"Sie erwarten von mir, dass ich Ihnen sage, dass ich Ihnen definiere: Was ist Kunst? Wenn ich es wüsste, würde ich es für mich behalten." (Pablo Picasso)




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 "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten 
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Beitrag  "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten
"Radierung - durch Licht"

Ein paar Worte voraus...
Als ich das erste Mal über die Möglichkeit einer säurefreien Radierplatten-Herstellung las, war ich sofort wild entschlossen. Im deutschsprachigen Raum scheint es aber offenbar wenig Interessierte an dieser Technik zu geben. Seit einem Jahr habe ich im Internet Hinweise gesammelt: wo bekomme ich die Platten her, womit und wie lange belichten, wie entwickeln etc. In Australien hat sich die Grafikerin Dianne Longley sehr intensiv mit Solar Plate Printmaking befaßt und schließlich bin ich in ihrem Buch fündig geworden. Auch Wolfgang Autenrieth erwähnt in seinem Buch die UV-Belichtung von Kunststoff-Polymerplatten.
Und letztendlich, nachdem ich anfangen konnte - lessons I learnt the hard way...! :mhh:
Vielleicht finden sich hier bald ein paar "UV-Druckgrafiker" zusammen - es gibt immer noch genügend offene Fragen...


Prinzip (vereinfacht)
Kunststoffpolymere härten unter UV-Licht aus. Um zu einer druckfähigen Platte zu kommen, muß man also eine polymerbeschichtete Platte mit lichtundurchlässigem Muster belegen und dem UV-Licht aussetzen. Die unbelichteten Stellen werden anschließend mit Natronlauge ausgewaschen. Fertig ist die Druckplatte. Sind die ausgewaschenen Linien "dünn genug", kann man die Platte als Tiefdruck anwenden. Hat man große "Defekte", druckt man im Hochdruck-Verfahren.


Was brauche ich für die "Solarplatten-Druckerei"?
Nach etwas ausdauernder Internet-Recherche fand ich ein paar Kunstmaterial-Versender für Polymer-Platten - vornehmlich in den USA, auch in UK. In Deutschland habe ich nur einen Anbieter gefunden. Die Filme oder Platten sind ursprünglich für die Herstellung von Leiterplatten entwickelt worden, es gibt daher nur wenig Hersteller für die Kunst. Ich benutze (bisher) beschichtete Aluminiumplatten von Toyobo, die gibt es in A5 und A4. Nachteil: wenn man diese Formate nicht mag, braucht man eine Hebelschere zum Zuschneiden. Die Platten sind (noch?) ziemlich teuer (je nach Größe ab etwa 12 Euro aufwärts). Es gibt auch Polymerfilme "pur" zu kaufen, die dann nach beliebigem Zuschnitt auf eine Kunststoff- oder Metall-Platte eigener Wahl aufgeklebt werden kann (z. B. "ImageOn"-Film).
Zum Belichten reicht der liebe Sonnenschein und Geduld. Beides ist bei mir nicht zuverlässig vorhanden, daher hab ich nach Schwanken zwischen Eigenbau und Kauf schließlich ein UV-Belichtungsgerät gekauft. die Arbeitsfläche ist auf etwas über A4 begrenzt - will man also größere Druckplatten herstellen, sollte man wahrscheinlich selbst bauen. Weiterhin braucht man dehydriertes Natriumkarbonat ("wasserfreies Soda") zum Ansetzen der Entwickler-Lauge (10 Gramm auf 1 Liter Wasser). Das Ansetzen geht am besten in einer Laborschale. Zum Abwischen einen Schwamm oder weiche Bürste.

Will man dichte Schwarztöne bekommen, muß man ein Raster auf die Druckfläche bekommen - wie bei Aquatinta. Man kann das durch eine Zweitbelichtung mit einem sogenannten stochastischen Film erreichen (Folie mit winzigen schwarzen Punkten). Diesen Aquatinta-Screen kann man ebenso bei den Solarplatten-Anbietern kaufen (oder selber mit Photoshop herstellen).

