORTEILE
- Es spart und Platz, einfach den PC einzuschalten und losmalen zu können. (Für mich ist es Ideal, denn ich habe ein sehr kleines Zimmer, in dem ich weder eine Staffelei aufstellen kann, noch eine große Auswahl an Farben, Stiften und Pinseln aufbewahren kann. )
- Da wir Schüler und Studenten bekanntlich nie Geld haben, ist das Grafiktablett eine günstige Alternative
- Man kann radieren ohne Streifen zu hinterlassen, hat immer alle Farben denen man die Sättigung nehmen kann, kann sich mehrere Ebenen anlegen
- Man kann einen Zeichenabschnitt rückgängig machen
- Man ist nicht auf einen strengen Arbeitsablauf beim Aufbau des Bildes beschränkt (man kann zunächst den Vordergrund und danach den Hintergrund zeichnen)
- Die Farbe muss nicht trocknen!


Ich hoffe, irgendjemand hat sich diesen „kleinen“ Einblick in die digitale Kunst durchgelesen und betrachtet digitale Bilder nun mit einem anderen Vorwissen. Wenn irgendwelche Fragen auftreten, nur her damit.
Ich würde mich unheimlich freuen, wenn ich mit diesem Text den ein oder anderen dazu bringen könnte, es einmal selbst auszuprobieren.
Denn wenn man das Gefühl, digital zu zeichnen nicht einmal selbst gespürt hat, so kann man die Faszination dafür und die Arbeit nicht vollkommen nachvollziehen. :tv:


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Bild 3: Ich fertige eine Skizze meines Bildes an (in "Photoshop Elements 9") :schreiben:
Bild 4: Ich nehme die Deckkraft runter (die Striche werden heller), lege eine neue Ebene an und fahre nur die Linien nach, die ich nachher verwenden möchte
Bild 5: Ich konvertiere das Bild über mehrere Umwege in ein anderes Format, um mit einem anderen Programm ("Art Rage 3") weiter zeichnen zu können. Dann male ich die Dame mit grundlegenden Farben an. Teilweise arbeite ich hier mit dreifacher Vergrößerung (300%). Bild 5 zeigt das Bild in einer Größe von 17%.
Bild 6: Ich beginne, die Haut mit Strukturen und Farben zu füllen. Für dieses Bild habe ich das Programm gewechselt, um die Strukturen eines Pinselstriches zu simulieren. Hier zu sehen ist ein Bildausschnitt der Originalgröße (100%) Es sieht noch nicht wirklich nach menschlicher Haut aus :mhh:
Bild 7: Ich lege eine neue Ebene an und male mit verschiedenen Rosatönen über die Haut
Bild 8: Ich nehme der Ebene die Deckkraft (auf 35%), sodass die Farbe der darunter liegenden Schicht hindurch schimmert. Die Haut ist schon viel schöner!
Bild 9: Weiter geht es mit Mund, Augen, Kleidung, all das dauert seine Zeit. Fertig ist die Figur, Linien ausblenden, nun zum Hintergrund
Bild 10: Erst einmal grundieren
Bild 11: Nun zum Plan, wie soll der Hintergrund denn aussehen?
Bild 12: Das eigentliche Problem sind die Zapfen. Sie haben sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Wenn man genau hinsieht merkt man, dass ich einfach nur vieeele verschiedene Farbschichten übereinander gelegt habe. Mit diesem Programm funktioniert das sehr gut, bei anderen sieht man die einzelnen „abgehakten“ Abschnitte besser (siehe Bild 13)
Bild 14: So weit, so gut, Zeit das Bild wieder zurück zu konvertieren. Hierbei muss ich Frau und Hintergrund einzeln konvertieren, was wieder nur über Umwege funktioniert.
Bild 15: Mist! Der Arm mit der Fackel sieht aber doof aus, mal sehen, was sich da machen lässt. Drehen, verkleinern, perspektivisch verzerren ... manchmal hilft einfach nur neu zeichnen ! *seufz* :trost: Also wieder umkonvertieren, den Arm samt Fackel neu zeichnen und dann wieder zurückkonvertieren, um weitermachen zu können.
Die Fackel passt nicht ganz aufs Bild, weshalb ich die Frau markiere, verkleinere und etwas nach rechts verschiebe. Dann überlege ich mir, wie das Licht der Fackel auf die Umgebung fällt.
Bild 16: Nun zum Feinschliff: Den Bereich um die Fackel herum helle ich auf, ebenso die angestrahlten Zapfen. Den Hintergrund verdunkle ich. Für die Frau lege ich eine neue Ebene an, male ihre Umrisse mit grauer Farbe aus und radiere an den Stellen, an denen sie angestrahlt wird. Nun wird die Ebenendeckkraft heruntergestellt (auf 70%).
Zum Schluss noch die „Augen der NSA“ (wie 'quule' hervorragend interpretiert hat, dankeschön dafür :grins: :bluemchen: ) einfügen, ein kleines Wasserzeichen und meine Unterschrift: FERTIG!

Von der Idee bis zur Fertigstellung vergingen 2-3 Monate. An der digitalen Ausarbeitung saß ich einen Monat, in dem ich stetig daran gearbeitet und Fehler ausgebessert habe. Das Bild ist sehr groß (3508 x 4961 Pixel, zum Vergleich: Mein Monitor hat eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel) eignet sich zum Ausdrucken allerdings für ein DIN A3-Format, auf dem dann möglichst keine hässlichen Punkte zu erkennen sind.
Dass ein Bild so lange braucht, ist aber nicht die Regel. Wie beim normalen Zeichnen auch, kann man sowohl schnelle Skizzen als auch aufwendige Zeichnungen anfertigen.
Für Bild 17 (DIN A5) beispielsweise habe ich nur 3 Stunden gebraucht. Allerdings hatte ich mein Grafiktablett zu dieser Zeit erst ein paar Tage, heutzutage würde ich wahrscheinlich nur halb so lange brauchen.

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Ohje! Jetzt habe ich schon wieder einen halben Roman geschrieben. Warum bremst mich auch keiner ? :girlieumfall:
Ich räume hier noch schnell auf, wer möchte kann ja ein paar Worte zu meinem Beitrag da lassen. :girlieputzen:

Habt ihr schon einmal mit einem Grafiktablett gezeichnet oder gemalt ? Hat es euch zugesagt oder fandet ihr es komisch ?
Zeichnen und Malen hat auch etwas Meditatives. Stört es da, ständig von Technik umgeben zu sein? Ist es wichtig, die Farbe riechen zu können, um sich durchs Kreativsein vom Alltagsstress erholen zu können?
Meinungen und angeregte Diskussionen sind sehr gerne gesehen! Ich finde so etwas immer äußerst interessant. :dopsblau:

Viele liebe Grüße,
Bessy :knuddelbunt:

Nach oben 25.06.2014, 19:12 Nach unten

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Anscheinend habe ich zu viele Bilder für einen Beitrag.
Hier folgt Teil 2:

Nach oben 25.06.2014, 19:15 Nach unten

Aquarell, Acryl

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
erst einmal :danke1: für deine ausführliche und gut bebilderte Ausführung
ich finde, du hast das digitale Zeichnen sehr gut und verständlich beschrieben, so dass auch "Unbedarfte" dieser Art zu Zeichnen mehr Verständnis entgegen bringen werden.


ich selbst habe "nur" ein billiges Grafiktablett von Trust, mit dem ich gerne mal als Bildvorbereitung ein paar schnelle Skizzen anfertige oder einfach mal zum Zeitvertreib ein wenig rumspiele; z.B mit ArtRage oder Artweaver :upps:

Nach oben 25.06.2014, 19:44 Nach unten

verschiedene

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Beitrag: Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ? - 25.06.2014, 19:44 pitt hat geschrieben:
erst einmal :danke1: für deine ausführliche und gut bebilderte Ausführung
ich finde, du hast das digitale Zeichnen sehr gut und verständlich beschrieben, so dass auch "Unbedarfte" dieser Art zu Zeichnen mehr Verständnis entgegen bringen werden.:


Ich gehöre auch zu diesen Unbedarften, hab noch nie digital gezeichnet. :shock:

Mir war aber schon vorher klar, dass jemand der nicht zeichnen kann, auch nichts Vernünftiges auf dem Grafik-tablet zustande bringt. Das digitale Zeichnen ist eine neue Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Werke wie herkömmlich gemalt und gezeichnet aussehen, sondern mit den Mitteln des neuen Mediums entwickeln sich auch ganz neue Möglichkeiten der Form- und Farbgebung.

Neulich habe ich eine interessante Ausstellung von Brigitta Borchert (gehört zur Gruppe der norddeutschen Realisten) gesehen. Sie hat vor ein paar Jahren mit dem digitalen Zeichnen angefangen. In der Austellung hingen nun die gleichen Motive, von ihr einmal klassisch in Pastell und dann digital gezeichnet.

Die digitalen Bilder fand ich interessant, die Pastellbilder haben mich berührt. :winken:

Nach oben 25.06.2014, 20:16 Nach unten

Öl, Acryl ,Computer,Collagen

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Moin Moin Bessy
Ich freue mich sehr,
daß Du Dir diese gewaltige Mühe gemacht hast den Stab für digitales Zeichnen zu brechen.
Sehr gut erklärt die Schwierigkeiten und Vorteile.
Auf einem kleinen Graphiktablett zu zeichnen bedarf einer geändertenSichtweise-

Ich mache auch viele Computerbilder,zumeist Collagen.
Anwendungen /Brush
Zusammensetzung,einfärben, Effekte Filter...ect mit Photoimact.
Das heißt AM computer mit EINEM Programm und direkt am Monitor
das sind Collagen.
Aber auch als reines Zeichnen kann dieses Programm angewendet werden
Vor Jahren habe ich mal für zwei Menschen Blumenbilder gemalt
mit Graphikprogramm und der Wasserpinsel-Version.( wie auf einem Blatt Papier)
gezeichnet mit der Computermaus und Photoimpact
Hier:
Bild
und HIER:
Bild

Leider habe ich damals die Blumen
zu sehr verkleinert,daß Einzlheiten nicht mehr erkennbar sind.
-----
Collagen mache ich sehr viel und habe sie ja auch hier bereits vorgestellt.
Das ist aber eine ander Vorgehensweise..
zunächst--aber auch da zeichne ich sehr oft mit Pinsel, Bürste, und anderem Zeichengeräten..