So - last not least - die Kunst! Das Objekt oder die Vorlage können sein ein Film oder eine Folie mit gescannten Zeichnungen, Fotos etc., oder man kann eine Folie direkt bearbeiten (mit z.B. Glasmalfarben oder Farbe + Bindemittel) oder Materialien auf die Polymerplatte auflegen usw.


Schwierigkeiten
Einige.
Die Belichtungszeit ist so abhängig von der Lichtquelle, daß von jedem eine Lernkurve mit dem eigenen Material durchschritten werden muß, bis man reproduzierbar gute Ergebnisse bekommt. Sonnenlicht braucht je nach Jahreszeit Minuten bis Stunden und war mir zu experimentell. Im UV-Kasten hängt es von der Lichtleistung ab - im Internet fand ich Angaben von 3-7 Minuten. Bis ich darauf kam, daß es bei mir nur 30 Sekunden sind, hatte ich die Sache schon paar Mal aufgegeben.

Für die Zweitbelichtung mit dem Aquatinta-Screen habe ich 10 Sekunden der Gesamtbelichtungszeit angesetzt, den Film dann nur entsprechend 20 Sekunden. Ich bin noch nicht sicher, ob ich die Zeit aber nicht noch etwas mehr verkürzen sollte. Die Druckresultate unten sind mir noch nicht kontrastreich genug. Bei kürzerer Belichtung würde ich noch etwas tiefere Auswaschungen bekommen.

Die Auswaschzeit ist auch entscheidend. Für eine Tiefdruck-Anwendung darf man die Linien nicht zu tief auswaschen (ca. 30-60 s). Die Farbe blutet sonst beim Drucken aus.

Nach dem Auswaschen darf man nicht vergessen, durch nochmaliges Belichten die Platte gänzlich auszuhärten. Dafür habe ich 4-5 Minuten veranschlagt.

Leider ist am Anfang der Plattenverschleiß doch recht hoch. Damit sich der Frust in Grenzen hält, sollte man unbedingt einige Platten klein schneiden und Teststreifen mit unterschiedlichen Belichtungen anfertigen. Wichtig sind ebenfalls Notizen - nicht immer erinnert man sich beim Vergleichen der verschiedenen Platten oder bei späteren Anlässen an Belichtungs- und Auswaschzeiten.

Drucken
Die Handhabung beim eigentlichen Druck unterscheidet sich nicht von der mit einer geätzten oder geschnittenen Platte. Ich habe mit den Photopolymer-Platten bisher nur Tiefdrucke erstellt, habe aber im Netz auch Hochdruck-Abbildungen damit gefunden. Interessiert mich persönlich nicht so sehr, da Linol- und Holzschnitt auch zu Hause möglich und - "haptisch" schöner... :grins: Ich habe noch nicht gelesen, ob einer mit der Nadel nach dem Belichten herumgekratzt hat - müßte aber möglich sein, sozusagen als kombinierte Ätzradierung mit Kaltnadel.


Schließlich
Nach dem gelungenen Einstieg aber besitzt man einen schnellen Zugang zur umweltschonenden Radierplatten-Herstellung im häuslichen Bereich. Man kann Gezeichnetes, Gemaltes und Fotografiertes auf Druckplatten festhalten und damit erstaunliche Ergebnisse erzielen.


Bei Interesse empfehle ich:
Dianne Longley - Printmaking with Photopolymer Plates
Wolfgang Autenrieth - Neue und alte Techniken der Radierung

Links:
http://www.diannelongley.com.au/
http://open-intaglio.de/index.php
http://www.solarplate.com/


Vielleicht gibt es hier im Forum schon erfahrene Solar-Platten-Künstler mit Lust auf Kommentar meiner ersten Erfahrungen. Würde mich freuen.
Und wenn sich jemand durch mein Geschreibsel zur Radierung durch UV-Licht anregen läßt - dann noch mehr... :hurra:
Angehangen habe ich zwei erste Probedrucke. Druckvorlagen waren zwei Bleistift-Skizzen.