Für mich hat die digitale Bilderstellung jenen Vorteil,
daß ich spontan an den Rechner gehen kann,ohne vorher
Material hervorkramsen zu müssen...
Und dann brauch ich nicht ins Atelier gehen,
( Treppensteigen fällt mir oft sehr schwer und unter dem Dach ist es oft zu heiß trotz Klimaanlage )
und ich kann nachts im Dunkeln " malen ".. der Läppi steht an meinem Bett,und ich kann liegenbleiben.)

mom--
ich muß immer zwischenspeichern..
Das Netz ist instabil hier oben im Norden..auf'm Dorf


...
S nunhabe ich mir vor 2 Wochen ein Graphiktabeltt gekauft
Intuos Pro Large - Grafiktablet

http://de.shop.wacom.eu/produkte/intuos ... -large/581

Bisher hatte ich aber noch anderes zutun,,
(habe einen Sack Alpakawolle gefärbt und etliches versponnen für ein Projekt)
Aber in den nächsten Tagen will ich beginnen damit zu arbeiten.

Ich habe bisher nur den einfachen Pinselstift.
Es gibt ja noch andere... Airbrush ect.
Ich bin sehr gespannt darauf, wie es wird.
probiert habe ich selbstverständlich schon.
das andere malen und zeichnen ist ein Umstellung:
am Tablett zeichnen und am Monitor zu schauen..
Vielleicht können wir uns austauschen mit Erfahrungen und Erkenntnissen ?
-------wäre schön.

Nach oben 26.06.2014, 05:50 Nach unten

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Hi Bessy,

ich finde es super, dass und wie du das digitale Arbeiten beschrieben hast. Ich kenne solche Aussprüche eigentlich nur noch aus den frühen Zweitausendern oder von meinen weltfremden Schwiegereltern, ansonsten hatte ich die Illusion, dass es sich mittlerweile rumgesprochen hat, dass das digitale Arbeiten genausowenig Schummeln ist wie ein Radiergummi. Oder Ölmalerei. ;) Aber vielleicht merke ich es auch nur nicht oder bekomme es nicht mehr so geballt ab, weil ich seit 5 Jahren nicht mehr digital gearbeitet habe, außer für Skizzen.

Das Vorurteil, dass der Commputer einem irgendwie die Arbeit abnimmt, ist wohl immer noch verbreitet. Aber das ist nicht auf den Computer beschränkt. Viele Leute wittern einfach überall Tricks, wenn sie sehen, dass jemand etwas kann - durch viel Übung und lange Beschäftigung mit einem Thema oder einer Fertigkeit - was sie nicht können. Niemand kann einfach so einen Menschen zeichnen. Das muss der Computer gewesen sein. Und wenn weit und breit kein Computer in Sicht ist, dann steckt bestimmt eine Schablone dahinter. Oder eine ganz perfide, raffinierte Paustechnik, bei der nur du aus einem bestimmten Winkel das Foto sehen kannst, von dem du abpaust, so dass es für den Betrachter so aussieht, als ob...

Du ahnst nicht, was ich schon alles gehört habe. ;)

Der Cartoon hier trifft die Problematik ziemlich gut:

Nach oben 26.06.2014, 07:34 Nach unten

Acryl, Bleistift, Farbstifte

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Liebe Bessy,

vielen Dank für die ausführliche Erklärung wie man digital malen kann. Ich bin da bisher total unwissend. Ich habe aber gleich noch eine Frage. Benötigt man dazu ein spezielles Grafiktablet oder kann man auch gut am Tablet- PC malen und welche Programme sind für Anfänger gut geeignet?

Nach oben 26.06.2014, 08:17 Nach unten

Acryl

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Hallo Bessy,
vielen Dank für die ausführliche Erklärung. :danke1:
Ich hab einmal versucht mit der Maus in Gimp zu zeichnen
und hab schnell aufgegeben. Ich kann es einfach nicht. Ich brauche Papier, Stift, Leinwand, Pinsel
und Farben.
Aber, nur weil ich es nicht kann, lehne ich es nicht ab.
Ich hab schon sehr viele schöne digital gezeichnete/gemalte Bilder gesehen.
Also: Respekt und Hut ab.
:winken:

Nach oben 26.06.2014, 10:28 Nach unten

Aquarell und Tempera

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Hallo Bessy :winken: Danke für die schöne Erläuterung. Damit du dich nicht fragst, wieso du auf manche Themen wenig Resonanz bekommst, will ich hier für mich sprechen. Mich interessieren Darstellungen von Fantasywesen so gar nicht. Egal ob mit Hand, Fuß oder Grafiktablett gemalt. :hmm:
Könnte mir vorstellen, dass das dem ein oder anderen Kritzler vllt ebenso geht.
Liegt glaub ich nicht daran, dass es Digiart ist.

Nach oben 26.06.2014, 10:46 Nach unten

Bleistift, Pastell, Buntstift

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Liebe Bessy, dankeschön dafür.

Ich muss zugeben, dass mich digitale Kunst leider auch nicht so sonderlich interessiert. Was aber daran liegt, dass ich a) das selber überhaupt nicht kann und b) weil ich es liebe meine Stifte und mein Papier auch riechen zu können. :wink: Ich bin da etwas altmodisch wohl. Ich gucke so gut wie nie ins digitale Forum hier rein, stöbere lieber in Zeichnen oder bei den anderen Pinselschwingern. :kapituliere: Tut mir leid, das ist keine böse Absicht oder so.

Mein allgemeines Desinteresse liegt eben darin, dass man am PC ganz andere Möglichkeiten sprich Vorteile gegenüber Künstlern der klassischen Malerei. Z.B. die des unbegrenzten Korrigierens z.B. was auf anderen Medien ja nur begrenzt möglich ist, weil irgendwann Papier oder Leinwand einfach im Eimer sind. Oder man kann eben viele Effekte erzeugen, während der klassische Künstler entweder ein neues Medium lernen oder neue Materialien anschaffen muss. Aber jeder halt so, wie er am liebsten mag. Und nein, ich beneide die digitale Kunst um ihre Möglichkeiten nicht. :wink:

Übrigens habe ich eigentlich eher den umgekehrten Eindruck. Nämlich, dass die Leute nur noch digitale Kunst mit tollen Effekten wollen statt klassisch gezeichnet. Insbesondere bei monochromen Techniken fällt mir das ständig auf. Ich kann noch so tolle Zeichnungen haben, außer hier!!!!!!! habe ich nirgendwo eine großartige Resonanz. Also sei nicht traurig. Geschmäcker zu treffen ist nicht einfach. Ich habs aufgegeben und solange du machst was dir Spaß macht und solange es dir Freude bereitet ist alles in bester Ordnung. :schmusen:

Nach oben 26.06.2014, 11:13 Nach unten

Mixed

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Spannend!!

Nach oben 26.06.2014, 12:43 Nach unten

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Mit so vielen Antworten in so kurzer Zeit hatte ich gar nicht gerechnet! Vielen Dank dafür. :bluemchen:

@pitt: Danke, danke! Ich hatte schon befürchtet, dass ich zu viel und zu unstrukturiert schreibe. Um einfach nur ein bisschen rumzuspielen eignet sich das Grafiktablett sehr gut, man hat kein schlechtes Gewissen dabei unnötig viel Papier zu verschwenden. :mrgreen:

@rebatah: Der PC und auch die digitale Kunst sind noch ein sehr junges Medium, auf das man sich erst einlassen muss. Ich kann es verstehen, wenn du sagst, dass dich die Pastellbilder berührt haben, wobei die PC-Bilder einfach nur "anders" waren. Bis vor ein paar Jahren konnte ich dieses spezielle Aussehen von digital gemalten Bildern (dieses Weiche, oft Konzeptionelle oder mit überdreht bunten Farben Gemalte) nicht ertragen. Ich fand es, wie du bereits sagtest, nicht so berührend, wie "richtige" Zeichnungen. Das hat sich durch die Jahre geändert auch, weil sich die Möglichkeiten am PC zu zeichnen in den letzten 10 Jahren drastisch verändert haben. Am PC zu zeichnen verlangt von ihm eine ungeheure Datenmenge gleichzeitig zu verarbeiten, durch den Fortschritt der Technik können die Bilder heute überhaupt erst so schön aussehen und sind keine kleinen Grafiken mehr (die aber auch sehr beeindruckend sein können).
Man geht immer mit der Vorstellung "Das ist vom Computer gemalt" an die Betrachtung eines Bildes und das kann man nicht so einfach ausschalten. Es braucht zunächst ein einschneidendes Erlebnis, das einem dieses "Vorurteil" nimmt (warum sonst, sollte man es auch ablegen?). Was es bei mir war, weiß ich leider nicht mehr. Vielleicht bin ich einfach damit aufgewachsen. Probier es irgendwann einfach mal aus, dann bekommst du vielleicht ein Gefühl dafür. :grins: :winken:

@ZILLY: Danke für deine sehr ausführliche Antwort! Schön, dass du auch gute Erfahrungen mit dem PC gemacht hast. :winken:
Beitrag: Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ? - 26.06.2014, 05:50 ZILLY hat geschrieben:
Auf einem kleinen Graphiktablett zu zeichnen bedarf einer geändertenSichtweise-