Nach oben 29.12.2012, 13:17 Nach unten

Beitrag  Re: "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten
von dem, was du schreibst, hab ich überhaubt noch niemals etwas gehört. die links werd ich mir gleich mal genauer anschauen, vielleicht bin ich dann ein wenig schlauer. :mhh:

die beiden bilder, die du eingestellt hast, haben jedenfalls mein interesse geweckt - und dafür danke ich dir!!

ach, und deine ergebnisse gefallen mir sehr gut! :doppeldaumen:

:winken:

Nach oben 29.12.2012, 14:39 Nach unten

Aquarell und Tempera

Beitrag  Re: "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten
Sieht klasse aus! Genau verstanden wie das funktioniert hab ich leider nicht. Heute bin ich zu doof dazu. :hmm:
Scheint ziemlich teuer zu sein, wenn jeder Malgrund 12 Euro kostet.

Ich bin mal auf deine weiteres Resultate gespannt. :doppeldaumen:

Nach oben 29.12.2012, 16:10 Nach unten

kritzelkram

Beitrag  Re: "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten
Hallo zulu,

klingt spannend und sieht gut aus, was du da machst...

Ist schon interessant, dass sich viele alte techniken gerade durch die modernen technologien und werkstoffe weiterentwickeln und verbreiten. Erleichtert wird das ganze sicherlich durch das internet und der tatsache, dass die printmaking-leute ihre erkenntnisse und probleme sehr offen kommunizieren, sich freuen, wenn andere ihre ideen aufgreifen und sie weiterhelfen können...

Hab keine erfahrung mit solarplate und dem anderen hochwertigen photopolymeren sachen und nontoxic-printmaking, will trotzdem mal meine primitiv-UV-radier-experimente schildern... (ein stückchen ImageOn hab ich schon, mal bei polymetaal.nl mitbestellt, trau mich aber nicht so recht ran...)

Basis waren fotografien/computergrafiken. Die sachen waren nie als eigenständige arbeiten geplant, nur als erweiterungen/ergänzung/zusätzliche bildebene in verbindung mit konventionellen radierungen.

Begonnen hatte es mit asphalt-belichtungen. Gelöster asphalt härtet unter uv-licht terpentin-beständig aus. Belichtungszeit in dünner schicht mehrere tage draussen. Wie meine belichtungsreihen aussahen kannst du dir sicherlich vorstellen. Bei kunstlicht (röhren-gesichtsbräuner, geliehen) ähnliche zeiten. Das auswaschen der unbelichteten teile und die säurebeständigkeit der verbliebenen schicht war dann das nächste problem... Habs aufgegeben, zeitmangel...

Dateianhang:
zimga611a.jpg

Asphaltbelichtung, druck a la poupée


Danach Photo-positiv . Photopolymerer ätzresist für leiterplatten als spray. Deutlich lichtempfindlicher als asphalt.

Mein Hauptproblem: die geringe dichte der druckvorlage seitens des druckers, sowohl laser als auch inkjet. An gleichmässige verteilung der graustufen war auch nicht zu denken. Hab die vorlagen gedithert und mit mindestens zwei platten gedruckt, für lichter und schatten (tonwerttrennung). Erschwerend kam dazu, dass ich die positiv-vorlage für die belichtung umkehren musste
Das zweite problem waren der röhrenbelichter und die sonne. Die platten bekamen zu viel streulicht ab oder hatten nicht genug kraft, einzelne lichtpunkte in den schwärzungen abzubilden. Hab dann auffem trödel einen gesichtsbräuner mit punktlicht und zerbrochenem uv-schutz gekauft. Funktioniert besser.
Drittes problem: je dicker die kopierschicht, desto grösser die ersten beiden probleme. Dünne schichten werden aber ziemlich flott durchgeätzt...