Genau das habe ich versucht hier zu erklären. Junge Medien haben es immer schwer, sich gegen die Altbewehrten und "Etablierten" durchzusetzen.
Deine Blumenbilder gefallen mir gut! Ich kann kaum glauben, dass sie mit der ganz normalen Computermaus gemalt wurden.
Der Vorteil, nichts rauskramen zu müssen, ist für mich auch einer der Hauptgründe, warum ich bevorzugt am PC male. Ich kann einfach speichern und später weitermalen, ich muss nicht schauen, wo ich das Bild zum trocknen hinlege und mir kann auch kein herunterfallender Pinsel den Boden versauen. :grins:
Dein Grafiktablett ist ein sehr gutes, das zum Teil sogar professionell genutzt wird. Es mag daher vieleicht etwas komplizierter zu bedienen sein.
Wir können uns gerne austauschen, ich verwende meistens Photoshop Elements 9 oder Art Rage 3, seltener auch GIMP, Photoimpact kenne ich gar nicht ! :winken:

@GoldSeven: Ich glaube, es kommt auf den Unterschied an, in wie fern digitale Arbeiten bekannt und in wie weit sie auch akzeptiert sind. Häufig werden sie lieb "beäugelt", aber nicht für "erwachsen" gehalten, wenn du verstehst, was ich meine. :rofl: Über den Zauber, der für Ausenstehende über der Kunst liegt, haben wir irgendwo schonmal gesprochen. :mhh: Ich stimme dir in jedem Punkt zu, ich musste mir auch schon viel anhören und nicht alles davon waren Fragen eines Interessierten, manche werden unbewusst beleidigend, wenn sie behaupten, man hätte es abgepaust oder reinkopiert. Bei einem Max Ernst, der tatsächlich abgepaust und collagiert hat beschwert sich doch auch keiner.
Manchmal ist es auch belustigend, auf welche Ideen manche Leute kommen, wenn es darum geht ein "Phänomen", wie dieses zu erklären. :grins:
Der Cartoon ist super! Gleich mal abspeichern ... :daumen:

@adid: ZILLY hat zwei sehr schöne Blumen mit der normalen Computermaus gemalt, ich denke schon, dass man das üben kann. Mit einem "Tablet-PC" und dem Finger kann man bestimmt auch malen. Gibt es dafür auch Stifte? Man kann sich damit bestimmt künstlerisch austoben aber natürlich sind die Grenzen eines Tablet-PCs enger geschnürt. Du kannst es gerne damit ausprobieren! Welche Programme für Anfänger gut geeignet sind, lässt sich aus meiner Sicht schwer sagen, denn wie bei allem, muss man sich in ein Zeichenprogramm erstmal "reinfuchsen". Ich bin mir auch nicht sicher, ob es für Tablets nicht sogar spezielle Programme gibt. Kennt sich hier jemand aus? Ich habe gehört, "Stetchbook Express" und "Paint.Net" sollen sehr gut sein, eine Freundin von mir schwärmt von dem Programm "Krita" (Alle kostenlos bei http://www.chip.de zu erhalten). Google doch mal mit dem Namen deines Tablets und "Zeichenprogramm", vielleicht findest du etwas! Deine Erfahrungen kannst du mir gerne mitteilen, das würde mich freuen. :grins:

@Sternchen: Mit der Maus und in GIMP habe ich auch angefangen zu zeichnen und schnell gemerkt: Das funktioniert ja mal überhaupt nicht! Zunächst kann man mit der Maus nur sehr unpräzise malen, sie erkennt natürlich auch keine Druckunterschiede und nach einer Weile schmerzt die Hand. GIMP ist zudem noch ein etwas komplizierteres Programm, das nicht direkt aufs Malen ausgelegt ist. Nachdem ich mein Grafiktablett hatte, habe ich mir GIMP in der "Künstler"-Version geholt, bei dem endlich alle wichtigen Bereiche (Farbpalette, Ebenen, Regler für die Pinselgrößen) direkt verfügbar waren ohne, dass man lange herumklicken musste. Wenn du die Gelegenheit bekommst, versuchs mal mit einem Grafiktablett, das ist ganz anders. :wink:

@Augenschokolade: Geschmäcker sind verschieden, dass du meine Begeisterung für Fantasie- und alterümliche Umgebungen nicht teilst, ist nur verständlich. Ich kann beispielsweise mit starken Abstraktionen und Blümchen nicht so viel anfangen. :hmm: Vielleicht gehöre ich einfach einer anderen Generation an, die voll jugendlichem Blödsinn steckt. :rofl: Meine Befürchtung war nur, dass es hier nicht viele digitale Kritzler gibt und sich somit auch nicht viele meine Bilder ansehen. Das Bild, das ich hier als Beispiel genommen habe, stellt schließlich auch keine Fantasie-Wesen dar. :gutboese:

@Cerberus: Hast du schon einmal ausprobiert mit einem Grafiktablett zu malen ?
Natürlich sind Interessen verschieden, ich nehme es dir auch nicht krumm, wenn du sagst, dass du lieber in Bereichen stöberst, in denen du dich selbst auskennst.
Die Sache mit den Vorteilen des PCs gegenüber den "klassischen" Medien, habe ich ja versucht hier ausführlich zu erklären. Dadurch, dass es eine ganz andere Art des Zeichens und Malens ist, gleichen diese "Vorteile" lediglich die Nachteile aus, wie bei jedem anderen Medium auch. Natürlich kann man verschiedene Effekte erzeugen, aber das macht schließlich nicht der Computer. Mit dem PC zu malen ist nicht so, als würde man es einmal lernen und könne dann farbige, nach Bleistift aussehende, Vexelgrafiken oder 3D-Animationen erstellen. Jedes Mal, wenn man ein anderes Programm ausprobiert (denn man kann keineswegs alles mit einem Programm malen), oft sogar, wenn man ein gewohntes Programm in einer neueren Version erhält, muss man erneut lernen, wie es zu bedienen ist. Das ist, genau so, wie wenn man ein neues Medium erlernt. Denn das tut man. "Photoshop" ist ein anderes Medium, als "ArtRage" oder "PaintToolSai", sie alle haben komplett unterschiedliche Herangehensweisen, Möglichkeiten und Grenzen. Neues Material anschaffen muss man in der digitalen Kunst auch, wenn man über die Grenzen meines kleinen Tablets hinaus möchte, muss man sich ein größeres kaufen. Wenn man sich weiterentwickeln möchte und mal etwas anderes ausprobieren möchte, muss man sich ein neues Zeichenprogramm kaufen.
Wenn ich etwas male, kann ich nicht den "Bleistift-Effekt" hinzufügen und es sieht aus wie Bleistift, oder den "Öl-Effekt" und es sieht aus wie Öl. Das funktioniert nicht.
Natürlich kann man so oft radieren, wie man möchte, aber dem könne man dir entgegenbringen, dass du dir auch Möglichkeiten erschaffst, die andere nicht haben. Ich könnte sagen, dass du ja immer die komplette Größe deines Bildes siehst und immer kontrollieren kannst, wie es aussieht, während ich es auf 17% verkleinern muss um ein DIN A3-Bild komplett sehen zu können. Ein anderer könnte sagen, dass Bleistiftzeichnungen schummeln sind, weil man überhaupt radieren kann, während das bei Ölgemälden nicht funktioniert. Ein anderer wiederum kann behaupten, dass Ölgemälde Wochen zum trocknen brauchen und man in der Zeit viel ausbessern kann, während Acryl sehr schnell trocknet. Jedes Medium ist anders und hat seine Vor- und Nachteile und durch den PC erschafft man sich nicht mehr Vorteile, als andere Medien haben. Das habe ich ja versucht zu erklären.
Wenn man das erste Mal mit dem PC arbeitet, muss man von Null wieder anfangen, das ist schwer zu verstehen, wenn man es nicht selbst probiert hat. Ebenso, wie es schwer zu verstehen ist, wenn man noch nie mit Kohle, Acryl oder Ton gearbeitet hat.

Ich bin mir nicht sicher, was du mit "Effekten" meinst. :mhh: Hast du da vielleicht ein Beispiel?
Klar zeichne ich in erster Linie für mich aber auch ich möchte mich verbessern. Aus diesem Grund zeige ich meine Bilder hier, ich möchte Verbesserungsvorschläge und Kritik, nicht nur, was die Technik angeht. Das kann ich auch alleine lernen, ich verstehe es, wenn sich nicht viele für den Computer interessieren. Meine Probleme liegen in erster Linie in Komposition, Hintergrund, Darstellung verschiedener Kleidung bzw. Oberflächen, Proportion und Perspektive. Dabei kann mir jeder helfen, der sich mein Bild ansieht. Dafür muss er sich es jedoch zunächst ansehen. :grins:

@eccola: So kann man es auch ausdrücken! Danke! :daumen3:

Nach oben 26.06.2014, 14:15 Nach unten

Stifte/Tusche/Aquarell

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Einen interessanten Beitrag hast Du da gescihrieben.
Ich bin seit einiger Zeit dabei mein Logo digital zu zeichnen und kann so einigermaßen nachempfinden wie schwierig digitale Zeichnungen herzu stellen sind.
Ich empfinde digitale Zeichnungen oft als wunderschön aber sie wirken auf dem Bildschirm so realitätsfern. Irgendwie nicht greifbar, nicht von dieser Welt irgendwie. Ich kanns nicht besser ausdrücken hoffe aber du kannst mich trotzdem verstehen.
Deshalb würde ich wahrscheinlich zu den Bildern keinen qualifizierten Kommentar abgeben können.
LG Tanja :winken:

Nach oben 26.06.2014, 15:56 Nach unten

Öl, Acryl ,Computer,Collagen

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Liebe Bessy
oh wie schön. man merkt es liegt dir am Herzen.
Also wunderbar--- Diskussionsthema und Austausch.

Ich arbeite ca. 20 Jahre mit ULEAD Photoimpact
von Nr. 3 an damals kostete es knapp 400 MARK.
nun habe ich mir immer updates gekauft.
bei XP ( Nr 12) wurde es von COREL aufgekauft..
und ist nicht mehr das was es war..
Ich bin froh das nr 10 noch auf VISTA läuft.
und bisher habe ich immer mit Maus gemalt

Herzlichen Dank daß Dir die Blumen gefallen..
hatte sie noch gefunden..
ich glaube es sind so ca. 7 Jahre her,daß ich sie mal malte.

Nun mit Stift..ich bin gespannt.
Am WE will ich mich daran machen und intensiv üben.
Es wird anders sein,da ich ja bisher direkt mit Sicht auf den Monitor gemalt habe,,
Ich freue mich auf regen Austausch...
:winken:

Nach oben 26.06.2014, 16:29 Nach unten

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
@ Tanja: Du hast recht, diese Bilder und Zeichnungen wirken oft nicht greifbar und weit entfernt. Ich denke, das rührt vor allem daher, dass man nicht gewohnt ist, Bilder dieser Art zu betrachten. Vielleicht auch, weil der Computer so fremd wirkt. Geht es dir bei Leinwandgemälden, die du jedoch nur als Foto hier hochgeladen siehst, genau so?

Der Computer wirkt "künstlich" aber ist es nicht genau das, was die "Kunst" ausmacht? Kunst bedeutet für mich, die Natur in einem unnatürlichen Umfeld abzubilden, sie künstlich, künstlerisch zu machen. Die Illusion der Natur in etwas Unnatürliches zu packen. Gut, das wird jetzt zu philosophisch. :grins:

Der PC ist nunmal sehr eigen und jeder hat eine andere Verbindung zu ihm. Für mich beispielsweise sind Computerspiele auch Kunst und mir klappt jedes Mal die Kinnlade runter, wenn ich die Präsentation eines neuen, interessanten Spiels ansehe. :-o Mich berührt das, andere, die mit dieser Materie nichts zu tun haben, können damit natürlich nichts anfangen. Sie sehen die Raffinesse dahinter nicht aber das ist in Ordnung, schließlich leben wir in einer Welt, in der wir uns mit dem beschäftigen dürfen, wofür wir uns interessieren. Mit meinem Beitrag versuche ich, meine Interessen für andere verständlich zu machen und dieser "Fremdheit" etwas Vertrautheit hinzuzufügen.


@ZILLY: Danke, ja das Thema liegt mir am Herzen. Gute Programme sind oft teuer, inzwischen gibt es aber auch viele kostenlose Alternativen, die für das Meister ausreichen. Mit dem Stift zu malen ist wirklich ganz anders. Ich freue mich, deine Erfahrungen damit zu hören. :winken:

Nach oben 27.06.2014, 14:22 Nach unten

Pastellkreide, Öl, Stifte

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Hi Bessy, nur ganz kurz :oops:

Bin leider die ganze Woche schon extrem in Stress, und kann nicht so, wie ich gerne möchte.
Also wenigstens vorab:

Dein Thema finde ich mega-spannend! ich habe zu Weihnachten ein (richtig teures :crybig: ) Garfiktablett geschenkt bekommen, und es staubt ein, weil ich nichts damit anzufangen weiß....

Deine Ausführungen machen mir wirklich Lust, mich demnächst näher damit zu befassen und das finde ich großartig!!!!!!

Und nächste Woche lese ich mir alöles hier mal ausführlich durch.

Danke dass du den Threat aufgemacht hast - ich find das so super!!!!!

Nach oben 27.06.2014, 14:39 Nach unten

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Wow mit der Erklärung hast du dir aber viel Mühe gemacht! Das ist alles sehr überlegt durchstrukturiert und leicht verständlich - respekt!
Ich persönlich bin echt ein "Dummie" wenn es um den PC geht, bin schon froh, dass ich meine unzugeschnittenen Kakao Karten damit in die richtige Größe bringen kann... xDD
Aber ich weiß, was für eine Arbeit hinter digitaler Kunst steckt und finde gut gemachte Bilder damit an sich genauso ansprechend wie Traditionelle - zumindest auf dem PC, wenn ich mir Galerien etc. anschaue.
Ich muss zugeben, dass ich nur sehr ungerne eine digital erstellte Kakao Karte ertauscht hätte zu meiner Tauschzeit, denn irgendwie möchte ich in meiner Sammlung dann doch lieber Zeichnungen zum "anfassen" haben...
Aber das ist ja wieder eine ganz andere Sache... ;)
Dass du auf deine digitalen Arbeiten zum Teil so wenig Resonanz bekommst ist natürlich schade!