Belichtungen mit Photo-positiv (probedrucke einzelner platten)
Hatte vor einiger zeit schonmal nach vollständigen abzügen (zusammendrucken) gesucht, aber keine gefunden. Schlummern irgendwo in der ablage. Hab noch nie auflage gedruckt, ist also ziemlich schwer, einzelne endgültige drucke wiederzufinden... Daher einige teilplatten als beispiel. Zusammengedruckt wurden die platten farbig

Dateianhang:
zimga709.jpg

Gartenhäuschen. Schattenplatte in schwarz. Durch radierung verstärkt

Dateianhang:
zimga711.jpg

Dateianhang:
z060611.jpg

Landschaft. Belichtungstest mit graukeil (erkennt man fast nicht) und schwarzer druck des oberen plattenteils

Dateianhang:
zimga710.jpg

Efeu an mauer. Mittenplatte, dunkel gedruckt (waren 3 platten)

Fazit: Viel experiment, wenig ergebnis. Brauche ohnehin einen neuen drucker, werde mir dann wohl einen halbwegs professionellen fotodrucker zulegen und am thema weiterarbeiten, mit zuverlässigen modernen materialien, wie du sie nutzt, vorher lohnt sich das nicht.
Versuche seit kurzem, mir den flachdruck vom metallplatten nahezubringen, da scheint die beschichtung mit photo-positiv sehr gut zu funktionieren, man kann direkt von der kopierschicht drucken, hat aber nicht den reiz des tiefdrucks...

Hoffentlich hab ich nicht zu sehr gelangweilt, die subtilen details hab ich schon weggelassen...

Hermann r.
:winken:

Zulu, ich tu mich immer so schwer mit den umkehrprozessen, du belichtest vor, dass die schatten die farbe halten, kannst also mit einer ganz normalen positiven vorlage arbeiten, oder?
Und wordauf zeichnest du da, und womit?...
Muss die zeichnung gekörnt sein oder reagiert das material auch eine unterschiedliche dichte (transparenz) des auftrags in den mitteltönen?

Nach oben 30.12.2012, 11:27 Nach unten

Beitrag  Re: "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten
Hallo Hermann, ich bin beeindruckt von Deinen experimentellen Aktivitäten - danke für die schöne Aufstellung hier!

Meine Vorarbeiten waren dagegen rein theoretisch.
Auf Sonnenlicht-Experimente wollte ich mich nicht mehr einlassen, nachdem ich in einem amerikanischen Forum mit ein paar Leuten darüber geschrieben habe. Um so interessanter für mich, Deine Ergebnisse durch mitteleuropäische Sonnenstrahlung zu sehen. Wegen der Streustrahlung und der ungewissen Reproduzierbarkeit bin ich zum Schluß gekommen, daß es ein "professioneller" UV-Belichter sein muß. Film und Platte müssen dicht aufeinander gepreßt sein, denn leicht dringt sonst Licht seitlich dazwischen ein und reduziert den Kontrast oder gibt Flecken. Mit meinem ProMa der einfachen Bauart (es gibt auch welche mit Vakuum, die den Kontakt zwischen Platte und Film garantieren) sammle ich nun erste Erfahrungen - und anscheinend ist dessen Leistung mit 4 UV-Röhren doch recht hoch und man muß die Zeiten sehr kurz (unter 1 Minute) halten.

Ich verwende positive Foliendrucke von einem durchschnittlichen Tintenstrahldrucker, achte auf gute Tonwertabstufungen (mit mehreren Platten habe ich noch nicht gedruckt - brauch erst wieder Materialnachschub). Mit dem Raster habe ich die Platte 10 Sekunden vorbelichtet (jemand hat geschrieben, daß es 20-30% der Gesamtbelichtungszeit sein sollte). Ich denke, dadurch bekommt man eine gute Körnung. Es gibt auch Beschreibungen, in dem das Raster erst nach der Filmbelichtung aufgebracht wird. Ist mir nicht so ganz klar, wie gut es dann noch zu einer Körnung führt - die Platte ist ja schon fast hart. Hängt wohl auch vom Material ab.

Wahrscheinlich ist das Plattenmaterial auch unterschiedlich sensibel. Die Toyobo-Platten (von lawrence.co.uk) geben meiner Ansicht die Mitteltöne gut wieder - bei Foto-Vorlagen mit vielen Grautönen sollte man aber das Aquatinta-Raster vorlegen. Übrigens sind die Toyos Polymer auf Alu und dadurch kann ich sie auch "traditionell" vor dem Druck erwärmen. Jemand, der dahingehend vieles ausprobiert hat: http://sjgriffiths.com/blog

Worauf hast Du den belichteten Film dann zum Drucken eigentlich geklebt?

Ich habe den Eindruck, daß bei meinen Besipielen die hergestellte Platte hinsichtlich Tonwertabstufungen (besonders beim ersten Beispiel) besser geworden ist, als mein eigentliches Druckergebnis. Ich habe das Papier zu schlecht vorbereitet und die Farbe war wohl nicht warm genug. Da hapert es bei mir noch etwas mit Erfahrung.
Nach allem, was ich im Netz an Druckergebnissen gesehen habe, ist diese Methode absolut gleichwertig zur Ätzradierung.

Nach oben 30.12.2012, 12:08 Nach unten

kritzelkram

Beitrag  Re: "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten
Hallo zulu,

ich habe noch nie auf film gearbeitet, das hebe ich mir für nächstes jahr auf...

Das von mir verwendete Photo-positiv ist ein sprühlack, wird direkt auf die entfettete druckplatte gesprüht. Bei vorschriftsmässiger anwendung bildet der lack von sich aus eine sehr gleichmässige schicht. Die platte soll dann langsam auf ca. 70 grad erwärmt werden und diese temperatur eine zeitlang halten. Ich lege die beschichtete platte in einen lichtdichten blechkasten und stelle den für eine stunde auf die wärmeplatte - funktioniert.

Diese beschichtung ist ideal für hochdrucke ("hochdruck für faule"), auch für einfache tiefdrucke (z. b. nach federzeichnungen), ist sehr säurebeständig und erlaubt daher auch tiefätzungen

Für tonwerte im tiefdruck ist die beschichtung aber etwas zu dick, also sprühe ich den lack in ein kleines gefäss, verdünne mit nitro und trage mit dem pinsel auf

Plattenmaterial ist industrielles kupfer- und zinkblech, ätzmittel ist eisenchlorid mit zitronensäure
Entschichtung mit der üblichen 1%igen lauge, belichtung bei mir ca 60 bis 120 s

:mhh: / :hmm:

Zulu, ich wünsch dirn schönes 2013, gesundheit und schaffenskraft

Hermann r.

:winken: / :grins:

Nach oben 31.12.2012, 15:01 Nach unten

Beitrag  Re: "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten
Also ich hab auch keine Ahnung von der Materie, find,s aber total interessant und wuerde euch beiden sehr gerne mal ueber die Schulter schauen wie ihr das so macht.
Ich habe bidher nur mit sehr einfachen Druckverfahren experimentiert, alles wozu man keine Presse oder aufwaendige Materialien bemoetigt.
Ich lese hier sehr gerne mal mit und schau mir eure Sachen an, die gefallen mir sher auch wenn es erstmal nur Versuche sind :winken:

Nach oben 31.12.2012, 15:34 Nach unten

Beitrag  Re: "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten
@rommel:Habe ich richtig verstanden: den Lack kann man belichten, Du nimmst aber noch zusätzlich Ätzmittel zur Tiefenbearbeitung?
@irish: gerne! die Solarplatten-Druckerei geht auch im Hochdruck und mit Sonne, also außer der Platte und Sodawasser braucht man nichts weiter. Ich vergaß - auch eine Idee! :mhh:

Dir Hermann und allen Kritzelbegeisterten ebenso ein äußerst kreatives 2013 hier! Prosit Altjahr und gutes Neujahr! :partykonfetti:

Nach oben 31.12.2012, 16:08 Nach unten

kritzelkram

Beitrag  Re: "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten
Hallo zulu,

die photo-sensible beschichtung erfolgt nur im rahmen deines ganz traditionellen "warmen" tiefdruckverfahrens. Die schicht bildet lediglich den ätz-resist. Ist wie eine primitive version von puretch, da ist die schicht sogar deutlich dicker und du kannst immer noch nicht direkt von ihr drucken. Für solche verfahren brauchst du mindestens schichten wie sie ImageOn bietet.