Nach oben 27.06.2014, 14:59 Nach unten

Stifte/Tusche/Aquarell

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Liebe Bessy,
wenn ich mir Bilder die auf Leinwand oder Zeichnungen anschaue "weiß" ich ja das sie real sind. Das ist bei digital erstellten Arbeiten ja anders. Nicht desto trotz ist es mir bewußt wieviel Arbeit darin steckt.
Ich habe auch schon einige Ausstellungen besucht in denen digitale Kunstwerke zu sehen waren, hauptsächlich von Kunststudenten und jungen Künstlern. Das ist dann wieder was anderes da Du ja vor der Wand an der der Bildschirm angebracht ist stehst. Dort bekommt man eher das Gefühl einer Dreidemensonalität.
Was deine Auffassung der Kunst angeht denke ich das jeder Künstler eine andere hat und alle neben einander Platz haben sollten.
Wenn Du deine gefunden hast arbeite weiter an ihr und laß dich nicht entmutigen und bleib dran. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg.
LG Tanja :winken:

Nach oben 28.06.2014, 08:58 Nach unten

Tusche

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
Liebe Bessy,
einen klasse Beitrag hast Du da geschrieben...ich muß zugestehen, als ich zum erstenmal eine digitale Zeichnung gesehen habe, habe ich auch gedacht, hey, wenn das auf der Leinwand wäre, würde ich das toll finden....nach einiger Zeit und ein paar Freunde, die selber digital Zeichnen, habe ich einen Einblick in Ihre Arbeiten bekommen und sehe es jetzt völlig anders. Und bewundere Ihr Können am Tablett. Ich selbst habe es erst ein/zwei mal selber probiert. Aber es ist einfach nicht meine Welt. Ich brauch die Leinwand und die Farben...die Gerüche und natürlich mein geliebtes Papier und meine Stifte.
Das Du so wenig Anerkennung bekommst, liegt nicht daran, dass Deine Sachen nicht gut sind. Sondern eher daran, dass man gar nicht alles realisieren kann. Es gibt soviele Werke.........da geht schon mal was unter. Wenn es Dir Spaß macht, bleib dran. Der Rest kommt von ganz allein. Nur Geduld...
Dankeschön für Deinen Einblick in Deine Arbeiten.
GlG und einen schönen Tag, Christine

Nach oben 28.06.2014, 09:48 Nach unten

Beitrag  Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ?
@Eva: Ich finde es ganz toll, dass dir mein Beitrag Lust verschaffen hat, dein Grafiktablett abzustauben. :grins: Ob er allerdings als Einführung in das "aktive" Zeichnen taugt, weiß ich nicht. Wenn du irgendwelche Fragen oder anfängliche Probleme hast, kannst du mir gerne schreiben, wenn ich helfen kann, mache ich das gerne.
Oft muss man den Stift für das jeweilige Zeichenprogramm erst einstellen (sonst wird er nur als "Maus" erkannt), als Linkshänderin musste ich auch das Tablet einstellen, sodass ich jetzt "auf dem Kopf" zeichnen kann. Diese Einstellungen können mitunter ziemlich versteckt sein. :grins:
Ich würde mich freuen, wenn du mir von deinen Erfahrungen berichtest.

@Jacura: Danke! :D Schön, dass dich digitale Bilder nicht "abschrecken". :grins: Das mit dem Tauschen kann ich verstehen. Schließlich kann man digitale Bilder so oft ausdrucken, wie man möchte und demnach auch so oft tauschen. Dann hat man ja kein "Unikat" mehr!

@Tanja: :logisch: Ich verstehe, was du mit "real" meinst. Wenn man ein digitales Bild ausdruckt, verzerren sich die Farben und es erscheint in einem ganz anderen Licht. Oftmals sehen sie dann nicht mehr so schön aus, wie auf dem Bildschirm. Deswegen ist es schwer, sie "anfassbar" zu machen.
Beitrag: Re: Was versteht man unter digitalem Zeichnen ? - 28.06.2014, 08:58 Tanja hat geschrieben:
Was deine Auffassung der Kunst angeht denke ich das jeder Künstler eine andere hat und alle neben einander Platz haben sollten.

Genau! :ja: Das meinte ich damit. Die Kunst ist frei und das Einzige, bei dem man sich nicht an Regeln halten muss. Ich glaube, deswegen sind wir alle hier, weil wir hier machen können, was uns gefällt.
Ich möchte mich keineswegs auf das Digitale beschränken. Ich liebe die Vielfalt, in der ich mich austoben kann und immer wieder Neues lernen kann. Ich zeichne gerne mit Bleistift, male mit Wasserfarben, stricke, modelliere mit Ton und backe! Das ist auch Kunst! :popcorn: Für manche zumindest. :grins:

@kruemelchen: Danke für deine Ehrlichkeit. :grins: Ja, wie gesagt ist es etwas eigen und nicht jeder sieht darin eine künstlerische Erfüllung. Ich sehe keine Erfüllung in dem Verwenden von Ananas als Kochzutat. :rofl: Es wäre ja auch langweilig, wenn wir alle gleich wären.
Was für dich der Geruch der Farben oder die Struktur der Leinwand ist, ist für mich ein leises Hörspiel im Hintergrund. Ich brauche das, sonst kann ich mich nicht auf meine Arbeit einlassen, nicht richtig vom Alltag loslassen. :wink:

Nach oben 28.06.2014, 11:30 Nach unten
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