Leider kommst du auch um die üblichen (schädlichen) ätzmittel nicht drumherum.

Vorteil ist andererseits, dass du diese druckplatte wie jede andere behandeln kannst, kannst aquatinta auflegen (sogar asphalt, die schicht hält über 200 grad aus) und stufenätzen. Mit dichteren filmen (hab mal einen film aus einem laserbelichter getestet) liesse sich auch eine wesentlich höhere auflösung erreichen...

Weitere versuche kommen im laufe des jahres, erstmal sind meine flachdruck-übungen dran (da war mein bisher wichtigster lernerfolg, dass man geplant und zeitnah arbeiten muss, nicht schlampen darf), vllt. hält sich die erkenntnis ja eine zeitlang und ich kann die vielen losen fäden, die ich hier so rumliegen hab, irgendwann mal zusammenknüpfen, zumindest ein paar davon...

:winken: / :grins:

Hermann r.

Nach oben 02.01.2013, 20:58 Nach unten

Beitrag  Re: "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten
"Sancho"
Vorlage: Kohlezeichnung
Toyobo Solar Plate
Belichtung: 12" Aquatinta-Raster, 32" Folie (Scan-Ausdruck auf Folie)

Nach oben 03.01.2013, 15:30 Nach unten

Beitrag  Re: "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten
Hab mir ein neues Buch gekauft, Thema Drucktechniken...da wird unter anderm auch diese Technik hier behandelt. Sehr interessantes Buch und gut gemacht.
Vielleicht waere das auch was fuer euch ....wenn ihr es nicht schon kennt :winken:

Hier geht's zum Buchlink

Gleich zwei tolle Buecher

Nach oben 09.01.2013, 12:21 Nach unten

Beitrag  Re: "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten
@Irish: Danke für den Tipp, ich schau mal in der Bibliothek rein.

Nach oben 11.01.2013, 19:29 Nach unten

Beitrag  Re: "Licht-Radierung" - Drucktechnik mit Photopolymer-Platten
Dateianhang:
borg.jpg
Hallo,

ein paar Tipps und auch Fragen:
1. Statt Verwendung von Rasterfolie sollte man einfach das Bild als Bitmap ausdrucken. Alle Graustufen werden sichtbar.
2. Folie in einer Druckerei drucken lassen (Ich suche eine Druckerei, die das noch macht.)
3. Bei Benutzung von Dk3 Photopolymerfilm nach dem Auspinseln der weichen Bestandteile zum Fixieren reichlich leicht verdünnte Essigessenz über die Platte gießen.
4. Das UV-Licht sollte am Anfang des UV-Spektrums sein, auf der anderen Seite liegt dann das Schwarzlicht.
Frage: Welche UV-Lampe ist zu empfehlen?
5. Damit keine Fehlbelichtungen auftreten, sollte im Vakuum belichtet werden.
Frage: Wer hat eine Bauanleitung zu einem Belichtungskasten, aus dem die Luft abgesaugt werden kann?
6. Wer weiß, woher man ca. 0,6 mm starke Silikonplatten bekommt um a) einen Rakel zum Aufziehen der Folie auf die Trägerplatte zu bauen und b) ein Silikonplättchen zum Auftragen der Druckfarbe herzustellen?
Bild "Villa Borghese" - mit Dk3 Film, auf Kupferplatte aufgezogen, gedruckt.

Nach oben 02.07.2016, 19:08 Nach unten
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